Biken im frühherbstlichen Schladming

Der Frühherbst, die Sonne und die wunderschöne Landschaft haben uns ermutigt, einige Mountainbikestrecken in der Region Schladming-Dachstein zu erkunden.

Wir hatten uns  für ein verlängertes Wochenende Mitte September in der Region Schladming-Dachstein, im Hotel Schwaigerhof in Rohrmoos hoch oberhalb von Schladming mit Blick auf den Dachstein entschieden. So fuhren wir bereits am Freitag Nachmittag los, um den vollen Samstag und Sonntag genießen zu können. Der Montag war als Draufgabe geplant.

Das Hotel ist nicht nur zum reinen Nichtstun und zum gut Essen geeignet, man kann hier auch direkt in einige Mountainbikestrecken einsteigen, die auch für uns passen.

Das Wetter war uns mehr als wohlgesinnt, schon am Samstagmorgen strahlten einige Berge in der aufgehenden Sonne. Das Frühstück ließ auch keine Wünsche offen und war, wie sich während unserer Radtour zeigte, beinahe zu viel. Wir nahmen uns vor, am Sonntag hier etwas zurückhaltender zu sein.

Die Rohrmoos-Runde 303

Wir verabschiedeten uns von Hopsi, dem grau-weißen Hasen und offiziellen Maskottchen der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 1982 und 2013, fuhren einige hundert Meter auf der Straße den Berg hinab und schon erreichten wir die Rohrmoos-Runde 303 und den ersten Feldweg, der bald in den Wald hineinführte, immer wieder mit Blick ins Ennstal nach Schladming und auf den gegenüberliegenden Dachstein.

Der Weg führte auf eine Lichtung mit einigen Häusern hinaus, wo man aber laut Hinweisschild die Räder schieben musste. So konnten wir auch wieder einige Blicke auf die schöne Landschaft werfen.

Gleich nach der rot-weiß-roten Absperrung ging der Wiesenweg in einen angenehmen Waldweg über und wir landeten in einem kurzen Singletrail, wo wir lieber die Räder einige Meter schoben, bevor wir bei einem Bauernhof landeten, wo wir von den Ziegen am Wegrand interessiert beäugt wurden.

Die moderaten Steigungen wurden mehr, wir waren daher über etwas elektrische Unterstützung froh. Die Stecke sollte doch rund 45 Kilometer und 700 Höhenmeter haben, das fahren wir zumindest nicht täglich. Bald landeten wir am ersten höchsten Punkt des Tages, der Mautstation zur Ursprungalm, wohin wir erst am nächsten Tag radeln wollten.

Die asphaltierte Straße ging mit einigen Auf und Abs Richtung Tal, vorbei an der Talstation des Preunegg-Jets zur Reiteralm und am Raunergut, wo wir im März 2011 zum Schifahren waren.

Mit diesen Gedanken ging es weiter bis hinunter zur Enns in der Nähe der bekannten Schirmbar, wo wir beim Blick von der Brücke ein Raftingboot beobachteten, das man von Mandling bis Schladming buchen kann.

Direkt bei der Brücke stießen wir auf den Ennsradweg R7, der von Flachauwinkel im Salzburger Pongau über rund 240 km bis Enns an der Donau in Oberösterreich führt. Wir wollten ihn aber nur die rund sechs Kilometer von Pichl bis Schladming nutzen.

In der Schladminger Fußgängerzone gönnten wir uns einen Cappuccino und eine Himbeer-Mohntorte, bevor wir uns wieder auf die Räder schwangen, um zur nächsten Alm hochzuradeln.

Ein erster kleiner Zwischenstopp musste natürlich bei der Talstation der Planai-Bahn sein, wo auch der Zieleinlauf des berühmten Nachtslaloms stattfindet.

Dann sollte es weitergehen in die Talbachklamm, doch vorher fiel uns eine neu renovierte Kirche auf. Es stellte sich heraus, dass das die Peter- und Paul Kirche, das größte evangelische Gotteshaus der Steiermark ist.

Nach einigen wenigen Metern Steigung waren wir schon in der genannten Klamm. Im Unterlauf war fast kein Wasser, das wird nämlich von einem kleinen Verbund- Laufkraftwerk verwendet.

Ab der Wehr aufwärts war die Wassermenge nach der heurigen langen Trockenheit überraschend groß und so zeigte sich die Talbachklamm von ihrer besten Seite mit imposanten Strudeln und kleinen Wasserfällen.

Nach rund zwei Kilometern erreichten wir das Dorf Untertal, von wo es auf der Straße Richtung Obertal weiterging. Das Nickelmuseum ist leider nur am Mittwoch von 09:30 bis 13:30 Uhr geöffnet, darum fuhren wir weiter Richtung Eschachalm. Die letzten rund 2,5 Kilometer waren dann über eine Schotterstraße von 1060 m hinauf auf 1210 m zu bewältigen und nicht nur eine Herde Jungrinder, sondern auch die Alpakas waren neugierig, wer da vorbeikam. Der Obertalbach blieb der Begleiter fast bis zum Parkplatz kurz vor der Hütte.

Ein Käsebrot und ein Häferl Buttermilch brachte wieder die Kräfte für die Talfahrt zurück, die dann bald nach dem Nickelmuseum auf die andere Seite des Baches auf einem Feldweg weiterführte. Nach einem Linksschwenk erreichten wir die Talstation der Obertalbahn, von wo der Blick auf den Dachstein und die benachbarten Berge frei war.

Von dort waren es nur mehr wenige Meter hinunter bis Rohrmoos und zu unserem Hotel.

Unsere erste Tour, die Rohrmoos-Runde 303

Link zu Komoot:https://www.komoot.de/tour/3278134107?ref=aso&t_s=referral&t_cid=route_share

Die Ursprungalm ruft

Die zweite Tour sollte uns zur Ursprungalm führen. Unseren ersten Zwischenstopp machten wir bei der erst im Juni 2026 neu eröffneten Hofgreißlerei Braunhofer, wo wir aber aus Transportgründen nur ein frisches Bauernbrot kauften.

Die Straße hinauf zur Ursprungalm ist auch für Radfahrer mautpflichtig, die man am besten bereits im Hotel oder anderswo im Tal per QR Code am Foto oder mit untenstehendem Link buchen sollte, da die Internetverbindung bei der Mautstelle nicht immer gut funktioniert.

Das Ticket zum Preis von 5 Euro gilt für Bikes die ganze Saison, für Autos über Nummernerkennung nur für einen Tag. Es nicht zu kaufen ist nicht ratsam, es wird unterwegs kontrolliert und dann kostet es das Doppelte.

Link zum Ticketshop

Die Sandstraße mit einer Länge von 8,5 km begann sehr flach und idyllisch in einem schönen Bergtal.

Aber bald war die Gemütlichkeit vorbei und die Straße begann zu steigen, da ein Höhenunterschied von ca. 500 m mit 13 Kehren auf 2,5 km Länge überwunden werden musste. Davor gab es noch direkt neben der Straße einen schönen Wasserfall, der einen kleinen Stopp wert war.

Ein kurzes Stück hat sogar eine maximale Steigung von 15 %. Der Blick hinunter und das Tal hinaus ist immer wieder spannend.

Dann erreichten wir schon den großen Parkplatz, wo es für die Autos zu Ende ist, wir Biker durften die letzten paar hundert Meter bis zum Almdorf weiterfahren.

Wenn man das sieht, versteht man auch, warum dieses Ensemble 1988/1989 als Drehort für den Hollywood-Film Courage Mountain (eine Heidi-Verfilmung mit Charlie Sheen und Juliette Caton) diente.

Wie man auf meinen Fotos erkennt, kann man nicht nur mit PKW, Bike oder per Pedes auf die Alm kommen, auch ein Linienbus fährt regelmäßig hinauf. Nach der Stärkung mit einem Verhackertsbrot erkundete ich noch den Ursprung, sprich die Quelle des Ursprungbaches mit einigen Minuten Spaziergang.

Ein Stück würde es noch weitergehen, aber der Weg hinauf zur Giglachseehütte und den beiden gleichnamigen Seen war für unsere Räder nicht geeignet, hier muss es speziell für die Abfahrt schon ein Fully-Mountainbike sein, da kämen wir nicht nur mit unseren Trekkingbikes über unsere Grenzen.

Hinunter ins Tal ging es dann flott, mit nur einem Stopp bei einem Mountainbikerastplatz etwas abseits der Straße, der über einen kurzen Singletrail erreichbar ist, den wir wegen der Idylle dort trotzdem empfehlen.

Dann nahmen wir den ganzen Schwung mit hinunter bis zur Talstation des Preunegg-Jets,  mit dem wir dann zum Abschluss noch hinauf auf die Reiteralm fuhren. Die Fahrt ist übrigens in der digitalen Dachstein Sommercard gratis enthalten, die wir im Hotel bekommen hatten.

Zum Abschluss fuhren wir die rund neun Kilometer auf der Straße zurück nach Rohrmoos, die zuerst zurück bis zur Mautstation und dann den Berg entlang mit einigen Auf und Abs direkt bis zum Hotel führte.

Die Route zum „Heididorf“

Auch diese zweite Tour war landschaftlich ein Leckerbissen, aber wegen der insgesamt rund 700 Höhenmeter auf wenigen Kilometern auch eine kleine Herausforderung für uns.

Link zu Komoot: https://www.komoot.de/tour/3292344544?ref=aso&share_token=ac0TedlgzMKp680oQVNsDRl6fCfg8DGznQfHD6UhYrms413ZAO&t_s=referral&t_cid=route_share

Tag 1: Vom Triestingtal nach Zell am See

In diesem Blog erzähle ich von der ersten Etappe meiner heurigen Motorradtour in die Schweiz bis zum ersten Ziel in Zell am See.

Mein Plan war, mit meiner Honda Crosstourer in vier Tagen aus Niederösterreich bis an den Zürichsee zu fahren und dabei viele Pässe und Sehenswürdigkeiten in Österreich, Südtirol und in der Schweiz mitzunehmen.

Zum Eingewöhnen waren die flotten Kurven des nur 662 Meter hohen „Hals“ zwischen Pottenstein und Pernitz der erste Teil. Nur ganz so flott, wie ich mir gedacht hatte, wurde es dann doch nicht. Am Vorabend gab es nämlich im südlichen Niederösterreich heftige Gewitter, die einerseits Blätter und Äste der Bäume und andererseits Schotter auf die Fahrbahn spülten und so viele Kurven rutschig machten.

Aber je weiter man dann im Tal der Piesting Richtung Westen und den Rohrer Berg fuhr, desto besser wurde es wieder. Bald kam mir der typische Geruch einer der letzten Holzkohle- Erzeugung in Niederösterreich in die Nase. Direkt neben der Straße wird von der Familie Wieser auf  zwei Höfen in typischen Langmeilern dieses hochwertige Grillmaterial erzeugt.

Nur einige 100 Meter ein ganz ungewohntes Bild, die „Kalte Kuchl“ komplett ohne Motorräder, das gibt es nur sehr früh am Morgen. Den berühmten „Topfinger“ gab es da natürlich auch noch nicht. 

Der Ochssattel mit seinen 820 Metern Höhe ist für viele Biker aus dem Wiener Raum nach dem Topfinger das Ziel der Träume, die Einheimischen meiden ihn daher speziell am Wochenende. Aber an diesem Mittwochmorgen gehörte er mir alleine, kein einziges Motorrad begegnete mir bis hinunter nach St. Aegyd.

In Kernhof schliefen die Kamele und die weißen Tiger des Kameltheaters sicher auch noch.

Über das Gscheid und das Halltal und dann mit einigen Serpentinen hinauf auf den markanten Kreuzberg lag zuerst Mariazell und dann Rasing mit dem kleinen Kirchlein hoch über der B20, bevor in Gußwerk die B24 weiter ins Salzatal abzweigte.

Der Blick nach links auf den Hochschwab und später rechts auf die steile Südseite des Dürnsteins und Hochkars gehören neben der Straße an sich zu den Highlights dieser Strecke.

Mein Plan für diesmal war es, seit langem wieder einmal durch das Gesäuse zu fahren, weil ich ja im letzten Jahr die Strecke über den Buchauer Sattel genommen hatte.

Also bog ich am Ende der Erlauftalbundes- straße B25 in Mooslandl links nach Hieflau ab. Nachdem ich es kurz vor der Abfahrt geschafft hatte, die Garmin Drive App mit dem Zumo Navi zu verbinden, behauptete dieses, dass die Gesäusebundesstraße gesperrt sei. Das konnte aber gar nicht sein, ich hatte ja am Vortag die Route in „Kurviger“ und Google Maps nochmals geprüft, also fuhr ich weiter.

Und dann die Überraschung im echten Leben, die Straße war wirklich gesperrt, und zwar so gut, dass man sich nicht einmal mit dem Motorrad vorbeischwindeln konnte. Asphaltiertierungsarbeiten hatten das für die nächsten drei Tage ausgelöst. Das Learnig: manchmal könnte man dem Navi auch vertrauen… Ich habe mich geärgert und sogar aufs Fotografieren vergessen. Dabei waren es hin und zurück nur zwölf Kilometer in schöner Gegend, also genau genommen kein Problem, wenn der Weg das Ziel ist.

Darum war dann eine Kaffeepause beim Postwirt in Großreifling angesagt. angesagt, wo nebenbei der Blick hinunter auf den Bahnhof und auf die Oldtimer (Porsche Traktor, 1er Golf Rabbit und VW Käfer) in der gegenüberliegenden Werkstatt schon den Stopp wert war. Leider hatte es aufgrund der Sonneneinstrahlung so gespiegelt, dass ich keine Fotos von den Fahrzeugen habe.

Dann fuhr ich diesmal über die kleine Straße des Erbsattel und weiter über den Buchauer Sattel vorbei an Admont bis nach Liezen. Normalerweise weiche ich in den letzten Jahren durch das Ennstal bis Schladming auf schöne Seitenstraßen aus, aber der wenige Verkehr machte das diesmal gar nicht notwendig. Ab Radstatt ging es dann parallel zur A9 auf dem letzten Stück der Katschberg Straße (B 99) über Hüttau bis Bischofshofen.

Nach dem ersten Tankstopp bog ich bei der großen Salzachbrücke links ab und schon ging es in einigen Serpentinen die Hochkönig- Bundestraße B169 hinauf nach Mühlbach und weiter über den 1370 Meter hohen Dienter Sattel vorbei am Hochkönig bis Maria Alm und Saalfelden am Steinernen Meer. Von dort waren es auf der stark befahrenen B311 nur mehr wenige Kilometer bis zu meinem Ziel im Zentrum von Zell am See.

Da es am Abend noch das wöchentliche Sommerfest mit einigen Liveacts und lokalen Schmankerln gab, warf ich mich nach dem Abendessen ins Geschehen und genoss die sommerliche Stimmung.

Dabei entdeckte ich im Vogtturm noch eine Ausstellung zum Porsche Design Prinzip. Ferdinand Porsche und seine Familie lebten ja auch jahrelang in Zell am See.

Die Route am ersten Tag

https://kurv.gr/Mu7cG