* für die Leserinnen und Leser, die nicht in Ostösterreich leben: Ein Topfenstrudel im Gasthaus „Kalte Kuchl“, einem der bekanntesten Bikertreffpunkte in Niederösterreich
Die Herbstausfahrt mit Freunden ist schon seit vielen Jahren ein Fixpunkt in meinem Kalender. Diesmal war das Wetter zum ursprünglich geplanten Termin nicht überzeugend, daher beschloss ich, die Ausfahrt auf Ende September zu verschieben. Da passte das Wetter, aber aus verschiedenen Gründen hatten an diesem Samstag nur mehr zwei Mitfahrer Zeit und so wurde es eine gemütliche Runde zu dritt.
Wir starteten wie immer in Enzesfeld und nahmen die Großauer Höhe um weiter die L4007 bis Schwarzensee am Fuß des Peilsteins zu fahren.

Die L4004 verläuft dann bis Mayerling. Über das ehemalige Jagdschloss des Kronprinzen Rudolf und die Geschichte dort habe ich bereits berichtet:
Mit dem Motorrad einige Highlights im südlichen Wienerwald erkunden
Hier, vom oberen Ende des Helenentals folgten wir meiner geplanten Route der Schwechat entlang über Alland bis Klausen-Leopoldsdorf.
Von dieser Ortschaft aus gibt es mehrere Möglichkeiten den Wienerwald zu erkunden. Einerseits führt eine Straße über Kaltenleutgeben bis Rodaun im westlichen Wien oder die L110 nach Westen mit vielen Ausblicken über den Wienerwald ins Laabental. Eine weitere Möglichkeit gibt es Richtung Süden über St.Corona am Schöpfl zurück ins obere Triestingtal.

Wir bogen aber nach Norden in die L2111 ab und fuhren durch die bewaldete Höhe des Hengstl (nicht zu verwechseln mit dem Hengstpass zwischen Windischgarsten in OÖ und Altenmarkt bei Sankt Gallen in der Steiermark) bis Pfalzau und unter dem Aquädukt der 2. Wiener Hochquellenwasserleitung durch bis Preßbaum.

Wir folgten von dort der B64 vorbei am Haitzawinkel, der aber auch für Motorradfahrer keine Möglichkeiten zum „heizen“ bietet, bis zur Baustelle der neuen Unterführung unter der alten Westbahn in Rekawinkel. Die ursprünglich einspurige Engstelle ist schon beseitigt und bis Frühjahr 2027 sollen auch die restlichen Arbeiten fertig sein.
Im Ort Rekawinkel bogen wir rechts ab den Berg hinauf auf der L2013 bis Hagenau. Hier gäbe es zwar einen „Schleichweg“ nach rechts, wir wollten aber links weiter nach Starzing.

Von hier sahen wir bereits unser erstes Ziel, die Buchbergwarte, herunterblicken.



Ein Stück weiter ging es dann gleich mit einigen Kehren auf dem schmalen einspurigen Sträßchen durch den wunderschönen Buchenwald bis zum Parkplatz unterhalb des 22 Meter hohen Aussichtsturms.







Nach einem gemütlichen Kaffee auf der Terrasse des Schutzhauses daneben ging unsere Tour hinunter nach Neulengbach und weiter auf der B19 bis zur Autobahnunterführung bei Altlengbach und Neustift-Innermanzing, wo wir rechts in die ruhigere, schmälere „Panoramastraße“ einbogen. Eine Reihe von Aussichtspunkten gibt den Blick frei vom Schneeberg bis zur Landeshauptstadt St.Pölten.









Die Türkenkapelle von Hochgschaid ist ein weiteres schön renoviertes Highlight entlang der Strecke.

Wir fuhren weiter durch das hügelige Land der Elsbeere, diesem nur in diesem Gebiet so gehäuft vorkommenden Baum, dessen Früchte im Oktober reifen und für Schnäpse, Marmeladen, Schokolade und in der regionalen gehobenen Wirtshausküche Verwendung finden.
In Rohrbach an der Gölsen bogen wir auf die Hainfelder Bundesstraße B18 ab, wo uns bald die beiden Windräder von Eschenau ins Auge stachen, die bereits im Jahr 2000 erichtet wurden. Mittlerweile wird, gemeinsam mit den anderen alternativen Energieerzeugern, mehr als doppelt so viel Energie erzeugt, als der Gesamtverbrauch der Gemeinde ausmacht.

Beim Kreisverkehr in Traisen fuhren wir ein Stück Richtung Norden und in Rotheau schon wieder weg von der Hauptverkehrsader B21. Meist fahre ich von hier über Eschenau und Tradigist ins Pielachtal, diesmal wollte ich für unsere Runde die kleine Straße über die 522 Meter hohe Meiselhöhe bis Hofstetten-Grünau nehmen.

Kurz vor der Ortseinfahrt bogen wir aber von der B39 schon wieder in ein Seitental ab um in einem Bogen über Petersberg auf „die Luft„, einem 628 Meter hohen Pass zu kommen und dann mit vielen Serpentinen hinunter ins Pielachtal zu fahren.



In der Zwischenzeit war auch der Hunger immer größer geworden und so machten wir im Gasthaus Kalteis in Kirchberg an der Pielach Halt. Die Herbstsonne war stark genug für den Gastgarten, um unser Mittagessen zu genießen. Ich musste natürlich etwas mit der namensgebenden Frucht des Dirndltales probieren. Die Dirndl ist die Frucht des Dirndlstrauchs, die in Deutschland auch als Kornelkirsche bekannt ist. Da passten natürlich die „Kirchberger Klöpse“, eine kulinarische Abwandlung der Königsberger Klöpse mit Erdäpfelstampf, Kapernsauce und gedünsteten Dirndln, besonders gut.
Frisch gestärkt machten wir uns auf den Heimweg, zuerst das Pielachtal weiter hinauf bis Schwarzenbach und über das rund 820 m hohe Pielachtaler Gscheid bei Türnitz im Traisental zu landen. Bei Außerfahrafeld bogen wir schon wieder ab, um über Hohenberg und Hofamt auf den ebenfalls 820 m hohen Ochsattel zur Kalten Kuchl zu kommen. Für einen Zwischenstopp war es dann doch zu früh und so fuhren wir weiter über Rohr am Gebirge und Gutenstein das Piestingtal hinunter und über den Hart und Hernstein zurück nach Enzesfeld.


Eine wunderschöne Frühherbstrunde im niederösterreichischen Zentralraum ging damit nach rund 250 Kilometern zu Ende.
Übrigens, ich habe die Fotos nicht während der gemeinsamen Tour gemacht sondern schon vorher im Zug meiner Vorbereitung. Meine Freunde wären sonst sicher bald ohne mich weitergefahren.
Die Route

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