Am Freitag, dem 4. September 2026 fand in Mauer bei Amstetten der diesjährige Landes-Wandertag der Niederösterreichischen Seniorinnen und Senioren statt. Für mich war es das erste Mal, dass ich daran teilnahm, umso mehr war ich neugierig auf den Ablauf.
Der Ort war nicht zufällig gewählt, findet doch heuer die NÖ Landesausstellung unter dem Titel „Wenn die Welt Kopf steht“ noch bis 8. November ganz in der Nähe im neu renovierten Landesklinikum Mauer statt.
Der Start war für die Zeit von 9 bis 10 Uhr geplant, aber schon kurz nach 8:30 reihte ich mich mit vielen anderen PKWs und Bussen auf dem Gelände beim Sportplatz des SVU Mauer ein.
Vor dem riesigen Festzelt gab es Stände von Hilfswerk und Reisebüros und natürlich für die Anmeldung, bei der man den Teilnahme-Button im Bild oben erhielt. Viele Ortsgruppen kamen mit mehreren Teilnehmern, die in ihren unterschiedlich farbigen T-Shirts ein buntes Bild hier am Platz und später auf der Wanderstrecke machten.
Zwei Routen standen zur Auswahl, eine mit rund 6 Kilometern, die zweite mit etwa 9,5 Kilometern. Ich entschied mich für die längere Variante, die wie die andere mehrheitlich über Felder und Wiesen in der Nähe der Ybbs verlief. Dabei streiften wir auch den Ybbstalradweg, der, wenn das Wetter passt, Mitte September auf unserem Plan steht.
Zuerst aber ging es durch eine Siedlung, vorbei an der 2024 fertiggestellten Naherholungszone mit Bäumen, Liegen und einem öffentlichen Obst- und Beerengarten.
Die Wanderer waren motiviert und gut gelaunt, dazu tat das schöne Wetter sein Übriges. Aber auch für Stärkung unterwegs war bestens gesorgt. Die erste Labestelle nach rund 3,5 Kilometern beim Sportplatz Greinsfurth half mit, den ersten kleinen Hunger und Durst zu bewältigen.
Frisch gestärkt ging es gemütlich oder flott, je nach persönlichen Vorlieben wieder weiter, direkt entlang der Ybbs Richtung Süden, wo eine Fahrradbrücke neben der Eisenbahn den Fluss überquert.
Bald waren die nächsten 3,5 Kilometer absolviert und wir erreichten die nächste Labestelle auf einer Lichtung mitten im Wald. Auch hier war mit einem Zelt für Schatten, damit aber auch für einen Unterstand bei etwaigem Schlechtwetter gesorgt. Speisen und Getränke gaben zur Genüge, dass ich mich fragte, ob ich überhaupt noch ein Mittagessen beim späteren Frühschoppen im Festzelt brauchen würde.
Die Senioren-Ortsgruppen von Amstetten, Mauer-Greinsfuhrt und Ullmerfeld- Hausmening- Neufuhrt hatten auf den beiden Labestellen wirklich perfekt für uns rund 2500 Wanderinnen und Wanderer gesorgt.
Ein interessantes landschaftliches Stück lag dann auf unserer Stecke. Der nächste Abschnitt führte hinein in eine rekultivierte Schottergrube, geprägt durch eine Mischung aus freiem Wachstum und angepflanzten Bäumen und Sträuchern.
Das letzte Stück führte kurz entlang der Weyerer Straße B121 und unter ihr durch wieder zurück zum Ausgangspunkt. Dort empfing uns im Festzelt bereits die Musik. Der Musikverein Mauer-Öhling unter der Leitung von Lukas Siegl spielte für uns hungrige und müde Wanderer zum Frühschoppen auf.
Aber nicht nur für Ohrenschmaus war gesorgt, auch der Gaumen kam nicht zu kurz. Das Service war mit vielen Helfern von Musikverein, Feuerwehr, usw. äußerst professionell organisiert. Auch wenn es bis zur Bestellung manchmal etwas länger dauerte, wurden die Speisen und Getränke sehr rasch geliefert und niemand musste verhungern.
Kurz vor der Musik-Pause gab es dann noch ein Ständchen mit Genesungswünschen mit dem „Mein Heimatland Marsch“ für unseren aus gesundheitlichen Gründen abwesenden Landesobmann Karl „Carlo“ Wilfing.
Leider musste ich aus privaten Gründen die gelungene Veranstaltung verlassen, die nicht nur gezeigt hat, dass wir Seniorinnen und Senioren beweglicher sind als vielfach angenommen, sondern auch verstehen zu feiern.
Ein Dankeschön nochmals auch an dieser Stelle von mir als Teilnehmer an die Organisatoren und alle Helferinnen und Helfer, ohne die diese Riesenveranstaltung nicht möglich gewesen wäre!
In diesem Blog erzähle ich von der ersten Etappe meiner heurigen Motorradtour in die Schweiz bis zum ersten Ziel in Zell am See.
Mein Plan war, mit meiner Honda Crosstourer in vier Tagen aus Niederösterreich bis an den Zürichsee zu fahren und dabei viele Pässe und Sehenswürdigkeiten in Österreich, Südtirol und in der Schweiz mitzunehmen.
Zum Eingewöhnen waren die flotten Kurven des nur 662 Meter hohen „Hals“ zwischen Pottenstein und Pernitz der erste Teil. Nur ganz so flott, wie ich mir gedacht hatte, wurde es dann doch nicht. Am Vorabend gab es nämlich im südlichen Niederösterreich heftige Gewitter, die einerseits Blätter und Äste der Bäume und andererseits Schotter auf die Fahrbahn spülten und so viele Kurven rutschig machten.
Aber je weiter man dann im Tal der Piesting Richtung Westen und den Rohrer Berg fuhr, desto besser wurde es wieder. Bald kam mir der typische Geruch einer der letzten Holzkohle- Erzeugung in Niederösterreich in die Nase. Direkt neben der Straße wird von der Familie Wieser auf zwei Höfen in typischen Langmeilern dieses hochwertige Grillmaterial erzeugt.
Nur einige 100 Meter ein ganz ungewohntes Bild, die „Kalte Kuchl“ komplett ohne Motorräder, das gibt es nur sehr früh am Morgen. Den berühmten „Topfinger“ gab es da natürlich auch noch nicht.
Der Ochssattel mit seinen 820 Metern Höhe ist für viele Biker aus dem Wiener Raum nach dem Topfinger das Ziel der Träume, die Einheimischen meiden ihn daher speziell am Wochenende. Aber an diesem Mittwochmorgen gehörte er mir alleine, kein einziges Motorrad begegnete mir bis hinunter nach St. Aegyd.
In Kernhof schliefen die Kamele und die weißen Tiger des Kameltheaters sicher auch noch.
Über das Gscheid und das Halltal und dann mit einigen Serpentinen hinauf auf den markanten Kreuzberg lag zuerst Mariazell und dann Rasing mit dem kleinen Kirchlein hoch über der B20, bevor in Gußwerk die B24 weiter ins Salzatal abzweigte.
Der Blick nach links auf den Hochschwab und später rechts auf die steile Südseite des Dürnsteins und Hochkars gehören neben der Straße an sich zu den Highlights dieser Strecke.
Mein Plan für diesmal war es, seit langem wieder einmal durch das Gesäuse zu fahren, weil ich ja im letzten Jahr die Strecke über den Buchauer Sattel genommen hatte.
Also bog ich am Ende der Erlauftalbundes- straße B25 in Mooslandl links nach Hieflau ab. Nachdem ich es kurz vor der Abfahrt geschafft hatte, die Garmin Drive App mit dem Zumo Navi zu verbinden, behauptete dieses, dass die Gesäusebundesstraße gesperrt sei. Das konnte aber gar nicht sein, ich hatte ja am Vortag die Route in „Kurviger“ und Google Maps nochmals geprüft, also fuhr ich weiter.
Und dann die Überraschung im echten Leben, die Straße war wirklich gesperrt, und zwar so gut, dass man sich nicht einmal mit dem Motorrad vorbeischwindeln konnte. Asphaltiertierungsarbeiten hatten das für die nächsten drei Tage ausgelöst. Das Learnig: manchmal könnte man dem Navi auch vertrauen… Ich habe mich geärgert und sogar aufs Fotografieren vergessen. Dabei waren es hin und zurück nur zwölf Kilometer in schöner Gegend, also genau genommen kein Problem, wenn der Weg das Ziel ist.
Darum war dann eine Kaffeepause beim Postwirt in Großreifling angesagt. angesagt, wo nebenbei der Blick hinunter auf den Bahnhof und auf die Oldtimer (Porsche Traktor, 1er Golf Rabbit und VW Käfer) in der gegenüberliegenden Werkstatt schon den Stopp wert war. Leider hatte es aufgrund der Sonneneinstrahlung so gespiegelt, dass ich keine Fotos von den Fahrzeugen habe.
Dann fuhr ich diesmal über die kleine Straße des Erbsattel und weiter über den Buchauer Sattel vorbei an Admont bis nach Liezen. Normalerweise weiche ich in den letzten Jahren durch das Ennstal bis Schladming auf schöne Seitenstraßen aus, aber der wenige Verkehr machte das diesmal gar nicht notwendig. Ab Radstatt ging es dann parallel zur A9 auf dem letzten Stück der Katschberg Straße (B 99) über Hüttau bis Bischofshofen.
Nach dem ersten Tankstopp bog ich bei der großen Salzachbrücke links ab und schon ging es in einigen Serpentinen die Hochkönig- Bundestraße B169 hinauf nach Mühlbach und weiter über den 1370 Meter hohen Dienter Sattel vorbei am Hochkönig bis Maria Alm und Saalfelden am Steinernen Meer. Von dort waren es auf der stark befahrenen B311 nur mehr wenige Kilometer bis zu meinem Ziel im Zentrum von Zell am See.
Da es am Abend noch das wöchentliche Sommerfest mit einigen Liveacts und lokalen Schmankerln gab, warf ich mich nach dem Abendessen ins Geschehen und genoss die sommerliche Stimmung.
Dabei entdeckte ich im Vogtturm noch eine Ausstellung zum Porsche Design Prinzip. Ferdinand Porsche und seine Familie lebten ja auch jahrelang in Zell am See.
Meinen Heimatort Gaming in Niederösterreich mit der Kartause verbindet mehr als viele wissen mit der Habsburg im Schweizer Aargau. Diesen Spuren bin ich bei meinem Schweiz-Besuch im Juli 2026 ein kleines Bisschen mit dem Motorrad gefolgt.
Zuerst in die Töff-Garage
Bei der Hinfahrt war ein Zwischenstopp in Zürich notwendig, da ich einige Tage davor, noch in Österreich auf meiner Fahrt in die Schweiz, einen Seitenkoffer verklemmt hatte. Die Werkstatt, oder wie man auf Züridütsch sagt, die Töff-Garage, von Moto Taiana konnte mir dabei schnell und unkompliziert helfen und so saß ich schon 20 Minuten später wieder auf meinem Bike.
Weiter in den Aargau
Dann fuhr ich das erste Mal mit dem Motorrad durch die Stadt Zürich, über die Limmat und querte die noble Einkaufsmeile Bahnhofstraße und die Siehl, vorbei am Triemlispital und um den Üetliberg herum hinunter in den Aargau. Die hügelige Landschaft mit den abgeernteten Getreidefeldern erinnert an unsere Bucklige Welt. Nur die Siedlungen sind größer und näher zusammen und der Baustil ist anders als bei uns.
Ein besonders interessantes Objekt bin ich in Rottenschwil überfahren. Die zweijochige stählerne Fachwerkbrücke über die Reuss ist nur einspurig und ich war verwundert, wie geduldig auf beiden Seiten die Autofahrer gewartet haben, bis ich meine Fotos gemacht hatte. Anlässlich der Renovierung 2003 wurde sogar eine eigene Briefmarke dazu herausgegeben.
Der erste markante Ort auf meiner Runde war Muri, dessen Kloster ich mir am Rückweg ansehen wollte. Eine halbe Stunde und einige flotter Kurven später tauchte die Habsburg vor mir auf. Zuerst schien es, sie würde in der Ebene stehen, aber aus der Nähe betrachtet erkannte ich den Burgberg.
Schloß Habsburg
Direkt im Dorf steigt die schmale Straße in einigen Serpentinen hinauf zum Parkplatz am Wüpelsberg gleich unterhalb des Schlosses Habsburg.
Vom ältesten Teil, der Vorderen Burg sind nur mehr die Grundmauern als Ruine erhalten. Diese Teile entstanden ca. 1020, in den 50 Jahren danach wurden der Nord- und Ostturm errichtet.
Die Grundherrschaft der Habsburger wurde immer wieder erweitert und umfasste bald das sogenannte Eigenamt, das Gebiet zwischen Aare und Reuss, das man nach Süden auch von der Burg überblicken kann.
In den nächsten 200 Jahren wurde die Burg von den frühen Habsburgern noch bewohnt, obwohl das Leben ohne Fenster sicher nicht sehr gemütlich war. Daher zog die Familie in die Stadt Brugg und die Burg wurde von Bediensteten betreut.
Albrecht II. „der Weise“
Es ist ein besonderes Gefühl, wenn man erst vor wenigen Monaten an der Gruft des Gründers der Kartause Gaming in der Kirche Marienthron gestanden ist, nun an seiner Geburtsstätte zu stehen. Albrecht II. wurde Ende 1298 als einer der Letzten der Habsburger-Dynastie noch auf der Stammburg geboren. Er übernahm die Regentschaft in Österreich und der Steiermark im Jahr 1330 und gründete gemeinsam mit seiner Gemahlin Johanna von Pfirt im Jahr 1332 die Kartause Gaming.
Herzog Albrecht II. mit Johanna von Pfirt, Lithografie, 1820 Copyright: Österreichische Nationalbibliothek
Seine Frau starb bereits am 15. November 1351 und wurde in Gaming begraben. Herzog Albrecht II. selbst verstarb am 20. Juli 1358 in Wien und wurde am 23. Juli an der Seite seiner Gemahlin in der Gruft in der Kartausenkirche Marienthron in Gaming bestattet.
Soweit hier zur Verbindung der Habsburg mit meinem Heimatort Gaming im nieder- österreichischen Mostviertel, mehr dazu werde ich sicher in einem späteren Blog schreiben.
1415 verloren die Habsburger den Aargau an die Schweizer Eidgenossenschaft. Die Vordere Burg war schon im Lauf des 13. Jahrhunderts zerfallen. Seit 1804 ist die Habsburg im Besitz des Kantons Aargau.
Habsburger-Herzen im Kloster Muri
Eine Reihe von Klosterstiftungen in der Umgebung der Burg ging ebenfalls auf die Habsburger zurück, eine davon ist das Kloster Muri, das das nächste Ziel meiner Motorradrunde sein sollte.
Also ab Richtung Süden, wobei mich die Ortsausfahrt von Brunegg schon wieder zu einem Photostopp „zwang“, weil hier Schweizer, Habsburger und Österreichs Fahne gemeinsam im Wind wehen. Dahinter blickt die Habsburg auf das ehemalige „Eigenamt“.
Nach rund 30 Kilometern vorbei an einer Christbaumkultur (der Aargau ist ein wichtiger Christbaumproduzent für die Schweiz) bog ich in die Marktstraße von Muri ein. Das dort befindliche ehemalige Benediktinerkloster wurde bereits 1027 von den Habsburgern gegründet.
Die Beziehungen zu den Habsburgern schwanden allmählich und die Klosterkirche diente letztmals 1260 als Grablege, denn die mit dem Kloster verbundene Hauptlinie verlagerte bereits 1282 ihren Herrschaftsmittelpunkt nach Wien.
Nach der Eroberung des Aargaus im Jahr 1415 lösten die Eidgenossen die Habsburger als Schirmherren ab. Der Kanton Aargau hob 1841 das Kloster nach mehr als 800 Jahren auf und löste dadurch den Aargauer Klosterstreit aus, der schliesslich im Sonderbundskrieg von 1847, der letzten kriegerischen Auseinandersetzung auf Schweizer Boden, endete.
Muri als alte und neue Grablege
Die Begräbnisstätten wie die Kaisergruft in Wien blieben der Familie Habsburg- Lothringen nach ihrer Entmachtung jahrzehntelang verwehrt. Und so besann sich die Familie wieder an Muri. Die Lorettokapelle wurde der neue Bestattungsort und so ruhen dort die Herzurnen von Kaiser Karl und Kaiserin Zita. Das Kloster Muri ist somit die älteste bekannte und zugleich auch die jüngste Grablege seiner Stifterfamilie.
Da ich mir einen Montag für meine „Habsburg-Forschungen“ ausgesucht habe, blieben die Museumstore und damit mein Zugang zur Lorettokapelle auch hier leider verschlossen.
Das Kloster der Habsburger
Daher blieb mir nur die Klosterkirche mit ihrem Oktogon, das noch heute der größte sakrale Zentralraum der Schweiz ist. Im rechten vorderen Teil des Oktogons befindet sich das Habsburgerdenkmal (111) mit dem Stifterpaar Radebot von Habsburg und seiner Frau Ita von Lothringen. Dahinter und nur vom Museum aus zugänglich liegt die Lorettokapelle (225). Der Leontiusaltar (115) befindet sich an der linken Seite.
Die Superlative haben damit aber kein Ende, der Osttrakt ist mit 222,5 m das größte klassizistische Bauwerk der Schweiz. Gegenüber des Klosters befindet sich der Leontiusbrunnen. Die Figur des Katakomben- heiligen Leontius, dessen Gebeine in der Klosterkirche aufbewahrt werden, prägt den Brunnen.
Der Rückweg an den Zürisee
Nach soviel Geschichte war es wieder Zeit für einige Motorradkurven, die ich über den Albis fahren wollte. Aber egal, welche Straße ich auch nahm, mindestens eine ampelgeregelte Baustelle bremste meinen Fluß. Trotzdem ist der kleine Buchenegg-Pass eine gute Alternative zur stark befahrenen Albis-Straße. Vorbei am Tierpark Langenberg in Langnau am Albis, der zu Begegnungen mit einheimischen Wildtieren einlädt, führte mein Weg hinunter ins Sihltal. über die Sihl und Gattikon bis zu meinem Ziel Thalwil am Zürisee.
Nachbetrachtung
Diesmal war auf meiner Motorradrunde der Anteil der Geschichte ziemlich hoch, aber die Kurven und die angenehme Landschaft bleiben dennoch in bester Erinnerung. Eine Wiederholung nicht an einem Montag, wenn hoffentlich die Aussenrenovierung abgeschlossen sein wird, soll es daher auf jeden Fall geben.
Übrigens passen Gaming, Motorrad und Habsburger auch sonst ganz gut zusammen. Ferdinand Habsburg ist ein österreichischer Automobilrennfahrer, der seit 2022 in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft antritt. Und seine Eltern Karl Habsburg-Lothringen und Francesca Thyssen-Bornemisza hatten im Jahr 1993 nach der Trauung in Mariazell ihre Hochzeitstafel in der Kartause Gaming.
In diesem Blog schreibe ich über eine kürzere Tour mit trotzdem spannenden Kurven und Zwischenstationen im südlichen Niederösterreich und dem angrenzenden Burgenland.
Ich bin eigentlich Schönwetterfahrer und bin weder bei Regen als auch bei Hitze nicht gern unterwegs. Hier widersprechen wahrscheinlich die, die meinen Blog zu meiner Tour in den Schwarzwald gelesen haben. Trotzdem habe ich mich erst wieder am ersten nicht so heißen Tag nach der Sardinien-Tour aufs Motorrad gesetzt um eine Runde über die Rosalia zu fahren.
Bei der Bezeichnung Rosaliengebirge lächlen die Freunde aus dem Westen Österreichs, die anderes gewohnt sind. Aber hier gibt es genauso wie in der direkt anschließenden Buckligen Welt viele Straßen und Sträßchen, die auf einigen kurvigen Touren erkundet werden können, ohne sich dabei zu sehr zu wiederholen.
Die Burg Forchtenstein stand am Plan, aber an der Kreuzung beim Tor der Buckligen Welt stand eine schwarze Wolke und so bog ich nicht links ab, sondern fuhr weiter Richtung Hochwolkersdorf. Dann war es nicht mehr weit bis zu den Serpentinen von Schwarzenbach.
Am Burgberg gegenüber war der Aussichtsturm zu sehen und so beschloss ich, dem Keltendorf einen Besuch abzustatten. Es war ja sicher schon 15 Jahre her, dass ich das letzte Mal dort war. Das Dorf war gewachsen und am Weg zum Museumsturm tummelte eine Herde Zwergziegen auf der falschen Seite des Zaunes herum, während auf der anderen Seite einige neugierige, frisch geschorene Alpakas und Straussen herüberlugten.
Also fuhr ich lieber weiter Richtung Süden bis Kobersdorf. Dort finden seit vielen Jahren die Schloss-Spiele unter der Intendanz von Wolfgang Böck statt. Neben den immer wieder besonderen und heiteren Stücken macht der begeisterte Mororradfahrer auch eine gemeinsame Fahrt für Biker vom Mattersburger Pappelstadion bis zum Schloss Kobersdorf. Einige Jahre waren wir auch dabei und fuhren mit mehr als hundert Bikes gemeinsam mit Wolfgang Böck praktisch direkt in die Vorstellung. Das Bild unten mit ihm stammt aus dem Jahr 2015.
Aber heute war keine Vorstellung und so ging es weiter über Lindgraben Richtung Süden, bis die Straße nach Westen in die Bucklige Welt abzweigte. Nach einigen flott zu fahrenden Kurven bog eine kleine Straße zur Ruine Landsee, einer der größten Burgruinen Mitteleuropas, ab. Neben dem geschichtsträchtigen Gemäuer ist der Rundumblick über das südliche Burgenland auf jeden Fall eine Pause wert. Die Bilder stammen aber von meinem letzten Besuch im Herbst 2021.
Waren es in Schwarzenbach die Kelten aus dem 2. und 1. Jahrhundert v. Chr., so sind es auf der Burg Landsee die Ritter aus dem 15.Jahrhundert, die das Geschehen bestimmten.
Bald danach führte mich die Crosstourer wieder Richtung Norden vorbei am Pauliberg, unserem jüngsten Vulkan, der vor 11 Millionen Jahren erloschen ist und auch schön vom Schwarzenbacher Museumsturm zu sehen ist.
In Wismath wollte ich wieder hinunter von den Höhen der Buckligen Welt und fuhr über Hollenthon und dem heute höchsten Punkt der Tour bei Wiesfleck auf 850m Seehöhe bis Krumbach auf die B55 und vorbei an der Kreuzung beim Weissen Kreuz, wo man schon fast beim Eis-Greissler ist. Über Edlitz und weiter über Scheiblingkirchen und links über die Natschbacher Straße ging es nach Neunkirchen hinüber ins Schwarzatal.
Am Kreisverkehr an der Blätterstraße bei Neusiedl am Steinfeld kann ich das Rätsel vom überdimensionalen Wasserfass auflösen. Hier befindet sich schon seit den 1950er Jahren einer der imposantesten Wasserbehälter und mit 600 Millionen Liter Trinkwasser einer der größten Europas. Der Behälter ist in das Gefälle der Ersten Wiener Hochquellenleitung eingebunden und dient zur Trinkwasserabsicherung ohne zusätzliche Pumpen für die Stadt Wien.
Dieser wird auf einer riesigen Baustelle bis 2036 zum größten geschlossenen „Wasserfass“ Europas mit einem Fassungsvermögen von rund einer Milliarde Liter erweitert. Auch wenn es nicht so aussieht, von dort sorgt das Gefälle dafür, dass das Wasser ohne Pumpen direkt bis in die Millionenstadt Wien fließen kann.
Das letzte Stück meiner mit rund 180 Kilometern eher kürzeren Tour führte dann über Bad Fischau und Steinabrückl zurück zum Ausgangspunkt in Enzesfeld. Es zeigte sich, Fahrer und Motorrad sind in bester Verfassung und gut vorbereitet für die nächste Tour in die Schweiz.
Der Begriff Kirtag weist auf die Verbindung mit der Kirche und der dort gehaltenen Messe hin. Am Weihetag oder Tag des Kirchenpatrons gesellte sich zur heiligen eben die profane Messe, der Jahrmarkt dazu. Historische Gegebenheiten und Kindheitserinnerungen dazu beschreibe ich in diesem weiteren Blog zum Thema Bräuche, aber auch internationale Beispiele kommen nicht zu kurz.
Standelmarkt mit Tradition
Bis heute ist der Standelmarkt mit Gegenständen des täglichen Bedarfs und Süßigkeiten, wie großen, verzierten Herzen aus Lebkuchen, Schaumrollen oder Zuckerwatte, Teil des traditionellen Kirtags. Die Rolle als Versorger mit Dingen des täglichen Bedarfs hat der Kirtag aber Ende des 20. und im 21. Jahrhundert verloren.
Kaiser Joseph II., dem die „unnötigen“ und die im volkswirtschaftlichen Sinne „unproduktiven“ Dinge ein Dorn im Auge waren, schaffte auch viele Feiertage und Kirchenfeste ab, hauptsächlich um die Zahl der Arbeitstage zu erhöhen. „Seine Majestät haben den allerhöchsten Befehl zu geben geruhet, daß die Kirchweihfeste in den gesammten deutschen Erblanden auf den dritten Sonntag im Monat Oktober versetzet werden sollen …“ mit diesen Worten verfügte Joseph II. vor 230 Jahren den „Kaiserkirtag“. Das führte aber mancherorts aber dazu, dass dann sowohl die Kirchweihe als auch der kaiserliche Festtag gefeiert wurde.
Bis dahin war es Brauch gewesen, die Kirchweihe an ihrem Jahrestag zu feiern. Meist war es zugleich der Gedenktag des Patrons. Das konnte jedes beliebige Datum sein, mit Ausnahme der „geschlossenen Zeiten“ vor Ostern und Weihnachten, in denen die Kirche keine Tanzunterhaltungen duldete („Kathrein stellt den Tanz ein“).
Das Marktrecht in Enzesfeld
Es ist nicht überliefert, seit wann Enzesfeld das Marktrecht besitzt. Aber schon 1509 wird der Ort im „Beratungsbuch“ als „Markt“ bezeichnet. Es dürfte aber wieder in Vergessenheit geraten sein und nach dem Einfall der Türken 1683, bei dem es nur 36 Überlebende im Ort gab, überhaupt abgekommen sein.
Seit der Gemeindereform von 1848/49 hat die Bezeichnung „Marktgemeinde“ auf österreichischem Territorium jedoch die rechtliche Bedeutung verloren. Von nun an war nämlich das Abhalten von Märkten an eigene Bedingungen innerhalb der Gemeinden gebunden und somit unabhängig vom bis dato eingehaltenen formalen Marktrecht möglich. Das bedeutet faktisch gesehen: Die Bezeichnungen „Markt“ und „Marktgemeinde“ sind seitdem politisch betrachtet ohne Belang.
Im Jahr 1937 beantragte der Enzesfelder Gemeindetag trotzdem „im Hinblick auf die historische und wirtschaftliche Bedeutung“ wieder das Marktrecht, das dann von der NÖ Landesregierung am 31.1.1938 auch gewährt wurde und seitdem gilt.
In Niederösterreich gibt es die meisten Marktgemeinden in Österreich, es sind nämlich 327 Marktgemeinden von insgesamt 573 politisch selbständige Gemeinden.
Kindheitserlebnis Kirtag
Als Kind war es noch ein Erlebnis, einmal im Jahr auf den Kirtag zu gehen. Dort gab es alles, was das Kinderherz begehrte, vom Spielzeug bis zu den Schaumrollen vom Reschinsky, damals nur in Scheibbs. Heute findet man „den Reschinsky“ mit seinen Ständen und Wägen schon auf allen größeren Weihnachtsmärkten und den meisten Kirtagen in Niederösterreich. So hole ich mir dabei fast jedes Mal, wenn ich einen Stand sehe, den Geschmack der Heimat mit einer Schaumrolle, einem Punschkrapferl oder einer Scheibbser Kugel zurück.
Damals war es spannend, in Gaming, Gresten oder Scheibbs „auf den Kirtag“ zu gehen. Die Oma kaufte damals für sich eventuell eine Kleiderschürze oder ähnliches, die Mutter einen Kochlöffel und für die Kinder gab es auch eine Kleinigkeit.
Kirtag in Enzesfeld
In Enzesfeld ist die Pfarrkirche der Hl. Margarete geweiht. Daher fand zumindest ab 1905 jeweils am 20. Juli der Kirtag statt. Seit vielen Jahren wird dieser gemeinsam mit dem Feuerwehrfest am ersten Sonntag im Juli abgehalten, bis Anfang der 1990er Jahre noch in der Schloßstraße. Er wurde dann zum Kaufhaus Scharler verlegt und ist seit einigen Jahren nach einer Zeit in der Fabrikstraße in verkleinerter Form beim Feuerwehrhaus gelandet.
Stiefelkirtag in Leobersdorf
Der Stiefelkirtag findet zweimal im Jahr, im Mai und im November, in Leobersdorf statt. Dabei wird die Leopold Hörbinger-Straße zur Marktmeile, bei der es bei den Standlern wie früher von Kleidung und Geschirr bis zu kulinarischen Leckerbissen alles gibt, was das Herz begehrt.
Das eigene Kirtagsstandel
Als Kind habe ich es mir nicht träumen lassen, dass ich auch einmal einen Kirtagstand haben werde. Aber genau so war es – in den ersten Jahren meiner Obmannschaft beim Hilfswerk Triestingtal (ca. 2011 bis 2015) hatten wir beide Male im Jahr einen eigenen Stand, damals noch in der Südbahnstraße in Leoberdorf vor unserem damaligen Hilfswerk-Lokal, bis wir das wegen mangelnder Einnahmen wieder einstellten, da die meisten Besucherinnen und Besucher des Kirtags nicht auf Kaffee oder ein Glas Wein eingestellt waren.
Ein Schausteller wäre aber sowieso nie aus mir geworden.
Die Österreich-Fotos dieses Blogs habe ich alle am Neuhauser Kirtag im Triestingtal am 14. Juni 2026 gemacht. Dieses traditionelle Fest der Freiwilligen Feuerwehr Neuhaus umfasst neben zahlreichen Kirtagsstandeln einen klassischen Festbetrieb mit musikalischer Unterhaltung und einem Frühschoppen am Vormittag.
Ein paar internationale Beispiele
Zufällig habe ich heuer bereits zwei Märkte außerhalb Österreichs besucht, die sehr gut als Ergänzung zu diesem Blog passen. Eindrücke aus Indien und Thailand runden das Bild ab.
Der Wochenmarkt in Alessandria
Den ersten habe ich auf unserer Heimreise von Sardinien zufällig bei einem Zwischenstopp in Alessandria im italienischen Piemont auf der Piazza Guiseppe Garibaldi entdeckt. Auf diesem, wie ich finde, wunderschönen Platz mit Säulengängen in piemontesisch-lombardischer Architektur herrscht dreimal in der Woche reges Treiben, montags ist der Platz den ganzen Tag, donnerstags und samstags jeweils einen halben Tag lang Marktgebiet, während er den Rest der Zeit profan als Parkplatz genutzt wird.
Hier findet man alles von Kleidung über Schuhe, Töpfe und Pfannen bis hin zu Waschmitteln, einfach alles Mögliche von lokalen, chinesischen, marokkanischen und pakistanischen Straßenhändlern. Dabei ist der Einfluß der arabischen Händler sicher am Größten.
Der Wochenmarkt von Keszthely
Der zweite ist der Wochenmarkt im Stadtzentrum von Keszthely (Ungarn), direkt in der Nähe des Hauptplatzes und des Theaters, leicht erreichbar in der Piac terkepe.
Am Mittwoch und Samstag bieten hier Händler ihre Waren an, von frischem Gemüse und Obst, bunten Blumen, über Honig und Säften gibt es vieles mehr. Hausgemachte Nudeln, Eier aus Freilandhaltung sowie geräucherte Mangalica-Produkte ergänzen das Angebot. Außerdem gibt es frischen Lángos, Lebkuchen und Puszedli (Busserl/Weinbeisser). Man kann sich sogar Schlüssel nachmachen oder Messer schleifen lassen, denn es befinden sich auf dem Marktgebiet auch einige Werkstätten. Ein Teil ist auch ein Flohmarkt, der von Kleidung über Antiquitäten bis zu Dingen des täglichen Bedarfs alles bietet.
Nach langer Zeit habe ich auch wieder einmal ein Rezept, diesmal für die oben genannten Puszedli. Es ist zwar ungarisch, aber das lässt sich ja bequem übersetzen.
Marktbilder aus Hyderabad in Indien
Im Jahr 2007 hatte ich bei meinem Indienaufenthalt die Gelegenheit, einige Märkte zu sehen. Hier zeige ich die Bilder aus dem Zentrum von Hyderabad.
Walking Street Market in Phuket
Wer schon einmal im thailändischen Phuket war, kennt auch den berühmten Walking Street Market. Untenstehend findet ihr meine Erzählung dazu aus dem Jahr 2025.
Das Sonnwendfeuer ist aus dem Veranstaltungskalender von Enzesfeld-Lindabrunn nicht mehr wegzudenken. Heuer findet es am Freitag, 19. Juni 2026 bei der Winzerkapelle in den Rieden statt. Zur Geschichte dazu und zu meinen Kindheitserinnerungen schreibe ich in diesem weiteren Blog zu den Bräuchen in Niederösterreich.
Da die Sonnwendfeuer ein recht junger Brauch sind, kann ich mich in meiner Kindheit nicht daran erinnern. Wir waren nur einmal in Reinsberg dabei, als bei einem Bauern auf einer Bergwiese ein großes Feuer entzündet wurde. Erst später, Ende der 1970er und später gab es auch in Gresten immer wieder ein Sonnwendfeuer. Einmal haben wir auch von der Jungen ÖVP Gaming auf der „Kapleralm“ ein Sonnwendfeuer veranstaltet, bei dem wir viele Besucher begrüßen konnten.
Ursprünglich war es ein heidnischer Brauch, der nach der Christianisierung von der katholischen Kirche abgeschafft werden sollte, was aber nicht gelang. Im Mittelalter wurden sogar inmitten der Städte Sonnwendfeuer entzündet, was regelmäßig zu großen Bränden führte. Schließlich legte die Kirche den Gedenktag für Johannes den Täufer auf den 24. Juni und übernahm wie andere auch diesen heidnischen Brauch. Später geriet er zumindest in den meisten Teilen Niederösterreichs wieder in Vergessenheit.
Heute werden in Niederösterreich eher Sonnwend- als Johannisfeuer entzündet. Das bekannteste und größte findet jedes Jahr in der Wachau statt. Während die Schiffe von Krems nach Melk und wieder zurückfahren, werden die Feuer zeitgleich entzündet. In Spitz an der Donau wird die Silhouette der Ruine erleuchtet, ebenso wie die Terrassen des Tausend-Eimer-Berges. Dazu kommt als Abschluss ein großes Feuerwerk. Wir haben dieses Spektakel auch schon in Spitz und in Dürnstein besucht, ein wirklich besonderes Erlebnis.
Ein sehr stimmungsvolles Sonnwendfeuer konnten wir im Jahr 2017 zufällig am Kollmitzberg in der Nähe von Ardagger an der Donau genießen. Während wir auf das Entzünden des Feuers warteten, tauchten auf den Hügeln über der Donau im Waldviertel und dem angrenzenden Mühlviertel viele Feuer auf.
In Enzesfeld-Lindabrunn haben wir von der ÖVP vor ungefähr 30 Jahren als eine der Ersten in der weiteren Umgebung das Sonnwendfeuer eingeführt. Es fand jahrelang beim Frauentalkreuz und findet jetzt in den Rieden in der Nähe der Winzerkapelle statt und ist aus dem Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken.
Bereits zum fünften Mal lud die Wienerwald Tourismus GmbH gemeinsam mit der LEADER-Region Triestingtal+ und den Gemeinden der Region zum Rad-Genuss-Tag am Triesting-Gölsental-Radweg. Diesmal waren auch wir das erste Mal dabei. Über unsere Erfahrungen bei unserer ersten Teilnahme schreibe ich in diesem Blog.
Die Strecke ist nicht nur an diesem Tag ein Genuss
Der erste Samstag im Mai bot damit den perfekten Saisonstart für einen abwechslungsreichen Radausflug mit der Familie oder im Freundeskreis.
Der Triestingtal-Radweg ist 34 km lang, beginnt in Leobersdorf und führt entlang der Triesting über Enzesfeld, Berndorf und Pottenstein weiter nach Weissenbach, Altenmarkt und Kaumberg.
Im Jahr 2002 wurde das erste Teilstück zwischen Altenmarkt und Pottenstein eröffnet und heute gehört er zu den Highlights im niederösterreichischen Radwegenetz. Die Strecke mit der Nummer 42 zählt auch zu den zehn Top-Radrouten in Niederösterreich und verbindet weiter über Hainfeld bis Traisen mit dem Gölsental-Radweg die beiden Hauptradrouten „Thermenradweg (EuroVelo9)“ und „Traisentalradweg“ miteinander.
Der Rad-Genuss-Tag 2026
Bildrechte: Wienerwaldtourismus
Das Anradeln startete dieses Jahr zwar in Altenmarkt, wir stiegen aber beim Ortseingang von Enzesfeld bei der alten Weinpresse ein. Dort befand sich auch eine der insgesamt 16 Labe- und Kulturstationen der Strecke. Diese sollte dann auch unser Abschlusspunkt am Rückweg sein. Weiter führte uns der Weg vorbei an den Stationen in St.Veit und Berndorf zum Wasserturm der ehemaligen Fleischfabrik.
In Pottenstein führt das Teilstück beim alten Lagerhaus zwar malerisch durch eine kleine Allee, die aber durch die Wurzeln der Bäume seit Jahren extrem holprig ist.
Bald danach erreichten wir den Abschnitt am neuen Rückhaltebecken in Fahrafeld. Mit einem Volumen von rund 750.000 m³ ist es das zweitgrößte seiner Art in Niederösterreich. Wenn man mit dem Rad auf dem über 9 Meter hohen und ein Stück auf dem rund 2,5 km langen Damm fährt, kann man sich gar nicht vorstellen, dass dieses Freizeitgebiet beim Hochwasser am 15. September 2024 praktisch bis an den Rand mit Wasser gefüllt war und so nur wenige Wochen nach der offiziellen Freigabe zehntausende Menschen vor dem Hochwasser geschützt und eine ähnliche Tragödie wie im Tullnerfeld verhindert hat.
Der Weg bis Weissenbach führt dann weiter durch blühende Wiesen einmal näher, einmal weiter weg von der Triesting. Seit 2024 besteht auch ein Abstecher nach Neuhaus, der großteils entlang des Nöstachbaches sowie der Landesstraße B 11 verläuft. Dieser empfehlenswerte Abschnitt schließt am bestehenden Triesting-Gölsental-Radweg im Bereich des Bahnhofes in Weissenbach an der Triesting an und endet leider (noch) im Bereich des Parkes in Neuhaus. Mittelfristig soll daraus eine Verbindung zwischen dem Triesting-Gölsental-Radweg und dem Helenentalradweg in Alland werden.
Kurz nach Weissenbach befindet sich direkt neben dem Radweg eine kleine „Aussenstelle“ des Triestingtaler Heimatmuseums, das eine Schauschmide zeigt. Bis Altenmarkt gibt es dann einige kurze Steigungen, die aber selbst von Kindern gut bewältigt werden können.
Auf halbem Weg nach Altenmarkt, kurz vor einer weiteren Labestation bei einem Bauernhof führt ein kleiner Abstecher zu einer zwar nicht mehr funktionstüchtigen, aber trotzdem sehenswerten Mühlrad-Installation.
Nach Altenmarkt verläuft der Radweg eine Weile baulich getrennt direkt neben der Bundesstraße B18 und vorbei an der Wallfahrtskirche Dornau-Thenneberg. „Dornau“ ist das Zentrum der Katastralgemeinde Thenneberg und wurde erstmals im Jahr 1154 urkundlich genannt und ist eine der 5 Wallfahrtskirchen der Gemeinde (neben Altenmarkt, Hafnerberg, Klein-Mariazell und St. Corona). Sie liegt auch unmittelbar an der „via sacra“, dem Wallfahrerweg, der von Wien quer über den Wienerwald in den Marienwallfahrtsort Mariazell führt.
Der Radweg geht nun weiter das Triestingtal hinauf, einmal näher, einmal entfernter von der Triesting und auf den letzten Kilometern wieder neben der B18 ins Ortszentrum von Kaumberg. Hier genossen wir im Schatten der Bäume am Dorfplatz an der letzten Labestelle beim 2024 neu renovierten Fassbrunnen eine sehr gute Wild-Käsekrainer.
Und wenn man an der richtigen Stelle schaut, sieht man sie auch vom Radweg, die höchstgelegene Burgruine Niederösterreichs, die Araburg oberhalb von Kaumberg, die ebenfalls einen Besuch wert ist und zu Fuß oder mit dem Bike erreichbar ist.
Ein besonderes Schmankerl wollten wir uns auf der Rückfahrt ins Tal nicht entgehen lassen. In Thenneberg rief der Kulturbahnhof nach einem Stopp bei Musik, Kaffee und Kuchen.
Die Besitzer und Betreiber des Kulturbahnhofes, Daniela und Matthias Schorn bespielen ihn das ganze Jahr mit einem starken Kulturprogramm und bringen ihn so wieder zu seiner ursprünglichen Bestimmung als Ort der Begegnung, des Austausches, des Verreisens, Umsteigens und Ankommens zurück. Das Programm dazu kann sich sehen lassen.
Nach einem kurzen Zwischenstopp bei der Labestation in St.Veit gab es zum Abschluss einen Radler bei der Station in Enzesfeld.
Fazit
Nachdem das Wetter mitspielte, waren auch entsprechend viele Radlerinnen und Radler unterwegs, die sich zwar prinzipiell ganz gut verteilten, aber an einigen neuralgischen Punkten kam es doch zu kleineren Staus. Leider vergessen nicht nur an diesem Tag manche Teilnehmer, dass auch für Radfahrer die Verkehrsregeln gelten, dass man nicht an Engstellen stehenbleiben sollte und die Verwendung einer Klingel ausdrücklich erlaubt ist.
Sonst war es wahrscheinlich für die meisten, die dabei waren, ein gut organisierter gelungener Tag und man kann sich schon auf nächstes Jahr freuen, wenn es wieder am Samstag, dem 8. Mai 2027 zum sechsten Mal radeln und genießen heißt.
Damit die Zeit bis dahin nicht zu lang wird, kann man ja dazwischen das eine oder andere Mal „üben“ und die Gastronomiebetriebe und Kultureinrichtungen an der Strecke freuen sich ebenfalls das ganze Jahr über auf regen Besuch.
Auch der Maiaufmarsch mit Fackelzug gehört zu den Traditionen nicht nur in Niederösterreich, sondern in ganz Österreich und in vielen Ländern der Welt. In meiner Kindheit und Jugend gab es diese Veranstaltung in den meisten Gemeinden und war auch für jemanden, der wie ich die Sozialdemokratie nur von außen betrachtete, ein beeindruckendes Ereignis. Aus diesem Grund habe ich es auch in meine Blogreihe zu den Bräuchen aus meiner Erinnerung aufgenommen.
Der 1. Mai war ursprünglich ein Feiertag der Arbeiterbewegung, der aus dem Kampf für den 8-Stundentag entstand. 1890 machten Arbeiter zum ersten Mal mit weltweiten Massendemonstrationen unter dem Motto „Heraus zum 1. Mai“ auf ihre Anliegen aufmerksam – auch in Österreich gingen die Menschen auf die Straße. Ab 1891 wurden diese Aufmärsche von der Arbeiterbewegung international durchgeführt.
Nach dem Ersten Weltkrieg, im Jahr 1919, wandelte sich der Feiertag gegen den Staat zum Staatsfeiertag. Für die Sozialdemokratie bedeutete der 1. Mai damit eine Bestätigung ihrer staatstragenden Funktion; der radikalen Linken und den Kommunisten war er immer viel zu sehr Feiertag und zu wenig Kampftag. Seit 1926 führt der Maiaufmarsch über die Wiener Ringstraße, das architektonische Zentralsymbol des Wiener Bürgertums.
Während des Ständestaats und der anschließenden Nazi-Diktatur waren die Maiaufmärsche verboten, ein Feiertag blieb er trotzdem, die Ideologie dahinter änderte sich aber dem jeweiligen Regime entsprechend.
Der erste Maiaufmarsch nach 1945 fand aber bereits am 1. Mai 1945 in Wien statt, kurz nach der Befreiung Österreichs, und wurde von KPÖ, SPÖ und ÖVP gemeinsam organisiert, um die Wiederherstellung der Demokratie und die Interessen der Arbeitnehmer zu feiern, auch wenn die Einheit durch den aufkommenden Kalten Krieg schnell zerbrach und ab 1946 getrennte Aufmärsche folgten. Seit 1949 ist der 1. Mai wieder ein offizieller Staatsfeiertag.
Der Wiener Maiaufmarsch hatte 1890 noch rund 100.000 Teilnehmer. Er war dann in meiner Wiener Zeit zwischen 1980 und 1990 für mich etwas aus der Zeit gefallen, nachdem es ein offenes Geheimnis war, dass die Gewerkschaften sanften Druck ausübten, damit möglichst viele Mitarbeiter der Gemeinde Wien und der staatsnahen Betriebe auch daran teilnahmen. Meine damalige Freundin und spätere Ehefrau sah das als Schwesternschülerin am damaligen Wilheminenspital (heute Klinik Ottakring) nicht so eng und ging nicht mehr hin. Da das immer mehr taten, führte es dazu, dass heute laut Polizei nur noch einige 1.000 Teilnehmer den Weg zum Ring und vor das Rathaus finden. Die Attraktivität der SPÖ, aber auch aller anderen etablierten Parteien nimmt leider immer mehr ab, was sich natürlich auch beim Maiaufmarsch zeigt.
Noch in den 1960er Jahren erinnerten aber die klassenkämpferischen Slogans beider Seiten an die Zeiten des unsäglichen Bürgerkrieges im Jahr 1934. So war es nicht verwunderlich, dass wir daheim in Kienberg die damaligen Aufmärsche nur sehr weit aus der Ferne beobachteten. Die Fahnen mit der Blasmusik voraus hatten für mich immer etwas von einer anderen Welt.
In den 1970er-Jahren wurde wahrscheinlich die Anzahl der Teilnehmer immer weniger, der Maiaufmarsch in Kienberg wurde eingestellt und es gab ihn nur mehr in Gaming, den ich aber nie gesehen habe.
Als wir 1990 nach Enzesfeld kamen, war der Maiaufmarsch mit Fackelzug noch eine Großveranstaltung in diesem von Industrie und Arbeiterbewegung geprägten Ort. Aber auch hier verlor er immer mehr an Attraktivität und so wird er seit vielen Jahren nur mehr als Gemeinschaftsveranstaltung mehrerer SPÖ-Organisationen in Hirtenberg abgehalten. Ein äußeres Symbol ist das Mai-Abzeichen, das auch bereits seit 1890 jedes Jahr neu aufgelegt wird. Ich habe zwar einige davon im Sinne der guten Zusammenarbeit von meinen SPÖ Gemeinderatskollegen erworben, finde aber leider keines mehr in meinem Fundus.
Ursprünglich sollte er böse Geister vertreiben, dann war der Maibaum bis zur 1848er-Revolution verboten und wurde danach ein Symbol für die neu eingerichteten Ortsgemeinden. Später war er in vielen Teilen Niederösterreichs eher vergessen bis er sozusagen wiederentdeckt wurde. Auch das gehört zu meiner Blog-Serie über Bräuche in Niederösterreich.
Die ersten bekannten Maibäume standen laut dem Buch „Niederösterreich – Eine Spurensuche“ nicht im Dorf, sondern mitten in der Stadt: Chronisten berichten dies 1230 vom Wiener Hof. Maibaum-Feste in den heute bekannten Formen mit Volkstanz und Ähnlichem erfand man erst im 19. und 20. Jahrhundert.
In meiner Kindheit kann ich mich an einen Maibaum nicht erinnern. Erst als ich im Jahr 1981 Obmann der Jungen ÖVP Gaming wurde, haben wir einige Jahre lang einen beim Gasthaus Zechmeister und später bei der Petroleum-Bar in der Pockau aufgestellt. Wir veranstalteten dabei noch das „Maibaum-Kraxeln“, wo die mutigsten jungen Männer, bekleidet mit der kurzen Ledernen, um die Wette den Baum hinaufkletterten. Heute wird der Maibaum von den Gemeinderäten beim Haus der Begegnung in Gaming aufgestellt.
In Lindabrunn wurde der erste Maibaum im Jahr 1999 aufgestellt. Entstanden ist die Idee an der Heurigen-Schank, als ein „Zuagroaster“ fragte, warum es hier keinen Maibaum gäbe. Man beschloss, dass das geändert werden müsse, fuhr gemeinsam in den Wald, suchte einen passenden Baum, schnitt ihn um und entrindete ihn. Dann fuhren die Freunde wieder ins Dorf zurück und stellten den Baum vor dem Feuerwehrhaus auf. Einige Heurigengarnituren kamen rasch dazu, beim Getränkehändler wurden einige Kisten Bier geholt und rasch versammelten sich alle Dorfbewohner um den Baum.
Aufgrund des Erfolges sollte der Maibaum nun jedes Jahr aufgestellt werden. Dafür wurde extra der Brauchtumsverein mit Obmann Martin Stockreiter gegründet und nach einigen Diskussionen mit der Gemeindeführung ist dieser Brauch seither aus dem gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken. Er wird jedes Jahr von einem anderen Waldbesitzer, die heute schon auf einer Warteliste stehen, gespendet, von einigen Mitgliedern des Brauchtumsvereins aus dem Wald geholt und im Beisein der schon bei Getränken und Aufstrichbroten wartenden Bevölkerung aufgestellt. Nach 25 Jahren hat Martin Stockreiter im Jahr 2025 sein Amt an Martin Fürst übergeben.
Der Maibaum wird nach rund einem Monat vom Spender und den Mitgliedern des Brauchtumsvereins umgeschnitten. Doch zuerst wird der Baum im Zuge eines Schätzspiels auf die richtige Länge geschätzt und anschließend für einen guten Zweck „amerikanisch“ versteigert. Das heißt, die oder der letzte, der eine Münze in den herumgereichten Hut geworfen hatte, bekommt den Baum.
Im Jahr 2011 lud ich Verwandte und Freunde auch aus der alten Heimat im Ötscherland zum Heurigen nach Lindabrunn ein, um mit mir den 50er zu feiern. Ein zufälliger Höhepunkt war der am gleichen Tag stattfindende Maibaumumschnitt.
Das Spannende dabei war und ist – nicht nur für die auswärtigen Gäste – ob der Baum wirklich auf der abgesperrten Straße und nicht auf einem Hausdach links oder rechts davon landet. Bis jetzt hat das aber dank umsichtiger Vereinsmitglieder noch immer einwandfrei funktioniert.
Ich lasse mich, obwohl ich nicht wirklich etwas davon verstehe, gerne auch auf im ersten Moment außergewöhnliche künstlerische Herangehensweisen ein.
Darum kann ich in diesem Blog über „Das Unmerkliche“ berichten, das zwei Künstlerinnen am Symposion Lindabrunn ins Merkliche gebracht haben.
Was kann man an einem sonnigen Ostermontag in Lindabrunn machen? Man kann zum Beispiel am Symposion dem Wind lauschen und dabei die Flora wirken lassen. Das haben auch zwei Künstlerinnen eine Woche lang gemacht.
Zum Abschluss ließen sie das interessierte Publikum auf Einladung des Vereins Symposion Lindabrunn im Salon im Grünen im Rahmen einer kuratierten Streiftour durch das Gelände des Symposiums auf recht spannende Weise an ihren Arbeitsprozessen teilhaben.
Das Symposionsgelände in Lindabrunn
Das Symposion Lindabrunn gilt als schützenswertes Trockenrasengebiet und beherbergt viele seltene Arten von Tieren und Pflanzen. Das Gelände ist darüber hinaus Naherholungsraum, Kunstarena und Weidefläche zugleich und diente früher den Bewohnern als Halt für Kühe, Ziegen, Schafe, die bis auf die gepflanzten Kirschbäume komplett kahl war.
Das Unmerkliche am Symposion
Jetzt könnte man auch philosophisch an das Unmerkliche herangehen. Dabei gefällt mir persönlich am Besten, dass es den unmateriellen Aspekt des Göttlichen charakterisiert, der im materiellen Leben nicht leicht zu erfassen ist.
Jeder, der mit offenen Augen und Ohren über das Gelände am Symposion geht, spürt diesen besonderen Reiz der Landschaft mit seinen seit vielen Jahren eingebetteten Skulpturen. Das hat auch die beiden Künstlerinnen Elisabeth Wildling und Veronika Mayer dazu inspiriert, dieses Unmerkliche mit ihren Ausdrucksmöglichkeiten erkennbar zu machen.
Elisabeth Wildling und Veronika Mayer
Neben zwei Lärchen, die sie entdeckt hatten und die vermutlich zur Gattung der Wienerwaldlärche gehören, hatten es ihnen besonders eine Birke und eine Schirmföhre angetan. In ihrem einwöchigen gemeinsamen Prozess aus Beobachten, Hören und Vergegenwärtigen entfaltete sich eine ortssensitive künstlerische Praxis, die der Situation antwortet, statt sie abzubilden. Wir durften den beiden Künstlerinnen kurze Zeit dabei über die Schulter schauen und hören, wie sie das in Bild und Ton umgesetzt hatten.
Die BirkeDie Schirmföhre
Veronika Mayer, die „Tonkünstlerin“, bereitete sich sogar mit Wetter-und Wind-Apps darauf vor, einen möglichst günstigen Zeitraum für Ihr Experiment zu finden, was aufgrund der Wetterlage vor Ostern gar nicht so einfach war. Mit einem Geophon, das sie im Erdreich am Wurzelansatz des Baumes plazierte, wurden die Klänge auf dieser Ebene hörbar gemacht und technisch verstärkt und vermischten sich mit den normalen Windgeräuschen. Der Ton, den der Wind am Fuß der jungen Birke erzeugte, war hell, während der Ton bei der Schirmföhre tiefer und voller erschien.
Geophone werden in der Kunst eher selten eingesetzt, dienen aber unter Anderem im Bergbau zur Lagerstättensuche,werden aber auch in Erdbebengebieten zur Ortung von Überlebenden in eingestürzten Häusern verwendet.
Elisabeth Wildling befasste sich mit der visuellen Darstellung des Unmerklichen, in dem sie mit einer Folie, die einerseits Licht reflektiert, aber auch bestimmte Spektren durchlässt und so die Bäume und trockenen Gräser rundherum in einer ganz besonderen Art und Weise darstellt. Auch die Kuhschelle kam so zu künstlerischen Ehren.
Mein Foto einer KuhschelleProjektion in der Landschaft
Auf diese Weise geschult und vorbereitet zogen die Besucherinnen und Besucher mit den beiden Künstlerinnen ins Haupthaus, wo die Umsetzung in eine audiovisuelle Projektion gezeigt wird. Das spannende dabei ist, dass Bild und Ton nicht synchron sind und beides nachbearbeitet ist. So entstand ganz bewusst keine Dokumentation des Ist-Zustandes sondern eben die Darstellung des Unmerklichen, wenn man sich als Betrachter darauf einlässt.
Vergleiche mit bekannten Kunstwerken
Prof. Christian Kvasnicka verglich die positiven Projektionen mit dem „Großen Rasenstück“ von Albrecht Dürer und die negativen Projektionen mit den Baumbildern eines der berühmtesten amerikanischen Fotografen des 20. Jahrhunderts, Ansel Adams.
Ich hatte im Jahr 2019 die Gelegenheit, das Dürer-Bild, das im Original nur 40,8 x 31,5 cm mißt, in der großen Ausstellung seiner Zeichnungen in der Albertina zu sehen und zu fotografieren und so kann ich hier beides gegenüberstellen.
Ansel Adams wurde vor allem bekannt durch seine eindrucksvollen Landschafts- und Naturfotografien aus den Nationalparks, National Monuments und den Wilderness Areas im Westen der Vereinigten Staaten, für deren Erhalt er sich zeitlebens eingesetzt hat. Er gilt als ein Vertreter der „straight photography“, der „reinen Fotografie“, die, der Tradition des Realismus in der Malerei folgend, einer strengen Bildästhetik verpflichtet ist.
Ansel Adams | Bergbäume | 1959 | Projektion der Schirmföhre
Realismus versus das Unmerkliche
Sowohl der Zeichner Albrecht Dürer (1471–1528) als auch der Fotograf Ansel Adams (1902-1984) gelten als Meister des Realismus in ihrem jeweiligen Bereich und trotzdem haben die beiden Künstlerinnen aus meiner ganz unkünstlerischen Sicht mit ihrem Ansatz mehr das Unmerkliche abzubilden, eine ähnliche Dichte mit ihren Projektionen erreicht.
So endete der Nachmittag für uns Zuhörende und Zusehende mit einer neuen Sicht auf die Vielfalt der Natur am Gelände des Symposions Lindabrunn.
Zur Einordnung einige Details zu den beiden Künstlerinnen
Elisabeth Wildling arbeitet als künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Design an der Universität für angewandte Kunst Wien. Sie studierte Digitale Kunst (vorm.visuelle Mediengestaltung) und Industrial Design an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Ihre Werke wurden bei Ausstellungen und Festivals international präsentiert, darunter: Chemistry of Life, Globart Academy, ehem. Sammlung Essl, Klosterneuburg (AT), Into Silence, Festival Philosophy Unbound – DETEXT, New Delhi, (IN), Un/Controlled Spaces und viele weitere nationale und internationale Events.
Veronika Mayer studierte Klavier, Instrumental- und elektroakustische Komposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und ist Komponistin zeitgenössischer experimenteller Musik, deren Spektrum von Instrumentalstücken über elektroakustische Kompositionen bis hin zu Klanginstallationen reicht.