Auch wir Pensionisten verwenden immer mehr verschiedene Apps und Internetfunktionen, zum Banking oder für Reisebuchungen und ähnlichem. Umso wichtiger ist es, immer wieder zu hinterfragen, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Einige Tipps dazu gebe ich in diesem Blog, ganz aktuell auch zu einem neuen Betrugsversuch mit A1 SMS:
Es ist ja schon fast eine Binsenweisheit, dass die Frage nach Passwörtern und Kontodaten per Mail niemals von seriösen Anbietern gestellt wird. Alle Banken und andere Einrichtungen, genau wie staatliche Stellen weisen immer wieder darauf hin, doch immer wieder tappen Benutzer in diese Falle.
Aber auch die Betrüger werden immer gefinkelter. Internetauftritte werden immer besser nachgeahmt, Logos sind täuschend echt und auf das bekannte Erkennungszeichen einer falschen Grammatik oder von Rechtschreib- fehlern kann man sich auch nicht mehr verlassen.
Aus aktuellem Anlass: Betrugsversuche mit A1 SMS
Seit Ende Mai gibt es wieder eine neue Betrugsmasche: es werden gefälschte SMS des Mobilfunkanbieters A1 versendet. Sie suggerieren, dass Teuepunkte verfallen und verweisen auf eine gefälschte Internetseite.
Auf dieser können die Punkte vermeintlich gegen attraktive Prämien eingetauscht werden. Für die Bezahlung der Versandkosten werden die Kreditkartendaten abgefragt. So bekommen die Betrüger Zugang zu ihrem Konto.
Auf der A1 Security Seite können sie diese und andere Sicherheits-Informationen nachlesen. A1 versendet auch nebenstehende Warnung per SMS von A1 Security. Auch die Polizei warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche und rät zu einigen Vorsichtsmaßnahmen, um sich vor solchen Angriffen zu schützen:
• Achtung bei Angeboten unter Zeitdruck: Lasst euch Zeit und überprüft Mitteilungen und Angebote auf ihre Richtigkeit. • Schützt eure persönlichen Daten: Egal wie echt und vertrauenswürdig eine Nachricht erscheint, gebt keinesfalls sensible Daten per Mail oder über dubiose Links preis. • Im Zweifel Vorsicht walten lassen: Solltet ihr euch nicht sicher sein, ob eine Nachricht echt oder gefälscht ist, kontaktiert am besten telefonisch den genannten Anbieter.
(Quelle: A1 und SALZBURG24.at)
Beachte die Mailadresse und prüfe Links
Noch ist die Mailadresse meist ein Indiz dafür, ob eine Mail echt oder betrügerisch ist. Ist ein eigenartiger Suffix (Wortbestandteil, der an das Ende der sonst vertrauten Mailadresse angehängt ist) oder Präfix (das Gleiche am Anfang) zu erkennen, müssen sofort alle Alarmglocken leuten. Links kann man überprüfen, indem man mit der Maus darüber fährt, ohne darauf zu klicken. Ist dieser kryptisch oder sieht er eigenartig aus, ist er mit hoher Wahrscheinlichkeit gefälscht.
Hinterfrage den Grund der Mails kritisch
Erstens sollte man den Inhalt des Mails kritisch hinterfragen, ohne darin verwendete Links anzuklicken. Die Frage, warum diese Informationen gerade jetzt von mir abgefragt werden, sollte man sich ebenfalls sofort stellen. Gibt es dafür keine schlüssige oder eventuell sogar eine zu einfache Erklärung, auf keinen Fall direkt antworten.
Ist das offensichtlich, dann löschen sie die Mail ohne weitere sonstige Aktionen sofort. Ist es nicht ganz so eindeutig, gehen sie zuerst ihre bekannten Wege.
Die betrügerischen Anfragen werden immer persönlicher
Die Betrüger werden aber immer besser in ihren Methoden. Wie die Schweizer Zeitung „Blick“ berichtet, werden derzeit speziell in der Schweiz Mails mit an sich harmlosen Fragen, angeblich von der Bank, zur „Compliance-Aktualisierung“ versendet. Die verlinkte Website wirkt echt, verlangt aber nur scheinbar ungefährliche Daten: Name, Telefonnummer, Vertragsnummer. Keine Passwörter, keine Kreditkartendaten werden angefragt.
In diesem Fall kommt dann wenige Tage später ein Anruf vorgeblich von der Bank (im beschriebenen Fall von der UBS). Sie werden persönlich angesprochen und mit den vor wenigen Tagen preisgegebenen Informationen in Sicherheit gewogen. Dann folgt Stufe 2: Eine verdächtige Überweisung müsse blockiert werden, behaupten sie. Ein QR-Code, gescannt mit der E-Banking-App, soll das Konto «absichern». In Wahrheit ist das Gegenteil der Fall: Die Kriminellen missbrauchen hier die Zwei-Faktor-Authentifizierung und verschaffen sich unerlaubt Zugriff auf das Bankkonto.
Keine Bank verlangt per Mail irgendwelche persönliche Daten, solche Abfragen bekommen sie direkt in der jeweiligen App beim nächsten Aufruf!
Darum zuerst bekannte Kanäle zur Verifizierung verwenden
Ersuchen sie in solchen Fällen um Namen und Telefonnummer, die sie zwecks Überprüfung rückrufen können. Möglicherweise ist das Gespräch hier schon zu Ende, oder Sie bekommen wirklich diese Daten. Sind das keine ihnen bekannten Kontakte, sind auch diese mit Vorsicht zu behandeln. Eine Bemerkung von ihnen, dass sie dazu mit der Polizei in Kontakt sind, könnte das Gespräch aber auch rasch beenden.
Im Normalfall haben sie ja eine ihnen bekannte und immer verwendete Internetseite, die sie normalerweise verwenden, oder eine persönliche Kontaktperson oder es gibt eine Support-Funktion auf der von Ihnen normalerweise verwendeten Seite. Vergewissern Sie sich dort, ob die Anfrage richtig ist. Meist werden Sie die Bestätigung bekommen, dass es sich um ein Fake oder eine Phishingmail handelt.
Meldestellen und Informationsquellen zur Internetkriminalität
Viele Institutionen haben auch bereits eine Supportfuntion, an die man solche Mails weiterleiten kann. Die Firmen sind dankbar über diese Informationen. Es gibt aber auch öffentliche Anlauf- und Meldestellen, die man unbedingt nutzen sollte. Ich liste einige davon mit ihrem Link auf:
Beides sind ebenfalls gute Helfer. Wenn nur der geringste Zweifel auftaucht, sofort die vorhin angeführten Möglichkeiten nutzen und kritisch hinterfragen. So haben Sie zumindest eine gute Chance, diesen Betrugsversuchen zu entkommen.
Warum wir trotzdem immer wieder in diese und ähnliche Fallen tappen, beschreibt der unten verlinkte Artikel. Um es salopp auf den Punkt zu bringen: Der Mensch selbst mit seiner Gier und Neugier ist das unsicherste Interface.
Das slowenische Bled mit dem schönen See mit der Kirche auf einer Insel stand schon längere Zeit auf meiner Wunschliste. Nun hat sich kurzfristig die Gelegenheit ergeben, gemeinsam mit einigen Freunden dorthin zu fahren. Sie hatten eine größere Tour geplant, ich musste aber aus Zeitgründen am 2. Tag wieder zurück. Davon erzähle ich in diesem Blog.
Das sollte dem Spaß keinen Abbruch tun und so wurde das Treffen in einem Kaffeehaus in St.Michael in der Obersteiermark vereinbart. Der Ort ist den Autofahrern und den Hörern des Ö3 Verkehrsdienst als Knoten St.Michael bekannt.
Die Freunde kamen aus dem Ötscherland über Eisenerz und den Präbichl, ich über den Semmering und das Murtal. Die Wettervorhersagen der verschiedenen Apps waren sich einig, es würde am Vormittag regnen und wir würden früher oder später auf jeden Fall einmal naß werden.
Der Regen schien der Begleiter des Tages zu werden
Ich startete in der Früh bei Sonnenschein, aber bei Neunkirchen war der Semmering hinter einer grauen Wand verschwunden. So beschloss ich, bei einem Supermarkt in Voraussicht in die Regenkombi zu schlüpfen. Nach einigen Minuten Herumwursteln ging es weiter auf die Semmering-Schnellstraße und ich wollte in der Tunnelkette so viele Kilometer wie möglich im Trockenen absolvieren. Je näher ich zu Gloggnitz kam, desto mehr kam der Berg aus den Wolken heraus und so beschloss ich, doch über den Semmering zu fahren.
Ich hatte recht, es regnete am Weg hinauf nicht, aber hinunter wurde das Nieseln stärker und ich fuhr in Steinhaus wieder auf die Autobahn auf und gleich in den ersten Tunnel ein. Nach der Tunnelkette bis Mürzzuschlag war es schon wieder fast trocken und so beschloss ich, in Bruck an der Mur wieder auf die Bundesstraße zu wechseln und das letzte Stück wieder mehr zu genießen.
Ich war dann früher als geplant am Treffpunkt in St.Michael, weil ich mehr Autobahnkilometer als ursprünglich geplant hatte. Auch meine Kleidung war schon wieder komplett trocken. Jetzt entdeckte in unserer WhatsApp-Gruppe die Nachricht, dass die Freunde wegen des starken Regens im Ötscherland erst eine Stunde später losgefahren sind. So verkürzte ich mir die Wartezeit neben Kaffee auch mit den aktuellen Tageszeitungen.
Trocken durch die Steiermark und Kärnten
Dann trafen die Freunde ein und waren froh, die Regenkombis ausziehen und sich anwärmen zu können. Sie sind bis kurz vor unserem Treffpunkt im Regen gefahren, es hat bis weit nach dem Präbichl noch geregnet. Nach einem Kaffee war die Welt aber wieder in Ordnung und es konnte weitergehen.
Wir fuhren jetzt in einer Gruppe von 4 Motorrädern weiter gegen Süden bis wir kurz vor Judenburg auf die B78 über den Obdacher Sattel umschwenkten. Weiter ging es dann auf der B70 durch Wolfsberg bis Völkermarkt, wo wir dann endlich am Hauptplatz ein Café ansteuerten und sich alle über den Kaffee und ein Eis freuten.
Von der Altstadt sind es nur ein paar Serpentinen den Berg hinunter zur Brücke über den Völkermarkter Drau-Stausee und zur B82 ins Vellachtal und Bad Eisenkappel, wo wir 2023 auf Kur waren. Bald nach dem Kurhotel stieg die Straße an und die wirklich genialen Kurven neben dem rauschenden Wildbach wurden mehr und mehr bis hinauf zur Grenze zu Slowenien am Seeberg-Sattel, wo natürlich ein Photostopp notwendig war.
Einige Blicke in den Himmel auf slowenischer Seite und dann ein Blitz mit Donner machten uns rasch klar, dass die Regenkombis auf jeden Fall notwendig sein würden. Aus dem Gewitter wurde dann zwar nichts, aber der Regen allein genügte auch.
Wir konnten die Serpentinen der slowenischen Seebergseite gar nicht wirklich genießen, da es einfach notwendig war, entsprechend langsam zu fahren. Und so dauerte es noch gut eineinhalb Stunden, bis wir unsere „Penzion Union“ im Zentrum von Bled erreichten. Die Motorräder konnten wir in der Tiefgarage parken und rasch die einfachen, aber sehr sauberen Zimmer beziehen und nach einer heißen Dusche marschierten wir die gut 150 Meter hinunter zum See.
Bled süß und mit Aussicht
Und weil wir so brav gefahren waren, riss die Wolkendecke dann immer mehr auf und sogar die Sonne kam nochmals heraus, wenn es auch relativ kühl blieb und wir unser Steak im Restaurant „Kavarna Park“ direkt am See dann doch lieber im Innenbereich genossen. Die berühmten Bleder Cremeschnitten am originalen Entstehungsort ließen wir uns dann auch nicht entgehen.
Fußmarsch um den See
Die Abendstimming war malerisch und wir wollten nach den vielen Kalorien einerseits unser Gewissen beruhigen und andererseits nach einem doch recht langen Motorradtag noch etwas Bewegung machen. Da passte die Runde um den See sehr gut.
Die berühmte Insel Blejski otok mit der Kirche der Muttergottes am See ist auf dem rund 6 km langen Rundweg von fast überall gut zu sehen und natürlich ein wichtiges Fotomotiv.
Es fielen uns aber auch zwei Bojenreihen auf, die wir scherzhaft als Markierungen für den Pfarrer auf seinem Weg zur Inselkirche bezeichneten. Sie haben aber einen profaneren Sinn, weil am See das slowenische Ruder-Leistungszentrum beheimatet ist. Die zugehörige Ruderwettkampfstrecke ist mit dem sogenannten Albano-System aus einer Bojenkette im Abstand von rund 10 Metern ausgestattet.
Abschied von den Freunden und Rückfahrt
Nach dem Frühstück trennten sich unsere Wege, die Freunde fuhren weiter Richtung Italien, während ich nochmals einen Fotostopp am See einlegte, bevor ich wieder die Heimfahrt antrat. Dabei entdeckte ich die Pletna, ein Holzboot mit einer Art Markise, dessen Name sich von den Plätten im Salzkammergut ableitet.
Die Basilika Maria Hilf in Brezje
Nach einem kurzer Tankstopp außerhalb von Bled fuhr ich auf der Bundesstraße mehr oder weniger parallel zur Autobahn noch ein Stück gegen Süden um zur Kreuzung zum Loiblpass zu kommen. Dabei tauchte an einem Kreisverkehr die Basilika Maria Hilf in Brezje an der linken Seite auf. Dieses slowenische Nationalheiligtum wollte ich mir noch kurz ansehen. Die rechte Seitenkapelle in der Basilika, ist die eigentliche Kapelle zur Muttergottes und damit der Mittelpunkt des Wallfahrtsorts Brezje.
Ich kam gerade in die Kirche, als dort eine Andacht für Pilger abgehalten wurde und so konnte ich nur einige wenige Fotos machen. Papst Johannes Paul II., dessen Statue vor der Kirche auffällt, weihte die Kirche des hl. Veit im Jahr 1988 zur Basilika. Auf das angeschlossene angeblich interessante Krippenmuseum musste ich leider verzichten, da es nur am Wochenende geöffnet ist.
Zurück nach Österreich über den Loiblpass
Ich erreichte nach weniger als einer halben Stunde und einigen kurzen Serpentinen die Einfahrt zum Scheiteltunnel des Loiblpasses und machte noch einen Blick zurück auf die imposante slowenische Bergwelt. Dieser Tunnel wurde unter unmenschlichen Bedingungen im 2.Weltkrieg mehrheitlich von KZ-Häftlingen aus Mauthausen errichtet, an die ein Denkmal beim ehemaligen Lager auf slowenischer Seite kurz vorher erinnert.
Beim österreichischen Grenzübergang kurz nach dem 1570m langen Tunnel hatte ich die erste Passkontrolle innerhalb der EU seit vielen Jahren und durfte einreisen. Ein Stück weiter betreibt das Bundesheer eine Grenzsicherungsstelle am Zugang zu einer ehemals geheimen Bunkeranlage.
Auf der weiteren Strecke Richtung Ferlach befindet sich die etwa 2km lange Tscheppaschlucht mit ihrem 26 Meter hohen Wasserfall. In Ferlach fuhr ich an der Fabrik der Glock Pistolen vorbei Richtung Zell-Pfarre und weiter zum Schaida-Sattel, den ich bereits bei meinem Kuraufenthalt 2023 kennengelernt hatte.
Bald danach kam rechts die Abzweigung z6r Trögerner Klamm, durch die wir damals mit den Fahrrädern bis zur sehenswerten Trögener Kirche fuhren. Beim Gasthaus Kovac musste ich mir natürlich wieder den Kärntner Nudelteller gönnen, der mir bereits 2023 so geschmeckt hatte. Eine weitere Spezialität sind die Obir-Forellen, die eine Radlergruppe am Nebentisch genoss.
Kunst- Hängebrücke und Museum direkt an der Strecke
Weiter führte mich dann mein Weg durch die Ebriach-Schlucht hinaus nach Bad Eisenkappel und bis Sittersdorf, wo die B82 Richtung Lavamünd abzweigte. Auf ungefähr halber Strecke zwischen Bleiburg und Lavamünd steht die Hängebrücke Santa Lucia, die ich gerade noch rechtzeitig beim Vorbeifahren entdeckt hatte. Hier können Radfahrer in den vorbeiführenden Drau-Radweg oder den 23km langen Kunst-Radweg einsteigen. So könnten eine Reihe von Kunstwerken besichtigt werden, mir genügten vorerst die Brücke, die Skulptur „Landmark“ und die „Himmelstiege“ am anderen Ufer des Feistrizbachgrabens. Dieser wird in 60m Höhe mit einer Spannweite der Brücke von 140m überquert. Der Name der Brücke ist von der nahe gelegenen Kirche St.Luzia abgeleitet.
Rund 5km weiter gab es gleich das nächste Highlight an der Strecke. Der futuristische Bau des Museum Liaunig mit einer riesigen privaten Kunstsammlung lag direkt links fast über der Straße, für mich wurde es aber zeitlich zu knapp, hier nochmals mindestens eine Stunde zu halten, das wäre ein Minimum für mich in einem solchen Museum. So habe ich wieder ein Ziel für eine weitere Ausfahrt mit dem Motorrad oder während einer Radtour an diesem Teil des Drauradweges.
Ab in die Steiermark
Gleich nach Lavamünd zweigt die B69 ab, das ist die österreichische Version der „Route 69“ in den USA und führt von Lavamünd in Kärnten über die Soboth in die Steiermark bis nach Bad Radkersburg. Nun ging es hinauf auf den Lorenzenberg, wo ich bei der kleinen Kirche zur Hl.Helena und Maria Magdalena einfach stehen bleiben musste. Die Aussicht hinunter ins Lavanttal bei St.Paul ist zu wunderschön.
Die Kurven brachten mich dann hinunter und wieder hinauf auf die 1350m hohe Soboth, so macht Motorradfahren Spaß. Bald kam ich am Soboth Stausee vorbei, über dessen Stauwall die Straße weiter nach Eibiswald führt.
Leibniz an der Umleitung
Dort verließ ich die B69 und es ging quer durch das Südsteirische Weinland über Gleinstätten recht unspektakulär und mit gar nicht so viel Verkehr vorbei am Sulmsee und dann auf einmal hinein in eine Umleitung, im Schritttempo hinter einem Autobus über und um den Seggauberg. Kaum war ich erleichtert wieder auf der Hauptstraße, kam die nächste Umleitung, jetzt durch das Ortszentrum von Leibniz. Hier kam die Rettung in Form des Gastgartens eines Kaffeehauses am Hauptplatz. Mit dem Motorrad kann man ja recht problemlos direkt vor dem Eingang parken. Ein Eiskaffee im Schatten entschädigte jetzt für das kilometerlange Schritttempo.
Alte Autos und eine Hexenburg
Frisch gestärkt schlängelte ich mich aus der Stadt hinaus, unter der Autobahn A9 bei Gralla durch nach Wolfsberg im Schwarzautal und Gnas bis auf die B66, wo ich kurz vor Feldbach an der Nostalgiewelt Posch, einem privaten Oldtimer-Museum, vorbeikam. Und wieder kommt ein weiterer Punkt auf der Bucketlist dazu…
Nach Feldbach schwang ich mich über kleine Sträßchen, bis die Riegersburg in voller Pracht im abendlichen Sonnenlicht auftauchte. Ein kleiner Stopp für ein paar Fotos war hier nochmals angesagt.
Dann fuhr ich weiter bis Ilz, wo ich den Motorradtank nochmals auffüllte und in Anbetracht der Zeit auf die Südautobahn auffuhr und so die letzten 100km über den Wechsel ohne Umwege absolvierte.
Ein schöner Kurztrip mit immerhin fast 800 Kilometern ging so zu Ende, mit ein bisschen Neid auf die Freunde, die in den Tagen danach neben der Slowenischen Grenzkammstraße im Regen noch das Frizzante-Dorf Valdobbiadene, die Schauderterrasse in Tremosine oberhalb des Gardasees und die Kaiserjägerstraße besuchten. Ich habe mich trotzdem sehr gefreut, dass ich ein Stück mitfahren durfte!
Athen ist eine besondere Stadt, in der zumindest für uns Touristen die Akropolis allgegenwärtig ist. Wenn man dann am Abend noch den Sonnenuntergang am Kap Sounion genießen kann, ist es fast unschlagbar. Davon erzähle ich in meinem ersten Blog zur griechischen Hauptstadt.
Was braucht man für einige schöne Tage in Athen? Schönes Wetter, ein zentral gelegenes Hotel, gutes Schuhwerk und die entsprechende Kondition und nicht zu vergessen, vorab gekaufte Tickets für die Hotspots, die man besuchen will.
Am Ankunftstag war das Wetter für Athener Verhältnisse nicht überragend, dafür hat bereits die Fahrt mit der Metro vom Flughafen bis Syntagma (das ist der Platz vor dem griechischen Parlament) bereits Spaß gemacht. Unser Hotel, das „Electric Rhytmn“ liegt nicht einmal 5 Minuten von der Metro-Station entfernt in der Ermou, der teuersten Einkaufsstraße in Athen. Das war zwar nicht so wichtig, weil Shopping nicht auf unserer Prioritätenliste stand, dafür kann man auf ihr in wenigen Minuten direkt in die Plaka (die Athener Altstadt) marschieren. Sehr gefreut hat uns dann, dass wir die ersten Gäste in unserem Hotelzimmer waren, weil das Boutique-Hotel erst Anfang Mai 2025 wiedereröffnet wurde. Der Blick vom Frühstückstisch im 10.Stock zur Akropolis ist ebenfalls atemberaubend.
Besuch der Akropolis
Der Spaziergang durch das fast noch verschlafene Athen zum südseitigen Eingang beim neuen Akropolis-Museum war noch angenehm ruhig und kühl und wir konnten so schon kurz nach 8 Uhr in der Fast Lane ohne Wartezeit unsere Tickets vorzeigen und durch die Sicherheitskontrolle gehen, während auf der anderen Seite bereits mehrere 100 Besucher warteten. Tickets werden nach den Eintrittsregeln in Timeslots vergeben, für stündlich maximal 3.000 und täglich maximal 20.000 Besucher, da kann die Wartezeit sonst schon mehrere Stunden dauern.
Der Südeingang wurde uns von der Plattform getyourguide als optimal empfohlen, weil er einerseits an Sehenswürdigkeiten vorbeiführt, an denen man vom Haupteingang an der Westseite nicht vorbeikommt und andererseits direkt neben dem neuen Akropolis-Museum liegt, das wir nachher ebenfalls besuchen wollten.
Lageplan
1. Parthenon 2. Der alte Athena-Tempel 3. Erechtheion 4. Statue der Athena Promachos 5. Propyläen 6. Tempel der Athena Nike 7. Eleusinion 8. Heiligtum der Artemis Brauronia oder Brauroneion 9. Chalkotheke 10. Pandroseion 11. Arrephorion 12. Altar der Athena 13. Heiligtum des Zeus Polieus 14. Heiligtum des Pandion 15. Odeon des Herodes Atticus 16. Stoa des Eumenes 17. Heiligtum des Asklepios (oder Asklepieion) 18. Dionysostheater 19. Odeon des Perikles 20. Temenos des Dionysos 21. Aglaureion
Dionysostheater und Odeon des Herodes Atticus
Bereits beim Dionysostheater waren wir froh, recht früh gekommen zu sein, weil jeder einen Blick auf das wahrscheinlich erste Theater der Welt erwischen möchte. Im 4.Jahrhundert vor Christus hatten bis zu 17.000 Besucher hier Platz, wovon viele einen Sitzplatz mit eingraviertem Namen besaßen. Der noch recht flache Weg führt dann vorbei am Heiligtum des Asklepios und der Stoa des Eumenes bevor es vor dem Odeon des Herodes Atticus eng wird. Er schenkte das Theater im Jahr 161 n. Chr. seiner Heimatstadt und widmete es dem Andenken seiner Frau Regilla. Seit den 1930er Jahren bis heute wird das Theater mit rund 5000 Sitzplätzen wieder bespielt und praktisch alle Größen der Opernwelt und der griechischen Gegenwart sind hier schon aufgetreten.
Seit der Antike sind die Propyläen das Tor zur Akropolis
Hier wird es steiler und enger bis zu den Stufen zu den Propyläen wo auch die Besucher vom Nordeingang dazu kommen und alle die Akropolis durch diesen imposanten Torbau betreten können. Dieser wurde zwischen 437 und 432 v. Chr. errichtet und wegen der schon damaligen ersten Kriegswirren eigentlich nie fertig gebaut. Erst im 12.Jahrhundert wurden vom Bischof von Athen erste diverse Umbauten vorgenommen.
In osmanischer Zeit diente der Propyläenpalast dem Stadtkommandanten als Wohnung. Die Propyläen standen bis 1645 fast unversehrt, als sie durch die Explosion eines Pulvermagazins schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Die Zerstörung der Akropolis-Bauten vollendete schließlich der britische Botschafter in Konstantinopel, Lord Elgin, als er ab 1801 einen Großteil des Skulpturenschmucks des Parthenon sowie eine Kore vom Erechtheion, Reliefs vom Niketempel und andere Teile nach London brachte.
Erst mit Erreichen der Unabhängigkeit Griechenlands 1830 wurde der Tempelberg zur archäologischen Stätte erklärt und so die (oft halboffiziellen) Plünderungen weitgehend unterbunden. Auch alle Bauten, die nicht aus der Antike stammten, wurden entfernt.
In den Jahren 2000 bis 2009 wurden die Propyläen aufwendig restauriert und geben heute mit den Kopien vieler Originale eine sehr gute Vorstellung vom Aussehen in der Antike.
Das „Jungfrauengemach“, der Tempel für die Stadtgöttin Pallas Athena
Nun fällt der Blick natürlich auf den Parthenon in seiner vollen Pracht. Als ich vor fast genau 45 Jahren, im Juli 1980 bei unserer Maturareise das erste Mal davor stand, meinte unser begleitender Geographie-Professor, dass der Tempel in den nächsten 10 Jahren sicher eingerüstet sein werde. Es gibt noch immer ein Gerüst, doch kann man ihn heute schon von 3 Seiten in voller Pracht bewundern.
Der Parthenon wurde mit 46 hohen Säulen und einer langgestreckten Treppe, die zu ihnen hinaufführt, erbaut. Dabei gibt es keine einzige gerade Linie. Die antiken Griechen schafften es mit optischen Täuschungen, den Eindruck geometrischer Perfektion zu erwecken. Tatsächlich wurden die Säulen so gebaut, dass sie in der Mitte leicht nach außen gebogen sind, und auch die Treppen neigen sich an den Enden ganz leicht nach unten.
Obwohl die runden Marmorblöcke, aus denen die Säulen bestehen, alle sehr ähnlich aussehen, entdeckten Archäologen bei Renovierungsarbeiten, als sie versuchten, sie zu rekonstruieren, dass jedes Teil einzigartig war und so gestaltet war, dass es perfekt an eine bestimmte Stelle passte. So konnte wie in einem Riesenpuzzle jeder gefundene Teil wieder exakt an der richtigen Stelle eingebaut werden.
Das ca. 13m hohe Standbild der Athena Parthenos wurde zu Beginn des 5. Jahrhunderts von einem der römischen Kaiser nach Konstantinopel gebracht, wo es später leider verlorenging. Ihr goldenes Gewand wurde aber schon vorher eingeschmolzen, um die Kriegskasse zu füllen. In Nashville, Tennessee, gibt es einen originalgetreuen Nachbau des Parthenon, der ein Modell davon enthält, wie Athene mit ihrem goldenen Kleid ausgesehen haben könnte. Ein kleines Modell, aber ohne goldenes Kleid findet man auch im Akropolis-Museum.
Für mich vollkommen neu war, dass nach der Christianisierung im 5.Jahrhundert im Parthenon eine katholische Kirche entstand, die von den Osmanen 1456 in eine Moschee mit Minarett umgebaut wurde. Aber erst mit dem Beschuss durch die Venezianer im Jahr 1687 wurde der Parthenon wirklich zerstört und bekam das Aussehen, das wir viele Jahre kannten.
Das Erechtheion mit den 6 Karyatiden
Die Vorhalle des Erechtheion ist auf jeden Fall ein Fotomotiv, an dem fast niemand vorbeigeht, wird sie doch anstelle von Säulen von sechs überlebensgroßen Mädchenfiguren getragen, die als Karyatiden bezeichnet werden. Eine dieser sechs Trägerinnen wurde 1811 ebenfalls vom bereits erwähnten Lord Elgin nach Großbritannien gebracht und befindet sich heute im British Museum. Die verbliebenen fünf wurden Ende des 20. Jahrhunderts durch Nachbildungen ersetzt, um weitere Beschädigungen durch Witterungseinflüsse zu verhindern. Die Originale sind heute im Akropolis-Museum ausgestellt.
Der Nike-Tempel
Nicht nur ich bis jetzt, auch Pausanias Periegetes, „der Perieget“ genannt, ein griechischer Reiseschriftsteller und Geograph, wusste rund 500 Jahre nach der Errichtung dieses kleinen Tempels nicht mehr, dass Nike einer der Aspekte Athenas, dargestellt ohne Flügel, war. Im Volksmund nannte man die Göttin daher Nike apteros („flügellose Nike“) und erzählte die Geschichte, da sie flügellos sei, könne sie den Athenern nicht wegfliegen.
Der Tempel überstand rund 2000 Jahre, bis die Osmanen zuerst ein Pulvermagazin darin errichteten und ihn erst im Jahr 1687 umlegten, um damit die Befestigung der Verteidigungsanlagen der Akropolis gegen die Venezier zu verstärken.
Nach der Befreiung Griechenlands wurden die Bauteile aus dem Bollwerk geborgen und der Tempel 1836 wieder aufgebaut. Anfang des 20.Jahrhunderts wusste man noch mehr Einzelheiten und hatte neue Bauteile gefunden, dass er nochmals komplett neu errichtet wurde. Von 1998 bis 2010 wurde er ein drittes Mal, jetzt vollständig, neu rekonstruiert, um zeitgemäßere Mittel und Methoden einsetzen und um mittlerweile weitere, als zum Tempel gehörig identifizierte Teile integrieren zu können. Dabei wurden auch einige Gibelteile aus neuem Marmor rekonstruiert und so ein stimmiges Ganzes erreicht.
In der Schule hat mich das antike Griechenland nicht besonders interessiert, heute sind es mehr die großen Zusammenhänge, die mir helfen, Geschichte zu verstehen. Ausserdem sind die technischen Aspekte faszinierend, wie die damaligen Baumeister mit ihren Möglichkeiten solche Bauwerke errichten konnten. Und so kann man sich nur schwer losreissen um diese imposante Anlage zu verlassen.
Unser Audioguide von „getyourguide“ hat auch beigetragen, vieles zu verstehen, wenn es auch bei uns technisch am Handy nicht ganz so einfach geklappt hat, wie es sollte. Darum können wir nur empfehlen so etwas oder Ähnliches mit den Eintritts-Tickets gleich mitzubuchen.
Das neue Akropolis-Museum
Wir können nur empfehlen, das Museum erst nach der Besichtigung der Akropolis zu besuchen, weil es leichter verständlich wird, wo die Exponate in der Anlage hingehören würden. Es wurde 2009 am Fuß der Akropolis eröffnet und bindet das darunter liegende Grabungsfeld aus der Zeit vom 4. Jahrhundert v. Chr. bis zum 7. Jahrhundert n. Chr. fast vollständig ein.
Es zeigt ungefähr 4.000 Objekte aus der Umgebung der Akropolis. Dabei handelt es sich vor allem um Statuen und architektonische Elemente der Akropolis, die auf einer Fläche von 14.500 Quadratmetern ausgestellt sind. Im Erdgeschoss sind primär Statuen aus der Zeit vor dem Bau des Parthenon zu sehen.
Ein besonderes Highlight ist der dritte Stock, der exakt die Maße und Ausrichtung des Parthenon hat, um den Fries und die 92 ca. 1m hohen Metopen in ganzer Länge und in der originalen Reihenfolge zeigen zu können. Durch die Rundumverglasung ist auch die echte Akropolis allgegenwärtig.
Die Metopen sind die rechteckigen Platten, die die Außenseite dorischer Tempel direkt über der äußeren Kolonnade schmückten. Sie zeigen mythische Kampfszenen, sind aber in unterschiedlichem Zustand oder auch Rekonstruktionen. Am Parthenon selbst befinden sich aus konservatorischen Gründen nur mehr Kopien.
Nur ein Teil der Metopen der Südseite ist gut erhalten. Das Zentrum dieser Metopenreihe fiel dem Beschuss durch die Venezianer im Jahr 1687 zum Opfer. Die Figuren der Metopen an Ost- und Westseite wurden von bilderstürmenden Christen abgeschlagen und sind heute überwiegend nur noch in Umrissen erkennbar. Auch der schon erwähnte Lord Elgin ließ viele dieser Reliefs ins Britische Museum bringen, andere befinden sich im Louvre und in Kopenhagen. Einige andere Länder haben ihre Exponate rückgeführt, doch diese lehnen derzeit eine Rückgabe an Griechenland ab. Daher wurden davon Gipsabdrücke für das Akropolis-Museum angefertigt.
Trotz allem und möglicherweise auch weil man im Museum näher an die Szenen der Metopen und des Frieses herankommt, ist es umso beeindruckender, auf den ziemlich genau 160 Metern den dargestellten Motiven zu folgen. Dadurch wird einem auch die Dimension des originalen Parthenon noch besser bewußt.
Sonnenuntergang am Kap Sounion
Ein weiteres Highlight war dann die abendliche Busfahrt zum Kap Sounion. Um 20 Euro (2025) startet man beim Denkmal der Melina Mercouri und fährt die Küste entlang zum rund 70km entfernten Poseidon-Tempel.
Nach einem kurzen Photostopp erreichten wir nach nicht ganz 2 Stunden den an der Südspitze Attikas gelegenen Tempel. Um direkt hinzukommen, sind nochmals 20 Euro (2025) Eintritt zu berappen. Das Abendessen im Taverna Panorama davor macht Sinn, ist aber nicht ganz so exquisit wie beworben, aber allein der Blick aufs Meer und den Tempel macht das wett.
Es gibt einen Mythos zur Entstehung des Tempels, nach dem sich Poseidon und Athena um die Schirmherrschaft einer Stadt stritten. So hielten sie auf wunsch der anderen Götter einen Wettstreit ab: Wer der Stadt das nützlichere Geschenk mache, habe gewonnen. Poseidon gab einen Brunnen, der jedoch nur Salzwasser spendete, was die übrigen Götter nicht besonders beeindruckte. Athenas Gabe war der Olivenbaum und damit dessen Holz und Früchte. So wurde Athena die Schutzgöttin der Stadt, die seitdem ihren Namen trägt – Athen. Um Poseidon aber nicht unnötig zu verstimmen, errichtete man ihm den Tempel am Kap Sounion.
Ein weiterer Mythos besagt, dass König Ägeus von Athen sich an dieser Stelle von einer Klippe in den Tod gestürzt haben soll und so Namensgeber für das Ägäische Meer wurde. Sein Sohn Theseus segelte einst nach Kreta, um sich im Kampf dem sagenumwobenen Minotaurus zu stellen. Sollte Theseus bei diesem Kampf ums Leben kommen, sollten bei der Rückkehr des Schiffes schwarze Segel gehisst werden. Als König Ägeus das Schiff mit gehissten schwarzen Segeln erblickte, stürzte er sich aus Trauer um den verlorenen Sohn von den Klippen. Dabei war es nur ein Irrtum, denn der siegreiche Theseus hatte nur vergessen, die schwarzen gegen weiße Segel zu ersetzen.
Der Sonnenuntergang am Kap Sounion, einem der spektakulärsten Aussichtspunkte in Griechenland, gehört neben dem von Oia auf Santorini sicher zu den beeindruckendsten und romantischten zumindest von Europa. So ließen wir uns von der Stimmung verzaubern und genossen den Blick über die vorgelagerten Inseln mit den Lichtspielen der Sonne.
Sofort anschließend ging der Bus zurück nach Athen und ein beeindruckender Tag zu Ende, den wir auf jeden Fall in dieser Form empfehlen können.
Ein verlängertes Wochenende im Weingut Scheiblhofer in Andau haben wir neben Relaxen, Wein verkosten und hervorragendem Essen auch zum Radfahren genutzt.
Relaxen, Essen, Kosten und Schlafen im Weingut Scheiblhofer
Begonnen hat es ja nicht so besonders, auf der Anfahrt über die A4/Ostauttobahn hat es praktisch nur geschüttet und so war klar, dass der Samstag nur mehr im Wasser, halt nicht von oben, sondern im Pool verbracht werden muss.
Wir hatten zwei Übernachtungen im neuen „The Hang Over“ gebucht, das sind Boutique-Zimmer in einem Neubau am Rand des Weingutes. Seit 2022 gibt es aber auch „The Resort“, ein 4-Stern-Superior Hotel mit 118 Zimmern, einem exklusiven Spa-Bereich mit 4.000 m² und einem hoteleigenes Restaurant.
So buchten wir gleich bei der Ankunft den zwar nicht ganz billigen Eintritt in den Spa-Bereich, der dafür überhaupt nicht überlaufen mit genügend Liegen und einem schönen Innen- und Außenpool ausgestattet ist. Wir genossen den Tag im Wasser, in der Sauna und auf der Liege bis zum Abend, bis sich langsam der Hunger meldete.
Wir spazierten dann, die jetzt doch aufkommende Abendsonne genießend, einige hundert Meter durch den Ort zum neuen Restaurant „The Quarter“. Die Familie Scheiblhofer hat hier das ehemalige Dorfwirtshaus gekauft und zum stylischen, aber sehr gemütlichen Heurigenrestaurant umgebaut. Uns hat dabei besonders gefallen, dass die einheimische Bevölkerung im Lokal sehr willkommen ist und es daher auch angenommen hat. Das Essen dabei ist bodenständig, aber mit dem gewissen Etwas sehr schmackhaft. Die Bedienung war hier genauso wie das Personal im Resort freundlichst und zuvorkommend.
Die Nacht im fast neuen Zimmer war angenehm und trotz der Nähe zur Hauptstraße sehr ruhig. Das umfangreiche Frühstücksbuffet war einige Meter weiter im Bereich der Weinverkostung angerichtet. Den Wein konnte/musste man noch nicht probieren, dafür gehört der hauseigene Winzersekt zum Frühstück und wurde von der Senior-Chefin persönlich serviert.
Nach der weiter unten beschriebenen Radtour zur Brücke von Andau war am frühen Nachmittag eine Führung durch das Weingut mit anschließender Verkostung angesagt. Das Weingut besteht aus rund 100 Hektar eigener Rebfläche in den besten Lagen Andaus und zählt damit zu den größten im Burgenland. Und trotzdem werden noch Trauben von rund 200 Hektar zugekauft und verarbeitet. Der „Big John“ des Gründers Johann Scheiblhofer ist jedem Weinkenner in Österreich ein Begriff, aber in der Zwischenzeit hat der Sohn Erich Scheiblhofer übernommen und seine eigene Stilistik entwickelt, die nicht nur mit den Rotweinen, sondern auch mit den Weißwein-Sorten für Spitzenqualität sorgt.
Die Leiterin des Abhof-Verkaufs führte uns von der großen Traubenmühle vorbei an den 60.000l-Stahltanks und den Abfüllmaschinen bis zum Flaschenlager und der Halle mit den Barriquefässern aus amerikanischer Eiche, die nur einmal verwendet werden und dann gekauft werden können. Eine riesige Eventlocation, in der von Hochzeiten über Firmenevents bis zu Fernsehshows alles möglich ist, bildet den Abschluss der wirklich interessant gemachten Führung.
Die Verkostung als Highlight ist im Hotelaufenthalt inkludiert und verläuft zwanglos, indem man sein Glas nimmt und sich eine Sorte aussucht, die dann die Sommelière einschenkt und erklärt. Probieren und genießen kann man dann am Tisch so lange man will und das nächste Glas holen will. Sowohl die weißen Sorten als auch die Rotweine laden zum Kauf ein und verringern daheim dann beim Blick aufs eigene Weinregal im Keller die Angst vorm Verdursten.
Das Abendessen haben wir im hoteleigenen Restaurant „Infinity“ reserviert und es war von der Bedienung bis zu den Speisen ein wunderschöner Abend.
Mit dem Fahrrad zur Brücke von Andau
Die Brücke von Andau, über die im November 1956 70-80.000 Menschen während des Ungarn-Aufstands nach Österreich geflüchtet waren, wurde schließlich von gesprengt und von russischen und ungarischen Grenzposten bewacht. Erst im Jahr 1996 wurde sie von österreichischen und ungarischen Soldaten gemeinsam wieder errichtet.
Dieses Denkmal, das laut Homepage von Andau an die unselige Zeit des geteilten Europas erinnert, aber auch Symbol für Hilfsbereitschaft, für Toleranz und Zusammengehörigkeit über alle politischen Grenzen hinweg ist, war unser erstes Ziel am Sonntag, ungefähr 10 km außerhalb des Ortes. Was wir als Bürger innerhalb Österreichs nicht bedachten, war das Kürzel „MKS“. Es gab auf einmal neben dem Weg eine Sperrzone wegen der Maul- und Klauenseuche und der Zugang zur Brücke war ebenfalls verboten. So fuhren wir den gleichen Weg, den Eurovelo 13 wieder zurück und beachteten die Kunstwerke mehr als am Hinweg. Dieser „Skulpturenpark an der Fluchtstraße“ aus rund 90 Figuren entstand 1992 bis 1996 während internationaler Künstlersymposien auf österreichischer und ungarischer Seite.
Da wir trotz vieler Fotostopps zu früh wieder zurück im Ort waren, fuhren wir den EV13 noch Richtung Schloss Halbturn weiter, kehrten aber wegen unseres Hungers auf halbem Weg um, damit wir noch etwas essen konnten und nicht zu spät zur Weinkost kommen. Wir hatten etwas außerhalb von Andau den „Tauber am See“ entdeckt, den wir ebenfalls probieren wollten und daher dort hin fuhren. Hier werden hauptsächlich regionale Ausgangsprodukte zu herrlichen Gerichten verkocht, vom Steak über Fisch bis zur Pizza gibt es alles in super Qualität in einem coolen Ambiente.
Dann hieß es zurück zu radeln, da wir uns vor der Weinkost noch umziehen wollten.
Nach dem Frühstück am Montagmorgen und dem Check-Out luden wir die Räder aufs Auto und fuhren nach St.Andrä am Zicksee um von dort unsere Montags-Tour zu starten.
Der See war 2022 und 2023 vollständig ausgetrocknet, hat sich aber seit 2024 durch Niederschläge und eingepumptes Grundwasser wieder etwas erholt und die Vogelwelt ist wieder zurückgekehrt und genießt wieder den angestammten Platz. Auch wir schauten und fotografierten, wenn auch nicht so professionell wie so manche Vogelbeobachter aus halb Europa.
Dann fuhren wir am Südufer entlang, teilweise dem Lackenradweg B20 folgend ans Südufer der Langen Lacke und auf einem Feldweg nördlich an Apetlon vorbei bis Illmitz wo wir bei einem Bauern frisch gestochene Spargel zum Mitnehmen kauften. Weiter ging es einige Kilometer nach Norden bis wir Richtung östliche Spitze der Langen Lacke abbogen, um dann zum Großteil den gleichen Weg zurück zum Zicksee zu nehmen. Nach rund 31 Kilometern und 30 Höhenmetern gab es noch ein Mittagessen im Gasthaus Seeblick bevor es wieder mit dem Auto nach Hause ging.
Gleich die erste kleine Motorradrunde zeigte auf, was so an Vorkommnissen möglich ist. So geballt kommt es Gott sei Dank nicht immer.
Die erste Ausfahrt von rund 120 km mit dem Motorrad am Karsamstag war genau genommen nur die Überstellung vom Winterquartier ins heimatliche Carport, daher freute ich mich schon auf eine richtige Ausfahrt.
Ich hatte einige Stunden und so startete ich wie fast jedes Jahr von Hernstein über den „Hart“ Richtung Piesting. Das ist nicht nur meine erste Teststrecke im Jahr, um zu sehen, ob die Haarnadelkurven und Serpentinen noch funktionieren.
Sie wird auch von diversen Motorredaktionen für Autotests und von der Crew von 1000PS immer wieder für Motorrad-Videos genutzt.
Schon auf den ersten 20 Kilometern kam fast alles vor, was in einem Motorradjahr so passieren kann. Den Beginn machte gleich ein Auto im Schritttempo, wo nicht klar war, bleibt es stehen, oder biegt es links oder rechts ab, ein typischer Fall, wo man erraten muß, was der Fahrer will und um dann den Zeitpunkt ohne Gegenverkehr sofort nutzen zu können.
Das nächste war ein Reh, das 100 Meter vor mir bei einer Walddurchfahrt über die Straße wechselte. Ein weiteres folgte dann aber doch nicht, wobei es hilfreich ist, daran zu denken, daß es doch so sein könnte.
Am Ortseingang von Piesting war dann eine Baustelle mit roter Ampel, was an sich nichts Besonderes ist. Nur hängt dort die Straße relativ stark nach rechts, was in ähnlichen Situationen in den letzten Jahren wegen meiner kaputten linken Hüfte etwas Planung erforderte, damit ich nicht das volle Gewicht auf den linken Fuß bekam. Nun ist das mit dem neuen Hüftgelenk kein Problem mehr, einfach den linken bergseitigen Fuß runterstellen ohne Schmerz, das Leben kann schön und einfach sein! Den rechten Fuß zuerst hinunter zu stellen, wäre fatal, der geht in so einer Situation in Leere, dabei sind schon manche umgefallen.
Dann fuhr ich auf der kurvenreichen Bundesstraße mit viel Gegenverkehr bald auf eine lange Autokolonne hinter einem LKW-Zug auf, der trotz seines extrem geringen Tempos von den Autos nur sehr schwer zu überholen war. Hier habe ich mir sicher bei den Autofahrern nicht nur Freunde gemacht, wenn ich mich beim nach vorne Hüpfen hineingezwängt habe, aber es klappte dann doch und ich war noch vor der nächsten Ortstafel vor dem LKW.
Dann freute ich mich schon auf die schmale enge Straße über die Haselrast, die zwischen Gutenstein und Rohr am Gebirge landschaftlich wunderschön eingebettet ist. Ich stellte aber im steileren Teil rasch fest, daß noch recht viel Sand auf dem Asphalt lag, was ja mit etwas Gefühl mit einem immer wieder zuckenden Hinterrad zu bewältigen ist. Wenn aber das Vorderrad in den Kurven dabei ein Eigenleben entwickeln will, zwingt es doch zu langsamerer Fahrweise. Das haben zwei entgegenkommende Kollegen anscheinend bei der Talfahrt noch mehr gespürt.
Und dann dachte ich, einige Ölflecken an einer weiteren Baustelle wären dann nur mehr die letze Draufgabe, bis ein Kleinbus in einer nicht einsehbaren Rechtskurve zu einem Drittel über der Mittellinie daher kam und die Regel, speziell an unübersichtlichen Stellen möglichst in der rechten Hälfte des eigenen Fahrstreifens zu bleiben, wieder unter Beweis stellte.
Fazit
Schön war es trotzdem und Spaß haben die rund 145 Kilometer dieser Runde (hier in Kurviger) auch gemacht, die nach einem kleinen Abstecher über die Höllentalstraße durch Schwarzau noch durchs Klostertal zurück nach Gutenstein, den Ascher und entlang der Hohen Wand über Stollhof und Dreistetten vorbei an der Ruine Starhemberg wieder ins Piestingtal und in der anderen Richtung über den Hart nach Hause führte.
Und doch: Vorsicht ist nicht nur die Mutter der Porzellankiste, sondern auch die Versicherung eines Biker-Lebens. Wir müssen immer die Chance haben, die Fehler der anderen Verkehrsteilnehmer zu korrigieren und rechtzeitig darauf zu reagieren. Ich habe darum speziell am Motorrad für mich beschlossen, lieber einmal zu oft den Vertrauensgrundsatz nicht anzuwenden.
Auch das Lesen des Fahrbahnbelages vor uns hilft, genauso wie ein regelmäßiger Blick links und rechts neben die Straße, Gefahrensituationen zu begegnen, weil sie uns nicht mehr so leicht überraschen.
ÖAMTC Aktiv Training
Auch wenn die Haarnadelkurven schon wieder fast so gut funktionieren, wie sie sollen habe ich mich nach einigen Jahren wieder einmal zum Motorrad-Aktiv-Training beim ÖAMTC angemeldet und mit viel Spaß und manchem Aha-Erlebnis am 1.Mai am Fahrtechnikzentrum Teesdorf absolviert. Unser Instruktor Philipp hat uns dabei mit viel Engagement wieder zu aufmerksamen, die eigenen Grenzen erkennenden Bikern erzogen, die viele Situationen mit der wieder aufgefrischten Fahrtechnik besser meisten sollten. Daß wir am Schluss die neuesten Honda-Modelle testen konnten, war eine schöne Draufgabe.
Auch wenn es nervt, ist ein mehrfach abgesichertes Kennwort derzeit die beste Möglichkeit, sich gegen Hackersoftware zu schützen. In diesem Blog gebe ich einen kleinen Einblick wie erschreckend einfach unsere vermeintlich sicheren Systeme geknackt werden können, wir aber trotzdem nicht resignieren müssen.
Die Sicherheitsspezialisten von Hive Sytems haben ihre jährliche Passworttabelle aktualisiert: Wie lange brauchen Angreifer, um euer Passwort zu knacken? Das Bild unten zeigt fast überstark, daß auch auf den ersten Blick komplexe Kennworte relativ rasch zu knacken sind.
Für die Laien wie mich unter uns, der 12 Mal verwendete Nvida RTX-5090 ist zwar der derzeit leistungsstärkste Grafik-Prozessor für Gaming-PCs, aber mit gut 2000 Euro pro Stück auch für Hacker relativ leicht finanzierbar.
Copyright:Nvida RTX-5090
Also, nicht in Sicherheit wiegen, sondern für jede Applikation ein eigenes, einzgartiges, wenn möglich mindestens 13-stelliges Password verwenden. Die Hacker verwenden nämlich geleakte Passwörter als Basis um die Richtigkeit zu prüfen. Wenn dasselbe Passwort mehrfach verwendet wird, haben die Angreifer natürlich ein leichteres Spiel.
Die Zeiten in der Tabelle sind nicht der schlechteste, sondern der für uns als Opfer beste Fall, daß heißt es kann auch bedeutend schneller gehen und nur der grüne Bereich kann als sicher angesehen werden. Wer es genauer wissen möchte, kann in diesem Artikel von Gamestar nachlesen, wie das technisch vor sich geht.
Wie oft muß ich jetzt meine Passwörter ändern?
Die Regel, Passwörter regelmäßig zu ändern, ist mit sichereren Versionen mit mindestens 13 Stellen mit allen Zeichen-Möglichkeiten nicht mehr unbedingt notwendig. Sollte aber der Verdacht aufkommen, daß es in unbefugte Hände, sprich Computer gekommen sein könnte, besteht sofort Handlungsbedarf. Dabei helfen neben der eigenen Kreativität Password-Manager. Siehe dazu auch meinen ersten Blog zu diesem Thema: Mein Kennwort ist wie mein Haustorschlüssel
2-Faktor Authentifizierung
Wir kennen das alle vom Online-Banking, mit einer extra Applikation auf einem zweiten Gerät, die hier schon gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Möglichkeiten einer Mehrfaktor-Authentifizierung sind SMS-Tans, Codes per E-Mail, der Fingerabdruck oder die Gesichtserkennung. Diese zusätzliche Option hat Heise Online untersucht und mit Studienergebnissen erläutert, daß immer mehr Menschen trotz der Nervigkeit die Sinnhaftigkeit von besserem Kennwortschutz erkannt haben und so etwas wollen.
Der Sonntag, 30.9.2007 ist mein letzter Tag in Goa. Nach einer Runde zu mehreren Buchten bringt mich mein Fahrer zum Flughafen und es geht nochmals zurück nach Mumbai.
Santiago holt mich wie abgemacht pünktlich um 10 Uhr ab und wir fahren zur ersten Bucht. Ich dachte, ich habe in der meinen insgesamt 5 Wochen in Indien schon alles gesehen, was man am Motorrad transportieren kann, aber hier wir das noch übertroffen. Vor uns fährt ein Bauer auf seinem Fahrzeug, hinten sitzt seine Frau und hält ein frisch geworfenes Kalb im Arm.
Die Bucht selbst wäre ja traumhaft schön, nur irgendwie versteht hier niemand, wenn alles verdreckt ist und wild gebaute slumartige Hütten herumstehen, die ausländischen Touristen wegbleiben, da nützt alles nichts. nach ein paar Fotos fahren wir weiter, die zweite Bucht ist noch ärger, Händler haben die Zufahrt mit ihren Ständen einfach abgesperrt, überall liegt Dreck herum und niemanden scheint das zu stören. Kaum ausgestiegen, werde ich schon von 2 Händlerinnen angequatscht, sie weiß sofort dass ich Deutsch spreche, das hören ihre geschulten Ohren aus meinem Englisch heraus. Sie läuft mir ständig hinterher, Ich kaufe ihr dann doch eine Kette ab, sie verspricht mir, dann mich in Ruhe zu lassen. Dafür glaubt ihre Kollegin, dass sie jetzt dran sei und sie gehen erst weg, nachdem ich lauter und energisch werde. Wie ich in den beiden Tagen gesehen habe, kaufen ihnen die Inder auch nichts ab, sie sagen auch auf meine Frage danach, dass die Inder böse seien.
Diese Eindrücke trüben den Blick auf die schöne Bucht, hier stimmt vieles nicht, es kümmert sich niemand um den Dreck, die Buchten werden mit illegalen Bauten verschandelt, so wird es schwer, die Touristen zu halten. So wie es aber derzeit aussieht, kommen immer mehr Russen hier her, und denen ist das alles egal.
Santiago bringt mich zur letzten Bucht, an der eine bestimmte Schildkrötenart ihre Eier legt. Er erklärt mir, dass während dieser Zeit der Zutritt verboten sei und die Einheimischen das nicht verstehen und das als Einmischung auffassen. Er sei aber froh darüber und meint, dass sein Land und die Menschen hier in dieser Beziehung noch viel lernen müssen. Der Strand ist sehr weitläufig, wir wandern eine Weile entlang, sehen aber leider keine Schildkröten. Hinter einem Fischerboot sitzen einige Fischer und zerteilen einen Fisch in kleine Teile. Santiago erklärt mir, das dieser Fisch ungefähr 3000 Rupies Erlös bringt, der auf alle Anwesenden aufgeteilt werden muss. Ein weiteres Problem ist, dass in den letzten Jahren immer mehr Inder Vegetarier wurden, aber Fisch essen. So bleibt dann unterm Strich für die Einheimischen fast keine Möglichkeit mehr, selbst Fisch zu essen.
Am Rückweg fahren wir an Häusern vorbei, die zwar ganz ok aussehen, nur rundherum herrscht der absolute Dreck. Als Europäer würde man das schon fast als Slum bezeichnen. Santiago erklärt mir aber, dass das eine gute Wohngegend sei, ruhig außerhalb der Zentren, mit Strom und Wasser ausgestattet, also nicht so arm wie es für europäische Augen wirkt. Manchmal steht auch ein neues Auto vor dem Haus.
Heute ist Sonntag und viele Leute sind an den Wasserstellen, die es hier gibt und fischen, entweder mit Netz oder auch mit selbst bebastelter Angel. Die Fische, meistens kleine Sardinen oder ähnliches werden dann zum Trocken auf großen Plastikplanen aufgelegt.
Santiago liefert mich kurz nach 13 Uhr am Flughafen ab, es war sehr beeindruckend, aber andererseits bin ich sicher, dass ich nicht so schnell wieder hierher kommen will, aber das sage ich ihm nicht.
Unser Flug hat eine Stunde Verspätung, ich bin dann froh, wie ich wieder normal in meinem Hotelzimmer duschen kann. Auch wenn das Zimmer in Goa mit 2500 Rupies, das sind rund 45 Euro, nicht übermäßig teuer war, das Preis-Leistungsverhältnis hat nicht gestimmt, dabei war ich in einem Hotel der gehobenen Mittelklasse.
Dieser Blog ist kein medizinischer Ratgeber, sondern soll mit meinen persönlichen Erfahrungen vor, während und nach der Hüftoperation Ängste und Vorbehalte abbauen helfen. Von der neuen Lebensqualität nachher erzähle ich ebenfalls.
Am Ende findet ihr eine Ergänzung wie es mir nach 9 Monaten und der letzen Facharzt-Untersuchung geht.
Ich weiß, das ist nichts Außergewöhnliches und tausendfach erprobt, aber es gibt doch den einen oder die andere, die zumindest Respekt davor haben und daher länger als nötig die Operation hinausschieben. Für alle diese möchte ich in diesem Blog mit meinen Erfahrungen von den Vorbereitungen zur Operation bis zur Rückkehr aus der Reha die Entscheidung dafür unterstützen.
Ich kann natürlich nicht für alle sprechen, manche mögen andere Erfahrungen und vorher oder nachher andere Herausforderungen haben, daher ist mein Blog kein medizinischer Ratgeber, sondern die Vermittlung von Erfahrungen und Erlebnissen, die ich gemacht habe und daher nicht für jede und jeden stimmen müssen.
Vorarbeit schadet nicht
Alle, die meine Blogs seit Beginn lesen, wissen, daß ich seit Pensionsantritt regelmäßig 2-3x pro Woche im Fitnessstudio bin, mit mindestens 20 Minuten am Ergometer und rund einer halben Stunde beim Zirkeltraining. Meine generelle körperliche Befindlichkeit und Kondition hat sich recht ordentlich gesteigert, die Schmerzen im Hüftgelenk sind aber nicht weniger geworden, im Gegenteil. Da haben auch die Massagen und Physiotherapien nicht geholfen, wenn der Knorpel einmal weg ist und Knochen auf Knochen scheuert, schmerzt das einfach.
Das führt zu Muskelverkrampfungen und die Faszien verkleben, was den Schmerz weiter verstärkt. Ich kann aber trotzdem oder gerade deswegen nur raten, so viel wie möglich Bewegung bis zum OP-Termin zu machen, Physiotherapien in Anspruch zu nehmen und nicht aufzugeben, es hilft oft im Moment und auf jeden Fall trägt es zur besseren Verfassung nach der Operation bei.
Der Operationstermin rückt näher
Ein interessanter obligatorischer Vortrag vor der OP-Freigabe im Spital diente auch dazu, den Ablauf kennenzulernen und offene Fragen zu stellen. 11 Tage nach der OP-Freigabe, noch in der Woche vor Weihnachten war es dann soweit. Meine Frau brachte mich ins Orthopädische Spital Speising, wo ich um 9 Uhr früh die Aufnahme hatte. Drei Personen warteten schon vor mir, kein Wunder, werden doch pro Jahr rund 10.000 Operationen nur in diesem Spital durchgeführt (im Jahr 2023 9774 Operationen, siehe Jahresbericht).
Der Tag der Operation
Das Personal war schon beim Freigabetermin extrem freundlich und sehr auf den einzelnen Patienten bezogen und das setzte sich bei der Aufnahme und der OP-Vorbereitung mit fort. Kein Gefühl von Fließband sondern das Eingehen auf die persönliche Situation kam hoch. Ich musste dann aber trotzdem noch 2,5 Stunden warten, bis ich in den OP geholt wurde. Da das gemacht wird, während der OP Saal gereinigt wird, hieß es nochmals rund eine halbe Stunde warten.
Meine Frage, ob ich meine Prothese sehen könnte, wurde aus Sterilitätsgründen verneint, aber ich habe mich recht gut vorbereitet, daher kann ich hier auch ein Referenzbild zeigen. Die eigene wäre aber trotzdem interessant gewesen.
Copyright: Orthopädisches Spital Speising 2024
Bei fachgerechter Operation (siehe dazu das Kapitel am Ende) beträgt die Lebensdauer der Hüft-TEP (Totalendoprothese des Hüftgelenks) heute 20 bis 25 Jahre, oft sogar länger. Offiziell werden trotzdem 15 Jahre kommuniziert, ich habe aber mit einigen Leuten gesprochen, die ihre Endoprothese ohne Probleme schon länger als 20 Jahre haben.
Darum habe ich sehr gute Aussichten, in meinem Leben keinen Prothesenwechsel mehr durchmachen zu müssen, mein Orthopäde meinte sogar, ich könnte damit ohne Probleme auch 95 Jahre alt werden. Wer meine Blogs aufmerksam liest, kennt schon einen Checkpoint im Jahr 2052 (siehe hier), jetzt kommt ein weiterer noch etwas später dazu.
Aber jetzt zurück zu meiner Operation, ich musste zweimal noch mit der Sauerstoffmaske tief einatmen, dann war die Sättigung ok und das Ende des dritten Atemzugs habe ich nicht mehr wahrgenommen. Nicht ganz zwei Stunden später wurde ich im Aufwachraum munter, gefühlt recht gut ausgeruht. Jetzt war natürlich die Größe der Narbe interessant, die sich jetzt an der Stelle des markierenden Smileys befindet. Das Pflaster, das die Wunde verdeckt, ist ca 12×8 cm, da kann der Schnitt maximal 10 cm lang sein. Der Schmerz war sicher nicht mehr als vorher, nur anders.
Dem wurde auch abgeholfen, neben einem Wassertropf bekam ich eine Kombi aus Novalgin und Paracetamol als Infusion und der Schmerz war schon minimal bis ich in meinem Zimmer war. Bald kam auch meine Frau und brachte meine weiteren Utensilien, wie Toilettesachen, Lesestoff und Tablett mit und das Abendessen kam ebenfalls. Der Schlaf war ok, nur unterbrochen durch zwei weitere Infusionen um Mitternacht und 5 Uhr früh.
Tag 2
Blutdruck, Sauerstoffsättigung und EKG waren heute die ersten Meilensteine, bevor der Physiotherapeut kam. Er zeigte mir einige Übungen im Bett in Rückenlage, ich nenne sie Bettyoga im Gegensatz zum gehypten Sesselyoga. Dann kam er schon mit den Krücken und ich durfte bereits eine Runde am Gang gehen. Das ging recht gut, ich muss nur weiter aufpassen, keine Drehbewegung am operierten Bein zu machen. Die besondere Überraschung für mich war, daß ich nicht mehr humpeln musste, beinahe keine Schmerzen beim Gehen hatte und sich beide Beine wieder gleich lang anfühlten, was ich seit mehr als 3 Jahren nicht mehr kannte. Nach dem Frühstück konnte ich bereits allein ins Badezimmer, aber dann war es doch recht gut, sich wieder im Bett auszurasten.
Bald kam dann die Entlassungsmanagerin um mit mir den Antrag für die Reha auszufüllen. Die Besuchsdiplomatie ging weiter und die Visite kam und entließ mich gleich mit Freitag. Jetzt musste ich morgen nur noch das Stiegen steigen üben, dann passt alles. Die Ergotherapeutin war die nächste, um mit mir das tägliche Leben in den nächsten 4-5 Wochen zu besprechen. Sie zeigte mir, wie man eine Hose anzieht, die Socken mit einem zusammengerollten Handtuch hochbekommt und mit der Krücke wieder auszieht. Ich darf ja in den nächsten Wochen die Hüfte nicht über 90 Grad beugen.
Dann ein bisschen Verschnaufen bis zum Mittagessen, schon beim Esstisch und nicht mehr im Bett. Vor rund 24 Stunden wurde ich in den OP Saal gerollt und ich darf und muss schon wieder sehr mobil sein. Ein neues Coolpack mußte noch her, der Hosengummi hat etwas zu fest auf die Wunde gedrückt. Dann habe ich meinen Radius am Gang vergrößert, es ging super gut ohne extra Schmerzen und außergewöhnliche Anstrengung.
Meine Frau kam dann nach der Arbeit zu Besuch und brachte Manner Mignon Schnitten für die Seele mit. Das Spitalsessen ist ok, aber ein kleiner Phenethylaminschub tut trotzdem gut. Die Venflons sind beide weg, keine Schmerzinfusionen mehr, nur noch eine Tablette je Mahlzeit und vor dem Schlafen.
Tag 3
Gleich um 7 Uhr, noch vor dem Frühstück, wurde ich zum Röntgen gefahren. Leider habe ich mein Handy nicht mitgenommen, so kann ich euch kein Bild meines neuen Gelenks zeigen. Kurz nach dem Frühstück kam dann auch noch geistlicher Beistand mit einem sehr guten kurzen Gespräch. Bei der Visite wurde mir bestätigt, daß ich am nächsten Tag, dem Freitag, heim gehen kann und die Medikation für die nächsten Wochen erklärt. Mit der Ergotherapeutin konnte ich auch noch das Ein- und Aussteigen aus der Badewanne üben, ist leichter als ich dachte, ob es zu Hause auch so gut klappt? Die Narbe ist zwar nicht sehr groß, dafür war der Bluterguss rundherum umso größer. Regelmäßige Kühlung mit einem Coolpack sollte ihn möglichst bald verkleinern. Die Schmerzen waren minimal, das ist natürlich auch den 4 Schmerztabletten pro Tag zu verdanken. So sprach nichts mehr gegen das Heimgehen morgen, nachdem ich von einer Apothekenangestellten auch noch mit meinen Medikamenten für die nächsten 2 Wochen versorgt worden war.
Tag 4
Am Morgen wurde mir nochmals Blut abgenommen, dann wartete ich nur mehr hungrig auf das Frühstück. Währenddessen kam die Visite und gab mich für das Heimgehen frei, nur das letzte Blutbild fehlte noch, das positive Ergebnis bekam ich dann eine Stunde später. Dann hatte ich Zeit, mit einigen Bekannten zu telefonieren, nur unterbrochen vom Blutdruck messen und der Lieferung meiner notwendigen WC Erhöhung. Einen Termin zur Wundkontrolle beim Hausarzt konnte ich auch schon vereinbaren.
Jetzt kam auch noch der Physiotherapeut um mit mir das Stiegen steigen zu üben und mir einige Übungen im Stehen mitzugeben. Alles ging sehr gut und problemlos, ich muß nur aufpassen, nicht zu viel zu tun, die Prothese braucht eben 4-6 Wochen um gut einzuwachsen. Aber nach 4 Wochen kann ich schon wieder mit dem Ergometer beginnen und dann sollte bald die 3-wöchige Reha beginnen. Motorradfahren ist aus heutiger Sicht ab April auch kein Problem, also alles positiv! Einen Implantatepass bekommt man ebenfalls, der kommt gleich in den Reisepass und eine Kopie in die Geldbörse, damit ich ihn bei diversen Kontrollen immer mit dabei habe.
Zum Abschluss gab es noch das Mittagessen, anscheinend sollte mir das Spitalsessen auch in Erinnerung bleiben. Es gab Hörnchen mit Soja-Sugo, schon sehr gesund halt.
Wieder daheim
Zuhause hatte meine Frau bereits einiges vorbereitet, ein Topper erhöhte das Bett um einige Zentimeter und die Matratze eines Kinderbettes ermöglichte es mir, auch auf der Wohnzimmerbank zu liegen und wieder aufzustehen ohne die Hüfte über die erlaubten 90 Grad zu beugen. Einige Teppich-Stolperfallen waren ebenso weggeräumt, jetzt musste nur noch die WC-Sitzerhöhung montiert werden. Unterstützung benötigte ich aber anfangs trotzdem, da alle Bewegungen, die die Hüfte zu weit beugen, in den ersten 4-6 Wochen tabu sind.
Resümee nach 2 Wochen
In den ersten Tagen war das Hinlegen relativ beschwerlich und manchmal auch schmerzhaft. Der Oberschenkel sah aus wie ein einziges riesiges Hämatom, doch durch die Behandlung meiner Frau mit Hiruduid-Salbe sackte es recht rasch bis in den Unterschenkel ab, wo es wieder einige Tage dafür sorgte, daß ich beim Liegen das Bein nicht hochstellen konnte und mich auch nicht zur Seite drehen konnte.
Da hingegen das Gehen angenehm war, wurden die Kreise um das Haus immer größer, bis ich täglich zwischen 4 und 6 Kilometer mit meinen beiden Krücken marschierte, nicht nur daheim, sondern auch im Kurpark in Baden oder im Akademiepark in Wr.Neustadt. Es war im Vergleich zu vor der Operation praktisch schmerzfrei, ich musste auch nicht mehr hinken. Das Mitfahren im Auto war ebenfalls kein Problem mehr, sodass wir zu Neujahr meine Mutter mit jeweils fast 2 Stunden Fahrtzeit hin und zurück besuchen konnten.
Nach einer guten Woche habe ich auch die Schmerzmittel um die Hälfte reduziert ohne mehr Beschwerden zu bekommen. Duschen in der Badewanne funktionierte von Anfang ebenfalls ohne besondere Anstrengungen, das alles verleitete aber auch, bald die ganz kurzen Wege im Haus ohne Krücken zu bewältigen.
Da sich dabei sowohl aus den Bronchien als auch der Nase immer wieder Blut bemerkbar macht, beschließe ich, meine praktische Ärztin aufzusuchen. Laut den Erklärungen bei der Endkontrolle muß man bei Zahnproblemen und ähnlichem vorsichtig sein, um keinen Entzündungsherd zur Hüftprothese zu bringen. Sie gibt aber Entwarnung, die Lunge ist frei und auch das Kontrollröntgen ist unauffällig. Trotzdem quält mich der Schnupfen noch tagelang.
Nach etwas mehr als 2 Wochen, am 2. Jänner 2025 hatte ich die erste Wundkontrolle beim praktischen Arzt. Das Duschpflaster wurde abgelöst, dabei gab es ein paar blutende Stellen, weil die Haut sich an ein paar Stellen mitsamt dem Pflaster ablöste. Die Wunde mit den selbst auflösenden Nähten war aber sehr sauber und schön verheilt. Und weil das Wetter schön war, bin ich gleich die rund 3 km mit den Krücken nach Hause gegangen.
Es geht weiter aufwärts
Vier Tage später, am 6.Jänner konnte ich die Schmerzmittel bis auf die Abendtablette absetzen. Die Reha wurde von der Pensionsversicherung bereits bewilligt und ich erhielt einen Anruf der Reha-Klinik Lassnitzhöhe zur Terminvereinbarung. Jetzt warte ich auf die schriftliche Bestätigung.
Sonst machte ich die vorgeschlagenen Übungen und meine täglichen Fußmärsche von 3 bis 5 Kilometern, manchmal mit Zwischenstopp im Kaffeehaus.
Der Reha-Termin ist fix
Der Reha-Termin wurde mir in der Zwischenzeit auch bekanntgegeben, ich fahre vom 19.3. bis 9.4. in die Privatklinik Lassnitzhöhe in der Nähe von Graz. Da ja da schon das Frühjahr kommt, möchte ich mein E-Bike mitnehmen, wenn der Arzt nichts dagegen hat. So könnte ich bei schönem Wetter die Umgebung mit dem Rad erkunden, Möglichkeiten gibt es dort genug. Bei meiner Kur in Bad Eisenkappel im November 2023, wo es zeitweise recht warm und sonnig war, musste ich mir eines vom Hotel ausleihen.
Jetzt warte ich nur auf den finalen Untersuchungstermin bei meinem Orthopäden am 10. März.
Nach 5 Wochen wieder am Ergometer
Heute, fast 5 Wochen nach der Operation, habe ich mich das erste Mal wieder auf das Ergometer gesetzt und bin 10 Minuten lang rund 3,5 km mit moderaten 70 Watt gefahren. So will ich es diese Woche noch zweimal machen, ohne mich zu überfordern.
Alles ist gut gegangen, daher habe ich am Montag der zweiten Woche auf 12 Minuten erhöht und die Wattzahl auch leicht gesteigert. Da jetzt die 6 Wochen nach der Operation um sind, werde ich auch von den Krücken auf die Nordic Walking Stöcke umstellen und die Krücken vorerst nur noch zum Stiegen steigen daheim zu verwenden. Zwei Tage später standen die Krücken zwar jeweils bei den Stiegen, doch verwendet habe ich sie nicht mehr.
Von den Krücken zu den Walking Stöcken
Das Marschieren mit den Walking Stöcken machte mehr Spaß als mit Krücken und so sind die Runden mit jeweils über 8.000 und 12.000 Schritten gleich größer geworden. Im Fitnesscenter versuchte ich in meinem Mittwoch-Termin neben dem Ergometer auch noch die ersten 4 Stationen des Zirkeltrainings, die ohne Beinunterstützung auskommen. Am nächsten Abend und Morgen meldeten sich leichte Schmerzen in der Hüfte und starke Schmerzen in der linken Schulter, die ich erst am nächsten Tag als Muskelkater erkannte. Die große Schrittanzahl und die ungewohnte Bewegung mit den Walking Stöcken gepaart mit der Anstrengung beim Zirkel waren doch etwas zu viel. Daher habe ich meine Freitagsrunde im Fitnessstudio ausgelassen und bin auch nur eine sehr kleine Runde marschiert. Das hat sowohl der Hüfte als auch der Schulter gut getan. Ich muß ja keine Rekorde brechen.
Die Kontrollen nach der Operation
Am 5.Februar hatte ich mein Kontrollröntgen, der postoperative Befund war unauffällig, es zeigte aber geringe Fibroostosen am Sitzbeinhöcker. Da ich seit ein paar Tagen leichte Schmerzen im Oberschenkel hatte, die ich bis dahin als Muskelkater interpretiert hatte, beschloss ich, bis zum Termin mit dem Orthopäden etwas zu bremsen und mit dem Ergometer auszusetzen und die Walking-Runden kleiner zu halten.
Kontrolle durch den operierenden Orthopäden
Heute, am 10. Februar war die Kontrolle beim Orthopäden, er war mit der Wunde und dem Röntgenbild sehr zufrieden. Ich brauche nicht mehr darauf zu achten, daß der 90-Grad Winkel in der Hüfte nicht überschritten wird und kann moderat zu dehnen beginnen, die Sehnen speziell in der linken Hüfte sind aufgrund der jahrelangen Schonhaltung verkürzt. Der Ergometer darf auch mehr und mehr strapaziert werden, nur für das Zirkeltraining mit den Beinen ist es noch zu früh. Die Runden mit den Walking-Stöcken gehen auch wieder in die 10.000 Schritt Dimensionen.
In der neuen Woche fahre ich mit 90 Watt 15 Minuten am Ergometer und die 4 Zirkel Stationen für den Oberkörper mit jeweils 1 Kg mehr als letzte Woche. Es macht keine Probleme in den Gelenken und in der Oberschenkelmuskulatur, aber heiß wird mir auch nicht dabei.
Ein Riesenschnupfen dämpft alle Bewegungspläne
26.Februar, ich freue mich schon auf eine weitere kleine Steigerung am Ergometer und beim Zirkeltraining (eh nur für den Oberkörper), aber ich wache mit Halsschmerzen auf und die Stimme versagt. An ein Training ist nicht zu denken, am Nachmittag bricht auch noch der Husten aus und ich schlafe stundenlang. Der wird in den nächsten Tagen stechender, dafür beginnt die Nase zu rinnen. Die nächsten beiden Nächte dauern immens lang und der Schnupfen staut sich wie immer bei dieser Intensität bis in die Stirnhöhlen.
Erste kleine Fahrradtour mit dem neuen Gelenk
Der Schnupfen ist zwar noch nicht ganz abgeklungen, daß Wetter ist aber wunderschön und es gibt Temperaturen bis zu 22 Grad. Darum beschließen wir an diesem Sonntag, dem 9.März die erste gemütliche kleine Runde mit dem Fahrrad zu machen. Im Endeffekt sind es dann 17 Kilometer durch die benachbarten Weinberge und vorbei an den frisch gepflügten Feldern. Nachdem ich keine Schmerzen oder andere Schwierigkeiten habe, kann ich das Fahrrad auf jeden Fall zur Kur in eineinhalb Wochen mitnehmen. Ich hoffe trotzdem, daß ich vorher noch das eine oder andere Stück mit dem Rad fahren kann.
Für mich ist es immer noch ein kleines Wunder, daß weder beim Gehen, Liegen oder jetzt beim Radfahren und Auf- und Absteigen irgendein Schmerz auftritt, ein unbeschreiblicher Gewinn an Lebensqualität.
Steigerung am Ergometer
Beim letzten Mal am Ergometer vor der Reha habe ich mich bereits auf 18 Minuten bei rund 100 Watt gesteigert, auch bei den 4 Zirkeltrainingsstationen konnte ich wieder um jeweils ein Kilogramm steigern.
Drei Wochen Reha auf der Lassnitzhöhe
Am Mittwoch, dem 19.März muß ich spätestens um 8:30 in der Reha-Klinik erscheinen. Der Selbstbehalt ist vorab bezahlt, die klinischen Fragebögen sind ausgefüllt und die aktuellen Befunde sind in einer Mappe gesammelt. Die Checkliste der Klinik mit den eigenen Ergänzungen wird nochmals überprüft, damit ich nichts vergesse. Den Fahrradträger und das Bike habe ich bereits am Vortag am Auto montiert, damit ich ohne Stress kurz nach 6 Uhr morgens losfahren kann.
Privatklinik Lassnitzhöhe
Ich treffe kurz vor 8 Uhr im Spital ein und kann sofort mein Gepäck ausladenden und bekomme gleich auch die organisatorische Aufnahme. Die medizinische Erstaufnahme und die Diätologin folgen gleich und ich kann schon in den 4. Stock fahren, wo mich die Stationsschwester übernimmt, wiegt und vermisst und mir mein Zimmer zeigt. Dann heißt es wieder warten, der Orthopädie-Arzt und die Physiotherapeutin kommen erst langsam bis zum Mittagessen. Das erste Mittagessen wird auf dem Zimmer serviert, Linseneintopf mit Brot, Krankenhaus-Essen eben, aber ok.
Da jetzt angeblich alles erledigt ist, beschließe ich, die Gegend mit dem Ebike zu erkunden, nach 17 km und einer Stunde bergauf und ab bin ich wieder zurück. Der Internist hat mir eine Nachricht hinterlassen, daß er mich auch noch sehen will, daß Gespräch ist dann auch kurz und er ist positiv überrascht von meiner Konstitution.
Donnerstag, Freitag und Samstag vormittag sind ausgefüllt mit Aquagymnastik, Ergometer, diversen verpflichtenden Vorträgen, zweimal Bewegungstraining und meinem ersten Mal am Laufband, alles gut und ohne Schmerz zu meistern.
Das erste Wochenende in der Reha ist vorüber
Jeweils am Samstag und Sonntag Nachmittag mache ich eine Radtour nach Graz, dabei sind einige Höhenmeter zu überwinden, da wie der Name Lassnitzhöhe schon sagt, das Spital hoch oben liegt. Mehr dazu gibt es im Extrablog zur Fahrt ins Grazer Puch-Museum und zur Basilika Mariatrost.
Und die erste volle Woche ist auch schon vorbei
Sie war ausgefüllt mit Wassergymnastik, einer Walking-Stunde, Krafttraining mit Geräten mit Schwerpunkt Beine und Hüfte, Bewegungs- und Koordinationstraining und für mich ganz neu, dem Laufband und einigen Einzel-Physiotherapien, bei denen speziell auf Genauigkeit, Gleichgewicht und Beweglichkeit des Hüftgelenks geachtet wurde.
Die Therapeutin zeigte mir auch, daß man die Narbe sehr stark massieren und dehnen kann, um die innen liegenden Verknotungen zu lockern. Das geht natürlich nur dann, wenn die Narbe so wie es nach 3 Monaten eigentlich sein sollte, gut verheilt ist.
Sonntag in Graz
Am Sonntag besuchte mich meine Frau Evi und da das Wetter nicht besonders vielversprechend aussah, beschlossen wir, nach Graz zu fahren. Während wir von der Operngarage durch die Altstadt bis zur Mur marschierten, wurde das Wetter immer besser. Nach dem Mittagessen im Der Steirer wanderten wir zur Schloßbergbahn und fuhren hinauf. Nach einer Runde am Berg und einem stärkenden Cappuccino in der Sonne stiegen wir recht flott die Stufen des Schloßbergs hinunter. Das war für mich ein tolles Gefühl, nach mehr als 12.000 Schritten auch das ohne Schmerzen und Beeinträchtigungen zu schaffen.
Niemand soll überfordert, jeder aber gefordert werden
Einzelne Beschwerden von anderen Kolleginnen und Kollegen gibt es auch immer wieder, die Ballspiele im Koordinationstraining seien zu fad, der Marsch durch den Wald zu fordernd, das Laufband unmöglich und überhaupt alles zu anstrengend. Leute, ihr macht das alles für euch selbst und nicht zur Erbauung der Therapeuten!
Außerdem ist es immer möglich, in Absprache mit den Therapeutinnen oder Therapeuten Vereinfachungen in der aktuellen Einheit zu machen, die jeweils zu schwierigen Übungen zu verkürzen und im schwersten Fall auch den Therapieplan etwas anzupassen. Aber da die Pensionsversicherung zahlt, sind sinnvollerweise bestimmte Vorgaben einfach einzuhalten.
Lindsey Vonn bleibt trotzdem unerreichbar
Neben einigen von der PVA (Pensionsversicherung) vorgeschriebenen Vorträgen gab es in der letzten Woche alles vom Laufband und das Ergometer, wo ich bei den 120 Watt für 20 Minuten angekommen bin, die ich im Dezember 2024 vor der Operation erreicht hatte.
Eine Massage, eine Moorpackung, Wassergymnastik, zwei Walkingstunden und Physiotherapien ergänzen das Therapieprogramm bis zu einigen Gleichgewichtstrainings, die mir spezielle Schwierigkeiten machten, aber nicht wegen des neuen linken Hüftgelenks, sondern wegen meines noch immer nicht voll funktionierenden rechten Vorfußhebers nach meinem eingeklemmten Ischiasnerv im Mai 2023.
Beim medizinisch-therapeutischen Krafttraining bekam ich wieder die Sicherheit für die Geräte beim Zirkeltraining im Fitnessstudio und ich weiß jetzt, daß ich praktisch alles machen darf außer Bungee-Jumping, Schispringen und Lindsey Vonn nachfahren.
Ein Fazit nach beinahe 4 Monaten seit der Operation
Ein paar Dinge sollten alle bedenken, die irgendwann ein neues Hüftgelenk benötigen:
• Körperliche Fitness ist eine gute Voraussetzung für einen guten Operationsverlauf und die Heilung danach. Hier lässt sich auch außerhalb des Fitnesscenters mit Gymnastikübungen, Spazierengehen, Radfahren, Wassergymnastik einiges erreichen, abgestimmt auf die persönlichen Möglichkeiten und Gegebenheiten. • Auch Physiotherapien mit abgestimmten Übungen, Faszienlockerungen und Massagen helfen mit, so lange wie möglich ohne Operation auszukommen. • ABER: Schmerzen sind nicht gottgewollt! Wenn die Schmerzen immer stärker werden, muß auch bedacht werden, daß für OP-Termine je nach Bundesland und Spital mitunter recht lange Wartezeiten anfallen. Daher ist es auf jeden Fall gut, gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt des Vertrauens frühzeitig zu planen. • Ein größeres Spital, das spezialisiert ist, ist aus meiner Sicht auf jeden Fall einem kleinen Spital mit wenigen Operationen pro Jahr vorzuziehen, auch wenn das näher beim Heimatort liegen sollte. • Mit der heute gebräuchlichen minimalinversiven Operation ist der Spitalsaufenthalt stark verkürzt und man wird wenige Stunden nach der Operation schon mobilisiert. • Der Schmerz nach der Operation steht im Normalfall in keinem Verhältnis zu den Beschwerden vorher! • In den ersten 6 Wochen sind einige Vorsichtsmaßnahmen unbedingt einzuhalten, wie die ausnahmslose Verwendung von Krücken, das operierte Hüftgelenk nicht über 90 Grad abwinkeln, die Beine nicht überkreuzen, keine Drehbewegung im Hüftgelenk, keine schweren Lasten über 25 kg heben. • Auch wenn es für Hüftoperationen nicht mehr unbedingt vorgeschrieben wird, ein Reha-Aufenthalt nach frühestens 6-8 Wochen ist auf jeden Fall hilfreich. • Die Therapien mögen nicht immer sinnvoll oder passend erscheinen, sie sind aber im eigenen Interesse und nicht zur Freude der Therapeutinnen und Therapeuten. Wenn etwas wirklich nicht passen sollte, sprechen sie es bei den Ärzten und Therapeuten trotzdem an. • Komplikationen können leider immer auftreten, auch wenn die Hüft-TEP tausendfach geprobte Routine ist. Nur ist es nicht sinnvoll, in alle Eventualitäten hineinzuversinken, es ist auf jeden Fall besser sich positiv vorzubereiten und gut zu informieren. • Ein offenes Gespräch mit Bekannten und Freunden, die bereits ähnliche Erfahrungen haben, schadet ebenfalls nicht.
Der Weg zur Operation war lang und die Entscheidung dafür oder dagegen ist immer individuell
Ich habe in den letzten Jahren seit die Schmerzen stärker wurden, mehrere Orthopädinnen und Orthopäden aufgesucht, wo der Befund noch nicht eindeutig Richtung Hüft-TEP ging. Aber trotzdem wurden viele Möglichkeiten ausgelotet und die passenden Physiotherapien verordnet, die zur Linderung der Beschwerden beitrugen.
Ein eingeklemmte Ischiasnerv rechts im Mai 2023 verschlechterte wegen der wochenlangen Unbeweglichkeit auch die Beschwerden am linken Hüftgelenk. Daher unterstützte meine damalige Orthopädin auch meinen Kurantrag. Die Kur hat schmerzseitig nichts verändert, aber sehr wohl meinen Zugang zu sportlicher Betätigung und das war nachträglich betrachtet das Wichtigste. Ich habe trotz Schmerzen im Gelenk ein Jahr lang etwas für meinen Muskelaufbau getan, was mir die Zeit nach der Operation leichter machte.
Am Ende war es aber trotzdem meine persönliche Entscheidung, ein neues Hüftgelenk zu wollen und ich habe schon Stunden nach der OP gewusst, daß sie richtig war. Das Vertrauen zum operierenden Orthopäden war für mich ebenso wichtig und bin dankbar, ihn kennengelernt zu haben, es ist aber nicht Voraussetzung für eine gelungene Operation. Wichtig ist aus meiner Sicht ein Spital, das reiche Erfahrung mit Hüftoperation hat und nach dem neuesten Stand der Wissenschaft arbeitet.
Erklärung der minimalinversiven Operation und Rapid Recovery
Die minimalinvasive Implantation der Hüftendoprothese schont das umliegende Gewebe und die Muskulatur. Der Zugang erfolgt über anatomisch vorhandene Lücken zwischen den Muskeln, sprich sie werden so weit wie notwendig auseinandergezogen. Die Muskeln bleiben so unverletzt und haben schnell wieder ihre Funktion. Unmittelbar nach der Operation kann man wieder mit Vollbelastung aufstehen, bei mir dauerte es bis am nächsten Morgen, da ich spät aus dem OP kam und die Physiotherapeuten schon frei hatten.
Rasch wieder aktiv und mobil zu sein, ist das Ziel des Orthopädischen Spitals Speising. Das sogenannte „Rapid-Recovery“-Programm steht für „Frühremobilisation“. Dabei ist man als Patient aktiver Partner im Gesundheitsprozess. Wie ihr aus meinem oben beschriebenen Besuchsprogramm seht, arbeiten im Rahmen dieses Konzepts Orthopädinnen und Orthopäden, Anästhesist*innen, Physio- und Ergotherapeut*innen, die Pflege sowie das Entlassungsmanagement mit eng abgestimmten Konzepten perfekt zusammen und beschäftigen und mobilisieren die Patienten.
Copyright: Orthopädisches Spital Speising 2024
Nachtrag zum Motorradfahren
In der Zwischenzeit habe ich zu Ostern, fast auf den Tag genau 4 Monate nach der OP, das Motorrad aus dem Winterquartier geholt und eine weitere Runde gemacht. Und was soll ich sagen, es macht Spaß. Das Auf- und Absteigen geht wieder ohne Probleme und Schmerzen, ich kann ohne Schwierigkeiten die Beine grätschen um über die Sitzbank zu kommen. Und genauso wichtig, das Stehenbleiben erfordert keine Planung und Konzentration mehr, um auf den Schmerz beim Hinunterstellen des linken Beines vorbereitet zu sein. Nur das Socken anziehen vorher ist noch immer etwas mühsam, aber das darf angeblich noch einige Zeit so sein.
9 Monate nach der Operation
Die letzten Monate habe ich relativ regelmäßig das Fitnesscenter besucht und dabei von der Hüfte die wenigsten Einschränkungen gehabt. Beim Zirkeltraining sind im Sommer 2 neue Stationen dazu gekommen, nämlich die Beingrätsche, einmal mit Drücken nach innen und das andere Mal nach außen, beides funktioniert ohne Beschwerden. Auch beim Socken anziehen ist eher der Bauch die Herausforderung, das Beugen des Gelenks ist kein Problem.
Außerdem bin ich insgesamt etwas mehr als 5000 Kilometer am Motorrad gesessen, alles ohne Einschränkungen und von der Herausforderung gab es alles von der schnellen Autobahn über kurvige Straßen bis zum Kopfsteinpflaster auf der Tremola (siehe Bericht dazu hier: Die Tremola als Höhepunkt) und einem Feldweg in Graubünden (hier zum Nachlesen: Viele Seen und noch mehr Kurven). Rund 1000 Kilometer am Fahrrad (zum Beispiel hier die Blogs zu: Von Villach bis Grado)
Anfang Oktober 2025, etwas mehr als 9 Monate nach der Operation, hatte ich die anschließende Untersuchung beim operierenden Facharzt. Die Röntgenbilder und der dazugehörige Befund versprachen nur das Beste, also war ich auf seine Meinung gespannt.
Das Gelenk ist sehr gut eingewachsen, sicher ist dabei ein Vorteil, dass bei mir kein Knochenzement nötig war. Umso erfreuter bin ich über die Zusammenfassung des Arztes:
„Dieses Gelenk haben sie ewig, hier passt alles perfekt. Eine weitere Nachuntersuchung ist nicht mehr notwendig, sie dürfen alles machen, was sie wollen!“
Dieser Blog handelt vom Sightseeing vom katholischen Nationalheiligen zu Hindu-Mandirs, Wasserbüffeln, Shishas und einer Disco mit DJ Ötzi in Goa!
Das Frühstück ist ok, mir hängen zwar die täglichen Cornflakes schon zum Hals heraus, aber andererseits vertrage ich die indischen Gewürze auf nüchternen Magen nicht, wenn ich sie auch sonst noch immer gern esse. Aber auf Schwarzbrot mit Butter und Honig oder ein Schnitzel freu ich mich trotzdem!
Jetzt steht eine Ortserkundung an, außerdem brauche ich ein ATM-Office, das Geld wird schon wieder zu wenig, aber zu viel will ich andererseits auch nicht mehr abheben. Irrsinnig viel Verkehr auf der Dorfstrasse, wie in jedem Fremdenverkehrsort, aber viel chaotischer und lauter durch das ständige Hupen, das hier nicht weniger ist als in Mumbai. Ich entdecke am Hauptplatz einen Hindi-Mandir mit einem schönen Turm davor, so wie ich das in Hyderabad oder Mumbai noch nicht gesehen habe, die haben anscheinend auch ihr Lokalkolorit. Dann gehe ich wieder Richtung Strand und engagiere den ersten Taxifahrer der nicht total penetrant ist für meine Sightseeingtour zu den Kirchen. Wir machen einmal 3 Stunden für 800 Rupies aus, das ist ein fairer Preis hier.
Wir fahren mit seinem Kleinbus aus dem Dorf hinaus, hier muss ich manchmal auch mitbremsen, die Geschwindigkeiten sind höher und es ist trotzdem alles wahnsinnig knapp. Auf einmal bremst der Fahre abrupt, ein kleiner Junge wäre uns fast hineingelaufen, sein Kopf war nur mehr wenige Zentimeter vom Außenspiegel entfernt. Wir sind beide ziemlich fertig und Santiago – so heißt der Fahrer – fährt nun etwas langsamer.
Die Landschaft ist interessant, Palmenwälder, viele Teiche und Seen, Reisfelder und wie ich erst später draufkomme, überall die Sträucher, die die Cashewnüsse tragen. Ich darf nicht vergessen, auch welche zu besorgen, für daheim. Teilweise sind die Strassen schön, aber dann wieder ärger als unsere schlechtesten Feldwege. Das sind die Gegensätze, überall stehen die Menschen herum und telefonieren mit dem Handy, das passt für unsere Augen nicht zusammen. Santiago möchte mit mir mit der Fähre nach Panaj, der Hauptstadt Goas, hinüberfahren, aber da müssten wir eine halbe Stunde warten. Also nehmen wir die Brücke über den Mandovi-River, das ist genauso schön.
Dann erreichen wir Old Goa, wo wir vor der Kirche Basílica do Bom Jesus des St.Francis Xavier (Hl.Franz Xaver) anhalten. Dieser Nationalheilige – ein Portugiese hat den Katholizismus nach Goa gebracht und sein Leichnam ist in der Kirche zu bewundern. Kaum haben wir angehalten sind schon die ersten Frauen da, und innerhalb von Sekunden hab ich schon Kerzen und Blumenkränze gekauft. Die Kirche mit ihren goldenen Altären, die noch prunkvoller als unsere Barockaltäre wirken, ist sehr beeindruckend und im rechten Seitenaltar ist der Sarkophag von St.Francis Xavier integriert. Irgendwie schwer zu verstehen, warum er so verehrt wird, er war, so wie ich erfahren konnte, nicht gerade zimperlich mit den Methoden seiner Christianisierung.
In Goa leben je rund 40% Katholiken und Hindi, der Rest sind Moslems und kleinere Religionen. Aber auch hier – genauso wie in Mumbai scheint das Verhältnis zu den Moslems nicht ganz friktionsfrei zu sein. In Mumbai gibt es aber speziell bei jungen Leuten aller Religionen Bestrebungen, die Religion im täglichen Zusammenleben hintanzustellen. Es ist zu hoffen, dass das auch so Realität wird.
Gegenüber der St.Francis Kathedrale ist der ehemalige Bischofssitz von Goa, der heute eine Galerie mit modernen christlichen Bildern und vielen Statuen aus der portugiesischen Kolonialzeit. Die Kirche ist Franz von Assisi geweiht und hat an die 10 Seitenaltäre, auch wieder prunkvollst mit sehr viel Gold.
Mein Fahrer schlägt vor, noch einen Hindutempel anzusehen und wir fahren Richtung Mangueshi-Tempel. Unterwegs eine lange Straßenbaustelle, wir fahren über rote Schotterpisten. Auf einmal entdecke ich am Straßenrand einen Wassertümpel, in dem es sich einige Wasserbüffel bequem gemacht haben. Die Zufahrt zum Tempel geht wieder durch eine Gasse mit Verkaufsständen, das ist anscheinend religionsunabhängig. Ich kaufe natürlich wieder einen Blumenkranz zum Opfern, hier sind die Frauen bei weitem nicht so aufdringlich.
Dieser Tempel ist genauso wie uns wir in Europa ein hinduistisches Gebetshaus vorstellen. Ein dunkelgrüner viereckiger Teich davor, ein roter Vorbau und eine Stiege zum Hinaufgehen mit einem schönen Tor. Im Innenbereich ist ein riesiger Hof mit einem wunderschönen Tempel in der Mitte und davor auch wieder ein schöner rosaroter Turm. Ich schließe mich den Menschen, die sich segnen lassen wollen an und gebe ebenfalls meinen Blumenkranz ab. Auf die Segnung verzichte ich, nicht nur aus Glaubensgründen, sondern mehr aus hygienischen Gründen, weil man muss das Wasser das man in die Hand geträufelt bekommt, trinken, sonst wirkt es nicht. Und ich möchte die Wirkung auf meinen Verdauungstrakt nicht wirklich wissen!
Beim Hinausgehen werde ich von einem Mönch in rotem Schurz und nackten Oberkörper mit einer riesigen Narbe auf der Brust angesprochen. Er erklärt mir ungefragt den Tempel und wird für mich beten, damit ich für die nächsten 15 Jahre nur mehr Glück habe. Bin gespannt was er dafür will, bin ja schon etwas gebrannt vom Moscheebesuch in Hyderabad. Also muss ich das noch ausnutzen und mir noch mehr zeigen lassen. Er bringt mich zu einem Seitentrakt wo, die Fahrzeuge für die Umzüge stehen, dort stehen ein bunt bemalter Elefant und ein riesiger Prunkwagen aus Holz, dessen Räder rund 2m Durchmesser haben. Dahinter ist ein weiterer Wagen, der nur um ein Drittel kleiner ist. Mein Mönch lässt sich auch fotografieren und mach auch ein Foto von mir. Dann hält er die Hand auf und ist nach 200 Rupies zufrieden, im Vergleich zu Santiago hat er sich sein Geld leicht verdient!
In der Touristenkarte habe ich einen Wasserfall entdeckt und frage ob wir den auch ansehen könnten. Santiago erklärt mir, dass der jetzt wegen der Regenfälle zu groß sei. Aber er kennt noch einen Zweiten, der ohne zu großen Umweg zu erreichen ist. Der Weg dorthin geht etwas mehr in die Hügel des Hinterlandes über steile Straßen, manchmal liegen auch die Kühe mitten auf der Straße, wir schlängeln uns durch.
Genauso faszinierend ist, dass die wild lebenden Hunde auf der Strasse liegen und normalerweise nicht überfahren werden. Nur manchmal gibt es böse Stürze von Motorradfahrern, die zu wenig acht geben. Da gibt es noch eine weitere Falle. An allen Stellen, die langsamer zu befahren sind, gibt es, obwohl der generelle Straßenzustand sowieso katastrophal ist, sogenannte „Speedbreaker“ die so hoch sind, dass man nur im Schritttempo drüber fahren kann. Manchmal sind sie angekündigt, meistens entdeckt man sie im letzten Moment. Das kann dann am Moped peinlich werden.
Wir kommen an einer Kirche vorbei, wo anscheinend gerade die Braut Fotos mit ihren Brautjungfern macht und ich ersuche Santiago, stehenzu bleiben, damit ich sie auch fotografieren kann. Sie freuen sich anscheinend sehr, daß sich ein Europäer für sie interessiert.
Nach einer guten halben Stunde sind wir angekommen, beim Wasserfall gibt es einen Tempel, der den Schlangengöttern geweiht ist, da muss ich nicht wirklich hinein. Der Wasserfall selbst führt derzeit so viel Wasser, dass man gar nicht bis an das Geländer heran kann, ohne bis auf die Haut nass zu werden. Er geht sofort in einen kleinen Fluss, dessen Wasser nicht schmutzig, sondern von der roten Erde braun gefärbt ist, über. Ich erinnere mich an den Wasserfall mitten im Wald im Maltatal, so stellt man sich einen einsamen europäischen Wasserfall vor, der hier ist schon knapp an unseren Vorstellungen, wie so etwas im Regenwald aussieht.
Dann geht’s wieder zurück nach Calangute, unsere Runde hat dann doch 5 Stunden gedauert. Ich bestelle Santiago aber auch gleich für morgen, er soll mir noch einige Strände zeigen und mich dann zum Flughafen bringen.
Eine kalte Dusche (nicht weil ich es will, das Wasser wird einfach nicht warm) macht mich wieder fit und ich bin wieder unterwegs, lasse mir verschiedenste Souvenirs aufschwatzen. habe sicher zu teuer gekauft, aber das ist das Los der ausländischen Touristen. Am Strand werde ich auch von verschiedenen Verkäufern angequatscht, ich bleibe standhaft, bis ein junges Mädchen mit Charme und ohne wirklich aufdringlich zu sein (zumindest im Vergleich zu allen Anderen) mich doch weich bekommt und ich ihr einige Armbänder abkaufe. Dafür mach ich aber auch noch ein Foto von ihr und ihrer Mutter, sie freut sich drüber. Wie ich es mir gedacht habe, werde ich dann weiter von einem anderen Verkäufer verfolgt, auch ihm kauf ich dann doch noch was ab.
Aber das reicht mir jetzt, ich wandere weiter und hab dann doch Ruhe, irgendwie funktioniert die Kommunikation innerhalb dieser Art Mafia ziemlich rasch. Ich genieße den Strandspaziergang, bis es dunkel wird, auch wenn das allein nur halb so viel Spaß macht und der Kopf durch die Erlebnisse mit den Strandhändlern nicht wirklich frei wird. Am Rückweg setze ich mich dann wieder an die Strandbar mit den Shishas. Zuerst esse ich noch eine Kleinigkeit, dann bestelle ich mir auch eine Wasserpfeife. Ich bin gespannt, wie es mir ergeht, nachdem ich nichts mehr rauche und die letzte Wasserpfeife auch schon an die 10 Jahre her ist.
Aber ich fühle mich gut dabei, es schmeckt und ich hab keine Probleme, so hab ich mir das vorgestellt. Es ist ja fast kitschig, Goa, Sandstrand, ein Bier, Sonnenuntergang und die Zehen im Sand! Es wird rasch stockfinster, heute ohne Regen, da kommt ein Feuerkünstler und schleudert seine Feuerbälle, das wirkt hier am Strand. Nachdem die Glut für die Pfeife zweimal gewechselt wurde, ist sie nun nach einer Stunde wirklich aus und ich mach mich wieder auf den Weg. Heute ist auch eine Herde Kühe am Strand, wirkt für Europäer sehr eigenartig!
Nachdem es mir gestern so geschmeckt hat, gehe ich wieder in das gleiche Restaurant, so wirklich viele sehr Vertrauen erweckende gibt’s ja doch nicht. Die gemischte Meeresfrüchteplatte ist dann wirklich ein Genuss, und das heißt etwas bei jemandem, der bei Fisch eher reserviert ist. Der Preis ist aber für indische Verhältnisse heavy.
Es ist noch nicht allzu spät, ich gehe wieder Richtung Strand, dort scheint es heute eine Disco auch zu geben, das sehe ich mir an. In einem riesigen Restaurant gibt es in der hinteren Ecke eine Tanzfläche, die gesteckt voll ist. Kaum bin ich drin, traue ich meinen Ohren nicht, der nächste Song ist „Hey Baby“ von DJ Ötzi, und alle scheinen es zu kennen! Nach einer Weile ist es vorbei mit der Disco, dafür kommt eine sehr hübsche junge Inderin mit Livegesang von verschiedenen westlichen Hits, die Gäste sind begeistert. In der Zwischenzeit hat es wieder zu schütten begonnen, ich aber halbwegs trocken zurück.
Nachdem sie zu singen aufgehört hat, geh ich auch ins Hotel, es ist eh schon Mitternacht vorbei und es tröpfelt nur mehr ganz leicht. Gleich nach dem Ausgang versperren einige Hausschweine den Weg, die sich hier ihr Nachtmahl suchen. Kaum bin ich dann nach 10 Minuten im Zimmer, schüttet es wieder los, wie wenn man Kübel ausleert. Ich bin froh, drinnen zu sein!
Während jeder von uns Weihnachtskrippen kennt, sind die Osterkrippen lange in Vergessenheit geraten und kommen erst jetzt wieder mehr ins Bewusstsein zurück. Zu einem besonderen Exponat in der Basilika Mariatrost möchte ich euch in diesem Blog mitnehmen.
Die Passionskrippe stellt den Kreuweg Christi dar
Kreuzwege veranschaulichen den Passionsweg Jesu in Texten und Bildern und in beinahe jeder katholischen Kirche ist eine Darstellung der einzelnen Kreuzwegstationen zu finden. Meist umfasst der Kreuzweg 14 Stationen von der Verurteilung Jesu bis zur Kreuzigung. Diese Passion Christi wird bereits seit dem 14. Jahrhundert in Form von Krippen dargestellt. Seit einiger Zeit erleben diese Darstellungen wieder eine neue Renaissance.
Das private Krippenmuseum am Birglhof in Passeil ist in ihrer Vielfalt und Dimension steiermarkweit beinahe einzigartig und zeigt einen umfassenden Überblick nicht nur von Fasten- oder Passionskrippen sondern natürlich auch von Weihnachtskrippen aus vielen Epochen und Ländern aus der ganzen Welt.
Die Krippenfiguren der sizilianischen Künstlerin Angela Tripi
Der Sammler und Inhaber des Krippenmuseums, Dr. Bernd Mayer hat heuer ein besonderes Exponat der Basilika Mariatrost zur Verfügung gestellt. Die im Oktober 2024 verstorbene sizilianische Künstlerin Angela Tripi modellierte die Figuren ihrer einzigen Fastenkrippe aus Ton und bekleidete sie nach alter sizilianischer Tradition mit verschiedenen Stoffen.
Bei Dr. Mayer in Passeil wird die Krippe auf einem Kalvarienberg präsentiert, in Mariatrost werden die Kreuzwegstationen in einzelnen Glas-Vitrinen ausgestellt, was das Fotografieren nicht ganz einfach macht. Ich habe es trotzdem versucht, um euch dieses Kleinod nicht vorzuenthalten.
Jesus im Garten am Ölberg
1. Jesus wird zum Tod verurteilt
2. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
3. Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
4. Jesus begegnet seiner Mutter
5. Simon hilft Jesus das Kreuz tragen
6. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
7. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
8. Jesus begegnet den weinenden Frauen
9. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
10. Jesus wird seiner Kleider beraubt
11. Jesus wird ans Kreuz genagelt
12. Jesus stirbt am Kreuz
13. Jesus wird vom Kreuz genommen
14. Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt
Die Auferstehung
Das Eschenkreuz aus dem Bachbett
Der Künstler Hans Pendl aus St.Rupprecht an der Raab fertigte dieses Kreuz aus einer Esche, die 2 Jahre lang in einem Flußbett vom Wasser umspült wurde.
Fazit
Allein diese besondere Passionskrippe von Angela Tripi weckt das Interesse auf das Krippenmuseum in Passeil, wenn man wie ich Krippendarstellungen mag.