Die Strecke ist nicht nur an diesem Tag ein Genuss
Der erste Samstag im Mai bot damit den perfekten Saisonstart für einen abwechslungsreichen Radausflug mit der Familie oder im Freundeskreis.



Der Triestingtal-Radweg ist 34 km lang, beginnt in Leobersdorf und führt entlang der Triesting über Enzesfeld, Berndorf und Pottenstein weiter nach Weissenbach, Altenmarkt und Kaumberg.
Im Jahr 2002 wurde das erste Teilstück zwischen Altenmarkt und Pottenstein eröffnet und heute gehört er zu den Highlights im niederösterreichischen Radwegenetz. Die Strecke mit der Nummer 42 zählt auch zu den zehn Top-Radrouten in Niederösterreich und verbindet weiter über Hainfeld bis Traisen mit dem Gölsental-Radweg die beiden Hauptradrouten „Thermenradweg (EuroVelo9)“ und „Traisentalradweg“ miteinander.

Der Rad-Genuss-Tag 2026

Das Anradeln startete dieses Jahr zwar in Altenmarkt, wir stiegen aber beim Ortseingang von Enzesfeld bei der alten Weinpresse ein. Dort befand sich auch eine der insgesamt 16 Labe- und Kulturstationen der Strecke. Diese sollte dann auch unser Abschlusspunkt am Rückweg sein. Weiter führte uns der Weg vorbei an den Stationen in St.Veit und Berndorf zum Wasserturm der ehemaligen Fleischfabrik.


In Pottenstein führt das Teilstück beim alten Lagerhaus zwar malerisch durch eine kleine Allee, die aber durch die Wurzeln der Bäume seit Jahren extrem holprig ist.
Bald danach erreichten wir den Abschnitt am neuen Rückhaltebecken in Fahrafeld. Mit einem Volumen von rund 750.000 m³ ist es das zweitgrößte seiner Art in Niederösterreich. Wenn man mit dem Rad auf dem über 9 Meter hohen und ein Stück auf dem rund 2,5 km langen Damm fährt, kann man sich gar nicht vorstellen, dass dieses Freizeitgebiet beim Hochwasser am 15. September 2024 praktisch bis an den Rand mit Wasser gefüllt war und so nur wenige Wochen nach der offiziellen Freigabe zehntausende Menschen vor dem Hochwasser geschützt und eine ähnliche Tragödie wie im Tullnerfeld verhindert hat.


Der Weg bis Weissenbach führt dann weiter durch blühende Wiesen einmal näher, einmal weiter weg von der Triesting. Seit 2024 besteht auch ein Abstecher nach Neuhaus, der großteils entlang des Nöstachbaches sowie der Landesstraße B 11 verläuft. Dieser empfehlenswerte Abschnitt schließt am bestehenden Triesting-Gölsental-Radweg im Bereich des Bahnhofes in Weissenbach an der Triesting an und endet leider (noch) im Bereich des Parkes in Neuhaus. Mittelfristig soll daraus eine Verbindung zwischen dem Triesting-Gölsental-Radweg und dem Helenentalradweg in Alland werden.



Kurz nach Weissenbach befindet sich direkt neben dem Radweg eine kleine „Aussenstelle“ des Triestingtaler Heimatmuseums, das eine Schauschmide zeigt. Bis Altenmarkt gibt es dann einige kurze Steigungen, die aber selbst von Kindern gut bewältigt werden können.

Auf halbem Weg nach Altenmarkt, kurz vor einer weiteren Labestation bei einem Bauernhof führt ein kleiner Abstecher zu einer zwar nicht mehr funktionstüchtigen, aber trotzdem sehenswerten Mühlrad-Installation.

Nach Altenmarkt verläuft der Radweg eine Weile baulich getrennt direkt neben der Bundesstraße B18 und vorbei an der Wallfahrtskirche Dornau-Thenneberg. „Dornau“ ist das Zentrum der Katastralgemeinde Thenneberg und wurde erstmals im Jahr 1154 urkundlich genannt und ist eine der 5 Wallfahrtskirchen der Gemeinde (neben Altenmarkt, Hafnerberg, Klein-Mariazell und St. Corona). Sie liegt auch unmittelbar an der „via sacra“, dem Wallfahrerweg, der von Wien quer über den Wienerwald in den Marienwallfahrtsort Mariazell führt.



Der Radweg geht nun weiter das Triestingtal hinauf, einmal näher, einmal entfernter von der Triesting und auf den letzten Kilometern wieder neben der B18 ins Ortszentrum von Kaumberg. Hier genossen wir im Schatten der Bäume am Dorfplatz an der letzten Labestelle beim 2024 neu renovierten Fassbrunnen eine sehr gute Wild-Käsekrainer.


Und wenn man an der richtigen Stelle schaut, sieht man sie auch vom Radweg, die höchstgelegene Burgruine Niederösterreichs, die Araburg oberhalb von Kaumberg, die ebenfalls einen Besuch wert ist und zu Fuß oder mit dem Bike erreichbar ist.

Ein besonderes Schmankerl wollten wir uns auf der Rückfahrt ins Tal nicht entgehen lassen. In Thenneberg rief der Kulturbahnhof nach einem Stopp bei Musik, Kaffee und Kuchen.
Die Besitzer und Betreiber des Kulturbahnhofes, Daniela und Matthias Schorn bespielen ihn das ganze Jahr mit einem starken Kulturprogramm und bringen ihn so wieder zu seiner ursprünglichen Bestimmung als Ort der Begegnung, des Austausches, des Verreisens, Umsteigens und Ankommens zurück. Das Programm dazu kann sich sehen lassen.
Nach einem kurzen Zwischenstopp bei der Labestation in St.Veit gab es zum Abschluss einen Radler bei der Station in Enzesfeld.
Fazit
Nachdem das Wetter mitspielte, waren auch entsprechend viele Radlerinnen und Radler unterwegs, die sich zwar prinzipiell ganz gut verteilten, aber an einigen neuralgischen Punkten kam es doch zu kleineren Staus. Leider vergessen nicht nur an diesem Tag manche Teilnehmer, dass auch für Radfahrer die Verkehrsregeln gelten, dass man nicht an Engstellen stehenbleiben sollte und die Verwendung einer Klingel ausdrücklich erlaubt ist.
Sonst war es wahrscheinlich für die meisten, die dabei waren, ein gut organisierter gelungener Tag und man kann sich schon auf nächstes Jahr freuen, wenn es wieder am Samstag, dem 8. Mai 2027 zum sechsten Mal radeln und genießen heißt.
Damit die Zeit bis dahin nicht zu lang wird, kann man ja dazwischen das eine oder andere Mal „üben“ und die Gastronomiebetriebe und Kultureinrichtungen an der Strecke freuen sich ebenfalls das ganze Jahr über auf regen Besuch.
