Der Maler und Motorradfahrer Antonio Ligabue in einer Ausstelllung in Cagliari

In diesem Blog erzähle ich von meiner Entdeckung bei der Sightseeing-Tour durch Cagliari. Ich besuchte eine Ausstellung im alten Rathaus, die die Werke eines eindrucksvollen Künstlers zeigte, der bei uns in Österreich gar nicht so bekannt ist und wahrscheinlich noch nie zu sehen war – Antonio Ligabue.

Neben der Cattedrale di Santa Maria Assunta e Santa Cecilia in Cagliari befindet sich der Antico Palazzo di Città, das alte Rathaus. Dort entdeckte ich bei meiner Sightseeing-Tour die außergewöhnliche Retrospektive „Antonio Ligabue. La Grande Mostra (Die große Ausstellung)“.

Sie ist einer der bewegendsten, intensivsten und gequältesten Künstler-Persönlichkeiten des Italien des 20. Jahrhunderts, Antonio Ligabue, gewidmet. Die Ausstellung, die am 7.Juni 2026 endete, erstreckte sich über zwei Etagen des Palazzo di Città und präsentierte einerseits seine berühmtesten Werke als auch multimediale Einblicke in sein Leben.

Ich muß gestehen, ich hatte von Antonio Ligabue noch nie etwas gehört, bevor ich vor dem Tor seiner Ausstellung stand. Dort hat mich das werbende Plakat mit dem Tiger im Urwald sofort angesprochen.

Diese Faszination blieb während der gesamten Ausstellung aufrecht. Als ich dann bei meinen nachträglichen Recherchen über eine Anekdote zu seinem Motorrad las, war es für mich klar, dass der Bericht zu seinen Bildern im weitesten Sinn auch in meinen Motorradreiseblog passt.

Daher ist das Titelbild dieses Blogs das einzige, das nicht in Cagliari gezeigt wurde, aber für mich unbedingt dazu gehört. Laut Ausstellungsbeschreibung ist die große Werkschau eine Gelegenheit, Antonio Ligabue fernab von Stereotypen (neu) zu entdecken. Seine ausgestellten Werke, die seine Legende geprägt haben, sollen zur Reflexion über den Wert der Kunst als Mittel zur persönlichen Befreiung und zur Versöhnung mit der Welt einladen.

Geprägt von Armut, Krankheit und psychischen Leid

Geboren als Antonio Laccabue in Zürich am 18. Dezember 1899 und gestorben in Gualtieri am 27. Mai 1965, war er Zeit seines Lebens von Armut, Depressionen, Unsicherheit und Ausgrenzung geprägt. Als Kind litt er an Rachitis und Vitaminmangel, was zu einer Schädelfehlbildung und Wachstumsstörungen führte. Das eigenwillige Aussehen, das sowohl auf späteren Fotos als auch seinen Selbstporträts erscheint, zeigt das Gesicht des Künstlers als inneres Schlachtfeld.

Die Malerei als Ventil seiner Persönlichkeit

Erst 1928, dank der Begegnung mit dem Maler und Bildhauer Renato Marino Mazzacurati, der sein wahres künstlerisches Talent erkannte und ihn im Umgang mit Ölfarben unterwies, beschloss Ligabue, sich ganz der Malerei und Bildhauerei zu widmen. Er blieb aber trotzdem der ziellose Wanderer, der des öfteren den Po entlang zog.

Nach dem zweiten Weltkrieg, ab 1948, intensivierte sich seine künstlerische Tätigkeit, was das Interesse von Journalisten, Kritikern und Kunsthändlern weckte. Doch erst 1961 fand seine erste Einzelausstellung in der Galleria La Barcaccia in Rom statt. Er hatte jedoch bald darauf einen Motorradunfall und war im darauffolgenden Jahr querschnittsgelähmt. 1963 widmete ihm die Kleinstadt Guastalla eine große Retrospektive, die von Galerist und Freund Vincenzo Zanardelli organisiert wurde.

Späte Anerkennung

Er erholte sich nicht mehr, bat um Taufe und Konfirmation und starb am 27. Mai 1965 im Alter von nur 65 Jahren. Er wurde auf dem Friedhof seines Heimatortes Gualtieri beigesetzt. Obwohl er auch dort nicht immer für voll genommen wurde, er trug im lokalen Dialekt die Spitznamen Al Matt (der Verrückte) oder Al Tedesch (der Deutsche), widmete ihm der Ort eine würdige Gedenkstätte, das Museo Ligabue.

Viele seiner Gemälde mit Haustieren und Szenen aus dem Bauernleben, thematisieren die ländlichen Erinnerungen und die verzweifelte Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Auch die Kämpfe wilder Tiere, in denen die Natur zur Metapher für die Seele wird, beschreiben sein aufgewühltes Leben am Rande der Gesellschaft. Dabei wird nicht nur der Wahnsinn oder der Mythos des „Verrückten“ beleuchtet, sondern auch die außergewöhnliche technische Klarheit und Menschlichkeit des Malers aus Gualtieri dargestellt.

Vergleiche sind schwer

Die chaotische Welt der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbindet für mich auch die Leben von Antonio Ligabue und Frida Kahlo, die beide einen ähnlichen Stil pflegen, geprägt von Krankheit und Leid, die beide auf ihre ganz besondere Art mit ihrer Malerei überwinden wollten.

Die intensiven Farben und seine energetischen Pinselstriche sollen auch Van Gogh ähneln, während die Fähigkeit, Einsamkeit und Emotionalität zu kommunizieren, laut Kunstkritikern an Klimt erinnert. Er wird aber aber auch der Art Brut zugeordnet, die im Museum Gugging in der Nähe von Wien eine wichtige Heimstätte hat.

Das zeigt aber, dass Antonio Ligabue gar nicht so einfach einordenbar ist, wie es am Anfang scheinen mag. Ein Video mit dem Titel The Misunderstood Art of Antonio Ligabue verdeutlicht das ebenfalls.

Der Motorradfahrer

Die Anekdote, die Antonio Ligabue mit dem Motorrad fahren verbindet, darf ich euch zum Schluß nicht vorenthalten. Der Künstler war wie schon weiter oben beschrieben, ein sehr einfacher Mensch, der einen sehr pragmatischen Umgang mit seinen Werken pflegte. Er brachte gerne das verkaufte Kunstwerk persönlich zum Auftraggeber oder Käufer. Er machte das mit dem Motorrad und musste dabei das Transportproblem lösen. Daher findet man auf manchen seiner Bilder zwei Löcher, durch die er eine Schnur fädelte und es so umhängen konnte.

Seit zwei Jahren blogge ich

Motorradfahrten und Hüftgelenk, E-Bike und Erwin Wurm, Fasching und Osterkrippen, Sunset am Kap Sunion und eine versteckte Kirche im Südburgenland, ID Austria und Digitaler Euro, das alles und mehr gibt es in meinem Blog. Und Spaß solltet ihr daran haben, dann ist auch meiner nicht umsonst.

Die Blogs sollten ursprünglich über die Erlebnisse eines Pensionisten erzählen

Am 8. März 2024, drei Monate nach meinem Pensionsantritt, habe ich meinen ersten Blog verfasst. Damals wusste ich nicht, worauf ich mich dabei einlasse. Ich wollte einfach, wenn es mich freut und ich mit dem Motorrad unterwegs war, davon erzählen, damit meine ehemaligen Kolleginnen und Kollegen, wie von einigen gewünscht, auch etwas davon haben.

Aber der ganze Prozess begann eine gewisse Eigendynamik zu entwickeln, mit jedem Blogartikel machte es mir mehr Spaß, zu erzählen und zu formulieren. Und so kamen zu den Motorrad-Geschichten bald meine Erzählungen zum Thema E-Bike dazu. Meine damals nicht besonders ausgeprägte Fitness und ein ein neues Hüftgelenk habe ich ebenfalls thematisiert.

Andere Länder, Geschichte und Kultur und „alles mit Computern“ sind die Themen

Die Erinnerungen an meine Wochen in Indien sind weit mehr gelesen worden als ich dachte, genauso ist es mit diversen Urlaubsgeschichten. Zum Motorrad ist rasch das E-Bike dazu gekommen, wobei es mir in beiden Fällen weniger um das Fahren an sich, sondern mehr um das Erlebnis rundherum geht. Darum ist ein großer Teil des Aufwands auch die fundierte Hintergrundrecherche, die neben den Geschichten auch etwas Mehrwert liefern soll.

Immer wichtiger wurden Sicherheitsthemen rund um Handy und PC genauso wie die ID Austria, wo die staatlichen Stellen genauso wie Seniorenorganisationen zu erkennen beginnen, dass persönliche Unterstützung notwendig ist, um allen, die es brauchen und wollen, auch zu ermöglichen.

Die bildende Kunst hat mich schon immer interessiert, wobei ich in meinen Blogs immer mehr einen etwas unkonventionelleren Zugang haben will, der den Fokus etwas vom Fachlichen weg zu einem persönlichen, nicht immer ganz ernst gemeinten Blick lenkt.

Zwei Blogs pro Woche und 10.000 Zugriffe innerhalb eines Jahres aus der ganzen Welt

In 24 Monaten sind 165 Blogs entstanden, das sind fast 7 pro Monat oder sehr oft 2 Blogs in der Woche. In der Zwischenzeit sind die Zugriffe weit weniger durch meine recht geringe aktive Bewerbung sondern weltweit über verschiedenste Suchmaschinen entstanden.

Knapp über 10.000 Zugriffe sind es dann im Jahr 2025 geworden, wobei für mich immer klar ist, dass es ein Hobby ohne finanzielle Interessen ist und es daher auch keine Kooperationen gibt und geben wird. Unabhängigkeit ist mir in der Pension auch hier ganz besonders wichtig. Unter anderem auch darum bezeichne ich mich bewusst nicht als „Digital Creator“.

Und was gibt es im Jahr 2026?

Und so gibt es heuer nach der Serie über 100 Jahre Österreichischer Schilling eine Blog-Reihe, die sich mit dem Brauchtum aus meinem Erleben und meinen Erinnerungen beschäftigt, wovon aber vieles auch heute noch lebendig ist.

Einige längere Motorradreisen sind schon in konkreter Planung, darüber wird es sicher viele Berichte geben, mehr will ich aber aber noch nicht verraten. Aber es gibt auch einige Ziele mit dem E-Bike, über die ich dann erzählen möchte und die Liste der Ausstellungen, die ich heuer besuchen will, ist auch schon recht lang. Das Elektroauto wird heuer auch nicht zu kurz kommen.

Meine Hauptbeschäftigung ist aber noch länger als gedacht die Familiengeschichte, die sich über die Zeit von 1850 bis heute zieht. Sie wird aber nur im Bereich der Familie veröffentlicht werden, über den Prozess der Entstehung möchte ich aber doch in meinem Blog erzählen.

Wenn mir dabei ihr als meine Leserinnen und Leser weiterhin treu bleibt und auch eventuell das eine oder andere „Gefällt mir“ hinterlässt, wird das auch noch weiter mein Ansporn sein.

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