Tag 2: Über den Großglockner zu Reinhold Messners Museum in Bruneck

Der zweite Tag meiner Tour in die Schweiz war vom Kopfsteinpflaster auf dem höchsten Pass Österreichs, einem Porsche-Sondermodell, einem Erlkönig, einer 90 Meter hohen Hängebrücke und Reinhold Messner geprägt.

Nach dem vorzüglichen Frühstück im Hotel Steinerwirt in Zell am See bestieg ich in der gegenüberliegenden Tiefgarage meine Honda Crosstourer und fuhr zuerst wieder ein Stück zurück Richtung Norden. Ich wollte den Zeller See auf der Ostseite umfahren, um einerseits nochmals einen schönen Blick auf die Stadt und den See zu erwischen und andererseits dem Morgenverkehr an der Kreuzung der B311 von Saalfelden und der B168 von Mittersill zu entgehen.

Eigentlich könnte man dieses Gebiet auch Porsche-Land nennen. Die Schmittenhöhebahn, mit 27 Bergbahnen, die Schifffahrt samt dem futuristischen Bootshaus für das Flaggschiff MS Schmittenhöhe, das Schloßhotel Prielau, die Porsche Design Studios in einem Gewerbegebiet, eine große Land- und Forstwirtschaft und der Flughafen in Zell am See gehören nämlich den Porsches. Das Schüttgut, der Stammsitz der Familie, liegt oberhalb des Südufers des Sees. Ein 911er-Sondermodell GT3 90 F.A.Porsche erinnert gerade 2026 an die Anfänge hier.

Copyright: porsche.at

Daran dachte ich aber bei der Bootsanlegestelle in Thumersbach, wo in der Nähe auch der Schriftsteller Stefan Zweig in den 1920er und 1930er Jahren seine Sommerfrische verbrachte, nur ganz kurz. Der Blick über den See auf das gegenüberliegende Städtchen und die Schmittenhöhe dahinter und Richtung Süden auf das Kitzsteinhorn und den Großglockner war einfach zu schön.

Mit diesen Eindrücken fuhr ich bei ganz wenig Verkehr über Bruck an der Glocknerstraße bis zur Mautstelle Ferleiten auf der Salzburger Seite.

Die Tageskarte als günstigste Möglichkeit kostet heuer (2026) für Motorräder 36,50 Euro. Nachdem ich es im Vorjahr wetterbedingt nicht geschafft hatte, (siehe: Der Tag der nicht gefahrenen Straßen) begleitete mich heuer Kaiserwetter die Serpentinen hinauf.

Auch der Tunnel beim Hochtor lud sowohl auf Salzburger als auch auf Tiroler Seite zu einem kurzen Fotostopp ein.

Auch auf Kärntner Seite war das Wetter uns Bikern hold, obwohl um ca. 9 Uhr weder von den selbsttretenden als auch motorisierten sehr viele unterwegs waren. So konnte ich die Strecke bis zur Abzweigung auf die Edelweißspitze fast ohne Unterbrechung genießen und mich auf die Auffahrt dorthin freuen. Nur ein Murmeltier meinte, kurz vor meinem Motorrad nochmals die Straßenseite wechseln zu müssen.

Die Edelweißspitze liegt am Ende einer rund zwei Kilometer langen Stichstraße, die beim Fuscher Törl von der Großglockner Hochalpenstraße abzweigt. Die gepflasterte Straße mit sieben engen Kehren ist beinahe ein Muss für Motorradfahrer, ein bisschen Übung schadet aber dabei nicht. Die habe ich nach dem Stilfser Joch und einigen noch mehr herausfordernden Pässen im Mai  (siehe Von Savona bis zum Iseosee und übers Stilfserjoch) auf jeden Fall und so konnte ich mich wenige Minuten später über die Rundumsicht freuen.

Dann ging es flott die Kurven hinunter bis Heiligenblut, wo ein Blick auf die Kirche immer wieder dazugehört. Einen BMW-Erlkönig entdeckte ich auch zufällig.

Die Abfahrt bis zum Iselsberg und weiter über Dölsach nach Lienz war dann flott und gemütlich zugleich. Diesmal durchfuhr ich die Stadt nicht auf der Bundesstraße, sondern zweigte rechts ab um rascher auf die Felbertauernstraße B108 zu kommen. Ich wollte zuerst ins Virgental zu einer interessanten Hängebrücke, bevor ich durch das Deferegental auf den Stallersattel fuhr.

Also ab nach Norden bis Matrei und dann hinauf ins Virgental, von wo es ab Virgen auf einer kleinen Seitenstraße bis zu einem kleinen Parkplatz nahe der Hängebrücke über die Iselschlucht weiterging. Diese Brücke könnte man mit etwas mehr Zeit und geeigneterer Bekleidung auch auf dem Iseltrail erwandern. Ich freute mich aber schon bei der Hitze nach wenigen Metern Abstieg die 90 Meter hohe Stahlkonstruktion über die Isel betreten zu können.

Der Weg ging dann zurück über Virgen und Matrei bis in Huben die Straße ins Deferegental abzweigte. Nach rund 35 km begrüßte mich gleich entlang des Sees unterhalb der Höhe ein mindestens ein Kilometer langer Stau, den ich als Motorradfahrer einfach entlang fuhr und als letzter Biker wenige Minuten vor der Talfahrt beim Schranken am 2052m hohen Stallersattel ankam.

Wir rund 20 Biker fuhren los und ließen die Autokolonne auf der italienischen Seite rasch hinter uns und erreichten nach vielen engen Kurven Antholz mit seinem Stadion für die Nordischen Schiarten.

Der Weg hinaus ins Pustertal war dann unspektakulär und die weiteren Baustellen auf den restlichen 10 km bis Bruneck waren Gott sei Dank nicht so verstaut wie wenige Wochen vorher auf meiner Heimfahrt aus Sardinien.

Im Schloß Bruneck wollte ich mir noch das Messner Mountain Museum Ripa ansehen, davon erzähle ich aber erst später in einem eigenen Blog.

Zwei Stunden später, genau in der abendlichen Rushhour fuhr ich dann durch die Stadt bei stockendem Verkehr ins Tauferner Ahrntal und erreichte bald mein Hotel direkt am Waldrand. Nach Dusche und Abendessen machte ich noch einen kurzen Spaziergang Richtung Dorf und bald nach meiner Rückkehr brach ein Gewitter aus, sodass ich froh war, das Motorrad in der Garage haben zu können.

Die Route am zweiten Reisetag

Route in kurviger: https://kurv.gr/hVdfc

Tag 1: Vom Triestingtal nach Zell am See

In diesem Blog erzähle ich von der ersten Etappe meiner heurigen Motorradtour in die Schweiz bis zum ersten Ziel in Zell am See.

Mein Plan war, mit meiner Honda Crosstourer in vier Tagen aus Niederösterreich bis an den Zürichsee zu fahren und dabei viele Pässe und Sehenswürdigkeiten in Österreich, Südtirol und in der Schweiz mitzunehmen.

Zum Eingewöhnen waren die flotten Kurven des nur 662 Meter hohen „Hals“ zwischen Pottenstein und Pernitz der erste Teil. Nur ganz so flott, wie ich mir gedacht hatte, wurde es dann doch nicht. Am Vorabend gab es nämlich im südlichen Niederösterreich heftige Gewitter, die einerseits Blätter und Äste der Bäume und andererseits Schotter auf die Fahrbahn spülten und so viele Kurven rutschig machten.

Aber je weiter man dann im Tal der Piesting Richtung Westen und den Rohrer Berg fuhr, desto besser wurde es wieder. Bald kam mir der typische Geruch einer der letzten Holzkohle- Erzeugung in Niederösterreich in die Nase. Direkt neben der Straße wird von der Familie Wieser auf  zwei Höfen in typischen Langmeilern dieses hochwertige Grillmaterial erzeugt.

Nur einige 100 Meter ein ganz ungewohntes Bild, die „Kalte Kuchl“ komplett ohne Motorräder, das gibt es nur sehr früh am Morgen. Den berühmten „Topfinger“ gab es da natürlich auch noch nicht. 

Der Ochssattel mit seinen 820 Metern Höhe ist für viele Biker aus dem Wiener Raum nach dem Topfinger das Ziel der Träume, die Einheimischen meiden ihn daher speziell am Wochenende. Aber an diesem Mittwochmorgen gehörte er mir alleine, kein einziges Motorrad begegnete mir bis hinunter nach St. Aegyd.

In Kernhof schliefen die Kamele und die weißen Tiger des Kameltheaters sicher auch noch.

Über das Gscheid und das Halltal und dann mit einigen Serpentinen hinauf auf den markanten Kreuzberg lag zuerst Mariazell und dann Rasing mit dem kleinen Kirchlein hoch über der B20, bevor in Gußwerk die B24 weiter ins Salzatal abzweigte.

Der Blick nach links auf den Hochschwab und später rechts auf die steile Südseite des Dürnsteins und Hochkars gehören neben der Straße an sich zu den Highlights dieser Strecke.

Mein Plan für diesmal war es, seit langem wieder einmal durch das Gesäuse zu fahren, weil ich ja im letzten Jahr die Strecke über den Buchauer Sattel genommen hatte.

Also bog ich am Ende der Erlauftalbundes- straße B25 in Mooslandl links nach Hieflau ab. Nachdem ich es kurz vor der Abfahrt geschafft hatte, die Garmin Drive App mit dem Zumo Navi zu verbinden, behauptete dieses, dass die Gesäusebundesstraße gesperrt sei. Das konnte aber gar nicht sein, ich hatte ja am Vortag die Route in „Kurviger“ und Google Maps nochmals geprüft, also fuhr ich weiter.

Und dann die Überraschung im echten Leben, die Straße war wirklich gesperrt, und zwar so gut, dass man sich nicht einmal mit dem Motorrad vorbeischwindeln konnte. Asphaltiertierungsarbeiten hatten das für die nächsten drei Tage ausgelöst. Das Learnig: manchmal könnte man dem Navi auch vertrauen… Ich habe mich geärgert und sogar aufs Fotografieren vergessen. Dabei waren es hin und zurück nur zwölf Kilometer in schöner Gegend, also genau genommen kein Problem, wenn der Weg das Ziel ist.

Darum war dann eine Kaffeepause beim Postwirt in Großreifling angesagt. angesagt, wo nebenbei der Blick hinunter auf den Bahnhof und auf die Oldtimer (Porsche Traktor, 1er Golf Rabbit und VW Käfer) in der gegenüberliegenden Werkstatt schon den Stopp wert war. Leider hatte es aufgrund der Sonneneinstrahlung so gespiegelt, dass ich keine Fotos von den Fahrzeugen habe.

Dann fuhr ich diesmal über die kleine Straße des Erbsattel und weiter über den Buchauer Sattel vorbei an Admont bis nach Liezen. Normalerweise weiche ich in den letzten Jahren durch das Ennstal bis Schladming auf schöne Seitenstraßen aus, aber der wenige Verkehr machte das diesmal gar nicht notwendig. Ab Radstatt ging es dann parallel zur A9 auf dem letzten Stück der Katschberg Straße (B 99) über Hüttau bis Bischofshofen.

Nach dem ersten Tankstopp bog ich bei der großen Salzachbrücke links ab und schon ging es in einigen Serpentinen die Hochkönig- Bundestraße B169 hinauf nach Mühlbach und weiter über den 1370 Meter hohen Dienter Sattel vorbei am Hochkönig bis Maria Alm und Saalfelden am Steinernen Meer. Von dort waren es auf der stark befahrenen B311 nur mehr wenige Kilometer bis zu meinem Ziel im Zentrum von Zell am See.

Da es am Abend noch das wöchentliche Sommerfest mit einigen Liveacts und lokalen Schmankerln gab, warf ich mich nach dem Abendessen ins Geschehen und genoss die sommerliche Stimmung.

Dabei entdeckte ich im Vogtturm noch eine Ausstellung zum Porsche Design Prinzip. Ferdinand Porsche und seine Familie lebten ja auch jahrelang in Zell am See.

Die Route am ersten Tag

https://kurv.gr/Mu7cG