Ein Ziel meiner Mumbai-Reise im September 2007 war auch, die Kollegen meines indischen Teams kennenzulernen. Da das während des SAP-Kurses während der Woche nicht möglich war, vereinbarten wir ein Treffen am Sonntag-Nachmittag in ihrem Office. In einem ehemaligen Industriekomplex wurden die Fabrikationshallen in Büros umgebaut, aber in anderen Dimensionen als wir in Europa gewohnt sind. Hier arbeiteten hunderte Menschen in einem Großraumbüro ohne natürlichem Licht, nur getrennt durch körperhohe Paravents.
Heute ist Sonntag, ich habe mich einmal ausgeschlafen und bin erst um ½ 10 zum Frühstück. Dann überwinde ich mich und arbeite mich nochmals durch das Pricing und alles seine Parameter, schließlich will ich die Prüfung am Freitag ja auch schaffen!
Um 12:30 muss ich dann wegfahren zum Capgemini Office, das ca. 30 km außerhalb im Nordosten vom Mumbai liegt. Wir fahren mit dem Taxi wieder an Lalbaugh Cha Raja vorbei, die Menschenschlange ist heute – ohne Übertreibung – kilometerlang, da hätte ich mich sicher nicht mehr angestellt!
Dann geht’s vorbei an relativ schönen Häusern (verglichen mit dem, was ich bisher in Mumbai gesehen habe) und dann wieder fast slumartigen Siedlungen, bis wir dann auf den Eastern Express Highway kommen. Hier gibt’s sogar markierte Fahrspuren und ganz wenig Verkehr, drum hält sich auch keiner an die Spuren und der nachkommende Fahrer hat wieder einen Grund zu hupen, sonst wäre es ja halb so spannend.
Bei meinem Taxi beträgt die Höchstgeschwindigkeit maximal 40 km/h, das hält den Fahrer aber nicht davon ab, auf der ganz rechten Spur (hier ist Linksverkehr!) zu fahren, was natürlich die Nachkommenden zum Hupen zwingt…
Endlich kommen wir in die Gegend von Vikhroli, das Godrej Memorial Hospital wird auch schon angekündigt, da muss ja dann auch der Godrej Industrial Complex nicht weit sein. Der Fahrer weiß jetzt nicht genau wo er hin soll und daher soll ich ihm es erklären. Ich versuche ihm klarzumachen, dass eigentlich er der Ortskundige sein sollte und nicht ich, bis er abbiegt und bei einem Tor einen Security fragt, der uns dann eine Ausfahrt zurückschickt. Richtig, da ist auch Capgemini auf der Tafel zu finden. Der Fahrer fährt in das Areal hinein, bis er wieder von einem Security gestoppt wird, der ihn zum Umdrehen zwingen will. Ich mache ihm klar, dass wir genau richtig sind und hier aussteigen will, er ist aber total fertig, anscheinend weil er mich nicht bis vor die Tür fahren kann. Dafür verlangt er dann 350 Rupies, das ist der höchste Betrag, den ich bis jetzt im Mumbai bezahlt habe.
Der Security bringt mich zum Wächterhäuschen, wo ich mich in eine Liste eintragen soll, und auf die Tafel hingewiesen werde, dass das Fotografieren verboten ist. Schade, denke ich mir später, ich hätte so gern die Kläranlage vor dem Eingang zu Capgemini 1 auf meinen Chip gebannt! Unser Mitbewerber, Accenture, ist auch ein paar Häuser vorher da, Sony hat auch ein Büro hier, das ganze Gelände wirkt aber mehr wie ein Schwerindustriekomplex als eine Software-Schmiede. In der Eingangshalle gibt es zwar die vertrauten Poster genau wie in Wien, aber sonst wirkt es trotzdem, schwer zu erklären, woran das zu erkennen ist, richtig indisch.
Der Security kann mit dem Namen Swapnil „XX“ – so heißt mein Kollege – überhaupt nichts an und weiß nicht was er mit mir machen soll. Ich will ihn gerade am Handy anrufen, da kommt er bei der Tür herein. Bevor wir weitergehen dürfen, wird noch die Seriennummer meines Notebooks in die Besucherliste eingetragen, damit ich kein neueres heraustrage.
Eine riesige Halle mit vielen Kojen zeigt sich nun, es ist schwer abzuschätzen, wie viele Menschen hier arbeiten. Swapnil führt mich durch und über eine Stiege in den 1.Stock wo es ein bisschen kleiner und übersichtlicher ist, zu seiner Koje, die wie alle anderen auch, mit 4 Arbeitsplätzen ausgestattet ist. Ich kann mich auf den Platz von Abdul setzen, wir starten unsere Notebooks und Swapnil lädt mich zu einem kleinen Rundgang und etwas zu trinken ein. Als Europäer ist es schwer vorstellbar, hier dauernd zu arbeiten, ich glaube ich würde einen Koller bekommen, dabei ist heute am Sonntag fast niemand da. Bin schon gespannt, wie das nächsten Montag wird.
Wir gehen dann die nächsten Stunden alle seine Fragen zum griechischen Demerger-Projekt durch, es ist wirklich gut, so zusammenzuarbeiten. Ich bespreche dann auch unsere Kommunikationsprobleme, die wir immer wieder haben, weil ich in Wien immer wieder das Gefühl habe, dass sie nicht auf meine Anfragen reagieren. Ich hoffe, dass wir das so auch einmal klären können. Aber zum Thema Kommunikation werde ich später nochmals etwas schreiben.
Swapnil macht mit seinem Auto, einem kleinen Hyundai, noch eine Runde und zeigt mir noch Mumbai 2, die beiden weiteren Gebäude (3+4) liegen auf der anderen Seite der angrenzenden Bahnlinie, da kommt man anscheinend nicht so einfach hinüber. Er bringt mich einige Kilometer bis zum nächsten Taxistandplatz, von wo ich dann wieder in die Stadt zurückfahren kann. Er hat mir auch noch erzählt, dass Accenture für einem Consultant von Capgemini bis zu 50% mehr Gehalt bezahlt, weil jeder weiß, dass die Ausbildung der Capgemini-Mitarbeiter über dem üblichen Niveau ist, dafür aber relativ schlecht gezahlt wird.
Da ich in meiner Jugend zuerst den A-Schein fürs Motorrad nicht gemeinsam mit dem B-Schein für das Auto machen durfte und später mit Kindern und Hausbau die Prioritäten anders gesetzt waren, war dieses Thema erst wieder nach meiner Scheidung vor jetzt fast 25 Jahren aktuell. Dieser Blog handelt von meinen Motorrädern seit damals.
Kawasaki KLE 500
Und so kaufte ich mir nach vielem Hin und Her im Jahr 2002 sozusagen im Vorbeifahren eine gebrauchte Kawasaki KLE 500, die vor dem Geschäft des Händlers in Bad Vöslau stand und meldete mich dann für den Führerschein an.
Bald konnte ich meine damals noch sehr neue Freundin Evi überreden, mit mir mitzufahren und aus einer kleinen ersten gemeinsamen Ortsrunde wurden gleich mehr als 100 km. So wurde Evi eine Sozia, die es genoss, mit mir die Bergstraßen der näheren und weiteren Umgebung zu erkunden. Mit dem Auto sind ihr die selben Kurven und Straßen aber ein Graus. Als ich dann das Gefühl hatte, beim Überholen mit Beifahrerin bergauf am Rohrer Berg zu verhungern (alle, die schon einmal von Osten zur Kalten Kuchl gefahren sind, kennen ihn), musste etwas Stärkeres her.
Honda XL1000 V Varadero
Als meine jüngere Tochter im April 2006 in Wr.Neustadt zum Schachtelwirt (McDonalds) wollte, habe ich daher kurz beim benachbarten Honda-Händler in die Auslage geschaut, und da stand mein Traum, eine blaue Varadero!
Ich reservierte sie sofort und war wenige Minuten später wieder bei Tochter und Freundin. Am nächsten Tag war der Kauf fixiert und so fuhr ich dann rund 11 Jahre mit diesem praktisch unverwüstlichen Bike.
Bei vielen Fahrten in Niederösterreich, aber auch in ganz Österreich, mit vielen kleinen nicht so bekannten Pässen, aber auch über den Großglockner, die Silvretta, die Sella-Runde in den Dolomiten, durch die Toskana, an der Mosel, oder die Südsteirische Weinstrasse hat die Varadero mich und uns begleitet.
Auch hat die Varadero jedes Jahr bei ein bis zwei Ausfahrten, die ich für Freunde und Bekannte organisiert habe, und der Unterstützung eines Freundes bei zwei großen Treffen der Biker-Mitarbeiter einer großen Firma aus Hamburg als Tourguide gute Dienste geleistet.
Und trotzdem, außer dem jährlichen Service, einigen Verschleißteilen und Reifen und zwei neuen Batterien war kein weiterer Aufwand für dieses praktisch unverwüstliche Motorrad notwendig.
Honda Transalp XL 700
Einen kleinen Sidestep gab es beim Urlaub im Jahr 2012 am Gardasee, wo ich für einige Tage eine Honda Transalp XL 700 mietete, um die Umgebung des Sees von der Schauderterrasse in Tremosine Sul Garda über die Brasa-Schlucht bis zur Kaiserjägerstraße zu erkunden.
Honda Crosstourer VFR 1200
Eine Varadero gibt man eigentlich nicht weg, das werden alle, die eine hatten oder noch haben, bestätigen und der Varahannes mit über 760.000 km auf der Varadero ist das beste Beispiel dafür, auf die Honda African Twin CRF1000D hat er aber auch schon wieder über 540.000 km hinaufgefahren. Aber mir gefiel auch die Nachfolgerin, die Honda Crosstourer VFR 1200 mit DCT, das vergleichbar mit dem DSG von VW ist. Wir sind mit diesem Motorrad schon im Jahr 2013 eine Woche in Mecklenburg-Vorpommern herumgefahren und sie hat mir damals schon Spaß gemacht.
Darum nutzte ich im Juli 2017 die Zeit am Badesee, um in den diversen Internet- Plattformen zu stöbern. Nach gar nicht so langer Suche entdeckte ich ein super gepflegtes voll ausgestattetes 3 Jahre altes Exemplar mit 17.000 km in Wels. Die Terminvereinbarung für eine Besichtigung am nächsten Tag war dann schnell erledigt und meine Frau und ich fuhren nach Oberösterreich.
Dem damaligen Besitzer fiel der Verkauf nicht leicht, doch der sanfte Druck seiner Frau, die ihren Mann nach einigen Unfällen noch länger halbwegs unversehrt haben wollte, erleichterte die Verkaufsverhandlungen. Und so einigten wir uns auf einen Abholtermin eine Woche später, die Papiere zur Ummeldung wollte er mir zusenden. Am Samstag darauf war ich daher stolzer Besitzer einer schwarzen, unfallfreien wie neuen Crosstourer und mit meiner Errungenschaft auf dem Heimweg durch das Mostviertler Hügelland.
DCT oder doch gewöhnlich schalten?
Ich weiß, es ist beinahe eine religiöse oder zumindest weltanschauliche Diskussion, ob man mit einem Motorrad mit Automatik fahren kann oder nicht. Die Schaltautomaten und Quickshifter diverser BMWs oder Ducatis und heute auch Hondas erlauben zwar das blitzschnelle manuelle Schalten ohne die Kupplung zu ziehen, sind aber mit dem weichen ruckfreien DCT nicht vergleichbar. Wie beim DSG ist immer der höhere oder niedrigere Gang bereits miteingelegt, daher ist der Übergang absolut ruckfrei. Das manuelle Schalten funktioniert ebenfalls perfekt und zwar vergleichbar mit dem Auto über Schaltwippen mit Daumen und Zeigefinger am linken Griff, der Kupplungshebel ist ja hier nicht mehr vorhanden.
Das DCT von 2012 mit nur zwei Modi (D und S) ist aber auch nicht mehr vergleichbar mit den neuesten Versionen auf den Crosstourer-Nachfolgern. Drei vorprogrammierte Fahrmodi (Urban, Tour und Rain), 2 frei programmierbare Usermodi und ein dreistufiger Sportmodus, ergänzt um eine Sechsachsen-Gyro-Sensorik (IMU), die für Traktionskontrolle, Wheelie-Control und das Kurven-ABS verantwortlich ist und einer KI, die das Fahrerprofil analysiert, um noch genauer vor Kurven automatisch herunterzuschalten und am Kurvenausgang wieder hochzuschalten, sind der aktuelle Stand der Honda-Technik. Apple CarPlay oder Android Auto sind ebenfalls am Motorrad Standard geworden, was eine einfache Smartphone-Integration ermöglicht.
Die BMW R1250 GS Adventure 40 Years GS
Meinem Freund Alex H. habe ich mein einziges Erlebnis mit einer GS zu verdanken. Die Lieferkette für das Starterrelais meiner Crosstourer war zu lang und so hatte ich für die von mir selbst organisierte Frühjahrsausfahrt 2021 kein Motorrad. Er konnte den Verkäufer bei BMW Wr.Neustadt überreden, einem eingefleischten Honda-Fahrer eine GS, noch dazu in der 40 Years Edition, für einen Tag zu überlassen. Dafür habe ich dann meine Gruppe beim Abbiegen von der Wachau ins Waldviertel gleich so ordentlich verloren, daß wir uns erst am Mittagstreffpunkt in Pöggstall wiedergefunden haben. Es war ein cooles Bike, ein Tag ist sicherlich zu kurz um ein faires Urteil abzugeben, aber der Quickshifter und ich sind keine Freunde geworden. Es war aber trotzdem ein tolles Erlebnis.
Das tut aber meiner Freude an den Ausfahrten mit der inzwischen 10 Jahre alten Crosstourer mit rund 53.000 km am Tacho keinen Abbruch und so wird es hoffentlich noch viele Blogartikel zu meinen Reisen oder auch Runden in der näheren Umgebung geben, aber wer weiß, was die Zukunft bringt!
Puch 125 RL
Ein Wunschtraum, den ich mir aus verschiedenen Gründen noch nicht erfüllt habe, ist die Puch 125 RL. Mein Vater hatte diesen Roller bis ins Jahr 1962, bis der Glas Isar ins Haus kam oder mehr davor stand.
Hier möchte ich ausnahmsweise einmal eine Buchempfehlung abgeben: „Der Puch Roller macht Geschichte “ von Volker Edler und Gernot Heigl. Die beiden Autoren beschreiben auf fast 200 reichlich bebilderten Seiten die technische Entwicklung und die Geschichte dieses österreichischen Kultfahrzeugs und gehen am Ende auch auf die gesellschaftliche Bedeutung des Rollers ein.
„Der Puch Roller macht Geschichte “ von Volker Edler und Gernot Heigl ISBN 978-3-200-02603-2 Bestellung per Email: volker.edler (at)gmx.at / heigl.gernot(at)gmx.at
Die Gratiszeitung „Mein Bezirk“ möchte die Superoma oder den Superopa vor den Vorhang holen und in die Therme schicken. Den beiden Siegern winkt ein Wellness Package um 480 Euro im Asia Ressort Linsberg in Bad Erlach!
Alle Enkelkinder schreiben am besten (eventuell mit Hilfe der Eltern!), warum ihre Großeltern die „Super-Oma“ und/oder der „Super-Opa“ von Niederösterreich sind.
Text mit Foto an: newsdesk.niederoesterreich@meinbezirk.at, per Post an Porschestraße 23a, 3100 St. Pölten oder bei untenstehendem Link hochladen! Kennwort: Super-Oma/Super-Opa. Einsendeschluss: 27. April 2025, Rechtsweg ausgeschlossen.
Am 22.9.2007 ist das Verkehrschaos in Mumbai noch größer als sonst, weil tausende Ganeshas in der Chowpatty Beach rituell versenkt werden. Natürlich musste ich da die halbe Nacht dabei sein, wie ich in diesem Tagebucheintrag beschreibe. Ein Rezept für ein veganes Biryani, und ein Chinesisches Huhn mit Gemüse, womit ich meinen Hunger gestillt habe, ist ebenfalls dabei.
Die letzten Tage habe ich es nicht geschafft etwas zu schreiben, obwohl doch einiges passiert ist.
Am Donnerstag spielte es sich noch mehr als üblich auf den Strassen ab, alle möglichen und unmöglichen Fahrzeuge waren mit weit mehr Menschen besetzt unterwegs, um die mittelgroßen Ganeshas zum Meer zu bringen und dort beim sogenannten Ganesh visarjan, (immersion,Versenkung) und zu versenken.
Da musste natürlich gefeiert werden und alle trafen sich dazu an der Kreuzung beim Mumbai Central Bahnhof auf dem Weg zur Chowpatti Beach.
Nachdem ich vom Internetpoint zurück war, habe ich mich sofort mit dem Fotoapparat bewaffnet und bin wieder zurück und mitten ins Geschehen hinein. Die Polizei hat in der Zwischenzeit begonnen, den Verkehr um die Feiernden herumzuleiten, was natürlich zu noch mehr Hupkonzerten führte als es eh sonst schon war. Dazu kam das ohrenbetäubende Trommeln und dazu ein Pfeifen und eine Art Gong wurde auch mit einem Hammer geschlagen, einfach unbeschreiblich laut!
Alle tanzen, der Lastwagen, der dort steht hat mindestens 10 Ganeshas drauf, dazwischen sitzen die Menschen und feiern und hinten folgt noch eine Prozession tanzender Menschen. Das Ganze wird noch von einem riesigen starken Scheinwerfer vom Dach des Lastwagens aus beleuchtet. Dazu habe sie sogar ein fahrbares Notstromaggregat angehängt.
Und immer wieder überholen andere Fahrzeuge, die jungen Leute sitzen praktisch überall, sogar am Dach der Lastwagen, es wundert mich, dass niemand in diesem Chaos herunterfällt. Immer wieder kracht es und irgendwo wird eine Leuchtrakete abgeschossen.
Vor dem Zug legen jetzt 2 Männer etwas aus, was ich erst am Schluss, als eine mindestens 10 Meter lange Reihe von Krachern erkenne. Schon beginnt man es anzuzünden, das braucht 3 oder 4 Versuche, dann beginnt die Schlange unter lautem Getöse und Rauch zu entzünden.
Am Straßenrand, hier am Eingang zu einem Markt, stehen die Leute und sehen zu, auch an jedem Fenster an der Straße steht jemand. Jeder, ob jung oder alt, will an diesem Spektakel teilhaben. Jetzt weiß ich auch, woher viele Leute so rot im Gesicht und auch auf der Kleidung sind, einer aus der Gruppe streut aus einem Kübel ein rotes Farbpulver über die Anderen, das sieht fast gespenstisch aus. Ich gehe lieber etwas in den Hintergrund, wer weiß, wie das wieder runtergeht!
Es ist aber aus einem anderen Grund ganz gut, etwas im Hintergrund zu bleiben. Ein paar Männer bringen eine Schachtel, aus der einige Zündschnüre herausschauen und versuchen, sie mitten auf der Strasse anzuzünden. Wieder klappt das nicht auf Anhieb, es braucht mehrere Versuche, das zu zünden, eigentlich lebensgefährlich!
Dann krachts und ein Feuerregen springt heraus, alles raucht und stinkt, auch kleine Leuchtraketen starten aus der Schachtel und die Trümmer fliegen herum.
Ein paar Männer der Gruppe versuchen eine Menschenpyramide zu errichten, sie schaffen es bis zur dritten Ebene, als der oberste dann eine Fahne auch noch schwenken will, bricht der Turm zusammen.
In der Zwischenzeit bin ich hungrig geworden und beschließe, ein Restaurant in der Nähe zu besuchen, das mir schon ein paar Mal aufgefallen ist. Ich werde in den ersten Stock geleitet, dort befindet sich der noch schönere klimatisierte Teil. Dadurch ist es hier fast kalt im Vergleich zu draußen. Ich bestelle als Vorspeise etwas mit Banane, bin gespannt, was das ist und ein Biryani als Hauptgang. Das Cola ist klein und trotzdem teurer als überall anders, ich bin wirklich in einem besseren Lokal. Während ich warte, beginnt sich das Lokal langsam zu füllen, Familien mit Kindern, junge Pärchen kommen, sie sind anscheinend alle hungrig vom Ganesha schauen. Eine Familie mit 3 Kindern spielt mit ihren Handys herum, genau wie bei uns haben sie auch mindestens 4 Stück davon. Die Handydichte ist ziemlich groß, anscheinend hat jeder, der einen Job hat auch ein Handy. Angeblich sind 2/3 aller indischen Handys hier in Mumbai!
Jetzt kommt auch mein Essen, Vor- und Hauptspeise gleichzeitig, sie wollen mir auch das Biryani gleich aufs Teller geben, ich möchte aber trotzdem die Vorspeise zuerst aufessen. Die entpuppt sich als eine Art Bananenpizza mit frischen Korianderblättern drauf und gebacken, ein echt interessanter eigener Geschmack! Ich bin davon fast schon satt, da schaffe ich die Hauptspeise sicher nicht komplett. Das Birhani ist mit Tofuwürfeln, das ist aufgrund der Schärfe richtig angenehm. Leider hat mir niemand gesagt, dass es da gar nichts dazu gibt, ich brauche unbedingt diese Fladen/Pfannkuchen dazu. Es würde mir ja schmecken, aber ich muss nach der Hälfte aufgeben, ich bin einfach satt.
Als ich hinauskomme, schüttet es in Strömen und ich habe nichts mit zum Überziehen. Nach ein paar Minuten Warten mache ich mich doch auf den Weg zum Hotel, es sieht nicht so aus, wie wenn es bald aufhören würde. Nach diesen paar Minuten bin ich bis auf die Haut nass, ich kann das tropfende Hemd und die Hose nur mehr in der Dusche aufhängen.
Gestern wurde mir gesagt, dass ich auf jeden Fall nächsten Freitag zur Prüfung antreten kann. Da muss ich noch viel lernen, da muss das Wochenende genutzt werden. Ich werde mich aber am Sonntagnachmittag trotzdem mit Swapnil bei Capgemini treffen, damit wir das Griechenland-Projekt besprechen können und ich ihm ein paar Dinge zeigen kann.
Heute war nur Lernen und Üben angesagt, ich habe meine Unterlagen systematisch durchgearbeitet, dabei sind wieder ein paar Sachen aufgetaucht, die ich noch nicht in meinem Blueprint eingebaut habe. Schön langsam wird wirklich etwas daraus. In der Nacht, weil ich nicht einschlafen konnte, habe ich zur Ablenkung auch noch den Blueprint für die Anlagenbuchhaltung überarbeitet, dann wars auf einmal 4 Uhr in der Früh…
Ich bin dann am Morgen nur kurz zum Internetpoint, um mit Evi über Skype zu chatten, meine Schwester ist auch zu Besuch bei ihr, die ist natürlich auch neugierig, wie es mir geht.
Nachdem ich nach dem Frühstück nichts mehr gegessen habe, macht sich auch schön langsam der Hunger bemerkbar. Ich möchte mir was gönnen und beschließe zu den Hilton Towers zu fahren, da mir ein Kollege vom Kurs gesagt hat, dass es dort Spitze Essen sein soll, no na.
Vorher gehe ich aber noch zu Shoppingmall, ich brauch noch was zu trinken für das Zimmer. Dort gibt’s auch einen Anzugschneider, ich schaue mir etwas an und habe mir im Nu auch schon etwas ausgesucht und werde schon vermessen. Um 2500 Rupies, das entspricht rund 50 Euros, kann man da wirklich zuschlagen. Am Montag ist Anprobe und am Mittwoch ist er fertig. Ich bin gespannt, wenn er ok ist, bestelle ich noch einen und auch noch ein paar Hemden.
Dann geht’s mit dem Taxi Richtung Hilton Towers, das liegt auch am Meer, nur einige Kilometer von Chowpatti entfernt. Nach einer Weile beginnt es wieder zu regnen, und ich spreche den Fahrer drauf an. Der glaubt, er müsse sofort die Fenster schließen und fährt an den Rand und schneidet dabei einem Moped den Weg ab. So schnell kann ich gar nicht schauen und der Beifahrer ist schon abgesprungen und greift beim Fenster herein und gibt dem Fahrer eine Ohrfeige, ein zweiter packt ihn auch noch und auf einmal reißt noch einer die Beifahrertür auf und greift herein. Ich bin sprach- und hilflos und mein Mut, etwas zu unternehmen ist auch gegen Null. Gott sei Dank (der Fahrer hat sicher Ganesha gedankt) kann er sich losreißen und wegfahren.
Wir fahren am Victoria Terminal vorbei und biegen dann Richtung Küste ab, schön langsam kann ich die Richtungen schon zuordnen und irgendwie denke ich mir, daß mein Fahrer kompliziert fährt. Die Straßen werden besser, die Gehsteige sind befestigt und sauber, es gibt Ampeln, die neuen Autos werden mehr, sogar 2 Mercedes sind dabei, wir befinden uns eindeutig in einem der nobleren Teile Mumbais. Hier gibt es auch Markierungen für die Fahrspuren, das wird aber hauptsächlich von den Taxis nicht einmal als Vorschlag zur Kenntnis genommen und man fährt irgendwo dazwischen und ist dadurch immer wieder einem anderen Fahrzeug im Weg, aber dafür gibt’s ja die Hupe.
Dann sind wir beim Hotel, ich sehe wieder die Bucht und die beleuchtete Skyline bis hinter Chowpatti und beschließe, zuerst da ein bisschen entlang zu spazieren und ein paar Fotos zu versuchen. Dabei werde ich wieder einmal von einer Mutter mit 2 Buben angebettelt, ich gebe ihr etwas, auch wenn das nicht wirklich hilft, aber mir fehlt es umgekehrt auch nicht.
Ich gehe dann in das Trident Hotel hinein und suche das Restaurant „Indiana Jones“, das sieht wirklich toll aus und ich bekomme auch einen schönen Platz. Die Erdnüsse sind scharf, viel Wasabi, das kommt erst hinten nach. Das Essen, ein chinesisches Huhn mit Gemüse ist auch lecker. Und nachher gibt’s einen Cappucino, der erste Kaffe in Indien. Der ist ziemlich stark, ich werde wieder nicht einschlafen! Dazu bringt der Kellner noch ein Gefäss mit Bonbons, ich koste eines, wieder ein ganz neuer Geschmack, zuerst süß, dann ähnlich wie Essig und am Ende kommt es noch scharf nach.
Zum Abschluss sehe ich mir noch die Bar „Opium Den“ im Hilton an, der Reiseführer empfiehlt sie auch. Sie ist wirklich edel und der Taiquiri mindestens so teuer wie bei uns, er war aber auch gut.
Die Rückfahrt geht dann rascher und auch ohne Zwischenfälle, der Fahrer fährt so wie ich es auch getan hätte, ich kenne mich ja schon aus in Mumbai!
You’re writing your autobiography. What’s your opening sentence?
Es kommt selten vor, daß mich die Fragestellung für den täglichen Blog wirklich interessiert und noch seltener, daß ich auch wirklich etwas schreibe.
Diesmal passt es aber zu einer meiner neuen Leidenschaften, die von einer kleinen Idee zu einer mittlerweile aus 1840 Dokumenten in 41 Ordner bestehenden Sammlung am PC geworden ist. Das sind Bilder, gesannte Zeitungsartikel, Downloads von geschichtlichen und anderen Quellen, Pfarrmatrikel, Aufzeichnungen von Erinnerungen und vieles mehr. 10 bis 12 Bücher als Quelle gehören ebenfalls dazu.
Der aus meiner derzeitigen Sicht noch einhaltbare Termin für eine Finalisierung liegt im Herbst.
Und was ist das Ganze? Es ist der Versuch, eine Familiengeschichte zu schreiben, die ursprünglich nur 100 Jahre umfassen sollte, aber mittlerweile von der Zeit Maria Theresias (um 1750) bis zu aktuellen Themen wie der KI reicht.
Aktuell lautet der erste Absatz:
„Mein Papa wäre 2025 100 Jahre alt geworden, daher habe ich beschlossen, die Familiengeschichte(n) aufzuschreiben, bevor viele Erinnerungen daran verloren gehen. Das Leben hat sich in diesen hundert Jahren mehrmals grundlegend geändert und meine Kinder und noch mehr die Enkelkinder können sich dabei sehr viel davon gar nicht vorstellen.“
Die Installation und Registrierung der ID Austria war vor 2 Jahren noch nicht ganz hürdenfrei. Im Jahr 2025 ist es problemlos möglich, wenn man nicht wie ich den „falschen“ Tag dafür erwischt
Ich halte die Digitalisierung vieler Lebensbereiche für unbedingt erforderlich, um den Herausforderungen unserer Zeit mit möglichst geringem Aufwand rasch begegnen zu können.
Die ID Austria leistet dazu ihren Beitrag, auch wenn man als durchschnittlicher Pensionist gar nicht so oft den Bedarf danach hat, außer z.B. bei Finanz Online, wo ab Oktober 2025 die 2-Faktor-Authentifizierung (2FA) verpflichtend zu verwenden ist, was mit ID Austria am relativ einfachsten möglich ist.
Und was ist die ID Austria eigentlich?
ID Austria (E-ID) ist eine Weiterentwicklung der Handy-Signatur und Bürgerkarte. Mit diesem digitalen Ausweis im Netz weist man sich online aus, nutzt digitale Services und schließt Geschäfte ab.
Scheitern beim ersten Versuch
Als ich irgendwann Anfang 2023 von der Handy-Signatur auf die neue ID Austria umsteigen wollte, habe ich nach einigen Fehlversuchen aufgegeben. Die Anmeldeprozedur nach der Registrierung bei der Bezirkshauptmannschaft war einfach noch nicht so stabil wie sie sein sollte und folgte nicht immer dem dokumentierten Prozess, daß später sogar der damalige von mir sehr geschätzte Digitalisierungs-Staatssekretär Florian Tursky beim öffentlichen Anmelden vor laufender Kamera scheiterte. So war ich zumindest in guter Gesellschaft bei meinem Fiasko.
Ein Neustart
Jetzt, eineinhalb Jahre später wollte ich wieder damit beginnen, mich zu registrieren, da ja ab Herbst die Anmeldung bei Finanz Online nur mehr mit ID Austria erfolgen kann. Die App „Digitales Amt“ konnte problemlos am Handy installiert war, die Vorregistrierung am PC war genauso einfach und schnell.
Nachdem unsere Gemeinde das Service nicht anbietet, vereinbarte ich einen Termin bei der Bezirkshauptmannschaft, dieser war erst zwei Wochen später, am 25.2.2025. Mit Handy und Reisepass bewaffnet überwand ich die Sicherheitskontrolle beim Eingang und war schon wenige Minuten später direkt am zuständigen Schalter. Ich erhielt innerhalb weniger Minuten nach dem Vorweisen des Passes gleich einen Ausdruck mit Registrierungscode und Passwort, die App öffnete sich aber nicht ordnungsgemäß, obwohl zwei Wochen vorher alles ohne Probleme startete.
Eigentlich hätte ich es wissen müssen, daß das nichts wird
So vereinbarte ich, daß ich daheim einen neuen Versuch machen sollte. Erst nach zweimaliger Neuinstallation der App startete sie so, daß ich auch den notwendigen Scan starten konnte. Aber jedesmal nach dem Scannen des Codes erschien die Fehlermeldung „Es ist ein unerwarteter Fehler aufgetreten“.
Die Damen vom Amt konnten mir nicht mehr weiterhelfen und so googelte ich nach dem Fehler. Dabei wurde aber nur auf einen falschen Benutzer oder ein falsches Password hingewiesen, was ich aber definitiv ausschließen konnte. Ich rief doch noch den Support von ID Austria an, wo der Standardtext des Anrufbeantworters darauf aufmerksam machte, daß der Fehler wegen eines schlecht lesbaren Fingerprints aufgrund der Panzerfolie am Handy auftritt.
ID Austria ist down
Jetzt war auch mein fast stählerner Geduldsfaden überspannt und ich beschloss, am nächsten Tag meinen Handy-Shop anzurufen, um zu klären, ob sie das Problem mit dem Panzerglas kennen. Und dann kam einige Stunden später im Newsfeed die Nachricht „ID Austria down! Störung könnte noch Stunden dauern“. Das digitale Amt ID Austria hatte genau am Tag meines neuerlichen Anmeldeversuchs technische Schwierigkeiten! Sehr zur Vertrauensbildung trägt das nicht bei, aber wir werden ja sehen, wie es weitergeht.
Auf einen neuen Versuch
Jetzt, nach ein paar Tagen sacken lassen, hat die Anmeldung in der App mittels Fingerprint und auch die Vervollständigung am PC problemlos auf Anhieb funktioniert.
Auch die Anmeldung bei Finanz Online hat mit dem ersten Versuch geklappt, der Steuererklärung steht nichts mehr im Weg außer mein eigener Unwille für solche Dinge.
Und der nächste Versuch gehört dem eAusweis.
Fazit
Wenn man wie viele von uns noch keine Handy-Signatur hatte, muss die ID Austria komplett installiert werden, sonst ist ein Umstieg am heimatlichen PC oder Handy mit den Basis-Funktionen recht einfach möglich. Für die Vollfunktion ist das persönliche Erscheinen an einer Registrierungsbehörde aber trotzdem nötig.
Wenn man das eigene Gemeindeamt als Registrierungsbehörde hat, ist es am wenigsten aufwendig, sonst muß man sich für die Registrierung einen Termin bei der Bezirkshauptmannschaft geben lassen, und dann dort mit Pass persönlich erscheinen. Wenn die App installiert und die Vorregistrierung erledigt ist, dauert es dann nur mehr wenige Minuten, bis man glücklicher Nutzer der ID Austria ist. Einige nützliche und interessante Links findet ihr unten auch noch.
Richtig Motorrad fahren ist im Jänner und Februar eher nur für Hardcore Biker etwas und dazu zähle ich mich trotz einiger sehr feuchter oder ziemlich kalter unfreiwilliger Erlebnisse nicht. Ausserdem musste ich mein neues Hüftgelenk noch schonen. Darum war ein zum Pensionsantritt geschenktes 3D-Puzzle einer Chopper mit 420 Teilen ein ganz guter Ausgleich und Test für Geduld und Feinmotorik.
Meine ehemalige Kollegin Daniela hat mir bei meinem Umtrunk zum Pensionsantritt am 1.Dezember 2023 eine Schachtel mit einem 3D-Puzzle eines Motorrads geschenkt. Ich habe mich sehr darüber gefreut, da es an meine Leidenschaft fürs Biken einerseits und der Beschäftigung mit Holz andererseits anknüpft.
Was Daniela nicht wissen konnte, da sie mich im Job als nicht sehr leicht aus der Ruhe zu bringenden Kollegen kennen gelernt hatte, ist meine Ungeduld mit mir selbst und meine nicht außergewöhnlich ausgeprägte Feinmotorik, die so gar nicht zum Zusammenbau von 420 aus Birken-Sperrholz lasergeschnittenen milimetergrossen Teilchen passt. Ich habe mein Geschenk aber trotzdem nie in einen Schrank geräumt, sondern immer im Bücherregal im Wohnzimmer vor mir gesehen.
Man muss auch noch wissen, daß ich mich vor einigen Jahren an etwas ähnlichem versucht habe und eine bewegliche Weihnachtskrippe nach dem gleichen System zusammengebaut hatte, wobei durch meine Ungeduld das Ergebnis nicht so perfekt ausgefallen ist, wie es sein hätte sollen. Irgendwann habe ich in Youtube auch ein Tutorial-Video für das Chopper Puzzle entdeckt, das mir neben ein paar Feinheiten auch gezeigt hat, daß mit Ruhe und Gelassenheit ohne weiteres zu meistern ist.
Ehrgeiz und schlechtes Gewissen wurden immer mehr angefacht und so war es nach etwas mehr als 13 Monaten so weit, dass ich mich in der Erholungsphase nach meiner Hüftoperation an diese Herausforderung heranwagte. Das Öffnen der Schachtel war wegen meines ersten Versuches mit der Weihnachtskrippe und wegen des Videos nicht vollkommen überraschend. Spannend waren aber auf jeden Fall die vielen Federchen und Schräubchen des Motors und der Teleskopgabel.
Am ersten Tag baute ich in gut einer Stunde die Teleskopgabel mit dem Lenkkopflager, beides beweglich, aus ca. 50 Teilchen. Die ersten 3 Abschnitte der Anleitung, die ein Mittelding aus Lego und Ikea ist, sind damit abgearbeitet.
Es ging weiter mit dem Lenker, die Griffe, Spiegel, Brems- und Kupplungshebel wurden zusammengebaut und auf die Gabel montiert. Dann folgten Scheinwerfer und Windschild und der Vorderteil war fertig. Als nächstes kamen die beiden Räder an die Reihe, sie wurden aus je sechs Einzelteilen zum kompletten Reifen mit Felge zusammengesetzt und das Vorderrad wurde in die Gabel montiert.
Dann war der Motorblock an der Reihe. In den Hauptbauteil wurde eine Schwungfeder mit den notwendigen Zahnrädern eingebaut. Der Seitenständer wird mit einer nur einige Milimeter kleinen Feder, die mit zwei noch kleineren Schrauben befestigt werden musste, automatisch eingeklappt.
Als nächster Schritt wurden die vier Zylinder des Motors so zusammen- und danach eingebaut, daß sie so gelagert sind, um die Bewegungen zu simulieren. Dann gehörte die Welle eingebaut, die die Sprungfeder aufzieht. Die Bremse dafür wurde wieder mit winzigen Schrauben befestigt. So nahm der Motor langsam Gestalt an. Nun war das Hinterrad an der Reihe und wurde eingesetzt.
Mit ein paar weiteren Teilen wurde das Fahrgestell langsam erkennbar.
Gabel und Fahrgestell waren nun zusammengebaut, dann kam der linke Auspuff dran. Das war etwas tricky, weil einige Teile sehr eng gebogen werden müssen, aber mit etwas Geduld klappte es dann. Die Rücklichter, die jeweils aus 5 kleinen Teilchen zusammengesteckt werden müssen, konnten auch gleich montiert werden. Der Chopper nahm immer mehr Gestalt an.
Der Unterbau für Sattel und Tank war als nächstes an der Reihe, sechs kleine Streben halten die beiden Seitenteile, an denen Sattel und der aus 5 gebogenen Teilen bestehende Tank geklippt wurden.
Dann wurde dieser Teil im Fahrgestell eingehängt und mit einer weiteren Strebe am Unterbau befestigt. Dann kam noch der rechte Auspuff an die Reihe und nun fehlten nur mehr die beiden Seitentaschen.
Genau ein Monat nach dem Öffnen der Schachtel baute ich Unterbau und Deckel der beiden Seitentaschen und schraubte sie mit 4 winzigen Scharnieren zusammen. Noch rasch die Halterungen angesteckt, dann konnten die beiden Taschen ans Motorrad angehängt werden.
Damit ist nach gut verteilten 10 Arbeitsstunden, die einerseits meine Ruhe herausgefordert und andererseits gezeigt haben, daß meine Feinmotorik in der Pension besser als gedacht ist, mein Holz-Chopper fertig. Vielleicht baue ich im nächsten Winter ein Book-Nook…
Leider gab es im September 2007 noch keine Möglichkeit für Nicht-Inder, die SAP Zertifizierung gleich vor Ort zu machen, ein Jahr später war das bereits selbstverständlich
Ich habe gestern im Internetpoint noch ein Mail an Fabian geschrieben, sonst glauben meine Kollegen in Wien, ich habe gekniffen. Dabei hätte ich gern die Prüfung gemacht, ich bin ganz gut drin und habe den Unterschied zu meinen Kollegen innerhalb von ein paar Tagen wieder aufgeholt. Der SD-Business-Blueprint, den ich zwar in Deutsch aufgebaut habe, hat mir sicher dabei geholfen, in den 6 Monaten nicht alles zu vergessen. Ich habe nur manchmal ein Problem mit den englischen und deutschen Bezeichnungen, da man nicht alles so einfach übersetzen kann.
Fabian teilt mir mit, es täte ihm leid, aber es gäbe keine Möglichkeit die Prüfung am Freitag zu machen. Genau genommen hab ich eh nicht mehr dran geglaubt. Dafür schlägt er mir vor, das Wochenende in Goa zu verbringen und nicht in der stinkenden Stadt. Ich werde mir das bis morgen überlegen und ein bisschen im Internet forschen, was die Flüge so kosten.
Goa ist ca. 600km südlich von Mumbai und mit dem Flugzeug in einer Stunde zu erreichen. Der Flug hin-retour kostet runde 140 Euro, also werde ich das machen.
Ich wollte im September 2007 über diesen Tag meines Mumbai-Aufenthalts gar nichts schreiben, aber rückblickend betrachtet ist mein persönlicher Culture Clash, der einen Lernprozess bei mir einleitete, das wirkliche Thema in diesem Tagebucheintrag zu einem nicht besonders ereignisreichen Tag.
Eigentlich wollte ich heute gar nichts schreiben, aber jetzt gibt’s es doch einiges, das ich loswerden möchte.
Am Morgen war der Frühstücksraum überfüllt und kein Platz zu bekommen, nach 10 Minuten wurde dann endlich ein Tisch frei. Ich holte mir meine Cornflakes, auf einmal stellten 2 Inder ihre Teller wortlos her und setzten sich. Das ist so eines der Dinge, die anscheinend nicht nur über Skype nicht funktionieren, und das ist die Kommunikation mit anderen, die man nicht kennt. Es wird so getan, wie wenn die anderen nicht da wären, so nach dem Motto, ich nehme auf dich nicht Rücksicht, dafür musst du auf mich Acht geben. Das ist im Straßenverkehr so, der, der vorne ist, gibt den Ton an und die hinten können hupen, aber im Prinzip ist das egal. Oder wenn jemand durch eine Tür geht, wird die ausgelassen und kann zuknallen, egal ob jemand nachkommt.
Höflichkeit ist gegenüber Fremden nur geschäftlich, aber nicht alltäglicher Umgang. Niemand sagt in der Früh Guten Morgen, wenn er einen Raum betritt, begrüßt werden maximal Freunde. Das haben mir meine Kurskollegen erklärt und sie finden das eigentlich gar nicht so toll, sie bemühen sich jetzt sichtlich, einen etwas anderen Umgang zu pflegen. Damit wird mir die Kommunikationsweise meiner beiden Capgemini-Kollegen auch klarer, auch wenn sie mich weiterhin auf die Palme bringen wird.
Beim Überqueren der Straße bin ich im Prinzip ja geübt, aber heute wäre ich doch fast mit einem Pferd zusammengerannt, weil damit rechnet man ja als Europäer nicht wirklich. Kaum verschnauft und umgedreht, steht das zweite (eh mit Reiter) hinter mir. Zu den tierischen Erlebnissen gehört auch, dass ich gestern das erste Mal einen Hund gesehen habe, der am Motorroller mitgefahren ist!
Am Abend war ich beim McDonalds, davon gibt’s einige in Mumbai, einen schräg vom Hotel. Es war lecker indisch, aber wenn man nicht auf die Straße gesehen hätte, hätte es (fast) irgendwo auf der Welt sein können. Die Preise sind um einiges niedriger, aber für indische Verhältnisse doch gehoben, ein BicMac Menu kostet 120 Rupies, das ist etwas mehr als 1 Euro. Das Publikum ist richtig gemischt, aber doch eher die Oberschicht, aber es war genauso ein moslemischer Opa im Hawai-Hemd mit Tochter mit Kopftuch (sonst wäre ich nicht auf Moslems gekommen) und Enkeltochter in Jeans und T-Shirt dabei. Zwei tratschende Freundinnen, es sah so aus wie wenn es die gleichen Themen wie in Europa wären, versandten dazwischen SMS. Nur Türsteher in Uniform gibt’s in Europa beim Mäci nicht.
Als ich zum Zimmer gehe, wartet schon der Hotelboy, der für mein Zimmer zuständig ist. Er sagt, meine Wäsche sei fertig, ob er sie bringen könne. Natürlich, ich bin gespannt, wie alles aussieht. Ich habe heute in der Früh Hemden, T-Shirts, Hosen, Unterwäsche und Socken zum Waschen gegeben.
Jetzt ist alles retour, sauber und gebügelt und an jedem Stück, auch an jeder Socke, hängt ein Zettel mit der Zimmernummer.
Es ist ja Fasching, von den deutschen Freunden auch Karneval genannt, und da darf man Dinge wie den Tag des Schachtelsatzes, die schon allein deswegen, weil sie eine deutsche Erfindung sind, recht oft recht ernst genommen werden, mit einem zumindest österreichischen kleinen Augenzwinkern betrachten und muß sich dabei nicht politisch korrekt auf die Zunge beißen.
Grafik: Copyright bzbasel.ch / Hannes Nüsseler
Eigentlich, und ich bin schon mittendrin, denn eigentlich sollte man keinen Satz mit diesem Wort beginnen, wenn man aussagekräftig rüberkommen möchte, eigentlich gehen mir diese künstlich geschaffenen Tage des … an allem vorbei, was ich habe, aber der Tag des Schachtelsatzes fordert mich schon vor dem Frühstück heraus, ihm auf den Grund zu gehen.
Der Schachtelsatz ist, so wie ich ihn verstehe, in sich verschränkt, damit die Klar- und Einfachkeit verschleiert wird, um das, was man aussagen möchte, nicht sofort jedem, der meint ihn durchschaut zu haben, preiszugeben und sich so den Nimbus von besonderer Intellektualität zu geben.
Die Juristen freuen sich, daß zumindest jemand sie versteht, weil der deutsche Cartoonist und Blogger Bastian Melnyk vor gut 10 Jahren die Idee zu diesem Feiertag gehabt haben soll, was aber nicht dazu geführt hat, sich zu hinterfragen und den vielen Anstrengungen, Gesetze zu vereinfachen und für alle verständlich zu machen, nachzugehen und bleiben diese daher auch weiterhin beinahe ein Synonym für Schachtelsätze.
Obwohl es nach Meinung vieler auch anders ginge, sind zum Beispiel Gebrauchsanweisungen noch immer schwer zu durchschauen, weil sie trotz KI vor Schachtel- und noch ärger, richtigen Bandwurmsätzen strotzen und das vielfach noch in grottenschlechter Übersetzung, was dazu führt, daß selbst die, die sie lesen wollen, das recht bald aufgeben.
Sogar die Wiener Zeitung, die ja mehr als 300 Jahre so etwas wie das gedruckte Gedächtnis und Gewissen Österreichs war, das man heute nicht mehr zu brauchen scheint, hat sich in mehreren Artikeln mit dem Phänomen des Schachtelsatzes auseinandergesetzt und wurde vielleicht auch deswegen in der Printversion eingestellt.
Vielleicht oder sogar sicher bin auch ich mit diesem Ansatz zumindest fast aus der Zeit gefallen, wenn ich im Zeitalter von Tiktok, X oder Instagram mit ihren Short Messages über etwas schreibe, das mehr als 20 Sekunden in Anspruch nimmt, und werde möglicherweise auch deshalb ebenfalls abgeschafft und im besten Fall noch archiviert.
Auch wenn mich Germanist:innen eventuell für meine Kreationen steinigen möchten, habe ich es heute trotzdem, genau am Tag des Schachtelsatzes, hoffentlich geschafft, zumindest einmal eine korrekte, der Definition einer solchen entsprechende, Hypotaxe so zu erstellen, daß allen klar ist, wie diese funktioniert, und die Intention dahinter auch zu verstehen.
Wenn nicht, hilft es auch nicht, weil ich gehe jetzt frühstücken.