3: Strände, Berge, Inseln und Lost Places

In diesem Blog erzähle ich von drei gemeinsamen Tagestouren von Cagliari aus. Da Sardinien so groß ist, erkundeten wir damit nur das südliche Drittel der Insel.

Runde 1: hohe Berge, (ehemalige) Sümpfe, malerische Strände und rosa Flamingos

Diese Runde sollte an den südlichsten Zipfel Sardiniens führen, doch Franz wollte uns zuerst eine malerische Schlucht zeigen. Darum starteten wir nach dem gemeinsamen Frühstück im Hotel Richtung zuerst über den Lungomare Richtung Osten und dann nach Norden hinaus aus der Stadt.

Unser erstes Ziel, der Passo Arcu e Tidu, liegt im Sette Fratelli Gebirge, einem Naturschutzgebiet im Süden Sardiniens unweit der Inselhauptstadt, und ist der höchste Punkt der alten Verbindungsstraße zwischen der Südostküste Sardiniens und Cagliari.

Ganz in der Nähe führt eine Sackstraße in den Ort Burcei. Leider fanden wir dort kein Cafe, aber der Aussichtsberg Monte Serpeddi mit seinen 1069 Metern lockte uns. Über schmalste Sträßchen fuhren wir zum Fuß des Berges, wo wir feststellten, dass der Berg nur über eine steile Schotterpiste erreichbar war, was wir aber nicht riskieren wollten und daher umkehrten.

Und so ging es wieder zurück auf die NSA 371 (Nuova Strada ANAS 371), die ehemalige Strada Statale 125 „Orientale Sarda“, nicht ohne nochmals einen Photostop mit Ausblick bis Cagliari zu machen.

Dieser kurvenreiche, und landschaftlich reizvollen Strecke von San Gregorio (Sinnai) über die Berge folgten wir Richtung Osten, bis wir schon im Flachland, im kleinen Dorf San Priamo gleich gegenüber der Kirche ein Cafe entdeckten, das offen hatte. Cappuccino und sardische Cookies stärkten wieder Körper und Geist.

Die Häuser und die ganze Siedlung fielen mir aufgrund ihrer Bauweise und rasterartigen Anordnung auf. Es sah wie eine geplante Fabrikssiedung aus den 1930er Jahren aus. Es stellte sich heraus, dass San Priamo unter Mussolini als Kaserne für Arbeiter gegründet wurde, die das umliegende Sumpfland trocken legen sollten, damit die Malaria zurückgedrängt werden konnte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Siedlung verlassen und hat heute nur mehr 110 Einwohner. Die Häuser scheinen zwar nicht gepflegt zu werden, aber verlassen wirken sie ebenfalls nicht. Ein sehr eigener Lost Place.

Und dann war wirklich Küste und Meer angesagt. Etwas südlich des bekannten Badeortes Costa Rei erreichten wir einen Strand, an dem wir wirklich im Sand vor dem Wasser rasten und die Zehen ins kühle Nass halten konnten.

Dann hofften wir, am südlichsten Zipfel Sardiniens ein Restaurant zu finden, das um 15 Uhr hungrige Bikerinnen und Biker nicht nur mit Getränken, sondern auch mit Essen versorgen wollte. Leider hatten aber beide von uns angesteuerten Lokale trotz gegenteiliger Internet-Auskunft die Küche geschlossen. Aber im nur wenige Kilometer entfernten Villasimius entdeckte Franz eine Trattoria, die uns mit Pizza & Co wieder ins Leben zurückholte.

Gestärkt fuhren wir die Küste mit atemberaubenden Aussichten bis zu unserem Ausgangspunkt entlang, die späte Nachmittagssonne tat dabei ihr übriges.

Am Beginn des Lungomare von Cagliari hielten wir unsere Motorräder an und konnten wirklich die Flamingos in der Abendsonne  bewundern.

Die Runde zu Berg, Sumpf und Strand

Die Route in Kurviger: https://kurv.gr/JEFaz

Runde 2: Strände und die südlichste Insel

Diese Runde sollte uns endgültig in den Süden der Insel führen, Franz hatte einen besonderen Strand und eine vorgelagerte Insel als Ziele geplant.

Wir fuhren vorbei an Altstadt und Hafen hinaus aus der Stadt und weiter über die SS195 vorbei an Salinen, wo ebenfalls Flamingos leben, die wir aber nicht gesehen haben. Unser Guide für Sardinien, Franz bog dann wenige Kilometer später, nach der Ortschaft Chia, links von der schnurgeraden Strasse ab, wo wir auf einen kostenpflichtigen Parkplatz für den nahegelegenen Strand landeten, der Kassierer sich aber überreden ließ, für uns mit unseren  Motorrädern eine Ausnahme zu machen und uns die Gebühr zu erlassen.

Breite Holzstege führten hinaus an den Strand Su Guideu vorbei an einem Naturschutzgebiet. Eine kleine Bucht lag vor uns, mit einem wunderschönen Sandstrand und leider sehr windig. Die bekannte Strandbar wurde Mitte Mai gerade erst eingerichtet und wird erst zur Badesaison geöffnet.

Vor der Weiterfahrt gab es aber doch noch einen guten Cappuccino im Cafe Aquadulci beim Parkplatz. Die Straße SP71 entlang der Costa Sud Sardegna mit ihren Aussichtspunkten wie dem Punto Panoramico zur Isola Tuerredda ist zwar fahrerisch keine besondere Herausforderung, dafür hat man genug Zeit, die traumhafte Landschaft zu genießen.

Dafür waren dann die nächsten rund 20 Kilometer wieder näher an der Küste und umso kurviger. In Santadi am Platz vor der Chiesa Parrocchiale di San Nicolò di Bari und dem Rathaus machten wir wieder eine Pause im Schatten eines ganz interessanten Baumes, die Hitze war in der Zwischenzeit auf weit über 30 Grad gestiegen.

Dann machte sich schon der allgemeine Hunger bemerkbar und so beschlossen wir, auf der Isola di Sant Attico zu essen. Vorbei am Lago Monte Pranu fuhren wir Richtung Küste und über den Damm auf die kleine Insel und in den Hafen des Hauptortes Sant Attico. Auch dort war am späten Nachmittag bis auf ein Lokal alles geschlossen, dafür war dort das Essen umso besser und einige Meter weiter gab es als Nachspeise ein Spitzen-Eis.

Über die schnelle Heimfahrt ins Hotel über die SS120 gibt es dann nichts weiter zu berichten.

Die Runde zu den Stränden und der Isola di Sant Attico

Die Route in kurviger: https://kurv.gr/bXdPC

Runde 3: in die Berge und zu einem besonderen Lost Place

Diesmal schaffte ich es doch einmal, den Sonnenaufgang vom Dach des Hotels zu fotografieren, fast ein bisschen kitschig.

Bei dieser Runde wollte uns Franz ein besonderes Kleinod von Sardinien zeigen. Neben den für uns Motorradfahrer wichtigen Kurven und Ausblicken war das Ziel das verlassene Dorf Gairo Vecchio.

Bald nach dem Frühstück waren wir bereit und folgten Franz nun wirklich nach Norden in die Berge. Der erste Teil der empfehlenswerten SS387 führte uns durch die Campidano-Ebene bis Dolianova. Kurz nach der Abzweigung auf die SP25 steht praktisch neben der Straße das Sardinia Radio Telescope, da mussten wir natürlich einen Photostopp einlegen. Dieses parabolische Radioteleskop mit einem Durchmesser von 64 Metern wird vom italienischen Nationalen Institut für Astrophysik (INAF) betrieben und von der Astronomischen Sternwarte von Cagliari verwaltet.

Durch Wälder aus Kork- und Steineichen und über aussichtsreiche Höhenzüge von einem Tal ins nächste ging es kurvenreich weiter bis in die Gegend von Ballao. Weiter ging diese Traumstraße, die mit bestem Asphalt und breiten Kurven, durch das einsame Flumendosa-Tal führt. Auch ein großer Windpark mit rund 60 Windrädern mit einer Gesamtleistung von rund 126.000 kWh ist in der Nähe der Stadt Ulassai in Betrieb und begleitete unsere Tour.

Am höchsten Punkt, beim Monte Codi mit seinen 850 Metern steht weit sichtbar eine Radaranlage der Europäischen Flugsicherung, die wir uns natürlich aus der Nähe ansehen mussten und dafür die kleine schmale Stichstraße hinauf fuhren.

Was Freund Werner dabei entdeckt hat, wird jeder, der beides kennt, bestätigen. Rechts im Bild unten sieht man einen markanten Felsstock aus dem Monument Valley, das ja eigentlich im US-Bundesstaat Utha liegt, und links dahinter, etwas weiter am Horizont, den Ötscher aus dem niederösterreichischen Mostviertel. Ein bisschen Phantasie schadet nie…

Ein weiterer Stopp wurde nur wenige Kilometer später, kurz vor Ulassai notwendig. Ein wunderbarer Blick ins Tal auf der einen Seite und auf die Felsformationen auf der anderen Seite begrüßte uns.

Bald darauf erreichten wir Ulassai, das von einer recht bedrohlich wirkenden Felsnase überragt wird.

Kurz nach Osini, das ebenfalls zu den Dörfern gehört, die 1951 von den Unwettern teilweise zerstört und später wiederaufgebaut wurden, hat man einen wunderbaren Blick auf unser Ziel Gairo Vecchio (Alt-Gairo) und dem etwas höher oben neu aufgebauten Gairo Sant Elena.

1951 regnete es vom 14. bis 19. Oktober durchgäng in ganz Sardinien, doch die Region Ogliastra war ganz besonders betroffen, fielen doch vereinzelt zwischen 300 und 500 mm Regen pro Quadratmeter. Das führte zu Vermurungen und Hangrutschungen in diesen Bergdörfern. Es wurde anscheinend zwar niemand verletzt, aber an einen Wiederaufbau an der gleichen Stelle war nicht zu denken. Und so wurde Gairo auf drei Teile aufgeteilt.

Bei einer Wanderung durch das verlassene Dorf gewinnt man einen guten Einblick in die Architektur dieser Orte mit ihren rot oder blau ausgemalten Räumen,  viele mit offenen Kaminen, die noch erhalten sind.

Für mich ist das die dritte Variante, wie in Italien mit einem von Naturgewalten zerstörten Dorf umgegangen wurde. Auf Sizilien wurde das Dorf Gabelina 20km entfernt als Stadt im Stil amerikanischer Gartenstädte neu aufgebaut und das alte Dorf in einem rechteckigen Ausschnitt des zerstörten Kernes mit einer etwa 300 × 400 Meter großen und 1,6 Meter Schicht aus weißem Beton überdeckt. Das eine beklemmend, das neue künstlerisch spannend, aber fast ausgestorben und daher zumindest aus meiner Sicht gescheitert.

Sizilien 5 – Lost Places am Weg nach Trapani

Im Kanaltal ist Venzone einer der Orte, die beim Erdbeben 1976 fast vollständig zerstört wurden. Die ursprüngliche Idee, den Ort modern neu aufzubauen, wurde von der Bevölkerung verhindert und so wurde er so originalgetreu wie möglich wieder aufgebaut. Heute bezeichnet Venzone sich selbst als „eines der schönsten Dörfer Italiens“ und die Bevölkerung steht auch dahinter. Ein bisschen wie Dresden oder auch Wien.

Tag 3: Von Carnia bis Udine

Und die Schweiz ist gerade im Tessin mit dem Dorf Blatten, das im Mai 2025 nach einem  Gletschersturz verschüttet wurde, und in Graubünden mit dem Dorf Brienz, das von einem Bergsturz massiv bedroht wird, in einer ähnlichen Diskussion.

Nach einer Stärkung in der Bar oberhalb von Gairo Vecchio mit einem schönen Blick auf das Tal und Osina am gegenüberliegenden Hang wurde es Zeit für die Rückfahrt.

Ein paar Fotostopps gab es natürlich auch noch, der im Jahr 1952 angelegte Stausee Lago basso Flumendosa war dabei ein besonderes Highlight.

Es brach dann aber allgemeiner Hunger aus und wir  entdeckten glücklicherweise in Mandas die Pizzaria My Dream, wo wir mit den besten Riesenpizzen  verwöhnt wurden. Der Besitzer zeigte uns dann auch noch stolz sein grünes Käfer-Cabrio, das er extra für uns startete.

So gut gestärkt sollte die letzte Etappe zurück nach Cagliari entspannt, da fast nur mehr in der Ebene, verlaufen.

Die dritte gemeinsame Route zum verlassenen Bergdorf Gairo Vecchio

Die Route in kurviger: https://kurv.gr/UmqgH

2: Die Fähre nach Olbia und 2 Tage bis Cagliari

Nach der Anreise aus Österreich und der Nacht auf der Fähre nach Sardinien haben wir uns zwei Tage Zeit genommen, vom nordöstlichen Olbia über Arbatax bis nach Cagliari fast im Süden zu fahren und die Kurven und Blickpunkte zu genießen. Viele Eindrücke mit zu wenigen Bildern gibt es in diesem Blog.

Die Überfuhr von Civitavecchia nach Olbia

Ungefähr 10-15 Motorräder und Roller fuhren zuerst die Rampe auf die Fähre und die steile Auffahrt auf die nächste Ebene hinauf und mussten ihre Fahrzeuge ganz am Rand am Geländer abstellen. Praktischerweise nahm jeder nur das Notwendigste mit, um die Schlepperei in den engen Schiffsgängen so gering wie möglich zu halten.

Wir wurden rasch von den Bediensteten vom Deck wegkomplementiert und landeten zwei Stockwerke höher beim Checkin und erhielten innerhalb weniger Minuten fast kasernenhaft die Keycard überreicht und suchten unsere Kabinen. Wir hatten je eine Mehrbettkabine zur Einzelbenutzung gebucht, andere schliefen in den allgemein zugänglichen Sitzen.

Für Fährenneulinge wie uns hat der ADAC einige Tipps zusammengestellt: Mit dem Motorrad auf die Fähre: Tipps zu Auffahrt, Sicherung und Co.

Das Auslaufen aus dem Hafen hatte etwas von einer Mini-Kreuzfahrt, bevor wir nach einem kleinem Abendessen im Bordrestaurant unsere Kabinen aufsuchten, wir sollten ja um 5:30 schon wieder raus. So konnten wir auch relativ ausgeruht das Einlaufen im Hafen von Olbia bei Sonnenaufgang beobachten, bevor wir wieder zu unseren Motorrädern konnten.

Das Deck war ganz voll geworden, eine Gruppe Trikes aus Deutschland und viele PKWs waren nach uns noch dazugekommen und so dauerte es seine Zeit, bis wir ganz zum Schluß von der Fähre fahren konnten. Die ersten beiden Routen geführt von Franz lagen vor uns.

Die erste Inseltour bis Arbatax

Durch einen Tunnel und über eine lange Brücke ging es zuerst nur im Schritttempo in der Kolonne aus dem Hafengelände und der Stadt hinaus. Meine Crosstourer mag so etwas auf den ersten Kilometern überhaupt nicht und bockte, bis der Motor warm geworden war.

Die heutige Tagesetappe sollte zuerst über die legendäre SS125 Orientale Sarda hinaus in der Nähe der Küste und dann ins Landesinnere über Nuoro und einige Pässe wieder an die Küste nach Arbatax führen. Nach rund einer halben Stunde bogen wir nach Porto San Paolo ab, wo wir einen wunderschönen Blick auf das Tyrrhenische Meer vor der Insel werfen konnten.

Im Ortszentrum war bei einem Hotelcafe ein Frühstücksbuffett angekündigt, dort wollten wir dann halten und uns im Schatten der Arkaden stärken.

Ausgeruht und mit frischer Kraft begann nun wirklich das „Abenteuer Sardinien“ für  uns. Wir bogen am Ortseingang wieder auf die SS125 und fuhren bis nach San Teodoru, wo wir eine kurze Ortsbesichtigung per Motorrad machten. In Budoni umfuhren wir mit der Ortsdurchfahrt einige Tunnel auf der nun zur SS13DCN mutierten Straße.

Kurz vor Posada bogen wir ins Landesinnere und erreichten nach vielen kleinen Kurven Lode und Bitti, das wir uns nach einer Ortsrunde von oben anschauten.

Unser Versuch, im kleinen Bergdorf Orune einen Kaffee zu trinken, scheiterte trotz Suche auf Google Maps, der Ort schien ausgestorben, die Fotos zeigen aber trotzdem die Schönheit der Umgebung.

So fuhren wir wieder weiter bis in unser eigentliches Zwischenziel Nuoru. Kurz vor dem Dorf Dorgali kamen wir wieder auf die SS125 zurück und folgten ihr bis zum Genna Petta Pass und weiter zum Passo di Genna Silana, der auf 1002m Seehöhe liegt und anscheinend unser höchster Punkt dieser Tour war.

Der Passo Genna Croce liegt nur mehr auf 910m Höhe und kurz danach erreichten wir die Basis zur Gorropu  Schlucht. Sie ist eine der tiefsten und spektakulärsten Schluchten Europas mit bis zu 500 Meter hohen Kalksteinwänden im Supramonte-Gebirge. Vom Campo Base Gorropu kann man eine Fahrt auf nicht besonders vertrauenserweckenden Jeeps zum Schluchteingang buchen, von dort muß man aber selber wandern, sodaß daraus ein 8-stündiger Ausflug wird. Wir genehmigten uns nur einen Cappuccino und ein Eis.


Über den Genna Salbene Pass mit seinen 764m und den Genna Cogina mit 724m ging unsere Tour weiter in den Nachmittag hinein.

Wir erreichten am frühen Abend nach rund 250 km Fahrt mit vielen Kurven und abwechslungsreicher Landschaft unser Quartier im kleinen Hafenort Arbatax.

Es lag in einer privaten Siedlung hoch über dem Ort, was mir eine Rüge eines Nachbarn einbrachte. Da ich mein Motorrad mit DCT (Doppelkupplungsgetriebe, über die fast weltanschauliche Diskussion dazu schreibe ich in meinem früheren Blog Der Wunsch nach Freiheit – meine Motorräder) zur Sicherheit gerne an einer ebenen Stelle parke, hatte ich mir den Rand der Umkehrstelle am Ende der Straße ausgesucht, was mir am Morgen ein Post-It am Bike mit „No Parking!!“ einbrachte.

Die Lage unserer privaten Villa zwang uns nicht nur zu gesunden Fußmärschen, sondern erlaubte auch schöne Blicke über den bekannten Hafenort.

Eine Besonderheit gibt es zur Chiesa Parrocchiale della Beata Vergine di Stella Maris zu erzählen, die auf einigen Bildern unten zu sehen ist. Die Schutzpatronin der Seeleute und Fischer, Madonna Stella Maris, wird jedes Jahr am dritten Sonntag im Juli mit dreitägigen Feierlichkeiten verehrt, die in einer feierlichen Prozession auf See gipfeln. Dabei wird die Statue mit einem Boot zum Yachthafen gebracht und ein Blumenkranz zum Gedenken an die auf See Verstorbenen niedergelegt.

In der Werftanlage der Firma SAIPEM wurde gerade ein Teil einer Öl- oder Gasplattform errichtet. Laut eigener Homepage befindet sich in Arbatax eine der wichtigsten Fertigungsanlagen Italiens, so strategisch günstig gelegen, um die Nachfrage im Mittelmeerraum, in der Nordsee, in Westafrika und im Golf von Mexiko zu bedienen. Hier wurden bereits zahlreiche Konstruktionen errichtet, darunter ein achtbeiniges Jacket mit einer Höhe von über 200 Metern und einem Gewicht von rund 25.000 Tonnen für das Sabrathra-Projekt vor der lybischen Küste, einer wichtigen Gasquelle für Westeuropa.

Die Route unseres ersten Sardinien-Tages

Route in Kurviger: https://kurv.gr/8pWVu

Die zweite Tour bis ins Hotel in Cagliari

Interessanterweise fanden unsere verschiedenen Navis hinaus aus der Stadt einen viel einfacheren Weg als gestern hinein, aber ich denke die Navis wollen manchmal auch ein bisschen zum Entertainment beitragen. Und so fuhren wir statt durch enge Gassen durch ein Waldsträßchen den Berg hinunter.

Da es in unserer „Privatvilla“ kein Frühstück gab, fanden wir beim Hinausfahren im Hauptort Tortoli ein nettes Cafe, wo wir zu Cappuccino und Limonata gute  Panini bekamen.

So gestärkt fuhren wir wieder auf die SS125, die in diesem Bereich eher Autobahn-ähnlich ausgebaut war und verließen sie daher wenige Kilometer später Richtung Landesinneres bis in die Nähe von Loceri, um wieder in südlicher Richtung weiterzufahren. Bald kamen wir zur ursprünglichen SS125 (exSS125) zurück, auf der wir mit der Ponte di San Paolo über den Fluß Fiume Pelau fuhren, der auch Rio Pardu genannt wird und zu diesem Zeitpunkt praktisch komplett ausgetrocknet war.

Copyright: Roberto Dermutas / Google Maps

Danach ging es wieder über kleinere Straßen zurück zur SS125var, der wir durchs Gebirge folgten, bis diese Ausbauvariante zu Ende war. Eine weitere lange Brücke über einen ausgetrockneten Fluss folgte auch noch.

Dann war wieder die alte SS125 angesagt, über die wir über den Arcu Genna Arela, der wegen der Höhe von nur rund 100m die Bezeichnung Pass eigentlich nicht verdient hat, bis Santa Maria fuhren, um ans Meer nach Porto Corallo zu kommen. Der Hafen war aber dort Mitte Mai noch im Winterschlaf und auch die nahe gelegene Pizzeria hatte geschlossen und so musste die Mittagspause noch warten.

Weiter ging es nun über Villaputzu und Muravera, wo ich meine Crosstourer, die schon auf Reserve war, sicherheitshalber auftankte. Wieder bewies sich, dass sie eine Säuferin ist, die BMW von Franz und die Kawasaki von Werner brauchen im Schnitt 1,5 bis 2 Liter weniger. EINEN Nachteil muss ja eine Honda mit DCT auch haben. Dabei ist sie schon sparsamer, als die Varadero davor war.

Die Fahrt in den Spätnachmittag Richtung Cagliari führte nun über die kurvenreiche Küstenstraße mit tollen Aussichtspunkten bis in die Stadt.

Über den Lungomare, vorbei an den Salinen, auf denen die weißen und rosa Flamingos leben, kamen wir dann im Ceasar’s Hotel in der Via Darwin an, wo schon Anni und Gerti, die Frauen von Franz und Werner warteten.

Ein gemeinsames Abendessen an der Strandpromenade in einem der Beach Clubs beendet den ersten gemeinsamen Abend, zuerst von einem vom gebirgigen Hinterland kommenden Gewitter unterbrochen. Es dauerte aber nicht lange und so konnten wir trocken die gute halbe Stunde zum Hotel zurück marschieren.

Die Route unseres zweiten Sardinien-Tages

Route in Kurviger: https://kurv.gr/Etzek

1: Auf nach Sardinien – die Anreise

Der Weg soll ja das Ziel sein, das war unsere Devise als wir 3 Freunde beschlossen, mit den Motorrädern nach Sardinien zu fahren. In diesem ersten Teil erzähle ich von unserer abwechslungsreichen Anfahrt bis zur Fähre in Civitavecchia.Wie immer gibt es auch die Links zu den Routen dazu.

Die Planung startete bereits im Winter, man ist ja nicht mehr 17 und will daher grob wissen, wohin es geht und wie man „vernünftig“ übernachtet. Mein Part dabei war die Routenausarbeitung für die Hin- und Rückfahrt und Franz übernahm die Planung auf den Inseln Sardinien und Korsika.

Auch die Hotels wurden für die ersten drei Nächte am Festland reserviert und die Fähre für die Überfahrt in der vierten Nacht gebucht. Die Ehefrauen von Franz und Werner wollten fliegen, während mein Schatz leider arbeiten musste.

Tag 1 bis Kranjska Gora in Slowenien

So ergab sich eine erste Etappe aus dem Mostviertel bzw. Industrieviertel bis nach Kranjska Gora in Slowenien. Ich fuhr  über den Semmering und das Mürz- und Murtal bis St.Michael, während die Freunde vorbei am Erzberg über den Präbichl anreisten. Das Treffen war dann in einem Cafe nahe des Autobahnkreuzes geplant, doch das war am Sonntag geschlossen.

Eigentlich müsste ich wissen, dass man das kontrolliert, so blieb nur der Schluck aus der mitgenommen Getränkeflasche auf dem Parkplatz davor, bevor wir gemeinsam losfuhren.

Die erste Etappe brachte uns zuerst durch das Murtal vorbei am Österreichring bis ins steirische Rattenberg, wo wir auf der Terrasse des Gasthofes Perschler ein tollles Mittagessen genossen. Über Scheifling und den flott zu fahrenden Perchauer Sattel zog es uns weiter ins kärntnerische Friesach, wo ich in der Nähe den kleinen Prekova-Sattel entdeckt hatte, der vom Mexnitztal bis Straßburg führt.

Die vielen kleinen Kurven gaben einen schönen Vorgeschmack auf die kommenden Tage. Nach einer Eiskaffee-Pause im Stiftskaffee Gurk führte unsere Route über Feldkirchen und das Südufer des Ossiacher Sees durch Villach vorbei am Faakersee.

Über die Karawanken ging es dann auf wenigen Kilometern mit bis zu 18 % Steigung auf den nur knapp über 1000 m  hohen Wurzenpass.

Dass wir noch außerhalb der Motorradsaison unterwegs waren, zeigte sich an den wenigen Bikerkollegen, die uns hier begegneten. Die Wohnmobilfahrer waren am späten Nachmittag auch schon durch und so konnten wir zügig bis in unser Hotel Spik in der Nähe von Krajnska Gora durchfahren. Ein kleiner Spaziergang zum Beine Vertreten ins nächste Restaurant beendete dann unseren ersten Anreisetag.

Die Route des ersten Tages

https://kurv.gr/gVHQP

Tag 2 – Um den Regen herum nach Padua

Das Wetter zeigte sich nach dem Frühstück im Hotel trocken, aber in den Bergen rundherum hing noch der Nebel. Wir wollten trotzdem an unserer geplanten Route festhalten und über den höchsten Pass Sloweniens, den Vrsicpass ins Socatal fahren. Leider begann es aber schon bald nach der Ortsdurchfahrt von Kranjska Gora immer stärker zu nieseln und auch der Nebel kam immer näher.

Nicht umsonst heißt er auf italienisch Passo della Moistrocca (Kopfsteinpflaster), da von den 51 Haarnadelkurven (24 auf der Nordrampe, 27 auf der Südrampe) der 45 km langen Straße im nördlichen Teil der Passstraße noch einige aus Kopfsteinpflaster bestehen. Hier kann es bei Regen recht rutschig werden, aber wir müssen uns nichts mehr beweisen und nichts riskieren und so kehrten wir bald nach der neuen Mautstelle um.

Der Vrsicpass ist zwar auch weiterhin grundsätzlich mautfrei, aber der Parkplatz am Scheitel ist ab 2026 kostenpflichtig und das soll in den verkehrsreichsten Monaten (15. Juni bis 15. September) bereits vor der Auffahrt zu bezahlen sein.

Ein kleiner Umweg über Tarvis, nun in Italien, sollte uns über einen ebenfalls tollen Pass, den Predil, ins Socatal bringen. Die Fahrt geht auf der gut ausgebauten aber nicht besonders spektakulären Straße entlang des Radweges auf der ehemaligen Bahnstrecke von Tarvis nach Bled, den wir im Vorjahr als Abstecher vom Alpe-Adria Radweg bis zu den beiden Fusine-Seen gefahren sind. Rechts und links der Straße tauchen immer wieder hoch oben die dabei zu überfahrenden Eisenbrücken auf.

Tag 1: Von Villach bis Tarvis

Bald zweigte die Straße Richtung Süden ab und wir fuhren beim Predilsee Richtung Passo del Predil. Die manchmal spannenden, weil recht schlecht beleuchteten Kehrtunnel und der Blick auf den See hinunter verlockten uns zu einigen Fotostopps.

Als wir die Passhöhe mit der Grenzstation zu Slowenien erreichten, stand wieder eine Nebel- und Regenwand vor uns. Nach der Befragung einiger ankommenden LKW-Lenker entschlossen wir uns auch hier umzukehren und den Sella Nevea als neues Ziel zu nehmen.

Vorbei an der Westseite des Predilsees führt die Straße auf den knapp 1.200 Meter hohen Scheitel hinauf und dann sind auch ein paar nette Kehren sowie einige kurze Felstunnelpassagen zu meistern.

Bald war Chiusaforte im italienischen Kanaltal erreicht. Hier fuhren wir weiter nach Süden, entlang eines der schönsten Abschnitte des Alpe-Adria Radweges, der immer wieder mit den Brücken und Galerien der alten Bahntrasse zu sehen war. Hier sind unsere Eindrücke vom Vorjahr nachzulesen:

Tag 2: Von Tarvis nach Carnia

Bei Gemona del Friuli, das einen Besuch oben am Berg wert wäre, uns aber mit Blick auf Zeit und Wetterlage nicht ins Konzept passte, fuhren wir weiter südwestlich. Auf schnellen Wegen sollte es durch die Po-Ebene gehen. Kurz bevor wir die Meeresküste erreichten, machten wir noch einen gemütlichen Stopp bei einer Cafeteria und stärken uns mit Espressi und Panini. Die Kirche gegenüber war auch einen Blick wert.

Immer die schwarzen Wolken hinter und über uns fuhren wir nach einigen Ortschaften unter der Autobahn durch und erreichten die Küste, wo es dann bei starkem Wind doch noch zu regnen begann. Der begleitete uns durch Mestre, vorbei an der Kreuzung zum Damm nach Venedig, aber nach 20 Minuten war es wieder vorbei. Bei einer Tankstelle gab es dann nochmals einen Espresso und ein Creme Caramel und wir waren schon wieder fast trocken.

Die letzten 40 Kilometer gehörten kleinen Sträßchen Richtung Padua, vorbei an Kanälen und den typischen venetischen wunderschönen Villen, die man sonst nur aus Fernsehdokus kennt. In die Stadt hinein mussten wir durch ein Baustellen-Labyrinth, da die spezielle Straßenbahn, die Trampadova, ein spurgeführtes System auf Gummirädern, mit der Linie SIR3 erweitert wird. Trotzdem erreichten wir dann recht einfach unser Hotel in der Altstadt, gleich vis a vis der Basilika des Heiligen Antonius, mit gesperrtem Parkplatz im Hinterhof des Hauses.

Wenn man schon so nah an einem der großen Heiligtümer der Christenheit ist, gehört ein Rundgang in der Basilica del Santo natürlich dazu. Diese wurde zwischen 1232 und etwa 1310 mit romanischen und gotischen Stilelementen errichtet, um das Grab des Heiligen Antonius von Padua (geboren um das Jahr 1195 in Lissabon, gestorben am 13. Juni 1231 in Padua) aufzunehmen.

Er ist einer der bekanntesten und beliebtesten Heiligen der Christenheit und ein Lehrer der Weltkirche. Dieser bescheidene Mönch aus der Ferne interessierte sich für die Schwächsten und Benachteiligten, er kümmerte sich um die Probleme der einfachen Leute und kämpfte für die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen und wird deswegen als der Heilige des Volkes bezeichnet.

Während unseres Stadtrundganges begann es auf einmal zu schütten und wir flüchteten in ein kleines vegetarisches Lokal, wo wir dann praktisch trocken unser Abendessen und den stimmungsvollen Blick über den Platz genossen.

Die Route des zweiten Tages

https://kurv.gr/e8BMP

Tag 3 – Bis ins Manhattan des Mittelalters

Die Fahrt hinaus aus Padua war einerseits von der Rushhour und andererseits wieder von Baustellen geprägt, wo wir uns mit unseren breiten Seitenkoffern nicht so leicht wie die einheimischen Rollerfahrer durchzwängen konnten. Aber nach einer Viertelstunde hatten wir den Stadtrand erreicht und wir fuhren den italienischen Fahrstil schon etwas angepasster.

Auf kleineren Straßen, teilweise schnurgerade mit einer Kurve alle heiligen Zeiten fuhren wir Richtung Modena, von wo es dann die letzten rund 170 Kilometer in die hügelige Toskana gehen sollte.

Die Straße änderte sich von einer Minute zur nächsten, war sie zuerst schnurgerade, gab es jetzt 30 Kurven auf der gleich langen Strecke. Aber nicht nur das änderte sich, statt der Roller waren nun mehr Supermotos unterwegs, bei denen man zumindest anhand des Stils vermuten konnte, dass die Fahrer die Kurven auch blind kennen.

Bei einer Allee aus Toskana Schirmföhren (Pinus pinea) musste ich unbedingt anhalten, genau wie am Kreisverkehr am Ortseingang von Vinci, dem Heimatort von Leonardo, und einige Bilder machen.

Nach gefühlt 1000 Kurven tauchte am abendlichen Horizont das Städtchen San Gimignano mit seinen mittelalterlichen Türmen hoch über den umliegenden Hügeln auf. Die beiden höchsten, der Torre Grossa aus dem Jahr 1311 und der Torre della Rognosa, weisen eine Höhe von 54 bzw. 51 Metern auf. Es hat einen speziellen Grund,  warum die Stadt in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben ist: Hier ist die Zeit scheinbar im Jahr 1563 stehengeblieben. Der erste der toskanischen Großherzöge, Cosimo I. de’ Medici, entschied, es dürfen „auch keine geringen Summen“ mehr in diese Stadt investiert werden. Das musste akzeptiert werden, und so ist San Gimignano bis heute geblieben, wie es damals war.

Unser Hotel Volpai lag 11 Kilometer mit hunderten Kurven tiefer im Tal in der kleinen Ortschaft Castel San Gimignano und präsentierte sich einfach so, wie man sich ein kleines Hotel in der Toskana vorstellt. Der einzige Wermutstropfen war, dass es für uns bereits zu spät für das hoteleigene Pool war. So blieb nur das Abendessen im überraschend gut besuchten Restaurant Tre Archi, das auf jeden Fall zu empfehlen ist. Es liegt direkt an der Straße zwischen San Gimignano und Voltera.

Die Route des dritten Tages

https://kurv.gr/WFc3v

Tag 4 – Bis zur Fähre in Civitavecchia

Wir starteten wenige Minuten nach dem Frühstück und verfolgten die Gewitterwolken über uns, immer mit der Hoffnung, dass sie an uns vorbeiziehen. Leider war es diesmal nicht so und so schafften wir es gerade noch nach den ersten stärkeren Tropfen unter das rettende Dach der Tankstelle in Volterra. Tanken und eine halbe Stunde warten war angesagt,  dann war der Spuk vorbei und wir konnten unseren Weg Richtung Süden fortsetzen.

Auf kleinen kurvigen Straßen fuhren wir die hügelige Landschaft der Toskana Richtung Süden. Eine Reihe von alten Ortschaften leuchtete von den in der Nähe liegenden Bergrücken, aber man kann ja nicht dauernd und überall stehen bleiben, um zu fotografieren.

Da wir in Grosseto gut die Hälfte der Strecke geschafft hatten und die Mittagszeit auch schon um war, war es Zeit für eine gute Pasta und einen Espresso. Ein Regenguss erinnerte uns an das unsichere Wetter, war aber rasch wieder vorbei und wir konnten uns bei einem Rundgang auf der Zitadelle nochmals die Beine vor den letzten Kilometern bis zur Fähre vertreten.

Auf wirklich kleinen Sträßchen ging unsere Fahrt wieder in das Hügelland südwestlich von Grosseto und dann bald in Meeresnähe weiter. Beim beinahe ersten Blick auf das Wasser bogen wir ab und fanden praktischerweise dort auch ein Lokal mit Eis und Kaffee.

Die Suche nach der richtigen Fähre gestaltete sich für uns Neulinge schwieriger als gedacht, aber zum Schluß waren wir alle rechtzeitig, das heißt gut zwei Stunden vor dem Ablegen bei der Fähre und konnten daher in Ruhe mit einigen weiteren  Bikern und Rollerfahrern die Stahlbrücke hinauf auf Deck 6 fahren und unsere Fahrzeuge knappest am Rand abstellen, bevor die PKWs und LKWs hinauf durften. Mit dem Minimalgepäck für eine Nacht machten wir uns auf die Suche nach dem Checkin bzw. der Zuteilung der Kabinen.

Die Route am vierten Tag

https://kurv.gr/Y9YQG

Fazit nach vier Tagen

Obwohl unsere Anreisetage im Großteil von Europa von viel Regen geprägt waren, wurden wir dank verschiedener Wetter-Apps und Beobachtungen und unserer daraus folgenden Streckenänderungen nie wirklich nass und die Regenkombi blieb während der gesamten Zeit im Seitenkoffer.

Über die Überfahrt und unsere zweitägige Fahrt vom Hafen Olbia bis Cagliari fast an der Südspitze Sardiniens schreibe ich im nächsten Blog.

Seit zwei Jahren blogge ich

Motorradfahrten und Hüftgelenk, E-Bike und Erwin Wurm, Fasching und Osterkrippen, Sunset am Kap Sunion und eine versteckte Kirche im Südburgenland, ID Austria und Digitaler Euro, das alles und mehr gibt es in meinem Blog. Und Spaß solltet ihr daran haben, dann ist auch meiner nicht umsonst.

Die Blogs sollten ursprünglich über die Erlebnisse eines Pensionisten erzählen

Am 8. März 2024, drei Monate nach meinem Pensionsantritt, habe ich meinen ersten Blog verfasst. Damals wusste ich nicht, worauf ich mich dabei einlasse. Ich wollte einfach, wenn es mich freut und ich mit dem Motorrad unterwegs war, davon erzählen, damit meine ehemaligen Kolleginnen und Kollegen, wie von einigen gewünscht, auch etwas davon haben.

Aber der ganze Prozess begann eine gewisse Eigendynamik zu entwickeln, mit jedem Blogartikel machte es mir mehr Spaß, zu erzählen und zu formulieren. Und so kamen zu den Motorrad-Geschichten bald meine Erzählungen zum Thema E-Bike dazu. Meine damals nicht besonders ausgeprägte Fitness und ein ein neues Hüftgelenk habe ich ebenfalls thematisiert.

Andere Länder, Geschichte und Kultur und „alles mit Computern“ sind die Themen

Die Erinnerungen an meine Wochen in Indien sind weit mehr gelesen worden als ich dachte, genauso ist es mit diversen Urlaubsgeschichten. Zum Motorrad ist rasch das E-Bike dazu gekommen, wobei es mir in beiden Fällen weniger um das Fahren an sich, sondern mehr um das Erlebnis rundherum geht. Darum ist ein großer Teil des Aufwands auch die fundierte Hintergrundrecherche, die neben den Geschichten auch etwas Mehrwert liefern soll.

Immer wichtiger wurden Sicherheitsthemen rund um Handy und PC genauso wie die ID Austria, wo die staatlichen Stellen genauso wie Seniorenorganisationen zu erkennen beginnen, dass persönliche Unterstützung notwendig ist, um allen, die es brauchen und wollen, auch zu ermöglichen.

Die bildende Kunst hat mich schon immer interessiert, wobei ich in meinen Blogs immer mehr einen etwas unkonventionelleren Zugang haben will, der den Fokus etwas vom Fachlichen weg zu einem persönlichen, nicht immer ganz ernst gemeinten Blick lenkt.

Zwei Blogs pro Woche und 10.000 Zugriffe innerhalb eines Jahres aus der ganzen Welt

In 24 Monaten sind 165 Blogs entstanden, das sind fast 7 pro Monat oder sehr oft 2 Blogs in der Woche. In der Zwischenzeit sind die Zugriffe weit weniger durch meine recht geringe aktive Bewerbung sondern weltweit über verschiedenste Suchmaschinen entstanden.

Knapp über 10.000 Zugriffe sind es dann im Jahr 2025 geworden, wobei für mich immer klar ist, dass es ein Hobby ohne finanzielle Interessen ist und es daher auch keine Kooperationen gibt und geben wird. Unabhängigkeit ist mir in der Pension auch hier ganz besonders wichtig. Unter anderem auch darum bezeichne ich mich bewusst nicht als „Digital Creator“.

Und was gibt es im Jahr 2026?

Und so gibt es heuer nach der Serie über 100 Jahre Österreichischer Schilling eine Blog-Reihe, die sich mit dem Brauchtum aus meinem Erleben und meinen Erinnerungen beschäftigt, wovon aber vieles auch heute noch lebendig ist.

Einige längere Motorradreisen sind schon in konkreter Planung, darüber wird es sicher viele Berichte geben, mehr will ich aber aber noch nicht verraten. Aber es gibt auch einige Ziele mit dem E-Bike, über die ich dann erzählen möchte und die Liste der Ausstellungen, die ich heuer besuchen will, ist auch schon recht lang. Das Elektroauto wird heuer auch nicht zu kurz kommen.

Meine Hauptbeschäftigung ist aber noch länger als gedacht die Familiengeschichte, die sich über die Zeit von 1850 bis heute zieht. Sie wird aber nur im Bereich der Familie veröffentlicht werden, über den Prozess der Entstehung möchte ich aber doch in meinem Blog erzählen.

Wenn mir dabei ihr als meine Leserinnen und Leser weiterhin treu bleibt und auch eventuell das eine oder andere „Gefällt mir“ hinterlässt, wird das auch noch weiter mein Ansporn sein.

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Auf der Diretissima durch Niederösterreich ins Winterquartier

Die heurige Motorrad-Saison ist wieder viel zu schnell zu Ende gegangen und so musste Mitte Oktober meine Crosstourer ins Winterquartier. Der nasse Weg dorthin führte quer durch Niederösterreich.

Vom Wienerwald über die  „Wiener Alpen“, das Ötscherland, das Steirische Almenland bis ins slowenische Bled, die Dolomiten, den Tessin und über die Tremola auf den Gotthardpass und nach Graubünden führten mich meine Ausfahrten im Jahr 2025, nachzulesen in meinen Beiträgen zu meinen Motorraderlebnissen (siehe obige Links oder im Menü). Einige Pläne gingen dann aber doch nicht und so musste ich schweren Herzens mein Bike einwintern.

Aus zeitlichen Gründen fuhr ich um 6:30, noch in der Finsternis, aber ohne Regen daheim in Enzesfeld los, aber schon wenige Kilometer weiter begann es zu nieseln. Und so blieb es auf der B18 durch das gesamte Triestingtal bis über den Gerichtsberg ins Traisental. Mein weiterer immer nasser werdende Weg führte mich über Eschenau und die Tradigist ins Pielachtal und die B39. Von dort ging es talaufwärts bis „Kreuztanne“ an der Kreuzung mit der B28 und dann hinunter nach St. Anton an der Jessnitz und  Neubruck zur B25. Erst hier wurde der Regen wieder schwächer und bis zu meinem Grestner Winterquartier war die Straße wieder trocken.

Und so ging die Motorrad-Saison 2025 nasser als geplant zu Ende. Auch wenn es auch heuer gar nicht so wenige einzelne feuchte Erlebnisse gab, überwiegen die Erinnerungen an die trockenen und sonnigen Strecken.

Die Route

KURVIGER: https://kurv.gr/dwyuB

Mit dem Motorrad in die Bucklige Welt

Die Bucklige Welt mit dem Motorrad zu erkunden kann jedes Mal zum Erlebnis werden. Wenn man von Anfang an kein bestimmtes Ziel hat, nimmt man irgendeine Straße südöstlich von Wr.Neustadt. In kürzester Zeit gibt’s Kurven zum Abwinken und eine wunderschöne Aussicht, der man sich auch widmen kann. Aber nur getrennt, beides gleichzeitig könnte schiefgehen.

Einige Stunden bei strahlend blauem September-Himmel wollen für eine Motorradrunde genutzt werden. Diesmal hatte ich mir den äußersten Süden Niederösterreichs mit einem kleinen Abstecher ins Burgenland vorgenommen.

Nordöstlich vorbei an Wr.Neustadt fuhr ich über Lichtenwörth ins benachbarte Burgenland nach Pöttsching und den Kurort Bad Sauerbrunn. Bald kam die Abzweigung nach Wiesen, das einerseits vielen Altersgenossinnen und Altersgenossen mit seinen legendären Festivals ein Begriff ist, andererseits im Sommer mit Marillen und Ananas-Erdbeeren aufmerksam macht.

Mich haben aber eher die Kurven von Forchtenstein zur hoch über dem Ort thronenden Burg angelockt, zu Festivals und Obstkauf fahre ich eher nicht mit dem Motorrad, obwohl das auch schon vorgekommen ist.

Nach ein paar Fotos ging es die Kurven durch den Wald weiter hinauf Richtung Rosalia, wo ich das tolle Wetter nutzte und die wenigen Meter einen Hohlweg hinauf zur Rosalienkapelle marschierte.

Die kleine Anstrengung wurde durch den Blick ins weite Burgenland entschädigt, auch wenn es etwas zu dunstig war, um am Horizont den Neusiedlersee zu erkennen. Auf der anderen Seite des Hügels konnte ich dafür im Hintergrund Schneeberg und Rax erblicken.

Einige Kilometer weiter, wieder in Niederösterreich, bei der Kreuzung mit der L148 Richtung Wr.Neustadt oder Hochwolkersdorf ist das „Tor der Buckligen Welt“, das den Blick ins Pittental mit der Südautobahn und dahinter ins Semmering- und Wechselgebiet erlaubt.


Ich nahm die Straße weiter in die Bucklige Welt hinein über Hochwolkersdorf und Bromberg in die Gemeinde Lichtenegg, die gleich mit zwei Attraktionen aufwartet, nämlich dem am Horizont erkennbaren Windrad von Lichtenegg mit einer derzeit leider geschlossenen Aussichtskanzel und der auf rund 850m gelegenen weit sichtbaren Wallfahrtskirche Maria Schnee.

Auf dem Weg hinunter nach Grimmenstein blickte die namensgebende Burg vom gegenüberliegenden Hang. Für mich war es aber Zeit für den Rückweg und so nahm ich die Diritissima auf der B54 nach Wr.Neustadt und zurück nach Enzesfeld.

Die Route

Kurviger Route: Durch die Bucklige Welt

Eine Motorradtour mit Freunden ins Almenland

Ich organisiere seit fast 20 Jahren im Frühjahr und im Frühherbst eine Motorrad-Ausfahrt für Freunde und Bekannte. Dabei ist das Ziel meist ein gemütlicher Gasthof mit guter Küche, wobei genau genommen ja der Weg dorthin an sich schon das Ziel ist.

Die von mir geplante Herbstausfahrt 2025 sollte uns ins Steirische Almenland bringen, genauer in den kleinen Ort St.Kathrein am Offenegg. Die Gruppe war diesmal klein, aber Werner, Christian, Kurt und Reinhard vertrauten auch diesmal meiner Routenplanung.

Wie immer ging es auf eher kleinen kurvigen Straßen hinaus aus Enzesfeld und Richtung Aigen bei Hernstein und von dort über den Hart im größten zusammenhängenden Schwarzföhrengebiet Mitteleuropas. Hier begann bereits der Fahrspaß, denn solche Serpentinen vermutet man nicht so nahe der Bundeshauptstadt Wien. Die Straße brachte uns hinunter ins Piestingtal, das nicht nur bei Motorradfahrern, sondern genauso bei Wanderern und Radfahrern beliebt ist.

Man könnte hier über Gutenstein und Rohr am Gebirge bis in die Kalte Kuchl fahren, wir bogen aber bereits nach wenigen Kilometern links Richtung Miesenbach ab. Die Kurven des Ascher führen hinunter nach Puchberg am Schneeberg, von wo es weiter auf der B26 vorbei an der Burg Stixenstein mit der markanten Tordurchfahrt bis Sieding ging.

Wer neugierig ist, kann noch mehr über dieses Gebiet in meinem Blog zum Motorradwandern im südlichen Niederösterreich nachlesen:

Motorradwandern im südlichen Niederösterreich

Wer mich kennt oder schon einige meiner Motorrad-Blogs gelesen hat, weiß, dass ich gerne kleine Sträßchen erkunde, darum fuhren wir hier rechts weg von der Bundesstraße und den einspurigen Ambachweg hinauf nach Bürg und dort rechts weiter auf der L4163 zum Gut Gasteil, das ein Künsterehepaar mit dem Projekt „Kunst in der Landschaft“ seit vielen Jahren bekannt gemacht hat. Ein paar nette Kurven weiter kamen wir schon nach Priglitz, von wo ich normalerweise geradeaus weiter nach Auf der Wiese hinunter nach Schlöglmühl fahre.

Wir sollten aber pünktlich in unserem Gasthof sein, damit wir noch vor der angesagten Hochzeitstafel bestellen könnten. Darum war die Route optimiert und so leitete ich meine kleine Gruppe den kürzeren Weg durch den Stuppachgraben hinunter nach Gloggnitz.

Gleich beim Bahnhof gäbe es ein Highlight für alle Schokofans, nämlich das Lindt Factory Outlet. Als Mann einer Schweizerin kenne ich natürlich auch das Original Lindt Home of Chocolate in Kilchberg am Zürisee, aber zur Not hilft der Shop hier am ehemaligen Hofbauer-Standort auch gegen eventuelle Entzugserscheinungen.

Wir fuhren aber weiter durch die Stadt und hinauf über die Schlaglstraße nach Otterthal. Hier geht es links ins ebenfalls empfehlenswerte Wechselgebiet, wir nahmen aber die Abzweigung nach rechts Richtung Feistritzsattel, wo auf der Passhöhe die Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark liegt. Von hier kann man zu Fuß oder mit dem Mountainbike über die „Wexltrails“ den Hochwechsel erreichen.

Der Weg hinunter nach Rettenegg und weiter nach Ratten mit den langgezogenen Kurven verleitet zum Cruisen durch die waldige Landschaft. Im Hintergrund tauchten die ersten Windräder am Pretul auf, auf den ich im Vorjahr über die Panoramastraße gefahren bin.

Warum in die Ferne schweifen – mit dem Motorrad auf den Pretul!

Weiter ging es durch das Feistritztal auf der B72 bis Birkfeld im Herz des Jogllandes. Zum Abschluss kam dann noch die kurvige Strecke über Haslau hinauf nach Heilbrunn und die Brandlucken, bevor wir St.Kathrein am Offenegg erreichten.

Unser Ziel das Restaurant des Landhotels Spreizhofer liegt nochmals ein Stück den Berg hinauf mit einer tollen Aussicht auf die gegenüberliegende Sommeralm, die mit der Teichalm zum größten zusammenhängenden Niedrigalmweidegebiet Europas gehört.

Das Essen an sich wäre schon die Anreise wert gewesen, für uns fünf war auch die Strecke durch das niederösterreichische Semmering-Gebiet und das steirische Joglland ein Genuss.

Die Fahrt zurück hatte ich ursprünglich nach Birkfeld und Vorau noch durch die Bucklige Welt geplant. Nachdem uns aber bald nach der Abfahrt der Regen ordentlich durchnässte, kürzten wir den Rückweg ab und fuhren auf der Wechselbundesstraße B54 direkt bis kurz vor Wr.Neustadt, wo uns nochmals der Regen erwischte und wir auch den Abschlusskaffee ausfallen ließen, weil jeder von uns froh war, die nasse Motorradkluft los zu werden.

Anscheinend sollte ich das Joglland bei meinen geführten Ausfahrten meiden, weil das schon das mindestens dritte Mal war, wo uns der Regen überraschte. Ich verspreche Besserung!

Unsere Route

https://kurv.gr/B776T

8 – Durch Osttirol, Kärnten und die Steiermark Kurven und Landschaft genießen

Vom Mölltaler Gletscher sahen wir bei der vierten Etappe meines Heimwegs nicht viel, dafür fuhren wir durch eine geteilte Kirche und über die Kuppen der Nockberge bis in die Bierstadt Murau.

Vom Kals bis Murau

Nachdem es in der Nacht nochmals geregnet hatte, war zwar alles feucht, doch schon nach dem Frühstück war der Himmel über Kals blau mit wenigen Wolken.

So waren wir zuversichtlich, dass wir zumindest die nächsten Stunden unserer Tagesetappe im Trockenen schaffen würden. Die drei Motorräder waren gepackt und so fuhren wir hinunter ins Tal auf die Felbertauernstraße nach Lienz. Dort hielt uns zwar der übliche Stau etwas auf, aber gleich am Stadtausgang verließen wir den Kreisverkehr Richtung Iselsberg. Auf der Passhöhe zweigt zwar die Großglockner-Hochalpenstraße ab, wir wollten aber weiter ins Mölltal. Wir bogen daher rechts auf die B106 und genehmigten uns in einem Kaffeehaus an einer Tankstelle eine kleine Kaffeepause, gleich daneben präsentierte ein Reisebus seinen Montagsgruß.

Eigentlich wollten wir kurz vor dem Autobahnkreuz bei Seeboden, in Lendorf über Hühnersberg fahren, es wurde dann aber eine kleine Landesstraße, der wir bis kurz nach Trebesing folgten. Den Großteil dieser Strecke bis Gmünd in Kärnten kannte ich vom Radfahren, sie war aber auch mit den Motorrädern eine gute Alternative zur verkehrsreichen und eintönigen Katschberg-Bundesstraße B99.

Kurz nach Gmünd machten wir einen kurzen Abstecher zu einer etwas kurioseren Sehenswürdigkeit, der „Geteilten Kirche„.

Die B99 mit dem Blick immer wieder hinauf zur Tauernautobahn war dann bis Kremsbrücke unsere weitere Wahl. Dort kam der erste Wegweiser für das nächste Ziel, die Nockberge. Weg von der großen Bundesstraße waren die Kurven wieder mehr motorradgerecht, sprich kürzer und knackiger, bis die Abzweigung, nun wieder Richtung Süden auf die Nockalmstraße, die 1981 primär als touristische Panoramastraße eröffnet wurde. Auf einer Länge von 35 Kilometern schlängelt sie sich die über 52 Kehren (Reidn) zwischen Innerkrems und Reichenau über die charakteristische Landschaft der „Nockis“. Die Tageskarte kostet 2025 für Motorradfahrer 18 Euro, was zwar kein Geschenk ist, aber den Fahrspaß auf jeden Fall wert ist. Leider wurden die Wolken immer finsterer und so gab es nur einen Fotostopp.

Je weiter wir hinunter kamen, desto heller wurde es und wir dadurch zuversichtlicher, dass wir unser nächstes Ziel, die Passhöhe der Turrach trocken erreichen können. So war es dann auch und wir parkten bei Sonnenschein vor dem nicht nur bei Motorradfahrern bekannten Hotel Kornock ein.

Leider begann es hier während des Mittagessens zu tröpfeln und die Wolken wurden immer dunkler. Das hieß für uns: lieber rein in die Regenkombi und bald weiter. Unser Tagesziel Murau war gar nicht mehr sehr weit entfernt, die längere Strecke über Tamsweg wären 70 Kilometer gewesen, aber in Anbetracht des Regens bogen wir doch in Predlitz rechts auf den um fast 30 Kilometer kürzeren Weg  ab. Ob es wirklich die bessere Wahl war, sei dahingestellt. Nach einer ewig langen Rotlichtphase hatten wir eine kilometerlange Baustelle mit Sand und Schotter, wodurch unsere Bikes entsprechend verdreckt waren, obwohl es in der Zwischenzeit zu regnen aufgehört hatte. Darum ließen wir die Ehefrauen meiner Freunde beim Hotel einchecken und wir fuhren gleich zum Waschplatz bei der nächsten Tankstelle.

Nach einer kleinen Ruhepause mussten wir uns die Beine vertreten und entdeckten beim Rundgang durch die recht malerische Altstadt das „Open Space„, eine Tagesbar mit mutiger Architektur und genialem Ausblick über die Mur. Ein wunderschöner Regenbogen rundete neben guten Cocktails den Nachmittag ab.

Wenn man schon in der Bierstadt Murau ist, muß man natürlich dem Brauhaus einen Besuch abstatten. Und so bekam ich neben ein paar guten Bieren auch noch die Würstel mit Saft, auf die ich mich schon so gefreut hatte.

Pässeliste und die Route des dritten Heimreise-Tages

Iselsbergpass

Nockalmstraße

Turacherhöhe

Kurviger-Route: Kals-Murau

7 – Längs durch Tirol und dabei gleich über drei Mautstraßen gefahren

Zuerst die Zillertaler Höhenstraße, dann der Gerlospass und zum Abschluss nochmals der Felbertauern waren die drei Mautstraßen, die ich mir am zweiten Heimreisetag aus der Schweiz vorgenommen hatte.

Von Nauders am Reschenpass bis Kals am Großglockner

Der Morgen war um 7 Uhr grau und neblig vor meinem Hotelfenster in Nauders. Der Radio-Wetterbericht und auch die Wetterapps versprachen aber fast unisono, dass sich der Nebel im Lauf des Vormittags lichten sollte. Nach dem Frühstück, eine Dreiviertelstunde später, waren es nur mehr einige Hochnebelschwaden vor einem strahlend blauen Sommerhimmel. Da machte das Packen des Motorrads gleich wieder Spaß und ich schwang mich bald hinauf und fuhr den Reschenpass hinunter Richtung Imst.

Nach wenigen Kilometern gab es den ersten erzwungenen Stopp wegen der gefühlt hundertsten Baustellenampel (naja, zwanzig waren es sicher in den letzten 6 Fahrtagen) bei der mittlerweile aus dem Ö3 Verkehrsdienst bekannten Kajetansbrücke. Ich habe aber trotzdem keine einzige fotografiert, obwohl ich bei einigen mehr als genug Zeit dafür gehabt hätte.

Mein Plan war, bei der Abzweigung ins Kaunertal auf die kleinere Strecke über die Pillerhöhe, die mir letztes Jahr so gefallen hatte, zu fahren. Aber irgendwie verpasste ich sie bei meiner Konzentration auf die nächste Tankstelle und so fuhr ich halt durch den knapp 7 km langen Landecker Tunnel und gleich auf die A12, die Inntal-Autobahn Richtung Innsbruck.

Die Abfahrt ins Ötztal verpasste ich dann nicht und so fuhr ich von Ölz aus wie geplant hoch ins Kühtai. Im oberen Bereich befinden sich auch mehrere Almen, daher fühlen sich die Kälber und Jungstiere sehr wohl und beobachten gelangweilt vom Straßenrand oder manchmal auch von der Fahrbahnmitte die vorbeifahrenden Biker mit und ohne Motor, dass es nicht schadet, vorausschauend zu fahren. Die Tiere haben eine Körpermasse, die einen Biker auf jeden Fall stoppt. Die Kuhfladen sind auch zu beachten, neben dem Geruch sind sie auch recht rutschig und werden daher nicht ohne Grund von so manchem Biker „Bauerneis“ (im Gegensatz zum schmackhaften Bauernhofeis) genannt. Aber nein, der Bauer ist zumindest in Österreich nicht dafür verantwortlich, sie sofort zu beseitigen, sondern wir Biker, die ja bewusst die Almstraße befahren, auch wenn die Rechtsprechung in Deutschland laut Internet eine andere ist.

Vom Schi- und Wanderdorf Kühtai ging es dann wieder hinunter ins malerische Sellraintal bis zur Autobahnauffahrt Zirl-Ost und weiter Richtung Innsbruck und dann bis zur Abfahrt Jenbach, wo ich auf der Bundesstraße dem Stau bei der Abfahrt Wiesing und dem Tunnel ins Zillertal größtenteils entging.

Hier stärkte ich mich mit einem riesigen Käsebrot und einem Häferl Buttermilch für die weitere Tour. Ein deutsches Ehepaar, das aus der Gegenrichtung kam, fragte , ob diese Seite auch so schmal und eng sei. Ich konnte nur bejahen, stellte aber dann auf der Weiterfahrt fest, dass mein erster Teil, also ihre zweite Hälfte, bedeutend enger und steiler war.
Bald war auch dieses coole Erlebnis mit vielen Kurven und einem tollen Panorama zu Ende und ich landete in Hippbach wieder auf der Bundesstraße.

Die Abzweigung zum Gerlospass verweigerte meine Navi-Susi, weil ich sie instruiert hatte, keine Mautstraße zu fahren. Die Zillertaler Höhenstraße dagegen dürfte ihr auch gefallen haben, da war sie nicht so kleinlich. So fuhr ich gegen ihre Vorschläge, umzukehren, einfach weiter und folgte der kurvigen Straße bis zur Mautstation. Die Maut für Motorräder beträgt 2025 9 Euro, bei PKWs werden 12,50 Euro fällig. Die Eigenbeschreibung  auf der Homepage „Österreichs sanfteste Passstraße“ trifft auf jeden Fall zu, die Kurven sind langgezogen und breit und wirklich für jeden Fahrer prolemlos zu meistern.

Bald erreichte ich den ersten Parkplatz gegenüber der Krimmler Wasserfälle. Man hat hier einen sehr guten Blick auf die größten Wasserfälle Europas. Da wir die Wasserfälle schon vor einigen Jahren besucht hatten, genügten mir für diesmal einige Fotos.

Nun fuhr ich auf der B165, der Gerlosstraße hinunter in den Salzburger Pinzgau. Meinen Plan, heute noch über den Großglockner zu fahren, gab ich auf dem Weg nach Mittersill auf, ich wäre nach bereits gefahrenen 300 km erst um 16:30  bei der Mautstelle gewesen und es um diese Zeit bereits regnen hätte können.

So hatte ich mit dem kürzeren Weg durch den Felbertauern-Tunnel die Chance, noch trocken im Hotel in Kals anzukommen. Und genau so war es, während ich schon unter der Dusche stand, begann es zu regnen.

Meine Freunde, die mich die letzten beiden Tage nach Hause begleiten wollten, wurden auf der Kalser Glocknerstraße noch vom Regen erwischt. Wir konnten aber danach doch noch das gemeinsame Abendessen auf der Terrasse genießen.

Pässeliste und die Route am zweiten Heimreise-Tag

Reschenpass

Kühtaisattel

Zillertaler Höhenstraße

Gerlospass

Felbertauern

Kurviger-Route: https://kurv.gr/RQRWQ

Hier geht’s zur nächsten Etappe

6 – Viele Seen und noch mehr Kurven

Vom Zürisee zum Sihlsee, hoch über dem Walensee, entlang des Heidsees bei Lenzerheide zum Landwasserviadukt und zum Abschluss im Regen noch rasch am Reschensee vorbei führte meine Route am ersten Tag meiner Rückfahrt aus der Schweiz. Dazwischen gab es auch noch ein paar schöne Pässe.

Vom Zürisee bis Nauders

Die Wettervorhersagen für den ersten Tag meiner Rückfahrt waren recht widersprüchlich und so entschloss ich mich, darüber nicht zu viele Gedanken zu verlieren und einfach loszufahren. Mein erstes Ziel war Einsiedeln mit seiner weltberühmten Benediktinerabtei, die wir schon mehrmals besucht hatten.

Aber genau genommen interessierte ich mich für die schmale Brücke über den Sihlsee, die jahrelang Gegenstand von Diskussionen und Verhandlungen war, ob abgerissen oder saniert wird. Die Besitzerin des 80-jährigen Viadukts ist die SBB (Schweizer Bundesbahn), weil die Brücke über den Sihlsee Teil der Konzession für das Etzelwerk ist, das jährlich rund 10 Prozent des Schweizer Bahnstroms produziert. Sie wurde 2024 nach mehrjähriger Renovierung genau einen Tag vor meiner Rückfahrt wiedereröffnet, aber ich konnte damals nicht fahren, weil mich der Regen zwang, die Route abzuändern. Aber diesmal passte es.

Gleich danach kam der nächste Leckerbissen, der außerhalb der Schweiz praktisch unbekannt ist, und zwar der kleine Pass über das Sattelegg. Die recht schmale und kurvige Straße stammt aus dem Zweiten Weltkrieg und wurde seinerzeit ausschließlich vom Militär genutzt. Heute erschließt sie nicht nur ein kleines Schigebiet, sondern ist auch beinahe ein Geheimtipp bei Schweizer Töff-Fahrern. 

Wenn man so wie ich für einen Kurzbesuch keine Schweizer Jahresvignette für die Autobahn kaufen möchte, ist man oft mehr als in Österreich gezwungen, auf kleine und kleinste Straßen auszuweichen. So auch hier und ich „musste“ die kleine Straße hoch über dem Südufer des Walensees fahren, die aber keinen Pässenamen besitzt.

Nach dem See, ab Walenstadt führt die Bundesstraße 3 bis Chur, wo ich mir in der Altstadt einen Cappuccino gönnte. Von dort führt dann die gut ausgebaute Straße auf die Lenzerheide, wo auch immer wieder der Schiweltcup der Damen Station macht.

Auf dem Weg hinunter kam ich wie im Vorjahr am Dorf Brienz (in Graubünden, nicht zu verwechseln mit dem Brienz im Berner Oberland am gleichnamigen See) vorbei, das auch heuer wieder wegen der drohenden Felssturzgefahr gesperrt und evakuiert wurde. Ich habe versucht, in die Nähe zu fahren, aber die Straße ist rigoros gesperrt, bevor man etwas sieht und ich musste umkehren.

Auch in Google Maps ist das Ausmaß nicht zu übersehen.

Auch die Bundesstraße 3 unterhalb ist stark in Mitleidenschaft gezogen und weist viele Risse und Unebenheiten auf, auch ein Ampelsystem bei Steinschlag-Gefahr ist installiert. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass ich im Juni 2022 bei meiner ersten Motorradfahrt in die Schweiz noch durch Brienz durchgefahren bin, wie das untenstehende Foto an der Belforttobelbrücke beweist. Diese Straße ist heute unpassierbar.

Nur einige Kilometer weiter wartete schon das nächste, jetzt aber komplett positive Highlight, das Landwasserviadukt. Gleich kurz nach der Abzweigung Richtung Davos ist das 65 Meter hohe und 136 Meter lange Bauwerk sehr gut von der Straße aus zu sehen. Zufällig kam auch ein Zug der Rhätischen Bahn, den ich auch fotografieren konnte. Anlässlich meines 50. Geburtstags fuhr ich mit dem Glacier-Express von Zermatt nach St.Moritz auch über dieses Viadukt.

Ich wollte aber näher heran und von der Aussichtsplattform bei Filisur das Geschehen beobachten und fotografieren. Da keine Fahrverbotstafel zu sehen war, beschloss ich, einfach weiterzufahren. Das schmale Sträßchen führte immer weiter den Berg hinauf, bis der Asphalt aufhörte und einige hundert Meter weiter auf einer kleinen Anhöhe endete. Wie an vielen Schweizer Orten gab es dort eine kleine Grillstelle, bei der zwei junge Familien ihr Picknick bei einem kleinen Feuer starteten. Das „Grillieren“ gehört beim Wandern für Schweizer Familien unbedingt dazu, deswegen sind diese Grillstellen auch im Internet verzeichnet, so auch diese am Schönboden.

Ich war aber ein schönes Stück zu weit gefahren und musste wieder hinunter bis zur Abzweigung zur Aussichtsplattform Acatos und von dort das letzte Stück zu Fuß gehen. Da die Kurviger App sich weigerte, diesen Teil der Aufzeichnung auch vollständig anzuzeigen, habe ich sie als Mountainbike-Tour im Komoot nachgebaut.

Von der Plattform aus waren die Züge der Albulabahn optimal zu sehen und ich war überrascht, dass ich die Chance hatte, gleich drei davon zu sehen und zu fotografieren.

Jetzt war es aber Zeit weiterzufahren, ich musste ja noch bis Nauders am Reschenpass kommen und die Wetterapps versprachen verlässlich Regen am späten Nachmittag. Einen Halt in Bergün wollte ich aber dann doch machen, das malerische Dorf ist sehenswert und das letzte Mal vor 3 Jahren bin ich durchgefahren. Außerdem rief nach meinem kurzen Rundgang noch die Terasse des Hotels „Weisses Kreuz“ mitten im Ort mit einem Eiskaffee.

Frisch gestärkt ließ sich der Albulapass viel einfacher „bezwingen“. Ein Stopp auf 2312 m Seehöhe war aber doch obligatorisch, neben dem Motorradfahren darf der Genuss der Landschaft auch nicht zu kurz kommen.

Die Straße hinunter bis Zernez machte definitiv Spaß und so bog ich dort rechts ab Richtung Ofenpass mit seinen 35 km Länge und dem Scheitelpunkt auf 2149 m. Der Himmel nördlich davon wurde immer dunkler und bedrohlicher, aber je weiter ich wieder hinunter kam, desto heller wurde es und darum hoffte ich, noch trocken ins Hotel zu kommen.

Das Val Müstair präsentierte sich noch von der sonnigen Seite und auch noch nach dem italienischen Grenzübergang bei Taufers und auf den Serpentinen bei Burgeis hinauf Richtung Reschensee sah es noch vertrauenserweckend aus.

Kurz vor dem Reschensee begann es zu tröpfeln und immer stärker zu regnen, ich wollte mich aber wegen der letzten Viertelstunde nicht mehr die Regenkombi anziehen. Ein Stopp beim berühmten versunkenen Kirchturm von Graun war aber auch nicht mehr drin. Ich war froh dann ziemlich nass beim Gasthaus Zum Goldenen Löwen in Nauders zu landen. Zuvorkommend wurde mir angeboten, meine nasse Motorradkluft im Heizungskeller zu trocknen, was ich gerne annahm. Auch das Abendessen war ein guter Abschluss des an sich schönen Tages, der so doch wieder warm und trocken ausklang.

Pässeliste und die Route des ersten Heimreise-Tages

Sattelegg
Lenzerheide
Albulapass
Ofenpass
Reschenpass

Kurviger Route: Zürisee-Nauders

Hier geht es am 2.Rückreisetag weiter

7 – Längs durch Tirol und dabei gleich über drei Mautstraßen gefahren