Austro-Daimler Fahrzeuge in und aus Wr.Neustadt

In meinem zweiten Blog zum Oldtimer-Museum Wiener Neustadt gehe ich detaillierter auf die Exponate der 8. Sonderausstellung ein, wo noch bis 29.März 2026 außergewöhnliche Exemplare der leider untergegangen österreichischen Automarke Austro-Daimler gezeigt werden und hinterfrage am Ende was aus der Neuauflage des Austro-Daimler Bergmeister geworden ist.

Automobilgeschichte ist Geschichte der lokalen Industrialisierung

Die Familie Fehr hat in Wr.Neustadt vor einigen Jahren ein gar nicht so kleines Oldtimer- Museum Fehrclassiccars eingerichtet, das die Technikgeschichte des österreichischen Automobilbaues auch mittels spezieller Ausstellungen pflegt. Die 8. Sonderausstellung in diesem Rahmen widmet sich noch bis 29. März 2026 der weltweit bekannten Wiener Neustädter Automobilbau-Firma „Austro-Daimler“. Dieser Streifzug durch die Geschichte und die Blütezeit des Automobilbaues bei Austro-Daimler in Wiener Neustadt wurde von Lisl und Heinz Mesicek in enger Zusammenarbeit mit dem Team Fehr praktisch  direkt am ehemaligen Gelände der Austro-Daimler Werke geplant, organisiert und kuratiert.

Die Maschinenfabrik, Eisen- und Metallgießerei der Brüder Fischer an der Pottendorfer Straße östlich der heutigen Stadionstraße legte 1899 den Grundstein für die Ansiedlung von Daimler in Wiener Neustadt. Damit wurde Wiener Neustadt eines der wichtigsten Zentren der Schwerindustrie der Österreichisch-Ungarischen Monarchie.

Bilder des ehemaligen Werkes zur Verfügung gestellt von der Sektion Austrodaimler – austrodaimler.at

Für alle, die keine Zeit oder Gelegenheit haben, die Ausstellung in der Stadionstraße noch vor dem 29.März 2026 zu besuchen, zeige ich hier einige Bilder mit meinen dazu gesammelten Hintergrund-Informationen.

Der Austro-Daimler AD 6-17, Baujahr 1920

Der AD 6-17 wurde in den von Ferdinand Porsche geleiteten Austro-Daimler- Motorenwerken für ein Hotel in Südschweden erzeugt. Er galt 1920 als vornehmes und teures Auto, war als Schöpfung von Ferdinand Porsche der österreichische Beitrag in der international prosperierenden Luxuswagenklasse. Die österreichische Flugzeuggesellschaft (ÖFFAG) fertigte den charakteristischen Karosserie- aufbau komplett aus Holz. Der große 6 Zylinderwagen mit Königswellenantrieb, einem Hubraum von 4.400 ccm und 60 PS, war seinerzeit das Spitzenmodell aus Wiener Neustadt und kostete 13 Millionen Kronen, das wären heute rund 1,7 Mio Euro. Die mehr als 100 km/h Höchstgeschwindigkeit konnte er aber nur selten nutzen.

Der Austro-Daimler AD 14-32, Baujahr 1914

Ferdinand Porsche kam im Jahr 1905 zu Austro-Daimler als Technischer Direktor und wurde 1916 ihr Generaldirektor. Da Ehrendoktorat der Universität Wien erhielt er 1917 sicher auch wegen seiner herausragenden Arbeit bei Austro-Daimler. Der AD 14-32 gehörte da sicher auch dazu.

Der Austro-Daimler ADM Sport, Baujahr 1926

Ein 6-Zylinder Blockmotor mit 3 Liter Hubraum und 100 PS verlieh diesem außergewöhnlichen Auto eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Die Zeitschrift Europa Motor schrieb in der Ausgabe 4 von 1926: „Die Type ADM Sport Dreiliter ist für jene Kategorie Herrenfahrer gebaut, die einen schnellen Sportwagen haben wollen, der sich ohne besondere Adaptierungen nicht nur zur Teilnahme an sportlichen Konkurrenzen eignet, sondern auch als Tourenwagen verwendet wird, der also zugleich Renn- und Tourenwagen ist.“

Es gab eine 2-sitzige und eine 4-sitzige Variante, die auch ausgestellt ist. Europa Motor schreibt dazu weiter: „Der Viersitzer sieht gute Karossierungsmöglichkeiten vor und eignet sich gleich gut als schneller Tourenwagen mit sportlichem Charakter als auch zur Teilnahme an Tourenkonkurrenzen usw.“

Der Austro-Daimler ADR 6 Cabrio, Baujahr 1927

Das ausgestellte Exponat ist der älteste bekannte ADR, ein Köllnsperger K. Roadster und mit rund 2400 Fahrzeugen auch der meist gebaute AD.

Der Austro-Daimler ADM 60/70, Baujahr 1925

Dieses Fahrzeug trägt noch das Originalkennzeichen der ersten Anmeldung in England und könnte damit mit einer gültigen Versicherung dort auch heute noch gefahren werden.

Der Austro-Daimler ADM 60/70, oft als „kleiner Sport“ oder „Alpine“ bezeichnet, war ein exklusiver Sportwagen der 1920er Jahre, der von Ferdinand Porsche entworfen wurde. Ausgestattet mit einem 6-Zylinder-Reihenmotor (ca. 2,5–3 Liter), Leichtmetallblock und obenliegender Nockenwelle, bot er hohe Fahrleistungen und wurde durch sportliche Aufbauten mit Cantilever-Hinterradfederung bekannt.

Er ist ein seltenes Beispiel für österreichische Sportwagentechnik aus der Zeit vor der Übernahme durch Steyr. Von der ADM-Serie, einschließlich der Sportvarianten, wurden über 6 Jahre insgesamt ca. 500 Einheiten in Wiener Neustadt gefertigt. Die Bezeichnung 60/70 PS deutet auf die gesteigerte Motorleistung der Sportversion hin.

Der Austro-Daimler ADR 6, Baujahr 1928

Dieser Austro Daimler ADR 6 ist sicherlich kein gewöhnliches Automobil und ein weltweites Einzelstück. Nicht weil es als einziges übrig geblieben ist, nein, es wurde genau nur einmal gebaut.

Das Chassis wurde damals von dem Karosseriebaubetrieb Alexis Kellner – Berlin bestellt, um auf dem Fahrgestell einen Aufbau zu fertigen – und auf der IAA Berlin 1928 ein wirklich „besonderes“ Ausstellungsstück präsentieren zu können. Auf dem IAA-Stand vom Berliner Kellner, fälschlicherweise immer mit Kellner-Paris verwechselt, wurden auf verschiedenen Chassis basierende Cabriolets von Kellner gezeigt. So entstand die Bezeichnung „Kellner Cabrio“.

Der Austro Daimler galt dort als ein echter „Eyecatcher“, der vor allem die Enthusiasten anziehen sollte. Das lag auch an den zahlreichen glänzenden Anbauteilen – sicherlich eine Geschmacksfrage. Innen wurde die Polsterung mit Eidechsenleder bezogen, es könnte jedoch auch eine seltene Schlange gewesen sein.

Genauso besonders war das Verdeck des Cabriolets. Zum einen waren am hellen Verdeck keine Sturmstangen (außen) montiert, zum anderen konnte durch ein spezielles Feder- und Hebelwerk das Verdeck einhändig geöffnet werden. Dies war jedoch nicht die einzige technische Raffinesse. Ein Hebel hinter dem Fahrersitz ließ einen Deckel im Heck „aufspringen“, der den „Schwiegermuttersitz“ zum Vorschein brachte.

Die Austro-Daimler ADR 6 Limousine, Baujahr 1928

Die wunderschöne dunkelblaue Limousine aus der gleichen Typenfamilie ist dagegen kein Einzelstück, sondern war mit rund 2500 Stück sozusagen die Massenware. Das tut ihr aber keinen Abbruch, sie ist technisch am gleichen Level und mit 3 Liter Hubraum und 70 PS auch 120 km/h schnell, ein Spitzenwert für damalige Verhältnisse.

Das älteste und das jüngste Ausstellungsstück ist jeweils ein Feuerwehrauto, beide kommen aus Niederösterreich.

Der Austro Daimler AD 9/20, Baujahr 1912

Der Austro-Daimler AD 9/20 (oft als 20 PS Motorspritze oder Löschfahrzeug bezeichnet) wurde hauptsächlich im Jahr 1912 gebaut. Diese Fahrzeuge waren frühe Feuerwehr- Löschfahrzeuge und Motorspritzen, die in dieser Zeit unter der technischen Leitung von Ferdinand Porsche entstanden.

Das ausgestellte Fahrzeug wurde von 1920 bis 1950 in der Stadt Mödling verwendet und auch im 2.Weltkrieg als eines der wenigen Feuerwehr-Fahrzeuge eingesetzt.

Der Austro Daimler ADGR, Baujahr 1940

Heute gibt es insgesamt nur mehr ungefähr hundert Austro-Daimler, und nur diesen einzigen ADGR als Zeugen der späten Markengeschichte. Er landete nach unbekannter Kriegs-Geschichte zunächst arg ramponiert in Wien, dann übersiedelte er am 20. Juni 1947 zum Preis von 1.550 Schilling zur Freiwilligen Feuerwehr Aspang im südlichen Niederösterreich.

Der 2000 Liter fassende Wassertank und seine Halterungen wurden maßgeschneidert, der Seilwinden-Antrieb war ideal für die Löschwasserpumpe. Die erlaubt übrigens die Beimischung von Löschschaum, damals keine Selbstverständlichkeit. Der Schaum war „bio“, aus Eiweiß und mit entsprechendem Geruch.

Das Fahrzeug besitzt 7 Vorwärts- und 3 Rückwärtsgänge. Kurios ist das Baujahr 1940 – ein Austro-Daimler sieben Jahre nach dem Ende der Firma in Wiener Neustadt, und mitten in einer Zeit, in der „Austria“ äußerst unmodern war.

Austro Daimler D 5 P, Baujahr 1932

Ab 1932 produzierte Austro-Daimler-Puch eine mit einem 250cm³ Puch Motorradmotor ausgestattete Draisine. Sie hatte die Sitze noch hintereinander angeordnet, während das Nachfolgemodell ab 1938, von Draisinentypen der Deutschen Reichsbahn abgeleitet, die Sitze nebeneinander angeordnet hat und es entsteht die Type D 11V, vergleichbar mit der deutschen Bauart „Vorhölzer“.

Zur Vollständigkeit: Austro Daimler ADS R – Der Saschawagen, Baujahr 1922

Der Saschawagen war zwar nicht ausgestellt, ist aber untrennbar mit Wr.Neustadt verbunden, daher möchte ich ihn hier trotzdem vorstellen.

Der Austro-Daimler Sascha ist ein Sportwagen, den Ferdinand Porsche 1922 konstruierte. Den Namen Sascha wählte Porsche nach Alexander „Sascha“ Graf Kolowrat-Krakowsky, der den Wagen bestellt hatte.

Bei der TARGA FLORIO am 2. April 2022 nahmen insgesamt 4 Sascha-Wagen teil, damals rot lackiert, um für Italiener gehalten zu werden. Zur Unterscheidung waren sie mit Spielkartensymbolen markiert. Graf Kolowrat-Krakowsky schied aber aus, die anderen 3 waren beinahe unschlagbar. Sie belegten Platz 1 und 2, Alfred Neubauer auf dem 3.Sascha-Wagen konnte sogar in der größten Fahrzeugklasse mit dem absoluten Sieger mithalten und blieb über eine Zeit von 7 Stunden 49 Minuten nur 8 km hinter dem Sieger mit einem viermal stärkeren Fahrzeug zurück. Den Helden der Targa Florio wurde in den Österreichischen Daimler Motoren Aktiengesellschaft Werken in Wiener Neustadt ein jubelnder Empfang bereitet.

Die erste Gelegenheit, den Saschawagen zu sehen hatte ich 2019, als das Fahrzeug zur Landesausstellung „Welt in Bewegung“ für kurze Zeit nach Wr.Neustadt zurückkehrte. Das nächste Mal war es 2024 im Porschemuseum in Stuttgart. Leider habe ich in beiden Fällen kein besonderes Foto gemacht, daher muss ich hier beim zweiten Bild auf Wikipedia zurückgreifen.

Vom Oldtimer-Klassiker zum Steak-Leckerbissen

Die mittlerweile 8.Sonderausstellung ist ein Teil des Museums mit rund 70 immer wieder wechselnden Oldtimer-Leckerbissen, unter anderem von automobilen Legenden wie dem Bentley S3 Saloon aus dem Erstbesitz von Frank Sinatra oder dem Cadillac Fleetwood von Elvis Presley und auch dem Steyr 150, der in den Filmen „Der Bockerer“ zum Filmstar wurde.

Zum Abschluss als weiteren Leckerbissen ein Steak im angeschlossenen Restaurant Route 66 kann ich auch noch empfehlen.

Leider scheint das Comeback eines Austro-Daimler Bergmeister gescheitert

1931 wurde der letzte Austro Daimler gebaut. Eigentlich war es der vorletzte, denn es gab 2019 einen neuen engagierten Versuch der Neubelebung im Sinne der Sportwagentradition, den Austro-Daimler Bergmeister ADR 630 Shooting Grand. Das war ein ehrgeiziges Projekt eines niederösterreichischen Ingenieurs, der an die Intentionen von Ferdinand Porsche und die Tradition dieser Wiener Neustädter Marke anknüpfen wollte.

Er baute aus einem AMG-Sechszylinder zusammen mit einen 55-kWh-Akku und gleich drei Elektromotoren einen Hybrid mit 1214 PS Systemleistung, der in 2,5 Sekunden auf 100 beschleunigen sollte. Das Design als Verbindung aus klassischem Gran Turismo und dem Konzept des Shooting Brake wurde Shooting Grand genannt und ist zumindest auffällig und wäre möglicherweise auch richtungsweisend gewesen.

Es gab auch 2019 einige Präsentationen des fahrfähigen Prototypen vom Salon Privé Concours beim Blenheim Palace in England über den Concours d’Elegance an der Villa d’Este in Italien und das Museum Fahr(t)raum in Mattsee bis zur Planai Classic.

Die Homepage www.austrodaimler.com gibt es zwar auch noch aktualisiert im Jahr 2026, aber sonst scheint es seit 2019/2020 keine neuen Aktivitäten zu geben. Schade, das wäre auch 2026 adaptiert noch ein tolles Fahrzeug.

Vom Kaiserwagen bis zum Autobus – Gräf & Stift bis ÖAF

Dieser Blog erzählt über die lange Tradition der Automobilhersteller in Österreich und eine kleine Sonderausstellung von Gräf & Stift Fahrzeugen in Wr.Neustadt.

Österreichs lange Tradition der Automobilhersteller

Die Liste ehemaliger österreichischer Automobilhersteller ist lang und es finden sich einige klingende Namen darunter. Über die Puch-Werke gab es erst vor kurzem hier einen Blog.

Aber genauso Austro-Daimler, Austro-Tatra und nach dem 2.Weltkrieg Denzel und später Tomaszo und Ledl sind klingende Namen bei Automobilfreunden. Nicht ganz zu vergessen auch das Porsche-Werk im kärntnerischen Gmünd zwischen 1944 und 1950, wo der allererste Porsche, der 356 Roadster Nr.1 entwickelt und gebaut wurde. Helmut Pfeifhofer hat in Gmünd ein äußerst sehenswertes Porsche-Museum aufgebaut.

Die älteste Marke aber ist Gräf & Stift, die 1896 als Werkstätte gegründet wurde. Die Gebrüder Gräf erfanden den Vorderradantrieb und ließen ihn 1901 auch patentieren, arbeiteten dann aber mit dem Hinterradantrieb weiter.

1971 wurde die Firma von der Österreichischen Automobil Fabriks-AG übernommen, die da aber schon zu MAN gehörte.

Sonderausstellung in Wr.Neustadt

Die Familie Fehr zeigte bis Ende März 2025 in ihrem Oldtimer-Museum in Wr.Neustadt eine sehenswerte Sonderausstellung mit 15 Fahrzeugen von Gräf  & Stift, die die Geschichte dieses altösterreichischen Unternehmens erzählt. In dieser Dichte ist es nicht einfach, alle diese besonderen Fahrzeuge zu sehen, auch wenn es den Verein zur Förderung der historischen Fahrzeuge der Österreichischen Automobilfabriken gibt, der sich speziell um diese Marke kümmert. Das waren die tollen 15 Fahrzeuge:

Gräf & Stift 40/45 6-sitziger offener Tourer, Baujahr 1909

Gesellschaftswagen, Einzelstück

Standard-Modell von Gräf & Stift. Wie zu dieser Zeit üblich, stellte das Unternehmen lediglich das fahrbereite Chassis her, dessen Aufbauten von freien Stellmachern gefertigt wurden. Darum ist dieses Fahrzeug ein Einzelstück.

Gräf & Stift 40/45, Doppel-Phaeton, Baujahr 1914

Kaiserwagen, Staatskarosse für Kaiser Franz Josef, der ihn aber nie benutzte, erst Kaiser Karl fuhr damit und nahm ihn mit ins Exil, 1974 auf einer Auktion von Christie’s wieder aufgetaucht und von der  ÖAF-Gräf & Stift AG nach Österreich geholt und renoviert, heute in der Wagenburg Schönbrunn.

Gräf & Stift  F1, Feuerwehr, Baujahr 1917

Dieses Fahrzeug auf Basis des SP5 der Werksfeuerwehr Ternitz war bis zum 2.Weltkrieg in Verwendung und steht heute im Stadtmuseum Traiskirchen

Austro-Fiat 2 DR, offener Tourer, Baujahr 1917

Lohner-Holzkarosserie mit Licht/Anlass-Anlage

Austro-Fiat 1 C, Runabout, Baujahr 1913

Dieser Typ fuhr als Dritter Wagen in der Wagenkolonne beim Attentat von Sarajevo.

Gräf & Stift VK2 (grau), Stadtwagen, Baujahr 1928

Aus Teilen für den kaufmännischen Direktor von Gräf & Stift zusammengebaut.

Gräf & Stift VK2 (grün), Stadtwagen, Baujahr 1928

Mit Spitzkühler, Restaurierungsobjekt

Gräf & Stift / Steyr XII, Limousine,  Baujahr 1929

Der Steyr XII war ein Pkw der Mittelklasse, den die Automobilfirma Steyr als erstes Modell der „zweiten Generation“ 1925 herausbrachte. Gräf & Stift baute als Einzelstück diese Sonderkarosserie.

Gräf & Stift SP 5, Limousine, Baujahr 1928

Pkw der Oberklasse mit einem 3,9-Liter-Motor mit obenliegender Nockenwelle. Sonderkarosserie, im Erstbesitz des Leihgebers seit 1928!

Gräf & Stift SP 8, Pullman Limousine, Baujahr 1930

Erster in Österreich gebauter 8-Zylinder Alu-Motor, 6-Liter-Version mit 125 PS (92 kW) bei 3000/min., die den 2,5-Tonner auf bis zu 120 km/h beschleunigte. Vom SP8 wurden nur 30 Stück erzeugt.

Gräf & Stift C12, Limousine, Baujahr 1938

Prototyp und Einzelstück mit V-Motor von Lincoln/USA, der letzte bei Gräf & Stift gebaute PKW, er war für Bundeskanzler Kurt Schuschnigg vorgesehen. Stefan Reitgruber, Obmann des Vereines zur Förderung der historischen Fahrzeuge der Österreichischen Automobilfabriken bei der Ausstellungseröffnung: „Das war ein Auto, das eigentlich in der Firma niemand wollte. Am 13. Juli 1935 ist der damalige Bundskanzler Schuschnig mit seiner Familien bei Linz verunglückt, die Gattin des Kanzlers kam zu Tode und der Kanzler, sein Sohn und sein Chaffeur wurden schwer verletzt.“ Schuschnig bekam dann einen anderen Dienstwagen, aber Kreise in der Regierung drängten ihn einen Mercedes anzuschaffen, als Zeichen zu Hitler-Deutschland. Das aber wollte Schuschnigg nicht und so bat er Gräf & Sift um einen typisch österreichischen Wagen.

Gräf & Stift MF 6, Limousine, Baujahr 1936

Scheunenfund, der erste von Gräf & Stift gebauter Lizenzbau. Die Citroën 15 CV aus der Rosalie-Serie wurde in Lizenz als Type MF 6 gebaut, um Kosten zu sparen

Austro Fiat AFL, kleine Pritsche, Baujahr 1936

Ein von ÖAF gebauter Klein-LKW mit 1,25t Nutzlast mit für damalige Verhältnisse geringem Benzinverbrauch von 18l/100km, wurde daher auch im 2.Weltkrieg eingesetzt.

ÖAF DT 55, Kleinbus, Baujahr 1953

Trambus DT 55 Überland-Omnibus mit Schiebedach und der damals ganz aktuellen Panorama-Verglasung, 17 Sitze plus Fahrer

Gräf & Stift SR4 sp, Rennwagen, Baujahr 1925

Dachbodenfund und Einzelstück mit einem 120 PS leistenden Sechszylindermotor mit 7,8 Litern Hubraum, welches 1925 speziell zum Semmering-Bergrennen gefertigt wurde. Dieses wurde indessen inflationsbedingt abgesagt, sodass der geplante Sporteinsatz ausfiel. Das dafür präparierte Auto wurde niemals in größerem Stil eingesetzt.

Ein Museum, in dem man auch Steak essen kann

Ich erinnere mich auch noch sehr gerne an die Steyr-Sonderausstellung vor einigen Jahren, wo mir Ronald Fehr eine umfassende Privatführung gab. Wer ausserdem gerne ein Steak isst,  der ist dort ebenfalls gut bedient, im Route66 kann man nur durch eine Glasscheibe getrennt, mit Blick auf die Oldtimer speisen.

Neugierig bin ich auch schon jetzt, welche Fahrzeuge in der nächsten Sonderausstellung zu sehen sein werden.