Bemerkenswert

Seit zwei Jahren blogge ich

Motorradfahrten und Hüftgelenk, E-Bike und Erwin Wurm, Fasching und Osterkrippen, Sunset am Kap Sunion und eine versteckte Kirche im Südburgenland, ID Austria und Digitaler Euro, das alles und mehr gibt es in meinem Blog. Und Spaß solltet ihr daran haben, dann ist auch meiner nicht umsonst.

Die Blogs sollten ursprünglich über die Erlebnisse eines Pensionisten erzählen

Am 8. März 2024, drei Monate nach meinem Pensionsantritt, habe ich meinen ersten Blog verfasst. Damals wusste ich nicht, worauf ich mich dabei einlasse. Ich wollte einfach, wenn es mich freut und ich mit dem Motorrad unterwegs war, davon erzählen, damit meine ehemaligen Kolleginnen und Kollegen, wie von einigen gewünscht, auch etwas davon haben.

Aber der ganze Prozess begann eine gewisse Eigendynamik zu entwickeln, mit jedem Blogartikel machte es mir mehr Spaß, zu erzählen und zu formulieren. Und so kamen zu den Motorrad-Geschichten bald meine Erzählungen zum Thema E-Bike dazu. Meine damals nicht besonders ausgeprägte Fitness und ein ein neues Hüftgelenk habe ich ebenfalls thematisiert.

Andere Länder, Geschichte und Kultur und „alles mit Computern“ sind die Themen

Die Erinnerungen an meine Wochen in Indien sind weit mehr gelesen worden als ich dachte, genauso ist es mit diversen Urlaubsgeschichten. Zum Motorrad ist rasch das E-Bike dazu gekommen, wobei es mir in beiden Fällen weniger um das Fahren an sich, sondern mehr um das Erlebnis rundherum geht. Darum ist ein großer Teil des Aufwands auch die fundierte Hintergrundrecherche, die neben den Geschichten auch etwas Mehrwert liefern soll.

Immer wichtiger wurden Sicherheitsthemen rund um Handy und PC genauso wie die ID Austria, wo die staatlichen Stellen genauso wie Seniorenorganisationen zu erkennen beginnen, dass persönliche Unterstützung notwendig ist, um allen, die es brauchen und wollen, auch zu ermöglichen.

Die bildende Kunst hat mich schon immer interessiert, wobei ich in meinen Blogs immer mehr einen etwas unkonventionelleren Zugang haben will, der den Fokus etwas vom Fachlichen weg zu einem persönlichen, nicht immer ganz ernst gemeinten Blick lenkt.

Zwei Blogs pro Woche und 10.000 Zugriffe innerhalb eines Jahres aus der ganzen Welt

In 24 Monaten sind 165 Blogs entstanden, das sind fast 7 pro Monat oder sehr oft 2 Blogs in der Woche. In der Zwischenzeit sind die Zugriffe weit weniger durch meine recht geringe aktive Bewerbung sondern weltweit über verschiedenste Suchmaschinen entstanden.

Knapp über 10.000 Zugriffe sind es dann im Jahr 2025 geworden, wobei für mich immer klar ist, dass es ein Hobby ohne finanzielle Interessen ist und es daher auch keine Kooperationen gibt und geben wird. Unabhängigkeit ist mir in der Pension auch hier ganz besonders wichtig. Unter anderem auch darum bezeichne ich mich bewusst nicht als „Digital Creator“.

Und was gibt es im Jahr 2026?

Und so gibt es heuer nach der Serie über 100 Jahre Österreichischer Schilling eine Blog-Reihe, die sich mit dem Brauchtum aus meinem Erleben und meinen Erinnerungen beschäftigt, wovon aber vieles auch heute noch lebendig ist.

Einige längere Motorradreisen sind schon in konkreter Planung, darüber wird es sicher viele Berichte geben, mehr will ich aber aber noch nicht verraten. Aber es gibt auch einige Ziele mit dem E-Bike, über die ich dann erzählen möchte und die Liste der Ausstellungen, die ich heuer besuchen will, ist auch schon recht lang. Das Elektroauto wird heuer auch nicht zu kurz kommen.

Meine Hauptbeschäftigung ist aber noch länger als gedacht die Familiengeschichte, die sich über die Zeit von 1850 bis heute zieht. Sie wird aber nur im Bereich der Familie veröffentlicht werden, über den Prozess der Entstehung möchte ich aber doch in meinem Blog erzählen.

Wenn mir dabei ihr als meine Leserinnen und Leser weiterhin treu bleibt und auch eventuell das eine oder andere „Gefällt mir“ hinterlässt, wird das auch noch weiter mein Ansporn sein.

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Bemerkenswert

Zehntausend (10 K)

Ein Dankeschön an alle meine Leserinnen und Leser! Ich bin überwältigt! Ihr habt meinen Blog in den letzten 17 Monaten 10.000 Mal aufgerufen! Dabei mache ich nichts besonderes, versuche niemanden zu beeinflussen, sprich ich bin keiner und will auch kein Influencer sein, der milde (oder auch nicht) über diese Zahl lächelt.

Ich schreibe einfach darüber, was ich bei diversen Aktivitäten erlebe. Es soll kurzweilig sein und beim Lesen Spaß machen, manchmal informativ und immer authentisch sein. Die Bilder stellen keinen Profi-Anspruch, sondern sind so, wie ich schon viele Jahre fotografiert habe, Schnappschüsse von Landschaft und Natur, unverfälscht und ungefiltert, ist halt nicht Tiktok-gerecht, aber dort poste ich ja sowieso nicht.

Wenn es euch gefällt, freue ich mich auch über ein Abo!

Bemerkenswert

Bloggen aus Leidenschaft

Mein Name ist Reinhold und ich habe als Pensionist diesen Blog gestartet. Warum das auch ein Jahr später noch Spaß macht und ich euch mitnehmen möchte, erkläre ich euch hier mit einem kleinen Ausblick.

Anfang April 2025

Mittlerweile ist es mehr als ein Jahr her, daß ich meine neue „Karriere“ als Blogger gestartet habe. In dieser Zeit ist mein Respekt für professionelle Influencerinnen und ihre männlichen Pendants fast ins Unermessliche gestiegen, weil ich jetzt weiß, wieviel Aufwand dahinter steckt.

WordPress, mit dem ich meine Seite hier gestalte, ist per se kein so schnelles Medium wie Instagram oder TikTok, was mir mehr entspricht, weil ich genau diese Reaktionsgeschwindigkeit nach 20 Jahren Consulting-Berufsleben nicht mehr möchte. Und da ich meine Stimme nicht hören mag und mich in Filmen und seien sie noch so kurz, auch nicht sehen mag, fallen diese für die Kürze noch aufwendigeren Medien für mich ja weg.

Spaß schließt Qualität nicht aus

Ich habe seit meinem Start am 11.März 2024 rund 100 Blogs geschrieben (für die, die nachzählen: Anfang April 2025 waren es 91 veröffentlichte und rund 10 in der Entwurfsphase) und der Aufwand ist größer als ich zu Beginn dachte. Aber wenn man den Anspruch an ein gewisses Niveau hat und ohne KI auskommen will (ja, diese Option gibt es noch immer), ist man auch als „Nano-Influencer“ ohne finanzielle Interessen recht beschäftigt.

Dann braucht es auch eine gewisse Zeit, die Dinge vorher zu erleben, über die ich dann schreibe (oder auch nicht), und ein bisschen Recherche schadet dem Inhalt auch nicht. Was ich aber versprechen kann, daß die Bilder in den Beiträgen zu 99% nicht nachbearbeitet sind, weil es mir einerseits zu aufwendig ist und andererseits so authentischer bleibt.

Ausblick auf die nächsten Inhalte und Themen

Die Themen werden sich auch im zweiten Jahr nicht ändern, meine Palette ist ja sowieso recht groß, wie ihr in den Drop-Down Menüs sehen könnt. Das entspricht zwar nicht immer den Regeln eines erfolgreichen Blogs, aber ich möchte mich da nicht einschränken, auch um zu zeigen, daß Pensionisten oder Rentner breite Interessen haben können, wenn sie wollen.

Ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt, ist meine Operation für ein neues Hüftgelenk. Hier möchte ich mit meinen Erfahrungen und Erlebnissen helfen, Ängste und Vorbehalte abzubauen. Den Blog dazu gibt es nach Ostern zu lesen.

Die Indien-Tagebücher aus dem Jahr 2007 werden mit Ende April/Anfang Mai 2025 zu Ende sein, dafür wird etwas später unter dem Motto „Vom Lochstreifen zur KI “ eine Serie zu meinen mehr als 40 Jahren in der Welt der Computer kommen.

Kleine Verbesserungen gibt es natürlich auch: Die Links werden wo immer möglich, direkt in den Text eingebaut, so erspart man sich das fortführende Suchen.

Nicht nur für Pensionstinnen und Pensionisten

Auch wenn es der Blogname suggeriert, schreibe ich nicht nur für Pensionstinnen und Pensionisten, sondern für alle, die interessiert an neuen Orten sind, egal ob mit Motorrad oder E-Bike erreicht, gerne ins Museum oder eine Ausstellung mitgenommen werden oder so manche Gedanken nachverfolgen mögen.

In diesem Sinn freue ich mich über viele Followerinnen und Follower, noch mehr Leserinnen und Leser und auch Abonnentinnen und Abonnenten, frei nach dem Motto der Mel in den Videos von Wolf im Youtube-Channel Wolfs Bike on Tour TV: „Es kost‘ nix und den Reinhold freut’s!“

Und über den einen oder anderen Kommentar freue ich mich natürlich auch!

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1: Auf nach Sardinien – die Anreise

Der Weg soll ja das Ziel sein, das war unsere Devise als wir 3 Freunde beschlossen, mit den Motorrädern nach Sardinien zu fahren. In diesem ersten Teil erzähle ich von unserer abwechslungsreichen Anfahrt bis zur Fähre in Civitavecchia.Wie immer gibt es auch die Links zu den Routen dazu.

Die Planung startete bereits im Winter, man ist ja nicht mehr 17 und will daher grob wissen, wohin es geht und wie man „vernünftig“ übernachtet. Mein Part dabei war die Routenausarbeitung für die Hin- und Rückfahrt und Franz übernahm die Planung auf den Inseln Sardinien und Korsika.

Auch die Hotels wurden für die ersten drei Nächte am Festland reserviert und die Fähre für die Überfahrt in der vierten Nacht gebucht. Die Ehefrauen von Franz und Werner wollten fliegen, während mein Schatz leider arbeiten musste.

Tag 1 bis Kranjska Gora in Slowenien

So ergab sich eine erste Etappe aus dem Mostviertel bzw. Industrieviertel bis nach Kranjska Gora in Slowenien. Ich fuhr  über den Semmering und das Mürz- und Murtal bis St.Michael, während die Freunde vorbei am Erzberg über den Präbichl anreisten. Das Treffen war dann in einem Cafe nahe des Autobahnkreuzes geplant, doch das war am Sonntag geschlossen.

Eigentlich müsste ich wissen, dass man das kontrolliert, so blieb nur der Schluck aus der mitgenommen Getränkeflasche auf dem Parkplatz davor, bevor wir gemeinsam losfuhren.

Die erste Etappe brachte uns zuerst durch das Murtal vorbei am Österreichring bis ins steirische Rattenberg, wo wir auf der Terrasse des Gasthofes Perschler ein tollles Mittagessen genossen. Über Scheifling und den flott zu fahrenden Perchauer Sattel zog es uns weiter ins kärntnerische Friesach, wo ich in der Nähe den kleinen Prekova-Sattel entdeckt hatte, der vom Mexnitztal bis Straßburg führt.

Die vielen kleinen Kurven gaben einen schönen Vorgeschmack auf die kommenden Tage. Nach einer Eiskaffee-Pause im Stiftskaffee Gurk führte unsere Route über Feldkirchen und das Südufer des Ossiacher Sees durch Villach vorbei am Faakersee.

Über die Karawanken ging es dann auf wenigen Kilometern mit bis zu 18 % Steigung auf den nur knapp über 1000 m  hohen Wurzenpass.

Dass wir noch außerhalb der Motorradsaison unterwegs waren, zeigte sich an den wenigen Bikerkollegen, die uns hier begegneten. Die Wohnmobilfahrer waren am späten Nachmittag auch schon durch und so konnten wir zügig bis in unser Hotel Spik in der Nähe von Krajnska Gora durchfahren. Ein kleiner Spaziergang zum Beine Vertreten ins nächste Restaurant beendete dann unseren ersten Anreisetag.

Die Route des ersten Tages

https://kurv.gr/gVHQP

Tag 2 – Um den Regen herum nach Padua

Das Wetter zeigte sich nach dem Frühstück im Hotel trocken, aber in den Bergen rundherum hing noch der Nebel. Wir wollten trotzdem an unserer geplanten Route festhalten und über den höchsten Pass Sloweniens, den Vrsicpass ins Socatal fahren. Leider begann es aber schon bald nach der Ortsdurchfahrt von Kranjska Gora immer stärker zu nieseln und auch der Nebel kam immer näher.

Nicht umsonst heißt er auf italienisch Passo della Moistrocca (Kopfsteinpflaster), da von den 51 Haarnadelkurven (24 auf der Nordrampe, 27 auf der Südrampe) der 45 km langen Straße im nördlichen Teil der Passstraße noch einige aus Kopfsteinpflaster bestehen. Hier kann es bei Regen recht rutschig werden, aber wir müssen uns nichts mehr beweisen und nichts riskieren und so kehrten wir bald nach der neuen Mautstelle um.

Der Vrsicpass ist zwar auch weiterhin grundsätzlich mautfrei, aber der Parkplatz am Scheitel ist ab 2026 kostenpflichtig und das soll in den verkehrsreichsten Monaten (15. Juni bis 15. September) bereits vor der Auffahrt zu bezahlen sein.

Ein kleiner Umweg über Tarvis, nun in Italien, sollte uns über einen ebenfalls tollen Pass, den Predil, ins Socatal bringen. Die Fahrt geht auf der gut ausgebauten aber nicht besonders spektakulären Straße entlang des Radweges auf der ehemaligen Bahnstrecke von Tarvis nach Bled, den wir im Vorjahr als Abstecher vom Alpe-Adria Radweg bis zu den beiden Fusine-Seen gefahren sind. Rechts und links der Straße tauchen immer wieder hoch oben die dabei zu überfahrenden Eisenbrücken auf.

Tag 1: Von Villach bis Tarvis

Bald zweigte die Straße Richtung Süden ab und wir fuhren beim Predilsee Richtung Passo del Predil. Die manchmal spannenden, weil recht schlecht beleuchteten Kehrtunnel und der Blick auf den See hinunter verlockten uns zu einigen Fotostopps.

Als wir die Passhöhe mit der Grenzstation zu Slowenien erreichten, stand wieder eine Nebel- und Regenwand vor uns. Nach der Befragung einiger ankommenden LKW-Lenker entschlossen wir uns auch hier umzukehren und den Sella Nevea als neues Ziel zu nehmen.

Vorbei an der Westseite des Predilsees führt die Straße auf den knapp 1.200 Meter hohen Scheitel hinauf und dann sind auch ein paar nette Kehren sowie einige kurze Felstunnelpassagen zu meistern.

Bald war Chiusaforte im italienischen Kanaltal erreicht. Hier fuhren wir weiter nach Süden, entlang eines der schönsten Abschnitte des Alpe-Adria Radweges, der immer wieder mit den Brücken und Galerien der alten Bahntrasse zu sehen war. Hier sind unsere Eindrücke vom Vorjahr nachzulesen:

Tag 2: Von Tarvis nach Carnia

Bei Gemona del Friuli, das einen Besuch oben am Berg wert wäre, uns aber mit Blick auf Zeit und Wetterlage nicht ins Konzept passte, fuhren wir weiter südwestlich. Auf schnellen Wegen sollte es durch die Po-Ebene gehen. Kurz bevor wir die Meeresküste erreichten, machten wir noch einen gemütlichen Stopp bei einer Cafeteria und stärken uns mit Espressi und Panini. Die Kirche gegenüber war auch einen Blick wert.

Immer die schwarzen Wolken hinter und über uns fuhren wir nach einigen Ortschaften unter der Autobahn durch und erreichten die Küste, wo es dann bei starkem Wind doch noch zu regnen begann. Der begleitete uns durch Mestre, vorbei an der Kreuzung zum Damm nach Venedig, aber nach 20 Minuten war es wieder vorbei. Bei einer Tankstelle gab es dann nochmals einen Espresso und ein Creme Caramel und wir waren schon wieder fast trocken.

Die letzten 40 Kilometer gehörten kleinen Sträßchen Richtung Padua, vorbei an Kanälen und den typischen venetischen wunderschönen Villen, die man sonst nur aus Fernsehdokus kennt. In die Stadt hinein mussten wir durch ein Baustellen-Labyrinth, da die spezielle Straßenbahn, die Trampadova, ein spurgeführtes System auf Gummirädern, mit der Linie SIR3 erweitert wird. Trotzdem erreichten wir dann recht einfach unser Hotel in der Altstadt, gleich vis a vis der Basilika des Heiligen Antonius, mit gesperrtem Parkplatz im Hinterhof des Hauses.

Wenn man schon so nah an einem der großen Heiligtümer der Christenheit ist, gehört ein Rundgang in der Basilica del Santo natürlich dazu. Diese wurde zwischen 1232 und etwa 1310 mit romanischen und gotischen Stilelementen errichtet, um das Grab des Heiligen Antonius von Padua (geboren um das Jahr 1195 in Lissabon, gestorben am 13. Juni 1231 in Padua) aufzunehmen.

Er ist einer der bekanntesten und beliebtesten Heiligen der Christenheit und ein Lehrer der Weltkirche. Dieser bescheidene Mönch aus der Ferne interessierte sich für die Schwächsten und Benachteiligten, er kümmerte sich um die Probleme der einfachen Leute und kämpfte für die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen und wird deswegen als der Heilige des Volkes bezeichnet.

Während unseres Stadtrundganges begann es auf einmal zu schütten und wir flüchteten in ein kleines vegetarisches Lokal, wo wir dann praktisch trocken unser Abendessen und den stimmungsvollen Blick über den Platz genossen.

Die Route des zweiten Tages

https://kurv.gr/e8BMP

Tag 3 – Bis ins Manhattan des Mittelalters

Die Fahrt hinaus aus Padua war einerseits von der Rushhour und andererseits wieder von Baustellen geprägt, wo wir uns mit unseren breiten Seitenkoffern nicht so leicht wie die einheimischen Rollerfahrer durchzwängen konnten. Aber nach einer Viertelstunde hatten wir den Stadtrand erreicht und wir fuhren den italienischen Fahrstil schon etwas angepasster.

Auf kleineren Straßen, teilweise schnurgerade mit einer Kurve alle heiligen Zeiten fuhren wir Richtung Modena, von wo es dann die letzten rund 170 Kilometer in die hügelige Toskana gehen sollte.

Die Straße änderte sich von einer Minute zur nächsten, war sie zuerst schnurgerade, gab es jetzt 30 Kurven auf der gleich langen Strecke. Aber nicht nur das änderte sich, statt der Roller waren nun mehr Supermotos unterwegs, bei denen man zumindest anhand des Stils vermuten konnte, dass die Fahrer die Kurven auch blind kennen.

Bei einer Allee aus Toskana Schirmföhren (Pinus pinea) musste ich unbedingt anhalten, genau wie am Kreisverkehr am Ortseingang von Vinci, dem Heimatort von Leonardo, und einige Bilder machen.

Nach gefühlt 1000 Kurven tauchte am abendlichen Horizont das Städtchen San Gimignano mit seinen mittelalterlichen Türmen hoch über den umliegenden Hügeln auf. Die beiden höchsten, der Torre Grossa aus dem Jahr 1311 und der Torre della Rognosa, weisen eine Höhe von 54 bzw. 51 Metern auf. Es hat einen speziellen Grund,  warum die Stadt in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben ist: Hier ist die Zeit scheinbar im Jahr 1563 stehengeblieben. Der erste der toskanischen Großherzöge, Cosimo I. de’ Medici, entschied, es dürfen „auch keine geringen Summen“ mehr in diese Stadt investiert werden. Das musste akzeptiert werden, und so ist San Gimignano bis heute geblieben, wie es damals war.

Unser Hotel Volpai lag 11 Kilometer mit hunderten Kurven tiefer im Tal in der kleinen Ortschaft Castel San Gimignano und präsentierte sich einfach so, wie man sich ein kleines Hotel in der Toskana vorstellt. Der einzige Wermutstropfen war, dass es für uns bereits zu spät für das hoteleigene Pool war. So blieb nur das Abendessen im überraschend gut besuchten Restaurant Tre Archi, das auf jeden Fall zu empfehlen ist. Es liegt direkt an der Straße zwischen San Gimignano und Voltera.

Die Route des dritten Tages

https://kurv.gr/WFc3v

Tag 4 – Bis zur Fähre in Civitavecchia

Wir starteten wenige Minuten nach dem Frühstück und verfolgten die Gewitterwolken über uns, immer mit der Hoffnung, dass sie an uns vorbeiziehen. Leider war es diesmal nicht so und so schafften wir es gerade noch nach den ersten stärkeren Tropfen unter das rettende Dach der Tankstelle in Volterra. Tanken und eine halbe Stunde warten war angesagt,  dann war der Spuk vorbei und wir konnten unseren Weg Richtung Süden fortsetzen.

Auf kleinen kurvigen Straßen fuhren wir die hügelige Landschaft der Toskana Richtung Süden. Eine Reihe von alten Ortschaften leuchtete von den in der Nähe liegenden Bergrücken, aber man kann ja nicht dauernd und überall stehen bleiben, um zu fotografieren.

Da wir in Grosseto gut die Hälfte der Strecke geschafft hatten und die Mittagszeit auch schon um war, war es Zeit für eine gute Pasta und einen Espresso. Ein Regenguss erinnerte uns an das unsichere Wetter, war aber rasch wieder vorbei und wir konnten uns bei einem Rundgang auf der Zitadelle nochmals die Beine vor den letzten Kilometern bis zur Fähre vertreten.

Auf wirklich kleinen Sträßchen ging unsere Fahrt wieder in das Hügelland südwestlich von Grosseto und dann bald in Meeresnähe weiter. Beim beinahe ersten Blick auf das Wasser bogen wir ab und fanden praktischerweise dort auch ein Lokal mit Eis und Kaffee.

Die Suche nach der richtigen Fähre gestaltete sich für uns Neulinge schwieriger als gedacht, aber zum Schluß waren wir alle rechtzeitig, das heißt gut zwei Stunden vor dem Ablegen bei der Fähre und konnten daher in Ruhe mit einigen weiteren  Bikern und Rollerfahrern die Stahlbrücke hinauf auf Deck 6 fahren und unsere Fahrzeuge knappest am Rand abstellen, bevor die PKWs und LKWs hinauf durften. Mit dem Minimalgepäck für eine Nacht machten wir uns auf die Suche nach dem Checkin bzw. der Zuteilung der Kabinen.

Die Route am vierten Tag

https://kurv.gr/Y9YQG

Fazit nach vier Tagen

Obwohl unsere Anreisetage im Großteil von Europa von viel Regen geprägt waren, wurden wir dank verschiedener Wetter-Apps und Beobachtungen und unserer daraus folgenden Streckenänderungen nie wirklich nass und die Regenkombi blieb während der gesamten Zeit im Seitenkoffer.

Über die Überfahrt und unsere zweitägige Fahrt vom Hafen Olbia bis Cagliari fast an der Südspitze Sardiniens schreibe ich im nächsten Blog.

Cagliari am Motorrad-freien Tag

Eine Pause vom Motorrad fahren haben wir zum Entspannen und Sightseeing in Cagliari genützt. Neben einer Reihe von Sehenswürdigkeiten kommt dabei überraschenderweise auch mein letzter Arbeitgeber vor der Pensionierung, Capgemini vor. Die Details und viele Bilder gibt es in diesem ersten Blog zu unserer Motorradreise nach Sardinien.

Ich sitze am Yachthafen der Hauptstadt Sardiniens mit Blick auf das eine oder andere Segelboot und genieße die Atmosphäre am Wasser. Mir fällt die Fahne meines ehemaligen Arbeitgebers auf, Capgemini ist einer der Hauptsponsoren der Louis Vitton Americas Cup Regatta, dessen Vorlauf von 21.-24. Mai in Cagliari stattfindet.

Einen Tag habe ich Motorrad-frei schon hinter mir. Viele Schritte bergauf und bergab am Hügel von Cagliari habe ich auch bereits gemacht. Das Taxi brachte mich bis zur Bastione di Saint Remy, von der ich zuerst zum Mercato Civico di San Benedetto, der Markthalle nordöstlich der Altstadt, gehen wollte. Die alte Markthalle soll renoviert werden, daher wurde für diese Zeit ein ganzes Containerdorf aufgebaut. Dieses sollte um 15 Uhr schließen, daher war nicht ganz eine Stunde vorher schon das große Reinemachen im Gange. Ich habe aber doch einige Fotos geschafft und konnte die ersten Herzkirschen und einige Pfirsiche kaufen.

Vorbei am zumindest optisch nicht sehr ansprechenden Opernhaus kam ich in den Parco della Musica (Musikgarten), wo aber gerade für das nächste abendliche Event vorbereitet wurde. Der Blick rechts traf einen blauen Turm, den ich nicht zuordnen konnte und wo sich später herausstellte, dass es das T-Hotel ist.

Ich wanderte aber weiter hinauf, ich wollte ja zum höchsten Punkt der Zitadelle, wo auch die Basilika von Cagliari zu finden ist. Vor dem Tor in die Burg hat man einen wunderschönen Blick links und rechts hinunter auf den Hafen, die Salzseen und das geschäftige Treiben in der City.

Dann öffnet sich der lang gestreckte Piazza Palazzo und man sieht am anderen Ende bereits die Cattedrale di Santa Maria Assunta e Santa Cecilia und den Antico Palazzo di Città, von dessen Ausstellung zu Antonio Ligabue ich noch in einem extra Blog berichten werde. Auch wenn man die Kirche nicht kennt, kommt sie einem von außen bekannt vor, da sie in den 1930er Jahren die heutige neoromanische Fassade nach dem Vorbild der Fassade des Doms von Pisa erhielt.

Die Kathedrale von Cagliari ist wie viele Kirchen Sardiniens der Verehrung der Mariä Himmelfahrt gewidmet. Sie ist eine Mischung aus verschiedenen Kunststilen und birgt sieben Jahrhunderte Geschichte der Stadt Cagliari. Im 13. Jahrhundert im romanischen Stil Pisas erbaut, wurde sie 1258 in den Rang einer Kathedrale erhoben und im 17. und 18. Jahrhundert im Barockstil renoviert.

Nach dem Besuch der Kathedrale und des  Museums verlor ich mich in den kleinen Gassen der Altstadt und genoss immer wieder die Aussicht auf den Hafen. An der Bastione di Saint Remy die ich ja schon von unten kannte, fiel mein Blick hinunter auf einige nette Lokale, wo ich mir später eine Pinsa im Margherita-Stil gönnte. Sie war so flaumig, wie ich sie bisher in Österreich weder in einem Lokal noch selbst gebacken gekannt habe. Jetzt weiß ich aber, wie sie zu sein hat, da wird es zuhause wohl einige Übungsexemplare geben müssen.

Die vielen kleinen Gassen verleiten zum Flanieren und so ist meine vorletzte Station ein Eissalon in den Arkaden am Hafen.

Ein paar Eindrücke noch vom Feuerwehr- und Yachthafen schließen dann den eindrucksvollen Cagliari-Tag. Obwohl Motorrad-frei, war es aber doch kein Tag zum Erholen, es wäre aber schade gewesen, es zu verpassen.

Spannend sah zumindest aus der Entfernung das Zusammentreffen einer einlaufenden gar nicht so kleinen Regatta-Yacht und dem auslaufenden Kreuzfahrtschiff Costa Toscana aus.

Ein ganz besonderer Dank gebührt dem Personal des Manàmanà Ristorante auf der Piazzetta Savoia Ich habe dort nicht nur ausgezeichnete Tagliatelle Carbonara gegessen, sondern durfte dort auch stundenlang unter den Bäumen sitzen und an diesem Blog schreiben.

Weil es besser hierher als zu einem Motorrad-Blog passt: Am Rückweg zum Hotel haben wir sie besucht, die berühmtesten Bewohner der Salzwasserteiche von Cagliari. Die Flamingos gehören mit ungefähr 1,5 m zu den größten Flugvögeln der Welt und leben in Gruppen, die bis zu einigen tausend Exemplaren erreichen können. In Cagliari sind sie das ganze Jahr über vertreten, aber ihre Zahl schwankt sehr stark. Sie bewegen sich zwischen dem Salzwasserteich Molentargius und der Lagune von Santa Gilla sowie den anderen salzigen Feuchtgebieten auf Sardinien, dem Mittelmeerraum und Afrika. Die Salzwasserteiche in Cagliari  können sie bis zu 15.000 Exemplare aufnehmen.

Zum Abschluss gibt’s auch noch ein Sonnenaufgangsfoto, aufgenommen vom Hoteldach Richtung Salzwasserteiche.

Der Rad-Genuss-Tag 2026 im Triestingtal

Bereits zum fünften Mal lud die Wienerwald Tourismus GmbH gemeinsam mit der LEADER-Region Triestingtal+ und den Gemeinden der Region zum Rad-Genuss-Tag am Triesting-Gölsental-Radweg. Diesmal waren auch wir das erste Mal dabei. Über unsere Erfahrungen bei unserer ersten Teilnahme schreibe ich in diesem Blog.

Die Strecke ist nicht nur an diesem Tag ein Genuss

Der erste Samstag im Mai bot damit den perfekten Saisonstart für einen abwechslungsreichen Radausflug mit der Familie oder im Freundeskreis.

Der Triestingtal-Radweg ist 34 km lang, beginnt in Leobersdorf und führt entlang der Triesting über Enzesfeld, Berndorf und Pottenstein weiter nach Weissenbach, Altenmarkt und Kaumberg.

Im Jahr 2002 wurde das erste Teilstück zwischen Altenmarkt und Pottenstein eröffnet und heute gehört er zu den Highlights im niederösterreichischen Radwegenetz. Die Strecke mit der Nummer 42 zählt auch zu den zehn Top-Radrouten in Niederösterreich und verbindet weiter über Hainfeld bis Traisen mit dem Gölsental-Radweg die beiden Hauptradrouten „Thermenradweg (EuroVelo9)“ und „Traisentalradweg“ miteinander.

Der Rad-Genuss-Tag 2026

Bildrechte: Wienerwaldtourismus

Das Anradeln startete dieses Jahr zwar in Altenmarkt, wir stiegen aber beim Ortseingang von Enzesfeld bei der alten Weinpresse ein. Dort befand sich auch eine der insgesamt 16 Labe- und Kulturstationen der Strecke. Diese sollte dann auch unser Abschlusspunkt am Rückweg sein. Weiter führte uns der Weg vorbei an den Stationen in St.Veit und Berndorf zum Wasserturm der ehemaligen Fleischfabrik.

In Pottenstein führt das Teilstück beim alten Lagerhaus zwar malerisch durch eine kleine Allee, die aber durch die Wurzeln der Bäume seit Jahren extrem holprig ist.

Bald danach erreichten wir den Abschnitt am neuen Rückhaltebecken in Fahrafeld. Mit einem Volumen von rund 750.000 m³ ist es das zweitgrößte seiner Art in Niederösterreich. Wenn man mit dem Rad auf dem über 9 Meter hohen und ein Stück auf dem rund 2,5 km langen Damm fährt, kann man sich gar nicht vorstellen, dass dieses Freizeitgebiet beim Hochwasser am 15. September 2024 praktisch bis an den Rand mit Wasser gefüllt war und so nur wenige Wochen nach der offiziellen Freigabe zehntausende Menschen vor dem Hochwasser geschützt und eine ähnliche Tragödie wie im Tullnerfeld verhindert hat.

Der Weg bis Weissenbach führt dann weiter durch blühende Wiesen einmal näher, einmal weiter weg von der Triesting. Seit 2024 besteht auch ein Abstecher nach Neuhaus, der großteils entlang des Nöstachbaches sowie der Landesstraße B 11 verläuft. Dieser empfehlenswerte Abschnitt schließt am bestehenden Triesting-Gölsental-Radweg im Bereich des Bahnhofes in Weissenbach an der Triesting an und endet leider (noch) im Bereich des Parkes in Neuhaus. Mittelfristig soll daraus eine Verbindung zwischen dem Triesting-Gölsental-Radweg und dem Helenentalradweg in Alland werden.

Kurz nach Weissenbach befindet sich direkt neben dem Radweg eine kleine „Aussenstelle“ des Triestingtaler Heimatmuseums, das eine Schauschmide zeigt. Bis Altenmarkt gibt es dann einige kurze Steigungen, die aber selbst von Kindern gut bewältigt werden können.

Auf halbem Weg nach Altenmarkt, kurz vor einer weiteren Labestation bei einem Bauernhof führt ein kleiner Abstecher zu einer zwar nicht mehr funktionstüchtigen, aber trotzdem sehenswerten Mühlrad-Installation.

Nach Altenmarkt verläuft der Radweg eine Weile baulich getrennt direkt neben der Bundesstraße B18 und vorbei an der Wallfahrtskirche Dornau-Thenneberg. „Dornau“ ist das Zentrum der Katastralgemeinde Thenneberg und wurde erstmals im Jahr 1154 urkundlich genannt und ist eine der 5 Wallfahrtskirchen der Gemeinde (neben Altenmarkt, Hafnerberg,  Klein-Mariazell und St. Corona). Sie liegt auch unmittelbar an der „via sacra“, dem Wallfahrerweg, der von Wien quer über den Wienerwald in den Marienwallfahrtsort Mariazell führt.

Der Radweg geht nun weiter das Triestingtal hinauf, einmal näher, einmal entfernter von der Triesting und auf den letzten Kilometern wieder neben der B18 ins Ortszentrum von Kaumberg. Hier genossen wir im Schatten der Bäume am Dorfplatz an der letzten Labestelle beim 2024 neu renovierten Fassbrunnen eine sehr gute Wild-Käsekrainer.

Und wenn man an der richtigen Stelle schaut, sieht man sie auch vom Radweg, die höchstgelegene Burgruine Niederösterreichs, die Araburg oberhalb von Kaumberg, die ebenfalls einen Besuch wert ist und zu Fuß oder mit dem Bike erreichbar ist.

Ein besonderes Schmankerl wollten wir uns auf der Rückfahrt ins Tal nicht entgehen lassen. In Thenneberg rief der Kulturbahnhof nach einem Stopp bei Musik, Kaffee und Kuchen.

Die Besitzer und Betreiber des Kulturbahnhofes, Daniela und Matthias Schorn bespielen ihn das ganze Jahr mit einem starken Kulturprogramm und bringen ihn so wieder zu seiner ursprünglichen Bestimmung als Ort der Begegnung, des Austausches, des Verreisens, Umsteigens und Ankommens zurück. Das Programm dazu kann sich sehen lassen.

Nach einem kurzen Zwischenstopp bei der Labestation in St.Veit gab es zum Abschluss einen Radler bei der Station in Enzesfeld.

Fazit

Nachdem das Wetter mitspielte, waren auch entsprechend viele Radlerinnen und Radler unterwegs, die sich zwar prinzipiell ganz gut verteilten, aber an einigen neuralgischen Punkten kam es doch zu kleineren Staus. Leider  vergessen nicht nur an diesem Tag manche  Teilnehmer, dass auch für Radfahrer die Verkehrsregeln gelten, dass man nicht an Engstellen stehenbleiben sollte und die Verwendung einer Klingel ausdrücklich erlaubt ist.

Sonst war es wahrscheinlich für die meisten, die dabei waren, ein gut organisierter gelungener Tag und man kann sich schon auf nächstes Jahr freuen, wenn es wieder am Samstag, dem 8. Mai 2027 zum sechsten Mal radeln und genießen heißt.

Damit die Zeit bis dahin nicht zu lang wird, kann man ja dazwischen das eine oder andere Mal „üben“ und die Gastronomiebetriebe und Kultureinrichtungen an der Strecke freuen sich ebenfalls das ganze Jahr über auf regen Besuch.

Maiaufmarsch in Kienberg und Enzesfeld

Auch der Maiaufmarsch mit Fackelzug gehört zu den Traditionen nicht nur in Niederösterreich, sondern in ganz Österreich und in vielen Ländern der Welt. In meiner Kindheit und Jugend gab es diese Veranstaltung in den meisten Gemeinden und war auch für jemanden, der wie ich die Sozialdemokratie nur von außen betrachtete, ein beeindruckendes Ereignis. Aus diesem Grund habe ich es auch in meine Blogreihe zu den Bräuchen aus meiner Erinnerung aufgenommen.

Der 1. Mai war ursprünglich ein Feiertag der Arbeiterbewegung, der aus dem Kampf für den 8-Stundentag entstand. 1890 machten Arbeiter zum ersten Mal mit weltweiten Massendemonstrationen unter dem Motto „Heraus zum 1. Mai“ auf ihre Anliegen aufmerksam – auch in Österreich gingen die Menschen auf die Straße. Ab 1891 wurden diese Aufmärsche von der Arbeiterbewegung international durchgeführt. 

Nach dem Ersten Weltkrieg, im Jahr 1919, wandelte sich der Feiertag gegen den Staat zum Staatsfeiertag. Für die Sozialdemokratie bedeutete der 1. Mai damit eine Bestätigung ihrer staatstragenden Funktion; der radikalen Linken und den Kommunisten war er immer viel zu sehr Feiertag und zu wenig Kampftag. Seit 1926 führt der Maiaufmarsch über die Wiener Ringstraße, das architektonische Zentralsymbol des Wiener Bürgertums.

Während des Ständestaats und der anschließenden Nazi-Diktatur waren die Maiaufmärsche verboten, ein Feiertag blieb er trotzdem, die Ideologie dahinter änderte sich aber dem jeweiligen Regime entsprechend. 

Der erste Maiaufmarsch nach 1945 fand aber bereits am 1. Mai 1945 in Wien statt, kurz nach der Befreiung Österreichs, und wurde von KPÖ, SPÖ und ÖVP gemeinsam organisiert, um die Wiederherstellung der Demokratie und die Interessen der Arbeitnehmer zu feiern, auch wenn die Einheit durch den aufkommenden Kalten Krieg schnell zerbrach und ab 1946 getrennte Aufmärsche folgten. Seit 1949 ist der 1. Mai wieder ein offizieller Staatsfeiertag. 

Der Wiener Maiaufmarsch hatte 1890 noch rund 100.000 Teilnehmer. Er war dann in meiner Wiener Zeit zwischen 1980 und 1990 für mich etwas aus der Zeit gefallen, nachdem es ein offenes Geheimnis war, dass die Gewerkschaften sanften Druck ausübten, damit möglichst viele Mitarbeiter der Gemeinde Wien und der staatsnahen Betriebe auch daran teilnahmen. Meine damalige Freundin und spätere Ehefrau sah das als Schwesternschülerin am damaligen Wilheminenspital (heute Klinik Ottakring) nicht so eng und ging nicht mehr hin. Da das immer mehr taten, führte es dazu, dass heute laut Polizei nur noch einige 1.000 Teilnehmer den Weg zum Ring und vor das Rathaus finden. Die Attraktivität der SPÖ, aber auch aller anderen etablierten Parteien nimmt leider immer mehr ab, was sich natürlich auch beim Maiaufmarsch zeigt.

Noch in den 1960er Jahren erinnerten aber die klassenkämpferischen Slogans beider Seiten an die Zeiten des unsäglichen Bürgerkrieges im Jahr 1934. So war es nicht verwunderlich, dass wir daheim in Kienberg die damaligen Aufmärsche nur sehr weit aus der Ferne beobachteten. Die Fahnen mit der Blasmusik voraus hatten für mich immer etwas von einer anderen Welt.

In den 1970er-Jahren wurde wahrscheinlich die Anzahl der Teilnehmer immer weniger, der Maiaufmarsch in Kienberg wurde eingestellt und es gab ihn nur mehr in Gaming, den ich aber nie gesehen habe.

Als wir 1990 nach Enzesfeld kamen, war der Maiaufmarsch mit Fackelzug noch eine Großveranstaltung in diesem von Industrie und Arbeiterbewegung geprägten Ort. Aber auch hier verlor er immer mehr an Attraktivität und so wird er seit vielen Jahren nur mehr als Gemeinschaftsveranstaltung mehrerer SPÖ-Organisationen in Hirtenberg abgehalten. Ein äußeres Symbol ist das Mai-Abzeichen, das auch bereits seit 1890 jedes Jahr neu aufgelegt wird. Ich habe zwar einige davon im Sinne der guten Zusammenarbeit von meinen SPÖ Gemeinderatskollegen erworben, finde aber leider keines mehr in meinem Fundus.

e-card goes Handy

Vom papierenen Krankenschein über die Plastikkarte bis zur neuesten digitalen e-card vergingen gut 20 Jahre. In diesem Blog beschreibe ich, was die e-card kann und was nicht und wie einfach die digitale Version installiert wird.

Die e-card hat sich seit ihrer Einführung im Jahr 2005 bestens bewährt und als Nachweis der Sozialversicherung den alten Papier-Krankenschein abgelöst, an den sich bereits eine ganze Generation nicht mehr erinnern kann.

Seit April 2026 ist die digitale e-card in Österreich als praktische Alternative zur Plastikkarte auf dem Smartphone verfügbar (Das Handy vergisst niemand, die e-card schon manchmal). Sie ist in den Sozialversicherungs-Apps (wie MeineSV, Meine ÖGK, svsGO) integriert und erfordert ein NFC-fähiges Handy sowie eine Anmeldung mittels ID Austria.

Was kann die e-card?

Die E-Card ist der persönliche Schlüssel zum Gesundheitssystem und sichert den Zugriff auf Gesundheitsdaten sowie den Versicherungsnachweis bei den Ärzten.

Mit der e-card wird Ihr Krankenversicherungsschutz bei einem Arztbesuch oder einer anderen medizinischen Behandlung bestätigt. Daher benötiget die Ordinationshilfe vor jeder Behandlung die e-card. Damit kann in der Arztordination elektronisch gesichert geklärt werden, ob und zu welchen Bedingungen (z.B. Rezeptgebührenbefreiung etc.) die Patienten versichert sind.

Sie dient ebenfalls als „Schlüssel“ zur Identifikation und ermöglicht den Zugang zur elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) wenn Sie sich nicht von ELGA abgemeldet haben.

Seit Mai 2009 erlaubt die e-card auch die Meldung und Abmeldung zum Krankenstand

Was kann die e-card nicht?

Weder die physische Karte noch die digitale e-card kann Diagnosen, Krankenakten, Medikamente oder Röntgenbilder speichern. Beide sind nur der Schlüssel zur elektronischen Gesundheitsakte (ELGA). Auf dem Chip ihrer Karte sind und werden keine medizinischen Daten gespeichert.

Die physische e-card hat keine unbegrenzte Gültigkeit (ohne Foto): E-Cards ohne Foto wurden weitgehend gesperrt, wenn kein Foto vorhanden war.

Die e-card ersetzt nicht den Überweisungsschein des Hausarztes zum Facharzt. Leider wurde das bis jetzt nicht umgesetzt. Beim Rezept ist die elektronische Form trotz ursprünglich starker Gegnerschaft bei Ärzten und Apothekern schon lange erfolgreich umgesetzt. Den Überweisungsschein wird Ihnen Ihr Arzt noch immer in Papierform aushändigen. Sie legen diesen dann weiterhin gemeinsam mit der e-card bei der Einrichtung vor, an die Sie überwiesen wurden. 

Keine automatische Abrechnungsgarantie bei Systemausfall, das bedeutet, dass Daten nur nachträglich erfasst werden können, wenn das e-card-System beim Arzt einmal offline sein sollte.

Aber auch das elektronische Rezept funktioniert nicht bei Systemausfall, die Apotheke hat nur bei funktionierender Internetverbindung Zugriff darauf, da auch dafür die e-card in beiden Formen nur der Schlüssel zu den Daten ist.

Keine Funktion ohne ID Austria: Die Nutzung der digitalen e-card ist an die ID Austria gebunden und erst ab 14 Jahren möglich. Damit ist sie genau genommen sicherer als die analoge Karte, die theoretisch auch von Unbefugten verwendet werden kann.

Die e-card ersetzt auch nicht die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) auf der Rückseite für Behandlungen im Ausland.

Sie ist auch nicht selbständig sperrbar bei Verlust: Die digitale e-card kann nicht per Anruf bei der Serviceline gesperrt werden, sondern nur durch Entfernen in der App.

Warum ist für die digitale e‑card eine ID Austria notwendig?

Die e‑card und auch die digitale e‑card sind Schlüssel zu Ihren persönlichen Versicherungs- und Gesundheitsdaten. Diese sind besonders schützenswert und es gelten daher strenge gesetzliche Vorgaben. Damit Ihre Gesundheitsdaten nur von dazu berechtigten Personen aufgerufen werden können, ist für das Hinzufügen und Verwenden der digitalen e‑card eine Identifikation mit ID Austria notwendig.

Was kann meine Ärztin bzw. mein Arzt machen, wenn ich meine digitale e‑card am e‑card Lesegerät in der Ordination benutze?

Durch Verwendung der digitalen e‑card in einer Ordination oder einem Labor geben Sie Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt genau die gleichen Rechte wie mit der physischen e‑card.

Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt erhält Zugriff auf Ihre im e‑card System gespeicherten Versicherungsdaten, auf Ihren e‑Impfpass und auf Ihre e‑Medikationsliste und Ihre e‑Befunde in Ihrer ELGA, sofern Sie sich nicht von ELGA abgemeldet haben.

Was kann meine Apotheke machen, wenn ich meine digitale e‑card am e‑card Lesegerät der Apotheke benutze?

Durch Verwendung der digitalen e‑card in einer öffentlichen Apotheke oder Hausapotheke erteilen Sie genau die gleichen Rechte wie mit der physischen e‑card. Die Apotheke erhält Zugriff auf Ihre offenen e‑Rezepte (sowohl Kassenrezepte als auch Privatrezepte), auf Ihren e‑Impfpass und auf Ihre e‑Medikationsliste in Ihrer ELGA, sofern Sie sich nicht von ELGA abgemeldet haben.

Was kostet mich die e-card?

Ganz gratis ist dieses Service aber auch nicht, egal ob physische Karte oder digitale e-card. Für das Jahr 2027 ist am 15.11.2026 ein Service-Entgelt in Höhe von 26,85 Euro fällig. Dieses Entgelt gilt aber einmal für beide Varianten.

Leider wurde die Befreiung für uns Pensionisten abgeschafft und die Gebühr wird ab dem 15.11.2026 erstmals direkt von der Pensionsversicherung abgezogen.

Wie komme ich zu meiner digitalen e-card?

Dafür sind nur einige wenige Schritte notwendig. Eine bestehende, gültige physische e-card mit Foto ist natürlich die erste Voraussetzung. Voraussetzung ist auch ein NFC-fähiges Handy mit einem sehr aktuellen Betriebssystem. Weiters benötigt man die ID Austria zur Anmeldung. Die Installation der entsprechenden App (z.B. Meine ÖGK, MeineSV) muss ebenfalls erledigt sein, da die digitale e-card dort gespeichert wird.

Mehr Details sind hier nachzulesen: Das E-Card Portal

Als Beispiel die MeineSV App

Die Plastikkarte werde ich trotzdem in meiner Brieftasche lassen, als ehemaliger IT-Mann weiß ich, dass ein Backup nie schadet.

Motorrad-Pläne 2026

Ohne zuviel zu verraten, werden heuer zwei Inseln und die französischen Alpenpässe meine Zeit am Motorrad dominieren. Ein paar Eckpunkte dazu beschreibe ich in diesem Blog.

Meine Honda Crosstourer ist wieder zurück vom Service, hat ein neues Pickerl und neue Reifen und ich bin erleichtert, auch finanziell.
Aber trotzdem werden die Pläne für die neue Saison immer konkreter in der Umsetzung.

Heuer ist das Mittelmeer im weitesten Sinn fast immer irgendwie involviert. Die Berge werden aber trotzdem nicht zu kurz kommen.

Der Mai steht unter dem Thema „Sardinien“, dem ich mich mit zwei Freunden widmen werde. Vier Tage Anreise durch Slowenien und auch die Toskana bis zur Fähre in Civitavecchia, eine Woche auf Sardinien selbst und dann nochmals eine Woche Rückfahrt über Korsika ins italienische Savona und weiter über einige Dolomitenpässe retour nach Österreich stehen dabei auf unserem Plan.

Der Juni gehört einem Radurlaub am Plattensee, daher wird es nur einige Tagestouren mit dem Motorrad geben.

Im Juli ist wieder meine bereits traditionelle Fahrt in die Schweiz am Programm, wobei mir diesmal der Großglockner hoffentlich nicht entgeht. Dabei habe ich im Schnalstal den Ort Karthaus entdeckt, der aus dem aufgelassenen Karthäuserkloster Allerengelberg entstanden ist. Eines der Messner Mountain Museen sollte sich auch wieder ausgehen. In der Schweiz möchte ich die Habsburg und das Kloster Muri mit der Loretokapelle besuchen, deren Gruft seit 1971 als Begräbnisstätte der Habsburger dient.

Statt des direkten Heimweges möchte ich die RDGA  (Route des Grandes Alpes) und die Route Napoléon vom Genfer See bis an die Côte d’Azur fahren. Um nur einige Highlights zu nennen, gehört neben vielen anderen Pässen der Col de l’Iseran mit einer Höhe von 2.770 Metern oder die Verdon-Schlucht westlich von Nizza dazu.

Beim Fahren ist der  Weg das Ziel, aber einige Höhepunkte auf der Strecke neben vielen anderen wie die La Grande Chartreuse, das Mutterkloster des Kartäuserordens nördlich von Grenoble oder zu dieser Jahreszeit die Lavendelfelder der Alpes de Haute Provence, möchte ich ebenfalls sehen.

Dazu wird es über den Sommer eine Reihe von Blogs geben, die sich mit den Touren an sich, aber auch mit den Erlebnissen abseits des Motorrads befassen werden.

Der Maibaum

Ursprünglich sollte er böse Geister vertreiben, dann war der Maibaum bis zur 1848er-Revolution verboten und wurde danach ein Symbol für die neu eingerichteten Ortsgemeinden. Später war er in vielen Teilen Niederösterreichs eher vergessen bis er sozusagen wiederentdeckt wurde. Auch das gehört zu meiner Blog-Serie über Bräuche in Niederösterreich.

Die ersten bekannten Maibäume standen laut dem Buch „Niederösterreich – Eine Spurensuche“ nicht im Dorf, sondern mitten in der Stadt: Chronisten berichten dies 1230 vom Wiener Hof. Maibaum-Feste in den heute bekannten Formen mit Volkstanz und Ähnlichem erfand man erst im 19. und 20. Jahrhundert.

In meiner Kindheit kann ich mich an einen Maibaum nicht erinnern. Erst als ich im Jahr 1981 Obmann der Jungen ÖVP Gaming wurde, haben wir einige Jahre lang einen beim Gasthaus Zechmeister und später bei der Petroleum-Bar in der Pockau aufgestellt. Wir veranstalteten dabei noch das „Maibaum-Kraxeln“, wo die mutigsten jungen Männer, bekleidet mit der kurzen Ledernen, um die Wette den Baum hinaufkletterten. Heute wird der Maibaum von den Gemeinderäten beim Haus der Begegnung in Gaming aufgestellt.

In Lindabrunn wurde der erste Maibaum im Jahr 1999 aufgestellt. Entstanden ist die Idee an der Heurigen-Schank, als ein „Zuagroaster“ fragte, warum es hier keinen Maibaum gäbe. Man beschloss, dass das geändert werden müsse, fuhr gemeinsam in den Wald, suchte einen passenden Baum, schnitt ihn um und entrindete ihn. Dann fuhren die Freunde wieder ins Dorf zurück und stellten den Baum vor dem Feuerwehrhaus auf. Einige Heurigengarnituren kamen rasch dazu, beim Getränkehändler wurden einige Kisten Bier geholt und rasch versammelten sich alle Dorfbewohner um den Baum.

Aufgrund des Erfolges sollte der Maibaum nun jedes Jahr aufgestellt werden. Dafür wurde extra der Brauchtumsverein mit Obmann Martin Stockreiter gegründet und nach einigen Diskussionen mit der Gemeindeführung ist dieser Brauch seither aus dem gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken. Er wird jedes Jahr von einem anderen Waldbesitzer, die heute schon auf einer Warteliste stehen, gespendet, von einigen Mitgliedern des Brauchtumsvereins aus dem Wald geholt und im Beisein der schon bei Getränken und Aufstrichbroten wartenden Bevölkerung aufgestellt. Nach 25 Jahren hat Martin Stockreiter im Jahr 2025 sein Amt an Martin Fürst übergeben.

Der Maibaum wird nach rund einem Monat vom Spender und den Mitgliedern des Brauchtumsvereins umgeschnitten. Doch zuerst wird der Baum im Zuge eines Schätzspiels auf die richtige Länge geschätzt und anschließend für einen guten Zweck „amerikanisch“ versteigert. Das heißt, die oder der letzte, der eine Münze in den herumgereichten Hut geworfen hatte, bekommt den Baum.

Im Jahr 2011 lud ich Verwandte und Freunde auch aus der alten Heimat im Ötscherland zum Heurigen nach Lindabrunn ein, um mit mir den 50er zu feiern. Ein zufälliger Höhepunkt war der am gleichen Tag stattfindende Maibaumumschnitt.

Das Spannende dabei war und ist – nicht nur für die auswärtigen Gäste – ob der Baum wirklich auf der abgesperrten Straße und nicht auf einem Hausdach links oder rechts davon landet. Bis jetzt hat das aber dank umsichtiger Vereinsmitglieder noch immer einwandfrei funktioniert.

Kennen Sie das Ablaufdatum Ihres ID Austria Zertifikates?

Rund 300.000 Zertifikate für die ID Austria laufen in den nächsten Monaten ab.
Das Bundeskriminalamt meldet dazu eine Betrugswelle, bei der Kriminelle den Ablauf digitaler Zertifikate nutzen wollen, um an Ihre Bankdaten zu gelangen. Mit diesem Blog helfe ich Ihnen, das zu verhindern.

Dieses Wissen ist der beste Schutz gegen die aktuellen Phishing-Versuche, die es auf ihre Bankdaten abgesehen haben.

Bedenken Sie: Weder eine Bank noch eine öffentliche Institutionen sendet SMS oder ruft sie ohne ihren vorherigen Kontakt an. Falls Sie trotzdem eine E-Mail oder SMS erhalten haben (könnte 30 Tage vor Ablauf sein), prüfen Sie am besten ausschließlich über die offizielle Seite id-austria.gv.at oder direkt in der App, ob eine Verlängerung tatsächlich notwendig ist.

Was kann ich als ID Austria Benutzer tun?

1. Starten Sie Ihre ID Austria App.
Sie können bereits am ersten Schirm den Hinweis zu SMS Betrugsversuchen lesen:

Rufen sie ihr Konto auf (das Icon im unteren Bereich, siehe Bild oben). Scrollen Sie nach unten. Nach Benutzername, Typ und Zertifikatsseriennummer finden Sie
„Zertifikat gültig bis:“

3. Einige Wochen vorher (nicht einige Tage oder gar am letzten Tag!) sollten Sie sich um die  Verlängerung kümmern. So haben Sie Zeit genug, falls andere gerade die gleiche Idee haben und es nicht auf Anhieb klappt.
Sonst heißt es wieder persönlich zum Amt zu pilgern und den Registrierungsprozess neu zu starten!

Die Verlängerung selbst ist kostenlos und erfordert lediglich die Anmeldung mit der bestehenden, noch gültigen ID Austria, um ein neues Signaturzertifikat auszustellen. 

4. Rufen sie am Besten auf einem Zweitgerät die Verwaltung ihrer Zugangsdaten auf:
https://www.id-austria.gv.at/de/verwalten/zugangsdaten-und-zertifikat-verwalten

Scrollen Sie bis zu „Ich will meine ID Austria verlängern“ und rufen Sie den Button „ID Austria verlängern“ auf.

5. Melden sie sich an und bestätigen sie in der Handy-App den Vergleichswert. Wenn sie das Ablaufdatum ihres Zertifikates überschritten haben, können sie diesen Schritt nicht mehr durchführen und müssen zum Amt für den weiteren Prozess. Darauf werden sie am nächsten Schirm auch noch hingewiesen:

Jetzt können Sie die Daten und die Gültigkeitsdauer Ihrer ID Austria einsehen.

5. Mit österreichischer Staatsbürgerschaft kann über diesen Online-Prozess verlängert werden.

Bei der Verlängerung  wird unter Verwendung Ihrer bestehenden qualifizierten Signatur ein neues Signaturzertifikat für fünf Jahre ausgestellt. Ihr altes Zertifikat wird dabei widerrufen, alle bisher signierten Dokumente bleiben gültig. Das müssen sie am nächsten Schirm mit den 3 Haken auch noch bestätigen:

Mit „Weiter“ starten Sie die Verlängerung. Damit haben Sie ihr Zertifikat erfolgreich verlängert, das neue Gültigkeitsdatum finden Sie ganz unten an der von Vorhin bekannten Stelle (in der Regel sind es wieder weitere 5 Jahre).

So brauchen Sie die Phishing-Versuche nicht zu beachten und darauf möglicherweise hineinfallen.

Ohne Österreichische Staatsbürgerschaft trotzdem zum Amt

Wenn Sie keine österreichische Staatsbürgerschaft haben, müssen Sie leider trotzdem zum Amt gehen, was nicht einzusehen ist, da sie ja amtsbekannt sind (Steuernummer, Sozialversicherung, Meldedaten, usw.). Leider ist es derzeit aber noch immer so.

Falls sie doch zum Opfer geworden sind:

  • Ändern Sie die Zugangsdaten und lassen Sie das Online-Banking sofort sperren
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei
  • Überwachen sie Trotzdem Ihre Kontobewegungen und dokumentieren Sie verdächtige Transaktionen
  • Machen Sie eine Meldung an die Cybercrime-Meldestelle des BKA: against-cybercrime@bmi.gv.at

Natürlich ist die Verlängerung des ID-Austria-Zertifikats wichtig – aber lassen Sie sich nie unter Druck setzen und verwenden sie nur die offiziellen Kanäle in der Art, wie sie sie sonst auch aufrufen. Bei verdächtigen Nachrichten gilt: Nicht reagieren, nicht klicken, sofort prüfen. Falls auch noch das Bauchgefühl nicht eindeutig Ja sagt, lieber nochmals prüfen.

Auf der Suche nach dem Unmerklichen in Lindabrunn

Ich lasse mich, obwohl ich nicht wirklich etwas davon verstehe, gerne auch auf im ersten Moment außergewöhnliche künstlerische Herangehensweisen ein.
Darum kann ich in diesem Blog über „Das Unmerkliche“ berichten, das zwei Künstlerinnen am Symposion Lindabrunn ins Merkliche gebracht haben.

Was kann man an einem sonnigen Ostermontag in Lindabrunn machen? Man kann zum Beispiel am Symposion dem Wind lauschen und dabei die Flora wirken lassen. Das haben auch zwei Künstlerinnen eine Woche lang gemacht.

Zum Abschluss ließen sie das interessierte Publikum auf Einladung des Vereins Symposion Lindabrunn im Salon im Grünen im Rahmen einer kuratierten Streiftour durch das Gelände des Symposiums auf recht spannende Weise an ihren Arbeitsprozessen teilhaben.

Das Symposionsgelände in Lindabrunn

Das Symposion Lindabrunn gilt als schützenswertes Trockenrasengebiet und beherbergt viele seltene Arten von Tieren und Pflanzen. Das Gelände ist darüber hinaus Naherholungsraum, Kunstarena und Weidefläche zugleich und diente früher den Bewohnern als Halt für Kühe, Ziegen, Schafe, die bis auf die gepflanzten Kirschbäume komplett kahl war.

Das Unmerkliche am Symposion

Jetzt könnte man auch philosophisch an das Unmerkliche herangehen. Dabei gefällt mir persönlich am Besten, dass es den unmateriellen Aspekt des Göttlichen charakterisiert, der im materiellen Leben nicht leicht zu erfassen ist.

Jeder, der mit offenen Augen und Ohren über das Gelände am Symposion geht, spürt diesen besonderen Reiz der Landschaft mit seinen seit vielen Jahren eingebetteten Skulpturen. Das hat auch die beiden Künstlerinnen Elisabeth Wildling und Veronika Mayer dazu inspiriert, dieses Unmerkliche mit ihren Ausdrucksmöglichkeiten erkennbar zu machen.

Elisabeth Wildling und Veronika Mayer

Neben zwei Lärchen, die sie entdeckt hatten und die vermutlich zur Gattung der Wienerwaldlärche gehören, hatten es ihnen besonders eine Birke und eine Schirmföhre angetan. In ihrem einwöchigen gemeinsamen Prozess aus Beobachten, Hören und Vergegenwärtigen entfaltete sich eine ortssensitive künstlerische Praxis, die der Situation antwortet, statt sie abzubilden. Wir durften den beiden Künstlerinnen kurze Zeit dabei über die Schulter schauen und hören, wie sie das in Bild und Ton umgesetzt hatten.

Veronika Mayer, die „Tonkünstlerin“, bereitete sich sogar mit Wetter-und Wind-Apps darauf vor, einen möglichst günstigen Zeitraum für Ihr Experiment zu finden, was aufgrund der Wetterlage vor Ostern gar nicht so einfach war. Mit einem Geophon, das sie im Erdreich am Wurzelansatz des Baumes plazierte, wurden die Klänge auf dieser Ebene hörbar gemacht und technisch verstärkt und vermischten sich mit den normalen  Windgeräuschen. Der Ton, den der Wind am Fuß der jungen Birke erzeugte, war hell, während der Ton bei der Schirmföhre tiefer und voller erschien.

Geophone werden in der Kunst eher selten eingesetzt, dienen aber unter Anderem im Bergbau zur Lagerstättensuche,werden aber auch in Erdbebengebieten zur Ortung von Überlebenden in eingestürzten Häusern verwendet.

Elisabeth Wildling befasste sich mit der visuellen Darstellung des Unmerklichen, in dem sie mit einer Folie, die einerseits Licht reflektiert, aber auch bestimmte Spektren durchlässt und so die  Bäume und trockenen Gräser rundherum in einer ganz besonderen Art und Weise darstellt. Auch die Kuhschelle kam so zu künstlerischen Ehren.

Auf diese Weise geschult und vorbereitet zogen die Besucherinnen und Besucher mit den beiden Künstlerinnen ins Haupthaus, wo die Umsetzung in eine audiovisuelle Projektion gezeigt wird. Das spannende dabei ist, dass Bild und Ton nicht synchron  sind und beides nachbearbeitet ist. So entstand ganz bewusst keine Dokumentation des Ist-Zustandes sondern eben die Darstellung des Unmerklichen, wenn man sich als Betrachter darauf einlässt.

Vergleiche mit bekannten Kunstwerken

Prof. Christian Kvasnicka verglich die positiven Projektionen mit dem „Großen Rasenstück“ von Albrecht Dürer und die negativen Projektionen mit den Baumbildern eines der berühmtesten amerikanischen Fotografen des 20. Jahrhunderts, Ansel Adams.

Ich hatte im Jahr 2019 die Gelegenheit, das Dürer-Bild, das im Original nur 40,8 x 31,5 cm mißt, in der großen Ausstellung seiner Zeichnungen in der Albertina zu sehen und zu fotografieren und so kann ich hier beides gegenüberstellen.

Projektion

Albrecht Dürer | Das große Rasenstück | 1503 | ©Albertina Museum, Wien

Ansel Adams wurde vor allem bekannt durch seine eindrucksvollen Landschafts- und Naturfotografien  aus den Nationalparks, National Monuments und den Wilderness Areas im Westen der Vereinigten Staaten, für deren Erhalt er sich zeitlebens eingesetzt hat.  Er gilt als ein Vertreter der „straight photography“, der „reinen Fotografie“, die, der Tradition des Realismus in der Malerei folgend, einer strengen Bildästhetik verpflichtet ist.

Projektion der Schirmföhre

Realismus versus das Unmerkliche

Sowohl der Zeichner Albrecht Dürer (1471–1528) als auch der Fotograf Ansel Adams (1902-1984) gelten als Meister des Realismus in ihrem jeweiligen Bereich und trotzdem haben die beiden Künstlerinnen aus meiner ganz unkünstlerischen Sicht mit ihrem Ansatz mehr das Unmerkliche abzubilden, eine ähnliche Dichte mit ihren Projektionen erreicht.

So endete der Nachmittag für uns Zuhörende und Zusehende mit einer neuen Sicht auf die Vielfalt der Natur am Gelände des Symposions Lindabrunn.

Zur Einordnung einige Details zu den beiden Künstlerinnen

Elisabeth Wildling arbeitet als künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Design an der Universität für angewandte Kunst Wien. Sie studierte Digitale Kunst (vorm.visuelle Mediengestaltung) und Industrial Design an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Ihre Werke wurden bei Ausstellungen und Festivals international präsentiert, darunter: Chemistry of Life, Globart Academy, ehem. Sammlung Essl, Klosterneuburg (AT), Into Silence, Festival Philosophy Unbound – DETEXT, New Delhi, (IN), Un/Controlled Spaces und viele weitere nationale und internationale Events.

Veronika Mayer studierte Klavier, Instrumental- und elektroakustische Komposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und ist Komponistin zeitgenössischer experimenteller Musik, deren Spektrum von Instrumentalstücken über elektroakustische Kompositionen bis hin zu Klanginstallationen reicht.

Radrunde mit Schneebergblicken

Traumhaftes Osterwetter, der Schneeberg zum Angreifen nah und viele Frühlingsboten fanden wir auf unserer ersten richtigen Radrunde des Jahres.

Endlich war am Ostersonntag das Wetter auch für uns Schönwetter-Radfahrer so, dass meine Frau gleich am Morgen den Vorschlag machte, eine Runde in der Sonne zu machen. Das bedeutet nicht, dass wir noch nie bei Schlechtwetter unterwegs gewesen wären, da gibt es Beispiele unter anderem von einem Wolkenbruch in Kärnten oder Nebel in Wr.Neustadt, aber das passiert dann einfach wenn man bereits unterwegs ist.

Und so war der Plan nach einigen kleineren Arbeiten im Garten eine kleine Runde zu fahren und unterwegs ein kleines Stanitzel Eis (für die deutschen Feunde: eine Tüte, Hörnchen, Waffel, die Schweizer Leserinnen und Leser sagen Cornet) zu genießen.

Viele Radwege zur Auswahl

Ein Vorteil im südlichen Niederösterreich sind die vielen verschiedenen Radwege und öffentlich befahrbaren Güterwege, die es trotz recht dichter Besiedlung möglich machen, Straßen praktisch nur zu queren und außerhalb von Ortschaften nie länger als einige 100 Meter entlang zu  fahren.

So starteten wir über den Triestingtal-Radweg, von wo wir beim Bahnhof Leobersdorf in den Thermen-Radweg in südlicher Richtung wechselten. Dieser gehört auch zum niederösterreichischen Teil des Eurovelo 9.

Vom Kanal in die Au und Schneeberg schauen

Gemeinsam mit dem Wr.Neustädter Kanal überquerten wir über jeweils eine der  Flußbrücken den Triesting-Hochwassergraben und die Triesting, bis wir bald danach Richtung Schönau in den Triestingau-Radweg wechselten.

Diese beiden Bilder habe ich bereits im Herbst 2022 aufgenommen.

In Tattendorf beschlossen wir, unser Eis in Bad Vöslau zu holen. Hinter der Pfarrkirche führt ein Weg quer über die Ebene Richtung B17, vorbei an blühenden Kirschbäumen. Und hier stand er, nicht zu übersehen, mächtig und weiß, fast zum Angreifen. Der Hausberg der „Wiener Alpen“, der Schneeberg , thronte im Hintergrund des Wiener Beckens und leuchtete mit den Kirschblüten praktisch um die Wette. So machte die erste richtige Radausfahrt des Jahres richtig Spaß.

Die Rehe auf der anderen Seite des Weges ließen sich nicht so einfach mit dem Handy fotografieren, genauso wie der Fasan, der sich in ein Gebüsch flüchtete. Weiter fuhren wir zuerst ein kleines Stück Richtung Helenental-Radweg und dann über den Harter Berg südöstlich von Sooß, wo der Schneeberg das Panorama im Hintergrund dominierte, scheinbar rechts der Vöslauer Harzberg mit der Jubiläumswarte, links davon die Rax und das Hochplateau der Hohen Wand.

Am Blick Richtung Helenental mit der Ruine Rauheneck steht davor am NÖM-Gelände das neue Hochregallager, das quasi von innen nach außen gebaut wird. Das spezielle Stahlgerüst der Regale ist fertig, die Verkleidung mit speziellen Paneelen soll demnächst beginnen.

Zur Eispause in Bad Vöslau

Am Weg hinunter entdeckten wir zwischen den Zeilen der Weinstöcke zwei Rehe, die sich diesmal fotografieren ließen, weil wir anscheinend gegen den Wind standen. Dann ging es den Gleisen der Südbahn entlang bis in die Kurstadt Bad Vöslau, wo wir uns am Schloßplatz dann doch ein etwas größeres Eis gönnten.

Nach einem kleinen Abstecher auf den Lindenberg bei Kottingbrunn ging es am Radweg wieder zurück nach Hause.

Die Route

Auch wenn das Wort „Berg“ mehrmals vorkommt, hat die Route auf den gut 30 Kilometern nur gemächliche 160 Meter Höhenunterschied.

Und weil er am Routenplan so markant in der Mitte liegt: Der Flugplatz Vöslau-Kottingbrunn ist einer der Marktführer im Bereich der nicht gewerblichen Luftfahrt in Österreich mit mehr als 30 000 Flugbewegungen. Historische Bedeutung erlangte der Flugplatz, als die österreichische Regierungsdelegation am 11. April 1955 von Vöslau zu Staatsvertragsverhandlungen nach Moskau flog und Bundeskanzler Julius Raab nach Rückkunft am 15. April auf dem Flugfeld eine erste Rede über den erreichten Verhandlungserfolg hielt.

Link zur Route