4: Sardinien von Cagliari im Süden bis Bastia in Norden Korsikas

In diesem Blog geht es schon wieder um die Rückfahrt, zuerst über die beiden Inseln Sardinen und Korsika, mit Flugzeug-Denkmälern, Burgen und Küstenlandschaften, Schluchten und relativ hohen Pässen, beinahe wilden Tieren und malerischen Dörfern und zum Schluß mit der Fähre von Bastia nach Savona am italienischen Festland.

Die gemeinsame Woche war schon wieder um und so kam der Tag der Heimreise, die Ehefrauen von Franz und Werner mit dem Flugzeug und wir auf unseren Motorrädern. Zunächst sollte es Sardinien hinauf bis zur Fähre von Santa Teresa Gallura nach Bonifacio auf Korsika gehen und dann bis Bastia, von wo uns die nächste Fähre wieder ans Festland in Savona bringen sollte. Jeweils eine Übernachtung pro Insel stand ebenfalls am Plan.

Tag 1: Von Cagliari nach Sassari

Nach der Verabschiedung von den Ehefrauen der Freunde, die erst etwas später zum Flughafen mussten, starteten wir los vom Hotel Richtung Altstadt. Vorbei an der Bastione di Saint Remy fuhren wir den Berg hinauf und aus der Stadt Richtung Norden hinaus.

Ungefähr eine halbe Stunde, nachdem wir Cagliari verlassen hatten, kamen wir am Luftwaffenstützpunkt Decimomannu vorbei. Der Lockheed Starfighter F-104 mit gestutzten Flügeln vor dem Eingang animierte mich sofort zu einem Fotostopp. Hinein darf man natürlich nicht und die Wachen waren auch nicht begeistert, weil wir das ausgestellte Flugzeug fotografierten.

Dabei werden auch die Piloten des Österreichischen Bundesheeres für die neuen Leonardo-M-346-FA-Jets in der dort stationierten International Flight Training School (IFTS) ausgebildet, wie der ORF bereits im Februar 2026 berichtete. Hier ist der Ausschnitt aus der ZIB2 vom 24.2.2026 dazu.

Unser weiterer Weg brachte uns durch die Ebene bis in die Nähe von Santa Giusta, wo wir am gleichnamigen Teich Stagno di Santa Giusta einen kurzen Photostopp machten und das Naturschutzgebiet  bewunderten. Der Teich ist durch einen breiten Küstenstreifen vom Meer getrennt und über einen künstlichen Kanal mit diesem verbunden. Er hat keine direkten Zuflüsse und wird über Entwässerungskanäle gespeist.

Im Zentrum des Ortes fanden wir eine kleine Cafeteria,  wo wir uns mit Cappuccino und Getränken stärkten, bevor wir in der beginnenden Hitze weiter nach Norden fuhren, wo wir kurz wieder an die Küste kamen,  bevor wir Marina Bosa und dann Bosa erreichten.

Die kleine Stadt ist angeblich einer der schönsten Orte Sardiniens und liegt 2 km im Landesinneren am Fluss Temo. Wir aber wollten zur Burganlage Castello di Servalle, auch Castello Malaspina genannt. Der Hitze wegen fuhren wir, nicht ganz erlaubt, so weit wie möglich zum Eingang, damit wir nicht auch noch mit unseren heißen Motorradhosen den Burgberg erklimmen mussten.

Der Blick von der Burgmauer über die Dächer der Stadt entschädigte für den Schweiß beim Hinaufsteigen. Den markanten Turm bestieg aber nur Franz.

Aber auch die Kirche „Nostra Signora de Sos Regnos Altos“ mit einem Freskenzyklus aus dem Jahr 1370 ist einen Besuch wert. Neben den außergewöhnlichen Wandmalereien war die Abkühlung in den alten Steinmauern recht angenehm.

Dann führte die SP106 mit vielen flotten Kurven die hügelige bis gebirgige Küste entlang, die aber trotzdem immer wieder zum einen oder anderen Halt an einem Aussichtspunkt animierte.

Danach gab es noch eine kurze Kaffeepause in einem richtigen Strandcafe, wo wir zumindest den Schatten an diesem heißen Nachmittag geniessen konnten.

Den letzten Teil der Route fuhren wir getrennt um unsere individuellen Fotostopps machen zu können, dabei war die kleine Küstenstadt Alghero nochmals ein Highlight.

Ab da betätigte sich mein Navi auf einmal als Hellseher und wollte mich unbedingt auf die neue SS291VAR führen, die teilweise im Bau war, aber trotzdem in der Realität nicht existierte und ich vor nicht existierenden Ausfahrten in einigen Kreisverkehren stand. Über allerkleinste Bauernwege, durch Felder und meterhohes Gebüsch kam ich dann, ohne dem verwirrten Navi zu folgen, zurück auf die bestehende SS291 Richtung Sassari.

Unser modernes Hotel war zwar zumindest für mich etwas schwer zu finden, war aber nur wenige 100 Meter von der Altstadt entfernt, wo wir in einer sehr schönen gepflegten Trattoria zum Abendessen waren.

Tag 1 der Heimreise: Von Cagliari nach Sassari

Die Route in Kurviger: https://kurv.gr/YYfwM

Tag 2: Von Sassari auf Sardinien nach Corte auf Korsika

Gleich nach dem Frühstück starteten wir los Richtung Fähre, hinaus bei der steilen Ausfahrt aus der Tiefgarage. Hier habe ich das erste Mal seit Langem das DCT (Doppelkupplungs- getriebe) der ersten Generation verflucht, als mir beim Wegfahren beim langsam öffnenden Tor die Crosstourer abgestorben ist. Das Betätigen der Fuß- oder Handbremse war praktisch unmöglich da ich auf der extrem steilen Auffahrt die Füße am Boden haben musste und die rechte Hand zum Gasgeben benötigte. Dass sie nebenbei auch nicht anspringen wollte, war dann nur noch die Draufgabe. Aber mit Ruhe und etwas Glück hat es dann doch ohne Umfaller oder nochmaliges Absterben geklappt.

Wir verließen die Stadt Richtung Nordwesten, zum Hafen von Santa Teresa Gallura, von wo es mit einer einstündigen Überfahrt nach Bonifacio auf Korsika gehen sollte. Die Strecke war zwar in Küstennähe, aber trotzdem mit schönen Ausblicken auf das sardische Hinterland.


Da die Straßen gut ausgebaut sind, konnten wir trotzdem flott unterwegs sein und so erreichten wir mehr als rechtzeitig den Hafen von Santa Teresa Gallura.

Die Abfahrt unserer Fähre sollte um 12:30 sein. Auch hier kamen die Motorräder zuerst auf das Schiff und wir genossen die ruhige Fahrt auf dem fast glatten Meer, was, wie ich später von einem Freund erfuhr, gar nicht so selbstverständlich war.

Die Ausfahrt aus dem Hafen war bereits ein Erlebnis, aber auch das Einlaufen in einen der beeindruckendsten Naturhäfen des Mittelmeeres in Bonofacio bleibt unvergesslich. Die weiße Kalksteinzitadelle und die Häuser daneben an den steil abfallenden Felsklippen wirken so, wie wenn sie jeden Moment ins Meer stürzen könnten.

Und schon fuhren wir wieder von der Fähre und direkt aus Hafen und Stadt hinaus wie die meisten Fahrzeuge auf der Fähre. Unser nächstes Ziel sollte Porto-Vecchio sein, wo wir uns bei der Durchfahrt den wunderschönen Ortskern ansahen. Aufgrund der Enge und der vielen Menschen war ein kurzer Fotostopp nicht möglich und ihr müsst mir das einfach so glauben, oder diesem Link folgen: Porto-Vecchio

Unsere Fahrt durch die Altstadt vorbei am Place de la République ist zwar nicht verboten gewesen (glaube ich zumindest, da uns niemand aufhielt oder darauf hinwies),  kurviger.de wehrt sich aber trotzdem dieses Stück so darzustellen, wie wir gefahren sind.

Von hier ging es bald nach Palavesa in die Berge, wo in einer Kurve ein Aussichtspunkt in die Tiefebene und die Küste bei Porto-Vecchio lag, wo wir neben einer Reihe von anderen Bikern ebenfalls anhielten. Hier habe ich den ersten und einzigen Crosstourer-Fahrer auf unserer Sardinien-Tour getroffen, der noch dazu aus Amstetten stammte, also quasi ein Nachbar aus der alten Heimat. Der spezielle Blick den Berg hinunter fiel auf die Stadt Porto-Vecchio und die angrenzende Küstenlandschaft.

Ein paar Pässe möchte ich noch nennen, die wir im nächsten Abschnitt durch wunderbare Kiefernwälder mit vielen kleinen aber auch langgezogenen Kurven vorbei am Stausee Lac de L’Ospedale gefahren sind, den Bocca d’Illarata (991m), den Bocca di Pelza (874m), den Col de Bulgara (737m), und den Col de la Vaccia (1191m), bevor wir das malerische Bergdorf Cozzano erreichten, wo wir wieder eine kleine Kaffeepause einlegten.

Über den Col de Verde (1289m) und den Col de Sorba (1311m) ging es dann wald- und kurvenreich, meist gut ausgebaut bis zu unserem Ziel in Corte. Ich führe diese Pässe alle deswegen an, um zu zeigen, dass Korsika mit den vielen Kurven und Pässen für Motorradfahrer fahrerisch und landschaftlich besonders interessant und empfehlenswert ist. Werner schmiedete sogar schon Pläne für einen Wanderurlaub. Auch einige „wilde“ Tiere kreuzten unseren Weg!

Unser Hotelgastgeber an der Hauptstraße wartete schon und unsere Motorräder wurden zu 10 weiteren in eine Auto-Doppelgarage geschlichtet. Nach einem gemütlichen Abendessen im daneben liegenden Lokal ging dieser recht lange Tag zu Ende.

Da der letzte Abschnitt auf Korsika bis zur Fähre kürzer sein sollte, liessen wir uns am nächsten Morgen noch Zeit genug, die Stadt zu erkunden.

Tag 2 unserer Heimfahrt: von Sassari bis Corte

Die Route in Kurviger: https://kurv.gr/XbB8F

Tag 3: von Corte nach Bastia und mit der Fähre nach Savona

Unser letzter Tag auf Korsika sollte ein neues Highlight für uns haben, eine ganz besondere Schlucht im Naturpark. Bald nach der Ortschaft Ponte Leccia beginnt das Asco-Tal, dem wir rund 20 Kilometer bis ein Stück über das Bergdorf Arco entlang des Flusses mit vielen schönen Kurven und Blickpunkten folgen. Hier fanden wir heraus, dass der Berg im Hintergrund, der Monte Cinto mit seinen 2706 Metern der höchste Korsikas ist und noch einige Kilometer weiter auch ein Schigebiet liegt.

Dieses Tal im Parc Naturel Régional de la Corse beeindruckte nicht nur uns, sondern auch eine Reihe anderer Biker, Radfahrer und Wanderer. Der Fluss selbst ist angeblich auch ein Geheimtipp bei den Kanufahrern.

Im Dorf Asco gibt es gleich am Ortseingang ein Café, das uns zu einer Pause animierte. Den Blick über das Tal hinaus bekamen wir als Draufgabe.

Aber auch die Fahrt aus dem Tal hinaus eröffnete wieder neue Blickwinkel, die uns in der anderen Richtung gar nicht aufgefallen waren.

Danach wollten wir weiter Richtung Fähre in Bastia. Es wäre nicht Korsika, wenn nicht einige weitere Passhöhen auf unserem Weg gelegen wären. Der erste war der Col de Sainte-Marie (372m) bevor die kurvige Straße hinauf auf den Bocca di Vezzu (311m)  führt, von dem wir einen wunderschönen Blick hinunter auf die Küste einerseits und ins Landesinnere andererseits hat.

Der Fremdenverkehrsort Saint-Florent beeindruckte uns mit seinem zentralen Yachthafen, wo sich gefühlt alle Motorradfahrer der Insel trafen.

Der letzte Pass vor unserem Ziel war der Col de Teghime (536m). Das dortige Denkmal soll daran erinnern, dass Ende September 1943 korsische Partisanen und freifranzösische Verbände Bastia, wo zu diesem Zeitpunkt noch deutsche Truppen waren, einnehmen konnte.

Da unsere Fähre erst um 22:30 ablegen sollte, waren wir noch recht früh dran. Daher suchten wir ein Lokal, wo wir noch ein Eis essen konnten und fanden eines nach einem längeren Fußmarsch ganz in Hafennähe. Neben einem guten Eis lernten wir dabei auch noch, dass man hier keinen Cappuccino, sondern einen Café au Lait trinkt, was nicht nur sprachlich, sondern auch in der Zubereitung ein Unterschied ist. Der Cappuccino besteht aus Espresso und Milch und einer dicken Schicht Milchschaum. Der Café au Lait hingegen ist einfach eine Mischung aus Filterkaffee und Milch ohne Schaum.

Die Zufahrt zur Fähre war zwar gut angezeigt, doch die Ausfahrt im Kreisverkehr war dann trotzdem leicht zu übersehen, wir kamen aber nach einer kleinen Zusatzrunde doch hin, wo wir innerhalb kürzester Zeit gemeinsam mit einigen anderen Motorrädern unseren Platz auf dem Schiff zugewiesen bekamen.

Wir hatten wieder eine Kabine zur Einzelbenutzung gebucht, was die Nacht nach einer frischen Dusche sicher erholsamer als am kühlen Deck oder in einem der Sitze unter Deck machte.

Am Morgen genossen wir noch unser kleines französische Frühstück, oder Petit déjeuner, mit einem Stück Baguette mit französischer Butter und Marmelade, einem Croissant und natürlich Café au lait. Dass jedes Stück in Plasik verpackt war, musste man sich halt wegdenken, um den typischen französischen Frühstücksgenuss zu haben. Danach hatten wir noch Zeit genug, um das Einlaufen der Fähre im Hafen von Savona zu beobachten.

Tag 3 der Heimfahrt von Corte bis Bastia

Die Route in Kurviger: https://kurv.gr/4XUKE


2: Die Fähre nach Olbia und 2 Tage bis Cagliari

Nach der Anreise aus Österreich und der Nacht auf der Fähre nach Sardinien haben wir uns zwei Tage Zeit genommen, vom nordöstlichen Olbia über Arbatax bis nach Cagliari fast im Süden zu fahren und die Kurven und Blickpunkte zu genießen. Viele Eindrücke mit zu wenigen Bildern gibt es in diesem Blog.

Die Überfuhr von Civitavecchia nach Olbia

Ungefähr 10-15 Motorräder und Roller fuhren zuerst die Rampe auf die Fähre und die steile Auffahrt auf die nächste Ebene hinauf und mussten ihre Fahrzeuge ganz am Rand am Geländer abstellen. Praktischerweise nahm jeder nur das Notwendigste mit, um die Schlepperei in den engen Schiffsgängen so gering wie möglich zu halten.

Wir wurden rasch von den Bediensteten vom Deck wegkomplementiert und landeten zwei Stockwerke höher beim Checkin und erhielten innerhalb weniger Minuten fast kasernenhaft die Keycard überreicht und suchten unsere Kabinen. Wir hatten je eine Mehrbettkabine zur Einzelbenutzung gebucht, andere schliefen in den allgemein zugänglichen Sitzen.

Für Fährenneulinge wie uns hat der ADAC einige Tipps zusammengestellt: Mit dem Motorrad auf die Fähre: Tipps zu Auffahrt, Sicherung und Co.

Das Auslaufen aus dem Hafen hatte etwas von einer Mini-Kreuzfahrt, bevor wir nach einem kleinem Abendessen im Bordrestaurant unsere Kabinen aufsuchten, wir sollten ja um 5:30 schon wieder raus. So konnten wir auch relativ ausgeruht das Einlaufen im Hafen von Olbia bei Sonnenaufgang beobachten, bevor wir wieder zu unseren Motorrädern konnten.

Das Deck war ganz voll geworden, eine Gruppe Trikes aus Deutschland und viele PKWs waren nach uns noch dazugekommen und so dauerte es seine Zeit, bis wir ganz zum Schluß von der Fähre fahren konnten. Die ersten beiden Routen geführt von Franz lagen vor uns.

Die erste Inseltour bis Arbatax

Durch einen Tunnel und über eine lange Brücke ging es zuerst nur im Schritttempo in der Kolonne aus dem Hafengelände und der Stadt hinaus. Meine Crosstourer mag so etwas auf den ersten Kilometern überhaupt nicht und bockte, bis der Motor warm geworden war.

Die heutige Tagesetappe sollte zuerst über die legendäre SS125 Orientale Sarda hinaus in der Nähe der Küste und dann ins Landesinnere über Nuoro und einige Pässe wieder an die Küste nach Arbatax führen. Nach rund einer halben Stunde bogen wir nach Porto San Paolo ab, wo wir einen wunderschönen Blick auf das Tyrrhenische Meer vor der Insel werfen konnten.

Im Ortszentrum war bei einem Hotelcafe ein Frühstücksbuffett angekündigt, dort wollten wir dann halten und uns im Schatten der Arkaden stärken.

Ausgeruht und mit frischer Kraft begann nun wirklich das „Abenteuer Sardinien“ für  uns. Wir bogen am Ortseingang wieder auf die SS125 und fuhren bis nach San Teodoru, wo wir eine kurze Ortsbesichtigung per Motorrad machten. In Budoni umfuhren wir mit der Ortsdurchfahrt einige Tunnel auf der nun zur SS13DCN mutierten Straße.

Kurz vor Posada bogen wir ins Landesinnere und erreichten nach vielen kleinen Kurven Lode und Bitti, das wir uns nach einer Ortsrunde von oben anschauten.

Unser Versuch, im kleinen Bergdorf Orune einen Kaffee zu trinken, scheiterte trotz Suche auf Google Maps, der Ort schien ausgestorben, die Fotos zeigen aber trotzdem die Schönheit der Umgebung.

So fuhren wir wieder weiter bis in unser eigentliches Zwischenziel Nuoru. Kurz vor dem Dorf Dorgali kamen wir wieder auf die SS125 zurück und folgten ihr bis zum Genna Petta Pass und weiter zum Passo di Genna Silana, der auf 1002m Seehöhe liegt und anscheinend unser höchster Punkt dieser Tour war.

Der Passo Genna Croce liegt nur mehr auf 910m Höhe und kurz danach erreichten wir die Basis zur Gorropu  Schlucht. Sie ist eine der tiefsten und spektakulärsten Schluchten Europas mit bis zu 500 Meter hohen Kalksteinwänden im Supramonte-Gebirge. Vom Campo Base Gorropu kann man eine Fahrt auf nicht besonders vertrauenserweckenden Jeeps zum Schluchteingang buchen, von dort muß man aber selber wandern, sodaß daraus ein 8-stündiger Ausflug wird. Wir genehmigten uns nur einen Cappuccino und ein Eis.


Über den Genna Salbene Pass mit seinen 764m und den Genna Cogina mit 724m ging unsere Tour weiter in den Nachmittag hinein.

Wir erreichten am frühen Abend nach rund 250 km Fahrt mit vielen Kurven und abwechslungsreicher Landschaft unser Quartier im kleinen Hafenort Arbatax.

Es lag in einer privaten Siedlung hoch über dem Ort, was mir eine Rüge eines Nachbarn einbrachte. Da ich mein Motorrad mit DCT (Doppelkupplungsgetriebe, über die fast weltanschauliche Diskussion dazu schreibe ich in meinem früheren Blog Der Wunsch nach Freiheit – meine Motorräder) zur Sicherheit gerne an einer ebenen Stelle parke, hatte ich mir den Rand der Umkehrstelle am Ende der Straße ausgesucht, was mir am Morgen ein Post-It am Bike mit „No Parking!!“ einbrachte.

Die Lage unserer privaten Villa zwang uns nicht nur zu gesunden Fußmärschen, sondern erlaubte auch schöne Blicke über den bekannten Hafenort.

Eine Besonderheit gibt es zur Chiesa Parrocchiale della Beata Vergine di Stella Maris zu erzählen, die auf einigen Bildern unten zu sehen ist. Die Schutzpatronin der Seeleute und Fischer, Madonna Stella Maris, wird jedes Jahr am dritten Sonntag im Juli mit dreitägigen Feierlichkeiten verehrt, die in einer feierlichen Prozession auf See gipfeln. Dabei wird die Statue mit einem Boot zum Yachthafen gebracht und ein Blumenkranz zum Gedenken an die auf See Verstorbenen niedergelegt.

In der Werftanlage der Firma SAIPEM wurde gerade ein Teil einer Öl- oder Gasplattform errichtet. Laut eigener Homepage befindet sich in Arbatax eine der wichtigsten Fertigungsanlagen Italiens, so strategisch günstig gelegen, um die Nachfrage im Mittelmeerraum, in der Nordsee, in Westafrika und im Golf von Mexiko zu bedienen. Hier wurden bereits zahlreiche Konstruktionen errichtet, darunter ein achtbeiniges Jacket mit einer Höhe von über 200 Metern und einem Gewicht von rund 25.000 Tonnen für das Sabrathra-Projekt vor der lybischen Küste, einer wichtigen Gasquelle für Westeuropa.

Die Route unseres ersten Sardinien-Tages

Route in Kurviger: https://kurv.gr/8pWVu

Die zweite Tour bis ins Hotel in Cagliari

Interessanterweise fanden unsere verschiedenen Navis hinaus aus der Stadt einen viel einfacheren Weg als gestern hinein, aber ich denke die Navis wollen manchmal auch ein bisschen zum Entertainment beitragen. Und so fuhren wir statt durch enge Gassen durch ein Waldsträßchen den Berg hinunter.

Da es in unserer „Privatvilla“ kein Frühstück gab, fanden wir beim Hinausfahren im Hauptort Tortoli ein nettes Cafe, wo wir zu Cappuccino und Limonata gute  Panini bekamen.

So gestärkt fuhren wir wieder auf die SS125, die in diesem Bereich eher Autobahn-ähnlich ausgebaut war und verließen sie daher wenige Kilometer später Richtung Landesinneres bis in die Nähe von Loceri, um wieder in südlicher Richtung weiterzufahren. Bald kamen wir zur ursprünglichen SS125 (exSS125) zurück, auf der wir mit der Ponte di San Paolo über den Fluß Fiume Pelau fuhren, der auch Rio Pardu genannt wird und zu diesem Zeitpunkt praktisch komplett ausgetrocknet war.

Copyright: Roberto Dermutas / Google Maps

Danach ging es wieder über kleinere Straßen zurück zur SS125var, der wir durchs Gebirge folgten, bis diese Ausbauvariante zu Ende war. Eine weitere lange Brücke über einen ausgetrockneten Fluss folgte auch noch.

Dann war wieder die alte SS125 angesagt, über die wir über den Arcu Genna Arela, der wegen der Höhe von nur rund 100m die Bezeichnung Pass eigentlich nicht verdient hat, bis Santa Maria fuhren, um ans Meer nach Porto Corallo zu kommen. Der Hafen war aber dort Mitte Mai noch im Winterschlaf und auch die nahe gelegene Pizzeria hatte geschlossen und so musste die Mittagspause noch warten.

Weiter ging es nun über Villaputzu und Muravera, wo ich meine Crosstourer, die schon auf Reserve war, sicherheitshalber auftankte. Wieder bewies sich, dass sie eine Säuferin ist, die BMW von Franz und die Kawasaki von Werner brauchen im Schnitt 1,5 bis 2 Liter weniger. EINEN Nachteil muss ja eine Honda mit DCT auch haben. Dabei ist sie schon sparsamer, als die Varadero davor war.

Die Fahrt in den Spätnachmittag Richtung Cagliari führte nun über die kurvenreiche Küstenstraße mit tollen Aussichtspunkten bis in die Stadt.

Über den Lungomare, vorbei an den Salinen, auf denen die weißen und rosa Flamingos leben, kamen wir dann im Ceasar’s Hotel in der Via Darwin an, wo schon Anni und Gerti, die Frauen von Franz und Werner warteten.

Ein gemeinsames Abendessen an der Strandpromenade in einem der Beach Clubs beendet den ersten gemeinsamen Abend, zuerst von einem vom gebirgigen Hinterland kommenden Gewitter unterbrochen. Es dauerte aber nicht lange und so konnten wir trocken die gute halbe Stunde zum Hotel zurück marschieren.

Die Route unseres zweiten Sardinien-Tages

Route in Kurviger: https://kurv.gr/Etzek

Auf der Diretissima durch Niederösterreich ins Winterquartier

Die heurige Motorrad-Saison ist wieder viel zu schnell zu Ende gegangen und so musste Mitte Oktober meine Crosstourer ins Winterquartier. Der nasse Weg dorthin führte quer durch Niederösterreich.

Vom Wienerwald über die  „Wiener Alpen“, das Ötscherland, das Steirische Almenland bis ins slowenische Bled, die Dolomiten, den Tessin und über die Tremola auf den Gotthardpass und nach Graubünden führten mich meine Ausfahrten im Jahr 2025, nachzulesen in meinen Beiträgen zu meinen Motorraderlebnissen (siehe obige Links oder im Menü). Einige Pläne gingen dann aber doch nicht und so musste ich schweren Herzens mein Bike einwintern.

Aus zeitlichen Gründen fuhr ich um 6:30, noch in der Finsternis, aber ohne Regen daheim in Enzesfeld los, aber schon wenige Kilometer weiter begann es zu nieseln. Und so blieb es auf der B18 durch das gesamte Triestingtal bis über den Gerichtsberg ins Traisental. Mein weiterer immer nasser werdende Weg führte mich über Eschenau und die Tradigist ins Pielachtal und die B39. Von dort ging es talaufwärts bis „Kreuztanne“ an der Kreuzung mit der B28 und dann hinunter nach St. Anton an der Jessnitz und  Neubruck zur B25. Erst hier wurde der Regen wieder schwächer und bis zu meinem Grestner Winterquartier war die Straße wieder trocken.

Und so ging die Motorrad-Saison 2025 nasser als geplant zu Ende. Auch wenn es auch heuer gar nicht so wenige einzelne feuchte Erlebnisse gab, überwiegen die Erinnerungen an die trockenen und sonnigen Strecken.

Die Route

KURVIGER: https://kurv.gr/dwyuB

In den Kulissen und dem Entstehungsort einer Schweizer Legende: die Heimat des Schellen-Ursli

Es gibt nicht nur die Heidi

Der Inbegriff einer Schweizer Kindergeschichte ist „Heidi“ von Johanna Spiry. Sie hat das erste Buch im Jahr 1879 veröffentlicht, mehrere weitere folgten. Wir kennen Heidi seit einem Film, der unter anderem mit Theo Lingen im Jahr 1953 in die österreichischen Kinos kam. Richtig berühmt wurde sie bei uns aber mit der Zeichentrickfilm-Serie, die ab 1974 im Fernsehen ausgestrahlt wurde.

In der Schweiz mindestens genauso bekannt ist aber der Schellen-Ursli. Er wurde von Selina Chönz im Text und mit Alois Carigiet als Illustrator in Buchform im Jahr 1945 zum Leben erweckt.

Seitdem wurde das Buch in 14 Sprachen übersetzt und über 1 Million Mal verkauft und im Jahr 2015 verfilmt und ist noch immer aus vielen Schweizer Kinderzimmern nicht wegzudenken. Weitere Geschichten folgten in den Jahren danach.

Bittere Armut und altes Brauchtum als Basis für diese Geschichte

Die Geschichte vom Schellen-Ursli spielt in Guarda, einem Dorf im Unterengadin. Sie handelt vom Brauch des Chalandamarz, der alljährlich am 1. März durchgeführt wird. Die Tradition will, dass der Winter durch das laute Glockengeläut der Kinder ausgetrieben und der Frühling eingeläutet wird. Dafür erhalten alle Kinder eine Glocke von Onkel Gian.

Als der Ursli an die Reihe kommt, erhält er die letzte Glocke, was ja nicht das Schlimmste wäre, wäre sie nicht so klein, die Kleinste von allen! Alle lachen den Ursli aus und rufen ihm Schellen-Ursli nach. Er erinnert sich aber, daß auf der Alp eine große Glocke hängt und holt sie heimlich ins Dorf.

Mehr erzähle ich hier nicht, es ist jedenfalls wert, die Geschichte zu lesen und den Film anzuschauen, der derzeit in der 3Sat Mediathek noch bis 28.8.2024 zu sehen ist, siehe den Link unten.

Guarda ist das Heimatdorf des Schellen-Ursli

Alois Carigiet hat ein Haus in Guarda als Vorbild für seine Illustrationen genommen und ich habe es bei meinem Besuch unwissentlich fast aus der gleichen Perspektive fotografiert.

Wie schon mehrmals erwähnt, ist meine Frau Schweizerin und der Schellen-Ursli weckt daher natürlich bei ihr Kindheitserinnerungen. Daher war ich umso gespannter, wie das Dorf im Oberengadin aussieht, es liegt ja direkt auf meiner Route am Heimweg nach Österreich. Mehr dazu hier:
https://newretiredontheblog.com/2024/07/30/2-heimfahrt-aus-der-schweiz/

Zu Fuß erreiche ich nach wenigen Minuten die Dorfstraße mit den typischen wunderschönen Häusern mit ihren Engadiner Sgraffiti, die mir schon vor 2 Jahren bei meiner Fahrt über den Albulapass in La Punt aufgefallen sind.

Trotz ziemlicher Hitze,  die mit der Motorradhose noch einmal mehr schweisstreibend ist, macht es mir Spaß die teilweise recht steilen Gassen zu durchstreifen und zu fotografieren.

Filmkulisse, die noch mit echtem Leben erfüllt ist

Die reformierte Kirche Giarsun mit ihrer typischen Holztäfelung ist eine der Kulissen im Schellen-Ursli-Film, die meisten Aussenaufnahmen mit den typischen Engadinerhäusern wurden aber in der Nähe, in Sur En bei Ardez gedreht.

Das tut meinen Besichtigungen aber keinen Abbruch, das ganze Dorf ist einfach ein Schmuckstück. Sogar zwei Kinder sitzen so, wie wenn sie direkt dem Film entsprungen wären.


Einige der sieben Brunnen, welche früher Treffpunkt der Bevölkerung und Mittelpunkt des sozialen Lebens waren, habe ich ebenfalls fotografiert. Das Dorf lebt aber auch heute noch, obwohl die Abwanderung wie in vielen Schweizer Bergdörfern in den letzten 100 Jahren die Bevölkerung beinahe halbiert hat. Die meisten der 70 Häuser sind bewohnt, es leben noch rund 170 Personen hier.

Natürlich gibt es auch ein Schellen-Ursli Museum

Im oberen Dorf befindet sich das Hotel Meissner, das in einem Nebengebäude ein kleines Schellen-Ursli Museum eingerichtet hat. Hier werden neben Originalbildern von Alois Carigiet auch viele Gegenstände und Szenen präsentiert, die das karge Leben der Engadiner Bevölkerung in den Bergdörfern näher bringen sollen. Natürlich gibt es die Bücher von Selina Chönz und andere Erinnerungsgegenstände ebenfalls zu kaufen.

Engadiner Gemütlichkeit

In der netten Ustaria Crush Alba wird man freundlich auf Rätoromanisch begrüßt. Das Lokal ist einerseits Dorfbeiz mit gemütlichen Tischen vor dem Eingang und andererseits ein Feinschmecker-Restaurant, hier gönne ich mir noch einen Kaffee und einen Streuselkuchen, bevor ich wieder zu meinem Motorrad gehe.

Das schon mehrfach erwähnte, weil überall mit dem Dreiklang Posthorn „Dü-Da-Do“ hör- und sichtbare Postauto in der Bergstrassen-Ausführung begegnet mir zur Abrundung dieser schönen und interessanten Stunden auch noch.

Links

https://www.graubuenden.ch/de/graubuenden/allgemeine-informationen/brauchtum/chalandamarz
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Heidi_(1952)
https://www.engadin.com/de/das-unterengadin/menschen-kultur/engadinerhaeuser-sgraffito
https://www.engadin.com/de/drehorte-vom-schellen-ursli-film

https://www.engadin.com/de/sur-en-dardez
https://www.graubuenden.ch/de/schellen-ursli#:~:text=Die%20Geschichte%20vom%20Schellen%2DUrsli,und%20der%20Fr%C3%BChling%20eingel%C3%A4utet%20wird.
https://www.hotel-meisser.ch/
https://www.hotel-meisser.ch/meisser-resort/guarda/schellen-ursli/schellenursli-museum
Noch bis 28.8.2024: https://www.3sat.de/film/spielfilm/schellen-ursli-100.html

Raus mit dem Motorrad!

Am Karsamstag, dem 30 März, so früh wie schon lange nicht, habe ich mein Motorrad ausgewintert. Wie jedes Jahr durfte es die kalte Jahreszeit im Winterquartier bei meiner Mutter und Schwester gut geschützt verbringen.

Erste Kilometer im Jahr 2024

Das Wetter war bis auf den Wind fast perfekt, so machte der Weg nach Hause doppelt Spaß, auch wenn es nur gut 120 km waren.

Mein Bike, eine Honda VFR1200X Crosstourer, die heuer auch schon wieder 10 Jahre alt wird und seit 2017 in meinem Besitz ist, sprang diesmal auf den ersten Klick an, nachdem in den vergangenen Jahren immer wieder Mucken machte und ich einige Male den ÖAMTC und das letzte Mal sogar die Werkstätte brauchte. Ich habe aber auch die Batterie diesmal sehr pfleglich behandelt und vorab geladen, im warmen Keller war sie ja immer untergebracht.

Ein neuer Helm kam heuer auch dazu, den mir meine ehemaligen Arbeitskolleginnen und Kollegen zum Abschied geschenkt haben, ich hab mich sehr darüber gefreut!

Gleich nach ein paar Kilometern habe ich die 45000er Marke überschritten, ich gehe aber davon aus, daß ich heuer den 50000er locker überspringe, da doch einige kleinere und größere Ausfahrten geplant habe.

Pläne und Ideen für heuer

Zuerst gibt es einmal ein Service, neue Reifen und ein neues Pickerl, dann kommt noch ein Urlaub ohne Motorrad in Sizilien (dazu werde ich euch zu gegebener Zeit auch einiges berichten), dann kommt Anfang Mai eine Tagesausfahrt für Freunde und Bekannte, die ich jetzt auch schon seit fast 20 Jahren organisiere. Diesmal führe ich sie vermutlich ins Hochschwabgebiet, die genaue Route kommt noch.

Weitere Pläne: fix ist bereits Ende Mai / Anfang Juni ein Fahrt in den Schwarzwald mit Hinweg über die Deutsche Alpenstraße und zurück plane ich eine Museumstour zu Porsche, Mercedes und Audi. Im Juli geht es wieder in die Schweiz, diesmal über Kärnten, Slowenien, die Dolomiten und zum Abschluss die Schweizer Highlights Rheinschlucht und Gotthard-Tremola von Airolo aus. Am Retourweg sind Timmelsjoch, Brenner, Kühtai usw. im Focus.

Dann kommen sicher noch einige gößere und kleiner Tages- und Zweitagstouren dazu, ich erzähle euch gern von allen diesen Fahrten hier in meinem Blog.