Ein verlängertes Wochenende im Weingut Scheiblhofer in Andau haben wir neben Relaxen, Wein verkosten und hervorragendem Essen auch zum Radfahren genutzt.
Relaxen, Essen, Kosten und Schlafen im Weingut Scheiblhofer
Begonnen hat es ja nicht so besonders, auf der Anfahrt über die A4/Ostauttobahn hat es praktisch nur geschüttet und so war klar, dass der Samstag nur mehr im Wasser, halt nicht von oben, sondern im Pool verbracht werden muss.
Wir hatten zwei Übernachtungen im neuen „The Hang Over“ gebucht, das sind Boutique-Zimmer in einem Neubau am Rand des Weingutes. Seit 2022 gibt es aber auch „The Resort“, ein 4-Stern-Superior Hotel mit 118 Zimmern, einem exklusiven Spa-Bereich mit 4.000 m² und einem hoteleigenes Restaurant.
So buchten wir gleich bei der Ankunft den zwar nicht ganz billigen Eintritt in den Spa-Bereich, der dafür überhaupt nicht überlaufen mit genügend Liegen und einem schönen Innen- und Außenpool ausgestattet ist. Wir genossen den Tag im Wasser, in der Sauna und auf der Liege bis zum Abend, bis sich langsam der Hunger meldete.
Wir spazierten dann, die jetzt doch aufkommende Abendsonne genießend, einige hundert Meter durch den Ort zum neuen Restaurant „The Quarter“. Die Familie Scheiblhofer hat hier das ehemalige Dorfwirtshaus gekauft und zum stylischen, aber sehr gemütlichen Heurigenrestaurant umgebaut. Uns hat dabei besonders gefallen, dass die einheimische Bevölkerung im Lokal sehr willkommen ist und es daher auch angenommen hat. Das Essen dabei ist bodenständig, aber mit dem gewissen Etwas sehr schmackhaft. Die Bedienung war hier genauso wie das Personal im Resort freundlichst und zuvorkommend.
Die Nacht im fast neuen Zimmer war angenehm und trotz der Nähe zur Hauptstraße sehr ruhig. Das umfangreiche Frühstücksbuffet war einige Meter weiter im Bereich der Weinverkostung angerichtet. Den Wein konnte/musste man noch nicht probieren, dafür gehört der hauseigene Winzersekt zum Frühstück und wurde von der Senior-Chefin persönlich serviert.
Nach der weiter unten beschriebenen Radtour zur Brücke von Andau war am frühen Nachmittag eine Führung durch das Weingut mit anschließender Verkostung angesagt. Das Weingut besteht aus rund 100 Hektar eigener Rebfläche in den besten Lagen Andaus und zählt damit zu den größten im Burgenland. Und trotzdem werden noch Trauben von rund 200 Hektar zugekauft und verarbeitet. Der „Big John“ des Gründers Johann Scheiblhofer ist jedem Weinkenner in Österreich ein Begriff, aber in der Zwischenzeit hat der Sohn Erich Scheiblhofer übernommen und seine eigene Stilistik entwickelt, die nicht nur mit den Rotweinen, sondern auch mit den Weißwein-Sorten für Spitzenqualität sorgt.
Die Leiterin des Abhof-Verkaufs führte uns von der großen Traubenmühle vorbei an den 60.000l-Stahltanks und den Abfüllmaschinen bis zum Flaschenlager und der Halle mit den Barriquefässern aus amerikanischer Eiche, die nur einmal verwendet werden und dann gekauft werden können. Eine riesige Eventlocation, in der von Hochzeiten über Firmenevents bis zu Fernsehshows alles möglich ist, bildet den Abschluss der wirklich interessant gemachten Führung.
Die Verkostung als Highlight ist im Hotelaufenthalt inkludiert und verläuft zwanglos, indem man sein Glas nimmt und sich eine Sorte aussucht, die dann die Sommelière einschenkt und erklärt. Probieren und genießen kann man dann am Tisch so lange man will und das nächste Glas holen will. Sowohl die weißen Sorten als auch die Rotweine laden zum Kauf ein und verringern daheim dann beim Blick aufs eigene Weinregal im Keller die Angst vorm Verdursten.
Das Abendessen haben wir im hoteleigenen Restaurant „Infinity“ reserviert und es war von der Bedienung bis zu den Speisen ein wunderschöner Abend.
Mit dem Fahrrad zur Brücke von Andau
Die Brücke von Andau, über die im November 1956 70-80.000 Menschen während des Ungarn-Aufstands nach Österreich geflüchtet waren, wurde schließlich von gesprengt und von russischen und ungarischen Grenzposten bewacht. Erst im Jahr 1996 wurde sie von österreichischen und ungarischen Soldaten gemeinsam wieder errichtet.
Dieses Denkmal, das laut Homepage von Andau an die unselige Zeit des geteilten Europas erinnert, aber auch Symbol für Hilfsbereitschaft, für Toleranz und Zusammengehörigkeit über alle politischen Grenzen hinweg ist, war unser erstes Ziel am Sonntag, ungefähr 10 km außerhalb des Ortes. Was wir als Bürger innerhalb Österreichs nicht bedachten, war das Kürzel „MKS“. Es gab auf einmal neben dem Weg eine Sperrzone wegen der Maul- und Klauenseuche und der Zugang zur Brücke war ebenfalls verboten. So fuhren wir den gleichen Weg, den Eurovelo 13 wieder zurück und beachteten die Kunstwerke mehr als am Hinweg. Dieser „Skulpturenpark an der Fluchtstraße“ aus rund 90 Figuren entstand 1992 bis 1996 während internationaler Künstlersymposien auf österreichischer und ungarischer Seite.
Da wir trotz vieler Fotostopps zu früh wieder zurück im Ort waren, fuhren wir den EV13 noch Richtung Schloss Halbturn weiter, kehrten aber wegen unseres Hungers auf halbem Weg um, damit wir noch etwas essen konnten und nicht zu spät zur Weinkost kommen. Wir hatten etwas außerhalb von Andau den „Tauber am See“ entdeckt, den wir ebenfalls probieren wollten und daher dort hin fuhren. Hier werden hauptsächlich regionale Ausgangsprodukte zu herrlichen Gerichten verkocht, vom Steak über Fisch bis zur Pizza gibt es alles in super Qualität in einem coolen Ambiente.
Dann hieß es zurück zu radeln, da wir uns vor der Weinkost noch umziehen wollten.
Nach dem Frühstück am Montagmorgen und dem Check-Out luden wir die Räder aufs Auto und fuhren nach St.Andrä am Zicksee um von dort unsere Montags-Tour zu starten.
Der See war 2022 und 2023 vollständig ausgetrocknet, hat sich aber seit 2024 durch Niederschläge und eingepumptes Grundwasser wieder etwas erholt und die Vogelwelt ist wieder zurückgekehrt und genießt wieder den angestammten Platz. Auch wir schauten und fotografierten, wenn auch nicht so professionell wie so manche Vogelbeobachter aus halb Europa.
Dann fuhren wir am Südufer entlang, teilweise dem Lackenradweg B20 folgend ans Südufer der Langen Lacke und auf einem Feldweg nördlich an Apetlon vorbei bis Illmitz wo wir bei einem Bauern frisch gestochene Spargel zum Mitnehmen kauften. Weiter ging es einige Kilometer nach Norden bis wir Richtung östliche Spitze der Langen Lacke abbogen, um dann zum Großteil den gleichen Weg zurück zum Zicksee zu nehmen. Nach rund 31 Kilometern und 30 Höhenmetern gab es noch ein Mittagessen im Gasthaus Seeblick bevor es wieder mit dem Auto nach Hause ging.
Gleich die erste kleine Motorradrunde zeigte auf, was so an Vorkommnissen möglich ist. So geballt kommt es Gott sei Dank nicht immer.
Die erste Ausfahrt von rund 120 km mit dem Motorrad am Karsamstag war genau genommen nur die Überstellung vom Winterquartier ins heimatliche Carport, daher freute ich mich schon auf eine richtige Ausfahrt.
Ich hatte einige Stunden und so startete ich wie fast jedes Jahr von Hernstein über den „Hart“ Richtung Piesting. Das ist nicht nur meine erste Teststrecke im Jahr, um zu sehen, ob die Haarnadelkurven und Serpentinen noch funktionieren.
Sie wird auch von diversen Motorredaktionen für Autotests und von der Crew von 1000PS immer wieder für Motorrad-Videos genutzt.
Schon auf den ersten 20 Kilometern kam fast alles vor, was in einem Motorradjahr so passieren kann. Den Beginn machte gleich ein Auto im Schritttempo, wo nicht klar war, bleibt es stehen, oder biegt es links oder rechts ab, ein typischer Fall, wo man erraten muß, was der Fahrer will und um dann den Zeitpunkt ohne Gegenverkehr sofort nutzen zu können.
Das nächste war ein Reh, das 100 Meter vor mir bei einer Walddurchfahrt über die Straße wechselte. Ein weiteres folgte dann aber doch nicht, wobei es hilfreich ist, daran zu denken, daß es doch so sein könnte.
Am Ortseingang von Piesting war dann eine Baustelle mit roter Ampel, was an sich nichts Besonderes ist. Nur hängt dort die Straße relativ stark nach rechts, was in ähnlichen Situationen in den letzten Jahren wegen meiner kaputten linken Hüfte etwas Planung erforderte, damit ich nicht das volle Gewicht auf den linken Fuß bekam. Nun ist das mit dem neuen Hüftgelenk kein Problem mehr, einfach den linken bergseitigen Fuß runterstellen ohne Schmerz, das Leben kann schön und einfach sein! Den rechten Fuß zuerst hinunter zu stellen, wäre fatal, der geht in so einer Situation in Leere, dabei sind schon manche umgefallen.
Dann fuhr ich auf der kurvenreichen Bundesstraße mit viel Gegenverkehr bald auf eine lange Autokolonne hinter einem LKW-Zug auf, der trotz seines extrem geringen Tempos von den Autos nur sehr schwer zu überholen war. Hier habe ich mir sicher bei den Autofahrern nicht nur Freunde gemacht, wenn ich mich beim nach vorne Hüpfen hineingezwängt habe, aber es klappte dann doch und ich war noch vor der nächsten Ortstafel vor dem LKW.
Dann freute ich mich schon auf die schmale enge Straße über die Haselrast, die zwischen Gutenstein und Rohr am Gebirge landschaftlich wunderschön eingebettet ist. Ich stellte aber im steileren Teil rasch fest, daß noch recht viel Sand auf dem Asphalt lag, was ja mit etwas Gefühl mit einem immer wieder zuckenden Hinterrad zu bewältigen ist. Wenn aber das Vorderrad in den Kurven dabei ein Eigenleben entwickeln will, zwingt es doch zu langsamerer Fahrweise. Das haben zwei entgegenkommende Kollegen anscheinend bei der Talfahrt noch mehr gespürt.
Und dann dachte ich, einige Ölflecken an einer weiteren Baustelle wären dann nur mehr die letze Draufgabe, bis ein Kleinbus in einer nicht einsehbaren Rechtskurve zu einem Drittel über der Mittellinie daher kam und die Regel, speziell an unübersichtlichen Stellen möglichst in der rechten Hälfte des eigenen Fahrstreifens zu bleiben, wieder unter Beweis stellte.
Fazit
Schön war es trotzdem und Spaß haben die rund 145 Kilometer dieser Runde (hier in Kurviger) auch gemacht, die nach einem kleinen Abstecher über die Höllentalstraße durch Schwarzau noch durchs Klostertal zurück nach Gutenstein, den Ascher und entlang der Hohen Wand über Stollhof und Dreistetten vorbei an der Ruine Starhemberg wieder ins Piestingtal und in der anderen Richtung über den Hart nach Hause führte.
Und doch: Vorsicht ist nicht nur die Mutter der Porzellankiste, sondern auch die Versicherung eines Biker-Lebens. Wir müssen immer die Chance haben, die Fehler der anderen Verkehrsteilnehmer zu korrigieren und rechtzeitig darauf zu reagieren. Ich habe darum speziell am Motorrad für mich beschlossen, lieber einmal zu oft den Vertrauensgrundsatz nicht anzuwenden.
Auch das Lesen des Fahrbahnbelages vor uns hilft, genauso wie ein regelmäßiger Blick links und rechts neben die Straße, Gefahrensituationen zu begegnen, weil sie uns nicht mehr so leicht überraschen.
ÖAMTC Aktiv Training
Auch wenn die Haarnadelkurven schon wieder fast so gut funktionieren, wie sie sollen habe ich mich nach einigen Jahren wieder einmal zum Motorrad-Aktiv-Training beim ÖAMTC angemeldet und mit viel Spaß und manchem Aha-Erlebnis am 1.Mai am Fahrtechnikzentrum Teesdorf absolviert. Unser Instruktor Philipp hat uns dabei mit viel Engagement wieder zu aufmerksamen, die eigenen Grenzen erkennenden Bikern erzogen, die viele Situationen mit der wieder aufgefrischten Fahrtechnik besser meisten sollten. Daß wir am Schluss die neuesten Honda-Modelle testen konnten, war eine schöne Draufgabe.
Auch wenn es nervt, ist ein mehrfach abgesichertes Kennwort derzeit die beste Möglichkeit, sich gegen Hackersoftware zu schützen. In diesem Blog gebe ich einen kleinen Einblick wie erschreckend einfach unsere vermeintlich sicheren Systeme geknackt werden können, wir aber trotzdem nicht resignieren müssen.
Die Sicherheitsspezialisten von Hive Sytems haben ihre jährliche Passworttabelle aktualisiert: Wie lange brauchen Angreifer, um euer Passwort zu knacken? Das Bild unten zeigt fast überstark, daß auch auf den ersten Blick komplexe Kennworte relativ rasch zu knacken sind.
Für die Laien wie mich unter uns, der 12 Mal verwendete Nvida RTX-5090 ist zwar der derzeit leistungsstärkste Grafik-Prozessor für Gaming-PCs, aber mit gut 2000 Euro pro Stück auch für Hacker relativ leicht finanzierbar.
Copyright:Nvida RTX-5090
Also, nicht in Sicherheit wiegen, sondern für jede Applikation ein eigenes, einzgartiges, wenn möglich mindestens 13-stelliges Password verwenden. Die Hacker verwenden nämlich geleakte Passwörter als Basis um die Richtigkeit zu prüfen. Wenn dasselbe Passwort mehrfach verwendet wird, haben die Angreifer natürlich ein leichteres Spiel.
Die Zeiten in der Tabelle sind nicht der schlechteste, sondern der für uns als Opfer beste Fall, daß heißt es kann auch bedeutend schneller gehen und nur der grüne Bereich kann als sicher angesehen werden. Wer es genauer wissen möchte, kann in diesem Artikel von Gamestar nachlesen, wie das technisch vor sich geht.
Wie oft muß ich jetzt meine Passwörter ändern?
Die Regel, Passwörter regelmäßig zu ändern, ist mit sichereren Versionen mit mindestens 13 Stellen mit allen Zeichen-Möglichkeiten nicht mehr unbedingt notwendig. Sollte aber der Verdacht aufkommen, daß es in unbefugte Hände, sprich Computer gekommen sein könnte, besteht sofort Handlungsbedarf. Dabei helfen neben der eigenen Kreativität Password-Manager. Siehe dazu auch meinen ersten Blog zu diesem Thema: Mein Kennwort ist wie mein Haustorschlüssel
2-Faktor Authentifizierung
Wir kennen das alle vom Online-Banking, mit einer extra Applikation auf einem zweiten Gerät, die hier schon gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Möglichkeiten einer Mehrfaktor-Authentifizierung sind SMS-Tans, Codes per E-Mail, der Fingerabdruck oder die Gesichtserkennung. Diese zusätzliche Option hat Heise Online untersucht und mit Studienergebnissen erläutert, daß immer mehr Menschen trotz der Nervigkeit die Sinnhaftigkeit von besserem Kennwortschutz erkannt haben und so etwas wollen.
Der Sonntag, 30.9.2007 ist mein letzter Tag in Goa. Nach einer Runde zu mehreren Buchten bringt mich mein Fahrer zum Flughafen und es geht nochmals zurück nach Mumbai.
Santiago holt mich wie abgemacht pünktlich um 10 Uhr ab und wir fahren zur ersten Bucht. Ich dachte, ich habe in der meinen insgesamt 5 Wochen in Indien schon alles gesehen, was man am Motorrad transportieren kann, aber hier wir das noch übertroffen. Vor uns fährt ein Bauer auf seinem Fahrzeug, hinten sitzt seine Frau und hält ein frisch geworfenes Kalb im Arm.
Die Bucht selbst wäre ja traumhaft schön, nur irgendwie versteht hier niemand, wenn alles verdreckt ist und wild gebaute slumartige Hütten herumstehen, die ausländischen Touristen wegbleiben, da nützt alles nichts. nach ein paar Fotos fahren wir weiter, die zweite Bucht ist noch ärger, Händler haben die Zufahrt mit ihren Ständen einfach abgesperrt, überall liegt Dreck herum und niemanden scheint das zu stören. Kaum ausgestiegen, werde ich schon von 2 Händlerinnen angequatscht, sie weiß sofort dass ich Deutsch spreche, das hören ihre geschulten Ohren aus meinem Englisch heraus. Sie läuft mir ständig hinterher, Ich kaufe ihr dann doch eine Kette ab, sie verspricht mir, dann mich in Ruhe zu lassen. Dafür glaubt ihre Kollegin, dass sie jetzt dran sei und sie gehen erst weg, nachdem ich lauter und energisch werde. Wie ich in den beiden Tagen gesehen habe, kaufen ihnen die Inder auch nichts ab, sie sagen auch auf meine Frage danach, dass die Inder böse seien.
Diese Eindrücke trüben den Blick auf die schöne Bucht, hier stimmt vieles nicht, es kümmert sich niemand um den Dreck, die Buchten werden mit illegalen Bauten verschandelt, so wird es schwer, die Touristen zu halten. So wie es aber derzeit aussieht, kommen immer mehr Russen hier her, und denen ist das alles egal.
Santiago bringt mich zur letzten Bucht, an der eine bestimmte Schildkrötenart ihre Eier legt. Er erklärt mir, dass während dieser Zeit der Zutritt verboten sei und die Einheimischen das nicht verstehen und das als Einmischung auffassen. Er sei aber froh darüber und meint, dass sein Land und die Menschen hier in dieser Beziehung noch viel lernen müssen. Der Strand ist sehr weitläufig, wir wandern eine Weile entlang, sehen aber leider keine Schildkröten. Hinter einem Fischerboot sitzen einige Fischer und zerteilen einen Fisch in kleine Teile. Santiago erklärt mir, das dieser Fisch ungefähr 3000 Rupies Erlös bringt, der auf alle Anwesenden aufgeteilt werden muss. Ein weiteres Problem ist, dass in den letzten Jahren immer mehr Inder Vegetarier wurden, aber Fisch essen. So bleibt dann unterm Strich für die Einheimischen fast keine Möglichkeit mehr, selbst Fisch zu essen.
Am Rückweg fahren wir an Häusern vorbei, die zwar ganz ok aussehen, nur rundherum herrscht der absolute Dreck. Als Europäer würde man das schon fast als Slum bezeichnen. Santiago erklärt mir aber, dass das eine gute Wohngegend sei, ruhig außerhalb der Zentren, mit Strom und Wasser ausgestattet, also nicht so arm wie es für europäische Augen wirkt. Manchmal steht auch ein neues Auto vor dem Haus.
Heute ist Sonntag und viele Leute sind an den Wasserstellen, die es hier gibt und fischen, entweder mit Netz oder auch mit selbst bebastelter Angel. Die Fische, meistens kleine Sardinen oder ähnliches werden dann zum Trocken auf großen Plastikplanen aufgelegt.
Santiago liefert mich kurz nach 13 Uhr am Flughafen ab, es war sehr beeindruckend, aber andererseits bin ich sicher, dass ich nicht so schnell wieder hierher kommen will, aber das sage ich ihm nicht.
Unser Flug hat eine Stunde Verspätung, ich bin dann froh, wie ich wieder normal in meinem Hotelzimmer duschen kann. Auch wenn das Zimmer in Goa mit 2500 Rupies, das sind rund 45 Euro, nicht übermäßig teuer war, das Preis-Leistungsverhältnis hat nicht gestimmt, dabei war ich in einem Hotel der gehobenen Mittelklasse.
Dieser Blog ist kein medizinischer Ratgeber, sondern soll mit meinen persönlichen Erfahrungen vor, während und nach der Hüftoperation Ängste und Vorbehalte abbauen helfen. Von der neuen Lebensqualität nachher erzähle ich ebenfalls.
Am Ende findet ihr eine Ergänzung wie es mir nach 9 Monaten und der letzen Facharzt-Untersuchung geht.
Ich weiß, das ist nichts Außergewöhnliches und tausendfach erprobt, aber es gibt doch den einen oder die andere, die zumindest Respekt davor haben und daher länger als nötig die Operation hinausschieben. Für alle diese möchte ich in diesem Blog mit meinen Erfahrungen von den Vorbereitungen zur Operation bis zur Rückkehr aus der Reha die Entscheidung dafür unterstützen.
Ich kann natürlich nicht für alle sprechen, manche mögen andere Erfahrungen und vorher oder nachher andere Herausforderungen haben, daher ist mein Blog kein medizinischer Ratgeber, sondern die Vermittlung von Erfahrungen und Erlebnissen, die ich gemacht habe und daher nicht für jede und jeden stimmen müssen.
Vorarbeit schadet nicht
Alle, die meine Blogs seit Beginn lesen, wissen, daß ich seit Pensionsantritt regelmäßig 2-3x pro Woche im Fitnessstudio bin, mit mindestens 20 Minuten am Ergometer und rund einer halben Stunde beim Zirkeltraining. Meine generelle körperliche Befindlichkeit und Kondition hat sich recht ordentlich gesteigert, die Schmerzen im Hüftgelenk sind aber nicht weniger geworden, im Gegenteil. Da haben auch die Massagen und Physiotherapien nicht geholfen, wenn der Knorpel einmal weg ist und Knochen auf Knochen scheuert, schmerzt das einfach.
Das führt zu Muskelverkrampfungen und die Faszien verkleben, was den Schmerz weiter verstärkt. Ich kann aber trotzdem oder gerade deswegen nur raten, so viel wie möglich Bewegung bis zum OP-Termin zu machen, Physiotherapien in Anspruch zu nehmen und nicht aufzugeben, es hilft oft im Moment und auf jeden Fall trägt es zur besseren Verfassung nach der Operation bei.
Der Operationstermin rückt näher
Ein interessanter obligatorischer Vortrag vor der OP-Freigabe im Spital diente auch dazu, den Ablauf kennenzulernen und offene Fragen zu stellen. 11 Tage nach der OP-Freigabe, noch in der Woche vor Weihnachten war es dann soweit. Meine Frau brachte mich ins Orthopädische Spital Speising, wo ich um 9 Uhr früh die Aufnahme hatte. Drei Personen warteten schon vor mir, kein Wunder, werden doch pro Jahr rund 10.000 Operationen nur in diesem Spital durchgeführt (im Jahr 2023 9774 Operationen, siehe Jahresbericht).
Der Tag der Operation
Das Personal war schon beim Freigabetermin extrem freundlich und sehr auf den einzelnen Patienten bezogen und das setzte sich bei der Aufnahme und der OP-Vorbereitung mit fort. Kein Gefühl von Fließband sondern das Eingehen auf die persönliche Situation kam hoch. Ich musste dann aber trotzdem noch 2,5 Stunden warten, bis ich in den OP geholt wurde. Da das gemacht wird, während der OP Saal gereinigt wird, hieß es nochmals rund eine halbe Stunde warten.
Meine Frage, ob ich meine Prothese sehen könnte, wurde aus Sterilitätsgründen verneint, aber ich habe mich recht gut vorbereitet, daher kann ich hier auch ein Referenzbild zeigen. Die eigene wäre aber trotzdem interessant gewesen.
Copyright: Orthopädisches Spital Speising 2024
Bei fachgerechter Operation (siehe dazu das Kapitel am Ende) beträgt die Lebensdauer der Hüft-TEP (Totalendoprothese des Hüftgelenks) heute 20 bis 25 Jahre, oft sogar länger. Offiziell werden trotzdem 15 Jahre kommuniziert, ich habe aber mit einigen Leuten gesprochen, die ihre Endoprothese ohne Probleme schon länger als 20 Jahre haben.
Darum habe ich sehr gute Aussichten, in meinem Leben keinen Prothesenwechsel mehr durchmachen zu müssen, mein Orthopäde meinte sogar, ich könnte damit ohne Probleme auch 95 Jahre alt werden. Wer meine Blogs aufmerksam liest, kennt schon einen Checkpoint im Jahr 2052 (siehe hier), jetzt kommt ein weiterer noch etwas später dazu.
Aber jetzt zurück zu meiner Operation, ich musste zweimal noch mit der Sauerstoffmaske tief einatmen, dann war die Sättigung ok und das Ende des dritten Atemzugs habe ich nicht mehr wahrgenommen. Nicht ganz zwei Stunden später wurde ich im Aufwachraum munter, gefühlt recht gut ausgeruht. Jetzt war natürlich die Größe der Narbe interessant, die sich jetzt an der Stelle des markierenden Smileys befindet. Das Pflaster, das die Wunde verdeckt, ist ca 12×8 cm, da kann der Schnitt maximal 10 cm lang sein. Der Schmerz war sicher nicht mehr als vorher, nur anders.
Dem wurde auch abgeholfen, neben einem Wassertropf bekam ich eine Kombi aus Novalgin und Paracetamol als Infusion und der Schmerz war schon minimal bis ich in meinem Zimmer war. Bald kam auch meine Frau und brachte meine weiteren Utensilien, wie Toilettesachen, Lesestoff und Tablett mit und das Abendessen kam ebenfalls. Der Schlaf war ok, nur unterbrochen durch zwei weitere Infusionen um Mitternacht und 5 Uhr früh.
Tag 2
Blutdruck, Sauerstoffsättigung und EKG waren heute die ersten Meilensteine, bevor der Physiotherapeut kam. Er zeigte mir einige Übungen im Bett in Rückenlage, ich nenne sie Bettyoga im Gegensatz zum gehypten Sesselyoga. Dann kam er schon mit den Krücken und ich durfte bereits eine Runde am Gang gehen. Das ging recht gut, ich muss nur weiter aufpassen, keine Drehbewegung am operierten Bein zu machen. Die besondere Überraschung für mich war, daß ich nicht mehr humpeln musste, beinahe keine Schmerzen beim Gehen hatte und sich beide Beine wieder gleich lang anfühlten, was ich seit mehr als 3 Jahren nicht mehr kannte. Nach dem Frühstück konnte ich bereits allein ins Badezimmer, aber dann war es doch recht gut, sich wieder im Bett auszurasten.
Bald kam dann die Entlassungsmanagerin um mit mir den Antrag für die Reha auszufüllen. Die Besuchsdiplomatie ging weiter und die Visite kam und entließ mich gleich mit Freitag. Jetzt musste ich morgen nur noch das Stiegen steigen üben, dann passt alles. Die Ergotherapeutin war die nächste, um mit mir das tägliche Leben in den nächsten 4-5 Wochen zu besprechen. Sie zeigte mir, wie man eine Hose anzieht, die Socken mit einem zusammengerollten Handtuch hochbekommt und mit der Krücke wieder auszieht. Ich darf ja in den nächsten Wochen die Hüfte nicht über 90 Grad beugen.
Dann ein bisschen Verschnaufen bis zum Mittagessen, schon beim Esstisch und nicht mehr im Bett. Vor rund 24 Stunden wurde ich in den OP Saal gerollt und ich darf und muss schon wieder sehr mobil sein. Ein neues Coolpack mußte noch her, der Hosengummi hat etwas zu fest auf die Wunde gedrückt. Dann habe ich meinen Radius am Gang vergrößert, es ging super gut ohne extra Schmerzen und außergewöhnliche Anstrengung.
Meine Frau kam dann nach der Arbeit zu Besuch und brachte Manner Mignon Schnitten für die Seele mit. Das Spitalsessen ist ok, aber ein kleiner Phenethylaminschub tut trotzdem gut. Die Venflons sind beide weg, keine Schmerzinfusionen mehr, nur noch eine Tablette je Mahlzeit und vor dem Schlafen.
Tag 3
Gleich um 7 Uhr, noch vor dem Frühstück, wurde ich zum Röntgen gefahren. Leider habe ich mein Handy nicht mitgenommen, so kann ich euch kein Bild meines neuen Gelenks zeigen. Kurz nach dem Frühstück kam dann auch noch geistlicher Beistand mit einem sehr guten kurzen Gespräch. Bei der Visite wurde mir bestätigt, daß ich am nächsten Tag, dem Freitag, heim gehen kann und die Medikation für die nächsten Wochen erklärt. Mit der Ergotherapeutin konnte ich auch noch das Ein- und Aussteigen aus der Badewanne üben, ist leichter als ich dachte, ob es zu Hause auch so gut klappt? Die Narbe ist zwar nicht sehr groß, dafür war der Bluterguss rundherum umso größer. Regelmäßige Kühlung mit einem Coolpack sollte ihn möglichst bald verkleinern. Die Schmerzen waren minimal, das ist natürlich auch den 4 Schmerztabletten pro Tag zu verdanken. So sprach nichts mehr gegen das Heimgehen morgen, nachdem ich von einer Apothekenangestellten auch noch mit meinen Medikamenten für die nächsten 2 Wochen versorgt worden war.
Tag 4
Am Morgen wurde mir nochmals Blut abgenommen, dann wartete ich nur mehr hungrig auf das Frühstück. Währenddessen kam die Visite und gab mich für das Heimgehen frei, nur das letzte Blutbild fehlte noch, das positive Ergebnis bekam ich dann eine Stunde später. Dann hatte ich Zeit, mit einigen Bekannten zu telefonieren, nur unterbrochen vom Blutdruck messen und der Lieferung meiner notwendigen WC Erhöhung. Einen Termin zur Wundkontrolle beim Hausarzt konnte ich auch schon vereinbaren.
Jetzt kam auch noch der Physiotherapeut um mit mir das Stiegen steigen zu üben und mir einige Übungen im Stehen mitzugeben. Alles ging sehr gut und problemlos, ich muß nur aufpassen, nicht zu viel zu tun, die Prothese braucht eben 4-6 Wochen um gut einzuwachsen. Aber nach 4 Wochen kann ich schon wieder mit dem Ergometer beginnen und dann sollte bald die 3-wöchige Reha beginnen. Motorradfahren ist aus heutiger Sicht ab April auch kein Problem, also alles positiv! Einen Implantatepass bekommt man ebenfalls, der kommt gleich in den Reisepass und eine Kopie in die Geldbörse, damit ich ihn bei diversen Kontrollen immer mit dabei habe.
Zum Abschluss gab es noch das Mittagessen, anscheinend sollte mir das Spitalsessen auch in Erinnerung bleiben. Es gab Hörnchen mit Soja-Sugo, schon sehr gesund halt.
Wieder daheim
Zuhause hatte meine Frau bereits einiges vorbereitet, ein Topper erhöhte das Bett um einige Zentimeter und die Matratze eines Kinderbettes ermöglichte es mir, auch auf der Wohnzimmerbank zu liegen und wieder aufzustehen ohne die Hüfte über die erlaubten 90 Grad zu beugen. Einige Teppich-Stolperfallen waren ebenso weggeräumt, jetzt musste nur noch die WC-Sitzerhöhung montiert werden. Unterstützung benötigte ich aber anfangs trotzdem, da alle Bewegungen, die die Hüfte zu weit beugen, in den ersten 4-6 Wochen tabu sind.
Resümee nach 2 Wochen
In den ersten Tagen war das Hinlegen relativ beschwerlich und manchmal auch schmerzhaft. Der Oberschenkel sah aus wie ein einziges riesiges Hämatom, doch durch die Behandlung meiner Frau mit Hiruduid-Salbe sackte es recht rasch bis in den Unterschenkel ab, wo es wieder einige Tage dafür sorgte, daß ich beim Liegen das Bein nicht hochstellen konnte und mich auch nicht zur Seite drehen konnte.
Da hingegen das Gehen angenehm war, wurden die Kreise um das Haus immer größer, bis ich täglich zwischen 4 und 6 Kilometer mit meinen beiden Krücken marschierte, nicht nur daheim, sondern auch im Kurpark in Baden oder im Akademiepark in Wr.Neustadt. Es war im Vergleich zu vor der Operation praktisch schmerzfrei, ich musste auch nicht mehr hinken. Das Mitfahren im Auto war ebenfalls kein Problem mehr, sodass wir zu Neujahr meine Mutter mit jeweils fast 2 Stunden Fahrtzeit hin und zurück besuchen konnten.
Nach einer guten Woche habe ich auch die Schmerzmittel um die Hälfte reduziert ohne mehr Beschwerden zu bekommen. Duschen in der Badewanne funktionierte von Anfang ebenfalls ohne besondere Anstrengungen, das alles verleitete aber auch, bald die ganz kurzen Wege im Haus ohne Krücken zu bewältigen.
Da sich dabei sowohl aus den Bronchien als auch der Nase immer wieder Blut bemerkbar macht, beschließe ich, meine praktische Ärztin aufzusuchen. Laut den Erklärungen bei der Endkontrolle muß man bei Zahnproblemen und ähnlichem vorsichtig sein, um keinen Entzündungsherd zur Hüftprothese zu bringen. Sie gibt aber Entwarnung, die Lunge ist frei und auch das Kontrollröntgen ist unauffällig. Trotzdem quält mich der Schnupfen noch tagelang.
Nach etwas mehr als 2 Wochen, am 2. Jänner 2025 hatte ich die erste Wundkontrolle beim praktischen Arzt. Das Duschpflaster wurde abgelöst, dabei gab es ein paar blutende Stellen, weil die Haut sich an ein paar Stellen mitsamt dem Pflaster ablöste. Die Wunde mit den selbst auflösenden Nähten war aber sehr sauber und schön verheilt. Und weil das Wetter schön war, bin ich gleich die rund 3 km mit den Krücken nach Hause gegangen.
Es geht weiter aufwärts
Vier Tage später, am 6.Jänner konnte ich die Schmerzmittel bis auf die Abendtablette absetzen. Die Reha wurde von der Pensionsversicherung bereits bewilligt und ich erhielt einen Anruf der Reha-Klinik Lassnitzhöhe zur Terminvereinbarung. Jetzt warte ich auf die schriftliche Bestätigung.
Sonst machte ich die vorgeschlagenen Übungen und meine täglichen Fußmärsche von 3 bis 5 Kilometern, manchmal mit Zwischenstopp im Kaffeehaus.
Der Reha-Termin ist fix
Der Reha-Termin wurde mir in der Zwischenzeit auch bekanntgegeben, ich fahre vom 19.3. bis 9.4. in die Privatklinik Lassnitzhöhe in der Nähe von Graz. Da ja da schon das Frühjahr kommt, möchte ich mein E-Bike mitnehmen, wenn der Arzt nichts dagegen hat. So könnte ich bei schönem Wetter die Umgebung mit dem Rad erkunden, Möglichkeiten gibt es dort genug. Bei meiner Kur in Bad Eisenkappel im November 2023, wo es zeitweise recht warm und sonnig war, musste ich mir eines vom Hotel ausleihen.
Jetzt warte ich nur auf den finalen Untersuchungstermin bei meinem Orthopäden am 10. März.
Nach 5 Wochen wieder am Ergometer
Heute, fast 5 Wochen nach der Operation, habe ich mich das erste Mal wieder auf das Ergometer gesetzt und bin 10 Minuten lang rund 3,5 km mit moderaten 70 Watt gefahren. So will ich es diese Woche noch zweimal machen, ohne mich zu überfordern.
Alles ist gut gegangen, daher habe ich am Montag der zweiten Woche auf 12 Minuten erhöht und die Wattzahl auch leicht gesteigert. Da jetzt die 6 Wochen nach der Operation um sind, werde ich auch von den Krücken auf die Nordic Walking Stöcke umstellen und die Krücken vorerst nur noch zum Stiegen steigen daheim zu verwenden. Zwei Tage später standen die Krücken zwar jeweils bei den Stiegen, doch verwendet habe ich sie nicht mehr.
Von den Krücken zu den Walking Stöcken
Das Marschieren mit den Walking Stöcken machte mehr Spaß als mit Krücken und so sind die Runden mit jeweils über 8.000 und 12.000 Schritten gleich größer geworden. Im Fitnesscenter versuchte ich in meinem Mittwoch-Termin neben dem Ergometer auch noch die ersten 4 Stationen des Zirkeltrainings, die ohne Beinunterstützung auskommen. Am nächsten Abend und Morgen meldeten sich leichte Schmerzen in der Hüfte und starke Schmerzen in der linken Schulter, die ich erst am nächsten Tag als Muskelkater erkannte. Die große Schrittanzahl und die ungewohnte Bewegung mit den Walking Stöcken gepaart mit der Anstrengung beim Zirkel waren doch etwas zu viel. Daher habe ich meine Freitagsrunde im Fitnessstudio ausgelassen und bin auch nur eine sehr kleine Runde marschiert. Das hat sowohl der Hüfte als auch der Schulter gut getan. Ich muß ja keine Rekorde brechen.
Die Kontrollen nach der Operation
Am 5.Februar hatte ich mein Kontrollröntgen, der postoperative Befund war unauffällig, es zeigte aber geringe Fibroostosen am Sitzbeinhöcker. Da ich seit ein paar Tagen leichte Schmerzen im Oberschenkel hatte, die ich bis dahin als Muskelkater interpretiert hatte, beschloss ich, bis zum Termin mit dem Orthopäden etwas zu bremsen und mit dem Ergometer auszusetzen und die Walking-Runden kleiner zu halten.
Kontrolle durch den operierenden Orthopäden
Heute, am 10. Februar war die Kontrolle beim Orthopäden, er war mit der Wunde und dem Röntgenbild sehr zufrieden. Ich brauche nicht mehr darauf zu achten, daß der 90-Grad Winkel in der Hüfte nicht überschritten wird und kann moderat zu dehnen beginnen, die Sehnen speziell in der linken Hüfte sind aufgrund der jahrelangen Schonhaltung verkürzt. Der Ergometer darf auch mehr und mehr strapaziert werden, nur für das Zirkeltraining mit den Beinen ist es noch zu früh. Die Runden mit den Walking-Stöcken gehen auch wieder in die 10.000 Schritt Dimensionen.
In der neuen Woche fahre ich mit 90 Watt 15 Minuten am Ergometer und die 4 Zirkel Stationen für den Oberkörper mit jeweils 1 Kg mehr als letzte Woche. Es macht keine Probleme in den Gelenken und in der Oberschenkelmuskulatur, aber heiß wird mir auch nicht dabei.
Ein Riesenschnupfen dämpft alle Bewegungspläne
26.Februar, ich freue mich schon auf eine weitere kleine Steigerung am Ergometer und beim Zirkeltraining (eh nur für den Oberkörper), aber ich wache mit Halsschmerzen auf und die Stimme versagt. An ein Training ist nicht zu denken, am Nachmittag bricht auch noch der Husten aus und ich schlafe stundenlang. Der wird in den nächsten Tagen stechender, dafür beginnt die Nase zu rinnen. Die nächsten beiden Nächte dauern immens lang und der Schnupfen staut sich wie immer bei dieser Intensität bis in die Stirnhöhlen.
Erste kleine Fahrradtour mit dem neuen Gelenk
Der Schnupfen ist zwar noch nicht ganz abgeklungen, daß Wetter ist aber wunderschön und es gibt Temperaturen bis zu 22 Grad. Darum beschließen wir an diesem Sonntag, dem 9.März die erste gemütliche kleine Runde mit dem Fahrrad zu machen. Im Endeffekt sind es dann 17 Kilometer durch die benachbarten Weinberge und vorbei an den frisch gepflügten Feldern. Nachdem ich keine Schmerzen oder andere Schwierigkeiten habe, kann ich das Fahrrad auf jeden Fall zur Kur in eineinhalb Wochen mitnehmen. Ich hoffe trotzdem, daß ich vorher noch das eine oder andere Stück mit dem Rad fahren kann.
Für mich ist es immer noch ein kleines Wunder, daß weder beim Gehen, Liegen oder jetzt beim Radfahren und Auf- und Absteigen irgendein Schmerz auftritt, ein unbeschreiblicher Gewinn an Lebensqualität.
Steigerung am Ergometer
Beim letzten Mal am Ergometer vor der Reha habe ich mich bereits auf 18 Minuten bei rund 100 Watt gesteigert, auch bei den 4 Zirkeltrainingsstationen konnte ich wieder um jeweils ein Kilogramm steigern.
Drei Wochen Reha auf der Lassnitzhöhe
Am Mittwoch, dem 19.März muß ich spätestens um 8:30 in der Reha-Klinik erscheinen. Der Selbstbehalt ist vorab bezahlt, die klinischen Fragebögen sind ausgefüllt und die aktuellen Befunde sind in einer Mappe gesammelt. Die Checkliste der Klinik mit den eigenen Ergänzungen wird nochmals überprüft, damit ich nichts vergesse. Den Fahrradträger und das Bike habe ich bereits am Vortag am Auto montiert, damit ich ohne Stress kurz nach 6 Uhr morgens losfahren kann.
Privatklinik Lassnitzhöhe
Ich treffe kurz vor 8 Uhr im Spital ein und kann sofort mein Gepäck ausladenden und bekomme gleich auch die organisatorische Aufnahme. Die medizinische Erstaufnahme und die Diätologin folgen gleich und ich kann schon in den 4. Stock fahren, wo mich die Stationsschwester übernimmt, wiegt und vermisst und mir mein Zimmer zeigt. Dann heißt es wieder warten, der Orthopädie-Arzt und die Physiotherapeutin kommen erst langsam bis zum Mittagessen. Das erste Mittagessen wird auf dem Zimmer serviert, Linseneintopf mit Brot, Krankenhaus-Essen eben, aber ok.
Da jetzt angeblich alles erledigt ist, beschließe ich, die Gegend mit dem Ebike zu erkunden, nach 17 km und einer Stunde bergauf und ab bin ich wieder zurück. Der Internist hat mir eine Nachricht hinterlassen, daß er mich auch noch sehen will, daß Gespräch ist dann auch kurz und er ist positiv überrascht von meiner Konstitution.
Donnerstag, Freitag und Samstag vormittag sind ausgefüllt mit Aquagymnastik, Ergometer, diversen verpflichtenden Vorträgen, zweimal Bewegungstraining und meinem ersten Mal am Laufband, alles gut und ohne Schmerz zu meistern.
Das erste Wochenende in der Reha ist vorüber
Jeweils am Samstag und Sonntag Nachmittag mache ich eine Radtour nach Graz, dabei sind einige Höhenmeter zu überwinden, da wie der Name Lassnitzhöhe schon sagt, das Spital hoch oben liegt. Mehr dazu gibt es im Extrablog zur Fahrt ins Grazer Puch-Museum und zur Basilika Mariatrost.
Und die erste volle Woche ist auch schon vorbei
Sie war ausgefüllt mit Wassergymnastik, einer Walking-Stunde, Krafttraining mit Geräten mit Schwerpunkt Beine und Hüfte, Bewegungs- und Koordinationstraining und für mich ganz neu, dem Laufband und einigen Einzel-Physiotherapien, bei denen speziell auf Genauigkeit, Gleichgewicht und Beweglichkeit des Hüftgelenks geachtet wurde.
Die Therapeutin zeigte mir auch, daß man die Narbe sehr stark massieren und dehnen kann, um die innen liegenden Verknotungen zu lockern. Das geht natürlich nur dann, wenn die Narbe so wie es nach 3 Monaten eigentlich sein sollte, gut verheilt ist.
Sonntag in Graz
Am Sonntag besuchte mich meine Frau Evi und da das Wetter nicht besonders vielversprechend aussah, beschlossen wir, nach Graz zu fahren. Während wir von der Operngarage durch die Altstadt bis zur Mur marschierten, wurde das Wetter immer besser. Nach dem Mittagessen im Der Steirer wanderten wir zur Schloßbergbahn und fuhren hinauf. Nach einer Runde am Berg und einem stärkenden Cappuccino in der Sonne stiegen wir recht flott die Stufen des Schloßbergs hinunter. Das war für mich ein tolles Gefühl, nach mehr als 12.000 Schritten auch das ohne Schmerzen und Beeinträchtigungen zu schaffen.
Niemand soll überfordert, jeder aber gefordert werden
Einzelne Beschwerden von anderen Kolleginnen und Kollegen gibt es auch immer wieder, die Ballspiele im Koordinationstraining seien zu fad, der Marsch durch den Wald zu fordernd, das Laufband unmöglich und überhaupt alles zu anstrengend. Leute, ihr macht das alles für euch selbst und nicht zur Erbauung der Therapeuten!
Außerdem ist es immer möglich, in Absprache mit den Therapeutinnen oder Therapeuten Vereinfachungen in der aktuellen Einheit zu machen, die jeweils zu schwierigen Übungen zu verkürzen und im schwersten Fall auch den Therapieplan etwas anzupassen. Aber da die Pensionsversicherung zahlt, sind sinnvollerweise bestimmte Vorgaben einfach einzuhalten.
Lindsey Vonn bleibt trotzdem unerreichbar
Neben einigen von der PVA (Pensionsversicherung) vorgeschriebenen Vorträgen gab es in der letzten Woche alles vom Laufband und das Ergometer, wo ich bei den 120 Watt für 20 Minuten angekommen bin, die ich im Dezember 2024 vor der Operation erreicht hatte.
Eine Massage, eine Moorpackung, Wassergymnastik, zwei Walkingstunden und Physiotherapien ergänzen das Therapieprogramm bis zu einigen Gleichgewichtstrainings, die mir spezielle Schwierigkeiten machten, aber nicht wegen des neuen linken Hüftgelenks, sondern wegen meines noch immer nicht voll funktionierenden rechten Vorfußhebers nach meinem eingeklemmten Ischiasnerv im Mai 2023.
Beim medizinisch-therapeutischen Krafttraining bekam ich wieder die Sicherheit für die Geräte beim Zirkeltraining im Fitnessstudio und ich weiß jetzt, daß ich praktisch alles machen darf außer Bungee-Jumping, Schispringen und Lindsey Vonn nachfahren.
Ein Fazit nach beinahe 4 Monaten seit der Operation
Ein paar Dinge sollten alle bedenken, die irgendwann ein neues Hüftgelenk benötigen:
• Körperliche Fitness ist eine gute Voraussetzung für einen guten Operationsverlauf und die Heilung danach. Hier lässt sich auch außerhalb des Fitnesscenters mit Gymnastikübungen, Spazierengehen, Radfahren, Wassergymnastik einiges erreichen, abgestimmt auf die persönlichen Möglichkeiten und Gegebenheiten. • Auch Physiotherapien mit abgestimmten Übungen, Faszienlockerungen und Massagen helfen mit, so lange wie möglich ohne Operation auszukommen. • ABER: Schmerzen sind nicht gottgewollt! Wenn die Schmerzen immer stärker werden, muß auch bedacht werden, daß für OP-Termine je nach Bundesland und Spital mitunter recht lange Wartezeiten anfallen. Daher ist es auf jeden Fall gut, gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt des Vertrauens frühzeitig zu planen. • Ein größeres Spital, das spezialisiert ist, ist aus meiner Sicht auf jeden Fall einem kleinen Spital mit wenigen Operationen pro Jahr vorzuziehen, auch wenn das näher beim Heimatort liegen sollte. • Mit der heute gebräuchlichen minimalinversiven Operation ist der Spitalsaufenthalt stark verkürzt und man wird wenige Stunden nach der Operation schon mobilisiert. • Der Schmerz nach der Operation steht im Normalfall in keinem Verhältnis zu den Beschwerden vorher! • In den ersten 6 Wochen sind einige Vorsichtsmaßnahmen unbedingt einzuhalten, wie die ausnahmslose Verwendung von Krücken, das operierte Hüftgelenk nicht über 90 Grad abwinkeln, die Beine nicht überkreuzen, keine Drehbewegung im Hüftgelenk, keine schweren Lasten über 25 kg heben. • Auch wenn es für Hüftoperationen nicht mehr unbedingt vorgeschrieben wird, ein Reha-Aufenthalt nach frühestens 6-8 Wochen ist auf jeden Fall hilfreich. • Die Therapien mögen nicht immer sinnvoll oder passend erscheinen, sie sind aber im eigenen Interesse und nicht zur Freude der Therapeutinnen und Therapeuten. Wenn etwas wirklich nicht passen sollte, sprechen sie es bei den Ärzten und Therapeuten trotzdem an. • Komplikationen können leider immer auftreten, auch wenn die Hüft-TEP tausendfach geprobte Routine ist. Nur ist es nicht sinnvoll, in alle Eventualitäten hineinzuversinken, es ist auf jeden Fall besser sich positiv vorzubereiten und gut zu informieren. • Ein offenes Gespräch mit Bekannten und Freunden, die bereits ähnliche Erfahrungen haben, schadet ebenfalls nicht.
Der Weg zur Operation war lang und die Entscheidung dafür oder dagegen ist immer individuell
Ich habe in den letzten Jahren seit die Schmerzen stärker wurden, mehrere Orthopädinnen und Orthopäden aufgesucht, wo der Befund noch nicht eindeutig Richtung Hüft-TEP ging. Aber trotzdem wurden viele Möglichkeiten ausgelotet und die passenden Physiotherapien verordnet, die zur Linderung der Beschwerden beitrugen.
Ein eingeklemmte Ischiasnerv rechts im Mai 2023 verschlechterte wegen der wochenlangen Unbeweglichkeit auch die Beschwerden am linken Hüftgelenk. Daher unterstützte meine damalige Orthopädin auch meinen Kurantrag. Die Kur hat schmerzseitig nichts verändert, aber sehr wohl meinen Zugang zu sportlicher Betätigung und das war nachträglich betrachtet das Wichtigste. Ich habe trotz Schmerzen im Gelenk ein Jahr lang etwas für meinen Muskelaufbau getan, was mir die Zeit nach der Operation leichter machte.
Am Ende war es aber trotzdem meine persönliche Entscheidung, ein neues Hüftgelenk zu wollen und ich habe schon Stunden nach der OP gewusst, daß sie richtig war. Das Vertrauen zum operierenden Orthopäden war für mich ebenso wichtig und bin dankbar, ihn kennengelernt zu haben, es ist aber nicht Voraussetzung für eine gelungene Operation. Wichtig ist aus meiner Sicht ein Spital, das reiche Erfahrung mit Hüftoperation hat und nach dem neuesten Stand der Wissenschaft arbeitet.
Erklärung der minimalinversiven Operation und Rapid Recovery
Die minimalinvasive Implantation der Hüftendoprothese schont das umliegende Gewebe und die Muskulatur. Der Zugang erfolgt über anatomisch vorhandene Lücken zwischen den Muskeln, sprich sie werden so weit wie notwendig auseinandergezogen. Die Muskeln bleiben so unverletzt und haben schnell wieder ihre Funktion. Unmittelbar nach der Operation kann man wieder mit Vollbelastung aufstehen, bei mir dauerte es bis am nächsten Morgen, da ich spät aus dem OP kam und die Physiotherapeuten schon frei hatten.
Rasch wieder aktiv und mobil zu sein, ist das Ziel des Orthopädischen Spitals Speising. Das sogenannte „Rapid-Recovery“-Programm steht für „Frühremobilisation“. Dabei ist man als Patient aktiver Partner im Gesundheitsprozess. Wie ihr aus meinem oben beschriebenen Besuchsprogramm seht, arbeiten im Rahmen dieses Konzepts Orthopädinnen und Orthopäden, Anästhesist*innen, Physio- und Ergotherapeut*innen, die Pflege sowie das Entlassungsmanagement mit eng abgestimmten Konzepten perfekt zusammen und beschäftigen und mobilisieren die Patienten.
Copyright: Orthopädisches Spital Speising 2024
Nachtrag zum Motorradfahren
In der Zwischenzeit habe ich zu Ostern, fast auf den Tag genau 4 Monate nach der OP, das Motorrad aus dem Winterquartier geholt und eine weitere Runde gemacht. Und was soll ich sagen, es macht Spaß. Das Auf- und Absteigen geht wieder ohne Probleme und Schmerzen, ich kann ohne Schwierigkeiten die Beine grätschen um über die Sitzbank zu kommen. Und genauso wichtig, das Stehenbleiben erfordert keine Planung und Konzentration mehr, um auf den Schmerz beim Hinunterstellen des linken Beines vorbereitet zu sein. Nur das Socken anziehen vorher ist noch immer etwas mühsam, aber das darf angeblich noch einige Zeit so sein.
9 Monate nach der Operation
Die letzten Monate habe ich relativ regelmäßig das Fitnesscenter besucht und dabei von der Hüfte die wenigsten Einschränkungen gehabt. Beim Zirkeltraining sind im Sommer 2 neue Stationen dazu gekommen, nämlich die Beingrätsche, einmal mit Drücken nach innen und das andere Mal nach außen, beides funktioniert ohne Beschwerden. Auch beim Socken anziehen ist eher der Bauch die Herausforderung, das Beugen des Gelenks ist kein Problem.
Außerdem bin ich insgesamt etwas mehr als 5000 Kilometer am Motorrad gesessen, alles ohne Einschränkungen und von der Herausforderung gab es alles von der schnellen Autobahn über kurvige Straßen bis zum Kopfsteinpflaster auf der Tremola (siehe Bericht dazu hier: Die Tremola als Höhepunkt) und einem Feldweg in Graubünden (hier zum Nachlesen: Viele Seen und noch mehr Kurven). Rund 1000 Kilometer am Fahrrad (zum Beispiel hier die Blogs zu: Von Villach bis Grado)
Anfang Oktober 2025, etwas mehr als 9 Monate nach der Operation, hatte ich die anschließende Untersuchung beim operierenden Facharzt. Die Röntgenbilder und der dazugehörige Befund versprachen nur das Beste, also war ich auf seine Meinung gespannt.
Das Gelenk ist sehr gut eingewachsen, sicher ist dabei ein Vorteil, dass bei mir kein Knochenzement nötig war. Umso erfreuter bin ich über die Zusammenfassung des Arztes:
„Dieses Gelenk haben sie ewig, hier passt alles perfekt. Eine weitere Nachuntersuchung ist nicht mehr notwendig, sie dürfen alles machen, was sie wollen!“
Dieser Blog handelt vom Sightseeing vom katholischen Nationalheiligen zu Hindu-Mandirs, Wasserbüffeln, Shishas und einer Disco mit DJ Ötzi in Goa!
Das Frühstück ist ok, mir hängen zwar die täglichen Cornflakes schon zum Hals heraus, aber andererseits vertrage ich die indischen Gewürze auf nüchternen Magen nicht, wenn ich sie auch sonst noch immer gern esse. Aber auf Schwarzbrot mit Butter und Honig oder ein Schnitzel freu ich mich trotzdem!
Jetzt steht eine Ortserkundung an, außerdem brauche ich ein ATM-Office, das Geld wird schon wieder zu wenig, aber zu viel will ich andererseits auch nicht mehr abheben. Irrsinnig viel Verkehr auf der Dorfstrasse, wie in jedem Fremdenverkehrsort, aber viel chaotischer und lauter durch das ständige Hupen, das hier nicht weniger ist als in Mumbai. Ich entdecke am Hauptplatz einen Hindi-Mandir mit einem schönen Turm davor, so wie ich das in Hyderabad oder Mumbai noch nicht gesehen habe, die haben anscheinend auch ihr Lokalkolorit. Dann gehe ich wieder Richtung Strand und engagiere den ersten Taxifahrer der nicht total penetrant ist für meine Sightseeingtour zu den Kirchen. Wir machen einmal 3 Stunden für 800 Rupies aus, das ist ein fairer Preis hier.
Wir fahren mit seinem Kleinbus aus dem Dorf hinaus, hier muss ich manchmal auch mitbremsen, die Geschwindigkeiten sind höher und es ist trotzdem alles wahnsinnig knapp. Auf einmal bremst der Fahre abrupt, ein kleiner Junge wäre uns fast hineingelaufen, sein Kopf war nur mehr wenige Zentimeter vom Außenspiegel entfernt. Wir sind beide ziemlich fertig und Santiago – so heißt der Fahrer – fährt nun etwas langsamer.
Die Landschaft ist interessant, Palmenwälder, viele Teiche und Seen, Reisfelder und wie ich erst später draufkomme, überall die Sträucher, die die Cashewnüsse tragen. Ich darf nicht vergessen, auch welche zu besorgen, für daheim. Teilweise sind die Strassen schön, aber dann wieder ärger als unsere schlechtesten Feldwege. Das sind die Gegensätze, überall stehen die Menschen herum und telefonieren mit dem Handy, das passt für unsere Augen nicht zusammen. Santiago möchte mit mir mit der Fähre nach Panaj, der Hauptstadt Goas, hinüberfahren, aber da müssten wir eine halbe Stunde warten. Also nehmen wir die Brücke über den Mandovi-River, das ist genauso schön.
Dann erreichen wir Old Goa, wo wir vor der Kirche Basílica do Bom Jesus des St.Francis Xavier (Hl.Franz Xaver) anhalten. Dieser Nationalheilige – ein Portugiese hat den Katholizismus nach Goa gebracht und sein Leichnam ist in der Kirche zu bewundern. Kaum haben wir angehalten sind schon die ersten Frauen da, und innerhalb von Sekunden hab ich schon Kerzen und Blumenkränze gekauft. Die Kirche mit ihren goldenen Altären, die noch prunkvoller als unsere Barockaltäre wirken, ist sehr beeindruckend und im rechten Seitenaltar ist der Sarkophag von St.Francis Xavier integriert. Irgendwie schwer zu verstehen, warum er so verehrt wird, er war, so wie ich erfahren konnte, nicht gerade zimperlich mit den Methoden seiner Christianisierung.
In Goa leben je rund 40% Katholiken und Hindi, der Rest sind Moslems und kleinere Religionen. Aber auch hier – genauso wie in Mumbai scheint das Verhältnis zu den Moslems nicht ganz friktionsfrei zu sein. In Mumbai gibt es aber speziell bei jungen Leuten aller Religionen Bestrebungen, die Religion im täglichen Zusammenleben hintanzustellen. Es ist zu hoffen, dass das auch so Realität wird.
Gegenüber der St.Francis Kathedrale ist der ehemalige Bischofssitz von Goa, der heute eine Galerie mit modernen christlichen Bildern und vielen Statuen aus der portugiesischen Kolonialzeit. Die Kirche ist Franz von Assisi geweiht und hat an die 10 Seitenaltäre, auch wieder prunkvollst mit sehr viel Gold.
Mein Fahrer schlägt vor, noch einen Hindutempel anzusehen und wir fahren Richtung Mangueshi-Tempel. Unterwegs eine lange Straßenbaustelle, wir fahren über rote Schotterpisten. Auf einmal entdecke ich am Straßenrand einen Wassertümpel, in dem es sich einige Wasserbüffel bequem gemacht haben. Die Zufahrt zum Tempel geht wieder durch eine Gasse mit Verkaufsständen, das ist anscheinend religionsunabhängig. Ich kaufe natürlich wieder einen Blumenkranz zum Opfern, hier sind die Frauen bei weitem nicht so aufdringlich.
Dieser Tempel ist genauso wie uns wir in Europa ein hinduistisches Gebetshaus vorstellen. Ein dunkelgrüner viereckiger Teich davor, ein roter Vorbau und eine Stiege zum Hinaufgehen mit einem schönen Tor. Im Innenbereich ist ein riesiger Hof mit einem wunderschönen Tempel in der Mitte und davor auch wieder ein schöner rosaroter Turm. Ich schließe mich den Menschen, die sich segnen lassen wollen an und gebe ebenfalls meinen Blumenkranz ab. Auf die Segnung verzichte ich, nicht nur aus Glaubensgründen, sondern mehr aus hygienischen Gründen, weil man muss das Wasser das man in die Hand geträufelt bekommt, trinken, sonst wirkt es nicht. Und ich möchte die Wirkung auf meinen Verdauungstrakt nicht wirklich wissen!
Beim Hinausgehen werde ich von einem Mönch in rotem Schurz und nackten Oberkörper mit einer riesigen Narbe auf der Brust angesprochen. Er erklärt mir ungefragt den Tempel und wird für mich beten, damit ich für die nächsten 15 Jahre nur mehr Glück habe. Bin gespannt was er dafür will, bin ja schon etwas gebrannt vom Moscheebesuch in Hyderabad. Also muss ich das noch ausnutzen und mir noch mehr zeigen lassen. Er bringt mich zu einem Seitentrakt wo, die Fahrzeuge für die Umzüge stehen, dort stehen ein bunt bemalter Elefant und ein riesiger Prunkwagen aus Holz, dessen Räder rund 2m Durchmesser haben. Dahinter ist ein weiterer Wagen, der nur um ein Drittel kleiner ist. Mein Mönch lässt sich auch fotografieren und mach auch ein Foto von mir. Dann hält er die Hand auf und ist nach 200 Rupies zufrieden, im Vergleich zu Santiago hat er sich sein Geld leicht verdient!
In der Touristenkarte habe ich einen Wasserfall entdeckt und frage ob wir den auch ansehen könnten. Santiago erklärt mir, dass der jetzt wegen der Regenfälle zu groß sei. Aber er kennt noch einen Zweiten, der ohne zu großen Umweg zu erreichen ist. Der Weg dorthin geht etwas mehr in die Hügel des Hinterlandes über steile Straßen, manchmal liegen auch die Kühe mitten auf der Straße, wir schlängeln uns durch.
Genauso faszinierend ist, dass die wild lebenden Hunde auf der Strasse liegen und normalerweise nicht überfahren werden. Nur manchmal gibt es böse Stürze von Motorradfahrern, die zu wenig acht geben. Da gibt es noch eine weitere Falle. An allen Stellen, die langsamer zu befahren sind, gibt es, obwohl der generelle Straßenzustand sowieso katastrophal ist, sogenannte „Speedbreaker“ die so hoch sind, dass man nur im Schritttempo drüber fahren kann. Manchmal sind sie angekündigt, meistens entdeckt man sie im letzten Moment. Das kann dann am Moped peinlich werden.
Wir kommen an einer Kirche vorbei, wo anscheinend gerade die Braut Fotos mit ihren Brautjungfern macht und ich ersuche Santiago, stehenzu bleiben, damit ich sie auch fotografieren kann. Sie freuen sich anscheinend sehr, daß sich ein Europäer für sie interessiert.
Nach einer guten halben Stunde sind wir angekommen, beim Wasserfall gibt es einen Tempel, der den Schlangengöttern geweiht ist, da muss ich nicht wirklich hinein. Der Wasserfall selbst führt derzeit so viel Wasser, dass man gar nicht bis an das Geländer heran kann, ohne bis auf die Haut nass zu werden. Er geht sofort in einen kleinen Fluss, dessen Wasser nicht schmutzig, sondern von der roten Erde braun gefärbt ist, über. Ich erinnere mich an den Wasserfall mitten im Wald im Maltatal, so stellt man sich einen einsamen europäischen Wasserfall vor, der hier ist schon knapp an unseren Vorstellungen, wie so etwas im Regenwald aussieht.
Dann geht’s wieder zurück nach Calangute, unsere Runde hat dann doch 5 Stunden gedauert. Ich bestelle Santiago aber auch gleich für morgen, er soll mir noch einige Strände zeigen und mich dann zum Flughafen bringen.
Eine kalte Dusche (nicht weil ich es will, das Wasser wird einfach nicht warm) macht mich wieder fit und ich bin wieder unterwegs, lasse mir verschiedenste Souvenirs aufschwatzen. habe sicher zu teuer gekauft, aber das ist das Los der ausländischen Touristen. Am Strand werde ich auch von verschiedenen Verkäufern angequatscht, ich bleibe standhaft, bis ein junges Mädchen mit Charme und ohne wirklich aufdringlich zu sein (zumindest im Vergleich zu allen Anderen) mich doch weich bekommt und ich ihr einige Armbänder abkaufe. Dafür mach ich aber auch noch ein Foto von ihr und ihrer Mutter, sie freut sich drüber. Wie ich es mir gedacht habe, werde ich dann weiter von einem anderen Verkäufer verfolgt, auch ihm kauf ich dann doch noch was ab.
Aber das reicht mir jetzt, ich wandere weiter und hab dann doch Ruhe, irgendwie funktioniert die Kommunikation innerhalb dieser Art Mafia ziemlich rasch. Ich genieße den Strandspaziergang, bis es dunkel wird, auch wenn das allein nur halb so viel Spaß macht und der Kopf durch die Erlebnisse mit den Strandhändlern nicht wirklich frei wird. Am Rückweg setze ich mich dann wieder an die Strandbar mit den Shishas. Zuerst esse ich noch eine Kleinigkeit, dann bestelle ich mir auch eine Wasserpfeife. Ich bin gespannt, wie es mir ergeht, nachdem ich nichts mehr rauche und die letzte Wasserpfeife auch schon an die 10 Jahre her ist.
Aber ich fühle mich gut dabei, es schmeckt und ich hab keine Probleme, so hab ich mir das vorgestellt. Es ist ja fast kitschig, Goa, Sandstrand, ein Bier, Sonnenuntergang und die Zehen im Sand! Es wird rasch stockfinster, heute ohne Regen, da kommt ein Feuerkünstler und schleudert seine Feuerbälle, das wirkt hier am Strand. Nachdem die Glut für die Pfeife zweimal gewechselt wurde, ist sie nun nach einer Stunde wirklich aus und ich mach mich wieder auf den Weg. Heute ist auch eine Herde Kühe am Strand, wirkt für Europäer sehr eigenartig!
Nachdem es mir gestern so geschmeckt hat, gehe ich wieder in das gleiche Restaurant, so wirklich viele sehr Vertrauen erweckende gibt’s ja doch nicht. Die gemischte Meeresfrüchteplatte ist dann wirklich ein Genuss, und das heißt etwas bei jemandem, der bei Fisch eher reserviert ist. Der Preis ist aber für indische Verhältnisse heavy.
Es ist noch nicht allzu spät, ich gehe wieder Richtung Strand, dort scheint es heute eine Disco auch zu geben, das sehe ich mir an. In einem riesigen Restaurant gibt es in der hinteren Ecke eine Tanzfläche, die gesteckt voll ist. Kaum bin ich drin, traue ich meinen Ohren nicht, der nächste Song ist „Hey Baby“ von DJ Ötzi, und alle scheinen es zu kennen! Nach einer Weile ist es vorbei mit der Disco, dafür kommt eine sehr hübsche junge Inderin mit Livegesang von verschiedenen westlichen Hits, die Gäste sind begeistert. In der Zwischenzeit hat es wieder zu schütten begonnen, ich aber halbwegs trocken zurück.
Nachdem sie zu singen aufgehört hat, geh ich auch ins Hotel, es ist eh schon Mitternacht vorbei und es tröpfelt nur mehr ganz leicht. Gleich nach dem Ausgang versperren einige Hausschweine den Weg, die sich hier ihr Nachtmahl suchen. Kaum bin ich dann nach 10 Minuten im Zimmer, schüttet es wieder los, wie wenn man Kübel ausleert. Ich bin froh, drinnen zu sein!
Während jeder von uns Weihnachtskrippen kennt, sind die Osterkrippen lange in Vergessenheit geraten und kommen erst jetzt wieder mehr ins Bewusstsein zurück. Zu einem besonderen Exponat in der Basilika Mariatrost möchte ich euch in diesem Blog mitnehmen.
Die Passionskrippe stellt den Kreuweg Christi dar
Kreuzwege veranschaulichen den Passionsweg Jesu in Texten und Bildern und in beinahe jeder katholischen Kirche ist eine Darstellung der einzelnen Kreuzwegstationen zu finden. Meist umfasst der Kreuzweg 14 Stationen von der Verurteilung Jesu bis zur Kreuzigung. Diese Passion Christi wird bereits seit dem 14. Jahrhundert in Form von Krippen dargestellt. Seit einiger Zeit erleben diese Darstellungen wieder eine neue Renaissance.
Das private Krippenmuseum am Birglhof in Passeil ist in ihrer Vielfalt und Dimension steiermarkweit beinahe einzigartig und zeigt einen umfassenden Überblick nicht nur von Fasten- oder Passionskrippen sondern natürlich auch von Weihnachtskrippen aus vielen Epochen und Ländern aus der ganzen Welt.
Die Krippenfiguren der sizilianischen Künstlerin Angela Tripi
Der Sammler und Inhaber des Krippenmuseums, Dr. Bernd Mayer hat heuer ein besonderes Exponat der Basilika Mariatrost zur Verfügung gestellt. Die im Oktober 2024 verstorbene sizilianische Künstlerin Angela Tripi modellierte die Figuren ihrer einzigen Fastenkrippe aus Ton und bekleidete sie nach alter sizilianischer Tradition mit verschiedenen Stoffen.
Bei Dr. Mayer in Passeil wird die Krippe auf einem Kalvarienberg präsentiert, in Mariatrost werden die Kreuzwegstationen in einzelnen Glas-Vitrinen ausgestellt, was das Fotografieren nicht ganz einfach macht. Ich habe es trotzdem versucht, um euch dieses Kleinod nicht vorzuenthalten.
Jesus im Garten am Ölberg
1. Jesus wird zum Tod verurteilt
2. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
3. Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
4. Jesus begegnet seiner Mutter
5. Simon hilft Jesus das Kreuz tragen
6. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
7. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
8. Jesus begegnet den weinenden Frauen
9. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
10. Jesus wird seiner Kleider beraubt
11. Jesus wird ans Kreuz genagelt
12. Jesus stirbt am Kreuz
13. Jesus wird vom Kreuz genommen
14. Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt
Die Auferstehung
Das Eschenkreuz aus dem Bachbett
Der Künstler Hans Pendl aus St.Rupprecht an der Raab fertigte dieses Kreuz aus einer Esche, die 2 Jahre lang in einem Flußbett vom Wasser umspült wurde.
Fazit
Allein diese besondere Passionskrippe von Angela Tripi weckt das Interesse auf das Krippenmuseum in Passeil, wenn man wie ich Krippendarstellungen mag.
Mein Name ist Reinhold und ich habe als Pensionist diesen Blog gestartet. Warum das auch ein Jahr später noch Spaß macht und ich euch mitnehmen möchte, erkläre ich euch hier mit einem kleinen Ausblick.
Anfang April 2025
Mittlerweile ist es mehr als ein Jahr her, daß ich meine neue „Karriere“ als Blogger gestartet habe. In dieser Zeit ist mein Respekt für professionelle Influencerinnen und ihre männlichen Pendants fast ins Unermessliche gestiegen, weil ich jetzt weiß, wieviel Aufwand dahinter steckt.
WordPress, mit dem ich meine Seite hier gestalte, ist per se kein so schnelles Medium wie Instagram oder TikTok, was mir mehr entspricht, weil ich genau diese Reaktionsgeschwindigkeit nach 20 Jahren Consulting-Berufsleben nicht mehr möchte. Und da ich meine Stimme nicht hören mag und mich in Filmen und seien sie noch so kurz, auch nicht sehen mag, fallen diese für die Kürze noch aufwendigeren Medien für mich ja weg.
Spaß schließt Qualität nicht aus
Ich habe seit meinem Start am 11.März 2024 rund 100 Blogs geschrieben (für die, die nachzählen: Anfang April 2025 waren es 91 veröffentlichte und rund 10 in der Entwurfsphase) und der Aufwand ist größer als ich zu Beginn dachte. Aber wenn man den Anspruch an ein gewisses Niveau hat und ohne KI auskommen will (ja, diese Option gibt es noch immer), ist man auch als „Nano-Influencer“ ohne finanzielle Interessen recht beschäftigt.
Dann braucht es auch eine gewisse Zeit, die Dinge vorher zu erleben, über die ich dann schreibe (oder auch nicht), und ein bisschen Recherche schadet dem Inhalt auch nicht. Was ich aber versprechen kann, daß die Bilder in den Beiträgen zu 99% nicht nachbearbeitet sind, weil es mir einerseits zu aufwendig ist und andererseits so authentischer bleibt.
Ausblick auf die nächsten Inhalte und Themen
Die Themen werden sich auch im zweiten Jahr nicht ändern, meine Palette ist ja sowieso recht groß, wie ihr in den Drop-Down Menüs sehen könnt. Das entspricht zwar nicht immer den Regeln eines erfolgreichen Blogs, aber ich möchte mich da nicht einschränken, auch um zu zeigen, daß Pensionisten oder Rentner breite Interessen haben können, wenn sie wollen.
Ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt, ist meine Operation für ein neues Hüftgelenk. Hier möchte ich mit meinen Erfahrungen und Erlebnissen helfen, Ängste und Vorbehalte abzubauen. Den Blog dazu gibt es nach Ostern zu lesen.
Die Indien-Tagebücher aus dem Jahr 2007 werden mit Ende April/Anfang Mai 2025 zu Ende sein, dafür wird etwas später unter dem Motto „Vom Lochstreifen zur KI “ eine Serie zu meinen mehr als 40 Jahren in der Welt der Computer kommen.
Kleine Verbesserungen gibt es natürlich auch: Die Links werden wo immer möglich, direkt in den Text eingebaut, so erspart man sich das fortführende Suchen.
Nicht nur für Pensionstinnen und Pensionisten
Auch wenn es der Blogname suggeriert, schreibe ich nicht nur für Pensionstinnen und Pensionisten, sondern für alle, die interessiert an neuen Orten sind, egal ob mit Motorrad oder E-Bike erreicht, gerne ins Museum oder eine Ausstellung mitgenommen werden oder so manche Gedanken nachverfolgen mögen.
In diesem Sinn freue ich mich über viele Followerinnen und Follower, noch mehr Leserinnen und Leser und auch Abonnentinnen und Abonnenten, frei nach dem Motto der Mel in den Videos von Wolf im Youtube-Channel Wolfs Bike on Tour TV: „Es kost‘ nix und den Reinhold freut’s!“
Und über den einen oder anderen Kommentar freue ich mich natürlich auch!
Einfach unten die E-Mail Adresse eingeben und auf Abonnieren drücken, oder hier den NEWSLETTER anfordern!
Dieser Blog erzählt über die lange Tradition der Automobilhersteller in Österreich und eine kleine Sonderausstellung von Gräf & Stift Fahrzeugen in Wr.Neustadt.
Österreichs lange Tradition der Automobilhersteller
Aber genauso Austro-Daimler, Austro-Tatra und nach dem 2.Weltkrieg Denzel und später Tomaszo und Ledl sind klingende Namen bei Automobilfreunden. Nicht ganz zu vergessen auch das Porsche-Werk im kärntnerischen Gmünd zwischen 1944 und 1950, wo der allererste Porsche, der 356 Roadster Nr.1 entwickelt und gebaut wurde. Helmut Pfeifhofer hat in Gmünd ein äußerst sehenswertes Porsche-Museum aufgebaut.
Die älteste Marke aber ist Gräf & Stift, die 1896 als Werkstätte gegründet wurde. Die Gebrüder Gräf erfanden den Vorderradantrieb und ließen ihn 1901 auch patentieren, arbeiteten dann aber mit dem Hinterradantrieb weiter.
1971 wurde die Firma von der Österreichischen Automobil Fabriks-AG übernommen, die da aber schon zu MAN gehörte.
Sonderausstellung in Wr.Neustadt
Die Familie Fehr zeigte bis Ende März 2025 in ihrem Oldtimer-Museum in Wr.Neustadt eine sehenswerte Sonderausstellung mit 15 Fahrzeugen von Gräf & Stift, die die Geschichte dieses altösterreichischen Unternehmens erzählt. In dieser Dichte ist es nicht einfach, alle diese besonderen Fahrzeuge zu sehen, auch wenn es den Verein zur Förderung der historischen Fahrzeuge der Österreichischen Automobilfabriken gibt, der sich speziell um diese Marke kümmert. Das waren die tollen 15 Fahrzeuge:
Standard-Modell von Gräf & Stift. Wie zu dieser Zeit üblich, stellte das Unternehmen lediglich das fahrbereite Chassis her, dessen Aufbauten von freien Stellmachern gefertigt wurden. Darum ist dieses Fahrzeug ein Einzelstück.
Gräf & Stift 40/45, Doppel-Phaeton, Baujahr 1914
Kaiserwagen, Staatskarosse für Kaiser Franz Josef, der ihn aber nie benutzte, erst Kaiser Karl fuhr damit und nahm ihn mit ins Exil, 1974 auf einer Auktion von Christie’s wieder aufgetaucht und von der ÖAF-Gräf & Stift AG nach Österreich geholt und renoviert, heute in der Wagenburg Schönbrunn.
Gräf & Stift F1, Feuerwehr, Baujahr 1917
Dieses Fahrzeug auf Basis des SP5 der Werksfeuerwehr Ternitz war bis zum 2.Weltkrieg in Verwendung und steht heute im Stadtmuseum Traiskirchen
Austro-Fiat 2 DR, offener Tourer, Baujahr 1917
Lohner-Holzkarosserie mit Licht/Anlass-Anlage
Austro-Fiat 1 C, Runabout, Baujahr 1913
Dieser Typ fuhr als Dritter Wagen in der Wagenkolonne beim Attentat von Sarajevo.
Der Steyr XII war ein Pkw der Mittelklasse, den die Automobilfirma Steyr als erstes Modell der „zweiten Generation“ 1925 herausbrachte. Gräf & Stift baute als Einzelstück diese Sonderkarosserie.
Erster in Österreich gebauter 8-Zylinder Alu-Motor, 6-Liter-Version mit 125 PS (92 kW) bei 3000/min., die den 2,5-Tonner auf bis zu 120 km/h beschleunigte. Vom SP8 wurden nur 30 Stück erzeugt.
Prototyp und Einzelstück mit V-Motor von Lincoln/USA, der letzte bei Gräf & Stift gebaute PKW, er war für Bundeskanzler Kurt Schuschnigg vorgesehen. Stefan Reitgruber, Obmann des Vereines zur Förderung der historischen Fahrzeuge der Österreichischen Automobilfabriken bei der Ausstellungseröffnung: „Das war ein Auto, das eigentlich in der Firma niemand wollte. Am 13. Juli 1935 ist der damalige Bundskanzler Schuschnig mit seiner Familien bei Linz verunglückt, die Gattin des Kanzlers kam zu Tode und der Kanzler, sein Sohn und sein Chaffeur wurden schwer verletzt.“ Schuschnig bekam dann einen anderen Dienstwagen, aber Kreise in der Regierung drängten ihn einen Mercedes anzuschaffen, als Zeichen zu Hitler-Deutschland. Das aber wollte Schuschnigg nicht und so bat er Gräf & Sift um einen typisch österreichischen Wagen.
Gräf & Stift MF 6, Limousine, Baujahr 1936
Scheunenfund, der erste von Gräf & Stift gebauter Lizenzbau. Die Citroën 15 CV aus der Rosalie-Serie wurde in Lizenz als Type MF 6 gebaut, um Kosten zu sparen
Ein von ÖAF gebauter Klein-LKW mit 1,25t Nutzlast mit für damalige Verhältnisse geringem Benzinverbrauch von 18l/100km, wurde daher auch im 2.Weltkrieg eingesetzt.
ÖAF DT 55, Kleinbus, Baujahr 1953
Trambus DT 55 Überland-Omnibus mit Schiebedach und der damals ganz aktuellen Panorama-Verglasung, 17 Sitze plus Fahrer
Dachbodenfund und Einzelstück mit einem 120 PS leistenden Sechszylindermotor mit 7,8 Litern Hubraum, welches 1925 speziell zum Semmering-Bergrennen gefertigt wurde. Dieses wurde indessen inflationsbedingt abgesagt, sodass der geplante Sporteinsatz ausfiel. Das dafür präparierte Auto wurde niemals in größerem Stil eingesetzt.
Ein Museum, in dem man auch Steak essen kann
Ich erinnere mich auch noch sehr gerne an die Steyr-Sonderausstellung vor einigen Jahren, wo mir Ronald Fehr eine umfassende Privatführung gab. Wer ausserdem gerne ein Steak isst, der ist dort ebenfalls gut bedient, im Route66 kann man nur durch eine Glasscheibe getrennt, mit Blick auf die Oldtimer speisen.
Neugierig bin ich auch schon jetzt, welche Fahrzeuge in der nächsten Sonderausstellung zu sehen sein werden.
Wie ich an den Sandstränden von Goa vom Nepal bis zum Matterhorn kam, erzähle ich in diesem Blog.
Abfahrt zum Flughafen, mein Flug geht um 12 Uhr, ich starte mit meinem Taxifahrer, einem Moslem um 11 Uhr vom Hotel. Er erzählt mir alles Mögliche, was ihm an Indien nicht passt, dass er Frieden möchte, dass die Politiker alle korrupt sind und so weiter. Wir fahren an einer Gruppe von Frauen in den tollen bunten Saris vorbei. Da meint er, die indischen Frauen sein zu sexy und haben deswegen zu viele Kinder. Nun weiß ich, dass jede weitere Diskussion, die eigentlich positiv begonnen hat, sinnlos ist. Nachdem das jetzt schon der zweite Taxifahrer mit einer ähnlichen Aussage ist, verstehe ich keine Frau mehr, die „freiwillig“ den Schleier oder ein Kopftuch trägt, schon gar nicht in Europa.
Dann bin ich endlich am Flughafen, checke ein und es wird bereits bekannt gegeben, dass wir 40 Minuten Verspätung haben, das Wetter ist zu schlecht, es schüttet was runter geht. Aber dann ist es so weit, ich starte nach Goa! Ich bin gespannt, was mich erwartet, meine Kollegen haben mir ja alle zugeredet, diesen Ausflug zu machen, und in Europa hat man so ein verklärtes Hippie-Verständnis von dieser Region.
Die Jet Air wirkt nicht wie eine Billigfluglinie, sondern eher wie die Luxusausgabe von Air Berlin und wir landen pünktlich nach einer Stunde Flugzeit. Ich muss gleich versuchen, meine Tochter anzurufen, sie ist ebenfalls am Flughafen, aber in Schwechat, und mit der Schule unterwegs nach Irland. Aber egal, welchen Provider ich versuche, ich bekomme keine Verbindung, obwohl ich vollen Empfang habe. Also schicke ich ihr rasch eine SMS, hoffentlich bekommt sie wenigstens die.
Dann buche ich ein pre-paid Taxi, das finde ich am angenehmsten hier, wenn man sich nicht auskennt, auch wenn es etwas teurerer ist. Mein Fahrer ist ein junger Mann, der sich sofort als Christ „outet“, aber das habe ich so auch schon bemerkt, weil er einen beleuchteten Jesus am Armaturenbrett hat, die Hindi haben da alle einen Ganesha oder einen ähnlichen Gott stehen. Er erzählt mir, dass er 4 Schwestern hat, zwei davon sind bereits verheiratet, 2 noch nicht, und solange er keinen Mann für die beiden habe, könne er keine Freundin haben und heiraten sowieso nicht.
Er bringt mich wie gewünscht nach Calangute, dem Ort, der mir empfohlen wurde. Der Weg führt durch interessante Landschaften, über einen riesigen Fluss, vorbei an einer Werft, aber auch an Beinahe-Slums. Er zeigt mir 3 verschiedene Hotels, am Ende fahren wir zum zweiten zurück, das sagt mir vom Zimmer her und auch von der Anlage am meisten zu und kostet 2500 Rupies pro Nacht.
Also rasch hinein in die Short und dann auf zum Strand, es ist zwar nicht gar so schön, es könnte jederzeit regnen, aber das stört bei 30 Grad nicht so. Anders als bei uns liegt hier niemand richtig am Strand, die Leute stehen angezogen herum, marschieren hin und her und gehen voll bekleidet bis zu den Knien ins Wasser. Nur vereinzelt sieht man Männer nur in einer Short. Badehosen und Badeanzüge für die Damen überhaupt sind anscheinend bei den Indern – egal welcher Religion – verboten oder unbekannt.
Nachdem ich Durst habe und ja zum Relaxen da bin, setze ich mich bei einer Strandbar unter einen Sonnenschirm und bestelle ein großes Kingfisher-Bier. Daneben findet gerade ein Beachvolleyball-Turnier statt, veranstaltet zum „Int.Tag des Tourismus“ unter dem eigenartigen Motto „Mehr Zugang für Frauen im Tourismus“. Aber die Spieler und Spielerinnen sind trotzdem mit Begeisterung dabei. Als es dunkel zu werden beginnt, wandere ich am Strand Richtung Norden. Vom Sonnenuntergang ist leider nicht viel zu sehen, immer steht genau eine dunkle Wolke davor.
Ich setze mich am Retourweg in bei einer anderen Bar hin und bestelle mir eine Cola, Bier habe ich momentan genug. Hier gibt’s auch eine Wasserpfeife, vielleicht genehmige ich mir morgen eine, heute habe ich etwas Kopfweh. Nachdem ich nicht mehr rauche und die letzte Wasserpfeife auch schon rund 10 Jahre vorbei ist, weiß ich nicht wie mein Körper drauf reagiert. Die Boys sind sehr neugierig und wollen wissen – wie so oft vorher schon – von wo ich komme und wie ich heiße. Sie erzählen mir, dass sie aus Nepal, genauer aus Katmandu kommen und hier 6-10 Monate arbeiten. Das muss ich meiner Tochter erzählen, die ja heuer auch 2 Monate in der Schweiz gearbeitet hat. Die indische Botschaft in Kathmandu schätzt laut Kathmandupost, dass fast 8 Millionen Nepalesen in Indien leben und arbeiten.
Dann geht’s weiter zur nächsten Strandbar, kurz vor Aufgang in den Ort. Eine Inderin, sehr hübsch, mit kleinem Jungen, stellt vom Nebentisch die üblichen Fragen, und sie empfiehlt mir, die Kirchen von Goa anzusehen. Da kommt auch schon ihr Mann, der sich ein Henna-Tatoo machen hat lassen und unser Gespräch ist zu Ende. Kaum ist das Bier gekommen, fängt es an zu regnen. Alle laufen so rasch wie möglich unters Dach, ziemlich urig hier. Ich habe gleich wieder einen Tisch vor mir, aber nachdem es so schüttet, bleibt das Dach nicht dicht und ich muss noch weiter hinein wandern. Dort komme ich mit einem indischen Paar ins Gespräch, die hier einen Kurzurlaub verbringen. Sie kommen aus Dehli, er hat dort eine Papiererzeugung mit mehr als hundert Mitarbeitern. Ihn fasziniert sofort mein Name, lautmalerisch „Reynold“, weil das eine indische Kugelschreibermarke sei, wie auf sein Nachfragen gleich alle Kellner bestätigen.
Dann gehe ich Richtung Hotel und versuche noch ein Restaurant zu finden. Da sehe ich ein eher besser wirkendes, die Tische mit roten Tüchern gedeckt und auch sonst sehr gepflegt und sauber. Die Kellner sehen nicht indisch aus, eher koreanisch oder chinesisch. Nachdem mich einer der Kellner fragt, von wo ich komme, frag ich auch und erfahre, dass sie Inder seien, aus Darjeeling, das ist irgendwo im Nordosten von Indien, jedenfalls rund 7 Tage mit dem Zug entfernt. Es scheint, in Goa gibt’s viele Gastarbeiter. Das bestellte Hühnerbrust-Pfeffersteak ist auch lecker. Da entdecke ich etwas Skurriles: an der Wand hängen gerahmt 2 alte Poster mit dem Matterhorn und Zermatt – das ist ein Foto wert.
Aus dem Nachbarlokal tönen eigenartige Gesänge, nicht ganz richtig gesungene Hits aus älterer Zeit, das muss ich mir ansehen, nachdem es eh schon wieder zu regnen begonnen hat und ich noch nicht ins Bett mag. Es stellt sich heraus, dass sich eine Gruppe älterer EngländerInnen im Karaokegesang übt, zeitweise ziemlich arg, aber lustig, wie sie mit Begeisterung bei der Sache sind. Damit hab ich mit meinen verklärten Vorstellungen von Goa nicht gerechnet!
Ich komme dann doch trocken ins Hotel, erst kurz vor dem Einschlafen beginnt der Regen wieder und am frühen Morgen ist es so arg, dass ich davon geweckt werde.