1: Meine Pension ist kein Unruhestand

Nach fast einem Jahr in Pension schadet es nicht, sich wieder an lang geübte Praktiken aus dem Beruf zu erinnern. Im Projektmanagement hieß eine davon „Lessons learned“. Das ist das Sammeln und Aufarbeiten von Erfahrungen und Ereignissen während eines Projektes um daraus Schlüsse zu ziehen und sie bei zukünftigen Projekten miteinzubeziehen. Ich weiß natürlich aus jahrelanger Erfahrung, daß die Erkenntnis das eine ist und die Umsetzung in der Zukunft das andere, aber man kann ja auch in der Pension eventuell noch klüger werden.

Als Ruhestand möchte ich meine Pension bewusst aber auch nicht bezeichnen, weil ich zwar meine beruflichen Verpflichtungen erfüllt habe, aber es nie mein Ziel war, mich nur auszuruhen. Am wichtigsten war und ist für mich, daß ich endlich (fast) nicht mehr fremdbestimmt bin. Zu diesem Thema gibt es sicher bald einen extra Blog.

Unruhestand ist für mich aber auch nicht die richtige Bezeichnung, da das für mich zu suchen und etwas hinterherzulaufen bedeutet, ohne sich selbst gefunden zu haben. Genau das aber sollte man bis zum Pensionsantritt schon erreicht haben, indem man versucht, sich selbst nicht nur über den Beruf zu definieren, sondern, falls man das noch nicht gemacht hat, herauszufinden, welche Interessen man haben könnte und welche Aktivitäten Spaß machen würden.

Wir Pensionisten wissen zu diesem Zeitpunkt ja alle, daß die Zeit vor uns auf jeden Fall kürzer sein wird, als die bereits erlebte. Darum ist es wichtig, in Zufriedenheit und Ausgeglichenheit diese Zeit bewußt zu leben. Mir ist schon klar, daß nicht alle von uns gesundheitlich und materiell halbwegs sorgenlos sind, aber auch hier ist der Blick auf das halbvolle Glas besser als auf das halbleere.

Es klingt banal, aber es ist wirklich so. Mit jedem Lebensjahr werden andere Dinge wichtiger. Es sind immer weniger die materiellen Dinge, sondern mehr der Augenblick, die gemeinsame Zeit mit den Menschen, die mir nahestehen, ein Theaterbesuch oder ein schönes Erlebnis in der Natur, die das Leben schön machen.

Auch darum habe ich für mich beschlossen, praktisch ohne Stress zu leben, obwohl die Tage mehr ausgefüllt sind, als ich dachte, aber trotzdem selten Zeitdruck dabei ist. Dabei nehme ich so wenig wie möglich Verpflichtungen von aussen an, da genau das Stress für mich bedeutet. Trotzdem erlaube ich mir Spontanität und kurzfristige Entscheidungen und einige, aber gar nicht so viele Faulenzertage sind auch dabei.

Ein bisschen umgehört habe ich mich auch, schon vor dem Zeitpunkt des Pensionsantritts, aber auch seither, wie das von anderen in meinem Alter gesehen wird. Die meisten von uns arbeiten ja gerne, egal in welchem Beruf, aber ab einem gewissen Alter mögen viele die Begleitmusik dazu immer weniger. Seien es die körperlichen Beschwerden, die jedes Jahr mehr werden oder auch der emotionale oder zeitliche Druck, der immer schwerer weggesteckt wird, sie machen es immer schwieriger ab einem bestimmten Zeitpunkt so zu arbeiten wie 10 Jahre vorher. Die Erholungsphasen am Wochenende werden ebenfalls immer länger, manchmal wird das Wochenende für den einen oder die andere von uns dazu auch zu kurz.

Sicher, wir Menschen zumindest in der westlichen Welt werden immer älter, was rein rechnerisch und sachlich ein höheres Pensionsantrittsalter rechtfertigt. Dabei nimmt einerseits die Altersarbeitslosigkeit zu und andererseits ist die aktuelle Arbeitswelt nicht dafür geeignet, einerseits möglichst gesund bis zur Pension durchzukommen und andererseits die Leistung älterer Mitarbeiter oder Kollegen entsprechend zu respektieren. Unser aller Ziel muß es aber sein, ohne größere Beschwerden möglichst lange das Älterwerden zu ermöglichen.

Dazu war die Altersteilzeit ein guter Einstieg, sich einerseits mit der neuen Situation eines nicht mehr so strukturierten Lebens und andererseits mit der neu gewonnenen Unabhängigkeit zu beschäftigen und sich daran zu gewöhnen.

So bin ich froh, bereits den Schritt in die Korridorpension gemacht zu haben und das erste Jahr schon (zum Zeitpunkt des Blogs fast) genossen zu haben. Was da alles so passiert ist, konntet ihr ja bei einigen Dingen mitlesen, wer es noch nicht getan hat, hat aber noch immer die Chance dazu! Ein etwas detaillierteres Resümee mache ich in meinem nächsten Blog. Vielleicht kann ich mit meinen Erfahrungen, den am Anfang genannten „Lessons learned“, dem einen oder der anderen zumindest einen Denkanstoß für den Einstieg in die Pension geben.

Übrigens habe ich zufällig mit einem Freund darüber gesprochen, daß ich praktisch nie nach dem Biken bei einem unserer Heurigen vorbeikomme, wie ich mir das eigentlich vor dem Pensionsantritt vorgestellt hatte. Er meinte, da hast du etwas zu lernen: du musst nächstes Jahr deine Routen anders legen! 🙂 Mit einem Erkenntnisgewinn in dieser Richtung habe ich aber am wenigsten gerechnet!

Links

Hier kommt noch ein Link zu einigen Gedabken von Melinda Gates zum Älterwerden:

I Turn 60 Next Month. Here’s How I Feel About Getting Older.
https://www.linkedin.com/pulse/i-turn-60-next-month-heres-how-feel-getting-older-french-gates-h1mle?utm_source=share&utm_medium=member_android&utm_campaign=share_via

https://navigatemc.com/lessons-learned-process-focus/
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Lessons_Learned

9: Laser-Märchenshow und Riesenbuddha

Von gestern gibts nicht viel zu berichten, der Tag war lang im Kurs und anstrengend, Ich bin wieder mit meinem Kollegen am Moped heim, hab mir im Restaurant eine Spezialität von Hyderabad gegönnt, dann schlecht geschlafen und immer wieder wach geworden, bis um ungefähr 3 Uhr früh dis SMS von Evi gekommen ist, dass sie gut zuhause angekommen ist. Entsprechend müde war ich dann heute früh.

Heute war der Kurs richtig interessant, Customizing von Business transactions und Partner transactions. Ich bin ganz gut vorangekommen und mit meinen Übungen fast fertig. So beschließe ich Schluss zu machen, vielleicht kann ich noch was anderes unternehmen. Ach ja, hätte ich fast vergessen, ich hab heute meine Kamera eingeschmuggelt und konnte so alle meine Kollegen und unseren Kursleiter fotografieren. Das Hinausschmuggeln ist genauso wieder gut gegangen, ich habe fast ein schlechtes Gewissen, weil die beiden netten Wächter, ein Mann und eine Frau, mir schon vertrauen und nur sehr oberflächlich proforma kontrollieren, bei Anderen sind sie viel genauer.

Die Taxis streiken nicht mehr, ich habe innerhalb von ein paar Minuten einen 3-Wheeler, der mich zum Hotel bringt. Es ist nicht viel Verkehr, so sind wir recht rasch da. Vor dem Hotel steht ein Händler mit Bananen, ich kaufe 3 Stück, von der großen Traube (oder Dolde?) herunter geschnitten, meine ersten frischen Bananen.

Schnell meine Unterlagen loswerden und Hände waschen, dann wieder hinaus, einen 3-Wheeler anhalten und wieder zurück Richtung Hussain Sagar. Jetzt zahle ich 60 Rp, vorher habe ich 80 gezahlt für fast die gleiche Strecke, aber gar so übertreibe ich es auch nicht beim Handeln. Als  ich dort beim Vergnügungspark Lumbini ankomme, wo auch die Boote anlegen sollen, sehe ich, dass in einer halben Stunde eine Lasershow beginnt. Karte um 30 Rp., gleicher Preis wie die Einheimischen, und Eintritt in den Vergnügungspark 5 Rp. gekauft. Es ist eine riesengroße Arena für sicher 2000 Leute, die sich schön langsam füllt. Als es dann mit zwei grünen Laserstrahlen zu „Also sprach Zarathustra“ anfängt, dachte ich noch, dass ich mir das sparen hätte können.

Dann wird’s aber gigantisch, eine Wasser- und Lichtshow, die mit laserprojizierten Bildern und Filmen die Geschichte von Hyderabad von der Gründungssage (ein moslemischer Prinz und ein Hindu-Prinzessin finden zueinander und gründen die Stadt)  bis heute erzählt und eine Stunde fesselt. Die einzige Laser-Multimediashow von Indien wird jeden Abend zweimal vorgeführt, und anscheinend sind fast immer so viele Leute, wie bei dieser Aufführung.

Ohne Hektik und Drängelei geht’s dann raus und ich suche die Bootsanlegestelle. Am Straßenrand sitzt eine Frau und grillt Maiskolben in einer Schale mit Glut. Nachdem sich viele Inder das gönnen, kann ich auch nicht widerstehen und hole mir auch eine. Sie wird mit Zitrone und einem nicht erkennbaren Gewürz eingerieben und schmeckt wirklich gut.

Nachdem gerade ein beleuchtetes Boot hereinkommt, auf dem man Abendessen (das hat mir mein Fahrer am Sonntag erzählt) und Bollywoodähnlichen Tänzen zusehen kann (die Tänzer und Tänzerinnen tanzen weiter, als die Leute das Schiff schon verlassen haben, so sehe ich das auch), finde ich dann hin, gar nicht so einfach, weil die Leute auf meine Fragen nur sehr vage in eine Richtung deuten.

Unser Boot ist etwas kleiner, ich will ja auch nur zur Buddhastatue mitten im See und das geht nur mit diesem kleineren Boot. ich bin wieder einmal der einzige Europäer und werde wieder nach vorne gewinkt, damit ich nicht warten muss, das ist mir schon irgendwie peinlich. Die Gastfreundschaft und Höflichkeit ist gigantisch.

Das Wasser stinkt ziemlich und ist bräunlich, ich kann mir nicht vorstellen, dass der See einmal  als Trinkwasserreservoir angelegt wurde. Wir tuckern langsam hinaus, das dürfte ein interessanter Punkt sein, ältere Ehepaare sind genauso dabei wie eine Clique von ca. 17-jährigen Jugendlichen. Je näher wir kommen, desto imposanter sieht die Riesenbuddhastatue mit ihrer Beleuchtung in der Nacht aus. Unser Boot legt auf der Rückseite der kleinen Insel an, ich lasse die Eindrücke auf mich wirken und gehe langsam um ihn herum. Vorne kommt gleich ein Fotograf auf mich zu, er möchte ein Foto von mir gemeinsam mit dem Budhha (oder umgekehrt?) machen. Um 40 Rp  bin ich dabei und gespannt wie er das macht, er meint, das dauere nur 2 Minuten. Da sehe ich am Rand des Platzes, unter einem Schirm hat er einen digitalen Fotoprinter aufgebaut und druckt die Fotos sofort aus. Meines ist zwar nicht überragend, aber zeigt der Nachwelt, dass ich wirklich da war.

Der Ausblick auf die beleuchtete Zwillingsstadt rund um den See, das Hindukloster Birla Mandir auf einem Hügel ganz in der Nähe, ist atemberaubend, das Hupen der Autos und Mopeds ist nur ganz leise zu hören, man kann aber nicht vergessen wo man ist.

Da sich alle wieder Richtung Boot in Bewegung setzen geh ich auch mit, mehr gibt’s eh nicht zu sehen und wir fahren wieder langsam zurück. In der Zwischenzeit ist es 21 Uhr und der Hunger meldet sich auch langsam. So sehe ich mich hier im Vergnügungspark um, ob es etwas Essbares gibt. Ich entdecke eine ganze Reihe von Fastfoodrestaurants, ich denke beim Subway kann nicht viel schief gehen und bestelle ein Sandwich. Extrem steril, mit frischem Einmalhandschuh wird der Sandwich fast genauso wie in Europa hergerichtet. Nur der frische Pfeffer ist auch da schärfer, wie ich dann beim Essen bemerke.

Der Subway ist nach dem McDonalds und KFC die dritte Fastfoodkette, die ich in Hyderabad sehe. Das ist Konkurrenz zu den Ausspeisungsständen an fast jeder Straßenecke, bei denen ich nicht um viel Geld etwas essen würde. Von diesen gibt’s in der ganzen Stadt laut Tourismusprospekt nur eine Straße wo man halbwegs unbedenklich was essen kann.

Dann geht’s wieder zurück zum Hotel, der will jetzt 140 Rp, Nachtzuschlag wie er mir erklärt, ich handle ihn auf 120 hinunter und es geht wieder hinein ins Getümmel. Es macht mir echt Spaß, den Verkehr so hautnah und doch etwas abgeschirmt zu erleben, nach 20 Minuten sind wir dann beim Hotel. Wie ich gerade hineingehen will, kommt mir der Fahrer nachgelaufen, er bringt mir das Kuvert mit meinem Buddhafoto, ich habs in seinem Fahrzeug vergessen. Ich freue mich sehr, weil damit habe ich nicht gerechnet.

Schnell noch ein paar Fotos von heute heim gemailt, dann schreib ich noch diese Zeilen, sonst vergesse ich zuviel – und es ist schon wieder fast Mitternacht.

Zum Weiterlesen

10: Maßanzug und indisches Bier

Links

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Lumbini_Park

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Buddha_Statue_of_Hyderabad

8: Sightseeing im europäischen Cash&Carry Markt, einer Moschee und am indischen Basar

Mein Taxi war heute natürlich nicht um 10 Uhr da, aber daran gewöhnt man sich mit der Zeit. Im täglichen Umgang ist alles nicht ganz so genau wie bei uns, wenn man das akzeptiert, geht trotzdem alles sehr gut, da wirklich alle sehr freundlich sind (außer unser Kursleiter, wenn wir zuviel durcheinander quatschen).

Um ½ 11 war es dann so weit, ein großer Geländewagen mit ganz kleinem Fahrer steht bereit und wir machen uns auf den Weg. Als ich ihm als erste Sehenswürdigkeit den Metro Cash&Cary vorschlage ist er zwar verwundert, aber wir machen uns gemeinsam auf die Suche. Nach einigem Herumfragen und einer falschen Runde im Kreisverkehr finden wir die richtige Strasse, es geht stadtauswärts. Auf einmal ist fast mehr Verkehr als in der Rushhour unter der Woche. Mein Fahrer erklärt mir, dass viele Menschen aus Hyderabad am Sonntag hier herausfahren (das ist auch die Ausfahrtsstraße Richtung Bombay), da sie einkaufen wollen. Die Marktstände tauchen schon auf und der Verkehr wird immer chaotischer, dass sich sogar mein Fahrer manchmal wundert. Wir schlängeln uns im Schritttempo durch Fußgänger, Busse, Lastwagen und Mopeds durch, bis wir das Hinweisschild zum Metro sehen.

Er sieht ganz neu aus, ich mache ein paar Fotos, da kommt schon die Security und will es mir verbieten. Mein Fahrer erklärt ihm auf Hindi, was ich da will. Ich gehe hinein, da kommt schon der Manager auf mich zu und ich erkläre ihm, warum  ich da bin.  Er sagt mir, dass der Markt seit Ende November offen ist und sehr gut läuft, er scheint sehr stolz zu sein. Man sieht auch einen ziemlich vollen Parkplatz davor. Der Manager lädt mich ein, eine Runde durch den Markt zu machen, ich lehne dankend ab, weil er wirklich innen genau wie in Österreich aussieht, außen wirkt er aber viel moderner. Die Öffnungszeiten sind wie bei uns, 6-22 Uhr, nur halt 7x in der Woche.

Wir fahren zurück Richtung Stadt und kommen an einem ganz neuen Shoppingcenter vorbei, mein Fahrer schlägt mir vor, es anzusehen. Innen wirkt es fast europäisch, 5 Stock hoch, vom Geschirr über Kleidung bis Spielzeug gibt es alles, im 5.Stock ist sogar ein Kino.

Wir fahren dann weiter Richtung Charminar, dort möchte ich noch zum Laad Bazar und der Mecca Masjid, der größten Moschee von Hyderabad. Mein Fahrer schlängelt sich durch die Gassen, es ist wieder total beeindruckend dort hin zu kommen. Er sucht einen Parkplatz im angrenzenden Krankenhausgelände und ich mache mich auf den Weg in den Bazar. Sofort stürzen sich die Händler, das sind Jugendliche und Kinder, auf mich, ich bin total umringt. Sie zeigen mir jede Menge Bangles (Arm- und Halsbänder aus Perlen und Glas), ich kaufe zwei Armbänder für meine Girls, und jetzt geht’s erst richtig los. Im Endeffekt gehe ich dann mit weiteren 6 Armbändern und am Ende 6 Ketten Richtung Moschee. Steht ja auch im Reiseführer, dass man sicher mehr kauft als man eigentlich will.

Ein kleiner Junge folgt mir bis zum Eingang, ich glaube ich kann durchatmen, da kommt schon ein Moscheewächter auf mich zu und beginnt zu erklären, für mich auf eine irgendwie unangenehme Art. Er nötigt mich dann mehr oder weniger noch dazu, 2 Arbeitern je 500 Rp zu geben, da reicht es mir und ich beginne den Rückzug anzutreten, was gar nicht so leicht ist. Endlich bin ich wieder draußen und meine Klette in Form des kleinen Händlers ist schon wieder da. Ein kleines Mädchen schließt sich ihm an. Er kann nicht verstehen, warum ich nichts mehr kaufen will, ich habe aber das Gefühl, mehr als genug Geld dort ausgegeben zu haben.

Wir fahren durch die enge Basarstraße weiter und kommen nach kurzer Zeit zu einem imposanten Gebäude, dem Chowmahalla Palast. Leider ist wieder das Fotografieren verboten, allein der riesengroße Innenhof mit seinen traumhaft schönen Mangroven, Malven usw. wäre das wert. Ich wandere durch den weiten Komplex, es werden gerade weiß gedeckte Tische und mit weißen Hussen überzogenen Stühle und eine Bühne aufgebaut, schaut total nach Kolonialstil aus. Ich kann aber nicht herausfinden, was das genau wird. Der mittlere Teil des Palasts ist zugänglich, die Eingangshalle ist beeindruckend, mit den indischen Deckenmalereien und den Seidentapeten, wie in einer anderen, untergegangenen Welt. Drinnen eine Fotoausstellung der Khan Dynastie, die den Palast errichtet und bis in die 40er Jahre bewohnt hat. Dann gibt’s noch eine Waffenausstellung, mit allen Hellebarden und Schwertern und Säbeln, die man sich vorstellen kann.

Mein Fahrer erwartet mich bereits, er will mich zu den Qutb Shabi Thombs bringen, das sind die Mausoleen der 7 Könige und einer Königin, die während 167 Jahren im Golconda Fort regiert haben. Ein junger Führer erklärt mir alle Mausoleen, er ist ganz überrascht, dass ich mich noch an viele Dinge von meiner Führung im Golconda Fort am letzten Sonntag erinnern kann. Es ist imposant wie sich jeder König bereits zu Lebzeiten sein eigenes Mausoleum errichtet hat (bis zu 40 m hoch und sicher 30m Seitenlänge).

Zu jedem dieser Mausoleen gehört eine Minimoschee, die nur einmal, nämlich zum Begräbnis des Königs benutzt wurde. Daneben gibt es noch  Grabmäler von ausgewählten Leibwächtern. Ein eigenes Gebäude zur Vorbereitung des Leichnams gibt’s  auch, wieder mit Warm- und Kaltwasserleitung von rund 1 km entfernten Golconda Fort. Das hat man vor über 400 Jahren bereits geschafft! Beim Rausgehen mache ich noch ein Foto, eigentlich ist es hier auch verboten, aber irgendwie muss ich mir ja was zum Erinnern besorgen.

Ich schlage zum Abschluss vor, nochmals zum Birla Mandir Tempel hinaufzufahren, ich möchte dort noch ein paar Fotos machen. Der Kontrast zur Mecca Mashid ist überwältigend. Während man hier das Gefühl hat vom Marmorboden, schon vor dem Tempel, essen zu können, so sauber sieht das aus, habe ich mich beim Barfusslaufen in der Moschee nicht wohl gefühlt, alles war dreckig und von den Tauben abgeschissen.

Der Ausblick hinunter auf die Zwillingsstadt, wie Hyderabad und Secundarabad mit dem Hussain Sagar See in der Mitte auch genannt wird, ist atemberaubend schön. Ich kann doch noch einige Fotos machen, der Akku der Kamera hat sich wieder erholt.

Am Rückweg fahren wir den üblichen Weg Richtung Hotel, mein Fahrer erklärt mir, warum die Straße entlang des Sees Tank Bund Road heißt. Er zeigt mir einen Panzer (Tank) der auf einem Sockel neben der Straße steht. Vor rund 15 Jahren gab es Krieg zwischen Indien und Pakistan, der verrostete pakistanische Panzer soll als Mahnmahl daran erinnern.

Mein Fahrer zeigt mir noch ein Restaurant, da werde ich am Abend heute hingehen.

Ich war jetzt schon essen im „Paradise“, das ist am unteren Ende der SD Road, wo mein Hotel ist, zu Fuß ca. 20 Minuten, an einer richtig stark befahrenen Kreuzung. Ich bin gestern Früh diese Stecke schon gegangen, so ist sie auch jetzt im Dunklen nicht mehr ganz fremd.

Schaut wirklich hübsch aus, blau karierte Tischtücher, sehr groß, momentan noch nicht viel los. Ich bestelle zuerst einmal ein Flasche Wasser und ein Cola. Soviel Wasser wie hier hab ich schon lang nicht getrunken. Und damit Coca Cola auch da verdienen kann (oder man sicher ist, nicht angeschmiert zu werden und offenes Wasser in der Flasche zu bekommen) sollte man immer drauf schauen, ob die Kappe noch zu ist. Im Hotel hab ich das nie beachtet, hier schau ich drauf und prompt ist es schon offen.

Ich habs urgiert, der erste Kellner stellt sich unwissend, was ich meinen könnte, sein Chef weiß es sofort, und innerhalb von fast Sekunden (so schnell hab ich hier noch nie was bekommen), war eine original verschlossene Flasche da. Mein Essen kommt auch schon, Huhn mit einer indischen Soße, Name nicht zu merken und mit frischen Früchten, und dazu Reis. Das Huhn ist ein Stück Brust mit Knochen und eine Keule, wie esse ich das, der keine Knochen abknabbern mag, noch dazu ohne Messer?? Also säble ich das irgendwie runter mit Löffel und Gabel, der Kellner guckt mir immer über die Schulter und wundert sich wahrscheinlich, was ich da mache. Ich mich ehrlich gesagt auch. Dann fange ich an, es ist wirklich lecker und diesmal WIRKLICH nicht scharf. Kommt mir fast komisch vor, hier in diesem Restaurant, draußen hupt und lärmt es, ich bin noch in Hyderabad, aber es ist nicht scharf! Ich komme fast nicht dazu, aufzuschauen, schon ist der Kellner da und legt die zweite Portion nach, und ich esse alles auf. Dann bestelle ich als Nachspeise etwas mit schwarzen Beeren, ich bin einfach neugierig, es kommt eine Eistorte mit Schokoüberzug, die ist auch lecker. Gekostet hat das ganze um mehr als ein Drittel weniger als im Hotel.

Dann wieder raus auf die Straße in den Verkehr. Da sehe ich den ersten Unfall, ich habe schon gedacht, so was gibt’s nicht (obwohl in der Zeitung von Hyderabad fast täglich etwas von einem Verkehrstoten steht). Ist nur ein ganz kleiner Auffahrunfall mit leichtem Blechschaden. Der Polizist waltet schon seines Amtes, er jagt alle aus den beiden Autos raus, es sind ziemlich viele. Auf dem Rückweg gibt es dann nichts besonderes, zumindest nicht, wenn man schon einige Tage in Indien ist.

Zum Weiterlesen

9: Laser-Märchenshow und Riesenbuddha

Links:

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Birla_Mandir,_Hyderabad

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Golkonda

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Chowmahalla_Palace

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Qutb_Shahi_tombs

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Makkah_Masjid,_Hyderabad

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Laad_Bazaar

METRO Indien wurde 2022 verkauft: https://newsroom.metroag.de/de/news/metro-ag-verkauft-metro-indien-an-reliance-retail-ventures-limited?dt=20221221

140 Jahre Breitling: Eine Uhrenmarke im Pop-up Museum

Bei einem Spaziergang durch die Züricher Innenstadt wurden wir zufällig auf einen besonderen Leckerbissen aufmerksam. Bis jetzt kannten wir Pop-up Cafés, Heurigen, Restaurants oder Stores, aber ein Museum war neu für uns.

140 Jahre Uhren-Premierien und Neuentwicklungen

Die Schweizer Luxus-Uhrenmarke Breitling lässt das interessierte Publikum unter dem Motto „140 Years Of Firsts“ mit einem Pop-up-Museum am Züricher Rennweg an den Highlights der spannenden Firmengeschichte teilhaben. Der Eintritt in diese seit Oktober gezeigte Schau ist übrigens frei, man muß sich nur mit seiner Email Adresse registrieren lassen. Die Ausstellung soll nur kurze Zeit ohne genaues Ende zu sehen sein, ein Pop-up eben.

Dazu wurde ein ehemaliges Geschäftslokal im Stil von Breitling adaptiert und zeigt mit vielen echten und seltenen Vintage-Uhren und Bild- und Videoinstallationen die innovativen Stationen dieser Traditionsmarke.

Auf drei Etagen werden die Aktivitäten in den drei Breitling-Universen Luft, Land und Wasser anhand der wichtigsten Meilensteine dargestellt. Ich möchte dabei nur ein paar Highlights eher willkürlich herausgreifen, weil die Fülle der Exponate und Geschichten einen Blog platzen ließe und es ja auch kein Ausstellungskatalog werden sollte.

Ein Chronograph als Lebensretter

So wurde zum Beispiel der Versuch der ersten  Nonstop-Erdumrundung mittels Heissluftballon im Jahr 1999 von einer Breitling Emergency begleitet. Das ist die erste Uhr mit einem integrierten elektronischen Notfallsignal. Richard Branson sagte dazu: „Die Uhr rettete bei mehreren Gelegenheiten mein Leben. Ich denke, ich habe sie das letzte Mal verwendet, als nahe Tahiti mein Ballon über dem Pazifik an Höhe verlor. Ich bin ihr sehr dankbar.“

Ein mechanischer Chronograph für die italienische Fliegerstaffel

Auch die italienische Fliegerstaffel Frecce Tricolori suchte nach einem speziellen mechanischen Chronographen mit analoger Anzeige für seine Piloten. Ernest Breitling, der selbst Pilot war, verstand die Anforderung, einerseits in einem engen Cockpit auch mit Handschuhen einfach bedienbar zu sein und andererseits elegant genug sein, um auch zum Anzug getragen zu werden.

Das Uhrenglas der Piloten ging oft zu Bruch, was zur brillanten Lösung führte, das Glas in der Lünette leicht zurückzusetzen und mit vier umkehrbaren Reitern zu schützen.

Anfang der 1980er war aber noch kein Quarz-Chronographenwerk auf dem Markt erhältlich, so designete Ernest Breitling den Chronomat, einen grösseren mechanischen Chronographen, der 1984 zum hundertsten Geburtstag zum neuen Aushängeschild der Marke wurde.

Umrundung der Erde mit einer Breitling am Handgelenk

1962 zierte eine Breitling das Handgelenk des NASA-Astronauten Scott Carpenter, als dieser im Zuge der Mercury 7‑Mission die Erde dreimal umkreiste und Breitling dadurch zur ersten Schweizer Uhrenmarke im All machte.

Die erste Uhrenreparatur im All

Die Astronauten Scott Kelly und Sergey Volkov hatten ihre Breitlings mit bei ihrer Mission in der Raumstation ISS. Scott Kelly musste sogar den Chronographen von Sergey Volkov reparieren und bekam dafür ein Reparaturkit zugesendet. Ob das von Amazon geliefert wurde, konnte ich nicht klären. Auf jeden Fall war es die erste Reparatur einer Uhr in der Schwerelosigkeit, was einen Eintrag ins Buch der Rekorde brachte.

Breitling für die Celebrities

Natürlich hatten und haben auch viele weitere Promis eine Breitling getragen. So sind zum Beispiel die Hochzeits-Uhren von Mick und Bianca Jagger und die Uhr, die Raquel Welch 1967 im Spionagethriller „Feuerdrache“ trug, ausgestellt.

Auch im Sport setzt Breitling Maßstäbe

Die Surflegende Kelly Slater trug eine speziell von ihm und für ihn entwickelte Version der Superocean, dem ersten Taucher-Chronographen der Welt. Diese Uhr ist einer Taucheruhr des Vaters von Kelly mit orangem Zifferblatt nachempfunden und auch als relativ günstige Limited Edition aufgelegt.

Fazit

Das sind nur einige Highlights dieser Ausstellung, sie war wirklich eine spannende Abwechslung bei unserem Besuch der Bahnhofstraße in Zürich. Dort kamen wir danach auch am Breitling-Shop vorbei, wo ich trotzdem nichts gekauft habe, obwohl die günstigsten Varianten ja eh schon unter 10.000 Franken zu haben wären!

Am besten betrachtet man die Bahnhofstraße als Ganzes einfach als Museum, sonst steht man vor dem Dilemma, kaufe ich auf der einen Straßenseite eine Breitling oder auf der anderen einen elektrischen SUV von Cadillac.

Links

https://www.breitling.com/at-de/140-years/stories-of-breitling/
https://www.breitling.com/ch-de/140-years/pop-up-museum/
https://www.esquire.de/style/uhren/breitling-superocean-surfer-kelly-slater-im-interview

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Feuerdrache_(Film)

Disclaimer

Auch wenn es sehr nach Werbung aussieht, ich habe und werde keine speziellen Vorteile aus diesem Blog bekommen. Wie gesagt, ich betrachte die Züricher Bahnhofstraße als Museum!

7: Mehr vom täglichen Leben, verstopften Trinkwasserbehältern und Perlen

Heute ist Samstag, wir machen „nur“ ein paar Stunden Trainingssession. Mein Kollege will mich um ½ 11 mit dem Moped abholen. Ich möchte mich vorher ein bisschen umsehen, was man so einkaufen könnte. Die Shops haben noch alle zu, so beschließe ich, die Straße hinunter zu gehen und zu fotografieren. Muss mir die Fotos noch ansehen, es sind sicher einige gute Eindrücke dabei, dabei ist es noch gar nicht so voll und hektisch wie an den Wochentagen. Ein paar Männer sitzen an einer Straßenecke und sehen mir beim Fotografieren zu, sie holen mich zu Ihnen, einer möchte fotografiert werden, er ist sichtlich stolz, dass ich es mache. Ein anderer erklärt mir, dass er ein ich weiß nicht was sei, ein Faktotum ist er sicherlich.

Am Rückweg finde ich einen Shop, wo man Nummerntafeln kaufen kann. Ich lasse mir von einem der Händler erklären, dass die Fahrzeughändler bei ihnen die Nummern kaufen, man kann dabei zwischen 3 Qualitäten aussuchen. Weiter vorne ist dann ein Schuh-Shop, bei uns würde man Standl sagen, sie lassen mich Lederschlapfen probieren, ich kaufe sie dann auch, hab aber sicher zu wenig mit dem Preis gehandelt- von 375 auf 350 Rp. (das sind ungefähr 6 Euro), weil er sofort ja gesagt hat. Muss sie morgen gleich ausprobieren.

Strassenbettler

Dann geh ich noch ein Stück zu einer stark befahrenen Kreuzung, ich möchte dort auch noch ein paar Fotos machen. Am Rückweg betteln mich gleich 3 Frauen an, es ist gar nicht so leicht, sie beginnen zu zupfen und ich muss energischer werden, als ich eigentlich will, damit ich sie wieder loswerde.

Mein Kollege verspätet sich, er hat verschlafen, macht nix, die Leute auf der Strasse zu beobachten ist noch immer interessant. Der Verkehr bringt mich gar nicht mehr wirklich aus der Ruhe, aber es gibt doch wieder was Neues. Ich sehe das erste Mal Kühe auf der Strasse liegen, hier mitten in der Stadt. Viele scheint es aber nicht mehr zu geben, zumindest in der Stadt.

Ich spreche mit einem Kollegen über das Betteln, er meint, wenn ihn jemand anbettelt, fragt er ihn ob er zu ihm mitkommt, dann ist er schnell weg. Und die Frauen mit Baby sind sehr oft ein Trick. Er meint, eigentlich müsste niemand betteln, aber ganz so sicher bin ich da auch wieder nicht.

Vegetarisches Mittagsbuffet

Unser Buffet im Kurs im Siemens-Gebäude möchte ich auch noch beschreiben. Es gibt immer etwas  Vegetarisches mit Reis, das wird anscheinend von irgendwoher geholt und von einem Angestellten vorbereitet. das ist, obwohl scharf, doch immer lecker. Hier prallen aber auch die Welten noch aufeinander. Obwohl in der Küche eine Einbauanrichte da ist, hockt der Angestellte mit den Töpfen um ihn herum am Boden und richtet das Buffet an. Unsere Kursteilnehmer essen alle „westlich“ mit Gabel oder Löffel, die Hausangestellten essen aber alles mit den Fingern, genauso wie ich es auch vom Hotelzimmer aus auf den benachbarten Hausdächern beobachten kann.

Tägliches Leben am Dach

Die Frauen schrubben dort die Wäsche am Betonboden, eine Familie hat am Dach einen kleinen „Ofen“, das ist eigentlich nur ein ganz winziger Metallkasten, wo das Wasser erwärmt oder am Abend das Fladenbrot gebacken wird. Das spielt sich auch am Fußboden ab und alles sieht irgendwie unordentlich aus. Unsauber ist es nicht, der Boden wird  mehrmals täglich gekehrt. Anderseits läuft auf einem anderen Dach ein junges Mädchen herum und telefoniert ewig mit dem Handy, kein Unterschied zu uns.

Dass sich die Sitten und die Einstellung zum Leben ändern, habe auch einige Kollegen besprochen. Sie wundern sich auch über die neue Freizügigkeit, meinen aber andererseits, dass man niemandem dreinreden solle, wie er sein Leben gestaltet. Ein Kollege erzählt, in seiner Firma gäbe es ein Callcenter, gemischt Männer und Frauen. Eines Tages ist die Trinkwasserleitung ausgefallen, es  kam kein Wasser mehr. Der Installateur machte sich auf die Suche und entdeckte, dass der Trinkwassertank am Dach zur Entsorgung der gebrauchten Kondome verwendet wurde.

Um 16 Uhr reicht es mir, ich mache Schluss, ich möchte mir auch noch etwas ansehen. Der Hussain Sagar, der große See mit seiner Buddha-Statue in der Mitte ist sicher am Abend noch schön. Zuerst muss ich aber ins Hotel, die Unterlagen loswerden und die Kamera holen, die darf ich ja in den Kurs nicht mitbringen, die sind da sehr streng. Die Taxifahrer streiken noch immer, ich versuche es wieder im Hotel daneben, die haben aber diesmal auch nichts. Ich rufe daher in meinem Hotel an, die können mich Gott sei Dank abholen lassen. Dabei sehe ich ein Schreiben eingerahmt neben der Rezeption, wo sich der George W. Bush für seinen Aufenthalt im April 2006 bedankt.

Beim Warten an der Straße geht eine muslimische Frau mit Hijab, in Schwarz, nur mit Augenschlitz  an mir vorbei. Sie sieht mich mit großen wunderschönen Augen an und sieht auch nicht weg als ich zurückschaue, ich fühle mich richtig verschlungen. Ich bin sicher, sie weiß genau, dass sie sich das nur mit ihrer Kleidung leisten kann. Bei manchen dieser Frauen hier habe ich das Gefühl, dass da sehr viel Selbstbewusstsein dahinter versteckt ist und die Vermummung auch als Schutz gesehen wird.

Perlenstadt Hyderabad

Ich möchte gleich ein Taxi für nachher bestellen, das geht aber nicht, es ist einfach keines zu bekommen. Also ordere ich für morgen Sonntag eines gleich für den ganzen Tag, um 10 Uhr geht’s los. Muss mir noch anschauen, was ich so alles sehen will.

Nachdem Sightseeing nicht geht, schaue ich mir das Shoppingcenter für Perlen, Juwelen und Kleidung in unserem Haus an. Ich finde für meine Damen sicher etwas dort. Gleich werde ich höflich von allen Seiten gefragt, was ich suche. Nachdem ich erkläre, nur einmal schauen zu wollen, lässt man mich aber in Ruhe. Es gibt Stoffe, Saris (die besten kommen aus Italien!) und natürlich Schmuck. Hyderabad ist für seine Perlenverarbeitung bekannt, ich suche ein bisschen und habe schon bald etwas für meine Girls gefunden. Die Perlen sind aus China, die Silber- und Goldfassungen dazu werden hier in Hyderabad gemacht. Ich bin sicher, es wird ihnen gefallen.

Abendessen wie immer im Blue Fox, ich bin wirklich zu faul, in das Restaurant zu laufen, das mir mein Kollege empfohlen hat, es ist mehr als eine halbe Stunde Fußweg in einer Richtung. Ich fürchte mich zwar wirklich nicht, aber andererseits muss ich auch nicht unbedingt in der Nacht so weit herumlaufen.

Zum Weiterlesen

8: Sightseeing im europäischen Cash&Carry Markt, einer Moschee und am indischen Basar

Links

George W.Bush im gleichen Hotel wie ich

https://georgewbush-whitehouse.archives.gov/infocus/india-pakistan/photoessays/india-visit032006-p2/14.html

https://georgewbush-whitehouse.archives.gov/infocus/india-pakistan/photoessays/india-visit032006/01.html

Hijab im heutigen Indien https://www.watson.ch/international/indien/778706235-gericht-in-indien-bestaetigt-kontroverses-hidschab-verbot

Perlen

https://www.lufthansa.com/ch/de/articles/highlights/hyderabad-city-of-pearls-and-programmers#:~:

Warum mache ich noch immer meinen Blog?

Mein Name ist Reinhold und ich bin mittlerweile fast ein Jahr in Pension und habe vieles so gemacht wie ich es mir vorgenommen habe, vieles anders und manches gar nicht. Ein Resümee dazu wird es in den Beiträgen unter der Rubrik „Pension“ auch noch geben.

Die Entstehung eines Blog-Artikels macht mir Spaß

Was mir immer mehr Spaß macht, ist das Schreiben und dazu die Recherchen, das Ganze fast ohne Zeitdruck. Ich habe zwar den Aufwand absolut unterschätzt, aber ich habe bzw. ich nehme mir die Zeit, in Themen tiefer hineinzuschnuppern, für die ich bisher zu wenig Zeit oder Muße hatte.

Der Erfolg meines Blogs ist auch größer als ich je zu träumen gewagt habe, aber ich bin froh, nicht davon leben zu müssen, das würde trotzdem nicht funktionieren. Mir geht’s aber mehr als zu Beginn darum, einfach darüber zu schreiben, was mich berührt oder bewegt hat (manchmal im wahrsten Sinn des Wortes), ob mit Motorrad oder E-Bike, oder von kulturellen Ereignissen und Museumsbesuchen. Meine Heimwerker-Tätigkeit ist bisher nicht so interessant gewesen, daß daraus ein Blogartikel hätte werden können, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Was noch kommen wird

Geplante Themen neben meinen Ausfahrten mit Motorrad oder E-Bike oder manche Urlaube werden sicher weitere Tagebucheinträge meines Aufenthalts in Indien sein, meine 40 Jahre mit der Entwicklung von der EDV über die IT bis zur AI sollen auch, eher aus Hardware-Sicht behandelt werden, dabei werden sich sicher manche wiederfinden. Kulturelle Themen aus der Sicht eines interessierten Dilletanten werden immer wieder vorkommen und das Leben in und mit der Pension wird auch den einen oder anderen Artikel auslösen.

Wenn euch meine Themen und mein Stil als mitteilungsbedürtiger Pensonist gefallen, freut es mich sehr und wenn daraus die eine oder andere Abo-Anfrage wird, freue ich mich doppelt!

6: Tag der Republik und andere kulturelle Unterschiede

Heute hat meine Lebensgefährtin Evi Geburtstag, schade dass wir nicht zusammen sind. Aber sie ist in der Schweiz bei ihren Grossis eh gut aufgehoben.

Gestern gab es mal wirklich gar nichts neues, „normal“ Taxi fahren ist wirklich nicht mehr aufregend.

Heute früh gab es wieder einmal kleine Diskussionen, bis ihnen an der Rezeption klar war, daß ich ein Taxi brauche. Die öffentlichen Taxis streiken ja nun schon den 4.Tag. Der Fahrer war aber derselbe wie gestern, daher wusste er schon wohin ich wollte. Auf einmal taucht an jeder Kreuzung ein Polizist auf und  als wir am Hussain Sagar vorbeifahren (der See mit der Buddhastatue in der Mitte), steht dort alle 50 Meter ein Wächter, und auch einige Militärfahrzeuge sind unterwegs. Der Fahrer versucht mir zwar zu erklären, warum das so ist, ich verstehe ihn aber nicht. Einen Kamelreiter habe ich auch gesehen, der hat irgendetwas transportiert und ist einfach die Straße entlang geritten.

Wir feiern gemeinsam den Tag der Republik

Bei Siemens sind auch schon einige Kollegen da und üben. Auf einmal heißt es, wir gehen alle raus in die Cafeteria, auch aus den anderen Kursen sind schon alle versammelt. Jetzt erklärt man mir, dass heute am 26. Jänner der Tag der Republik ist. Alle stimmen gemeinsam die Indische Hymne an, als Referenz wie man mir erklärt. Sogar bei der Kleinen Ganesha am Eingang gibt’s heute neben den obligaten Räucherstäbchen noch ganz klein geschnittene Kokosnuss zum Knabbern. Ich verzichte aber drauf.

Wassertrinken und andere Kulturunterschiede

Der Wasserspender in der Cafeteria ist auch so eine Sache, wo ich nicht hingehe. Das Wasser wäre nicht das Problem, das ist sicher 1a, weil es nicht aus der Leitung, sondern aus großen Wasserbomben kommt. Aber es gibt nur einen Becher für alle. An sich gibt’s ein ungeschriebenes Gesetz, dass man den Becher nicht an die Lippen setzt, die meisten lassen das Wasser aus einiger Entfernung in den Mund laufen, aber manche halten sich halt nicht dran, wie ich heute sehen konnte….

Noch was habe ich jetzt endlich richtig überzuckert. Sehr viele Leute wackeln sehr eigenartig mit dem Kopf, so ähnlich wie man bei uns den Kopf wiegt, wenn man an etwas zweifelt, nur schneller. Dieses „head bobble“ bedeutet hier Zustimmung oder Bekräftigung.

Am Abend bin ich dann wieder mit meinem Kollegen am Moped heimgefahren. Er hat mich über die Schweiz und Österreich ausgefragt. An einer Kreuzung ist wieder eine bettelnde Mutter mit ihrem kleinen Baby hergekommen. Ich hab ihm erklärt, dass ich damit nicht wirklich umgehen kann, Er meinte, dass man das nur ignorieren kann. Das ist aber gar nicht so einfach, das schlechte Gewissen ist trotzdem irgendwie da.

Das Abendessen war heute auch wieder lecker, auch wenn der Kellner nicht wirklich gern meine  Bestellung aufgenommen hat. Ich hab Tomatensuppe und dann Hühnerstückchen im Honig-Sesam-Mantel mit Reis bestellt. Er meinte, da ist überhaupt nichts Scharfes dabei und zu süßen Sachen mögen die Inder keinen Reis. Ich habe ihm erklärt, dass ich es trotzdem möchte, wir würden bei uns auch keinen Reis mit Joghurt essen, aber mir habe das auch geschmeckt. Bei der Tomatensuppe habe ich mir anfangs gedacht, die ist wirklich nicht scharf, aber am Ende hat mir der Mund ordentlich gebrannt. Bei uns würde das glaube ich fast niemand essen. Das Huhn war dann wirklich lecker mit dem Honigmantel, wirklich süß, aber trotzdem so scharf, dass ich froh war, den Reis zu haben.

Ich mache Schluss für heute, es ist schon wieder ½ 11.

Zum Weiterlesen

7: Mehr vom täglichen Leben, verstopften Trinkwasserbehältern und Perlen

Links

Tag der Republik: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Tag_der_Republik_(Indien)

Indische Hymne: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Jana_Gana_Mana

Indisches Kopfwackeln: https://new2app.com/info-guide/indian-gestures-and-their-meaning-TjfKAWlwz

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Head_bobble

Rezepte

Indische Tomatensuppe: https://blog.yummy-organics.de/rezepte/indische-tomatensuppe/

Honig-Sesam Hühnchen: https://gschichten.at/monika-bachler-2/kochbuch-fuer-meine-tochter/sauer-2/fleisch/gefluegel/honig-sesam-huhn/

5: Auf dem Moped im indischen Stadtverkehr

Im Kurs wars intensiv, obwohl nichts grundsätzlich Neues für mich kam, mir fehlt nur die Praxis, in SAP auch was einzugeben, die Theorie dazu hab ich intus. Wir haben dann trotzdem bis ½ 9 gearbeitet, dann hat mir mein Kollege angeboten mich mitzunehmen.

Erst beim Hinausgehen ist mir sein Sturzhelm aufgefallen. Da war mir klar, nach dem gestrigen Dreirad kommt heute das Zweirad. Jetzt konnte ich natürlich nicht mehr zurück.

Quer über 5 Spuren am Rücksitz eines Mopeds

Die Ausfahrt vom Siemens-Parkplatz geht leicht bergab und mündet in einer der größeren Straßen von Hyderabad und wir müssen gleich auf die andere Richtungsfahrbahn, und das über 5 Spuren ohne daß der fließende Verkehr stoppt. Wie durch ein Wunder kommen wir ebenfalls ohne stehen zu bleiben durch.

Im Getümmel, das mir heute gar nicht so arg vorkommt, hat man aber an den Kreuzungen fast Körperkontakt mit den anderen Mopedfahrern. Es gibt schon ziemlich viele neue Mopeds, alle mit 150 bis 180 ccm. Die jungen Leute haben sehr viele schon Sturzhelme, wenn sie selber fahren, Beifahrer mit Helm hab ich überhaupt keine gesehen. Besonders „toll“ finde ich das Plakat, das man sehr oft sieht: „Cool, mein Papa trägt einen Sturzhelm!“. Für die Mama hinten drauf ist es nicht so wichtig….

An einer Kreuzung zieht ein kleiner Bub, maximal 4 oder 5 Jahre alt, an meiner Hose und sieht mich mit großen fragenden Augen an. Damit werde ich nie umgehen können, am liebsten hätte ich ihn geschnappt und mitgenommen.

Bei einer roten Ampel fällt mir auf, dass die letzen 50 Sekunden auf einer Anzeige heruntergezählt werden, da können dann alle so einen richtigen LeMans-Start hinlegen.

Lamm aus dem Erdofen und Datteltarte

Um 21 Uhr sind wir dann beim Hotel, wir haben uns rasch verabschiedet, ich bringe schnell meine Sachen ins Zimmer und gehe wieder runter ins Blue Fox, ich hab schon richtig Hunger. Heute nehme ich Lamm im Erdofen gegart mit Minzsauce und als Dessert Datteltarte mit Eis. Der Kellner meint, das ist nicht so scharf,  da brauche ich kein extra Brot oder Reis. Also, wenn man bei uns so was kriegt, steht sicher die Feuerwehr daneben, so hot ist das. Aber anscheinend traut er mir schon immer mehr zu. Dann versuche ich die Minzsauce dazu, ist es dann noch ärger oder was macht die??? Das ist aber eine Joghturtsauce mit soviel Minze drin, dass sie eine richtig kräftige Mint-Farbe hat. Die nimmt dem Ganzen stark die Schärfe, ich kann in Ruhe alles fertig essen, ohne in Schwitzen zu kommen. Ich bin aber dann doch froh, als die Tasse mit den Körnern, den Mukhwas, zum Abschluss kommt. Davon nimmt man einen Teelöffel voll in die Hand und wirft das Ganze dann ein und kaut es langsam. Dann ist das Brennen komplett weg. Werde versuchen, das zu bekommen und mitzunehmen.

Das Girl an der Rezeption verspricht mir zwar ein Taxi für morgen früh, ich kanns aber nicht wirklich glauben. Mittlerweile ist es schon wieder 22 Uhr vorbei, bis ich im Zimmer bin. Ich hoffe, dass ich heute einmal vor Mitternacht schlafe. Ich werde mir was besonders Fades zum Lesen nehmen, vielleicht hilft das.

Zum Weiterlesen

6: Tag der Republik und andere kulturelle Unterschiede

Rezepte

Datteltarte: https://www.kochbar.de/rezept/301794/orientalischer-Dattelkuchen.html

Minzsauce: https://www.gutekueche.de/orientalische-minzsauce-rezept-27541

Lamm im Erdofen: https://www.native-plants.de/garten-tipps/rezepte/fleisch-aus-dem-erd-ofen

Mukhwas, nach dem Essen zu kauen: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mukhwas

4: Taxis und 3-Wheeler im Streik

Die Taxis streiken noch immer, die wollen nämlich keine digitalen Tachometer, weil die mechanischen können sie manipulieren, die neuen nicht. Das Hotel hat doch ein Auto für mich aufgetrieben, der Fahrer weiß aber nicht genau, wo er hin soll, er ruft jemanden an, dem erkläre ich nochmals, dass ich zum Hotel Amruta Castle (das ist das mit der Windmühle und direkt neben dem Siemens-Gebäude, wo unser Training stattfindet). Der gibt das an den Fahrer weiter, ich sage ihm nochmals er soll ungefähr dort hinfahren, ich zeige es ihm dann genau, ich kenn mich ja schon aus in Hyderabad (ha, ha). Natürlich muss ich es ihm zeigen, aber das Taxi kostet dafür nur die Hälfte wie das vom Hotel.

Nach der neuerlichen „peinlichen“ Befragung durch die Securities hole ich noch einen Kaffee vom Automaten, der ist richtig gut. Ich möchte dann gleich zu Üben anfangen, mein PC will aber nicht, ich brauche fast ½ Stunde, ihn richtig zum Laufen zu bringen. Kurs wie üblich, mit guten Diskussionen, manche verrennten sich in Details, weil sie noch nie ein Lager in der Praxis gesehen haben und sich nicht in Natura vorstellen können, was sie da in der Theorie (=SAP) definieren sollen.

Daniela hat auch zurückgeschrieben, sie braucht natürlich eine Faktura bevor sie bezahlen kann, ich gebe das weiter an Chaitania, die ist zwar wieder ein bisschen angefressen, verspricht aber dann eine zu senden. 

Auf der Suche nach einem Fotografen

Zu Mittag versuchen mein indischer Kollege aus Dubai und ich den Fotografen, der angeblich nur 10 min zu Fuß entfernt ist, zu finden. Nach 15 Minuten drehen wir um, es hat uns ein Passant erklärt, dass wir noch um den gegenüber-liegenden Häuserblock laufen müssen. Wir verschieben das auf den Abend, wir wollen nicht zu viel vom Kurs zu versäumen.

Chaitania, die Administratorin für unser Training, hat jetzt die Proforma-Rechnung gesendet und Daniela verspricht mir sofort zu überweisen. Zum Abschluss machen wir zu fünft nochmals die Parametrisierung für Order to Cash durch.

Wir machen uns dann wieder auf die Suche nach dem Fotogeschäft, nach 20 Minuten finden wir es endlich, aber der Fotograf ist für eine Stunde weg und es ist schon 19:15. Wir beschließen weiterzusuchen, ich bin froh, einen Nativespeaker mitzuhaben, der fragt sich um einiges besser durch und so finden wir den einzigen Copyshop mit ganz großer Xerox-Maschine in der ganzen Provinz.

Ob wir Fotos mithaben? Na ja, eigentlich wollten wir welche machen lassen! Er erklärt uns, dass er nur ein vorhandenes kopieren kann. Da fällt mir mein Führerschein ein, mein Kollege (den Namen merke ich mir einfach nicht) findet das toll und 5 Minuten später halte ich ein Blatt mit 50 Scanns meines Führerscheinfotos in den Händen, ich hoffe die Girls bei Siemens werden morgen glücklich damit. Mein Kollege hat noch ein Passfoto in seiner Börse gefunden, und so sind wir schnell wieder weg.

Das erste Mal im 3-Wheeler

Mein Kollege hilft mir ein Taxi zu finden und so sitze ich auf einmal in einem der gelben Dreiradrikschas, die Preisverhandlungen sind lustig, zuerst will er 120 Rupien, dann versteht er erst den Hotelnamen und will auf einmal 180 Rp, er meint das wäre weiter. Ich glaube aber, der denkt sich, wer in diesem Hotel wohnt, kann auch mehr zahlen. Wir einigen uns auf 150 Rp und es geht los. Nun bin ich hautnah dabei, noch mehr mittendrin, ich habe das Gefühl mein Fahrer fährt den Fußgängern beinahe über die Zehen, zum vorderen Fahrzeug wird prinzipiell bis auf wenige Zentimeter aufgeschlossen. In der Zwischenzeit bin ich aber schon abgehärtet und kralle mich nur mehr ganz selten fest, wenn ich z.B. glaube, dass jetzt gleich der Fahrradfahrer nebenan fliegt, weil wir bei ihm eingehängt haben.

Trotzdem imposant, beim See vorbei vorbeizufahren mit seiner riesigen beleuchteten Buddhastatue in der Mitte drin. Ich werde mir sicher noch einmal die Lichtspiele am See ansehen.

Echt cool, was da so alles am Moped transportiert wird, heute war es ein PC, den ein Beifahrer in der Hand hielt. Wir sind praktisch, ohne falsch zu fahren beim Hotel angekommen, ich bin trotzdem froh dass ich aussteigen kann.

Indische Hochzeit

Ich bestelle gleich wieder das Taxi für in der Früh, werden sehen ob es klappt. Da kommen schon wieder Hochzeitsgäste, man sieht das an der Kleidung, jeden Abend findet im Hotel eine hinduistische Hochzeitsfeier oder zumindest Verlobung statt. Zum ersten Mal sehe ich Braut und Bräutigam, sehr hübsch, wie aus einem Bollywoodfilm, nur ohne diese Gesänge. Bei allen diesen Partys hört man nämlich nur Techno-Musik.

Zum Abendessen gehe ich wieder ins noble „Blue Fox“, jetzt habe ich da schon fast einen Stammtisch. Ich bestelle das gegrillte Huhn, das ich gestern am Nachbartisch gesehen habe. Das ist angeblich nicht scharf.  Es kommt bald und grillt und raucht noch einige Minuten am Tisch weiter und riecht richtig lecker, ist mit Gemüse und Pommes frites (!!) angerichtet. Es ist wirklich nicht scharf, daher probiere ich doch auch die Saucen aus, die man mir in Flaschen hergestellt hat, kommt mir richtig komisch vor, wenn einmal etwas nicht brennt.

Dann bin ich froh wenn ich ins Zimmer komme und endlich aus den Schuhen schlüpfen kann.

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5: Auf dem Moped im indischen Stadtverkehr

3: Trainingsstart mit Hindernissen

Das fängt ja schon gut an – mein Taxi kommt nicht daher, und ich weiß nicht, wie weit es bis zum Kurs ist. Endlich, und noch dazu kommt er fast direkt an, was gar nicht so leicht ist, wenn man es nicht genau weiß.

Ich muss mich in 100 Listen eintragen, Befragung ob ich eh keinen USB-Stick oder ähnliches mithabe. Dann nochmals Formular ausfüllen. Dann kommt eine Diskussion auf, weil der Kursbeitrag noch nicht bezahlt ist. Ob ich nicht mit Kreditkarte zahlen könnte? Aber Amex geht leider nicht! Dann kann ich doch in den Kurs, weil ich ja von so weit herkomme. Ich bin aber nicht der einzige, einer ist L.A., einer aus London, einer aus Litauen und einer aus Dubai, sonst lauter Inder.

Wir warten zwar 1 ½ Std.. bis es endlich losgeht, unser Kursleiter macht seine Sache gut und motiviert alle gleich am Anfang. In der Mittagspause gibt’s indisches Buffet, alles lecker aber doch recht scharf. Alles in allem schmeckt mir das, was ich esse bisher fast immer, nur kann ich nicht wirklich viel davon essen, bin gespannt ob ich abnehme oder mich daran gewöhne.

In der nächsten Pause rufe ich Caro an, damit die Überweisung organisiert werden kann, dann lasse ich noch ein Mail nachsenden, hoffe das geht schnell in Ordnung. Wir üben bis 19:30, Parameter für alles was Order to Cash betrifft, dann gehe ich, ich brauche auch noch 3 Passfotos für den Kurs, Indien ist schon kompliziert!

Streik der Taxifahrer

Auf der Strasse ist kein Taxi zu sehen, bis ich endlich herausbekomme, dass Taxistreik ist. Ich rufe im Hotel an, die kriegen auch keines. Zu Fuß find ich nie zurück, und außerdem ist es mir zu weit. Da sehe ich das Hotel mit der Windmühle, das auf meine Anfrage nicht geantwortet hat, direkt nebenan, Taxis fahren ein und aus, aber keines will mich mitnehmen. Dann beschließe ich nach einiger Zeit, hineinzugehen und zu fragen.

Der Kollege aus Dubai ist auch da, er wohnt hier und braucht auch ein Taxi, wir bekommen beide innerhalb von Minuten eines. In der Zwischenzeit beschließen wir morgen Mittag gemeinsam Passbilder machen zu lassen, ist angeblich nur 5 Minuten zu Fuß dorthin.  So komme ich doch noch halbwegs normal nach Hause. Es wird morgen auch nochmals spannend, der Streik hält an, ich habe zwar ein Taxi bestellt, aber sicher reservieren lässt sich nichts, so wird mir auch außerhalb des Kurses nicht fad.

Das Essen war wieder lecker, Hühnerspiess mit scharfer Sauce und indischem Brot, als Dessert Schokobrownie mit Eiscreme.

Dann wird’s Zeit für Bett, obwohl ich hundemüde bin, bin ich doch wieder zu wach, so wird auch der Tagebucheintrag noch fertig.

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4: Taxis und 3-Wheeler im Streik