A very short review in Capgemini Intranet (Talent)
In Hyderabad a SAP SD training was organized by Siemens India, which I participated for 2 weeks. The challenge was not only to learn as much as possible about SAP SD but also to gain a very small insight into the way of thinking and working with IT people in India.
The first impression was overwhelming. A big crowd, more like a wall of people was waiting in front of the airport entrance. I tried to separate that crowd and to organize a taxi to my hotel.
After some discussions I took a car to the hotel and the traffic caught me totally. I immediately forgot that in India the driving is on the left hand side but to be honest you can not figure that out. Indians drive nearly without any rules. Two traces in one direction means up to 7 vehicles (cars, motor rickshas, motorbikes, bicycles and hand trucks mixed) so you are happy to sit in a car.
Feel the traffic in a motor ricksha
The Siemens house was guarded on every floor by 2 securities. They checked everyone, whether we had an USB stick, a CD-rom or a camera with us. That was not allowed, security is handled really strictly, but not only here, in most public areas too. Around 40 people were waiting for the different trainings, most of them were from India. Gintautas from Latvia and me we were the only Europeans.
The team in our training room at Siemens Hyderabad, my seit is the Red one in the last row
Our trainer, Mr. Ketan Dafle, asked what we were expecting from this training, all of us mentioned that we wanted to be educated in SD, because it was needed for our companies, or similar answers. But Ketan requested the Indian team members to be honest, everyone of them would attend this training to go abroad to earn more money in US or Europe. And this was one of the impressions I got in that very short time: most of these people are hungry for knowledge, they do have so much power to get better trained and educated.
Ketan wanted to get all of the eleven team members to a very high level. Therefore we should do our exercises minimum 3 times a week, but no one of us could imagine that seeing the booklet (400 pages) for the first week. As all members were well educated and most of them had already a good knowledge of the business processes, we had only very small discussions on this and we were concentrating on SAP SD, entering orders, confirming them, creating customers and pricing conditions and so on. Most important for me was to be trained on the customizing area.
Our trainer Ketan (right side) with meThis advertisement seems to be a motto
Teamwork was perfect to me, I have never met this in that quality ever before on a training. The colleagues tried to get the best information and to practice as much as possible, really eager to learn. We also had a lot of fun together during our sessions. At the end Ketan really praised us for doing good work and we finished already our lessons on Thursday. So we had one full day (except the Saturdays) for training on the system and studying and reviewing our lessons together with lots of discussions for finding solutions.
As I wanted to have some memory of my team members, I tried to smuggle my camera into the office and it worked. The security guards didn’t check my bags perfectly anymore because I was friendly and patient to them. I had a bad conscience, because they trusted me. But now I have some photographs of my team in India.
During the Sundays I took a car with a driver from the hotel to do some sightseeing, as that is affordable for Europeans and gives a lot of comfort. I had the chance to see most of the important landmarks from Hyderabad, starting from the Charminar, to the famous Hindu temple Birla Mandir, the mosque Mecca Mashid and the world’s biggest Buddha statue in middle of Hussain Sagar. This is a big lake in the middle of the so called Twin town of Hyderabad and Secundarabad. On my last day before going to airport I visited Ramoji Film City, one of these 4 studio cities where the well known Bollywood films are produced.
the Charminar, one of the famous landmarks in Hyderabadview from Charminar, you can imagine the traffic!Buddha statue in middle of Hussain Sagar
Outside the SD training these two weeks were a big challenge for me: I met a totally different culture and tried to understand the way of thinking on a focus of working together with our colleagues in Mumbai. I am sure, when we pick up the best parts and ideas of both cultures, we will be able to fulfil all our business requirements and the requests of our clients.
Wir waren am zweiten Adventwochenende 2024 in Dresden, die Veröffentlichung dieses Blogs war vor dem Heiligen Abend geplant. In der Zwischenzeit hat ein Attentäter in Magdeburg auf dem dortigen Weihnachtsmarkt 5 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt. Im Gedenken an alle diese Menschen, die mit den Zielen des Attentäters, welche auch immer das sein mögen, nichts zu tun haben, aber mit ihren Verwandten und ganz Deutschland leiden müssen, stehen meine Erinnerungen an die Dresdner Weihnachtsmärkte, wo wir uns sehr wohl und sicher gefühlt haben.
Dresdner Weihnachtsmärkte
Die Stadt Dresden steht schon jahrelang auf unserer Bucketlist, aber mehr als einmal am Weg nach Mecklenburg-Vorpommern vorbeizufahren, ist bis jetzt nicht daraus geworden. Doch heuer haben wir beschlossen, uns am zweiten Adventwochenende den Dresdner Striezelmarkt anzusehen.
Unsere Anreise
Nachdem wir schon relativ lang vorgeplant hatten, konnten wir die ÖBB Sparschiene nutzen und mit dem Railjet bis Prag und dann weiter mit der Tschechischen Bahn bis Dresden zu fahren. Da das Wetter im Winter ja nicht so gut vorhersehbar ist, haben wir diese entspannte Variante gewählt und nicht bereut.
Unser Hotel
Hier war unsere Vorgabe: sehr zentral und doch bezahlbar. Darum fiel unsere Wahl auf das IBIS Budgethotel Dresden City in der Wilsdruffer Straße, keine zwei Gehminuten vom Alten Markt entfernt, wo auch der berühmte Striezelmarkt stattfindet. Die Zimmer sind zwar sehr klein, aber die Lage wiegt das bei weitem auf. Das Hotel-Frühstück ist ok, es gibt aber in der näheren Umgebung so viele Möglichkeiten, die wir ebenfalls probieren wollten. Die Links dazu findet ihr am Ende!
Der Striezelmarkt
Der Striezelmarkt ist eindeutig der größte und schönste Weihnachtsmarkt in Dresden. Daß er noch dazu das 590. Jubiläum feiert, wurde uns auch erst während des Besuches bewusst. 1434 das erste Mal urkundlich erwähnt, findet er am Alten Markt statt und lockt mittlerweile bis zu 2 Millionen Besucher pro Jahr an.
Die Stände sind alle extrem liebevoll geschmückt, wobei natürlich die Themen Holzkunst aus dem Erzgebirge und Dresdner Stollen überwiegen. Neben viel Kunsthandwerk kommen natürlich die leiblichen Genüsse auch nicht zu kurz, sächsischer Glühwein, Rostbratwurst, Dresdner Stollen und Quarkkeulchen (dafür findet ihr auch das Rezept unten) wollen verkostet werden. Wir haben uns aber als Unterlage für Punsch und Glühwein an das ebenfalls einzigartige Dresdner Handbrot gehalten. Das ist ein Brotteig mit eingebackenem Käse entweder mit Schinken oder Champignons und mit Suchtfaktor, was sich manchmal auch an längeren Schlangen vor dem Stand niederschlägt.
Und weil es das bei uns nicht gibt, habe ich nach einem Rezept dafür recherchiert, ihr findet es am Ende, es ist (noch) nicht ausprobiert, klingt aber sehr authentisch.
Natürlich darf auch die mit 14,62 Meter Höhe weltgrößte erzgebirgische Stufenpyramide nicht fehlen. Sie wurde 1999 sogar in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen. Die Weihnachtsbäume sind alle mit den schönen Dresdner (Herrnhuter) Weihnachssternen geschmückt. Dieser zwölfzackige Stern aus Papier oder auch schon aus Kunststoff in verschiedenen Farben, der von innen elektrisch beleuchtet ist, wird schon seit mehr als 160 Jahren von der Herrnhuter Brüdergemeine hergestellt.
Wenn man durch die Gassen des Marktes mit seinen über 200 Ständen schlendert (das sollte man nicht an Samstagen und Sonntagen tun, weil man sonst durchgeschoben wird), entdeckt man jedesmal wieder etwas Neues, ob kulinarisch oder kunsthandwerklich.
Der Striezelmarkt ist zwar der bekannteste Dresdner Weihnachtsmarkt, aber er ist nur einer von mindestens 9 Märkten, die man besuchen könnte. Der nächste den wir im Auge haben ist:
Der Loschwitzer Weihnachtsmarkt
Diesen Weihnachtsmarkt erreicht man vom Zentrum mit der Straßenbahnlinie 1 und mit der Buslinie 63 direkt nach einer der ersten strompfeilerfreien Stahlfachwerk-Brücken Europas, die deswegen auch liebevoll „Blaues Wunder“ genannt wurde, der Name ist ihr bis heute geblieben.
Im alten Loschwitzer Dorfkern findet der auch Elbhangfest Weihnachtsmarkt genannte Markt heuer bereits zum 26.Mal statt. In den ersten beiden Adventwochen lädt die anheimelnde Atmosphäre der kleinen Fachwerkhäuser und Hütten im Ludwig-Richter-Stil (dem ebenfalls berühmten Dresdner Romantikmaler) zum Bummeln vom Körnerplatz durch die Friedrich-Wieck-Straße ein. Viele Angebote aus dem Kunsthandwerk, wo man fast nicht nein sagen kann, viele Leckereien für den Gaumen und die im Lichterglanz erstrahlende Geschäfte und kleinen Höfe ergänzen das Flair auf dem Elbhangfest-Weihnachtsmarkt.
Den Posaunenchor und das A Capella- Adventskonzert konnten wir leider nicht hören, dafür haben wir wieder ein spezielles kulinarisches Schmankerl entdeckt. An einem Stand gab es georgisches Fladenbrot, Khachapuri genannt, gefüllt oder eher belegt mit einer Salsa aus roten Rüben (rote Bete) und einem Joghurt-Käse Dip. Auch dafür habe ich ein Rezept gefunden, die Salsa und der Dip kann nach eigenem Geschmack zubereitet werden.
Einen besonders schönen Blick auf den Loschwitzer Dorfkern mit dem Blauen Wunder hat man von der nahegelegenen Schwebebahn, aber davon mehr im Artikel über die Dresdner Sehenswürdigkeiten.
Neumarkter Adventmarkt
Auch oder gerade weil der Neumarkt in Dresden mit der Frauenkirche im Hintergrund komplett neu aufgebaut und in vielen Teilen rekonstruiert wurde, gehört er sicher zu den schönsten Plätzen Deutschlands. Erst seit 2023 ist dieser Prozess abgeschlossen und die barocke Form vor dem 2.Weltkrieg wiederhergestellt.
Donadini-Ermenegildo-Antonio-Dresden-Altstadt.-Neumarkt-mit-Markttreiben-um-1892Der zerstörte Neumarkt nach den Bombenangriffen von 1945. Quelle: Bundesarchiv
Als „Dresden-Neuling“ ist es fast unvorstellbar, daß erst nach 50 Jahren Brache dieses Viertel praktisch von den Grundmauern neu errichtet wurde. Das Konzept des „Advent auf dem Neumarkt“ schließt daran an und soll zeigen, wie es zwischen 1830 und 1920 hier aussah. Die Bilder der Vedutenmaler ermöglichen das ziemlich authentisch. Ein bisschen dazu gibt es auch in meinem Blog zu Caspar David Friedrich:
Und so bemühen sich die Veranstalter, möglichst nur traditionelle, bodenständige Erzeugnisse mit hoher Qualität von kostümierten Handwerkern, Künstlern und Händlern anzubieten. Die Kulinarik darf natürlich auch nicht zu kurz kommen und dominiert aus unserer Sicht hier bereits den Markt. Trotzdem haben wir hier beim mehrfachen gemütlichen Durchschlendern zwar die Idylle genossen, aber nicht das Spezielle gefunden.
Der traditionelle Weihnachtsmarkt an der Frauenkirche
Zuallererst sticht die Glühweinpyramide am Eingang zur Münzgasse ins Auge. Dann laden auf dem Weg hinunter zur Brühlschen Terrasse Rostbratwurst, Maroni, Trdelnik Baumkuchen und französischer Nougat zum Kosten ein und die Kunst aus dem Erzgebirge, Keramik und Plauener Spitze dürfen auch nicht fehlen. Die Frauenkirche im Hintergrund tut ihr übriges, um die Adventstimmung zu erhalten.
Wir haben es auch gleich genutzt, um mit einer Portion heißer Maroni in der Hand von der Brühlschen Terasse den Blick links auf die Augustus-Brücke, rechts auf die im September 2024 eingestürzte Carola-Brücke und über die Elbe zu genießen.
Der Augustusmarkt
Schon von Weitem sieht man die weiß-goldenen Pagoden, die an das Zeithainer Lustlager August des Starken von 1730 erinnern sollen. Auch der Goldene Reiter vor dem südlichen Eingang ist ein Abbild des Kurfürsten von Sachsen und Königs von Polen und die Augustus-Brücke von der Altstadt herüber ist ebenfalls nach ihm benannt.
Daher trägt natürlich der hier veranstaltete Weihnachtsmarkt, der sich durch die ganze Allee über rund 500 Meter bis fast hinauf zum Albertplatz zieht, ebenfalls seinen Namen. Dieser zweitgrößte Dresdner Weihnachtsmarkt hat sich der Internationalität verschrieben, unter anderem ukrainische, philippinische, georgische, indische, tschechische und syrische Spezialitäten zeigen das. Die Striezel der Bäckerei Ottendorfer werden sogar noch mit dem Trabi ausgeliefert (oder doch nur beworben?)
Damit ist der Augustusmarkt vor allem ein weihnachtlicher Streetfoodmarkt mit internationalen Angeboten. Kettenflieger, Riesenrad und Kinderkarussell ergänzen das Programm und lassen dafür die Kinderherzen höher schlagen.
Der blau leuchtende Weihnachtsbaum und das überlebensgroße erzgebirgische Wärmespiel mit der Darstellung einer Weihnachtskrippe im Mittelteil sollen sächsische Tradition einerseits und Internationalität der Stadt Dresden andererseits zeigen.
Nicht nur die Kinder freuen sich über den 4 Meter hohen lila Teddy, der seit 2022 den Beginn des Marktes am anderen Ende markiert. Man glaubt es nicht, aber es gibt bereits eine Petition für und eine gegen den Bären und im letzten Jahr wurde ihm von Vandalen sogar der Kopf angerissen. Das wurde von Überwachungskameras gefilmt, es war aber niemand erkennbar. Trotzdem wurde daraufhin der Datenschutzbeauftragte der Stadt Dresden aktiv und schränkte die Kameraüberwachung stark ein.
Zur Eröffnung im November gibt es seit einigen Jahren sogar eine echte Goldene Reiterin, ob es dazu auch schon Petitionen gibt, konnte ich nicht herausfinden.
Die Goldene Reiterin Foto: Sylvio Dittrich
Der Stollenmarkt
Jeweils am 2.Adventsamstag findet am Eingang zum Neumarkt, direkt neben dem Kulturpalast in der Wilsdruffer Straße der Stollenmarkt statt. August der Starke ließ im Rahmen seines Zeithainer Lustlagers das erste Mal einen Riesenstollen für seine berühmten und weniger berühmten Gäste backen. An diese Tradition wollten die Dresdner nach der Wende anknüpfen, um alte Traditionen wieder zu beleben.
In Begleitung des Radeberger Spielmannszuges und aller Zünfte oder Berufsgruppen Dresdens wurde der riesige Christstollen zur Bühne gebracht und in kleine Stücke geschnitten und verkauft. Leider haben wir dieses Event fast verpasst und gerade noch den Auszug Richtung Neumarkt erwischt, daher gibt es keine Fotos des Riesenstollens.
Der Mittelaltermarkt im Stallhof
Wir sind keine Mittelalterfans und noch dazu ist das der einzige Weihnachtsmarkt in Dresden, bei dem Eintritt verlangt wird. Daher kann ich euch hier nichts dazu erzählen. Der Rahmen im Stallhof des Residenzschlosses, einem der wenigen original erhalten gebliebenen Turnierplätze der Welt, ist sicher perfekt geeignet für diese Art von Markt und er wird vom Publikum auch sehr gut angenommen.
Unsere Mitbringsel
Am Striezelmarkt kauft man natürlich einen Dresdner Stollen, den es in verschiedensten Arten gibt. Wir haben ihn (die Version mit Mandeln ohne Rosinen) schon aufgegessen, darum gibt es kein eigenes Foto davon. Von den Krippen für unsere Sammlung gibt es aber eines.
Wenn man Weihnachtsmärkte mag, ist man in Dresden mindestens genauso gut bedient wie in Wien, denn es gibt eine recht große Anzahl davon, die im Großen und Ganzen jeder für sich ihre eigene Atmosphäre haben. Die Veranstalter achten darauf, möglichst authentisch zu bleiben, so findet man zum Glück keine Marktschreier, die Gemüsehobel und ähnliches anbieten. Die Ausgestaltung der der Stände ist praktisch überall liebevoll und dem jeweiligen Marktthema entsprechend. Alles in allem auf jeden Fall zu empfehlen.
Neben der Albertina ist das Bank Austria Kunstforum Wien auf der Freyung auch ein regelmäßiger Fixpunkt für mich geworden.
Seltene Gauguin Retrospektive
Im Herbst und Winter 2024 steht das erste Mal seit 1960 eine große Retrospektive zum Werk Paul Gauguins in Wien auf dem Programm, ein Grund mehr, sich das anzusehen. Und weil ich nach meinem Albertina-Besuch noch Zeit hatte, nutzte ich diese wahrscheinlich nicht so rasch wiederkommende Gelegenheit.
Zu sehen sind Bilder von seinen Anfängen als Postimpressionist bis hin zu seiner Vorreiterrolle als einer der Väter der Moderne, wobei seine Weiterentwicklung vom Spätimpressionisten zum Symbolisten und Synthetisten im Mittelpunkt steht. Seine Bildsprache war ihrer Zeit weit voraus und wirkte so bis ins 20. Jahrhundert und noch bis heute.
Fragen
Aber- darf man einen Künstler, der mehrfach mit 13 jährigen Mädchen zusammenlebte und auch Kinder mit ihnen hatte, überhaupt heute noch ausstellen und ansehen? Ich will mir kein Urteil über das Leben Gauguins anmaßen, weil auch der Zusammenhang mit der damaligen Lebensweise in den Kolonien und der damaligen Gesetze (Codex Napoleon, nachdem Mädchen mit 12 Jahren geheiratet werden dürfen) nicht ausser Acht gelassen werden darf.
Aber es ist auf jeden Fall notwendig, nicht nur die Werke in seiner künstlerischen Kraft zu sehen, sondern aus dem Kontext heraus zu betrachten, was die Unterschiede zwischen damals und heute sind und genau so ob wir sogenannten westlich geprägten Menschen heute mit Menschen anderer Kulturen immer korrekt umgehen.
Der Versuch von Antworten
Das Kunstforum schreibt auf ihre Homepage zur Ausstellung: „Heute, unter den Aspekten von postkolonialistischem Diskurs und Sexismus- und Missbrauchs-Debatten, hinterfragen wir die Figur und die Haltung eines Künstlers, dessen formalästhetisch neues und aufregendes Werk uns weiterhin begeistert.“ Und weiter : „Heute müssen wir der Figur Gaugin vor dem Hintergrund unseres Verständnisses von Exotik, Kolonialismus, Missbrauch Minderjähriger und kultureller Aneignung begegnen.“
Auf einer Schautafel einer Ausstelllung in der National Gallery in London vor einigen Jahren hieß es ebenfalls sehr deutlich: „Zur Zeit Gauguins waren frauenfeindliche Fantasien über polynesische Frauen weit verbreitet … Es kann keinen Zweifel daran geben, dass Gauguin seine privilegierte Stellung als westlicher Besucher ausnutzte, um die vorhandenen sexuellen Freiheiten bis aufs letzte auszuschöpfen.“
Unter dieser Prämisse bin ich dann auch durch die Ausstellung gegangen. Farbenprächtige Bilder die auf Tahiti Wirklichkeit, Wunschtraum und möglicherweise auch Angeberei zur Gewinnmaximierung ineinander verschmelzen, lassen uns aber nicht los.
Zwiespältiges Erlebnis
Ein ausgewanderter Banker in Geldnöten, der den Geist der Zeit als privilegierter Europäer sicher ausgenutzt hat, malt Bilder die in ihrer Intensität seinesgleichen suchen und heute noch genauso fesseln. Die Ausstellung lässt mich zwiespältig zurück.
Zur Klarstellung: Ich möchte aber auch keine Cancel Culture, in der Ausstellungen dieser Art nicht mehr möglich sind und mit falsch verstandener Political Correctness Zensur ausgeübt wird. Wichtig dabei ist aber die kritische Auseinandersetzung und die richtig dargestellte Einordnung in die aktuelle Denkweise.
Heute ist der Tag der Heimreise, ich habe am Abend noch versucht, ob der Koffer eh zugeht. Das Zimmer muss ich erst nach 16 Uhr räumen, da kann ich vor dem Abflug nochmals duschen.
Wie immer gibt’s, als ich nach dem reservierten Auto frage, Diskussionen, ja in 5 Minuten, nein es dauert etwas länger, noch 10 Minuten, dann nach einer halben Stunde ist das Auto doch da. Ich frage mich, ob es einen Unterschied macht, wenn ich reservierte oder nicht, ich werde es nie erfahren.
Die Ramoji Filmcity liegt rund 40 km außerhalb von Hyderabad, wir verlassen auf einer Ausfallsstraße relativ rasch die eigentliche Stadt. Der Unterschied wird zuerst dadurch sichtbar, daß die Häuser niedriger werden. Am Straßenrand liegen große Rohre, sie sind Teil des neuen Trinkwasserprojekts von Hyderabad, das gerade im Laufen ist und die Stadt flächendeckend mit gutem trinkbarem Wasser versorgen soll.
Slums
Dann sehe ich das erste Mal Slums hier in Indien, Hütten im Lehmboden mit Wellblech oder Plastik gedeckt, irrsinnig viel Dreck und Gerümpel rundherum. Hyderabad hat einen Slumanteil von ca. 18%, das Umland, das zu „Greater Hyderabad“ eingegliedert werden soll, bis zu 60%. Laut Zeitungsberichten gehört es daher auch zur neuen Strategie, durch die Vergrößerung und Verbesserung der Infrastruktur, diesen Anteil drastisch zu verringern.
Marmorverarbeitung am Straßenrand
Hier ist auch das Zentrum der Marmorverarbeitung, ein Betrieb reiht sich nach dem anderen, weißer und dunkler Marmor in großen Mengen überall. daneben größere offene Hütten, die den Marmorbildhauern als Wohn- und Werkstätte dienen. Mit vielen Hindu-Göttern in allen Größen, die zum Verkauf angeboten werden. Kann aber nicht wirklich ein gutes Geschäft sein, wenn man so leben muss.
Es geht weiter, nach einiger Zeit erscheint auf der rechten Seite der Eingangsbereich zur Filmcity. Mein Fahrer gibt mir seine Handynummer, er wartet, bis ich ihn wieder anrufe, um zurückzufahren.
Besichtigung von Bollywood
Ein Angestellter möchte mir unbedingt die große Führung um 750 Rp verkaufen, mir reicht aber die ganz normal Tour um 250 Rp. Beim Anstellen benehmen sich alle genauso wie im Straßenverkehr, jeder rennt einfach hin und kümmert sich absolut nicht darum, ob jemand vor ihm schon da war, das fällt mir später am Flughafen beim Einchecken wieder auf.
Ich werde nach der üblichen Leibesvisitation zu einem Bus geschickt. Der ist uralt und soll uns ins Zentrum der Filmstadt bringen. Hier ist neben dem Eingangsbereich nur Steppe. Nach 8 km Fahrt sind wir dort, es sieht nach einem Mittelding aus einem Hollywood und Indien aus. Die einzige Show, die ich mir angesehen habe, war eine Western-Stuntshow. Lustig, wenn Inder als Cowboys verkleidet sind. Die Inder sind davon begeistert, mich reißt es nicht vom Hocker.
Dann mache ich noch eine Rundfahrt mit einem der Busse, wir fahren durch die Kulissen diverser Bollywoodfilme. Meine Mitfahrer erkennen vieles davon wieder.
Beim Weitergehen werde ich immer wieder beobachtet und dann von diversen Schülergruppen angesprochen, die unbedingt ein Foto mit mir machen wollen. Man ist ja als Europäer doch sehr exotisch!
Ich fahre dann wieder mit einem Bus zurück zum Ausgang und rufe meinen Fahrer an, damit er mich abholt. Kurz nach 15 Uhr sind wir wieder zurück im Hotel. Ich lasse meine Rechung machen und ersuche um ein Taxi. Ich habe aber meinen Fahrer für den ganzen Tag gebucht, wie es sich nach einiger Zeit herausstellt.
Kompliziertes Prozedere am Flughafen
Bei der Abfahrt sagt mir der Rezeptionist, daß ich den Fahrer direkt zahlen solle, er bekomme 1500 Rp. Super, ich hab aber nur mehr 1020, was machen wir so kurz bevor ich eigentlich am Flughafen sein sollte. Wir rufen nochmals im Hotel an, der erklärt dem Fahrer, wo er mich zu einem Bankomaten bringt und ich nach einigen Schwierigkeiten und mit der Hilfe eines hinter mir wartenden Inders dann 1000 Rp herausbekomme. So kann ich meinen Fahrer zahlen.
Am Flughafen Menschenmassen vor dem Gebäude, ich kämpfe mich durch. Nach einer Überprüfung stehe ich auf einmal direkt vor den Schaltern der Air Quatar. Ich stelle mich an, es dauert ewig (so kommt es mir zumindest vor), bis ich dran komme. Da sagt mir der Angestellte, ich habe um 7 kg zuviel, ich muss 5 kg nachzahlen, macht ungefähr 5600 Rp., etwas mehr als 100 Euro. Ich weiß nicht wieso ich soviel mehr haben sollte, der Koffer muss schon beim Hinflug zu schwer gewesen sein. Super, schon wieder ein Geldproblem unter Zeitdruck, kann ich mit Amex zahlen? Ich werde zum Schalter am anderen Ende der Halle gelotst, dort akzeptiert man meine Karte aber nicht. Die Araber wollen nicht viel mit den Amis zu tun haben. Was mach ich jetzt? Da fällt mir ein, ich habe ja noch 100 Euro im Koffer. Ein Manager von Air Quatar hilft mir meine Koffer hinter dem Schalter zuerst zu finden und dann zu öffnen, ich hole meine 100 Euro auf dem Förderband kniened raus, wir schließen den Koffer. Wieder zurück, Geld wechseln und zahlen, mir bleiben dann genau 120 Rp über.
Dann ist alles problemlos, ich bekomme mein Ticket und stelle mich bei einer der Schlangen bei den Ausreiseschaltern an. Bin ich eh in der richtigen Schlange, so sicher ist das ja nie. Einer in der Schlange erklärt, dass das die Schlange für Quatar sei. Wieder ein Zettel für die Ausreise zum Ausfüllen, ich schreib die falsche Flugnummer drauf, es fällt nicht auf. Die Kontrollen scheinen sehr streng, sie sind aber meiner Meinung reine Automatismen. Nach der Röntgenkontrolle nochmals Leibesvisitation, dann in die nächste Schlange vor der Tür zum Flugzeug (Gate kann man dazu eigentlich nicht sagen). Wieder Kontrolle des Boardingpass, ich glaube das ist jetzt zum 4.Mal. Ihr Handgepäck ist nicht abgestempelt! Wo hätte ich denn das machen lassen sollen????
Sie müssen wieder zurück zur Kontrolle! Na gut, ich reg mich heute über nichts mehr auf und gehe zurück. Bei der Damenkontrolle ist niemand und ich frage dort nach dem Stempel. Ich bekomme 2 Streifen abgestempelt und wickle diese um die Griffe, jetzt komme ich durch die Kontrolle. Über die Stiege hinunter, dort wartet der Bus. Und wieder eine Kontrolle, der Bordingpass wird wieder genau angesehen, hab gar nicht gewusst, dass das ein so wichtiges Dokument ist. Ich hab aber keine Ahnung wie ich bis hierher ohne diesen Zettel gekommen wäre. Mir kommt das schon sehr nach Beschäftigungstherapie vor. Arbeitszeit kostet ja praktisch nichts.
Heimflug
Dann endlich im Bus, das Einsteigen zieht sich wieder, weil wir nur hinten einsteigen dürfen, um die Business Kunden nicht zu stören.
Dann sitze ich endlich drin, es geht wirklich Richtung Heimat. So sehr es mir gefallen hat, ich bin doch froh nach Hause zu kommen.
Zum 250. Geburtstag von Caspar David Friedrich, der zwar nicht in Dresden, sondern in Greifswald geboren wurde, aber die meiste Zeit seines Lebens in dieser Stadt verbracht hatte, hat das Albertinum in Dresden eine große Ausstellung seiner Werke im Kontext mit den Bildern seiner zeitgenössischen Freunde und Weggefährten auf die Beine gestellt respektive an die Wände im Untergeschoss gehängt.
Das erste Mal hat mich dieser Künstler in den Bann gezogen, als ich 1974 als Briefmarken sammelnder Bub eine Marke der Deutschen Bundespost zum 200.Geburtstag von Caspar David Friedrich bekam, die das Gemälde „Mann und Frau den Mond betrachtend“ aus dem Jahr 1824 zeigt. Da sich dieses Bild in der Nationalgalerie in Berlin befindet, wird es in Dresden nicht gezeigt, daher stelle ich ihm ein etwas früheres, ähnliches Bild, nämlich „Zwei Männer bei der Betrachtung des Mondes“ von 1819/1820 gegenüber, das prominent in der Ausstellung gezeigt wird.
Das letzte Mal war dieses Zusammentreffen mit dem WALD Kalender 2024 der Österreichischen Bundesforste, wo in jedem Monat ein Bild eines anderen Künstlers aus Materialien aus dem Wald dargestellt wird.
Ich bin kein Kunstgeschichtler, sondern nur an schönen Bildern interessiert, daher ist möglicherweise meine Sicht nicht richtig, wissenschaftlich fundiert ist sie sicher nicht. Meine Kusine, die Kunstgeschichte studiert hat, mag mich eventuell korrigieren, aber mir ging es im direkten Vergleich in der Ausstellung wie jemandem, der eine interessante Dokumentation zu einem Thema gesehen und nachher einen fesselnden Roman zum gleichen Thema gelesen hat. Darum seht ihr hier unten auch nur Bilder C.D.Friedrichs.
Die meisten seiner Weggefährten und Zeitgenossen sind für mich Dokumentatoren, exakt bis zur Darstellung der letzen Haarspitze oder des kleinsten Astes eines Baumes. So definiert zum Beispiel der berühmte „Canaletto-Blick“ auf die Stadtsilhouette von der Hofkirche bis zur Brühlschen Terrasse fast fotorealistisch die Gestalt der Stadt Dresden bis heute. Leider haben wir es aus zeitlichen Gründen nicht geschafft, uns das ebenfalls anzusehen.
Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke von Bernardo Bellotto („Canaletto“) 1748 – Gemäldegalerie Alte Meister
Diese Technik der sogenannten Vedutenmalerei mit Hilfe einer Camera Obscura verwendete Caspar David Friedrich zwar auch, er malte aber sozusagen zusätzlich über das exakte Abbild eines Baumes oder Sonnenuntergangs noch seine Stimmungen und Gefühle dazu.
Dabei darf man aber nie seine Bezüge zur damaligen politischen Situation, der Bedeutung der Religion für ihn und der Liebe zu Dresden und ihrer Umgebung übersehen.
Kreuz im GebirgeDie Kathedrale Tetschener Altar
Beim Rundgang durch die Stadt entdeckt man auch andere Hinweise, wie zum Beispiel das Denkmal für den Maler Caspar David Friedrich auf der Brühlschen Terasse vor dem Albertinum. Es ist dem Gemälde Georg Friedrich Kerstings von 1811, „Caspar David Friedrich in seinem Atelier“ nachempfunden. Eine Gedenktafel an der Kreuzkirche erinnert an seine Hochzeit mit der um vieles jüngeren Caroline Bommer im Jahr 1818.
Die Ausstellung kann noch bis 6.Jänner 2025 im Albertinum in Dresden bewundert werden.
Erich Kästner im Haus für Literatur
Etwas im Schatten des großen Malers steht der in der Dresdener Neustadt geborene Erich Kästner, der heuer 125 Jahre alt geworden wäre und vor 50 Jahren, am 29. Juli 1974 starb.
Er kam 1899 in einer Mansardenwohnung in der Königsbrücker Straße 66 zur Welt. Nur wenige Schritte entfernt erlebte der Autor unvergessener Bücher wie „Emil und die Detektive“, „Das doppelte Lottchen“ oder „Fabian“ als Bub viele schöne Stunden. Erich Kästner verbrachte als Bub viel Zeit am Albertplatz in der Villa seines Onkels Franz Augustin in der Antonstraße 1. Er beschrieb auch in seiner Erzählung „Als ich ein kleiner Junge war“ (1957) wie er von der Gartenmauer des Hauses aus das bunte Treiben überblickte. Zur Kaiserzeit war ja der Albertplatz einer der zentralen Dresdner Verkehrsknotenpunkte. Heute zeigt ein Bronzedenkmal den kleinen Erich genau so wie beschrieben auf der Mauer sitzend.
Die restaurierte Villa von Kästners Onkel beherbergt nach vielen Wirren seit fünfundzwanzig Jahren das Erich Kästner Museum. Das Konzept des sogenannten „micromuseums“ wird beim Eintritt ins Museum erklärt, als Besucher kann man in vielen kleinen bunten Schubladen mit Zeitungsartikeln, Briefen und Fotos stöbern, Filme ansehen und Tondokumente nachhören und so im wahrsten Sinn des Wortes Einblick in Erich Kästners Leben und Werk bekommen. Leider sind aus urheberrechtlichen Gründen Fotos dort nicht erlaubt, daher muß man das selbst gesehen, gehört und „begriffen“ haben.
Was mir besonders gefallen hat: Erich Kästner demonstrierte bereits 1961, 3 Tage nach meiner Geburt, in München gegen die Atomkraft
Auch im Kulturpalast, wo neben dem Konzertsaal auch eine tolle städtische Bibliothek untergebracht ist, wird nicht auf ihn vergessen. Diese Schaumstoffwürfel werden von manchen Besuchern als Fußstütze oder als Arbeitstischchen verwendet.
Was verbindet Caspar David Friedrich und Friedrich Gauermann? – Mein Spiel mit ChatGPT
Caspar David Friedrich und Friedrich Gauermann sind beide bedeutende Maler des 19. Jahrhunderts, die in der deutschen Kunstgeschichte eine wichtige Rolle spielen. Caspar David Friedrich (1774-1840) gilt als einer der führenden Vertreter der Romantik. Seine Werke sind bekannt für ihre emotionale Tiefe, symbolische Landschaften und die Darstellung des Menschen in der Natur. Er verwendete oft Licht und Schatten, um Stimmungen zu erzeugen und die Beziehung zwischen Mensch und Natur zu thematisieren.
Friedrich Gauermann (1807-1862) war ein österreichischer Maler, der ebenfalls in der Romantik tätig war. Er ist bekannt für seine realistischen Darstellungen von Landschaften und ländlichen Szenen, oft mit einem Fokus auf das Leben in der Natur. Gauermann schuf Werke, die sowohl romantische als auch realistische Elemente vereinen und oft die Beziehung zwischen Mensch und Landschaft thematisieren.
Die Verbindung zwischen Friedrich und Gauermann liegt also in ihrer Zugehörigkeit zur Romantik und ihrem Interesse an der Darstellung von Landschaften und der Beziehung des Menschen zur Natur. Während Friedrich eher mystische und symbolische Elemente in seinen Bildern betonte, legte Gauermann mehr Wert auf die realistische Darstellung des ländlichen Lebens. Beide Künstler trugen jedoch zur Entwicklung der romantischen Landschaftsmalerei bei und sind Teil des kulturellen Erbes dieser Epoche.
Diesen Vergleich habe ich mir nicht selbst erarbeitet, sondern die Frage an ChatGPT gerichtet. Gauermann habe ich als Vergleich deswegen genommen, da er in meiner näheren Heimat im südlichen Niederösterreich, in Miesenbach geboren wurde und dort auch einen großen Teil seines Lebens verbrachte.
Die obige Antwort wurde innerhalb von Sekunden 1:1 von einem KI Tool gegeben. Falsch ist sie aus meiner Sicht nicht, wird aber weder Gauermann noch Caspar David Friedrich vollständig gerecht, die beide auf ihre Art weit mehr als der typische Romantikmaler waren. Möglicherweise müsste ich die Frage noch exakter stellen, um ein wirklich gutes Ergebnis zu bekommen. Aber andererseits, je genauer ich die Frage stellen kann, desto weniger benötige ich eine KI zur Beantwortung, verifizieren muß ich ja trotzdem noch immer. Vielleicht sollte ich das nächste Mal die Quellen auch anfordern. Der Text selbst ist dafür grammatikalisch und orthographisch richtig, was ja heutzutage auch schon recht viel ist.
Aber für mich hier ist das ja nur ein kleines Spiel…
Ich spiele das Spiel weiter und stelle eine Landschaft von C.D.Friedrich einer Landschaft von F.Gauermann gegenüber – mir gefällt beides auf eine andere Art.
Ich war schon meinen Anzug anprobieren, der wird ziemlich edel! Muss er aber auch, ich bin sicher in einem der teuersten Anzuggeschäfte hier.
Beim Heimgehen hab ich mir noch Socken bei einem Straßenhändler und vorm Hotel noch 6 kleine Bananen um 10 Rp (= ca 20 Cent) beim Bananenhändler gekauft, direkt von der Dolde herunter geschnitten.
Was ich auch einmal feststellen muss, ich habe nicht ein einziges Mal ein ungutes Gefühl gehabt, oder mich nicht wohl gefühlt. Nicht ein einziges Mal ist mir etwas gefährlich vorgekommen, auch nicht spät in der Nacht. Obwohl ich heute durch eine relativ dunkle enge Gasse gegangen bin, habe ich nie das Gefühl gehabt, dass es irgendwie gefährlich sein könnte. Ungute Situationen sind nur mit den Bettlerinnen, da ich mich dabei einfach nicht wohl fühle wenn ich sie nicht beachte. Aber alle sagen mir, dass das die einzige Möglichkeit ist, damit zurechtzukommen
Ich habe mir vom Hotelboy Gewürze besorgen lassen, bin schon gespannt, was er mir morgen so alles bringt.
Das Essen heute im Blue Fox war wahrscheinlich das letzte Mal, weil wir morgen vielleicht etwas gemeinsam machen zu meinem Abschied. Leider ist der Eindruck etwas getrübt, weil mein Biryani mit Lamm (eine Spezialität von Hyderabad, eine Art Reisfleisch) leider mit vielen Knochensplittern versetzt war. Da hab ich, obwohl es sonst sehr gut und natürlich ziemlich scharf war, bei der Hälfte aufhören müssen, damit ich es nicht über den Tisch spucke.
In der Zeitung habe ich heute gelesen, dass man plant, ein „Greater Hyderabad“ durch eine Eingliederung von 12 Umlandgemeinden zu errichten. Diese Megacity soll 700 km2 groß werden und in Kürze die 10 Millionen Einwohnergrenze überschreiten. Natürlich gibt’s da auch Widerstände, aber ich bin sicher, man wird davon auch in Europa hören.
Strenge Sitten herrschen bei der Stadtverwaltung: Angestellte, die ein bestimmtes Formular nicht abgegeben haben, erhalten den Jännergehalt nicht ausbezahlt. So etwas sollte man bei uns einmal versuchen….
Die Luftverschmutzung durch Billigflieger ist hier zu einem Thema geworden. Sie hat in den letzten 6 Jahren um 600% zugenommen. Kein Wunder, gab es am Flughafen von Hyderabad im Jahr 2000 40 Flüge täglich so sind es heute 250 und es werden täglich mehr. Ich persönlich denke aber auch, dass der rasant zunehmende Autoverkehr auch so seinen Anteil hat. Vor einigen Tagen hab ich ein Foto in der Zeitung gesehen, das den Parkplatz vor dem Microsoft-Haus zeigt, er ist voll von Autos, kein Unterschied mehr zu Europa. In der Stadt wird der Individualverkehr sicher noch weiter zunehmen, da helfen ehrgeizige Öffi-Projekte auch nicht.
Das Wirtschaftswachstum ist rasant, das Bauaufkommen gigantisch, ich denke dass die Stadt in 5 Jahren ganz anders aussehen wird. Die jungen Leute sind alle äußerst motiviert und dazu noch ziemlich gut ausgebildet. Aber, wie unser Kursleiter uns schon am Anfang erklärte, dass für viele die Motivation ist, eine SAP-Zertifizierung zu bekommen, um nach Übersee zu gehen und dort gut zu verdienen. (Nach dem oft plakatierten Slogan „I Want A Dollar Salary“)
Ich habe mich heute mit unserem Kursleiter unterhalten, der sicher zu den Spitzenverdienern gehört, mit seinen umgerechnet 1000 Euro im Monat als Freelancer. Er meint, daß das Gehaltsniveau in nächster Zeit sicher stärker steigen wird, da die Leute ja auch wissen, was in Europa für die gleiche Leistung gezahlt wird.
Was mir zum Unterschied zu meinen beiden indischen Kollegen von Capgemini aufgefallen ist, dass hier alle sehr proaktiv sind und selbst etwas in die Hand nehmen können. Ich bin froh, diese Erfahrung gemacht zu haben. Nachdem ich mit meinem Manager Christoph besprochen habe, den 2. Teil meines Trainings möglichst in Mumbai zu machen, damit ich auch dort ins Capgemini Office kommen kann, bin ich gespannt, wie es dort sein wird.
Die Albertina war vor Klaus Albrecht Schröder eine altehrwürdige Sammlung von Druckgrafiken, die zum Großteil aus dem Besitz von Herzog Albert Kasimir von Sachsen-Teschen stammt. Das sicher berühmteste Bild daraus ist der sogenannte „Dürer-Hase“, den wahrscheinlich jedes Kind vom Zeichenblock kennt und der mich immer schon fasziniert hat. 2019 wurde er zum letzten Mal ausgestellt, ich habe ihn damals natürlich gesehen.
Die Sammlung Batliner
Eine weitere Anziehungskraft hat für mich die Sammlung Batliner, die seit 2007 als Dauerleihgabe Werke des Impressionismus und dem Postimpressionismus von Monet, Renoir und Cézanne bis zum Deutschen Expressionismus u.a. von Kokoschka und Böckl und als Draufgabe noch Bilder von Picasso zeigt. Ich sehe sie mir immer wieder einmal an, diesmal habe ich sie ausgelassen, weil mir sonst die Zeit für die anderen Ausstellungen gefehlt hätte.
Die finale Ausstellung von Klaus Albrecht Schröder nach 25 Jahren als Direktor der Albertina widmet sich dem Werk Marc Chagalls, der aus einer jüdisch-orthodoxen Arbeiterfamilie aus Witebsk stammt (damals im russischen Zarenreich, heute in Belarus), wo Chagall in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs.
Die Bilder Chagalls zeigen die Umwälzungen in seinem Leben, von der Periode in Paris über die Zeit in der Heimat während der russischen Revolution und wieder in Paris, von wo er 1941 nach Amerika fliehen muss. Sie erzählen immer wieder auch Teile der Geschichte der osteuropäischen Juden, vom Leben im Schtedtl und seines eigenen damit untrennbar verbundenen seelischen Zustandes. Ab 1948 lebte Chagall in Südfrankreich und starb dort 1985 mit 97 Jahren.
Ich zeige euch hier nur ein paar Bilder aus den rund 100 ausgestellten Werken der verschiedensten Schaffensperioden, um Appetit auf die Ausstellung zu machen, die noch bis 9.Februar 2025 zu sehen ist.
Robert Longo
Die Präsentation der Bilder von Robert Longo (geboren 1953 in Brooklyn) genauso wie der von Gottfried Helnwein im letzten Jahr passen aus meiner Sicht ganz perfekt in die Tradition der Grafischen Sammlung Albertina.
Als ich im Untergeschoss ankomme, bin ich gleich vom ersten Werk überwältigt. Dieser Photorealismus in Schwarzweiß zieht nicht nur mich, sondern den Großteil der Menschen in der Ausstellung in ihren Bann. Auf den ersten Blick glaubt man ein Photo vor sich zu haben, auf den zweiten Blick denkt man an eine perfekte Kopie eines Photos und erst am dritten Blick erkennt man die Transformierung in eine überdimensionale Kohlezeichnung, wo das eigentliche Motiv des Bildes etwas ganz anderes ist als das auf den ersten Blick sichtbare.
„Die spannenden Licht- und Schatteneffekte der Zeichnungen betonen die Plastizität der Dinge und die Tiefe des Raumes. Sie lassen das Motiv ebenso real wie unwirklich erscheinen. Das satte Schwarz der in das Papier eingeriebenen Kohle verschlingt jegliches Licht.“ So beschreibt es der erklärende Text auf der Albertina-Homepage. Ich füge dem nichts mehr hinzu und lasse einige Bilder für sich sprechen, den Rest muss man gesehen haben und das geht noch bis 26.Jänner 2025.
Adrian Ghenie
Genauso ambivalent, wie ich vor den originalen Bildern Egon Schieles stehe, blicke ich in der Ausstellung im Erdgeschoß auf die Bilder von Adrian Ghenie.
Er beschäftigt sich mit Schieles verlorenen Werken, von denen es nur Schwarz-Weiß-Fotografien gibt. Adrian Ghenies eindringliche künstlerische Fähigkeit bringt diese verschollenen Kunstwerke in einer zumindest für mich eher verstörenden Art zurück. Die Figuren erinnern eher an Aliens, als an Menschen und versuchen so, die expressiven Empfindungen Schieles herauszuarbeiten.
Andrian Ghenie, 1977 in Rumänien Baia geboren und heute in Berlin lebend, erkundet Schieles expressive Empfindungen in seinem hier gezeigten Zyklus „Schattenbilder“ weniger in stilistischer Hinsicht, sondern in jener der inneren „Haltung“, wie der Künstler es ausdrückt.
Die eigenen Erkundungen der Ausstellung dazu sind noch bis 2.März 2025 möglich.
Heute, am ersten Montag meines neuen Pensionsjahres, möchte ich gerne meine Erfahrungen und Erfolge mit euch teilen. Interessanterweise fällt mit kein Misserfolg ein, als einzig Negatives habe ich die für mein Gefühl recht häufigen Arztbesuche in Erinnerung. Aber auch hier gibt es für mich Positives, weil jetzt mein Hüftproblem bald gelöst sein sollte.
Zum Pensionsantritt
Ich dachte mir, daß ich keine Abschiedsparty mache, sondern mich mit einem Heurigenumtrunk bei einigen Kolleginnen und Kollegen, die mich lange begleitet haben oder mit denen ich in letzter Zeit nahe zusammengearbeitet habe, an meinem ersten Pensionstag am 1. Dezember bedanke und so in die neue „Freiheit“ starte. So konnte ich mich von so manchen ehemaligen und aktuellen Managern und sowohl langjährigen als auch ganz jungen Kolleginnen und Kollegen verabschieden. Das gemeinsame Abschiedsgeschenk, ein Gutschein für einen Sturzhelm hat mich sehr gefreut und mich schon viele Kilometer und Stunden sicher begleitet.
Körperlich aktiv sein und werden
Hier muß ich vorausschicken, daß ich mein Leben lang ein Antisportler war. Die Basis dazu liegt schon in meiner Kindheit, wo ich aufgrund einer Gelenksentzündung immer Schmerzen bei sportlicher Betätigung hatte. Ich erinnere mich noch mit Schrecken an Turnstunden im Gymnasium, wo das nicht anerkannt wurde und ich immer wieder froh war, wenn ich vom Turnen befreit war. Die richtige Bewegung wäre da schon wichtig gewesen, nur wurde mir die Freude daran leider schmerzhaft „ausgetrieben“.
Jetzt habe ich wieder gesundheitliche Gründe, mich zu bewegen. Mein Hüftgelenk schmerzt immer mehr und mein im Mai 2023 eingeklemmter Ischiasnerv mit Ausstrahlung im linken Bein beschäftigt mich auch nach meiner Kur im November 2023 noch immer. Bei dieser Kur in Bad Eisenkappel habe ich das Ergometer zum ersten Mal positiv erlebt und auch spät aber doch verstanden, daß es einfach notwendig ist, mehr regelmäßige Bewegung ins tägliche Leben zu integrieren.
Daher gehe ich seit dem 3.Dezember 2023, dem ersten Montag meiner Pension, wann immer möglich, dreimal in der Woche im Fitnessstudio. Aus einem fünfmonatigen Schnuppern wurden in der Zwischenzeit trotz rund 10 Wochen Abwesenheit 108 Besuche (das habe nicht ich, sondern der Zähler beim Zirkeltraining protokolliert) mit einer fixen Jahreskarte zum Pensionistenpreis. Kleine Erfolge stellen sich ein, so habe ich am Ergometer mit einer Distanz von rund 6,5 Kilometern in 20 Minuten begonnen und mittlerweile erreiche ich mit der gleichen Intensitätseinstellung meist mehr als 9 km in 22 Minuten.
Vorbild mit 91 Jahren
Eigentlich habe und hatte ich keine Vorbilder, aber hier schon. Ich treffe regelmäßig unseren 91-jährigen Senior-Feuerwehrhauptmann beim Ergometer, der hier seine Übung macht. Das habe ich mir auch zum Ziel gesetzt und werde dann davon berichten. Wer von euch neugierig ist, wie es mir bis dahin ergangen ist, setzt sich im Kalender einen Reminder im Dezember 2052.
Ich messe mich generell nicht gerne mit anderen, daher ist für mich auch das Zirkeltraining mit den auf meine Leistungsfähigkeit eingestellten Geräten optimal, die ich ganz einfach selbst elektronisch nachjustieren kann und so im Prinzip nur gegen mich selbst kämpfe.
Jetzt kann ich fast nicht aus meiner Projektmanagement-Vergangenheit heraus und möchte eine Tabelle mit den KPIs (*1) einbauen, ich lasse es aber und bleibe bei der Prosa.
Beim Start im Dezember 2023 habe ich dabei, um eine statistische Größe zu nennen, 4300 kg zu heben begonnen und jetzt überschreite ich meistens 8000 kg. Insgesamt habe ich in diesem Jahr 699046 kg im Zirkeltraining gehoben und 904,1 km virtuell auf dem Ergometer zurückgelegt.
Es ist nicht immer so leer, aber da nicht alle gerne fotografiert werden wollen…
Das E-Bike ist nicht nur ein sportliches Fortbewegungsmittel
Leider habe ich nur rund 1200 km am Fahrrad geschafft, obwohl ich neben unseren Fahrradurlauben in der Südsteiermark und im Salzkammergut doch recht oft in der näheren Umgebung unterwegs war und bin. Ich muß das Fahrrad aber noch mehr ins Alltagsleben integrieren.
Das Radfahren ist aber keineswegs Pflicht zur Bewegung, sondern für uns speziell mit dem E-Bike auch Spaß und Freude, weil wir mit dem gleichen körperlichen Einsatz wie ohne elektrische Unterstützung schneller weiterkommen und in Gegenden kommen, die sonst für uns mit dem Bike nicht möglich wären.
Natürlich gibt es viele, die weit mehr als ich machen, aber mit meiner Ausgangsbasis bin ich mit mir selbst zumindest halbwegs zufrieden.
Spaß mit meinen Motorradausfahrten
Die Geschichte mit meinen Motorrädern werde ich noch in einem eigenen Blogartikel erzählen, das würde diesen Eintrag sprengen. Die Vorfreude mit dem Pensionsantritt war sehr groß und so ist es mir gelungen, trotz recht vieler anderer Aktivitäten fast exakt 8000 km am Motorrad mit Fahrten über die Deutsche Alpenstraße in den Schwarzwald, die Dolomiten und in die Schweiz und leider gar nicht so vielen Tagesausfahrten in Österreich zu verbringen.
Meine Frau Evi muss noch einige Jahre arbeiten, daher finde ich es wichtig, möglichst viel der gemeinsamen Freizeit miteinander zu verbringen. Um das möglich zumachen, habe ich begonnen mich im Haushalt mehr einzubringen und ihr ein paar Arbeiten abzunehmen, die sie während meiner Vollzeitarbeit und beruflichen Abwesenheit alleine machen mußte, sei das der wöchentliche Einkauf oder Staubsaugen. So haben wir zumindest an den Abenden und Wochenenden mehr gemeinsame Freizeit.
Urlaube und verlängerte Wochenenden gab es ja früher auch, im letzten Jahr hatten sie aber für mich eine etwas andere Qualität bekommen, weil sie ja zumindest für mich nicht mehr primär der Erholung dienen mussten. Von manchen habe ich auch in meinem Blog erzählt.
Die Wochenenden mit den Enkelsöhnen sind immer Spaß und Freude mit vielen gemeinsamen Erlebnissen von gemeinsamen Spielen über den Fahrradparcours im Nachbarort und Museumsbesuchen bis zum Kürbisschnitzen und nicht zu vergessen die Edelsteinsuche beim Wochenurlaub in einem Kinderhotel in Donnersbachwald. Auch wenn wir die Enkelkinder immer wieder gerne zurückgeben, genießen wir trotzdem jede Sekunde mit den dreien.
Ausserdem gab es einige wunderschöne Familienfeiern und Besuche, die ich auch sehr genossen habe.
My home is my castle
Die erste Aufgabe, die ich mir vorgenommen habe, war der Umbau meines Bastelkellers. Zuerst war es „nur“ das Verlegen eines neuen Bodens, dadurch war es notwendig, alles auszuräumen und bei der Gelegenheit gleich aus- und umzusortieren. Der zumindest für mich (etwas weniger für meine Frau) nächste Schritt war der Bau eines neuen Arbeitstisches, der mein 20jähriges Provisorium ersetzen sollte. Da ich relativ viel Holz aus anderen Projekten oder demontieren Möbeln in meiner Sammlung hatte, musste ich außer den Vinylfliesen für die Arbeitsfläche praktisch nichts kaufen. Eine ebenfalls aus Resten gebaute fahrbare Holzkiste für die kleineren Reste, die unter den Tisch passt, erhöhte die Ordnung gewaltig. Ein selbstgebauter Zyklonsauger mit einem rund 50l Staubbehälter aus einem Blechbehälter ergänzt das.
Das rief natürlich nach weiteren Maßnahmen und so beschloss ich, ein sogenanntes French Cleat System zu bauen. Das ist ein Ordnungssystem auf hölzernen abgeschrägten Wandschienen, an denen maßgebastelte Halterungen für Werkzeuge, Geräte und diverse Materialien aufgehängt und so flexibel immer wieder neu plaziert werden können. Hier habe ich immer wieder Ideen zur Ergänzung, zum Beispiel einem selbst gebauten Frästisch mit Absaugung, weil bisher konnte ich wegen der Staubentwicklung Fräsarbeiten nur unter dem Carport durchführen, was recht aufwendig war.
Erledigte Aufgaben im Haushalt verlängern die gemeinsame Freizeit
Wie schon erwähnt, finde ich es wichtig, auch einige Aufgaben im Haushalt zu übernehmen, um damit nicht die gemeinsame Zeit zu belasten. So gehört der Wocheneinkauf schon seit der Altersteilzeit zu meinen Aufgaben, genauso wie Staubsaugen und Putzen. Ein besonderer Punkt dabei ist, daß die Partnerin oder der Partner die Arbeitsweise des jeweils anderen grundsätzlich akzeptiert, sonst sind permanente Konflikte vorprogrammiert. Wir sind aber auch bei den meisten Themen einig und führen keine Grundsatzdiskussionen. Meine Frau kennt mich aber nach mehr als 20 Jahren sehr gut und weiß auch genau, daß ich ihr die Aufgaben sehr schnell überlassen würde, wenn sie hinterher arbeiten oder regelmäßig kritisieren würde.
Kochen macht Spaß
Das Kochen macht mir schon seit meiner Jugend Spaß und daher gehört auch das während der Woche zu meinen Tätigkeiten, an den Wochenenden gehört das zur gemeinsamen Quality Time. Meine Frau ist auch happy, wenn sie speziell an ihren Homeoffice-Tagen ein frisch gekochtes Mittagsmenü bekommt. Strudel, Kuchen und Kekse zu backen habe ich ebenfalls begonnen und bin dabei mit meinen Ergebnissen halbwegs zufrieden, aber hier ist trotzdem noch einige Luft nach oben.
Früchte verarbeiten
Marmelade und Sirup einzukochen gehört schon jahrelang zu meinen Hobbys, jetzt bin ich aber nicht mehr gezwungen, es sehr früh oder sehr spät oder am Wochenende zu machen. Die Ausbeute im letzten Jahr sind ca. 80 Gläser Marmelade aus den verschiedensten Früchten von der klassischen Erdbeere bis zu Ananas, Feigen oder Mango in den diversesten Kombinationen. Weiters noch 8 Flaschen Ingwer-Zitronen Shot für mich (die mag sonst niemand in der Familie) und rund 20 Flaschen Hollerblüten- und Kräutersaft. Darüber freuen sich auch unsere Töchter und Enkelsöhne.
Aus dem Hochbeet-Garten
Unsere beiden kleinen Hochbeete waren auch sehr ergiebig und so entstanden neben den frisch verarbeiteten oder sofort gegessenen Paradeisern noch 10 Tiefkühl-Portionen Paradeisersauce, einige Flaschen Tomatensaft und 8 Gläser Gurkensalat, und rund 10 Portionen tiefgekühlter Blattspinat. Die Fisolen waren heuer nicht so ergiebig und so ergaben sich neben den laufend verkochten Bohnen nur wenige Tiefkühl-Portionen daraus.
Spinat, Knoblauch und Frühlingszwiebeln sind die Wintersaat in den Hochbeeten, sie werden Ende Oktober, Anfang November gesät bzw. gesteckt und beim Spinat ab Februar/März laufend geerntet bzw. vor der Neuauspflanzung tiefgekühlt. Die Knoblauchernte war so gut, daß erst jetzt die letzte Knoblauchknolle verarbeitet wurde. Und das ganze auf weniger als 2 Quadratmetern!
Wie man sieht, ist jetzt, Ende November, schon einiges von Spinat, Frühlingszwiebeln und Knoblauch aufgegangen.
Geistige Fitness und Mitteilungsbedürfnis
Zu meinem Blog http://www.newretieredontheblog.com möchte ich hier gar nicht so viel sagen, nur soviel: in den letzten 8 Monaten sind mehr als 50 Beiträge entstanden. Dabei haben mich die 5100 Zugriffe von fast 2200 Besuchern doch sehr überrascht, obwohl ich fast keine Werbung mache und meine Artikel auch nicht wirklich Suchmaschinen (SEO)-optimiert sind. Die Anzahl der Abos ist aber noch recht überschaubar, daher freue ich mich, wenn meine treuen Leserinnen und Leser das eine oder andere Abo hier anfordern, ist eh formlos kündbar.
Bücher finde ich besser als Kindle
Leider habe ich in diesem Jahr nur zwei Bücher gelesen, wenn man Querlesen und Recherche nicht dazuzählt. Dabei habe ich in den letzten Jahren den Inhalt meiner Bibliothek in Hinblick auf die Pension erweitert (ja, mir ist die Haptik eines Buches sehr wichtig und der Kindle kommt beim mir gerade noch im Urlaub am Strand zum Einsatz) und geplant an die Leseleidenschaft meiner Jugend anzuschließen. Aber man braucht ja noch weitere Ziele. Dafür habe ich aber abseits meiner neu gewonnenen Blogger-Leidenschaft trotzdem zu viel Zeit in den sozialen Medien verbracht.
Kein Anzug mehr!
Als Consulter war es jahrelang ein Muß, Anzug und Krawatte zu tragen und bei den meisten Kunden einen Level besser angezogen zu sein. Das galt selbst für das Firmen-Office, wo nur der Freitag casual, sprich ohne Krawatte war. Später wurde es insofern gelockert, daß am Freitag auch Jeans akzeptiert wurden. Erst mit und nach Corona lockerte sich das neben vielen anderen festgefahrenen Prozessen und auf einmal trugen selbst die Herren im Topmanagement meist keine Krawatte. Der Anzug blieb aber weiterhin DAS Kleidungsstück. Jetzt habe ich einen Kasten voll mit Anzügen, habe aber im ganzen Jahr außer bei einigen leider unvermeidlichen Begräbnissen keinen Anzug mehr getragen. Nachdem ich ein Jahr gewartet habe, werde ich demnächst ausmustern und die Anzahl drastisch verringern. Wieder ein Symbol für mein Arbeitsleben weniger!
Back to the Roots
Kienberger-Treffen
Es ist mittlerweile schon Tradition, daß sich die näher und weiter weg lebenden ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohner eines kleinen Ortsteiles meines Heimatortes, der im Jahr 2007 abgerissen wurde, alle 2 Jahre treffen. Aus dem ersten Treffen einiger weniger ist die Zusammenkunft von fast 100 Menschen geworden, die sich teilweise schon aus den Augen verloren hatten, von der Kindergartentante über den Briefträger, bis zu Arbeitskollegen der Eltern und Schulfreunden, die man sonst nicht so einfach treffen würde.
Diese Häuser, ehemalige Arbeiterwohnungen der ortsansässigen Fabrik wurden abgerissen und die wenigen noch verbliebenen Bewohner übersiedelten in andere Teile der Gemeinde.
Maturatreffen
Erst im Oktober fand mein 45-jähriges Maturatreffen statt, nach 5 Jahren haben sich wieder viele Absolventen der beiden Abschlußklassen des BG/BRG Wieselburg, diesmal in Ybbs getroffen. Dass wir alle älter werden, zeigt auch, daß diesmal keine Professorinnen oder Professoren mehr vorbeikommen konnten. Schön wars aber trotzdem.
Die Bezirkswahlbehörde
In diesem Jahr gab es in Österreich 2 Wahlen (Europa und Nationalrat), wo ich als Mitglied der Bezirkswahlbehörde dafür sorgte, daß alle Wahlergebnisse korrekt und zeitgerecht ausgezählt werden. Ein Teil davon wird noch von uns ausgezählt, bevor das finale Endergebnis an die Landeswahlbehörde weitergegen wird. Der zeitliche Aufwand pro Wahlereignis für die konstituierende Sitzung, eine Schulung, eine vorbereitende Sitzung am Freitag vor der Wahl, einer am Wahltag und dem Abschluss am Tag nach der Wahl beträgt auch rund 15 Stunden. Details dazu könnt ihr in meinem Blog dazu nachlesen:
Ich frage mich scherzhaft immer wieder, wie ich eigentlich Zeit hatte zu arbeiten. Ich bereue keine Minute, etwas früher die Pension in Anspruch genommen zu haben und vermisse nichts.
Mein letzter Tag im Kurs, um 17 Uhr habe ich mich von meinen Kollegen verabschiedet, es waren, denke ich, für alle interessante 2 Wochen. Auch wenn die Prozesse an sich für mich ganz klar sind, habe ich trotzdem sehr viel gelernt, auf der einen Seite von SAP SD auf der anderen Seite über Indien und seine Menschen. Natürlich bin ich wieder mit dem 3-Rad-Taxi zum Hotel gefahren.
Dann aber war noch ein sehr erlebnisreicher Abend, ich habe meinen Anzug geholt, der ist wirklich ganz toll, dann war ich noch in einem Shoppingcenter und habe noch ein paar Hemden und Krawatten gekauft.
Im Hotel wurde ich dann eingeladen, kurz eine hinduistische Verlobungsfeier zu besuchen. Der Onkel des Bräutigams hat mir erklärt, dass sich die beiden heute das erste Mal gesehen haben. Es war ganz feierlich, beide haben eigentlich recht zufrieden ausgesehen, waren auch beide hübsch. Danach aber gehen alle nach Hause und morgen feiern sie Hochzeit.
Zum Abschluss war ich noch in einem Restaurant in der Nähe, bin aber mit dem Rikschataxi hingefahren. Ich hätte auch laufen können, war aber schon zu faul dafür. Und dort habe ich nochmals die Stimmung mit Lärmen und Hupen auf der Dachterrasse genossen. Eine hinduistische Prozession ist auch vorbeigezogen mit Trommeln und Blasinstrumenten, die sind noch lauter als alle Hupen zusammen.
Die Gewürze habe ich ebenfalls kontrolliert, sie sind alle original verschlossen, Curry und noch ein paar andere Sachen, SEHR vorsichtig zu dosieren!
Morgen habe ich bis 16 Uhr Zeit, da werde ich mit einem Hotelauto in die Filmstadt hinausfahren und mir ansehen, wo die Bollywoodfilme gedreht werden. Da geht es schon nach 8 Uhr los, weil die Fahrt hin dauert ca 1 ½ Stunden.
Heute sind wir von unserem Kursleiter gelobt worden, er meinte wir wären diese Woche schon einen Tag weiter als geplant, wir haben Zeit genug, alles zu vertiefen. Unser Niveau sei zwar recht hoch, er wolle uns aber trotzdem nicht frustrieren, daher gibt es noch keinen Test, er traut uns momentan 65-69% zu, das ist natürlich zuwenig, aber zu diesem Zeitpunkt noch kein Problem. Er gibt uns aber sein Set von gesammelten Prüfungsfragen, die einer der Kollegen im Copyshop für alle kopieren lässt, rund 250 Kopien für 120 Rp., das sind etwas mehr als 2 Euro. Ich werde mir die heute im Hotel sicher NICHT ansehen. Mein Kollege und ich beschließen um ½ 6 Schluss zu machen, er nimmt mich wieder auf dem Moped mit zum Hotel, das macht Spaß!
Ich bin noch auf der Suche nach Gewürzen, daher schnell wieder raus auf die Straße, um etwas zu finden. Ich komme an einem Stoff- und Anzuggeschäft vorbei und beschließe, einmal zu fragen, was ein Maßanzug kostet und ob es sich bis Samstag überhaupt ausgehen würde. Es geht sich sogar bis Freitag abends aus, ich suche mir aus der Riesenauswahl einen edlen dunkelblauen Stoff aus. So kommt der Anzug dann auf umgerechnet gute 100 Euro. Der Schneidermeister kommt in der Zwischenzeit und nimmt Maß. Ich muss den Stoff gleich bezahlen, die Arbeit erst nach Lieferung, bin schon richtig gespannt drauf.
Auf dem Weg zurück zum Hotel suche ich nochmals einen Bananenhändler, leider sind schon alle weg, kann also erst morgen wieder welche kaufen.
Hunger hab ich keinen, daher fällt das Abendessen aus, ich beschließe aber später noch in die Hotelbar zu gehen und einmal ein Bier zu probieren. Ich nehme mir ein Kingfisher, da sieht die Flasche etwas größer aus. Es ist sehr kalt, fast wie alkoholfrei und ohne viel Geschmack, wenn es nicht eiskalt wäre, könnte man es nicht trinken, da reicht mir eines. Ich frage trotzdem den Kellner, ob ich mir die Flasche für meine Sammlung mitnehmen kann. Da lese ich dann, daß das ein Leichtbier mit weniger als 5% Alkohol ist, da ist mir alles klar.