Biken im frühherbstlichen Schladming

Der Frühherbst, die Sonne und die wunderschöne Landschaft haben uns ermutigt, einige Mountainbikestrecken in der Region Schladming-Dachstein zu erkunden.

Wir hatten uns  für ein verlängertes Wochenende Mitte September in der Region Schladming-Dachstein, im Hotel Schwaigerhof in Rohrmoos hoch oberhalb von Schladming mit Blick auf den Dachstein entschieden. So fuhren wir bereits am Freitag Nachmittag los, um den vollen Samstag und Sonntag genießen zu können. Der Montag war als Draufgabe geplant.

Das Hotel ist nicht nur zum reinen Nichtstun und zum gut Essen geeignet, man kann hier auch direkt in einige Mountainbikestrecken einsteigen, die auch für uns passen.

Das Wetter war uns mehr als wohlgesinnt, schon am Samstagmorgen strahlten einige Berge in der aufgehenden Sonne. Das Frühstück ließ auch keine Wünsche offen und war, wie sich während unserer Radtour zeigte, beinahe zu viel. Wir nahmen uns vor, am Sonntag hier etwas zurückhaltender zu sein.

Die Rohrmoos-Runde 303

Wir verabschiedeten uns von Hopsi, dem grau-weißen Hasen und offiziellen Maskottchen der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 1982 und 2013, fuhren einige hundert Meter auf der Straße den Berg hinab und schon erreichten wir die Rohrmoos-Runde 303 und den ersten Feldweg, der bald in den Wald hineinführte, immer wieder mit Blick ins Ennstal nach Schladming und auf den gegenüberliegenden Dachstein.

Der Weg führte auf eine Lichtung mit einigen Häusern hinaus, wo man aber laut Hinweisschild die Räder schieben musste. So konnten wir auch wieder einige Blicke auf die schöne Landschaft werfen.

Gleich nach der rot-weiß-roten Absperrung ging der Wiesenweg in einen angenehmen Waldweg über und wir landeten in einem kurzen Singletrail, wo wir lieber die Räder einige Meter schoben, bevor wir bei einem Bauernhof landeten, wo wir von den Ziegen am Wegrand interessiert beäugt wurden.

Die moderaten Steigungen wurden mehr, wir waren daher über etwas elektrische Unterstützung froh. Die Stecke sollte doch rund 45 Kilometer und 700 Höhenmeter haben, das fahren wir zumindest nicht täglich. Bald landeten wir am ersten höchsten Punkt des Tages, der Mautstation zur Ursprungalm, wohin wir erst am nächsten Tag radeln wollten.

Die asphaltierte Straße ging mit einigen Auf und Abs Richtung Tal, vorbei an der Talstation des Preunegg-Jets zur Reiteralm und am Raunergut, wo wir im März 2011 zum Schifahren waren.

Mit diesen Gedanken ging es weiter bis hinunter zur Enns in der Nähe der bekannten Schirmbar, wo wir beim Blick von der Brücke ein Raftingboot beobachteten, das man von Mandling bis Schladming buchen kann.

Direkt bei der Brücke stießen wir auf den Ennsradweg R7, der von Flachauwinkel im Salzburger Pongau über rund 240 km bis Enns an der Donau in Oberösterreich führt. Wir wollten ihn aber nur die rund sechs Kilometer von Pichl bis Schladming nutzen.

In der Schladminger Fußgängerzone gönnten wir uns einen Cappuccino und eine Himbeer-Mohntorte, bevor wir uns wieder auf die Räder schwangen, um zur nächsten Alm hochzuradeln.

Ein erster kleiner Zwischenstopp musste natürlich bei der Talstation der Planai-Bahn sein, wo auch der Zieleinlauf des berühmten Nachtslaloms stattfindet.

Dann sollte es weitergehen in die Talbachklamm, doch vorher fiel uns eine neu renovierte Kirche auf. Es stellte sich heraus, dass das die Peter- und Paul Kirche, das größte evangelische Gotteshaus der Steiermark ist.

Nach einigen wenigen Metern Steigung waren wir schon in der genannten Klamm. Im Unterlauf war fast kein Wasser, das wird nämlich von einem kleinen Verbund- Laufkraftwerk verwendet.

Ab der Wehr aufwärts war die Wassermenge nach der heurigen langen Trockenheit überraschend groß und so zeigte sich die Talbachklamm von ihrer besten Seite mit imposanten Strudeln und kleinen Wasserfällen.

Nach rund zwei Kilometern erreichten wir das Dorf Untertal, von wo es auf der Straße Richtung Obertal weiterging. Das Nickelmuseum ist leider nur am Mittwoch von 09:30 bis 13:30 Uhr geöffnet, darum fuhren wir weiter Richtung Eschachalm. Die letzten rund 2,5 Kilometer waren dann über eine Schotterstraße von 1060 m hinauf auf 1210 m zu bewältigen und nicht nur eine Herde Jungrinder, sondern auch die Alpakas waren neugierig, wer da vorbeikam. Der Obertalbach blieb der Begleiter fast bis zum Parkplatz kurz vor der Hütte.

Ein Käsebrot und ein Häferl Buttermilch brachte wieder die Kräfte für die Talfahrt zurück, die dann bald nach dem Nickelmuseum auf die andere Seite des Baches auf einem Feldweg weiterführte. Nach einem Linksschwenk erreichten wir die Talstation der Obertalbahn, von wo der Blick auf den Dachstein und die benachbarten Berge frei war.

Von dort waren es nur mehr wenige Meter hinunter bis Rohrmoos und zu unserem Hotel.

Unsere erste Tour, die Rohrmoos-Runde 303

Link zu Komoot:https://www.komoot.de/tour/3278134107?ref=aso&t_s=referral&t_cid=route_share

Die Ursprungalm ruft

Die zweite Tour sollte uns zur Ursprungalm führen. Unseren ersten Zwischenstopp machten wir bei der erst im Juni 2026 neu eröffneten Hofgreißlerei Braunhofer, wo wir aber aus Transportgründen nur ein frisches Bauernbrot kauften.

Die Straße hinauf zur Ursprungalm ist auch für Radfahrer mautpflichtig, die man am besten bereits im Hotel oder anderswo im Tal per QR Code am Foto oder mit untenstehendem Link buchen sollte, da die Internetverbindung bei der Mautstelle nicht immer gut funktioniert.

Das Ticket zum Preis von 5 Euro gilt für Bikes die ganze Saison, für Autos über Nummernerkennung nur für einen Tag. Es nicht zu kaufen ist nicht ratsam, es wird unterwegs kontrolliert und dann kostet es das Doppelte.

Link zum Ticketshop

Die Sandstraße mit einer Länge von 8,5 km begann sehr flach und idyllisch in einem schönen Bergtal.

Aber bald war die Gemütlichkeit vorbei und die Straße begann zu steigen, da ein Höhenunterschied von ca. 500 m mit 13 Kehren auf 2,5 km Länge überwunden werden musste. Davor gab es noch direkt neben der Straße einen schönen Wasserfall, der einen kleinen Stopp wert war.

Ein kurzes Stück hat sogar eine maximale Steigung von 15 %. Der Blick hinunter und das Tal hinaus ist immer wieder spannend.

Dann erreichten wir schon den großen Parkplatz, wo es für die Autos zu Ende ist, wir Biker durften die letzten paar hundert Meter bis zum Almdorf weiterfahren.

Wenn man das sieht, versteht man auch, warum dieses Ensemble 1988/1989 als Drehort für den Hollywood-Film Courage Mountain (eine Heidi-Verfilmung mit Charlie Sheen und Juliette Caton) diente.

Wie man auf meinen Fotos erkennt, kann man nicht nur mit PKW, Bike oder per Pedes auf die Alm kommen, auch ein Linienbus fährt regelmäßig hinauf. Nach der Stärkung mit einem Verhackertsbrot erkundete ich noch den Ursprung, sprich die Quelle des Ursprungbaches mit einigen Minuten Spaziergang.

Ein Stück würde es noch weitergehen, aber der Weg hinauf zur Giglachseehütte und den beiden gleichnamigen Seen war für unsere Räder nicht geeignet, hier muss es speziell für die Abfahrt schon ein Fully-Mountainbike sein, da kämen wir nicht nur mit unseren Trekkingbikes über unsere Grenzen.

Hinunter ins Tal ging es dann flott, mit nur einem Stopp bei einem Mountainbikerastplatz etwas abseits der Straße, der über einen kurzen Singletrail erreichbar ist, den wir wegen der Idylle dort trotzdem empfehlen.

Dann nahmen wir den ganzen Schwung mit hinunter bis zur Talstation des Preunegg-Jets,  mit dem wir dann zum Abschluss noch hinauf auf die Reiteralm fuhren. Die Fahrt ist übrigens in der digitalen Dachstein Sommercard gratis enthalten, die wir im Hotel bekommen hatten.

Zum Abschluss fuhren wir die rund neun Kilometer auf der Straße zurück nach Rohrmoos, die zuerst zurück bis zur Mautstation und dann den Berg entlang mit einigen Auf und Abs direkt bis zum Hotel führte.

Die Route zum „Heididorf“

Auch diese zweite Tour war landschaftlich ein Leckerbissen, aber wegen der insgesamt rund 700 Höhenmeter auf wenigen Kilometern auch eine kleine Herausforderung für uns.

Link zu Komoot: https://www.komoot.de/tour/3292344544?ref=aso&share_token=ac0TedlgzMKp680oQVNsDRl6fCfg8DGznQfHD6UhYrms413ZAO&t_s=referral&t_cid=route_share

Das Finanzamt und auch A1 fragt NIE so!

Es kursiert wieder eine weitere Phishing Mail, die vorgibt, von Finanzonline zu kommen. Wie sie damit umgehen sollten, erkläre ich in diesem Blog.

1. Das Finanzamt fordert von ihnen NIE eine Identifikation per Mail.

Und ein noch perfiderer Text möchte sie mit dem Krypto-Meldepflichtgesetz (Krypto-MPfG) verunsichern. Aber auch hier gilt, sie werden nie direkt per Mail benachrichtigt. In solchen Fällen könnte eine Nachricht von Finanzonline in ihrem Postkorb der ID Austria stehen. Darum nur ihren Standardaufruf für die ID Austria verwenden, nie direkt aus dem Mail aufrufen!

Auch A1 Telekom Austria wird ähnlich für ein Phishing missbraucht:

2. Ignorieren sie die Anforderung ohne anzuklicken

3. Löschen Sie das Mail sofort

4. Die absendende Mailadresse ist meist kryptisch und ist nur manchmal dem Original ähnlich. Ich habe die hier vorgebliche Provideradresse aufgerufen, sie existiert nicht:

5. Auf Watchlist Internet bekommen Sie die aktuellen Warnungen zu betrügerischen Versuchen per Mail, SMS oder WhatsApp:

https://www.watchlist-internet.at/warnungen-tipps/phishing-smishing-vishing/

6. Auch das Bundesministerium für Finanzen warnt:
https://www.bmf.gv.at/public/informationen/aktuelle-warnungen-betrug.html

7. Die Anmeldung und Kommunikation mit Finanzonline erfolgt ausschließlich über die ID Austria. Falls Sie diese noch nicht haben können Sie sich hier registrieren:

https://www.id-austria.gv.at/de/registrieren

8. Über die ID Austria habe ich auch schon einige Blogs geschrieben, zum Beispiel:

Was gibt es Neues? Die ID Austria im Jahr 2026

Übrigens, ich habe hier ganz bewusst die Original Links gepostet, während ich sie in meinen anderen Blogs rot unterstrichen mit Kurztext darstelle, wie das Beispiel im Bild unten zeigt:

Immer in Bewegung – meine Eindrücke vom 29. Landes-Wandertag der NÖ Senioren

Am Freitag, dem 4. September 2026 fand in Mauer bei Amstetten der diesjährige Landes-Wandertag der Niederösterreichischen Seniorinnen und Senioren statt. Für mich war es das erste Mal, dass ich daran teilnahm, umso mehr war ich neugierig auf den Ablauf.

Der Ort war nicht zufällig gewählt, findet doch heuer die NÖ Landesausstellung unter dem Titel „Wenn die Welt Kopf steht“ noch bis 8. November ganz in der Nähe im neu renovierten Landesklinikum Mauer statt.

Der Start war für die Zeit von 9 bis 10 Uhr geplant, aber schon kurz nach 8:30 reihte ich mich mit vielen anderen PKWs und Bussen auf dem Gelände beim Sportplatz des SVU Mauer ein.

Vor dem riesigen Festzelt gab es Stände von Hilfswerk und Reisebüros und natürlich für die Anmeldung, bei der man den Teilnahme-Button im Bild oben erhielt. Viele Ortsgruppen kamen mit mehreren Teilnehmern, die in ihren unterschiedlich farbigen T-Shirts ein buntes Bild hier am Platz und später auf der Wanderstrecke machten.

Zwei Routen standen zur Auswahl, eine mit rund 6 Kilometern, die zweite mit etwa 9,5 Kilometern. Ich entschied mich für die längere Variante, die wie die andere mehrheitlich über Felder und Wiesen in der Nähe der Ybbs verlief. Dabei streiften wir auch den Ybbstalradweg, der, wenn das Wetter passt, Mitte September auf unserem Plan steht.

Zuerst aber ging es durch eine Siedlung, vorbei an der 2024 fertiggestellten Naherholungszone mit Bäumen, Liegen und einem öffentlichen Obst- und Beerengarten.

Die Wanderer waren motiviert und gut gelaunt, dazu tat das schöne Wetter sein Übriges. Aber auch für Stärkung unterwegs war bestens gesorgt. Die erste Labestelle nach rund 3,5 Kilometern beim Sportplatz Greinsfurth half mit, den ersten kleinen Hunger und Durst zu bewältigen.

Frisch gestärkt ging es gemütlich oder flott, je nach persönlichen Vorlieben wieder weiter, direkt entlang der Ybbs Richtung Süden, wo eine Fahrradbrücke neben der Eisenbahn den Fluss überquert.

Bald waren die nächsten 3,5 Kilometer absolviert und wir erreichten die nächste Labestelle auf einer Lichtung mitten im Wald. Auch hier war mit einem Zelt für Schatten, damit aber auch für einen Unterstand bei etwaigem Schlechtwetter gesorgt. Speisen und Getränke gaben zur Genüge, dass ich mich fragte, ob ich überhaupt noch ein Mittagessen beim späteren Frühschoppen im Festzelt brauchen würde.

Die Senioren-Ortsgruppen von Amstetten, Mauer-Greinsfuhrt und Ullmerfeld- Hausmening- Neufuhrt hatten auf den beiden Labestellen wirklich perfekt für uns rund 2500 Wanderinnen und Wanderer gesorgt.

Ein interessantes landschaftliches Stück lag dann auf unserer Stecke. Der nächste Abschnitt führte hinein in eine rekultivierte Schottergrube, geprägt durch eine Mischung aus freiem Wachstum und angepflanzten Bäumen und Sträuchern.

Das letzte Stück führte kurz entlang der Weyerer Straße B121 und unter ihr durch wieder zurück zum Ausgangspunkt. Dort empfing uns im Festzelt bereits die Musik. Der Musikverein Mauer-Öhling unter der Leitung von Lukas Siegl spielte für uns hungrige und müde Wanderer zum Frühschoppen auf.

Aber nicht nur für Ohrenschmaus war gesorgt, auch der Gaumen kam nicht zu kurz. Das Service war mit vielen Helfern von Musikverein, Feuerwehr, usw. äußerst professionell organisiert. Auch wenn es bis zur Bestellung manchmal etwas länger dauerte, wurden die Speisen und Getränke sehr rasch geliefert und niemand musste verhungern.

Kurz vor der Musik-Pause gab es dann noch ein Ständchen mit Genesungswünschen mit dem „Mein Heimatland Marsch“ für unseren aus gesundheitlichen Gründen abwesenden Landesobmann Karl „Carlo“ Wilfing.

Leider musste ich aus privaten Gründen die gelungene Veranstaltung verlassen, die nicht nur gezeigt hat, dass wir Seniorinnen und Senioren beweglicher sind als vielfach angenommen, sondern auch verstehen zu feiern.

Ein Dankeschön nochmals auch an dieser Stelle von mir als Teilnehmer an die Organisatoren und alle Helferinnen und Helfer, ohne die diese Riesenveranstaltung nicht möglich gewesen wäre!

Die Wanderroute im Überblick

https://www.komoot.de/tour/3256055200?ref=aso&t_s=referral&t_cid=route_share

Heimreise 5: In zwei Tagen von Kitzbühel über Lienz und Voitsberg heim ins Triestingtal

Die letzten beiden Rückreisetage habe ich zwar für Besuche bei Freunden und Verwandten genutzt, einige interessante Strecken und Highlights gab es aber trotzdem.

Das gemütliche Abendessen mit Freunden im Restaurant des Hotels „Tiefenbrunner“ in der Kitzbüheler Innenstadt mit einem Schweinsbraten, der ein Gedicht zum Weiterempfehlen war und ein paar Achterl Rotwein in der Leo Hillinger Weinbar waren der richtige Abschluss dieses Tourtages und des ersten Abends wieder in Österreich.

Zwei Pässe im Trockenen, ein langer Tunnel und viel Autobahn

Nach einem guten Frühstück in der gemütlichen Pension Rainhof war ich bald so weit, dass ich meine Crosstourer wieder mit den Koffern bestücken konnte und mich auf die Fahrt zu meinem Zwischenziel Lienz machte.

Vorbei am größten Tennisstadion Österreichs, dem Veranstaltungsort der Generali Open 2026, das erst in der Woche davor stattgefunden hatte, fuhr ich hinaus aus der Stadt Richtung Süden. Einige Ortschaften weiter musste ich einen kurzen Stopp einlegen, die Berge der Kitzbüheler Alpen leuchteten gerade noch in der Morgensonne.

Ab Jochberg, der auch der alte Name des Pass Thurn ist, ging es die schön ausgebaute B161 mit einigen wenigen Serpentinen bis zum Scheitel auf 1273 Metern hinauf.

Von hier weg bis auf den Felbertauernpass quer durch das obere Salzachtal ist es ein kleiner Abstecher ins Bundesland Salzburg. Der Blick ins Tal auf der Südseite des eigentlich recht niedrigen Passes und die gegenüberliegenden Berge vom Grossvenediger bis zum Kitzsteinhorn waren atemberaubend schön.

Ich fuhr weiter vorbei an Mittersill, wo ich erst vor wenigen Wochen auf der Rückfahrt von Sardinien übernachtet hatte, hier im dazugehörigen Blog nachzulesen.

5: Von Savona zum Iseosee, bis über den Stelvio und von Mittersill heim

Von hier aus war es die B108, die durch das Tal hinaufführte, wo der morgendliche Kontrast zwischen dem schattigen Tal und den sonnigen Berghängen noch besonders schön war. Für mich war das beinahe unwirklich, da ich den Felbertauern, ich konnte es fast nicht glauben, das erste Mal ohne Regen erleben durfte. Meine regelmäßigen Leser wissen was ich meine.

Und schon war das Nordportal des Tunnels erreicht. In der Mitte ist wieder die Landesgrenze zu Osttirol und nach fünfeinhalb Kilometern und der Bezahlung der Mautgebühr von 12 Euro ging es wieder hinab Richtung Matrei und Lienz, wo ich mich schon auf meinen ersten Verwandtenbesuch dieses Tages freute.

Einige Stunden später ging es wieder weiter, ich hatte ja noch rund 250 Kilometer bis zu meinem Tagesziel in Voitsberg vor mir.

Dazu gibt es nicht mehr sehr viel zu erzählen, die Strecke führte auf der B100 über Oberdrauburg und Greifenburg bis Spital an der Drau, wo ich bis Villach auf die Tauernautobahn A10 wechselte. Damit wirkte das Kilometerfressen, ich hatte die ersten 100 km bereits hinter mir.

Also beschloss ich angesichts der fortgeschrittenen Zeit weiter auf der Autobahn zu bleiben und wechselte auf die A2 Richtung Wien. Der Verkehr war entlang des Wörthersees ziemlich dicht, auch eine Baustelle bremste den Schwung und so war ich froh, als Klagenfurt vorbei war und ich rasch durch die Tunnelkette Richtung Pack fahren wollte.

Der erste Teil ging ja recht schnell, ich hatte aber vergessen, dass der Abschnitt  zwischen Bad St. Leonhard in Kärnten und Steinberg in der Steiermark, wo ich abfahren wollte, mit drei großen Tunnels generalsaniert wird. Darum gab es hier immer wieder kleine Staus und Gegenverkehrsstücke ohne viele Möglichkeiten zum Überholen. Ich war dann froh, bei der Abfahrt Steinberg zu sein, die auch alle kennen, die gar nicht so oft dort fahren, aber den Ö3 Verkehrsdienst hören.

Hier traf ich auf das nördlichste Stück der Schilcherweinstraße, die nicht nur für die Liebhaber dieser autochtonen Weinsorte Blauer Wildbacher interessant ist, sondern aufgrund der Streckenführung zwischen Ligist im Norden und Eibiswald im Süden auch für uns Motorradfahrer ein landschaftlicher Leckerbissen ist.

Von Ligist waren es dann nur mehr wenige Kilometer auf der Packer Bundesstraße B70 bis zu meinem Ziel dem Hotel Braun im Zentrum von Voitsberg. Nach dem problemlosen Self-Checkin in mein sehr geräumiges und modernes Zimmer setzte ich mich nochmals aufs Motorrad zu meinem nächsten Verwandtenbesuch einige Kilometer entfernt.

Die Route am fünften Rückreisetag

Link in Kuriger: https://kurv.gr/uHHB2

Der letzte Tag der Heimfahrt

Nach einem gemütlichen Frühstück in der Bäckerei Sorger gegenüber meines Hotels bestückte ich wieder die Koffer meiner Crosstourer.

Dabei fiel mir die interessante Fassade des Arik-Brauer-Rathauses auf. Die Front ist mit 120 m2 handgemalten Fliesen des Phantastischen Realisten Arik Brauer bestückt. Während ich schon wieder am Rückweg zu meinen Motorrad war, begann auf einmal ein Glockenspiel mit sechs Keramikfiguren zu spielen. Diese wurden, wie ich später feststellte, ebenfalls vom Künstler gestaltet und verschwinden nach dem Spiel hinter zwei Rollos. Sie stellen Liebe, Gerechtigkeit, Naturschutz, Mut, Frieden und Klugheit dar und passen so sehr gut zur dabei erklingenden Melodie.

Leider war ich trotzdem zu überrascht vom Erzherzog Johann Jodler, dass ich keine Zeit für ein Foto hatte. Er ist zwar keine offizielle Landeshymne, gilt aber als inoffizielle Hymne der Steiermark und kann als Lob an Erzherzog Johann von Österreich (1782-1859) verstanden werden, der die Steiermark entscheidend geprägt hat.

Jetzt begannen die letzten 180 km dieser Tour und ich wollte bis zu Mittag zuhause sein. Darum sollte es zuerst über die Hügel bis ins Murtal bei Gratkorn gehen. Über die L317 und die Ruppbauernhöhe und weiter auf der L316 erreichte ich bald St.Bartolomä mit seinen beiden Kirchen und einigen Serpentinen mitten im Ort. Die Neue Kirche wurde von 1864 bis 1867 im neugotischen Stil als Ersatz für die einsturzgefährdete Alte Kirche errichtet, die um das Jahr 1200 erbaut wurde.

Landschaftlich wunderschön ging es weiter bis Gratwein. Die Grazer Bundesstraße B67 führte mich das Murtal hinauf und ist zwar landschaftlich und fahrtechisch nicht besonders aufregend, auch wegen der parallelen Autobahn A9, von der bald die S35 abzweigt. Ihr folgte ich auf der L121, der Brucker Begleitstraße. In Peggau fiel mir ein moderner Kirchturm auf, der zur 1906 erbauten evangelischen Friedenskirche gehört. Dieser ersetzte im Jahr 1967 mit seinem durchbrochenen und dadurch sehr auffälligen Helm den ursprünglichen viel niedrigeren und gedrungen Turm.

Wenige Kilometer weiter liegt am Hang des gegenüberliegenden Murufers die 900 Jahre alte Burg Rabenstein. Sie ist heute eine exklusive Eventlocation, bei der mir besonders die oberhalb der Burg fast freischwebende „Keusche“ aus Cortenstahl und Glas auffiel. Sie ist mit einem Lift aus der Burg erreichbar. Aber auch die Burg selbst ist vom darunter liegenden Parkplatz mit einem Panoramalift erreichbar. Das Video auf der Homepage dazu ist wirklich beeindruckend. Wer dann noch das nötige Kleingeld besitzt, kann laut Wikipedia gleich das ganze Ensemble um wohlfeile 10 Millionen Euro erwerben.

Die Altstadt von Frohnleiten leuchtete malerisch in der Sonne, als ich die Murbrücke überfuhr. Sie ist sicher eine Besichtigung wert, wieder ein Grund mehr, auch den diesen Teil des rund 450 km langen Murradweges R2 einmal zu fahren.

Den südlichen Teil sind wir 2024 ein schönes Stück gefahren:

In der Südsteiermark

In Röthelstein liegt direkt neben der Straße ein unscheinbarer Bau, der fast nur durch seine thailändische Beschriftung auffällt, der buddhistische Tempel Buddhadham.

Bei Mixnitz nützte anscheinend eine der Einsatzorganisationen den Staubereich des Murkraftwerks für Übungsfahrten mit dem Motorschlauchboot, wie ich bei einer Trinkpause  (dieses Wort kenne ich in der Form auch erst seit der Fußball-WM) beobachten konnte.

Ab dem Knoten Bruck nahm ich die S6 Semmering Schnellstraße bis zur Abfahrt Mürzzuschlag, weil ich die lange Semmering Tunnelkette über die alte Passstraße umfahren wollte.

Auf der Passhöhe steht das monumentale Carolus-Denkmal, das daran erinnert, dass Kaiser Karl VI mit seiner Gemahlin Elisabeth Christine, seiner Tochter Maria Theresia
und seinem 1500 Mann starken Gefolge am 21. Juni 1728 den Semmering ohne Zwischenfälle überqueren konnte. Dass dafür die gesamte Passstraße in nur 48 Tagen komplett geschottert wurde, ist heute beinahe unvorstellbar.

Für meine nichtösterreichischen Leserinnen und Leser: Am 27. und 28. Dezember 2025 fand der Ski-Weltcup Semmering  2025 der Damen am Hirschenkogel statt und feierte sein 30-jähriges Jubiläum.

Daran dachte ich aber angesichts der 39 Grad nicht, als ich rund eine Stunde später nach 6 Tagen und 1745 Kilometern müde, aber sehr zufrieden daheim eintraf.

Die Route am letzten Rückreisetag

Der Kurviger-Link: https://kurv.gr/AfLXg

Heimreise 4: Vom Hinterrhein über Liechtenstein und den Arlberg bis Kitzbühel

Der vierte Heimreisetag aus der Schweiz bot neben schönen Strecken auch einen Sonnenaufgang am Hinterrhein, ein Kalbsrahmgulasch am Arlberg, eine europäische Wasserscheide, ziemlich viel Inntalautobahn und zum Abschluss einen Schweinsbraten mit Freunden in Kitzbühel.

Der nächste Morgen war angenehm kühl und die Sonne schien bereits auf einige umliegende Berge, daher beschloss ich, noch vor dem Frühstück mit dem Fotoapparat eine Dorfrunde durch Sufers zu machen. Der Sonnenaufgang in diesem Bergtal mit vielen noch sehr ursprünglichen Gebäuden und der Blick über das Hotel Seeblick und den Sufner Stausee waren einfach ein morgendlichen Genuss.

Trotzdem war ich dann einer der ersten beim Frühstück und holte auch bald die Crosstourer aus der Hotelgarage. Dann ging es gefühlt einmal links, einmal rechts der A13 hinunter durch die Viamala bis Thusis, ähnlich wie im Vorjahr, wo ich vom Comosee über den Splügenpass gefahren bin.

Bei einem meiner kurzen Fotostopps im engen Tal des Hinterrheins kam auf einmal eine Kolonne von mindestens zwanzig Militärfahrzeugen entgegen, ich hoffe ich verrate damit keine Schweizer Militärgeheimnisse…

Einen weiteren Stopp beim Besucherzentrum beim Einstieg in die Viamala-Schlucht ließ ich aus, ihr könnt aber hier nachlesen:

Bis Thusis kamen noch einige Kurven und Tunnels der alten Straße. Landschaftlich und wettertechnisch hatte ich wieder ein Riesenglück, wolkenlos!

Links der Straße fiel mir das erste Mal das riesige Kloster Cazis auf, das von Dominikanerinnen bewohnt und bewirtschaftet wird.

Bei Tamins vereinigen sich der Vorder- und Hinterrhein zum Rhein und die Rhätische Bahn kommt aus Chur und teilt sich in eine Linie über Thusis ins Engadin und die zweite über Disentis/Mustér nach Andermatt. Obwohl ich im Blog vom letzten Jahr einige Bilder dazu habe, gibt es hier auch welche, weils so schön war!

Weiter ging es durch Chur, von wo wir erst wenige Tage vorher mit der Arosa-Bahn ins Bärenland gefahren waren, aber dazu wird es einen eigenen Blog geben.

Bei Landquart kreuzte ich die Route vom letzten Tag meiner heurigen Hinfahrt, wer mag kann das hier nochmals nachlesen. Aber ich wollte ja weiter Richtung Liechtenstein.

Bei der Planung meiner Route entdeckte ich eine kleine Straße durch Maienfeld auf Schweizer Boden, die auf direktem Weg an den Bergen entlang nach Liechtenstein führte und das von mir schon mehrmals durchfahrene Bad Ragatz und Sargans im wahrsten Sinn des Wortes links liegen ließ und dabei das nette Maienfeld kennenlernte.

Ein kleiner nur 713 m hoher Sattel, der Sankt Luzisteig, ist diese direkte Verbindung und der kürzeste Weg Richtung Vaduz. Er ist nach Lucius benannt, dem Patron von Stadt und Bistum Chur, der auch seit dem späten 18. Jahrhundert Landespatron des Fürstentums Liechtenstein ist. Auf der Passhöhe befinden sich zwei historische Gebäude, nämlich die Steigkirche und der Steighof, die ich leider beide übersehen hatte. Die Bedeutung des Passes kam davon, dass er bis zur Eröffnung der Rheintaleisenbahn 1858 die einzige befahrbare Verbindung Bündens mit Vorarlberg und dem süddeutschen Raum war.

Auf einmal durchquerte die Straße die alte Festungsanlage Sankt Luzisteig, die auch heute noch vom Schweizer Militär genutzt wird, wenn auch das Bedrohungsszenario heute ein anderes ist.

Jetzt war das Fürstentum nicht mehr weit, da tauchte links die Burg Gutenstein auf, die auf einem Hügel mitten im Ort Balzers liegt.
Rechts an der Straße, fast zu übersehen, markierte die Grenze zwischen der Schweizer Eidgenossenschaft und dem Fürstentum Liechtenstein ein alter Grenzstein aus dem Jahr 1735. Das rote S am nebenstehenden Stein symboliesiert die Schweiz, auf der anderen Seite markiert ein L Liechtenstein.

Weiter ging es noch recht flott durch einige kleine Ortschaften bis in die Hauptstadt Vaduz.

Da es in der Zwischenzeit schon recht heiß war, ich noch rund 280 km bis Kitzbühel vor mir hatte und wir hier schon vor einigen Jahren eine Sightseeing-Runde gedreht hatten, ließ ich mich nicht aufhalten und fuhr weiter Richtung Grenze zu Österreich, wobei eine Umleitung und ein Baustellenstau mich ziemlich bremsten. Die Schweizer Polizei ist da bei Vorbeifahren an der Kolonne leider nicht nachsichtig und ich wollte natürlich keine „Busse“ zahlen müssen.

Und so hieß es geduldig den Stop-and-Go-Verkehr über Schaan bis an die österreichische Grenze nach Feldkirch zu erdulden. Dort wurde der Stau zwar nicht weniger, aber ich konnte erlaubterweise die Kolonne immer wieder überholen und kam so relativ rasch durch die Stadt.

Ich hatte zwar die österreichische Autobahnvignette, wollte aber zuerst noch die mehr oder weniger parallel zur Rheintalautobahn A14 verlaufende L190 nutzen und auch einen Tankstopp einlegen, das Benzin war ja in Österreich doch etwas günstiger als in der Schweiz.

Erst kurz vor Bludenz fuhr ich auf die Autobahn und dann weiter die Arlbergschnellstraße bis zur vorletzten Ausfahrt in Wald am Arlberg vor dem 14 km langen noch dazu mautpflichtigen Arlbergtunnel.

Da war mir die Passstraße schon lieber, obwohl ich dann gleich nach der ersten echten Serpentine nach Stuben auf zwei Sattelschlepper aufschloss, die ich wegen des regen Gegenverkehrs erst kurz vor der Abzweigung auf den Flexenpass überholen konnte. Wenn ich schon da war, wollte ich diese Passhöhe auch noch erreichen, auch wenn der Großteil der Straße durch Lawinengalerien verlief.

Aber neben dem Simplonpass, der einen Teil der europäischen Wasserscheide zwischen der Rhone (Mittelmeer) und dem Po (Adria) bildet, ist auch der Flexenpass auf 1.773 Metern Höhe eine wichtige europäische Hauptwasserscheide zwischen der Donau (Schwarzes Meer) und dem Rhein (Nordsee). Ich habe nun beide innerhalb weniger Tage passiert.

Dann kehrte ich wieder um, um dann auf den Arlbergpass zu fahren und in St.Anton Mittagspause zu machen. Das Kalbsrahmgulasch als erstes österreichisches Essen nach fast drei Wochen war dann wirklich gut!

Der Rest der Strecke ist dann nicht mehr besonders spannend, da ich das Inntal ohne viele Abzweiger zum Großteil auf der Autobahn durchfahren habe, um mir die Staus in den Ortschaften und der Landeshauptstadt Innsbruck zu ersparen. Ein paar Bilder gibt es doch.

Erst in Kufstein fuhr ich dann von der Autobahn ab und nahm die B170 durch das Brixental bis Kitzbühel, wo ich mich schon auf das gemeinsame Abendessen mit Freunden freute.

Die Route am vierten Heimreisetag

Route in kurviger: https://kurv.gr/xgFGL

Tag 2: Über den Großglockner zu Reinhold Messners Museum in Bruneck

Der zweite Tag meiner Tour in die Schweiz war vom Kopfsteinpflaster auf dem höchsten Pass Österreichs, einem Porsche-Sondermodell, einem Erlkönig, einer 90 Meter hohen Hängebrücke und Reinhold Messner geprägt.

Nach dem vorzüglichen Frühstück im Hotel Steinerwirt in Zell am See bestieg ich in der gegenüberliegenden Tiefgarage meine Honda Crosstourer und fuhr zuerst wieder ein Stück zurück Richtung Norden. Ich wollte den Zeller See auf der Ostseite umfahren, um einerseits nochmals einen schönen Blick auf die Stadt und den See zu erwischen und andererseits dem Morgenverkehr an der Kreuzung der B311 von Saalfelden und der B168 von Mittersill zu entgehen.

Eigentlich könnte man dieses Gebiet auch Porsche-Land nennen. Die Schmittenhöhebahn, mit 27 Bergbahnen, die Schifffahrt samt dem futuristischen Bootshaus für das Flaggschiff MS Schmittenhöhe, das Schloßhotel Prielau, die Porsche Design Studios in einem Gewerbegebiet, eine große Land- und Forstwirtschaft und der Flughafen in Zell am See gehören nämlich den Porsches. Das Schüttgut, der Stammsitz der Familie, liegt oberhalb des Südufers des Sees. Ein 911er-Sondermodell GT3 90 F.A.Porsche erinnert gerade 2026 an die Anfänge hier.

Copyright: porsche.at

Daran dachte ich aber bei der Bootsanlegestelle in Thumersbach, wo in der Nähe auch der Schriftsteller Stefan Zweig in den 1920er und 1930er Jahren seine Sommerfrische verbrachte, nur ganz kurz. Der Blick über den See auf das gegenüberliegende Städtchen und die Schmittenhöhe dahinter und Richtung Süden auf das Kitzsteinhorn und den Großglockner war einfach zu schön.

Mit diesen Eindrücken fuhr ich bei ganz wenig Verkehr über Bruck an der Glocknerstraße bis zur Mautstelle Ferleiten auf der Salzburger Seite.

Die Tageskarte als günstigste Möglichkeit kostet heuer (2026) für Motorräder 36,50 Euro. Nachdem ich es im Vorjahr wetterbedingt nicht geschafft hatte, (siehe: Der Tag der nicht gefahrenen Straßen) begleitete mich heuer Kaiserwetter die Serpentinen hinauf.

Auch der Tunnel beim Hochtor lud sowohl auf Salzburger als auch auf Tiroler Seite zu einem kurzen Fotostopp ein.

Auch auf Kärntner Seite war das Wetter uns Bikern hold, obwohl um ca. 9 Uhr weder von den selbsttretenden als auch motorisierten sehr viele unterwegs waren. So konnte ich die Strecke bis zur Abzweigung auf die Edelweißspitze fast ohne Unterbrechung genießen und mich auf die Auffahrt dorthin freuen. Nur ein Murmeltier meinte, kurz vor meinem Motorrad nochmals die Straßenseite wechseln zu müssen.

Die Edelweißspitze liegt am Ende einer rund zwei Kilometer langen Stichstraße, die beim Fuscher Törl von der Großglockner Hochalpenstraße abzweigt. Die gepflasterte Straße mit sieben engen Kehren ist beinahe ein Muss für Motorradfahrer, ein bisschen Übung schadet aber dabei nicht. Die habe ich nach dem Stilfser Joch und einigen noch mehr herausfordernden Pässen im Mai  (siehe Von Savona bis zum Iseosee und übers Stilfserjoch) auf jeden Fall und so konnte ich mich wenige Minuten später über die Rundumsicht freuen.

Dann ging es flott die Kurven hinunter bis Heiligenblut, wo ein Blick auf die Kirche immer wieder dazugehört. Einen BMW-Erlkönig entdeckte ich auch zufällig.

Die Abfahrt bis zum Iselsberg und weiter über Dölsach nach Lienz war dann flott und gemütlich zugleich. Diesmal durchfuhr ich die Stadt nicht auf der Bundesstraße, sondern zweigte rechts ab um rascher auf die Felbertauernstraße B108 zu kommen. Ich wollte zuerst ins Virgental zu einer interessanten Hängebrücke, bevor ich durch das Deferegental auf den Stallersattel fuhr.

Also ab nach Norden bis Matrei und dann hinauf ins Virgental, von wo es ab Virgen auf einer kleinen Seitenstraße bis zu einem kleinen Parkplatz nahe der Hängebrücke über die Iselschlucht weiterging. Diese Brücke könnte man mit etwas mehr Zeit und geeigneterer Bekleidung auch auf dem Iseltrail erwandern. Ich freute mich aber schon bei der Hitze nach wenigen Metern Abstieg die 90 Meter hohe Stahlkonstruktion über die Isel betreten zu können.

Der Weg ging dann zurück über Virgen und Matrei bis in Huben die Straße ins Deferegental abzweigte. Nach rund 35 km begrüßte mich gleich entlang des Sees unterhalb der Höhe ein mindestens ein Kilometer langer Stau, den ich als Motorradfahrer einfach entlang fuhr und als letzter Biker wenige Minuten vor der Talfahrt beim Schranken am 2052m hohen Stallersattel ankam.

Wir rund 20 Biker fuhren los und ließen die Autokolonne auf der italienischen Seite rasch hinter uns und erreichten nach vielen engen Kurven Antholz mit seinem Stadion für die Nordischen Schiarten.

Der Weg hinaus ins Pustertal war dann unspektakulär und die weiteren Baustellen auf den restlichen 10 km bis Bruneck waren Gott sei Dank nicht so verstaut wie wenige Wochen vorher auf meiner Heimfahrt aus Sardinien.

Im Schloß Bruneck wollte ich mir noch das Messner Mountain Museum Ripa ansehen, davon erzähle ich aber erst später in einem eigenen Blog.

Zwei Stunden später, genau in der abendlichen Rushhour fuhr ich dann durch die Stadt bei stockendem Verkehr ins Tauferner Ahrntal und erreichte bald mein Hotel direkt am Waldrand. Nach Dusche und Abendessen machte ich noch einen kurzen Spaziergang Richtung Dorf und bald nach meiner Rückkehr brach ein Gewitter aus, sodass ich froh war, das Motorrad in der Garage haben zu können.

Die Route am zweiten Reisetag

Route in kurviger: https://kurv.gr/hVdfc

Tag 1: Vom Triestingtal nach Zell am See

In diesem Blog erzähle ich von der ersten Etappe meiner heurigen Motorradtour in die Schweiz bis zum ersten Ziel in Zell am See.

Mein Plan war, mit meiner Honda Crosstourer in vier Tagen aus Niederösterreich bis an den Zürichsee zu fahren und dabei viele Pässe und Sehenswürdigkeiten in Österreich, Südtirol und in der Schweiz mitzunehmen.

Zum Eingewöhnen waren die flotten Kurven des nur 662 Meter hohen „Hals“ zwischen Pottenstein und Pernitz der erste Teil. Nur ganz so flott, wie ich mir gedacht hatte, wurde es dann doch nicht. Am Vorabend gab es nämlich im südlichen Niederösterreich heftige Gewitter, die einerseits Blätter und Äste der Bäume und andererseits Schotter auf die Fahrbahn spülten und so viele Kurven rutschig machten.

Aber je weiter man dann im Tal der Piesting Richtung Westen und den Rohrer Berg fuhr, desto besser wurde es wieder. Bald kam mir der typische Geruch einer der letzten Holzkohle- Erzeugung in Niederösterreich in die Nase. Direkt neben der Straße wird von der Familie Wieser auf  zwei Höfen in typischen Langmeilern dieses hochwertige Grillmaterial erzeugt.

Nur einige 100 Meter ein ganz ungewohntes Bild, die „Kalte Kuchl“ komplett ohne Motorräder, das gibt es nur sehr früh am Morgen. Den berühmten „Topfinger“ gab es da natürlich auch noch nicht. 

Der Ochssattel mit seinen 820 Metern Höhe ist für viele Biker aus dem Wiener Raum nach dem Topfinger das Ziel der Träume, die Einheimischen meiden ihn daher speziell am Wochenende. Aber an diesem Mittwochmorgen gehörte er mir alleine, kein einziges Motorrad begegnete mir bis hinunter nach St. Aegyd.

In Kernhof schliefen die Kamele und die weißen Tiger des Kameltheaters sicher auch noch.

Über das Gscheid und das Halltal und dann mit einigen Serpentinen hinauf auf den markanten Kreuzberg lag zuerst Mariazell und dann Rasing mit dem kleinen Kirchlein hoch über der B20, bevor in Gußwerk die B24 weiter ins Salzatal abzweigte.

Der Blick nach links auf den Hochschwab und später rechts auf die steile Südseite des Dürnsteins und Hochkars gehören neben der Straße an sich zu den Highlights dieser Strecke.

Mein Plan für diesmal war es, seit langem wieder einmal durch das Gesäuse zu fahren, weil ich ja im letzten Jahr die Strecke über den Buchauer Sattel genommen hatte.

Also bog ich am Ende der Erlauftalbundes- straße B25 in Mooslandl links nach Hieflau ab. Nachdem ich es kurz vor der Abfahrt geschafft hatte, die Garmin Drive App mit dem Zumo Navi zu verbinden, behauptete dieses, dass die Gesäusebundesstraße gesperrt sei. Das konnte aber gar nicht sein, ich hatte ja am Vortag die Route in „Kurviger“ und Google Maps nochmals geprüft, also fuhr ich weiter.

Und dann die Überraschung im echten Leben, die Straße war wirklich gesperrt, und zwar so gut, dass man sich nicht einmal mit dem Motorrad vorbeischwindeln konnte. Asphaltiertierungsarbeiten hatten das für die nächsten drei Tage ausgelöst. Das Learnig: manchmal könnte man dem Navi auch vertrauen… Ich habe mich geärgert und sogar aufs Fotografieren vergessen. Dabei waren es hin und zurück nur zwölf Kilometer in schöner Gegend, also genau genommen kein Problem, wenn der Weg das Ziel ist.

Darum war dann eine Kaffeepause beim Postwirt in Großreifling angesagt. angesagt, wo nebenbei der Blick hinunter auf den Bahnhof und auf die Oldtimer (Porsche Traktor, 1er Golf Rabbit und VW Käfer) in der gegenüberliegenden Werkstatt schon den Stopp wert war. Leider hatte es aufgrund der Sonneneinstrahlung so gespiegelt, dass ich keine Fotos von den Fahrzeugen habe.

Dann fuhr ich diesmal über die kleine Straße des Erbsattel und weiter über den Buchauer Sattel vorbei an Admont bis nach Liezen. Normalerweise weiche ich in den letzten Jahren durch das Ennstal bis Schladming auf schöne Seitenstraßen aus, aber der wenige Verkehr machte das diesmal gar nicht notwendig. Ab Radstatt ging es dann parallel zur A9 auf dem letzten Stück der Katschberg Straße (B 99) über Hüttau bis Bischofshofen.

Nach dem ersten Tankstopp bog ich bei der großen Salzachbrücke links ab und schon ging es in einigen Serpentinen die Hochkönig- Bundestraße B169 hinauf nach Mühlbach und weiter über den 1370 Meter hohen Dienter Sattel vorbei am Hochkönig bis Maria Alm und Saalfelden am Steinernen Meer. Von dort waren es auf der stark befahrenen B311 nur mehr wenige Kilometer bis zu meinem Ziel im Zentrum von Zell am See.

Da es am Abend noch das wöchentliche Sommerfest mit einigen Liveacts und lokalen Schmankerln gab, warf ich mich nach dem Abendessen ins Geschehen und genoss die sommerliche Stimmung.

Dabei entdeckte ich im Vogtturm noch eine Ausstellung zum Porsche Design Prinzip. Ferdinand Porsche und seine Familie lebten ja auch jahrelang in Zell am See.

Die Route am ersten Tag

https://kurv.gr/Mu7cG

Mit dem Motorrad auf den Spuren der Habsburger im Schweizer Aargau

Meinen Heimatort Gaming in Niederösterreich mit der Kartause verbindet mehr als viele wissen mit der Habsburg im Schweizer Aargau. Diesen Spuren bin ich bei meinem Schweiz-Besuch im Juli 2026 ein kleines Bisschen mit dem Motorrad gefolgt.

Zuerst in die Töff-Garage

Bei der Hinfahrt war ein Zwischenstopp in Zürich notwendig, da ich einige Tage davor, noch in Österreich auf meiner Fahrt in die Schweiz, einen Seitenkoffer verklemmt hatte. Die Werkstatt, oder wie man auf Züridütsch sagt, die Töff-Garage, von Moto Taiana konnte mir dabei schnell und unkompliziert helfen und so saß ich schon 20 Minuten später wieder auf meinem Bike.

Weiter in den Aargau

Dann fuhr ich das erste Mal mit dem Motorrad durch die Stadt Zürich, über die Limmat und querte die noble Einkaufsmeile Bahnhofstraße und die Siehl, vorbei am Triemlispital und um den Üetliberg herum hinunter in den Aargau. Die hügelige Landschaft mit den abgeernteten Getreidefeldern erinnert an unsere Bucklige Welt. Nur die Siedlungen sind größer und näher zusammen und der Baustil ist anders als bei uns.

Ein besonders interessantes Objekt bin ich in Rottenschwil überfahren. Die zweijochige stählerne Fachwerkbrücke über die Reuss ist nur einspurig und ich war verwundert, wie geduldig auf beiden Seiten die Autofahrer gewartet haben, bis ich meine Fotos gemacht hatte. Anlässlich der Renovierung 2003 wurde sogar eine eigene Briefmarke dazu herausgegeben.

Der erste markante Ort auf meiner Runde war Muri, dessen Kloster ich mir am Rückweg ansehen wollte. Eine halbe Stunde und einige flotter Kurven später tauchte die Habsburg vor mir auf. Zuerst schien es, sie würde in der Ebene stehen, aber aus der Nähe betrachtet erkannte ich den Burgberg.

Schloß Habsburg

Direkt im Dorf steigt die schmale Straße in einigen Serpentinen hinauf zum Parkplatz am Wüpelsberg gleich unterhalb des Schlosses Habsburg.

Vom ältesten Teil, der Vorderen Burg sind nur mehr die Grundmauern als Ruine erhalten. Diese Teile entstanden ca. 1020, in den 50 Jahren danach wurden der Nord- und Ostturm errichtet.

Die Grundherrschaft der Habsburger wurde immer wieder erweitert und umfasste bald das sogenannte Eigenamt, das Gebiet zwischen Aare und Reuss, das man nach Süden auch von der Burg überblicken kann.

In den nächsten 200 Jahren wurde die Burg von den frühen Habsburgern noch bewohnt, obwohl das Leben ohne Fenster sicher nicht sehr gemütlich war. Daher zog die Familie in die Stadt Brugg und die Burg wurde von Bediensteten betreut.

Albrecht II. „der Weise“

Es ist ein besonderes Gefühl, wenn man erst vor wenigen Monaten an der Gruft des Gründers der Kartause Gaming in der Kirche Marienthron gestanden ist, nun an seiner Geburtsstätte zu stehen. Albrecht II. wurde Ende 1298 als einer der Letzten der Habsburger-Dynastie noch auf der Stammburg geboren. Er übernahm die Regentschaft in Österreich und der Steiermark im Jahr 1330 und gründete gemeinsam mit seiner Gemahlin Johanna von Pfirt im Jahr 1332 die Kartause Gaming.

Herzog Albrecht II. mit Johanna von Pfirt, Lithografie, 1820
Copyright: Österreichische Nationalbibliothek

Seine Frau starb bereits am 15. November 1351 und wurde in Gaming begraben. Herzog Albrecht II. selbst verstarb am 20. Juli 1358 in Wien und wurde am 23. Juli an der Seite seiner Gemahlin in der Gruft in der Kartausenkirche Marienthron in Gaming bestattet.

Soweit hier zur Verbindung der Habsburg mit meinem Heimatort Gaming im nieder- österreichischen Mostviertel, mehr dazu werde ich sicher in einem späteren Blog schreiben.

1415 verloren die Habsburger den Aargau an die Schweizer Eidgenossenschaft. Die Vordere Burg war schon im Lauf des 13. Jahrhunderts zerfallen. Seit 1804 ist die Habsburg im Besitz des Kantons Aargau.

Habsburger-Herzen im Kloster Muri

Eine Reihe von Klosterstiftungen in der Umgebung der Burg ging ebenfalls auf die Habsburger zurück, eine davon ist das Kloster Muri, das das nächste Ziel meiner Motorradrunde sein sollte.

Also ab Richtung Süden, wobei mich die Ortsausfahrt von Brunegg schon wieder zu einem Photostopp „zwang“, weil hier Schweizer, Habsburger und Österreichs Fahne gemeinsam im Wind wehen. Dahinter blickt die Habsburg auf das ehemalige „Eigenamt“.

Nach rund 30 Kilometern vorbei an einer Christbaumkultur (der Aargau ist ein wichtiger Christbaumproduzent für die Schweiz) bog ich in die Marktstraße von Muri ein. Das dort befindliche ehemalige Benediktinerkloster wurde bereits 1027 von den Habsburgern gegründet.

Die Beziehungen zu den Habsburgern schwanden allmählich und die Klosterkirche diente letztmals 1260 als Grablege, denn die mit dem Kloster verbundene Hauptlinie verlagerte bereits 1282 ihren Herrschaftsmittelpunkt nach Wien.

Nach der Eroberung des Aargaus im Jahr 1415 lösten die Eidgenossen die Habsburger als Schirmherren ab. Der Kanton Aargau hob 1841 das Kloster nach mehr als 800 Jahren auf und löste dadurch den Aargauer Klosterstreit aus, der schliesslich im Sonderbundskrieg von 1847, der letzten kriegerischen Auseinandersetzung auf Schweizer Boden, endete.

Muri als alte und neue Grablege

Die Begräbnisstätten wie die Kaisergruft
in Wien blieben der Familie Habsburg- Lothringen nach ihrer Entmachtung jahrzehntelang verwehrt. Und so besann sich die Familie wieder an Muri. Die Lorettokapelle wurde der neue Bestattungsort und so ruhen dort die Herzurnen von Kaiser Karl und Kaiserin Zita. Das Kloster Muri ist somit die älteste bekannte und zugleich auch die jüngste Grablege seiner Stifterfamilie.

Da ich mir einen Montag für meine „Habsburg-Forschungen“ ausgesucht habe, blieben die Museumstore  und damit mein Zugang zur Lorettokapelle auch hier leider verschlossen.

Das Kloster der Habsburger

Daher blieb mir nur die Klosterkirche mit ihrem Oktogon, das noch heute der größte sakrale Zentralraum der Schweiz ist. Im rechten vorderen Teil des Oktogons befindet sich das Habsburgerdenkmal (111) mit dem Stifterpaar Radebot von Habsburg und seiner Frau Ita von Lothringen. Dahinter und nur vom Museum aus zugänglich liegt die Lorettokapelle (225). Der Leontiusaltar (115) befindet sich an der linken Seite.

Die Superlative haben damit aber kein Ende, der Osttrakt ist mit 222,5 m das größte klassizistische Bauwerk der Schweiz. Gegenüber des Klosters befindet sich der Leontiusbrunnen. Die Figur des Katakomben- heiligen Leontius, dessen Gebeine in der Klosterkirche aufbewahrt werden, prägt den Brunnen.

Der Rückweg an den Zürisee

Nach soviel Geschichte war es wieder Zeit für einige Motorradkurven, die ich über den Albis fahren wollte. Aber egal, welche Straße ich auch nahm, mindestens eine ampelgeregelte Baustelle bremste meinen Fluß. Trotzdem ist der kleine Buchenegg-Pass eine gute Alternative zur stark befahrenen Albis-Straße. Vorbei am Tierpark Langenberg in Langnau am Albis, der zu Begegnungen mit einheimischen Wildtieren einlädt, führte mein Weg hinunter ins Sihltal. über die Sihl und Gattikon bis zu meinem Ziel Thalwil am Zürisee.

Nachbetrachtung

Diesmal war auf meiner Motorradrunde der Anteil der Geschichte ziemlich hoch, aber die Kurven und die angenehme Landschaft bleiben dennoch in bester Erinnerung. Eine Wiederholung nicht an einem Montag, wenn hoffentlich die Aussenrenovierung abgeschlossen sein wird, soll es daher auf jeden Fall geben.

Übrigens passen Gaming, Motorrad und Habsburger auch sonst ganz gut zusammen. Ferdinand Habsburg ist ein österreichischer Automobilrennfahrer, der seit 2022 in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft antritt. Und seine Eltern Karl Habsburg-Lothringen und Francesca Thyssen-Bornemisza hatten im Jahr 1993 nach der Trauung in Mariazell ihre Hochzeitstafel in der Kartause Gaming.

Hin- und Rückfahrt mit dem Motorrad

Kelten, Ritter und ein riesiges Wasserfass – was man bei einer Motorradtour so alles entdeckt…

In diesem Blog schreibe ich über eine kürzere Tour mit trotzdem spannenden Kurven und Zwischenstationen im südlichen Niederösterreich und dem angrenzenden Burgenland.

Ich bin eigentlich Schönwetterfahrer und bin weder bei Regen als auch bei Hitze nicht gern unterwegs. Hier widersprechen wahrscheinlich die, die meinen Blog zu meiner Tour in den Schwarzwald gelesen haben. Trotzdem habe ich mich erst wieder am ersten nicht so heißen Tag nach der Sardinien-Tour aufs Motorrad gesetzt um eine Runde über die Rosalia zu fahren.

Bei der Bezeichnung Rosaliengebirge lächlen die Freunde aus dem Westen Österreichs, die anderes gewohnt sind. Aber hier gibt es genauso wie in der direkt anschließenden Buckligen Welt viele Straßen und Sträßchen, die auf einigen kurvigen Touren erkundet werden können, ohne sich dabei zu sehr zu wiederholen.

Die Burg Forchtenstein stand am Plan, aber an der Kreuzung beim Tor der Buckligen Welt stand eine schwarze Wolke und so bog ich nicht links ab, sondern fuhr weiter Richtung Hochwolkersdorf. Dann war es nicht mehr weit bis zu den Serpentinen von Schwarzenbach.

Am Burgberg gegenüber war der Aussichtsturm zu sehen und so beschloss ich, dem Keltendorf einen Besuch abzustatten. Es war ja sicher schon 15 Jahre her, dass ich das letzte Mal dort war. Das Dorf war gewachsen und am Weg zum Museumsturm tummelte eine Herde Zwergziegen auf der falschen Seite des Zaunes herum, während auf der anderen Seite einige neugierige, frisch geschorene Alpakas und Straussen herüberlugten.

Also fuhr ich lieber weiter Richtung Süden bis Kobersdorf. Dort finden seit vielen Jahren die Schloss-Spiele unter der Intendanz von Wolfgang Böck statt. Neben den immer wieder besonderen und heiteren Stücken macht der begeisterte Mororradfahrer auch eine gemeinsame Fahrt für Biker vom Mattersburger Pappelstadion bis zum Schloss Kobersdorf. Einige Jahre waren wir auch dabei und fuhren mit mehr als hundert Bikes gemeinsam mit Wolfgang Böck praktisch direkt in die Vorstellung. Das Bild unten mit ihm stammt aus dem Jahr 2015.

Aber heute war keine Vorstellung und so ging es weiter über Lindgraben Richtung Süden, bis die Straße nach Westen in die Bucklige Welt abzweigte. Nach einigen flott zu fahrenden Kurven bog eine kleine Straße zur Ruine Landsee, einer der größten Burgruinen Mitteleuropas, ab. Neben dem geschichtsträchtigen Gemäuer ist der Rundumblick über das südliche Burgenland auf jeden Fall eine Pause wert. Die Bilder stammen aber von meinem letzten Besuch im Herbst 2021.

Waren es in Schwarzenbach die Kelten aus dem 2. und 1. Jahrhundert v. Chr., so sind es auf der Burg Landsee die Ritter aus dem 15.Jahrhundert, die das Geschehen bestimmten.

Bald danach führte mich die Crosstourer wieder Richtung Norden vorbei am Pauliberg, unserem jüngsten Vulkan, der vor 11 Millionen Jahren erloschen ist und auch schön vom Schwarzenbacher Museumsturm zu sehen ist.

In Wismath wollte ich wieder hinunter von den Höhen der Buckligen Welt und fuhr über Hollenthon und dem heute höchsten Punkt der Tour bei Wiesfleck auf 850m Seehöhe bis Krumbach auf die B55 und vorbei an der Kreuzung beim Weissen Kreuz, wo man schon fast beim Eis-Greissler ist. Über Edlitz und weiter über Scheiblingkirchen und links über die Natschbacher Straße ging es nach Neunkirchen hinüber ins Schwarzatal.

Am Kreisverkehr an der Blätterstraße bei Neusiedl am Steinfeld kann ich das Rätsel vom überdimensionalen Wasserfass auflösen. Hier befindet sich schon seit den 1950er Jahren einer  der imposantesten Wasserbehälter und mit 600 Millionen Liter Trinkwasser einer der größten Europas. Der Behälter ist in das Gefälle der Ersten Wiener Hochquellenleitung eingebunden und dient zur Trinkwasserabsicherung ohne zusätzliche Pumpen für die Stadt Wien.

Dieser wird auf einer riesigen Baustelle bis 2036 zum größten geschlossenen „Wasserfass“ Europas mit einem Fassungsvermögen von rund einer Milliarde Liter erweitert. Auch wenn es nicht so aussieht, von dort sorgt das Gefälle dafür, dass das Wasser ohne Pumpen direkt bis in die Millionenstadt Wien fließen kann.

Das letzte Stück meiner mit rund 180 Kilometern eher kürzeren Tour führte dann über Bad Fischau und Steinabrückl zurück zum Ausgangspunkt in Enzesfeld. Es zeigte sich, Fahrer und Motorrad sind in bester Verfassung und gut vorbereitet für die nächste Tour in die Schweiz.

Route: https://kurv.gr/GJFPT

Der Kirtag und das Marktrecht

Der Begriff Kirtag weist auf die Verbindung mit der Kirche und der dort gehaltenen Messe hin. Am Weihetag oder Tag des Kirchenpatrons gesellte sich zur heiligen eben die profane Messe, der Jahrmarkt dazu. Historische Gegebenheiten und Kindheitserinnerungen dazu beschreibe ich in diesem weiteren Blog zum Thema Bräuche, aber auch internationale Beispiele kommen nicht zu kurz.

Standelmarkt mit Tradition

Bis heute ist der Standelmarkt mit Gegenständen des täglichen Bedarfs und Süßigkeiten, wie großen, verzierten Herzen aus Lebkuchen, Schaumrollen oder Zuckerwatte, Teil des traditionellen Kirtags. Die Rolle als Versorger mit Dingen des täglichen Bedarfs hat der Kirtag aber Ende des 20. und im 21. Jahrhundert verloren.

Kaiser Joseph II., dem die „unnötigen“ und die im volkswirtschaftlichen Sinne „unproduktiven“  Dinge ein Dorn im Auge waren, schaffte auch viele Feiertage und Kirchenfeste ab, hauptsächlich um die Zahl der Arbeitstage zu erhöhen. „Seine Majestät haben den allerhöchsten Befehl zu geben geruhet, daß die Kirchweihfeste in den gesammten deutschen Erblanden auf den dritten Sonntag im Monat Oktober versetzet werden sollen …“  mit diesen Worten  verfügte Joseph II. vor 230 Jahren den „Kaiserkirtag“. Das führte aber mancherorts aber dazu, dass dann sowohl die Kirchweihe als auch der kaiserliche Festtag gefeiert wurde.

Bis dahin war es Brauch gewesen, die Kirchweihe an ihrem Jahrestag zu feiern. Meist war es zugleich der Gedenktag des Patrons. Das konnte jedes beliebige Datum sein, mit Ausnahme der „geschlossenen Zeiten“ vor Ostern und Weihnachten, in denen die Kirche keine Tanzunterhaltungen duldete („Kathrein stellt den Tanz ein“).

Das Marktrecht in Enzesfeld

Es ist nicht überliefert, seit wann Enzesfeld das Marktrecht besitzt. Aber schon 1509 wird der Ort im „Beratungsbuch“ als „Markt“ bezeichnet. Es dürfte aber wieder in Vergessenheit geraten sein und nach dem Einfall der Türken 1683, bei dem es nur 36 Überlebende im Ort gab, überhaupt abgekommen sein.

Seit der Gemeindereform von 1848/49 hat die Bezeichnung „Marktgemeinde“ auf österreichischem Territorium jedoch die rechtliche Bedeutung verloren. Von nun an war nämlich das Abhalten von Märkten an eigene Bedingungen innerhalb der Gemeinden gebunden und somit unabhängig vom bis dato eingehaltenen formalen Marktrecht möglich. Das bedeutet faktisch gesehen: Die Bezeichnungen „Markt“ und „Marktgemeinde“ sind seitdem politisch betrachtet ohne Belang.

Im Jahr 1937 beantragte der Enzesfelder Gemeindetag trotzdem „im Hinblick auf die historische und wirtschaftliche Bedeutung“ wieder das Marktrecht, das dann von der NÖ Landesregierung am 31.1.1938 auch gewährt wurde und seitdem gilt.

In Niederösterreich gibt es die meisten Marktgemeinden in Österreich, es sind nämlich 327 Marktgemeinden von insgesamt 573 politisch selbständige Gemeinden.

Kindheitserlebnis Kirtag

Als Kind war es noch ein Erlebnis, einmal im Jahr auf den Kirtag zu gehen. Dort gab es alles, was das Kinderherz begehrte, vom Spielzeug bis zu den Schaumrollen vom Reschinsky, damals nur in Scheibbs. Heute findet man „den Reschinsky“ mit seinen Ständen und Wägen schon auf allen größeren Weihnachtsmärkten und den meisten Kirtagen in Niederösterreich. So hole ich mir dabei fast jedes Mal, wenn ich einen Stand sehe, den Geschmack der Heimat mit einer Schaumrolle, einem Punschkrapferl oder einer Scheibbser Kugel zurück.

Scheibbser Kugel © Reschinsky

Damals war es spannend, in Gaming, Gresten oder Scheibbs „auf den Kirtag“ zu gehen. Die Oma kaufte damals für sich eventuell eine Kleiderschürze oder ähnliches, die Mutter einen Kochlöffel und für die Kinder gab es auch eine Kleinigkeit.

Kirtag in Enzesfeld

In Enzesfeld ist die Pfarrkirche der Hl. Margarete geweiht. Daher fand zumindest ab 1905 jeweils am 20. Juli der Kirtag statt. Seit vielen Jahren wird dieser gemeinsam mit dem Feuerwehrfest am ersten Sonntag im Juli abgehalten, bis Anfang der 1990er Jahre noch in der Schloßstraße. Er wurde dann zum Kaufhaus Scharler verlegt und ist seit einigen Jahren nach einer Zeit in der Fabrikstraße in verkleinerter Form beim Feuerwehrhaus gelandet.

Stiefelkirtag in Leobersdorf

Der Stiefelkirtag findet zweimal im Jahr, im Mai und im November, in Leobersdorf statt. Dabei wird die Leopold Hörbinger-Straße zur Marktmeile, bei der es bei den Standlern wie früher von Kleidung und Geschirr bis zu kulinarischen Leckerbissen alles gibt, was das Herz begehrt.

Das eigene Kirtagsstandel

Als Kind habe ich es mir nicht träumen lassen, dass ich auch einmal einen Kirtagstand haben werde. Aber genau so war es – in den ersten Jahren meiner Obmannschaft beim Hilfswerk Triestingtal (ca. 2011 bis 2015) hatten wir beide Male im Jahr einen eigenen Stand, damals noch in der Südbahnstraße in Leoberdorf vor unserem damaligen Hilfswerk-Lokal, bis wir das wegen mangelnder Einnahmen wieder einstellten, da die meisten Besucherinnen und Besucher des Kirtags nicht auf Kaffee oder ein Glas Wein eingestellt waren.

Ein Schausteller wäre aber sowieso nie aus mir geworden.

Die Österreich-Fotos dieses Blogs habe ich alle am Neuhauser Kirtag im Triestingtal am 14. Juni 2026 gemacht. Dieses traditionelle Fest der Freiwilligen Feuerwehr Neuhaus umfasst neben zahlreichen Kirtagsstandeln einen klassischen Festbetrieb mit musikalischer Unterhaltung und einem Frühschoppen am Vormittag.

Ein paar internationale Beispiele

Zufällig habe ich heuer bereits zwei Märkte außerhalb Österreichs besucht, die sehr gut als Ergänzung zu diesem Blog passen. Eindrücke aus Indien und Thailand runden das Bild ab.

Der Wochenmarkt in Alessandria

Den ersten habe ich auf unserer Heimreise von Sardinien zufällig bei einem Zwischenstopp in Alessandria im italienischen Piemont auf der Piazza Guiseppe Garibaldi entdeckt. Auf diesem, wie ich finde, wunderschönen Platz mit Säulengängen in piemontesisch-lombardischer Architektur herrscht dreimal in der Woche reges Treiben, montags ist der Platz den ganzen Tag, donnerstags und samstags jeweils einen halben Tag lang Marktgebiet, während er den Rest der Zeit profan als Parkplatz genutzt wird.

Hier findet man alles von Kleidung über Schuhe, Töpfe und Pfannen bis hin zu Waschmitteln, einfach alles Mögliche von lokalen, chinesischen, marokkanischen und pakistanischen Straßenhändlern. Dabei ist der Einfluß der arabischen Händler sicher am Größten.

Der Wochenmarkt von Keszthely

Der zweite ist der Wochenmarkt im Stadtzentrum von Keszthely (Ungarn), direkt in der Nähe des Hauptplatzes und des Theaters, leicht erreichbar in der Piac terkepe.

Am Mittwoch und Samstag bieten hier Händler ihre Waren an, von frischem Gemüse und Obst, bunten Blumen, über Honig und Säften gibt es vieles mehr. Hausgemachte Nudeln, Eier aus Freilandhaltung sowie geräucherte Mangalica-Produkte ergänzen das Angebot. Außerdem gibt es frischen Lángos, Lebkuchen und Puszedli (Busserl/Weinbeisser). Man kann sich sogar Schlüssel nachmachen oder Messer schleifen lassen, denn es befinden sich auf dem Marktgebiet auch einige Werkstätten. Ein Teil ist auch ein Flohmarkt, der von Kleidung über Antiquitäten bis zu Dingen des täglichen Bedarfs alles bietet.

Nach langer Zeit habe ich auch wieder einmal ein Rezept, diesmal für die oben genannten Puszedli. Es ist zwar ungarisch, aber das lässt sich ja bequem übersetzen.

Marktbilder aus Hyderabad in Indien

Im Jahr 2007 hatte ich bei meinem Indienaufenthalt die Gelegenheit, einige Märkte zu sehen. Hier zeige ich die Bilder aus dem Zentrum von Hyderabad.

Walking Street Market in Phuket

Wer schon einmal im thailändischen Phuket war, kennt auch den berühmten Walking Street Market. Untenstehend findet ihr meine Erzählung dazu aus dem Jahr 2025.

Markttag in Phuket