Auch der Maiaufmarsch mit Fackelzug gehört zu den Traditionen nicht nur in Niederösterreich, sondern in ganz Österreich und in vielen Ländern der Welt. In meiner Kindheit und Jugend gab es diese Veranstaltung in den meisten Gemeinden und war auch für jemanden, der wie ich die Sozialdemokratie nur von außen betrachtete, ein beeindruckendes Ereignis. Aus diesem Grund habe ich es auch in meine Blogreihe zu den Bräuchen aus meiner Erinnerung aufgenommen.
Der 1. Mai war ursprünglich ein Feiertag der Arbeiterbewegung, der aus dem Kampf für den 8-Stundentag entstand. 1890 machten Arbeiter zum ersten Mal mit weltweiten Massendemonstrationen unter dem Motto „Heraus zum 1. Mai“ auf ihre Anliegen aufmerksam – auch in Österreich gingen die Menschen auf die Straße. Ab 1891 wurden diese Aufmärsche von der Arbeiterbewegung international durchgeführt.
Nach dem Ersten Weltkrieg, im Jahr 1919, wandelte sich der Feiertag gegen den Staat zum Staatsfeiertag. Für die Sozialdemokratie bedeutete der 1. Mai damit eine Bestätigung ihrer staatstragenden Funktion; der radikalen Linken und den Kommunisten war er immer viel zu sehr Feiertag und zu wenig Kampftag. Seit 1926 führt der Maiaufmarsch über die Wiener Ringstraße, das architektonische Zentralsymbol des Wiener Bürgertums.
Während des Ständestaats und der anschließenden Nazi-Diktatur waren die Maiaufmärsche verboten, ein Feiertag blieb er trotzdem, die Ideologie dahinter änderte sich aber dem jeweiligen Regime entsprechend.
Der erste Maiaufmarsch nach 1945 fand aber bereits am 1. Mai 1945 in Wien statt, kurz nach der Befreiung Österreichs, und wurde von KPÖ, SPÖ und ÖVP gemeinsam organisiert, um die Wiederherstellung der Demokratie und die Interessen der Arbeitnehmer zu feiern, auch wenn die Einheit durch den aufkommenden Kalten Krieg schnell zerbrach und ab 1946 getrennte Aufmärsche folgten. Seit 1949 ist der 1. Mai wieder ein offizieller Staatsfeiertag.
Der Wiener Maiaufmarsch hatte 1890 noch rund 100.000 Teilnehmer. Er war dann in meiner Wiener Zeit zwischen 1980 und 1990 für mich etwas aus der Zeit gefallen, nachdem es ein offenes Geheimnis war, dass die Gewerkschaften sanften Druck ausübten, damit möglichst viele Mitarbeiter der Gemeinde Wien und der staatsnahen Betriebe auch daran teilnahmen. Meine damalige Freundin und spätere Ehefrau sah das als Schwesternschülerin am damaligen Wilheminenspital (heute Klinik Ottakring) nicht so eng und ging nicht mehr hin. Da das immer mehr taten, führte es dazu, dass heute laut Polizei nur noch einige 1.000 Teilnehmer den Weg zum Ring und vor das Rathaus finden. Die Attraktivität der SPÖ, aber auch aller anderen etablierten Parteien nimmt leider immer mehr ab, was sich natürlich auch beim Maiaufmarsch zeigt.
Noch in den 1960er Jahren erinnerten aber die klassenkämpferischen Slogans beider Seiten an die Zeiten des unsäglichen Bürgerkrieges im Jahr 1934. So war es nicht verwunderlich, dass wir daheim in Kienberg die damaligen Aufmärsche nur sehr weit aus der Ferne beobachteten. Die Fahnen mit der Blasmusik voraus hatten für mich immer etwas von einer anderen Welt.
In den 1970er-Jahren wurde wahrscheinlich die Anzahl der Teilnehmer immer weniger, der Maiaufmarsch in Kienberg wurde eingestellt und es gab ihn nur mehr in Gaming, den ich aber nie gesehen habe.
Als wir 1990 nach Enzesfeld kamen, war der Maiaufmarsch mit Fackelzug noch eine Großveranstaltung in diesem von Industrie und Arbeiterbewegung geprägten Ort. Aber auch hier verlor er immer mehr an Attraktivität und so wird er seit vielen Jahren nur mehr als Gemeinschaftsveranstaltung mehrerer SPÖ-Organisationen in Hirtenberg abgehalten. Ein äußeres Symbol ist das Mai-Abzeichen, das auch bereits seit 1890 jedes Jahr neu aufgelegt wird. Ich habe zwar einige davon im Sinne der guten Zusammenarbeit von meinen SPÖ Gemeinderatskollegen erworben, finde aber leider keines mehr in meinem Fundus.
Vom papierenen Krankenschein über die Plastikkarte bis zur neuesten digitalen e-card vergingen gut 20 Jahre. In diesem Blog beschreibe ich, was die e-card kann und was nicht und wie einfach die digitale Version installiert wird.
Die e-card hat sich seit ihrer Einführung im Jahr 2005 bestens bewährt und als Nachweis der Sozialversicherung den alten Papier-Krankenschein abgelöst, an den sich bereits eine ganze Generation nicht mehr erinnern kann.
Seit April 2026 ist die digitale e-card in Österreich als praktische Alternative zur Plastikkarte auf dem Smartphone verfügbar (Das Handy vergisst niemand, die e-card schon manchmal). Sie ist in den Sozialversicherungs-Apps (wie MeineSV, Meine ÖGK, svsGO) integriert und erfordert ein NFC-fähiges Handy sowie eine Anmeldung mittels ID Austria.
Was kann die e-card?
Die E-Card ist der persönliche Schlüssel zum Gesundheitssystem und sichert den Zugriff auf Gesundheitsdaten sowie den Versicherungsnachweis bei den Ärzten.
Mit der e-card wird Ihr Krankenversicherungsschutz bei einem Arztbesuch oder einer anderen medizinischen Behandlung bestätigt. Daher benötiget die Ordinationshilfe vor jeder Behandlung die e-card. Damit kann in der Arztordination elektronisch gesichert geklärt werden, ob und zu welchen Bedingungen (z.B. Rezeptgebührenbefreiung etc.) die Patienten versichert sind.
Sie dient ebenfalls als „Schlüssel“ zur Identifikation und ermöglicht den Zugang zur elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) wenn Sie sich nicht von ELGA abgemeldet haben.
Seit Mai 2009 erlaubt die e-card auch die Meldung und Abmeldung zum Krankenstand
Was kann die e-card nicht?
Weder die physische Karte noch die digitale e-card kann Diagnosen, Krankenakten, Medikamente oder Röntgenbilder speichern. Beide sind nur der Schlüssel zur elektronischen Gesundheitsakte (ELGA). Auf dem Chip ihrer Karte sind und werden keine medizinischen Daten gespeichert.
Die physische e-card hat keine unbegrenzte Gültigkeit (ohne Foto): E-Cards ohne Foto wurden weitgehend gesperrt, wenn kein Foto vorhanden war.
Die e-card ersetzt nicht den Überweisungsschein des Hausarztes zum Facharzt. Leider wurde das bis jetzt nicht umgesetzt. Beim Rezept ist die elektronische Form trotz ursprünglich starker Gegnerschaft bei Ärzten und Apothekern schon lange erfolgreich umgesetzt. Den Überweisungsschein wird Ihnen Ihr Arzt noch immer in Papierform aushändigen. Sie legen diesen dann weiterhin gemeinsam mit der e-card bei der Einrichtung vor, an die Sie überwiesen wurden.
Keine automatische Abrechnungsgarantie bei Systemausfall, das bedeutet, dass Daten nur nachträglich erfasst werden können, wenn das e-card-System beim Arzt einmal offline sein sollte.
Aber auch das elektronische Rezept funktioniert nicht bei Systemausfall, die Apotheke hat nur bei funktionierender Internetverbindung Zugriff darauf, da auch dafür die e-card in beiden Formen nur der Schlüssel zu den Daten ist.
Keine Funktion ohne ID Austria: Die Nutzung der digitalen e-card ist an die ID Austria gebunden und erst ab 14 Jahren möglich. Damit ist sie genau genommen sicherer als die analoge Karte, die theoretisch auch von Unbefugten verwendet werden kann.
Die e-card ersetzt auch nicht die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) auf der Rückseite für Behandlungen im Ausland.
Sie ist auch nicht selbständig sperrbar bei Verlust: Die digitale e-card kann nicht per Anruf bei der Serviceline gesperrt werden, sondern nur durch Entfernen in der App.
Warum ist für die digitale e‑card eine ID Austria notwendig?
Die e‑card und auch die digitale e‑card sind Schlüssel zu Ihren persönlichen Versicherungs- und Gesundheitsdaten. Diese sind besonders schützenswert und es gelten daher strenge gesetzliche Vorgaben. Damit Ihre Gesundheitsdaten nur von dazu berechtigten Personen aufgerufen werden können, ist für das Hinzufügen und Verwenden der digitalen e‑card eine Identifikation mit ID Austria notwendig.
Was kann meine Ärztin bzw. mein Arzt machen, wenn ich meine digitale e‑card am e‑card Lesegerät in der Ordination benutze?
Durch Verwendung der digitalen e‑card in einer Ordination oder einem Labor geben Sie Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt genau die gleichen Rechte wie mit der physischen e‑card.
Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt erhält Zugriff auf Ihre im e‑card System gespeicherten Versicherungsdaten, auf Ihren e‑Impfpass und auf Ihre e‑Medikationsliste und Ihre e‑Befunde in Ihrer ELGA, sofern Sie sich nicht von ELGA abgemeldet haben.
Was kann meine Apotheke machen, wenn ich meine digitale e‑card am e‑card Lesegerät der Apotheke benutze?
Durch Verwendung der digitalen e‑card in einer öffentlichen Apotheke oder Hausapotheke erteilen Sie genau die gleichen Rechte wie mit der physischen e‑card. Die Apotheke erhält Zugriff auf Ihre offenen e‑Rezepte (sowohl Kassenrezepte als auch Privatrezepte), auf Ihren e‑Impfpass und auf Ihre e‑Medikationsliste in Ihrer ELGA, sofern Sie sich nicht von ELGA abgemeldet haben.
Was kostet mich die e-card?
Ganz gratis ist dieses Service aber auch nicht, egal ob physische Karte oder digitale e-card. Für das Jahr 2027 ist am 15.11.2026 ein Service-Entgelt in Höhe von 26,85 Euro fällig. Dieses Entgelt gilt aber einmal für beide Varianten.
Leider wurde die Befreiung für uns Pensionisten abgeschafft und die Gebühr wird ab dem 15.11.2026 erstmals direkt von der Pensionsversicherung abgezogen.
Wie komme ich zu meiner digitalen e-card?
Dafür sind nur einige wenige Schritte notwendig. Eine bestehende, gültige physische e-card mit Foto ist natürlich die erste Voraussetzung. Voraussetzung ist auch ein NFC-fähiges Handy mit einem sehr aktuellen Betriebssystem. Weiters benötigt man die ID Austria zur Anmeldung. Die Installation der entsprechenden App (z.B. Meine ÖGK, MeineSV) muss ebenfalls erledigt sein, da die digitale e-card dort gespeichert wird.
Ursprünglich sollte er böse Geister vertreiben, dann war der Maibaum bis zur 1848er-Revolution verboten und wurde danach ein Symbol für die neu eingerichteten Ortsgemeinden. Später war er in vielen Teilen Niederösterreichs eher vergessen bis er sozusagen wiederentdeckt wurde. Auch das gehört zu meiner Blog-Serie über Bräuche in Niederösterreich.
Die ersten bekannten Maibäume standen laut dem Buch „Niederösterreich – Eine Spurensuche“ nicht im Dorf, sondern mitten in der Stadt: Chronisten berichten dies 1230 vom Wiener Hof. Maibaum-Feste in den heute bekannten Formen mit Volkstanz und Ähnlichem erfand man erst im 19. und 20. Jahrhundert.
In meiner Kindheit kann ich mich an einen Maibaum nicht erinnern. Erst als ich im Jahr 1981 Obmann der Jungen ÖVP Gaming wurde, haben wir einige Jahre lang einen beim Gasthaus Zechmeister und später bei der Petroleum-Bar in der Pockau aufgestellt. Wir veranstalteten dabei noch das „Maibaum-Kraxeln“, wo die mutigsten jungen Männer, bekleidet mit der kurzen Ledernen, um die Wette den Baum hinaufkletterten. Heute wird der Maibaum von den Gemeinderäten beim Haus der Begegnung in Gaming aufgestellt.
In Lindabrunn wurde der erste Maibaum im Jahr 1999 aufgestellt. Entstanden ist die Idee an der Heurigen-Schank, als ein „Zuagroaster“ fragte, warum es hier keinen Maibaum gäbe. Man beschloss, dass das geändert werden müsse, fuhr gemeinsam in den Wald, suchte einen passenden Baum, schnitt ihn um und entrindete ihn. Dann fuhren die Freunde wieder ins Dorf zurück und stellten den Baum vor dem Feuerwehrhaus auf. Einige Heurigengarnituren kamen rasch dazu, beim Getränkehändler wurden einige Kisten Bier geholt und rasch versammelten sich alle Dorfbewohner um den Baum.
Aufgrund des Erfolges sollte der Maibaum nun jedes Jahr aufgestellt werden. Dafür wurde extra der Brauchtumsverein mit Obmann Martin Stockreiter gegründet und nach einigen Diskussionen mit der Gemeindeführung ist dieser Brauch seither aus dem gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken. Er wird jedes Jahr von einem anderen Waldbesitzer, die heute schon auf einer Warteliste stehen, gespendet, von einigen Mitgliedern des Brauchtumsvereins aus dem Wald geholt und im Beisein der schon bei Getränken und Aufstrichbroten wartenden Bevölkerung aufgestellt. Nach 25 Jahren hat Martin Stockreiter im Jahr 2025 sein Amt an Martin Fürst übergeben.
Der Maibaum wird nach rund einem Monat vom Spender und den Mitgliedern des Brauchtumsvereins umgeschnitten. Doch zuerst wird der Baum im Zuge eines Schätzspiels auf die richtige Länge geschätzt und anschließend für einen guten Zweck „amerikanisch“ versteigert. Das heißt, die oder der letzte, der eine Münze in den herumgereichten Hut geworfen hatte, bekommt den Baum.
Im Jahr 2011 lud ich Verwandte und Freunde auch aus der alten Heimat im Ötscherland zum Heurigen nach Lindabrunn ein, um mit mir den 50er zu feiern. Ein zufälliger Höhepunkt war der am gleichen Tag stattfindende Maibaumumschnitt.
Das Spannende dabei war und ist – nicht nur für die auswärtigen Gäste – ob der Baum wirklich auf der abgesperrten Straße und nicht auf einem Hausdach links oder rechts davon landet. Bis jetzt hat das aber dank umsichtiger Vereinsmitglieder noch immer einwandfrei funktioniert.
Rund 300.000 Zertifikate für die ID Austria laufen in den nächsten Monaten ab.
Das Bundeskriminalamt meldet dazu eine Betrugswelle, bei der Kriminelle den Ablauf digitaler Zertifikate nutzen wollen, um an Ihre Bankdaten zu gelangen. Mit diesem Blog helfe ich Ihnen, das zu verhindern.
Dieses Wissen ist der beste Schutz gegen die aktuellen Phishing-Versuche, die es auf ihre Bankdaten abgesehen haben.
Bedenken Sie: Weder eine Bank noch eine öffentliche Institutionen sendet SMS oder ruft sie ohne ihren vorherigen Kontakt an. Falls Sie trotzdem eine E-Mail oder SMS erhalten haben (könnte 30 Tage vor Ablauf sein), prüfen Sie am besten ausschließlich über die offizielle Seite id-austria.gv.at oder direkt in der App, ob eine Verlängerung tatsächlich notwendig ist.
Was kann ich als ID Austria Benutzer tun?
1. Starten Sie Ihre ID Austria App. Sie können bereits am ersten Schirm den Hinweis zu SMS Betrugsversuchen lesen:
Rufen sie ihr Konto auf (das Icon im unteren Bereich, siehe Bild oben). Scrollen Sie nach unten. Nach Benutzername, Typ und Zertifikatsseriennummer finden Sie „Zertifikat gültig bis:“
3. Einige Wochen vorher (nicht einige Tage oder gar am letzten Tag!) sollten Sie sich um die Verlängerung kümmern. So haben Sie Zeit genug, falls andere gerade die gleiche Idee haben und es nicht auf Anhieb klappt. Sonst heißt es wieder persönlich zum Amt zu pilgern und den Registrierungsprozess neu zu starten!
Die Verlängerung selbst ist kostenlos und erfordert lediglich die Anmeldung mit der bestehenden, noch gültigen ID Austria, um ein neues Signaturzertifikat auszustellen.
Scrollen Sie bis zu „Ich will meine ID Austria verlängern“ und rufen Sie den Button „ID Austria verlängern“ auf.
5. Melden sie sich an und bestätigen sie in der Handy-App den Vergleichswert. Wenn sie das Ablaufdatum ihres Zertifikates überschritten haben, können sie diesen Schritt nicht mehr durchführen und müssen zum Amt für den weiteren Prozess. Darauf werden sie am nächsten Schirm auch noch hingewiesen:
Jetzt können Sie die Daten und die Gültigkeitsdauer Ihrer ID Austria einsehen.
5. Mit österreichischer Staatsbürgerschaft kann über diesen Online-Prozess verlängert werden.
Bei der Verlängerung wird unter Verwendung Ihrer bestehenden qualifizierten Signatur ein neues Signaturzertifikat für fünf Jahre ausgestellt. Ihr altes Zertifikat wird dabei widerrufen, alle bisher signierten Dokumente bleiben gültig. Das müssen sie am nächsten Schirm mit den 3 Haken auch noch bestätigen:
Mit „Weiter“ starten Sie die Verlängerung. Damit haben Sie ihr Zertifikat erfolgreich verlängert, das neue Gültigkeitsdatum finden Sie ganz unten an der von Vorhin bekannten Stelle (in der Regel sind es wieder weitere 5 Jahre).
So brauchen Sie die Phishing-Versuche nicht zu beachten und darauf möglicherweise hineinfallen.
Ohne Österreichische Staatsbürgerschaft trotzdem zum Amt
Wenn Sie keine österreichische Staatsbürgerschaft haben, müssen Sie leider trotzdem zum Amt gehen, was nicht einzusehen ist, da sie ja amtsbekannt sind (Steuernummer, Sozialversicherung, Meldedaten, usw.). Leider ist es derzeit aber noch immer so.
Falls sie doch zum Opfer geworden sind:
Ändern Sie die Zugangsdaten und lassen Sie das Online-Banking sofort sperren
Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei
Überwachen sie Trotzdem Ihre Kontobewegungen und dokumentieren Sie verdächtige Transaktionen
Natürlich ist die Verlängerung des ID-Austria-Zertifikats wichtig – aber lassen Sie sich nie unter Druck setzen und verwenden sie nur die offiziellen Kanäle in der Art, wie sie sie sonst auch aufrufen. Bei verdächtigen Nachrichten gilt: Nicht reagieren, nicht klicken, sofort prüfen. Falls auch noch das Bauchgefühl nicht eindeutig Ja sagt, lieber nochmals prüfen.
Ich lasse mich, obwohl ich nicht wirklich etwas davon verstehe, gerne auch auf im ersten Moment außergewöhnliche künstlerische Herangehensweisen ein.
Darum kann ich in diesem Blog über „Das Unmerkliche“ berichten, das zwei Künstlerinnen am Symposion Lindabrunn ins Merkliche gebracht haben.
Was kann man an einem sonnigen Ostermontag in Lindabrunn machen? Man kann zum Beispiel am Symposion dem Wind lauschen und dabei die Flora wirken lassen. Das haben auch zwei Künstlerinnen eine Woche lang gemacht.
Zum Abschluss ließen sie das interessierte Publikum auf Einladung des Vereins Symposion Lindabrunn im Salon im Grünen im Rahmen einer kuratierten Streiftour durch das Gelände des Symposiums auf recht spannende Weise an ihren Arbeitsprozessen teilhaben.
Das Symposionsgelände in Lindabrunn
Das Symposion Lindabrunn gilt als schützenswertes Trockenrasengebiet und beherbergt viele seltene Arten von Tieren und Pflanzen. Das Gelände ist darüber hinaus Naherholungsraum, Kunstarena und Weidefläche zugleich und diente früher den Bewohnern als Halt für Kühe, Ziegen, Schafe, die bis auf die gepflanzten Kirschbäume komplett kahl war.
Das Unmerkliche am Symposion
Jetzt könnte man auch philosophisch an das Unmerkliche herangehen. Dabei gefällt mir persönlich am Besten, dass es den unmateriellen Aspekt des Göttlichen charakterisiert, der im materiellen Leben nicht leicht zu erfassen ist.
Jeder, der mit offenen Augen und Ohren über das Gelände am Symposion geht, spürt diesen besonderen Reiz der Landschaft mit seinen seit vielen Jahren eingebetteten Skulpturen. Das hat auch die beiden Künstlerinnen Elisabeth Wildling und Veronika Mayer dazu inspiriert, dieses Unmerkliche mit ihren Ausdrucksmöglichkeiten erkennbar zu machen.
Elisabeth Wildling und Veronika Mayer
Neben zwei Lärchen, die sie entdeckt hatten und die vermutlich zur Gattung der Wienerwaldlärche gehören, hatten es ihnen besonders eine Birke und eine Schirmföhre angetan. In ihrem einwöchigen gemeinsamen Prozess aus Beobachten, Hören und Vergegenwärtigen entfaltete sich eine ortssensitive künstlerische Praxis, die der Situation antwortet, statt sie abzubilden. Wir durften den beiden Künstlerinnen kurze Zeit dabei über die Schulter schauen und hören, wie sie das in Bild und Ton umgesetzt hatten.
Die BirkeDie Schirmföhre
Veronika Mayer, die „Tonkünstlerin“, bereitete sich sogar mit Wetter-und Wind-Apps darauf vor, einen möglichst günstigen Zeitraum für Ihr Experiment zu finden, was aufgrund der Wetterlage vor Ostern gar nicht so einfach war. Mit einem Geophon, das sie im Erdreich am Wurzelansatz des Baumes plazierte, wurden die Klänge auf dieser Ebene hörbar gemacht und technisch verstärkt und vermischten sich mit den normalen Windgeräuschen. Der Ton, den der Wind am Fuß der jungen Birke erzeugte, war hell, während der Ton bei der Schirmföhre tiefer und voller erschien.
Geophone werden in der Kunst eher selten eingesetzt, dienen aber unter Anderem im Bergbau zur Lagerstättensuche,werden aber auch in Erdbebengebieten zur Ortung von Überlebenden in eingestürzten Häusern verwendet.
Elisabeth Wildling befasste sich mit der visuellen Darstellung des Unmerklichen, in dem sie mit einer Folie, die einerseits Licht reflektiert, aber auch bestimmte Spektren durchlässt und so die Bäume und trockenen Gräser rundherum in einer ganz besonderen Art und Weise darstellt. Auch die Kuhschelle kam so zu künstlerischen Ehren.
Mein Foto einer KuhschelleProjektion in der Landschaft
Auf diese Weise geschult und vorbereitet zogen die Besucherinnen und Besucher mit den beiden Künstlerinnen ins Haupthaus, wo die Umsetzung in eine audiovisuelle Projektion gezeigt wird. Das spannende dabei ist, dass Bild und Ton nicht synchron sind und beides nachbearbeitet ist. So entstand ganz bewusst keine Dokumentation des Ist-Zustandes sondern eben die Darstellung des Unmerklichen, wenn man sich als Betrachter darauf einlässt.
Vergleiche mit bekannten Kunstwerken
Prof. Christian Kvasnicka verglich die positiven Projektionen mit dem „Großen Rasenstück“ von Albrecht Dürer und die negativen Projektionen mit den Baumbildern eines der berühmtesten amerikanischen Fotografen des 20. Jahrhunderts, Ansel Adams.
Ich hatte im Jahr 2019 die Gelegenheit, das Dürer-Bild, das im Original nur 40,8 x 31,5 cm mißt, in der großen Ausstellung seiner Zeichnungen in der Albertina zu sehen und zu fotografieren und so kann ich hier beides gegenüberstellen.
Ansel Adams wurde vor allem bekannt durch seine eindrucksvollen Landschafts- und Naturfotografien aus den Nationalparks, National Monuments und den Wilderness Areas im Westen der Vereinigten Staaten, für deren Erhalt er sich zeitlebens eingesetzt hat. Er gilt als ein Vertreter der „straight photography“, der „reinen Fotografie“, die, der Tradition des Realismus in der Malerei folgend, einer strengen Bildästhetik verpflichtet ist.
Ansel Adams | Bergbäume | 1959 | Projektion der Schirmföhre
Realismus versus das Unmerkliche
Sowohl der Zeichner Albrecht Dürer (1471–1528) als auch der Fotograf Ansel Adams (1902-1984) gelten als Meister des Realismus in ihrem jeweiligen Bereich und trotzdem haben die beiden Künstlerinnen aus meiner ganz unkünstlerischen Sicht mit ihrem Ansatz mehr das Unmerkliche abzubilden, eine ähnliche Dichte mit ihren Projektionen erreicht.
So endete der Nachmittag für uns Zuhörende und Zusehende mit einer neuen Sicht auf die Vielfalt der Natur am Gelände des Symposions Lindabrunn.
Zur Einordnung einige Details zu den beiden Künstlerinnen
Elisabeth Wildling arbeitet als künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Design an der Universität für angewandte Kunst Wien. Sie studierte Digitale Kunst (vorm.visuelle Mediengestaltung) und Industrial Design an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Ihre Werke wurden bei Ausstellungen und Festivals international präsentiert, darunter: Chemistry of Life, Globart Academy, ehem. Sammlung Essl, Klosterneuburg (AT), Into Silence, Festival Philosophy Unbound – DETEXT, New Delhi, (IN), Un/Controlled Spaces und viele weitere nationale und internationale Events.
Veronika Mayer studierte Klavier, Instrumental- und elektroakustische Komposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und ist Komponistin zeitgenössischer experimenteller Musik, deren Spektrum von Instrumentalstücken über elektroakustische Kompositionen bis hin zu Klanginstallationen reicht.
Traumhaftes Osterwetter, der Schneeberg zum Angreifen nah und viele Frühlingsboten fanden wir auf unserer ersten richtigen Radrunde des Jahres.
Endlich war am Ostersonntag das Wetter auch für uns Schönwetter-Radfahrer so, dass meine Frau gleich am Morgen den Vorschlag machte, eine Runde in der Sonne zu machen. Das bedeutet nicht, dass wir noch nie bei Schlechtwetter unterwegs gewesen wären, da gibt es Beispiele unter anderem von einem Wolkenbruch in Kärnten oder Nebel in Wr.Neustadt, aber das passiert dann einfach wenn man bereits unterwegs ist.
Und so war der Plan nach einigen kleineren Arbeiten im Garten eine kleine Runde zu fahren und unterwegs ein kleines Stanitzel Eis (für die deutschen Feunde: eine Tüte, Hörnchen, Waffel, die Schweizer Leserinnen und Leser sagen Cornet) zu genießen.
Viele Radwege zur Auswahl
Ein Vorteil im südlichen Niederösterreich sind die vielen verschiedenen Radwege und öffentlich befahrbaren Güterwege, die es trotz recht dichter Besiedlung möglich machen, Straßen praktisch nur zu queren und außerhalb von Ortschaften nie länger als einige 100 Meter entlang zu fahren.
So starteten wir über den Triestingtal-Radweg, von wo wir beim Bahnhof Leobersdorf in den Thermen-Radweg in südlicher Richtung wechselten. Dieser gehört auch zum niederösterreichischen Teil des Eurovelo 9.
Vom Kanal in die Au und Schneeberg schauen
Gemeinsam mit dem Wr.Neustädter Kanal überquerten wir über jeweils eine der Flußbrücken den Triesting-Hochwassergraben und die Triesting, bis wir bald danach Richtung Schönau in den Triestingau-Radweg wechselten.
Diese beiden Bilder habe ich bereits im Herbst 2022 aufgenommen.
In Tattendorf beschlossen wir, unser Eis in Bad Vöslau zu holen. Hinter der Pfarrkirche führt ein Weg quer über die Ebene Richtung B17, vorbei an blühenden Kirschbäumen. Und hier stand er, nicht zu übersehen, mächtig und weiß, fast zum Angreifen. Der Hausberg der „Wiener Alpen“, der Schneeberg , thronte im Hintergrund des Wiener Beckens und leuchtete mit den Kirschblüten praktisch um die Wette. So machte die erste richtige Radausfahrt des Jahres richtig Spaß.
Die Rehe auf der anderen Seite des Weges ließen sich nicht so einfach mit dem Handy fotografieren, genauso wie der Fasan, der sich in ein Gebüsch flüchtete. Weiter fuhren wir zuerst ein kleines Stück Richtung Helenental-Radweg und dann über den Harter Berg südöstlich von Sooß, wo der Schneeberg das Panorama im Hintergrund dominierte, scheinbar rechts der Vöslauer Harzberg mit der Jubiläumswarte, links davon die Rax und das Hochplateau der Hohen Wand.
Am Blick Richtung Helenental mit der Ruine Rauheneck steht davor am NÖM-Gelände das neue Hochregallager, das quasi von innen nach außen gebaut wird. Das spezielle Stahlgerüst der Regale ist fertig, die Verkleidung mit speziellen Paneelen soll demnächst beginnen.
Zur Eispause in Bad Vöslau
Am Weg hinunter entdeckten wir zwischen den Zeilen der Weinstöcke zwei Rehe, die sich diesmal fotografieren ließen, weil wir anscheinend gegen den Wind standen. Dann ging es den Gleisen der Südbahn entlang bis in die Kurstadt Bad Vöslau, wo wir uns am Schloßplatz dann doch ein etwas größeres Eis gönnten.
Nach einem kleinen Abstecher auf den Lindenberg bei Kottingbrunn ging es am Radweg wieder zurück nach Hause.
Die Route
Auch wenn das Wort „Berg“ mehrmals vorkommt, hat die Route auf den gut 30 Kilometern nur gemächliche 160 Meter Höhenunterschied.
Und weil er am Routenplan so markant in der Mitte liegt: Der Flugplatz Vöslau-Kottingbrunn ist einer der Marktführer im Bereich der nicht gewerblichen Luftfahrt in Österreich mit mehr als 30 000 Flugbewegungen. Historische Bedeutung erlangte der Flugplatz, als die österreichische Regierungsdelegation am 11. April 1955 von Vöslau zu Staatsvertragsverhandlungen nach Moskau flog und Bundeskanzler Julius Raab nach Rückkunft am 15. April auf dem Flugfeld eine erste Rede über den erreichten Verhandlungserfolg hielt.
Vom Palmbuschen bis zum Spinat am Gründonnerstag erzähle ich in diesem Blog. Ich beschreibe weiter die Karfreitagsliturgie und das Ratschen bis hin zum Osterfeuer und dem Feuerprügel. Die Fastenkrippe ist das Gegenstück zur Weihnachtskrippe. Aufs Osterfrühstück und das Ostereier suchen wird auch nicht vergessen.
Diese Fastenkrippe habe ich 2026 aus dem Restholz eines mehr als 100 Jahre alten Nachtkästchens aus Familienbesitz gebaut.
Die Karwoche und Ostern im christlichen Kontext
Die Karwoche – das Wort wird aus dem althochdeutschen „kara“ oder „chara“ für Klage, Kummer, Trauer abgeleitet – wird in anderen Sprachräumen u. a. auch „Heilige Woche“, „Holy Week“, „Semaine sainte“ oder „Settimana Santa“ genannt.
Am Palmsonntag
Die eigentliche Vorbereitung auf Ostern beginnt am Palmsonntag. Palmen galten im alten Palästina als Zeichen der Königswürde und des Friedens. Die Christen gedenken mit Palmzweigen und einer Prozession des Einzugs Jesu in Jerusalem. Palmen wurden bereits im Altertum als heilige Bäume verehrt. Die gesegneten Palmzweige symbolisieren das wachsende Leben des Frühlings.
Der Palmbuschen für die Palmprozession gehörte und gehört am Palmsonntag zur Tradition. Der Grestner Opa band, wie viele Bauern im Mostviertel, seinen Buschen auf einen Stock, verziert mit Äpfeln und bunten Bändern und dieser war bis zu 2 Meter hoch. Die meisten Familien hatten einen kleineren Palmbuschen, den wir Kinder bei der Palmprozession tragen durften, die in Gresten vom Oberen Markt bis zur Pfarrkirche stattfand und noch immer stattfindet und mit der Palmweihe in der Pfarrkirche endete.
Daheim wurden dann die Hühner „eingehagert“. Meine Kusine, meine Schwester und ich liefen dazu mit dem Palmbuschen dreimal um das ganze Haus inklusive Stall, das sollte die Hühner vor dem Fuchs und anderen Gefahren schützen. Nachher wurde der geweihte Buschen in den Herrgottswinkel gestellt.
Ratschen in der Karwoche
Das Ratschen ist ein Lärmbrauch, der in verschiedenen Formen in den Tagen vor Ostern in weiten Teilen Österreichs praktiziert wird. Zentral dabei ist die sogenannte Ratsche, ein Holzschrapinstrument, dessen Geräusch von Gründonnerstag bis Ostersonntag die dann die verstummten Kirchenglocken, genau genommen nur die Klöppel, zu vertreten, die immer am Karfreitag nach Rom geflogen waren.
In meiner Kindheit und Jugend waren die Ratschenbuben unterwegs, heute sind es immer mehr Mädchen, die mehrmals täglich durch den Ort gehen, ratschen und Sprüche aufsagen. Ich kenne eigentlich nur einen, nämlich den Englischen Gruß:
„Wir ratschen, wir ratschen den Englischen Gruaß, den jeder katholische Christ beten muass. Kniet’s nieder, kniet’s nieder auf euchere Knie, bet’s drei Vater Unser und a Ave Marie”.
Urkundlich erwähnt in Nordbayern im Jahr 1482, gibt es diesen Brauch bei uns seit dem 18.Jahrhundert und gehört mittlerweile zum immateriellen Kulturerbe.
Ich hatte auch eine Ratsche, die mir in Kienberg Herr Hladky gemacht hatte, ich kann mich aber nicht erinnern, ob ich in meiner Ministrantenzeit auch Ratschenbub war.
In Enzesfeld-Lindabrunn wurde und wird der alte Brauch des Ratschens von den Kindern auch gelebt. Die Mädchen und Buben mit ihren hölzernen Ratschen ziehen durch die Straßen und vertreten die Kirchenglocken bis zur Osternacht. Auch Bürgermeister Stefan Rabl begleitete im letzten Jahr die Kinder beim Einratschen persönlich.
Beim Einratschen in Lindabrunn 2025, Bild: Manfred Digruber Fotowerkstatt
Der Gründonnerstag
Am Gründonnerstag steht die Botschaft vom letzten Abendmahl Jesu mit seinen zwölf Jüngern im Mittelpunkt. Auf dieses Abendmahl geht auch das Sakrament der Eucharistie zurück. Nach dem Abendmahl, so berichtet es das Evangelium, wurde Jesus verraten und von der römischen Besatzungsmacht festgenommen.
Das letzte Abendmahl als Gemälde und als Bronzeskulptur in Mailand
Das Wandgemälde von Leonardo da Vinci im Refektorium des Dominikanerklosters Santa Maria delle Grazie in Mailand ist ein in Tempera auf Putz ausgeführtes 4,60 m × 8,80 m großes Kunstwerk und zeigt das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern und entstand in den Jahren 1495 bis 1497. Es gilt als Meilenstein der Renaissancekunst und als ein Höhepunkt in Leonardos malerischem Schaffen. Es nahm wegen seiner korrekt wiedergegebenen perspektivischen Tiefe bahnbrechenden Einfluss auf die Malerei des Abendlandes. Auch die bewegte Art der Darstellung der Jünger war ein Novum.
Das letzte Abendmahl in Santa Maria delle Grazie, Quelle: Wikipedia
Bei meinem beruflichen Besuch in Mailand im Jahr 2004 wollte ich Santa Maria delle Grazie besuchen und das bekannte Gemälde ansehen. Aber schon damals war es unmöglich, kurzfristig eine Eintrittskarte zu bekommen. Aber trotzdem habe ich eine weitere besondere Version in Mailand sehen dürfen.
Santa Maria delle Grazie, Quelle: Wikipedia
Beim empfehlenswerten Besuch auf dem Mailänder Monumentalfriedhof (Cimitero Monumentale) habe ich die beeindruckende Bronzeskulptur am Familiengrab der Campari (ja, die mit dem Likör) entdeckt. Geschaffen von Giannino Castiglioni, zeigt das monumentale Werk Jesus und die zwölf Jünger beim letztenAbendmahl. Es ist eines der bekanntesten Kunstwerke auf diesem historischen Friedhof.
Das Mausoleum der Familie Campari auf dem Cimitero Monumentale in Mailand
Mythos Spinat
Eine bis heute gepflegte Tradition ist der Spinat am Gründonnerstag. Prinzipiell hat dieser Tag aber mit dem Essen von Spinat gar nichts zu tun. Die Herkunft der Bezeichnung ist nicht eindeutig geklärt. Es wird vermutet, dass sich das „Grün“ vom mittelhochdeutschen Wort „greinen“ ableitet, was so viel wie weinen bedeutet. Damit wäre das Trauern angesichts der Passion Jesu gemeint. An diesem Tag grünes Gemüse zu essen, beruht also mehr auf einem Volksbrauch.
Die meisten Kinder sind ja keine besonderen Fans des Spinats, da half und hilft auch der Popeye-Effekt nicht wirklich. Popeye der Matrose isst Spinat aus der Dose, um sofort übermenschliche Kraft zu gewinnen und seine Liebste Olive Oyl aus brenzligen Situationen zu retten.
Popeye mit seiner Spinatdose
Wer aber versucht, seinen Bizeps mit einer Portion Spinat pro Tag zu stärken, wird enttäuscht sein. Ich habe eine Studie zur Wirkung eines Nahrungsergänzungsmittels entdeckt. Um den Effekt von zwei Kapseln zu erzielen, müsste man bis zu vier Kilogramm Blattspinat essen. Und zwar pro Tag. Die höhere Dosierung entspricht stolzen 16 Kilogramm des Blattgemüses. Da würde wahrscheinlich sogar Popey aufgeben.
Mir hat Spinat aber immer geschmeckt, da war eher das Rindfleisch dazu das Problem, aber das ist eine andere Geschichte.
Der Karfreitag
Für evangelische Christen ist der Karfreitag der höchste Feiertag des Jahres. Die katholische Kirche wiederum kennt am Karfreitag wie auch am Karsamstag keine Eucharistiefeier. Der Karfreitag ist neben dem Aschermittwoch der einzige Tag, der in der katholischen Kirche als strenger Fasttag gilt. Zur Todesstunde Jesu um 15 Uhr versammeln sich die Katholiken zu einem Gottesdienst, der sich von allen anderen Feiern während des Jahres unterscheidet.
Osternacht und Osterkerze
Die Karwoche endet mit der Osternacht bzw. der Auferstehungsfeier – zumeist gefeiert in Form von Gottesdiensten in der Nacht auf den Ostersonntag. Sie symbolisiert – etwa in Form der in der Feier entzündeten Osterkerze – den Sieg Gottes über den Tod.
Die Osterkerze ist mit dem Kreuz, dem Alpha und Omega, der Jahreszahl und evtl. weiteren Symbolen geschmückt und sollte anteilig aus Bienenwachs bestehen. Sie wird zu Beginn der Osternachtfeier gesegnet und am Osterfeuer entzündet, wobei fünf Weihrauchnägel, die für die fünf Wunden Christi stehen, in das Kreuz gesteckt werden.
In der Osterzeit (bis einschließlich Pfingstsonntag) brennt die Osterkerze bei jeder liturgischen Feier für alle sichtbar in Ambo- oder Altarnähe. Nach Ablauf der Osterzeit ist ihr würdiger Platz beim Taufbecken.
Das Osterfeuer
In der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag ist das Osterfeuer eine lang bestehende Tradition in Österreich. Symbolisch steht dieser Brauch für die Wiederauferstehung von Jesu Christi und für die Sonne als Mittelpunkt des menschlichen Lebens. Somit wird im Frühjahr mit dem Osterfeuer die Sonne begrüßt und der Winter vertrieben. Ich kann mich aber eigenartigerweise als Kind nicht wirklich daran erinnern, wahrscheinlich auch deswegen, weil es in der Kienberger Filialkirche keine Osternachtfeier gab.
Erst später wieder in Enzesfeld, wo im Hof des Pfarrhofes ein kleines Feuer gemacht wurde, an dem die Osterkerze entzündet und dann mit einer kleinen Prozession in die Kirche wurde. Auch die Künstler am Symposium entzünden immer wieder ein Osterfeuer.
Zum Osterfeuer brachten manche Gläubige einen vorbereiteten Holzstock oder ein Holzscheit mit, die im Feuer oder der Glut angebrannt und gesegnet wurden. Diese wurden dabei in den Ställen und Häusern aufgehängt, um das Anwesen und die Bewohner vor Gewitter und Unheil zu schützen. Im Grestner Proviant-Eisenmusem findet sich ein solcher Feuerprügel aus dem Jahr 1955 aus unserem Elternhaus in Ybbsbach.
In Bayern ist dieser Brauch auch heute noch weiter verbreitet. Aber auch im Mostviertel ist diese Tradition unter den Bauern wieder neu aufgelebt, wie auch ein Facebook-Eintrag unseres Landeshauptfrau-Stv. Stephan Pernkopf aus Wieselburg zeigt, der solche Feuerprügel noch 2023 mit seinen Kindern geschnitzt hatte.
Der Ostersonntag
Der Ostersonntag ist im Christentum der Festtag der Auferstehung Jesu Christi, der nach dem Neuen Testament als Sohn Gottes den Tod überwunden hat. Es ist der ranghöchste Feiertag im Kirchenjahr. Mit ihm beginnen das Osterfest und die Osterzeit, zugleich beendet die liturgische Vesper des Ostersonntags das Triduum Sacrum (die heiligen drei Tage). Die Speisenweihe am Ende der Messe gehört zur Tradition ebenfalls dazu.
Die Osterjause
Essen wird zu Ostern großgeschrieben. Kein Wunder, denn wenn die Fastenzeit nach über einem Monat vorbei ist, schmeckt es gleich doppelt so gut. Doch zu Ostern sollten wir uns nicht nur wieder auf den Geschmack vieler Lebensmittel besinnen, auf die während der letzten Wochen vielleicht verzichtet wurde, sondern auch darauf, was hinter unseren Lebensmitteln steckt und welchen Wert Lebensmittel haben. Leider werden in Österreich pro Kopf und Jahr rund 75 kg weggeworfen und vernichtet.
Während früher die religiösen Aspekte von Ostern im Vordergrund standen, ist das Fest heute auch mehr ein Familienfest geworden. Ursprünglich nur mit unseren Töchtern, später dann auch mit ihren Freunden gab es ein gemeinsames Osterfrühstück. Osterschinken, Ostereier, Senf und Kren sind dabei unverzichtbar.
Seit die Enkelkinder da sind, ist daraus immer wieder ein Zusammentreffen der ganzen Patchwork-Familie geworden. Die Enkelkinder genießen solche Feste, wo alle ihre Omas, Opas, Onkel und Tanten dabei sind. Das Osternester suchen ist dabei noch immer ein Highlight.
Ostereier suchen
Am Ostersonntag war es natürlich spannend beim Osternester suchen, das zuerst natürlich daheim in Kienberg und dann auch in Gresten beim Opa nach dem Osterhochamt stattfand. Auch heute ist das für unsere Enkelkinder noch genauso aufregend, zuerst daheim und später bei den Omas und Opas Osternester zu suchen.
Legenden besagen, dass die Tradition des Eiersuchens im Freien einen heidnischen Ursprung hat. Als Zeichen der Fruchtbarkeit und um die Frühlingsgöttin Ostara zu ehren, wurden Eier an Familie und Freunde verschenkt. Doch die Kirche hat das unter strenge Strafe gestellt, woraufhin sie nicht mehr persönlich übergeben, sondern auf Feldern versteckt wurden. Und deshalb suchen wir auch heute noch die Eier in der freien Natur.
Die Fastenkrippe
Die Fastenkrippe oder Passionskrippe – auch Osterkrippe genannt – ist eine Darstellung der Leidensgeschichte, Kreuzigung und Auferstehung Jesu im Zeitraum vom Palmsonntag bis Ostern. Im Gegensatz zur Weihnachtskrippe, von der die Bezeichnung „Krippe“ auf sie überging, ist die Passionskrippe relativ unbekannt und selbst in Kirchen nur selten zu sehen.
Die untenstehende Fastenkrippe war im Jahr 2023 als eines von vielen Exponaten bei einer Ausstellung im Diozösanmuseum in St.Pölten zu sehen. Sie zeigt in einem großartigen Szenario das letzte Abendmahl, den Ölberg mit Jesus und den beiden Schächern und auch noch das leere Heilige Grab.
Im Jahr 2025 konnte ich in der Basilika Mariatrost in Graz eine Krippe der sizilianische Künstlerin Angela Tripi bewundern. Hier ist mein Blog dazu nachzulesen:
Vom Ei als Symbol der Auferstehung über das Markieren und Färben, um sie von frischen Eiern zu unterscheiden und sie dann nach der Fastenzeit rasch zu verbrauchen, bis zum Ausblasen, Bemalen mit der OE-MM und dem Pecken in Österreich oder Tütschen in der Schweiz reicht dieser Blog. Der Rolle des Osterhasen gehe ich auch auf den Grund.
Was haben Eier mit Ostern zu tun?
Sogar die Österreichische Akademie der Wissenschaften hat sich mit der Herkunft des Ostereis beschäftigt und ein Historiker hat die relativ spärlichen Informationen zusammengestellt, um ein bisschen Licht hinter die bemalten Eier zu bringen.
Streng genommen durfte man in der Fastenzeit keine Eier essen, deshalb hat man sie ursprünglich hart gekocht und gefärbt. Um die gekochten von den rohen Eiern zu unterscheiden, wurde dem Kochwasser Pflanzenteile zum Färben beigegeben – also zunächst ein ganz praktischer Hintergrund für den Brauch des Eierfärbens.
Im Christentum wurde das Ei aber auch zum Symbol der Auferstehung. Der Kirchenvater Augustinus deutete es als Zeichen der Hoffnung – bei den Vögeln auf den Nachwuchs, bei Christen und Christinnen als Hoffnung auf das Zukünftige.
Eier färben
Seit dem 13. Jahrhundert ist die traditionelle Farbe für Ostereier rot – als Symbol für das Blut Christi. Heute steht meist die Dekoration im Vordergrund und man kann die gefärbten Eier fast das ganze Jahr im Supermarkt so fertig kaufen und das Färben in der Familie wird praktisch nur mehr mit kleinen Kindern gemacht.
Irgendwie war das Ostereierfärben in meiner Kindheit eine Art Hassliebe. Die Farben wurden in Kaffeehäferln in heißem Essigwasser angerührt und das gekochte Ei musste dann mit einem Suppenlöffel langsam hineingelassen werden. Das war ja noch spannend, aber dann hieß es gefühlt ewig warten, bis es gefärbt war. Dafür waren das Rot, Blau, Gelb und Grün damals noch besonders kräftig. Wenn die Schale einen Haarriss hatte, war auch das geronnene Eiweiß noch mitgefärbt. Nachdem die Eier trocken waren, wurden sie noch mit Abziehbildern verziert und mit einer Speckschwarte glänzend gerieben.
Eier ausblasen
In der Volksschule kam dann noch das Bemalen von ausgeblasenen Eiern hinzu. Schon das Anstechen oben und unten mit einer spitzen Nadel war eine Herausforderung und dann musste mit Gefühl und doch genug Puste das Eiklar und der Dotter herausgeblasen werden, ohne die Schale zu zerbrechen. Die Bemalung mit Filzstift oder Wasserfarben war dann die nächste Herausforderung, die ich wie die meisten Kinder gerne angenommen habe. Ich habe damals dafür sogar eine OE-MM gebastelt. Den Link zum Nachbasteln gibt es hier:
Heute findet man auf unserem Osterbaum noch die von unseren Töchtern bemalten Eier und seit neuestem auch schon von unseren Enkelkindern und auch so manches künstlerisch gestaltete Ei von den Ostermärkten unserer Umgebung und auch so einige aus anderen Ländern.
Der Osterbaum
Im Christentum steht der Osterbaum nicht nur für den Frühlingsbeginn. Er bezeichnet den Zeitpunkt von Tod und Auferstehung Jesu Christi. In vielen Häusern, so auch bei uns, steht einige Wochen vor Ostern eine Vase mit Zweigen vom Haselstrauch mit Korkenzieherweide und eventuell auch noch von der Forsythie, die dann mit den ausgeblasenen Eiern dekoriert werden.
Ostereier pecken
Der Volkskundler Franz Schönwerth aus der Oberpfalz beschreibt das lustige Spiel vor fast 130 Jahren so: „Zwei stoßen die Eyer aufeinander, zuerst Spitz auf Spitz, dann Spitz auf Arsch oder umgekehrt. Wessen Ey bricht, verliert es an den anderen.“
Das Eierpecken an sich hat keinen besonderen historischen oder kirchlichen Hintergrund, sondern ist mehr ein Gesellschaftsspiel in der Familie. Es hat aber sicherlich damit zu tun, dass es nach der Fastenzeit einfach viele gekochte Eier gab. Es geht einfach darum, wessen hartgekochtes Osterei bis zum Schluss unversehrt bleibt. So war es schon in unserer Kindheit und ist bei den Enkelkindern noch genauso. Wehe, ein Ei wird ohne Pecken geöffnet oder jemand scheint geschummelt zu haben, da konnten und können Tränen fließen.
Holz- und Alabastereier zur Deko am Ostertisch
Eiertütschen in der Schweiz
In den 1960er- und 70er-Jahren war das öffentliche Eiertütschen ein beliebter Osterbrauch – und das nicht nur bei Kindern, in manchen Gebieten ist es das bis heute geblieben. Die Regeln bei der Eiertütschete sind nicht anders als in Österreich, nur mit dem Unterschied, dass es oft neben dem Spaß in der Familie auch ein öffentliches Massenereignis ist.
Man schlägt mit seinem hartgekochten und vorzugsweise bunt bemalten Osterei auf das Ei seines Gegners und hofft, dass dessen Ei zerbricht. Zunächst „Füdle“ auf „Füdle“, dann „Spitz“ auf „Spitz“. Oder umgekehrt. Bleibt das eigene Ei auch nach der gegnerischen Attacke heil, gewinnt man das zerschlagene Ei des Verlierers. Dann sucht man in der Menge nach seinem nächsten Gegner, der wie man selbst noch ein Ei mit einem heilen „Füdle“, „Spitz“ oder sogar einem „Ganze“ hat. So kämpft man sich Ei um Ei weiter. Da üblicherweise bis zu hundert Menschen an diesem Osterbrauch teilnehmen, lohnt sich, mehr als nur ein Ei von zu Hause mitzubringen.
Eine weitere Taktik nicht nur in der Schweiz ist der richtige Winkel. Um das Ei des Gegners zu besiegen, muss man leicht seitlich statt direkt von oben „tütsche“. Das Ei ist an der Spitze am härtesten und bei einem zu direkten Spitze-auf-Spitze-Schlag riskiert man, dass auch das eigene Ei in die Brüche geht.
Damit an dieser Tradition auch Neulinge teilnehmen können, bringen die alten Hasen immer eine Packung sogenannte „Touristen-Eier“ mit. Doch üblicherweise hätten Touristen kein besonders glückliches Händchen im Eiertütschen, denn „Die hauen meist viel zu fest und zerschlagen ihre Eier.“
Das „Zwänzgerle“ auf dem Zürcher Lindenhof
In Zürich war das sogenannte „Zwänzgerle“ besonders populär. Dabei versuchen Erwachsene, ein Fünfzigrappenstück oder früher einen Zwanzigräppler (daher der Name) so auf ein hartgekochtes Ei zu werfen, dass es stecken bleibt. Gelingt das, gehört das Ei der werfenden Person – andernfalls darf das Kind, das das Ei hält, das Geld behalten. Besonders auf dem Zürcher Lindenhof versammelten sich früher Familien und Schaulustige zu diesem Osterbrauch.
Nicht ganz konfliktfreies Eiertütschete in Bern
Punkt zehn Uhr am Ostersonntag treffen sich Bernerinnen und Berner jeweils auf dem Kornhausplatz, um das stärkste Ei zu ermitteln. Die Eiertütschete wird hier Erzählungen zufolge seit über hundert Jahren gepflegt. Weil sich ein Restaurant daran störte, rief der Wirt im Vorjahr die Berner Kantonspolizei zu Hilfe, um die Leute von der Kornhaus-Laube zu vertreiben. Das berichtete «Bärn Today». Demnach wollte der Restaurant-Betreiber draussen Tische und Stühle aufstellen, konnte dies aufgrund des Osteranlasses aber nicht. Man habe miteinander geredet und schliesslich eine Lösung gefunden, hieß es bei der Polizei.
Eiertütschete im Wald
Auch in der Heimatgemeinde (diese hat nichts mit unserem Heimatort oder Geburtsort zu tun!) meiner Frau, in Huttwil im Aargau, organisiert der Burgerrat die alljährlich stattfindende Eiertütschete, aber bereits am Ostersamstag. Auch hier versammelt sich eine größere Menschenmenge von Jung bis Alt, dem Bild zufolge auf einer Waldlichtung.
Und woher kommt der Osterhase?
Im Jahr 1682 erwähnte ein Arzt aus Heidelberg erstmals den Osterhasen. Ihm zufolge soll der Brauch im Elsass, in der Pfalz und am Oberrhein entstanden sein. Warum der Hase aber zum Osterhasen wurde, weiß keiner mehr ganz genau. Möglicherweise liegt es daran, dass sowohl Hasen als auch Eier Symbole für Fruchtbarkeit sind.
Übrigens, in einigen Teilen der Schweiz, etwa im Emmental, war noch im 19. Jahrhundert der Kuckuck der Eierlieferant, in Teilen von Westfalen war es der Osterfuchs, in Thüringen brachte der Storch und in Böhmen der Hahn die Eier zum Osterfest.
In meinem zweiten Blog zum Oldtimer-Museum Wiener Neustadt gehe ich detaillierter auf die Exponate der 8. Sonderausstellung ein, wo noch bis 29.März 2026 außergewöhnliche Exemplare der leider untergegangen österreichischen Automarke Austro-Daimler gezeigt werden und hinterfrage am Ende was aus der Neuauflage des Austro-Daimler Bergmeister geworden ist.
Automobilgeschichte ist Geschichte der lokalen Industrialisierung
Die Familie Fehr hat in Wr.Neustadt vor einigen Jahren ein gar nicht so kleines Oldtimer- Museum Fehrclassiccars eingerichtet, das die Technikgeschichte des österreichischen Automobilbaues auch mittels spezieller Ausstellungen pflegt. Die 8. Sonderausstellung in diesem Rahmen widmet sich noch bis 29. März 2026 der weltweit bekannten Wiener Neustädter Automobilbau-Firma „Austro-Daimler“. Dieser Streifzug durch die Geschichte und die Blütezeit des Automobilbaues bei Austro-Daimler in Wiener Neustadt wurde von Lisl und Heinz Mesicek in enger Zusammenarbeit mit dem Team Fehr praktisch direkt am ehemaligen Gelände der Austro-Daimler Werke geplant, organisiert und kuratiert.
Die Maschinenfabrik, Eisen- und Metallgießerei der Brüder Fischer an der Pottendorfer Straße östlich der heutigen Stadionstraße legte 1899 den Grundstein für die Ansiedlung von Daimler in Wiener Neustadt. Damit wurde Wiener Neustadt eines der wichtigsten Zentren der Schwerindustrie der Österreichisch-Ungarischen Monarchie.
Für alle, die keine Zeit oder Gelegenheit haben, die Ausstellung in der Stadionstraße noch vor dem 29.März 2026 zu besuchen, zeige ich hier einige Bilder mit meinen dazu gesammelten Hintergrund-Informationen.
Der Austro-Daimler AD 6-17, Baujahr 1920
Der AD 6-17 wurde in den von Ferdinand Porsche geleiteten Austro-Daimler- Motorenwerken für ein Hotel in Südschweden erzeugt. Er galt 1920 als vornehmes und teures Auto, war als Schöpfung von Ferdinand Porsche der österreichische Beitrag in der international prosperierenden Luxuswagenklasse. Die österreichische Flugzeuggesellschaft (ÖFFAG) fertigte den charakteristischen Karosserie- aufbau komplett aus Holz. Der große 6 Zylinderwagen mit Königswellenantrieb, einem Hubraum von 4.400 ccm und 60 PS, war seinerzeit das Spitzenmodell aus Wiener Neustadt und kostete 13 Millionen Kronen, das wären heute rund 1,7 Mio Euro. Die mehr als 100 km/h Höchstgeschwindigkeit konnte er aber nur selten nutzen.
Der Austro-Daimler AD 14-32, Baujahr 1914
Ferdinand Porsche kam im Jahr 1905 zu Austro-Daimler als Technischer Direktor und wurde 1916 ihr Generaldirektor. Da Ehrendoktorat der Universität Wien erhielt er 1917 sicher auch wegen seiner herausragenden Arbeit bei Austro-Daimler. Der AD 14-32 gehörte da sicher auch dazu.
Der Austro-Daimler ADM Sport, Baujahr 1926
Ein 6-Zylinder Blockmotor mit 3 Liter Hubraum und 100 PS verlieh diesem außergewöhnlichen Auto eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Die Zeitschrift Europa Motor schrieb in der Ausgabe 4 von 1926: „Die Type ADM Sport Dreiliter ist für jene Kategorie Herrenfahrer gebaut, die einen schnellen Sportwagen haben wollen, der sich ohne besondere Adaptierungen nicht nur zur Teilnahme an sportlichen Konkurrenzen eignet, sondern auch als Tourenwagen verwendet wird, der also zugleich Renn- und Tourenwagen ist.“
Es gab eine 2-sitzige und eine 4-sitzige Variante, die auch ausgestellt ist. Europa Motor schreibt dazu weiter: „Der Viersitzer sieht gute Karossierungsmöglichkeiten vor und eignet sich gleich gut als schneller Tourenwagen mit sportlichem Charakter als auch zur Teilnahme an Tourenkonkurrenzen usw.“
Der Austro-Daimler ADR 6 Cabrio, Baujahr 1927
Das ausgestellte Exponat ist der älteste bekannte ADR, ein Köllnsperger K. Roadster und mit rund 2400 Fahrzeugen auch der meist gebaute AD.
Der Austro-Daimler ADM 60/70, Baujahr 1925
Dieses Fahrzeug trägt noch das Originalkennzeichen der ersten Anmeldung in England und könnte damit mit einer gültigen Versicherung dort auch heute noch gefahren werden.
Der Austro-Daimler ADM 60/70, oft als „kleiner Sport“ oder „Alpine“ bezeichnet, war ein exklusiver Sportwagen der 1920er Jahre, der von Ferdinand Porsche entworfen wurde. Ausgestattet mit einem 6-Zylinder-Reihenmotor (ca. 2,5–3 Liter), Leichtmetallblock und obenliegender Nockenwelle, bot er hohe Fahrleistungen und wurde durch sportliche Aufbauten mit Cantilever-Hinterradfederung bekannt.
Er ist ein seltenes Beispiel für österreichische Sportwagentechnik aus der Zeit vor der Übernahme durch Steyr. Von der ADM-Serie, einschließlich der Sportvarianten, wurden über 6 Jahre insgesamt ca. 500 Einheiten in Wiener Neustadt gefertigt. Die Bezeichnung 60/70 PS deutet auf die gesteigerte Motorleistung der Sportversion hin.
Der Austro-Daimler ADR 6, Baujahr 1928
Dieser Austro Daimler ADR 6 ist sicherlich kein gewöhnliches Automobil und ein weltweites Einzelstück. Nicht weil es als einziges übrig geblieben ist, nein, es wurde genau nur einmal gebaut.
Das Chassis wurde damals von dem Karosseriebaubetrieb Alexis Kellner – Berlin bestellt, um auf dem Fahrgestell einen Aufbau zu fertigen – und auf der IAA Berlin 1928 ein wirklich „besonderes“ Ausstellungsstück präsentieren zu können. Auf dem IAA-Stand vom Berliner Kellner, fälschlicherweise immer mit Kellner-Paris verwechselt, wurden auf verschiedenen Chassis basierende Cabriolets von Kellner gezeigt. So entstand die Bezeichnung „Kellner Cabrio“.
Der Austro Daimler galt dort als ein echter „Eyecatcher“, der vor allem die Enthusiasten anziehen sollte. Das lag auch an den zahlreichen glänzenden Anbauteilen – sicherlich eine Geschmacksfrage. Innen wurde die Polsterung mit Eidechsenleder bezogen, es könnte jedoch auch eine seltene Schlange gewesen sein.
Genauso besonders war das Verdeck des Cabriolets. Zum einen waren am hellen Verdeck keine Sturmstangen (außen) montiert, zum anderen konnte durch ein spezielles Feder- und Hebelwerk das Verdeck einhändig geöffnet werden. Dies war jedoch nicht die einzige technische Raffinesse. Ein Hebel hinter dem Fahrersitz ließ einen Deckel im Heck „aufspringen“, der den „Schwiegermuttersitz“ zum Vorschein brachte.
Die Austro-Daimler ADR 6 Limousine, Baujahr 1928
Die wunderschöne dunkelblaue Limousine aus der gleichen Typenfamilie ist dagegen kein Einzelstück, sondern war mit rund 2500 Stück sozusagen die Massenware. Das tut ihr aber keinen Abbruch, sie ist technisch am gleichen Level und mit 3 Liter Hubraum und 70 PS auch 120 km/h schnell, ein Spitzenwert für damalige Verhältnisse.
Das älteste und das jüngste Ausstellungsstück ist jeweils ein Feuerwehrauto, beide kommen aus Niederösterreich.
Der Austro Daimler AD 9/20, Baujahr 1912
Der Austro-Daimler AD 9/20 (oft als 20 PS Motorspritze oder Löschfahrzeug bezeichnet) wurde hauptsächlich im Jahr 1912 gebaut. Diese Fahrzeuge waren frühe Feuerwehr- Löschfahrzeuge und Motorspritzen, die in dieser Zeit unter der technischen Leitung von Ferdinand Porsche entstanden.
Das ausgestellte Fahrzeug wurde von 1920 bis 1950 in der Stadt Mödling verwendet und auch im 2.Weltkrieg als eines der wenigen Feuerwehr-Fahrzeuge eingesetzt.
Der Austro Daimler ADGR, Baujahr 1940
Heute gibt es insgesamt nur mehr ungefähr hundert Austro-Daimler, und nur diesen einzigen ADGR als Zeugen der späten Markengeschichte. Er landete nach unbekannter Kriegs-Geschichte zunächst arg ramponiert in Wien, dann übersiedelte er am 20. Juni 1947 zum Preis von 1.550 Schilling zur Freiwilligen Feuerwehr Aspang im südlichen Niederösterreich.
Der 2000 Liter fassende Wassertank und seine Halterungen wurden maßgeschneidert, der Seilwinden-Antrieb war ideal für die Löschwasserpumpe. Die erlaubt übrigens die Beimischung von Löschschaum, damals keine Selbstverständlichkeit. Der Schaum war „bio“, aus Eiweiß und mit entsprechendem Geruch.
Das Fahrzeug besitzt 7 Vorwärts- und 3 Rückwärtsgänge. Kurios ist das Baujahr 1940 – ein Austro-Daimler sieben Jahre nach dem Ende der Firma in Wiener Neustadt, und mitten in einer Zeit, in der „Austria“ äußerst unmodern war.
Austro Daimler D 5 P, Baujahr 1932
Ab 1932 produzierte Austro-Daimler-Puch eine mit einem 250cm³ Puch Motorradmotor ausgestattete Draisine. Sie hatte die Sitze noch hintereinander angeordnet, während das Nachfolgemodell ab 1938, von Draisinentypen der Deutschen Reichsbahn abgeleitet, die Sitze nebeneinander angeordnet hat und es entsteht die Type D 11V, vergleichbar mit der deutschen Bauart „Vorhölzer“.
Zur Vollständigkeit: Austro Daimler ADS R – Der Saschawagen, Baujahr 1922
Der Saschawagen war zwar nicht ausgestellt, ist aber untrennbar mit Wr.Neustadt verbunden, daher möchte ich ihn hier trotzdem vorstellen.
Bei der TARGA FLORIO am 2. April 2022 nahmen insgesamt 4 Sascha-Wagen teil, damals rot lackiert, um für Italiener gehalten zu werden. Zur Unterscheidung waren sie mit Spielkartensymbolen markiert. Graf Kolowrat-Krakowsky schied aber aus, die anderen 3 waren beinahe unschlagbar. Sie belegten Platz 1 und 2, Alfred Neubauer auf dem 3.Sascha-Wagen konnte sogar in der größten Fahrzeugklasse mit dem absoluten Sieger mithalten und blieb über eine Zeit von 7 Stunden 49 Minuten nur 8 km hinter dem Sieger mit einem viermal stärkeren Fahrzeug zurück. Den Helden der Targa Florio wurde in den Österreichischen Daimler Motoren Aktiengesellschaft Werken in Wiener Neustadt ein jubelnder Empfang bereitet.
Die erste Gelegenheit, den Saschawagen zu sehen hatte ich 2019, als das Fahrzeug zur Landesausstellung „Welt in Bewegung“ für kurze Zeit nach Wr.Neustadt zurückkehrte. Das nächste Mal war es 2024 im Porschemuseum in Stuttgart. Leider habe ich in beiden Fällen kein besonderes Foto gemacht, daher muss ich hier beim zweiten Bild auf Wikipedia zurückgreifen.
Vom Oldtimer-Klassiker zum Steak-Leckerbissen
Die mittlerweile 8.Sonderausstellung ist ein Teil des Museums mit rund 70 immer wieder wechselnden Oldtimer-Leckerbissen, unter anderem von automobilen Legenden wie dem Bentley S3 Saloon aus dem Erstbesitz von Frank Sinatra oder dem Cadillac Fleetwood von Elvis Presley und auch dem Steyr 150, der in den Filmen „Der Bockerer“ zum Filmstar wurde.
Zum Abschluss als weiteren Leckerbissen ein Steak im angeschlossenen Restaurant Route 66 kann ich auch noch empfehlen.
Leider scheint das Comeback eines Austro-Daimler Bergmeister gescheitert
1931 wurde der letzte Austro Daimler gebaut. Eigentlich war es der vorletzte, denn es gab 2019 einen neuen engagierten Versuch der Neubelebung im Sinne der Sportwagentradition, den Austro-Daimler Bergmeister ADR 630 Shooting Grand. Das war ein ehrgeiziges Projekt eines niederösterreichischen Ingenieurs, der an die Intentionen von Ferdinand Porsche und die Tradition dieser Wiener Neustädter Marke anknüpfen wollte.
Er baute aus einem AMG-Sechszylinder zusammen mit einen 55-kWh-Akku und gleich drei Elektromotoren einen Hybrid mit 1214 PS Systemleistung, der in 2,5 Sekunden auf 100 beschleunigen sollte. Das Design als Verbindung aus klassischem Gran Turismo und dem Konzept des Shooting Brake wurde Shooting Grand genannt und ist zumindest auffällig und wäre möglicherweise auch richtungsweisend gewesen.
Es gab auch 2019 einige Präsentationen des fahrfähigen Prototypen vom Salon Privé Concours beim Blenheim Palace in England über den Concours d’Elegance an der Villa d’Este in Italien und das Museum Fahr(t)raum in Mattsee bis zur Planai Classic.
Die Homepage www.austrodaimler.com gibt es zwar auch noch aktualisiert im Jahr 2026, aber sonst scheint es seit 2019/2020 keine neuen Aktivitäten zu geben. Schade, das wäre auch 2026 adaptiert noch ein tolles Fahrzeug.
In meiner Blogserie zu 100 Jahre Österreichischer Schilling 2025 habe ich ja auch schon zum digitalen Euro geschrieben. Es ist zwar nicht mehr Fasching, aber ich möchte euch trotzdem einen Artikel der Satire-Plattform „Die Tagespresse“ vom 29.Juni 2023 (!!) mit der Schlagzeile: „Österreichische Lösung: Digitaler Euro wird nur ausgedruckt akzeptiert“ nicht vorenthalten, noch dazu, weil auch ein Namensvetter von mir vorkommt. Um das Ganze trotzdem seriös zu machen, verlinke ich auch einen Faktencheck.
Auch Chat-GPT wollte nicht drucken
Gleich vorweg, sogar Chat-GPT hat sich zuerst aus guten rechtlichen Gründen geweigert, das in einer Illustration umzusetzen. Aber nach einigen Diskussionen, die sich gerade noch ohne Upgrade ausgegangen sind, haben wir gemeinsam, glaube ich zumindest, eine ganz gute Lösung zur Behübschung meines Blogs gefunden!
Die Tagespresse thematisiert damit die generelle Angst vor der Digitalisierung und besonders das Narrativ, dass uns in Europa und ganz besonders in Österreich das Bargeld weggenommen werden soll. Da helfen wiederholte Hinweise der Wirtschaft, Banken und Politiker nichts, manche vertrauen mehr den YouTube-Spezialisten und X-Expertinnen.
Bargeldzahlungen sind in Europa rechtlich abgesichert und in Artikel 128 des «Vertrags über die Arbeitsweise der EU» fest verankert
Der Faktencheck wurde von der Deutschen Presseagentur gemacht, ich weiß, die ist für viele auch nicht glaubwürdig, allein schon deshalb, weil sie sachlich Fakten festhält und die noch dazu an sie sogenannten Systemmedien weitergibt.
Dier EU arbeitet derzeit auch an der Gestaltung neuer, noch sicherer Euro-Banknoten, die ersten sollen noch 2026 vorgestellt werden. Also daher zuerst einmal der Faktencheck hier zum Nachlesen:
Da sorgt sich Daniel Wallner, Innovationsbeauftragter im Finanzamt darum, dass das mit der magischen Kraft des Stroms getriebene Internetz sich durchsetzen könnte, das auszudruckende Handyzertifikat, die Freude des Kanzlers über mehr Bürokratie und die Angst Bablers, er könnte sich am digitalen Euro elektrisieren. Besonders die FPÖ hat ein Dilemma: wie bekommt man den digitalen Euro in eine Sporttasche?