Digitalisierung kann man nicht angreifen

Als ehemaligen IT Consultant lassen mich Digitalisierung und künstliche Intelligenz auch in der Pension nicht ganz los. Ich habe daher schon einige Beiträge zu verwandten Themen begonnen, an denen ich arbeite, wenn es mich freut und meine anderen Interessen es zulassen. Dabei genieße ich ehrlicherweise, daß ich nicht muß, sondern darf, ich bin ja in Pension.

Nur heute muß ich einfach sofort auf einen Artikel in der Badener Ausgabe der NÖN reagieren, aber dazu weiter unten. Zuerst möchte ich noch einige Begriffe hoffentlich allgemein verständlich erklären.

Digitalisierung von Objekten, eigentlich schon ein ziemlich alter Hut

Grundsätzlich und ursprünglich versteht man unter Digitalisierung die Umwandlung von analogen Informationen wie Schriftstücke, Zeichnungen, Pläne, Bilder, aber auch dreidimensionale Objekte in digitale Daten. Der Mikrofilm war aus meiner Sicht bereits eine Vorstufe, da die Indexierung der verfilmten Dokumente schon sehr lange IT-unterstützt erfolgte. Die vollständige Digitalisierung des Mikrofilms erfolgte aber recht rasch mit dem einerseits rasanten Wachstum und andererseits dem Preisverfall der Speichermedien.

Seit vielen Jahren ist aber nicht mehr zwingend ein analoges Objekt die Ausgangsbasis, sondern es existiert nur mehr die digitale Version. Auch das ist nicht neu, war aber vor gut 35 Jahren eine Revolution. Ich war damals mitten drin, als ich mich Ende der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts mit dem sogenannten „Desktop-Publishing“ kurz selbständig gemacht habe. Das war damals eine echte Revolution, weil innerhalb weniger Jahre ganze Berufsbilder, wie die der Setzer und Metteure weg waren. In Deutschland verloren dadurch nach Gewerkschaftsangaben zwischen 1974 und 1982 rund 36.000 Menschen in der Branche ihren Arbeitsplatz. Durch den Innovationsschub in der Produktionstechnik mussten gleichzeitig Journalisten immer mehr technische Aufgaben übernehmen. Das führt mich zur nächsten Stufe, der Digitalisierung von Prozessen.

Digitalisierte Prozesse machen Abläufe sicherer und transparenter, das ist theoretisch auch bereits viele Jahre  umgesetzt

Die Digitalisierung von Prozessen bedeutet, dass manuelle Abläufe in einem Unternehmen durch automatisierte Abläufe (Workflows) ersetzt werden. Das Ziel ist es, den Arbeitsaufwand zu reduzieren und die Effizienz zu steigern. Durch die Digitalisierung können Fehler minimiert und die Qualität gesteigert werden. Außerdem wird der Zugriff auf Daten erleichtert und somit die Transparenz erhöht und gleichzeitig die Prozesse beschleunigt.

Das klingt hier in der Theorie sehr gut, nur haben viele Firmen zu Beginn vergessen, daß digitale Transformation nicht die 1:1 Umsetzung der alten Prozesse, sondern eine Anpassung und Weiterentwicklung der Abläufe sein muss. Das bringt mich zum nächsten Punkt, den ich noch (sehr) kurz abhandeln möchte, wo das ebenfalls notwendig ist.

Künstliche Intelligenz wird unsere Welt mehr verändern als wir noch wahrhaben wollen

Künstliche Intelligenz (KI) oder Artificial Intelligence (AI) gilt wahlweise als nächster Quantensprung der Digitalisierung, der unser Leben leichter, effizienter und sicherer macht, oder aber als Untergang der Menschheit, da sie uns alle eines Tages abschaffen wird.

Computersysteme mit ihren Programmen können mit (derzeit noch hauptsächlich) von Menschen programmierten Algorithmen große Datenmengen analysieren und daraus Schlüsse ziehen und Entscheidungen treffen. Das kann heute schon einerseits die Spracherkennung am Handy oder bei Alexa sein und andererseits die Auswertung von Satellitenbildern in der Landwirtschaft, Meteorologie, Militär usw. oder in der Medizin die Auswertung von Röntgenbildern oder MRTs sein. Dann kommt aber immer noch der Mensch, der dann auf dieser Basis die finale Entscheidung treffen oder die Diagnose stellen muß.

Von ChatGPT haben wir ja auch fast alle schon gehört oder es eventuell schon ausprobiert. Dabei kann man sich vom Märchen bis zu Visionen alles schreiben lassen, was man sich nur so wünscht. Ein Disclaimer fehlt aber meist, der darauf hinweist, daß dabei nicht alles richtig sein muß und der Mensch noch immer selbst für die geprüfte Richtigkeit verantwortlich ist. Trotzdem wird die KI in mehr Bereiche Einzug halten, als wir uns überhaupt vorstellen können. Aber dazu kommt irgendwann ein extra Blog.

Und so komme ich zu meinem ursprünglichen Thema, dass man Digitalisierung nicht angreifen kann.

Digitale Bildung kommt auch nicht aus der Steckdose

Warum dieser etwas schräge Titel? Die Badener Ausgabe der NÖN (Niederösterreiche Nachrichten) beschäftigt sich zum Ferienende mit den renovierten,  erweiterten und neu ausgestatteten Schulen im Bezirk. Der Artikel zeigt dankenswerterweise auf, wieviel in den einzelnen Schulen investiert wurde, um adäquate Einrichtungen für Schülerinnen, Schüler und natürlich auch für die Lehrpersonen zur Verfügung zu stellen. Ich möchte diese Leistung auch nicht schmälern, im Gegenteil, ich möchte aber für mich und euch einige Begriffe zurechtrücken.

Dabei stoße ich auf die markante Überschrift: „Steckdoseneinheit kann versenkt werden“

Versteht mich bitte nicht falsch, das Thema Strom an sich ist natürlich unverzichtbar und sollte unter anderem (Stichwort Blackout oder auch Nachhaltigkeit) auch Teil der Ausbildung sein.

Ausserdem verstehe ich die Freude des Direktors über die gute neue Ausstattung seiner Schule, aber versenkbare Steckdosen sind in der Privatwirtschaft oder auch in so manchem privaten Homeoffice seit vielen Jahren Standard und locken keine einzige Schülerin und keinen Schüler in einen der 9 Lehrsäle der Schule, die anscheinend auch noch immer als EDV-Säle bezeichnet werden.

Schon allein dieser Begriff EDV (Elektronische Datenverarbeitung) geht an der aktuellen Realität mit Digitalisierung, KI und Cloud vorbei, siehe auch den Link unten dazu.

Ohne eine Bildungsdebatte lostreten zu wollen, glaube ich trotzdem, daß mehr Neugier sicherlich durch die letzte Version von ChatGPT, Machine Learning oder GenAI von Microsoft und die Lehrerin oder die Lehrer, die die entsprechenden Kurse dafür auch besucht haben, ausgelöst wird.

Ich unterstelle jetzt, daß das oder ähnliches an dieser Handelsakademie sowieso gemacht wird. Aber dafür ein Bild einer versenkbaren Steckdose (für Strom und USB Ladekabel), die in der Welt von WLAN, Cloud und KI keine besondere Rolle in der Bildungsarbeit spielt, zu verwenden, ist eine glatte Themenverfehlung.

Hier zum selbst Nachlesen der vollständige Artikel in der NÖN:

Für alle die noch neugierig sind, möchte ich auch noch auf einige Studien meines ehemaligen Arbeitgebers Capgemini hinweisen, ihr findet sie in den letzten beiden Links.

Links

https://www.aerztezeitung.de/Panorama/Vom-Bleisatz-zur-Elektronik-347244.html

https://x-works.at/prozesse-digitalisieren#:~:text=Was%20bedeutet%20es%2C%20Prozesse%20zu,und%20die%20Effizienz%20zu%20steigern.

https://www.tuev-nord.de/explore/de/entdeckt/was-ist-kuenstliche-intelligenz-einfach-erklaert/

https://www.suchhelden.de/lexikon/edv.php

https://www.giga.de/ratgeber/specials/edv-und-it-wo-ist-der-unterschied/

Studien von Capgemini

Die Digitale Transformation meistern

Studie IT-Trends

Ein Jahr mit E-Auto – ein sehr persönlicher Rückblick

Ende Juli 2023 haben wir unser Elektroauto, einen Skoda Enyaq 80, bekommen. Nach mehr als 10 Jahren mit Benzinern und rund 30 Jahren mit Dieselfahrzeugen begann eine neue Ära. Die Beweggründe für ein Elektroauto waren zum einen Umweltschutz-Gründe und zum Anderen auch Kostengründe.

Vorausschicken möchte ich, daß ich hier nur meine persönliche Meinung wiedergebe, die sicher nicht immer wissenschaftlich fundiert ist, aber einem Faktencheck standhalten sollte.

Gute Umweltbilanz, wenn erneuerbare Energie verwendet wird

Ich weiß, wir können ewig darüber diskutieren, ob die Umweltbilanz bei Elektroautos besser ist als bei Verbrennern, beides verbraucht Ressourcen und produziert CO2. Unterm Strich aber, natürlich nur mit erneuerbarer Energie,  verursachen Elektroautos bis zu 79 % weniger Treibhausgas-Emissionen als konventionelle Pkw mit Verbrennungsmotor. Auch wenn diese Aussage von der von den meisten geliebten Ministerin Gewessler stammt,  ist sie dennoch richtig. Außerdem gibt’s praktisch keine lokalen Emissionen und nur minimale Lärmentwicklung, was beides gerade im städtischen Umfeld nicht unwichtig ist.

Wenn weiters laut Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Fraunhofer Instituts nur mit erneuerbaren Energien geladen wird, hat dies einen sehr großen Einfluss auf die Umweltbilanz eines Elektroautos, da Treibhausgasemissionen bereits nach 20.000 gefahrenen Kilometern gegenüber herkömmlichen Verbrennen kompensiert werden.

E-Autos dürfen trotzdem kein Dogma sein

Nicht nur aus meiner Sicht hat das E-Auto seine Berechtigung, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, auch wenn ich trotzdem der Meinung bin, daß das nicht dogmatisch gesehen werden darf. Es gibt auch andere technische Möglichkeiten und die Forschung entwickelt sich rasant weiter, daher sollten Verbote einer bestimmten Technologie vermieden werden. Solche Verbote hindern die Entwicklung, Beispiele aus der Geschichte gibt es genug dazu: Hätten sich nicht ein Kupernikus und Galilei gegen damalige Denkvebote aufgelegt, würden wir möglicherweise noch immer glauben, die Erde sei eine Scheibe und der Mittelpunkt des Universums. Experten warnten im 19. Jahrhundert, dass Menschen ernsthaft Schaden nehmen, wenn sie mit der Eisenbahn schneller als 30 km/h fahren, eine spektakuläre Fehleinschätzung. Oder die Meinung des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II.: „Das Auto ist eine vorübergehende Erscheinung. Ich glaube an das Pferd“.

E-Mobilität ist aus meiner Sicht in der Praxis leider noch nicht wirklich mehrheitstauglich

Aber Schluß jetzt mit dem anektotenhaften Ausflug in die Geschichte, die Jetztzeit ist interessant genug. Leider muß man sich ein Elektroauto noch recht teuer erkaufen und sich das auch leisten können. Außerdem sind die Rahmenbedingungen für E-Mobilität noch bei weitem nicht mehrheitstauglich. Natürlich gibt es auch derzeit noch für manche Autofahrer Konstellationen, die ein E-Auto nicht sinnvoll machen, z.B. für Außendienstmitarbeiter mit sehr hohen täglichen Kilometerleistungen.

Vieles davon spielt sich zwar im Kopf ab, weil wir Autofahrer glauben, daß wir gefühlt jeden zweiten Tag mindestens tausend Kilometer ohne Unterbrechung fahren müssen. Andererseits ist es (noch) für einen Großteil der Österreicherinnen und Österreicher nicht möglich, so nebenbei zu laden, wenn das Fahrzeug gerade herumsteht. Wir haben zwar rund 43% Einfamilienhaus-Besitzer, die theoretisch zuhause laden könnten, andererseits können auch nicht alle einfach am Arbeitsplatz laden. Fast alle anderen müssen an öffentlichen Ladestationen laden, die erstens selten direkt vor der Haustüre und meist auch noch recht teuer sind. Dazu kommt dann noch die Ladezeit, die dann meist zu Recht als verlorene Zeit empfunden wird.

Zuhause laden ist Voraussetzung für ein stressfreies Leben mit dem E-Auto

Das alles trifft auf mich fast nicht zu, daher ist das E-Auto im Normalfall stressfreier als ein Verbrenner. Meine erste Aktion noch vor der Lieferung des Autos war die Installation eines Starkstrom-Anschlusses und einer (mobilen) Wallbox im Carport, um mit den technisch möglichen 11 kWh laden zu können, was bei einem 80 kwh Akku ermöglicht,  über Nacht ohne Probleme bis zu 100% zu laden. Das macht man, um die Batterie zu schonen, aber sowieso nur im Ausnahmefall vor längeren Fahrten. Auf diese Art verbrauche ich zu 90% weniger Zeit als um einen Verbrenner zu tanken. Die mobile Wallbox erlaubt mir theoretisch, an jeder Starkstromdose, eventuell mit zugehörigem Adapter, zu laden. Ich habe das aber im vergangenen Jahr nur einmal genutzt.

Öffentliches Laden steckt noch immer in den Kinderschuhen

Theoretisch ist die öffentliche Ladeinfrastruktur in Österreich schon recht vernünftig ausgebaut, aber die Tücke liegt im Detail. Auf und nahe an den Autobahnen sind die Ladestationen in praktikablen Abständen, doch immer wieder kommt es vor, daß die Stationen ausgefallen sind, die Ladekarten nicht akzeptiert werden und Bankomat- oder Kreditkarte auch verweigert werden. Dann macht man sich, zwar mittels App und Autonavi, auf die Suche nach der nächsten Möglichkeit zu laden. Das ist schon unnötig zeitkonsumierend und erhöht dabei den Stresslevel aller Mitfahrenden.

Notwendige Verbesserungen, die die Akzeptanz erhöhen

Zusätzlich ist unverständlich, warum viele Stationen irgendwo im letzten Eck des Parkplatzes versteckt werden und man minutenlang zur Raststätte gehen muss, um zum Pausenkaffee zu kommen. Weiters entbehrt es jeder Logik, daß Tanksäulen selbstverständlich überdacht sind, E-Ladestellen aber nur im Ausnahmefall. Weiters sollte es dringend Standard werden, daß Hotels, Restaurants und ähnliche analog zu bereits recht vielen Supermärkten Ladestationen zur Verfügung stellen, nur so kann das Laden ohne zusätzlichen zeitlichen Aufwand die Akzeptanz erhöhen.

In Zeiten von künstlicher Intelligenz ist es unverständlich warum Auto und Ladesäulen noch immer nicht alle notwendigen Daten für die Bezahlung über das z.B. CCS Interface austauschen. Tesla mit den Superchargern kann das schon seit Jahren.

Ich höre schon wieder Security- und Datenschutz-Bedenken, aber das Fahrzeug muß ja nur die notwendigen Zahlungsinfos, die sonst über Lade- oder Kreditkarte kommen, an die Ladesäule übermitteln. Somit hat der Betreiber keine Personen- oder Fahrzeug-bezogenen zur Verfügung. Alle anderen Auswertungen können ja in der Fahrzeug-App erfolgen.

Erfahrungen nach einem Jahr und 20.000 Kilometern

Wir fahren unseren Skoda Enyaq bisher praktisch nur in Österreich, wenn man von einigen grenznahen Abstechern ohne Ladenotwendigkeit absieht. Dafür war für uns eine praxistaugliche Anhängerkupplung unbedingt Voraussetzung. Einer der Gründe dafür ist, daß wir jederzeit unsere Fahrräder mitnehmen können und zweitens einen Anhänger mit einigen 100 kg Last ziehen zu können. Beides haben wir oft gemacht, der Anhänger war mehr als 1000 km eingesetzt, ebenso waren wir mit dem Biketräger mehrmals durch halb Österreich unterwegs.

Jetzt ist sicher interessant, wie hoch der Verbrauch durchschnittlich über die 20.000 km ist. Das sind zum Zeitpunkt der Aufnahme 19,3 kwh je 100 km, einige 100 km später ist er schon auf 19,2 kwh weiter gesunken. Der Winter hatte den Verbrauch auf durchschnittlich 20,4 KWh in die Höhe getrieben, in den letzten Monaten ist er aber so stark gesunken, daß der Jahresdurchschnitt um rund 1 kwh gesunken ist. Und das bei rund 40% Autobahn und 60% Landstraße, der Stadtverkehr fällt praktisch nicht ins Gewicht.

Der Kostenvergleich dafür ist auch nicht uninteressant, wobei hier ein noch höherer Preis pro kwh  wirkt als derzeit, die Dieselpreise sind derzeit aber auch niedriger.

Fazit

Ich persönlich möchte das E-Auto nicht mehr missen. Es verführt zu einer gelasseneren Fahrweise, obwohl die Beschleunigung von unten heraus auch immer wieder Spaß macht und manchmal auch hilfreich ist. Die Ladeplanung der Fahrzeug-App ist so ok, daß man nicht überrascht wird, die Auswahl der Ladestation ist aber nicht immer nachvollziehbar, aber das kann man ja overrulen.

Auch wenn es nicht direkt mit Elektromobilität zu tun hat: Die Navi-Software ist gelinde gesagt stark verbesserungswürdig. Warum zeigt es in einem E-Auto Treibstoff-Tankstellen ohne Ladestationen an? Warum leitet es immer wieder auf eine bestimmte Route, obwohl man dieser schon mindestens 10 Mal nicht gefolgt ist? Das kann jedes Motorradnavi besser und billiger.

Der adaptive Tempomat ist an und für sich recht gut, am besten, wenn man einen Vordermann hat. Die Verkehrszeichenerkennung ist aber absolut unzuverlässig, es werden unvermutet Verkehrszeichen auf der parallelen Fahrbahn oder einer anderen Ebene (Unterführung) verwendet, was an manchen Stellen auf der Autobahn zu Bremsmanövern von 130 auf 80 oder gar 50 km führt. Oder umgekehrt im einer 100er Zone mit Section Control unvermittelt auf 130 kmh beschleunigt, obwohl kein Verkehrszeichen zu sehen ist. Hier liegt es wieder an der Datenintegrität der in den Kartendaten erfassten Verkehrszeichen, was eigentlich im 21.Jahrhundert kein Thema mehr sein dürfte, sonst braucht man über KI-Systeme gar nicht mehr weiter nachdenken. Die visuelle Verkehrszeichenerkennung sollte aus meiner Sicht eigentlich nur zur Verifizierung dienen.

Trotzdem, auch die Reichweite ist und bleibt ein wichtiges Thema, sowohl was Batteriekapazitäten als auch Ladezeiten angeht. Hier ist sicher noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht, was aber leider auf die Preissicherheit für gebrauchte E-Autos drückt.

Ich gehe davon aus, daß das alles auch noch in den nächsten Jahren ein kontroversielles Thema bleiben wird. Denk- und Verwendungsverbote für andere Technologien sind dabei aber die schlechteren Ansätze, diese Herausforderungen weiterzuentwickeln.

Links

https://www.gisquadrat.com/verkehrszeichenverwaltung/

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Car2x

https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/autonomes-fahren/technik-vernetzung/aktuelle-technik/

https://www.bmk.gv.at/themen/mobilitaet/alternative_verkehrskonzepte/automatisiertesFahren/faq/hintergrund/vollautomatisiert.html

https://www.bmk.gv.at/themen/mobilitaet/alternative_verkehrskonzepte/elektromobilitaet/zahlen/oekobilanz.html

https://www.virta.global/de/blog/faktencheck-ist-die-umweltbilanz-bei-einem-elektroauto-wirklich-schlechter

https://www.tesla.com/de_at/support/supercharging-other-evs#pay-supercharging

https://blackout-news.de/geschichte/die-geschichte-der-elektroautos-sie-scheitern-an-den-gleichen-problemen-wie-vor-ueber-100-jahren/

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Combined_Charging_System
https://www.bmk.gv.at/themen/mobilitaet/alternative_verkehrskonzepte/elektromobilitaet/zahlen/oekobilanz.html#:~:text=Die%20Ergebnisse%20zeigen%2C%20dass%20Elektroautos,Pkw%20mit%20Verbrennungsmotor%20(%20ICE%20).

https://www.helvetia.com/de/web/de/ratgeber/fahrzeuge/e-car/technik-praxis/elektroauto-umweltschaedlich.html#:~:text=Denn%20E%2DAutos%20selbst%20sto%C3%9Fen,die%20anf%C3%A4nglichen%20hohen% 20Emissionen%20ausgeglichen.

https://www.virta.global/de/blog/faktencheck-ist-die-umweltbilanz-bei-einem-elektroauto-wirklich-schlechter
https://www.auto-motor-und-sport.de/ams-plus/?utm_source=consent_layer&utm_medium=abo_testen&utm_campaign=amsplus

Warum in die Ferne schweifen – mit dem Motorrad auf den Pretul!

Wenn man nur einige Stunden Zeit hat, muß man trotzdem nicht aufs Motorrad verzichten und kann auch etwas Neues entdecken. Letzten Mittwoch war es so weit, sich endlich wieder auf die Crosstourer zu schwingen.

Das Ziel sollte der Pretul sein, zu dessen Höhe eine kleine Panoramastrasse führt. Da es wieder heiß werden sollte, starte ich bereits vor 8 Uhr. Über Bad Fischau, Weikersdorf, Winzendorf und St.Egyden führt der erste Teil über teilweise kleine Strässchen durchs Steinfeld nach Neunkirchen. Weiter geht es dann etwas einfallsloser über die B17 bis Gloggnitz und dann übers Schlagl nach Otterthal und Trattenbach Richtung Feistritzsattel. Die Höhe markiert die Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark und ist auch ein guter Einstieg für Wanderungen oder mit dem Mountainbike über die Wexltrails auf den Hochwechsel, wenn man nicht ganz so sportlich ist, um bereits in St. Corona zu starten.

Na ja, ist wieder etwas für meine ToDo Liste, aber da sind noch ein paar andere Radstrecken vorher dran.

Rauf auf den Pretul

Weiter geht’s vom Feistritzsattel hinunter bis nach Rettenegg, wo ich dank Naviplanung ohne lange Sucherei die Auffahrt zur Pretul Panoramastrasse finde. Jetzt geht’s einige Kilometer auf eine schmalen noch asphaltierten Straße bis zum Bauernhof „Hansl im Reith“. Hier beginnt die Mautstrasse, die freundliche Jungbäuerin kommt, kassiert 2,50 Euro (nur in bar!) für das Motorrad und öffnet dann händisch die Schranke.

Nach einigen Höhenmetern und einer Kurve nahe einem privaten Photovoltaikpark ist es vorbei mit dem Asphalt und die Schotterstraße beginnt. Sie ist sehr gut gepflegt und auch in den Serpentinen problemlos zu befahren. Die Kalbinnen auf der Alm sind Motorräder anscheinend gewohnt und so schlängle ich mich an einigen von ihnen in der letzten Kurve vorbei, sie stehen mitten am Weg und sehen mir stoisch zu, und lande am großen Parkplatz vor dem Roseggerhaus auf 1588m Seehöhe.

Das Roseggerhaus ist leider Dienstag und Mittwoch geschlossen, getränketechnisch bin ich aber eh gut versorgt. So genieße ich den Blick Richtung Süden übers Joglland, wo sich einige Nebelschwaden zusammenziehen.

Der Windpark kann rund 26.500 Haushalte mit Strom aus erneuerbarer Energie versorgen

Hier auf dem Pretul betreiben die Österreichischen Bundesforste einen Windpark mit 18 Windrädern, vier davon sind erst im Februar 2024 dazu gekommen. Sie glänzen in der Sonne und, weil es immer wieder als Gegenargument kommt, sie stören meiner Meinung nach optisch überhaupt nicht, zumindest weniger als das eine oder andere Atomkraftwerk, das ich ebenfalls schon gesehen habe, vom Sicherheitsaspekt einmal abgesehen.

Traumhafter Rundumblick

Einige Minuten den Berg hinauf befindet sich die Peter Bergner Warte, die einmal der höchste Punkt hier war, aber jetzt von den Windrädern mit einer Nabenhöhe von je 78 Meter und einem Rotordurchmesser von je 82 Metern überragt werden. Der Blick hinunter nach Mürzzuschlag ist aber ebenfalls beeindruckend. Weitere rund 20 Minuten Fußweg entfernt liegt eine heute offene Almhütte, doch mit Motorradhose und Hüftschmerz macht das keinen Spaß, darum marschiere ich wieder zurück zum Motorrad beim Roseggerhaus.

Der Rückweg

geht dann die Schotterstraße hinunter bis zur netten Bäuerin, die nach einem kurzen Huper den Schranken öffnet. Weiter geht es nun nach Ratten, der zweiten Möglichkeit, zur Mautstraße zu kommen. Über Alpl, vorbei an Peter Roseggers Waldheimat fahre ich über die B72 ins Mürztal.

Kurz vor Krieglach biege ich rechts ab und fahre über Schwöbing auf der S6 Begleitstraße bis Mürzzuschlag und dann über den Semmering und Maria Schutz wieder ins Schwarzatal. Ich möchte noch einen kleinen Umweg über Puchberg am Schneeberg machen, daher nehme ich die Abzweigung nach Ternitz um ins Sierningtal zu kommen. Hier ist auf einmal ein Riesen Polizei- und Rettungskräfte-Aufgebot, das meinen Weg absperrt. Erst daheim erfahre ich den Grund: hier wurde der Terrorverdächtige verhaftet, der einen Anschlag auf ein Konzert von Taylor Swift in Wien geplant haben soll.

Ich umrunde das Viertel und genieße dann die Kurven im Sierningtal bis Puchberg. Weiter geht es über den Ascher und Miesenbach ins Piestingtal, wo ich dann in Wopfing nach Piesting abbiege. Über den Hart, der übrigens immer wieder Kulisse für Fahrzeug-Aufnahmen von diversen Motorsendungen im Fernsehen und auch Youtube ist, führt mich mein Weg dann nach Aigen und über Lindabrunn wieder heim. Eine schöne ca 210 km lange Motorrad-Tour ist wieder zu Ende.

Links


https://www.wexltrails.at/de/deine-wexl-trails/trailinfo/touren/hochwechsel-tour
https://www.steiermark.com/de/Oststeiermark/Urlaub-planen/Ausflugsziele/Mautstrasse-Pretul_isd_8719574
https://www.naturfreunde-huetten.at/steiermark/roseggerhaus/
https://www.bundesforste.at/leistungen/erneuerbare-energie/windkraft/windpark-pretul.html
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Peter_Rosegger

Kurviger Links

Hinfahrt: Pretul hin 7.8.2024 | Kurviger

Rückfahrt: Pretul Heimweg 7.8.2024 | Kurviger

In den Kulissen und dem Entstehungsort einer Schweizer Legende: die Heimat des Schellen-Ursli

Es gibt nicht nur die Heidi

Der Inbegriff einer Schweizer Kindergeschichte ist „Heidi“ von Johanna Spiry. Sie hat das erste Buch im Jahr 1879 veröffentlicht, mehrere weitere folgten. Wir kennen Heidi seit einem Film, der unter anderem mit Theo Lingen im Jahr 1953 in die österreichischen Kinos kam. Richtig berühmt wurde sie bei uns aber mit der Zeichentrickfilm-Serie, die ab 1974 im Fernsehen ausgestrahlt wurde.

In der Schweiz mindestens genauso bekannt ist aber der Schellen-Ursli. Er wurde von Selina Chönz im Text und mit Alois Carigiet als Illustrator in Buchform im Jahr 1945 zum Leben erweckt.

Seitdem wurde das Buch in 14 Sprachen übersetzt und über 1 Million Mal verkauft und im Jahr 2015 verfilmt und ist noch immer aus vielen Schweizer Kinderzimmern nicht wegzudenken. Weitere Geschichten folgten in den Jahren danach.

Bittere Armut und altes Brauchtum als Basis für diese Geschichte

Die Geschichte vom Schellen-Ursli spielt in Guarda, einem Dorf im Unterengadin. Sie handelt vom Brauch des Chalandamarz, der alljährlich am 1. März durchgeführt wird. Die Tradition will, dass der Winter durch das laute Glockengeläut der Kinder ausgetrieben und der Frühling eingeläutet wird. Dafür erhalten alle Kinder eine Glocke von Onkel Gian.

Als der Ursli an die Reihe kommt, erhält er die letzte Glocke, was ja nicht das Schlimmste wäre, wäre sie nicht so klein, die Kleinste von allen! Alle lachen den Ursli aus und rufen ihm Schellen-Ursli nach. Er erinnert sich aber, daß auf der Alp eine große Glocke hängt und holt sie heimlich ins Dorf.

Mehr erzähle ich hier nicht, es ist jedenfalls wert, die Geschichte zu lesen und den Film anzuschauen, der derzeit in der 3Sat Mediathek noch bis 28.8.2024 zu sehen ist, siehe den Link unten.

Guarda ist das Heimatdorf des Schellen-Ursli

Alois Carigiet hat ein Haus in Guarda als Vorbild für seine Illustrationen genommen und ich habe es bei meinem Besuch unwissentlich fast aus der gleichen Perspektive fotografiert.

Wie schon mehrmals erwähnt, ist meine Frau Schweizerin und der Schellen-Ursli weckt daher natürlich bei ihr Kindheitserinnerungen. Daher war ich umso gespannter, wie das Dorf im Oberengadin aussieht, es liegt ja direkt auf meiner Route am Heimweg nach Österreich. Mehr dazu hier:
https://newretiredontheblog.com/2024/07/30/2-heimfahrt-aus-der-schweiz/

Zu Fuß erreiche ich nach wenigen Minuten die Dorfstraße mit den typischen wunderschönen Häusern mit ihren Engadiner Sgraffiti, die mir schon vor 2 Jahren bei meiner Fahrt über den Albulapass in La Punt aufgefallen sind.

Trotz ziemlicher Hitze,  die mit der Motorradhose noch einmal mehr schweisstreibend ist, macht es mir Spaß die teilweise recht steilen Gassen zu durchstreifen und zu fotografieren.

Filmkulisse, die noch mit echtem Leben erfüllt ist

Die reformierte Kirche Giarsun mit ihrer typischen Holztäfelung ist eine der Kulissen im Schellen-Ursli-Film, die meisten Aussenaufnahmen mit den typischen Engadinerhäusern wurden aber in der Nähe, in Sur En bei Ardez gedreht.

Das tut meinen Besichtigungen aber keinen Abbruch, das ganze Dorf ist einfach ein Schmuckstück. Sogar zwei Kinder sitzen so, wie wenn sie direkt dem Film entsprungen wären.


Einige der sieben Brunnen, welche früher Treffpunkt der Bevölkerung und Mittelpunkt des sozialen Lebens waren, habe ich ebenfalls fotografiert. Das Dorf lebt aber auch heute noch, obwohl die Abwanderung wie in vielen Schweizer Bergdörfern in den letzten 100 Jahren die Bevölkerung beinahe halbiert hat. Die meisten der 70 Häuser sind bewohnt, es leben noch rund 170 Personen hier.

Natürlich gibt es auch ein Schellen-Ursli Museum

Im oberen Dorf befindet sich das Hotel Meissner, das in einem Nebengebäude ein kleines Schellen-Ursli Museum eingerichtet hat. Hier werden neben Originalbildern von Alois Carigiet auch viele Gegenstände und Szenen präsentiert, die das karge Leben der Engadiner Bevölkerung in den Bergdörfern näher bringen sollen. Natürlich gibt es die Bücher von Selina Chönz und andere Erinnerungsgegenstände ebenfalls zu kaufen.

Engadiner Gemütlichkeit

In der netten Ustaria Crush Alba wird man freundlich auf Rätoromanisch begrüßt. Das Lokal ist einerseits Dorfbeiz mit gemütlichen Tischen vor dem Eingang und andererseits ein Feinschmecker-Restaurant, hier gönne ich mir noch einen Kaffee und einen Streuselkuchen, bevor ich wieder zu meinem Motorrad gehe.

Das schon mehrfach erwähnte, weil überall mit dem Dreiklang Posthorn „Dü-Da-Do“ hör- und sichtbare Postauto in der Bergstrassen-Ausführung begegnet mir zur Abrundung dieser schönen und interessanten Stunden auch noch.

Links

https://www.graubuenden.ch/de/graubuenden/allgemeine-informationen/brauchtum/chalandamarz
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Heidi_(1952)
https://www.engadin.com/de/das-unterengadin/menschen-kultur/engadinerhaeuser-sgraffito
https://www.engadin.com/de/drehorte-vom-schellen-ursli-film

https://www.engadin.com/de/sur-en-dardez
https://www.graubuenden.ch/de/schellen-ursli#:~:text=Die%20Geschichte%20vom%20Schellen%2DUrsli,und%20der%20Fr%C3%BChling%20eingel%C3%A4utet%20wird.
https://www.hotel-meisser.ch/
https://www.hotel-meisser.ch/meisser-resort/guarda/schellen-ursli/schellenursli-museum
Noch bis 28.8.2024: https://www.3sat.de/film/spielfilm/schellen-ursli-100.html

2: Heimfahrt aus der Schweiz

Fast hätte ich an mehreren Stellen meine geplante Route nicht passieren können

Im Nachhinein gesehen hatte ich mehrfaches Glück, daß ich meine geplante Route vom Zürichsee über den Flüelapass, die Reschenstrasse, das Timmelsjoch, den Jaufenpass und den Brenner ohne Probleme fahren konnte.

Es begann mit einer einzigen Meldung im Internet am Freitag vor meiner Abfahrt. Die Reschenstrasse in der Nähe von Tschupbach, nur wenige Kilometer vor meinem Quartier in Fiss, ist vermurt und es ist nicht sicher, ob am Samstag die Durchfahrt möglich ist. Daher über die neue App ORF Sound den Tiroler Verkehrsfunk in der Früh abhören und nochmals im Internet suchen: anscheinend Entwarnung, keine Meldung mehr über eine Sperrung,  die Straße sollte ab 6:30 offen sein. Also riskieren hinzufahren und hoffen auf einen Hinweis nach dem Flüelapass bei der Abzweigung nahe Susch. Falls die Sperre doch aufrecht ist, muss ich über das Val Müstair Richtung Schlanders und weiter nach Bozen fahren. Doch alles ok, die Straße ist offen und ich fahre wie geplant nach Fiss. Die meterhohen Geröllberge links und rechts der Straße bei Tschupbach sind aber nicht zu übersehen.

Ich komme dann überall problemlos ohne besondere Vorkommnisse und ohne Regen bis heim. Erst bei meiner nachträglichen Streckenrecherche für diesen Blog finde ich heraus, daß zur gleichen Zeit die Abfahrt vom Jaufenpass und die Brennerstaatstrasse an mehreren Stellen wegen Vermurungen gesperrt waren und ebenfalls erst am Samstag wieder befahrbar waren.

Da sind die Gedanken schon einerseits bei den Menschen, die innerhalb weniger Minuten ihr Hab und Gut verloren und andererseits bei den Helfern, Hilfsorganisationen und Straßendiensten, die beinahe Übermenschliches geleistet haben, sodass man als Tourist wie ich einen Tag später beim Durchfahren fast nichts mehr davon mitbekommt.

Tag 1: Vom Zürichsee über Davos ins Tiroler Oberinntal

Der Samstag startet nicht besonders optimal, es regnet am Morgen recht stark. Während des Frühstücks geht es dann doch in ein Nieseln über, was eigentlich nichts ist nach 900 km Regen vor einigen Wochen bei meiner Fahrt in den Schwarzwald, und so beschließe ich, ohne Regenkombi loszustarten.

Aber nach rund 30 Kilometern, die ich entlang des Sees Richtung Westen fahre, entschließe ich mich wegen des stärker werdenden Regens doch, die Regenkombi anzuziehen. Unter einem Carport neben der Straße wurstle ich mich eher unelegant in den Schutzoverall, es dauert seine Zeit, hält aber auch stundenlangem Regen stand. In der Zwischenzeit ist der Regen weniger geworden und hört nach einiger Zeit ganz auf. Ich lasse die Kombi aber vorsichtshalber weiter an, man weiß ja nie und das Ausziehen ist ja genauso anstrengend wie das Anziehen.

Die Straße schlängelt sich bald den Berg hinauf mit Blick auf den Walensee, der Blick hinunter aufs Wasser ist schon recht malerisch.

Da ich ja weiterhin keine Schweizer Autobahn-Vignette besitze, geht es auf der Bundesstraße H3 nach Bad Ragaz. Im Kurpark und anderen Grünanlagen präsentieren unter dem Motto „Gegenwart“  88 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt bis Oktober im Rahmen der größten Freiluft-Skulpturenausstellung ihre Werke. Ich stoppe natürlich des Öfteren um zu fotografieren.

Kurz darauf habe ich ein Jubiläum am Motorrad: Meine Crosstourer hat 50.000 km gemeistert, außer Batterieproblemen und einem neuen Blinkerrelais gab es dabei in dem letzten 7 Jahren, seit ich sie habe, keine Probleme.

Weiter geht es dann nach Chur, wo ich falsch abbiege und im Stau Richtung Arosa stehe. Dabei habe ich das Glück, in der Haltestelle Chur-Altstadt einer Garnitur des Arosa Express zu begegnen, die hier wie eine Straßenbahn unterwegs ist. Sowohl der Bernina Express Richtung Poschiavo/Tirano, der Glacier Express Richtung Zermatt sowie die Arosabahn fahren direkt ab Chur.

Danach geht es bergan nach Lenzerheide, oftmaliger Austragungsort für das Alpinschi Weltcupfinale und 2025 sollen die Biathlon-Weltmeisterschaften hier stattfinden. Nachdem die Stadien dafür im Sommer nicht sehr aufregend sind, fahre ich ohne Halt weiter fast bis Tiefencastel, dabei fällt mein Blick links auf den Felssturz, der im Vorjahr die Evakuierung des Bergdorfes Brienz auslöste, aber knapp vor dem Schulhaus zum Stillstand kam. Die Zufahrt nach Brienz ist nur Einheimischen gestattet, darum gibt’s von mir nur einige Bilder von der Hauptstraße aus.

Das untenstehende Bild zeigt die Dramatik für dieses Dorf, nachzulesen im zugehörigen Link.

https://www.bauernzeitung.ch/artikel/landleben/dieser-umstand-bewahrte-das-bergdorf-brienz-vor-groesseren-schaeden-494216h

In Tiefencastel teilt sich die Straße, einerseits über den Albulapass, den ich vor 2 Jahren gefahren bin und andererseits die Straße nach Davos, die ich heuer nehme. Ich möchte noch unbedingt den berühmten Landwasserviadukt in der Nähe von Filisur sehen. Man sieht ihn zwar kurz von der Straße aus, leider geht hier ein Stopp nicht ganz einfach, ich habe daher ein Bild von damals genommen. Der Fußmarsch wäre vom einem Parkplatz zwar möglich, nur passt er nicht mehr in meinen Zeitplan. So bleibt etwas auf der Bucket List.

In Davos, wo ich nicht anhalte, geht es über den nächsten Pass, den 2383m hohen und 27 km langen Flüela. Hier wird derzeit die Fahrbahn auf der Bergabstrecke verbreitert, was zu erheblichen Staus führt. Als Biker hat man es etwas leichter, ich schlängle mich mit 2 deutschen Kollegen kilometerweit vor und gewinne mindestens eine halbe Stunde.

Ein Highlight wartet noch auf mich, der Schellen-Ursli in Guarda. Ja, es gibt nicht nur die Heidi von Johanna Spiry, sondern auch den Schellen-Ursli von Selina Chönz. Das Buch wurde in Guarda im Oberengadin verfilmt, daher gibt es in einem der Häuser auch ein kleines Museum. Detailliert erzähle ich später in einem eigenen Blog darüber.

Beim Hinunterfahren ins Tal begegnet mir fast klischeehaft das Postauto, das den Bahnhof im Tal mit dem Dorf verbindet.

Die österreichische Grenze ist nicht mehr weit und die Zollfreizone Samnaun ruft zum Tanken. Die Straße von Martina weg ist am Anfang recht harmlos und wird enger und enger und wird mit 2,3 m angegeben. Dabei kommen einige Felsentunnels die unbeleuchtet, nass und kurvig und gefühlt weniger als einspurig sind. Mit dem Motorrad an sich kein Problem, solange nichts entgegen kommt, aber trotzdem, da waren die Felsentunnel im Trentino fast wie Autobahnen dagegen. Ich habe Glück und keinen Gegenverkehr und stelle fest, dass ich vermutlich das letzte Mal zumindest durch den längeren durchgefahren bin. Die Tunnelbaustelle Val Alpetta ist fast fertig, der neue gut 600 m lange Tunnel soll im Sommer 2024, also demnächst eröffnet werden, die Verkehrszeichen sind schon montiert. Damit ist wieder ein gruseliger Tunnel Geschichte. In den nächsten Jahren sollen zwei weitere Tunnel errichtet werden, dann ist nichts Spannendes mehr von diesem engen kurvigen Strässchen übrig.

Ein Video, das zwar die Fahrt eines Porsche zeigt, gibt eine Vorstellung, wie das Feeling mit Motorrad auf dieser Strecke derzeit noch ist.

https://youtu.be/ESVRSph70nk?si=bPlbFrtP8Sp9Zvzj

Nach dem recht günstigen Tanken und Parfümeinkauf geht es harmlos die Straße Richtung Spiss ins Inntal hinunter. Der österreichische Zöllner winkt mich durch, ich sehe nicht aus wie ein Rolex-Käufer. Bald bin ich an der Stelle bei Tschupbach, die gestern noch vermurt war, hier türmen sich links und rechts der Straße die Geröllberge, der Vergleich mit dem Auto verdeutlicht das Ausmaß. Die Landesstrasse ist noch länger verschüttet und das Ganze ging nur knapp an den Häusern vorbei.

Die Kurven hinauf nach Fiss sind der richtige Abschluss des Tages, der Ausblick hinunter ins Inntal ist aber auch empfehlenswert. Nachdem ich zweimal an meinem Quartier, der Pension Truya-Hof vorbeifahre erkenne ich es bei dritten Mal. Der Hausherr begrüßt mich freundlich und zeigt mir die Garage, wo ich auch mein Motorrad einstellen darf. Nachdem ich schon hungrig bin, gehe ich zum Abendessen direkt ins Nachbarhaus, ins Hotel Montana und danach bald ins Bett.

Tag 2: Die großen Pässe rufen

Das Wetter ist in der Früh vielversprechend sonnig, so starte ich kurz nach dem Frühstück und fahre über Ladis mit der Burg Laudegg im Blick los hinunter ins Inntal.

Nach wenigen Kilometern geht’s in Prutz nicht ins Kaunertal, sondern den Kaunerberg hinauf und weiter auf die Pillerhöhe, wo immer wieder tolle Ausblicke den Blick von der Straße lenken. Durch Arzl im Pitztal, der Heimat von Benny Raich, führt mich das Navi hinein ins Ötztal über Sölden nach Hochgurgl bis zur Mautstation des Timmelsjochs.

Der Blick sowohl auf die österreichische als auch auf die italienische Seite des Passes ist beeindruckend, aber zuerst bin ich auf Europas höchstgelegenes Motorrad-Museum Top Mountain Crosspoint neugierig. Nach einem verheerenden Brand im Jänner 2021 wurde das Museum im November 2021 mit mehr Exponaten als zuvor wieder eröffnet. Mehr dazu gibt es in einem eigenen Blog zum Museum (eventuell noch nicht verfügbar).


Nach einer kühlen Stärkung und nach Bezahlung von 17 Euro an der Mautstation geht die Fahrt weiter zuerst hinauf auf die Passhöhe von 2474m und dann weiter 30 km hinunter bis St.Leonhard in Passeier. Hier verfranse ich mich etwas und fahre falsch aus dem Kreisverkehr. Dabei entdecke ich ein malerisches schmales Strässchen, wo mir relativ schnell klar wird, daß ich falsch bin. Weil es so schmal ist, kann ich erst bei der ersten Haarnadelkurve umdrehen. Kurz danach kommen mir einige italienische Biker entgegen, daher denke ich einen Insidertipp entdeckt zu haben, der auf jeden Fall wert ist gefahren zu werden.

Jetzt fahre ich die richtige Ausfahrt aus dem Kreisverkehr und durchs Ortsgebiet von St.Leonhard Richtung Jaufenpass. Hier geht’s mit bis zu 11,5% hinauf und dann in schönen Kurven aber mit schlechtem Straßenbelag nach Sterzing hinunter. Von der Vermurung von vor 2 Tagen bemerke zumindest ich nichts mehr.

Die Brennerstaatstrasse ist nicht besonders aufregend und Gott sei Dank trotz Ferienwochenende auch nicht besonders dicht befahren. So komme ich bis zur österreichischen Grenze auf der Passhöhe recht rasch voran und nach dem Grenzübergang rasch wieder hinunter Richtung Innsbruck. Beim ersten Blick auf die Europabrücke kann ich leider nicht halten, und so kann ich erst unter der Brücke fotographieren.

Für Österreich habe ich eine Autobahn-Vignette, daher will ich mir einige Tiroler Orts- und Stadtdurchfahrten ersparen und fahre bei der nächsten Auffahrt auf die Brennerautobahn A13 Richtung Innsbruck und dann weiter auf der A12 durchs Inntal bis Jenbach, wo ich wieder auf die Bundesstraße wechsle. Ein Tankstopp ist auch wieder notwendig und dann geht es weiter durch den Tunnel bei Rattenberg bis Wörgl. Das Navi mag wieder einmal einen kleinen aber sehenswerten Umweg über die Wildschönau machen und leitet mich dann mit einem herrlichen Ausblick hinunter nach Hopfgarten im Brixental. Leider gibt es genau dort (keine Möglichkeit zu halten und zu fotografieren, daher habe ich mir das Bild von der Homepage der Kitzbüheler Alpen geborgt.

Von Hopfgarten sind es auf der recht stark befahrenen B150 nur mehr 15 Kilometer bis zum vorletzten Quartier auf meiner Reise im 4* Hotel Alpen Glück Hotel „Kirchberger Hof“. An sich nehme ich eher niedrigere Kategorien bei meinen Solofahrten, aber hier habe ich über die Buchungsplattform anscheinend fürs letzte Zimmer einen Sonderpreis, somit passt es preislich zu den anderen Quartieren. Das Zimmer ist auch viel zu schön um nur eine Nacht zu bleiben, das Hallenbad nutze ich auch nicht, weil ich zu müde bin. Genossen habe ich das Hotel trotzdem.

Tag 3: Vom Kaisergebirge durch die kaiserliche Sommerfrische

Es macht schon Spaß, nach einem ausgiebigen Frühstück an einem sonnigen und noch nicht zu heißen Morgen direkt auf das Kaisergebirge zuzufahren und das herrliche Panorama zu genießen.

Über die Kitzbüheler Straße vorbei am Schloss Münichau fahre ich nach St.Johann in Tirol und Richtung Fieberbrunn, kurz davor biege ich aber ins Pillerseetal ab. Das Navi, oder eher die Kurviger-App, mit der ich meine Routen plane, hat wieder ein Gustostückerl einer kleinen versteckten Straße parat. In Straß biege ich in die Schwendt ab, einer kleinen Straße vorbei am Wiesensee bis Hochfilzen.

Dann bleibe ich auf der B164 durch Saalfelden, Maria Alm, den Dienter Sattel bis Bischofshofen, links immer mit dem Panorama des Hochkönig.

Hier machen die Bundesstraße und die Ortsdurchfahrten auch keinen Spaß, darum fahre ich die B311 bis zur A10 und dann bis zur Auffahrt Eben und dann weiter zu meinem Abstecher nach Radstadt. Nach einer erholsamen Mittagspause in einem schattigen Gastgarten bei einem riesigen Eiskaffee treffe ich zufällig 2 junge Motorradfahrer und eine Radfahrerin aus meiner ursprünglichen Heimat, dem Mostviertel. Die Biker wollen zum Dientener Sattel, von wo ich komme, die Radfahrerin fährt heimwärts in die Melker Gegend.

Mein nächstes Ziel ist die Postalm, daher geht’s zurück über Eben auf die B166 durchs Lammertal. Kurz nach Abtenau zweigt rechts die Straße Richtung Postalm ab. Hier ist Vorsicht angebracht, viele Streifen und Flecken sind ausgiebig frisch mit Rollsplit ausgebessert. Dann kommt bald die Mautstation und nach Bezahlung von 7 Euro für das Motorrad geht es über die 28,5 km lange Panoramastrasse über das größte zusammenhängende Almgebiet Österreichs nach Strobl am Wolfgangsee. Der Blick auf Dachstein und Bischofsmütze ist unvergleichlich.

Am Wolfgangsee waren wir erst vor einigen Wochen  bei unserem Salzkammergut-Radweg-Urlaub, darum fahre ich weiter vorbei an Bad Ischl nach Bad Goisern, wo im Supermarkt schon eine Wurstsemmel nach mir ruft.
Mit dem Fahrrad sind wir ja vor kurzem das linke Ufer des Hallstättersees entlang gefahren, darum nehme ich mit dem Motorrad die rechte Uferstrasse und biege dann, weil es noch so früh ist ab, um noch zum Gosausee zu fahren.

Leider sind dort die Motorrad-geeigneten Parkplätze weit weg und alles voll von Autos, Bussen und Touristen, heiß ist es dazu auch noch, so drehe ich um und fahre wieder an der Hallstättersee, vorbei an Hallstatt Richtung Koppenpass. Hier zwingt mich die Aussicht auf Loser und Trisselwand nochmals für einen Fotostopp.

Durch Bad Aussee geht es über die B145 vorbei an Bad Mitterndorf, Tauplitz und der Schiflugschanze am Kulm bis Trautenfels, wo es wieder Zeit ist zu tanken. Bis Liezen sind es dann nur mehr wenige Minuten und es geht schon die Pyrnpass-Bundesstrasse hinauf bis Spital am Pyrn, wo ich mein letztes Zimmer dieser Reise reserviert habe.

Der Blick auf Bosruck und den Großen Pyhrgas lässt das Herz höher schlagen, aber auch die zweitürmige ehemalige Stiftskirche ist ein architektonisches Meisterwerk, das aus einem Hospitz (Spital) hervorgegangen ist und auf eine tausendjährige Geschichte zurückblickt.

Die Hitze macht nicht besonders hungrig und so nehme ich im Gasthaus gegenüber der Kirche nur einen Wurstsalat und eine exzellente Limoncello-Torte und mache noch einen kleinen Rundgang durch den Ort, bevor der Abend wieder endet.

Tag 4: Über das heimische Mostviertel bis ins Triestingtal

Nach einem ausgiebigen Frühstück im schattigen Gastgarten fahre ich den Pyrnpass hinunter bis Windischgarsten und biege dort rechts in den Hengstpass ab. Obwohl nur 985m hoch, ist diese Straße zwischen Reichraminger Hintergebirge und den Haller Mauern nach Altenmarkt schon allein wegen der Aussicht wert zu fahren. 

Hier habe ich endlich einmal Zeit genug, eine der vielen Baustellen zu fotografieren, durch die ich während der letzten Tage gefahren bin.

Weiter geht es auf der Eisenstrasse B115 bis Weyer, wo ich gleich nach dem Innerberger Stadel, einem Speichergebäude aus dem Jahr 1654, das ursprünglich als Eisen- und Proviantspeicher diente, den Berg hinauf Richtung Hollenstein zur Pichlhöhe abbiegen möchte.

Die Straße existiert aber nicht mehr, denn seit gut einem Monat ist der erste kurze Tunnel der Umfahrung Weyer fertig und so fahre ich durch ihn in den noch nicht ganz fertigen Kreisverkehr, der einerseits in den zweiten langen Tunnel der Umfahrung führen wird, aber mich zur Pichlhöhe leitet.

Vorbei an den vertrauten ersten Mostviertler Bauernhöfen geht es hinunter ins Ybbstal, hier waren wir das letzte Mal vor 2 Jahren auf dem empfehlenswerten Ybbstal-Radweg zwischen Lunz und Waidhofen unterwegs. In Gstadt biege ich über die alte Strassenbrücke mit Blick auf die leider nicht im Radweg integrierte ehemalige Bahnbrücke, die sogenannte Fischbauchbrücke, nach Ybbsitz ab.

Kurz nach Ybbsitz biege ich in den Zogelsgraben Richtung Maria Sesal ab, fahre dann aber auf schmalen Güterwegen über den Schwarzenberg hinunter nach Ybbsbach zu meinem Elternhaus, wo ich meine Mutter besuche. Ich war schon jahrelang nicht auf diesem Berg und genieße daher den Blick auf Gresten, den Zürner und den Prochenberg besonders.

Nach einigen Stunden geht’s den letzten Abschnitt meiner Fahrt über Oberndorf an der Melk ins Pielachtal und weiter ins Traisental und dann über Hainfeld und den Gerichtsberg heim ins Triestingtal, wo ich am frühen Abend nach gut 2700 Kilometern am Motorrad sehr zur Freude meiner Frau unversehrt aber müde eintreffe.

Links

TAG 1
https://www.tirol.gv.at/meldungen/meldung/nach-murenabgang-b-180-reschenstrasse-und-l-65-oberinntalstrasse-bis-auf-weiteres-gesperrt/
https://heidiland.com/de/informieren/regionen-orte/bad-ragaz/bad-ragartz.html
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Chur%E2%80%93Arosa
https://www.bauernzeitung.ch/artikel/landleben/dieser-umstand-bewahrte-das-bergdorf-brienz-vor-groesseren-schaeden-494216
https://www.engadin.com/de/unterengadin/schellen-ursli#:~:text=Schellen%2DUrsli%20Dorf.-,Guarda,%C3%BCber%20das%20Bergdorf%20im%20Unterengadin.
https://www.davos.ch/informieren/news-aktuelles/news/news/flueelapass-oeffnet-am-samstag
https://youtu.be/ESVRSph70nk?si=bPlbFrtP8Sp9Zvzj
https://www.samnaun.ch/de/news/ausbau-samnauner-strasse
https://www.gr.ch/DE/Medien/Mitteilungen/MMStaka/2022/Seiten/2022112402.aspx
https://www.tirol.gv.at/meldungen/meldung/nach-murenabgang-b-180-reschenstrasse-und-l-65-oberinntalstrasse-bis-auf-weiteres-gesperrt/
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Burg_Laudegg
https://www.merkur.de/welt/truemmerfeld-reschenstrasse-gesperrt-urlauber-in-der-falle-unwetter-verwandeln-tal-zum-brenner-in-93184950.html
https://www.truya-hof.com/


Tag 2
https://www.timmelsjoch.com/de/news-detail/Wiederer%C3%B6ffnung+des+TOP+Mountain+Motorcycle+Museums+/
https://www.gurgl.com/de/sommer/ausflugsziele/timmelsjoch-hochalpenstrasse.html
https://www.jaufenpass.eu/motorrad
https://kurvenkoenig.de/paesse/jaufenpass.html
Geheimtipp: St.Leonhard in Passeier: Braugasthof Brückenwirt die Via Pianlargo hinauf zum Gasthof Breiteben
https://maps.app.goo.gl/URdKekr1yH3kRiYi8?g_st=ac
https://www.kitzbueheler-alpen.com/de/hosa/hopfgarten.htm
https://www.kirchbergerhof.at/
https://www.bikerdream.de/highlight/it/highlight-poi-motorrad-reisen-touren-italien-dolomiten-jaufenpass.html

Tag3

https://postalm.abtenau-info.at/sommer/postalmstrasse/


TAG 4
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Hengstpass
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Innerberger_Stadel_(Weyer)

https://www.land-oberoesterreich.gv.at/243994.htm
https://www.mostviertel.at/ybbstalradweg

In den Kulissen von „My Fair Lady“ bei den Seefestspielen Mörbisch

25 Meter ist er hoch, der „Big Ben“, der im Hintergrund die Kulissen der Seebühne in Mörbisch überragt und dann doch erst in der zweiten Hälfte der Aufführung wirklich zu sehen ist. Er wirkt so weit entfernt und fast wie ein Hologramm in seiner perspektivischen Darstellung.

Das ist aber nur eines der Highlights dieser Führung über die Seebühne vor der Aufführung des diesjährigen Musicals „My Fair Lady“. Alleine der Blick von der riesigen Bühne auf die Zuschauertribünen mit fast 6100 Sitzplätzen ist beeindruckend und vermittelt etwas von dem Gefühl hier von mehr als 12000 Augen beobachtet zu werden.

Zuerst erfuhren wir etwas zur Geschichte der Seefestspiele, die 1957 als relativ kleines Operettenfestival begannen und unter Harald Serafin von 1992 bis 2012 immer weiter ausgebaut wurde. Nach einigen turbulenten Intendantenwechseln ist seit Jänner 2021 Alfons Haider Generalintendant der Seefestspiele Mörbisch und hat sie erfolgreich aus Musicalspielstätte etabliert.

Dann ging es wegen der anhaltenden Hitze in den Schatten der Kulissen, die links, rechts und im hinteren Bereich der 3600 qm großen Bühne sozusagen zwischengeparkt sind.  Beeindruckend ist das Gewicht der Kulissenteile mit mehreren Tonnen, die von den Bühnenarbeitern und mindestens einer Bühnenarbeiterin manuell auf Rollen exakt auf ihren im Stück zugeteilten Platz geschoben werden.

Für die 60 Darsteller bleibt aber auch noch genügend Platz, denn rund 2500 qm Bühne können echt bespielt werden. Während wir uns durch die Kulissen fotografieren, kommt auch Intendant Alfons Haider mit einer Gruppe und einem Schmäh auf den Lippen vorbei.


Nach einem gemütlichen Cocktail vor dem Bühnengelände geht die Vorstellung bald los. Eigentlich wollte ich über die Aufführung nichts schreiben, da ich nichts davon verstehe und daher auch kein Kritiker sein kann.  Aber es hat uns begeistert und mitgerissen wie viele andere auch, daher doch ein paar Worte dazu.

Das Stück wurde modernisiert ins Jahr 2018 transferiert, Eliza Doolittle (Anna Rosa Döller) mit ihrem Dialekt aus „East Simmering“ begeisterte nicht nur uns. Oida, das war ein richtiges Vergnügen ihre Wandlung mitzuerleben. Mark Seibert verkörpert den Professor Higgins als richtigen Oasch und Herbert Steinböck wächst in der Rolle des Vaters Alfred P. Doolittle, der auch mit Hiphop-Anleihen übers Masl, das man braucht, singt. Für Dolly Schmidinger, wurde die geniale Rolle der Queen in diese Fassung hineingeschrieben, sie begeistert mit trockenen Sprüchen und sehr viel Augenzwinkern.

Das Ende bleibt, wie es uns schon in der Bühnenführung angekündigt wurde, offen. Nimmt sie Freddy Eynsford-Hill, der sie abgöttisch liebt, oder doch Professor Higgins oder bleibt sie mit ihrem Szene-Lokal die selbstbestimmte Frau, die sie eigentlich schon als Blumenverkäuferin war? Jeder kann sich seine Lieblingsversion am Heimweg noch vorstellen.

Alles in allem hat es viel Spaß gemacht und wir können es nur weiterempfehlen. Bis 17.August gibt es vielleicht noch die eine oder andere Restkarte. Und: die Bühnenführung um zusätzlich 7 Euro ist auf jeden Fall interessant.

Links

https://www.seefestspiele-moerbisch.at/
https://www.stadt-wien.at/kunst-kultur/musik/seefestspiele-moerbisch-alle-stuecke-seit-1957.html
https://www.seefestspiele-moerbisch.at/rund-um-die-seefestspiele/news/presse/artikel/london-calling/

1: Mit dem Motorrad in die Schweiz

Heuer klappt es endlich, ich kann auf der schon für 2023 geplanten Route in die Schweiz fahren. Im Vorjahr hat mir ja leider mein Ischiasnerv am rechten Fuß einen Strich durch die Rechnung gemacht und mich über 10 Wochen vom Motorrad ferngehalten. Jetzt ärgert mich zwar mein Hüftgelenk links, aber mit etwas Übung gelingt das Aufsteigen auch mit Seitenkoffern ganz passabel.

Die geplante Strecke führt am ersten Tag ohne besondere Umwege nach Kärnten, der nächste Tag über den Nassfeldpass nach Italien in die Region Julisch-Venetien, weiter in die Provinz Belluno wo ich, wenn es sich zeitlich ausgeht, vom Passo Feidaia auf die Marmolda hinauf will, die ich bisher nur vom Schifahren kenne. Dann geht es weiter nach Südtirol bis ins Hotel in Pozza di Fassa.

Der nächste Tag führt über den Karerpass nach Bozen, wo ich das Messner Mountain Museum besuchen will,  über Passo Mandola, Passo di Tonale, Passo del Aprica und den Splügenpass bis nach Thusis in Graubünden.

Der letzte Teil am 4. Tag meiner Reise soll dann auf der alten Poststrasse durch die Rheinschlucht und dann weiter über den Oberalppass, den Furka und den Grimselpass bis zum Stausee und danach in einer Schleife über den Nufenen nach Airolo im Tessin und dann auf der Tremola über den Gotthardpass führen. Das letzte Stück von Andermatt mit der Teufelsbrücke und weiter auf den Klausenpass über Glarus bis an den Zürichsee ist der Abschluss des letzten Tages.

Tag 1: Von der Thermenregion übers Apfelland bis ins Kärntner Bergbaugebiet

Mein erster Tag meiner Fahrt an den Zürichsee soll mich nach Kärnten, genauer gesagt in die Nähe von Feldkirchen bringen. Das Wetter verspricht zumindest bis am Nachmittag schön, das heißt nicht verregnet, zu sein, daher starte ich gemütlich um 8 Uhr. Um trotzdem Zeit zu gewinnen und Kilometer zu machen, ist der erste Teil einmal Autobahn, geplant bis Hartberg. Das wird mir aber nach Wr.Neustadt bereits zu langweilig und so verlasse ich in Grimmenstein die Autobahn und fahre über Aspang die Wechselbundesstrasse bis Hartberg und dann gleich weiter bis Gleisdorf durch das Apfelland, denn 75% unser österreichischen Apfelanbaugebietes liegen in der Steiermark.

Die Stadt Graz umfahre ich dann doch wieder bis zum Packsattel auf der Autobahn. Direkt nach der Abfahrt überquere ich die Landesgrenze und befinde mich bereits in Kärnten. Bald darauf entdecke ich die Abzweigung zur Hebalm, von der ich schon als Wandergebiet im nördlichen Teil der Koralpe gehört habe. Die kurvige Straße macht Spaß, doch kurz nach dem Parkplatz beim Hebalmsee sind Asphaltierungsarbeiten mit längeren Wartezeiten im Gange und so drehe ich um und fahre weiter meine ursprüngliche Route.

Aber auch die Packer Bundesstraße B70 macht mit ihren Kurven durch die Wälder wirklich Freude und bringt mich nach Waldenstein, wo schon seit der Römerzeit das seltene Industriemineral Eisenglimmer abgebaut wird.
Ein kleines Kirchlein lädt zum Fotografieren ein und dabei sehe ich am gegenüberliegenden Berghang die Burg Waldenstein, in der laut einem Gedenkstein das Kärntner Heimatlied entstanden ist.

Es geht weiter bis Wolfsberg wo ich Mittagspause mache und mir die Fußgängerzone, die aber teilweise Baustelle ist, ansehe.

In der Pfarrkirche wird der ganz aktuelle selige Carlo Acutis aus Italien, der mit 15 Jahren starb, verehrt und seine Reliquie ausgestellt. Er gilt als „Influencer Gottes“ und „Cyber-Apostel“, nachdem er das Internet nutzte, um die christlichen Werte zu verbreiten. Er spielte gerne mit seinen Freunden Fußball, zwischendurch auch mit der Playstation und war ein Computer-Genie, was sich auch in der Darstellung seiner Reliquie niederschlägt, die dadurch ganz unerwartet anders als andere Reliquien aussieht.

Ich starte wieder Richtung Feldkirchen und entdecke erst durch einen Wegweiser bei der Stadtausfahrt, daß mich das Navi über das Klipitztörl leitet. Bei der Planung daheim ist mir das gar nicht bewußt geworden und ich freue mich schon, als bald die Haarnadelkurven der schmalen Bergstrasse beginnen. Auf der Passhöhe von 1644m mache ich natürlich einen kurzen Fotostopp.

Es ist nicht zu übersehen, daß ich mich hier weiterhin im Kärtner Bergbaugebiet befinde, denn einige Kilometer weiter in Lölling liegen direkt neben der Straße einige Denkmäler der Montanistikgeschichte. Die nur einige Jahrzehnte Ende des 19.Jahrhunderts betriebene Erzröstanlage ist eine der beiden letzten großen weitgehend erhaltenen Röstanlagen in Österreich.

Mein letzter Stopp gilt dem Dom von Gurk, der imposant in dieser kleinen Ortschaft steht und in der sich das Grab der Kärntner Landespatronin Hemma befindet. Der Bau ist schon von außen beeindruckend, doch der Innenraum überwältigt einerseits durch seinen barocken Prunk, andererseits durch die verschiedenen sehr gut erhaltenen Wandgemälde, die ab der Zeit um 1340 entstanden, und einem wunderschönen riesigen romanischen Trichterportal.

Vor dem rechten Seitenaltar ist eine der recht seltenen Fastenkrippen ausgestellt, die von den Krippenfreunden Deutsch-Griffen um die Jahrtausendwende gebaut wurde.


Nach einem Cappuccino im Domcafe mache ich mich wieder gestärkt auf den Weg die letzten Kilometer nach Feldkirchen und dann den Berg hinauf nach Pollenitz zum Gasthaus Wadl. Von meinem Zimmer aus habe ich einen schönen Blick in der Abendsonne auf den Ossiacher See, den wir im letzten Sommer mit dem Fahrrad umrundet hatten. Bei einer herrlichen vom Hausherrn selbst gemachten Bratwurst, einem Bier und lustigen Gesprächen mit Bikerkollegen aus dem Burgenland klingt der Tag aus.

Tag 2: Pässe und Haarnadelkurven bis zum Abwinken

Die ersten schönen Kurven führen über die schmale Straße vom Quartier hinunter nach Feldkirchen. Erst durch einen Wegweiser wird mir klar, daß mich das Navi über die Gerlitzen leitet. Bald kommen die ersten Haarnadelkurven bis hinauf auf rund 1000m zur ehemaligen Missionsstation Klösterle, die heute ein mietbares Ferienquartier ist. Gegenüber liegt auch die Talstation der gleichnamigen Sesselbahn.

Durch das idyllische Krastal geht es ins Drautal und vorbei an der sehenswerten Johannes-Kapelle mit den 14 Kreuwegstationen gegenüber von Schloß Kreuzen auf die Windische Höhe und hinunter ins Gailtal, wo der Weg über Tröpolach auf den Nassfeldpass führt.

Die kurvige Straße geht vorbei an den Hotels der Sonnenalpe Nassfeld bis an den Scheitelpunkt, der zugleich die Grenze zwischen Österreich und Italien markiert.

Entlang des kleinen Sees auf italienischer Seite geht es durch die Felsen in einigen engen Serpentinen und durch einen Kehrtunnel hinunter nach Pontebba im Friaul. Gleich nach der Brücke biege ich rechts ab und es geht raus aus der Stadt auf einem kleinen Strässchen durch den Wald in vielen engen Kurven auf den 1066 m hohen Sella Cereschiatis nach Moggio Udinese, eine wirklich coole und auch malerische Alternative zum eintönigen Kanaltal.

In der Zwischenzeit hat es gute 30 Grad bekommen, da ist die Mittagspause in Cavazzo Carnico auf einer schattigen Bank richig erholsam.

Bei Ampezzo habe ich bei meiner Planung die SP73 zum Lago di Sauris entdeckt, eine wirklich spektakuläre Straße mit unendlich vielen Kurven und einigen fast mystischen gepflasterten und feuchten Felsentunnels mit der Brücke über die tiefe Lumieischlucht. Den letzten Tunnel verlässt man direkt an der 136m hohen Staumauer am See.

Dann geht’s den See entlang und weiter auf den Sella di Rioda, wobei Steigungen von bis zu 13 Prozent und acht Kehren zu meistern sind. Direkt anschließend führt die Strecke über den Sella di Razzo und den Sella Ciampigotto bis hinunter nach Lozzo di Cadore.

In Venas di Cadore verpasse ich beinahe die Ausfahrt Richtung Forcella Cibiana, da hier eine große Baustelle die Straßenführung fast verschwinden lässt. Also nach einigen hundert Metern umgedreht und dem Navi gefolgt und auf der wirklich tollen Strecke durch die Wälder hinauf auf den Scheitelpunkt auf 1536m, von wo der Weg auf den Monte Rite abzweigt, wo sich das Messner Mountain Museum Dolomites befindet. Leider geht sich ein Besuch zeitlich nicht aus, daher bleiben Pass und Museum auf der Bucket List.

Der Passo Staulanza ist das nächste Highlight auf meiner Tour. Die vielen Kurven mit wenig Verkehr und ein paar Haarnadeln mit grandiosem Ausblick machen absolut Spass beim Fahren. Der 3.172 Meter hohe Monte Pelmo erscheint vor der Passhöhe beeindruckend rechts der Straße, ich muss einfach für einige Fotos mit dem schon abendlichen Licht anhalten.

Der Fedeia ist der letzte Pass für heute, er ist zwar fahrerisch nicht besonders aufregend, von dort bei Punta Rocca gäbe es aber die Seilbahn auf die Marmolada, die ich nur vom Schifahren im Winter kenne und daher auf meiner Wunschliste für den Sommer steht. Dort bleibt sie aus zeitlichen Gründen auch weiterhin und ich fahre vorbei am malerischen Stausee und hinunter nach Canazei.

Leider ist der Abendverkehr im Fassatal wirklich dicht und ich staue mich, obwohl ich mich so oft wie möglich vorschlängle, gefühlte Stunden die letzten Kilometer bis zum Hotel in Pozza di Fassa. Es liegt zwar direkt an der Hauptstraße, bietet aber zum Ausgleich vom Zimmerfenster einen traumhaften Ausblick auf die gegenüberliegenden Berge des Schigebietes Buffaure.

Tag 3: Von Südiroler Äpfeln und Wein bis zu Schweizer Kurven

Gleich nach dem Frühstück, meine Crosstourer ist noch feucht vom Morgentau, starte ich bei traumhaften Wetter aus dem Fassatal auf den Karerpass.

Nachdem im November 2018 an die 2290 Hektar Wald rund um den Karerpass vom Sturmtief Vaia beschädigt wurden, hat man seitdem 900.000 Festmeter Holz aufgearbeitet. Ob daraus wieder ein schöner alpiner Wald wird, kann ich als Laie noch nicht erkennen, aber es sieht zumindest so aus, daß alle Flächen wieder bewachsen sind. Die Straßen wurden teilweise verbreitert und neu asphaltiert, was die Befahrbarkeit durch LKWs und Busse erleichtert und für uns Biker sicherer aber auch weniger spektakulär macht.

Vorbei am Karersee geht es dann weiter über den Passo di Lavazè und den Passo di San Lugano nach Auer hinunter und quer über das Etschtal Richtung Kalterer See, der von Obst- und Weinplantagen umrahmt ist.


Dort stelle ich fest, dass mir das Navi den Weg zum Messner Mountain Museum Firmian unterschlagen hat und ich muss meine Tour anpassen. Ich erreiche schließlich nach wenigen Minuten den Parkplatz der Burg. Zu meinen Eindrücken davon gibt es noch einen extra Blog.

Nach dem Museumsbesuch freue ich mich schon auf die Auffahrt zum Passo Mandola, die sich in flüssigen Kurven zuerst durch den Wald und später durch die Felsen mit fantastischer Aussicht über das Etschtal bis auf 1363m hinaufwindet. Die Mendelbahn, eine der steilsten Standseilbahnen Europas, bringt ihre Passagiere in 12 Minuten von St. Anton in Kaltern ebenfalls auf die Passhöhe.

Hoch oben an den Hängen der Mendel entlang geht es weiter durch Weingärten mit Rebsorten wie zum Beispiel Gewürztraminer, Weißburgunder und Sauvignon und einem traumhaften Blick ins Tal. Nach Fondo, hoch über der Santa Guistina-Talsperre, und Dimaro, wo ich bei meiner Heimfahrt aus der Schweiz vor zwei Jahren übernachtet habe, führen mich die Serpentinen hinauf auf den Passo di Tonale wo ich mir einen Kaffee kaufe.

Bis zum Jahre 1919 verlief entlang des Tonalepasses die altösterreichische Grenze und entsprechend umkämpft war diese Region im ersten Weltkrieg. Heute erinnert daran auf der Scheitelhöhe das Denkmal „Victoria“ mit einer Halle, in denen der Tausenden österreichischen und italienischen Soldaten gedacht wird, die hier im ersten Weltkrieg ihr Leben ließen.

Es geht weiter nach Edolo über den Passo del Aprica ins Veltlin weiter. Das weite Tal ist die Heimat vieler primär roter Rebsorten, diese haben aber mit unserer namensähnlichen weißen Rebsorte grüner Veltliner nichts zu tun.

Vorbei an der Provinzhauptstadt Sondrio fahre ich bei starkem Nachmittagsverkehr fast bis an den Comosee und dann weiter bis Chiavenna, wo die Straße auf den Maloja Richtung St.Moritz abzweigt. Da bin ich vor 2 Jahren gefahren, daher soll es diesmal über den Splügenpass in die Schweiz gehen. Nach Chiavenna wird der Verkehr wieder viel ruhiger und ich halte nochmals kurz am Lago di Prestone.

Die heutige Strasse über den Splügen wurde von den Österreichern, die damals in Mailand herrschten, erbaut und im Sommer 1822 fertiggestellt.

Ein Schwer-LKW mit Hänger biegt kurz vor mir von einem Parkplatz heraus und so muss ich die ersten vier Haarnadelkurven des Splügenpasses im Schrittempo nehmen. Gott sei Dank ist hier auch nur geringer Gegenverkehr und so kann ich auf einer kurzen Geraden überholen. Dann geht’s los, es sind auf italienischer Seite hinauf noch weitere 48 Spitzkehren und 23 auf Schweizer Seite hinunter. Die Straße ist praktisch überall breit genug um auch in den Kehren auf der eigenen Seite zu bleiben, es schadet aber nicht, trotzdem den Gegenverkehr immer im Auge zu haben, falls jemand die Kurve schneidet oder ein Bus oder LKW einfach mehr Platz braucht.

Spannend ist es, als in einer Linkskurve, die direkt in einen Tunnel mündet, auf der Bergaufspur ein Wohnmobil eine Panne hat, ein Abschlepper dahinter steht und dadurch nur 2/3 der recht steilen Innenkurve zum Vorbeifahren zur Verfügung stehen. Zumindest regelt einige Kilometer weiter die Polizei den Bergabverkehr damit es zu keinen unnötig gefährlichen Begegnungen kommt.

Vorbei am Lago di Montespluga erreiche ich nach einem kleinen Photostopp die Passhöhe von 2114 m und kurz darauf die Schweizer Grenze mit dem unbesetzten Zollhaus. Auch die Strecke hinunter ist spektakulär mit einigen schönen Aussichten auf die Kurvenfolgen.

Nach der Ortschaft Splügen führt mein Weg auf der H13, der Bundesstraße neben und unter der Autobahn A13 bis Thusis und ins Hotel Waldheimat in Fürstenau, das sich mit rund 350 Einwohnern die kleinste Stadt der Welt nennt. Die kleinste Stadt Österreichs, Rattenberg in Tirol mit rund 500 Einwohnern hat da schon fast Großstadtcharakter.

Bei einem kleinen morgendlichen Rundgang entdecke ich einige nette Metallfiguren und ein Haus mit interessanten Gemälden biblischer Szenen und einen Radweg entlang des hier noch recht schmalen Rheins.

Wichtig zu beachten in der Schweiz: die Wegweiser für Autobahnen sind grün, während sie bei uns blau sind, eine Verwechslung ohne Autobahn-Vignette kann sonst teuer werden. Ich hoffe, daß ich ohne Busse (Schweizer Strafmandat) davonkomme, da ich nur bis zur nächsten Ausfahrt gefahren bin.

Tag 4: Die Rheinschlucht und spektakuläre Pässe bei Sonnenschein und Regen

Zu meinen Fünfziger hatte ich eine Fahrt mit dem Glacierexpress von Zermatt bis St.Moritz geschenkt bekommen, dabei ging es auch durch die Rheinschlucht. Die Ruinaulta, wie sie auch heißt,  ist eine bis zu 400 Meter tiefe und rund 13 Kilometer lange Schlucht des Vorderrheins zwischen Ilanz und der Mündung des Hinterrheins bei Reichenau im Kanton Graubünden.

Heute, 13 Jahre später, möchte ich von meinem Quartier in Fürstenau so rasch wie möglich nach Bonaduz, wo ich abbiege und schon in ganz kurzer Zeit bin ich in einer Linkskurve direkt an der Aussichtsplattform Zault mit einem Traumblick in die Rheinschlucht und auf die Schienen der Rhätischen Bahn, wo gerade an der neuen Steinschlaggalerie gebaut wird.

Nach dem Photostopp geht es kurvenreich weiter, bis ich in Versams zur Abzweigung zum Bahnhof komme.

Im Ortsgebiet werde ich auf einmal geblitzt, ich habe anscheinend die 30er Zone übersehen und hoffe es wird nicht allzu teuer. Leider überholt mich die Schweizer Busse und ist vor mir daheim angekommen, ich darf für 41 km/h mit 5 km/h Toleranz, 6 km/h offiziell zu schnell, 126,32 Euro an die Kantonspolizei Graubünden überweisen.

Ich fahre die einspurige Straße mit ihren zwei Spitzkehren am unteren Ende bis zum Bahnhof, neben dem sich auch eine Kanu- und Raftingschule befindet. Es passt zeitlich wieder gut und ich kann nochmals einen Zug fotografieren.

Bei der Auffahrt bemerke ich, daß mein Tank schon wieder auf Reserve steht und ich dringendst auffüllen muß. Nach dem malerischen Safiental weist mir in Ilanz ein netter Einheimischer den Weg zu einer Tankstelle und meine Weiterfahrt ist wieder gerettet. Mit einigen Serpentinen geht es hinauf bis Obersaxen und bald darauf biege ich in die Kantonsstrasse H19 ein, die mich über den Oberalppass nach Andermatt und über den Furkapass bringen soll.


Wegen der vielen Unwetter waren durch Steinschläge und Erdrutsche die umliegenden Pässe wie Furka, Grimsel und Nufenen gesperrt, aber ab heute soll wieder alles frei befahrbar sein. Eigentlich war mein Plan, nach dem Furka vom Grimsel wieder hinunter und dann über den Nufenenpass nach Airolo zu fahren um dann die Tremola auf den Gotthardpass zu erklimmen.

Ein Zwischenstopp beim legendären Hotel Bellevue mit Blick auf den Alletschgletscher muss natürlich sein, und es ist wirklich imponierend, von dort die Kurven hinunter und den Grimsel wieder hinauf zu sehen.

Nachdem das Wetter leider hält was es verspricht und der Regen mich schon bei der Auffahrt auf den Grimselpass erwischt, mache ich beim Stausee nur einige Eisfotos und fahre wieder hinunter und den Furka wieder hoch. Nach wenigen Kilometern bin ich komplett nass und ab der Passhöhe zieht dann noch Nebel auf und es grenzt mit einer Sicht von wenigen Metern und einem verregneten Visier fast einem Blindflug durch die vielen Haarnadelkurven hinunter ins Tal.

Hungrig, nass und ausgekühlt falle ich tropfend in das Hotelrestaurant Sonne im Zentrum von Andermatt ein. Die beiden Serviertöchter (Kellnerinnen) schauen mich mitleidig an, aber ich bekomme sofort einen Tisch, wo ich meine nasse Jacke und und die noch nässeren Handschuhe ausziehen kann. Die kleine Nachmittagskarte ist umfangreicher als gedacht und ich bestelle eine gegrillte Pouletbrust mit Gemüse und danach einen Obstsalat mit Eis und einen Espresso.

Gestärkt, mit einer wärmenden Weste unter der Motorradjacke und den trockenen Ersatzhandschuhen steige ich wieder auf mein Motorrad und fahre auf der alten H2, die parallel zur A2, der Autobahn vom und zum Gotthardtunnel, ins Tal hinunter. Richtung Süden staut es sich vor dem Tunnel mindestens 10 Kilometer, da bin ich froh, daß ich auf meiner Crosstourer in der Gegenrichtung sitze, auch wenn es schon wieder etwas regnet.

Entlang des Ostufers des Vierwaldstättersees über Schwyz, Biberbrugg und Schindeleggi fahre ich dann ohne Pause und mehr oder weniger direkt an den Zürichsee, die Seestrasse entlang und bin froh, das Motorrad in die Tiefgarage stellen zu können und aus den nassen Klamotten zu kommen.

Meine Frau ist schon am Vorabend mit dem Flugzeug aus Wien gelandet und froh, daß ich nach fast 1400 Kilometern auch gut angekommen bin. Einer schönen Schweiz-Woche steht außer dem unsicheren Wetter nichts mehr im Weg.

Links

Tag 1
https://www.obstland.at/908/Apfelanbau-in-der-Steiermark
https://www.kath-kirche-kaernten.at/pfarren/detail/C3282/stadtpfarre-wolfsberg-erhaelt-reliquie-des-seligen-carlo-acutis
https://www.bmf.gv.at/themen/bergbau/bergbau-in-oesterreich/industrieminerale2/eisenglimmer.html
http://www.kleindenkmaeler.at/detail/montanhistorische_bauten_in_loelling
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Dom_zu_Gurk
https://www.gasthof-wadl.at/

Tag 2
https://www.kaernten.at/motorrad/motorrad-aussichtspunkte-ausfahrt-mit-ausblick/
https://www.daskloesterle.at/
https://alpenrouten.de/Lumiei-Val-Lumieischlucht_point573.html

https://www.sauris.org/de/unberuehrte-natur/#see
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Passo_Cibiana
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Staulanzapass
https://alpenrouten.de/Razzo-Sella-di-Razzo-Casera_point405.html

Tag 3
https://www.messner-mountain-museum.it/de/firmian/museum/
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Veltlin
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Spl%C3%BCgenpass
https://youtu.be/NeAYb44s3DI?si=Jz61Dk4JrdhNJuPn
https://nossaistorgia.ch/entries/KEAVXQvPDNa
https://www.zhkath.ch/kirche-aktuell/spiritualitaet-seele/die-josefsgeschichte-als-freskomalerei

Tag 4
https://alpen-paesse.ch/de/
https://www.tcs.ch/de/tools/verkehrsinfo-verkehrslage/paesse-in-der-schweiz.php
https://youtu.be/Q7tDEhmD33E?si=Y_63D9fvBPpddsH3

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bergpoststrasse
https://www.nzz.ch/articleD7WD0-ld.371172
https://www.surselva.info/Media/Touren/Rheinschlucht-Ruinaulta-Ilanz-Reichenau
https://www.rhb.ch/de/blog/steinschlaggalerie-aulta

Der Säntis

Er ist schon einige Jahre auf unserer Agenda, der Säntis in der Ostschweiz. Mit seinen 2502 Metern Höhe und durch die exponierte, nördlich vorgelagerte Lage ist er eine von weitem sichtbare Landmarke.

Eine Schweizer Institution, das Postauto

Da es der letzte wirklich schöne Tag unserer Besuchswoche in der Schweiz zu werden scheint,  entscheiden wir uns spontan und fahren mit dem Zug über Zürich HB bis Gossau SG, steigen in die Appenzeller Bahn bis Urnäsch und von dort, womit sonst in der Schweiz, mit dem Postauto, das sogar einen Personen-Anhänger hat, bis zur Talstation der Säntisbahn auf der Schwägalp.

Auch für Biker zu empfehlen

Aber auch mit dem Motorrad ist die Straße auf die Schwägalp zu empfehlen. Sie kann entweder, wie mit dem Postauto, von Urnäsch über schöne Serpentinen und einige Haarnadelkurven erreicht werden, oder vom Kanton St.Gallen mit flotten Kurven durch den Wald bis zur Passhöhe auf 1278 m. Darum fehlt mir dieser Pass noch in meiner Liste.

Übrigens ist der Säntis mit der Schwägalp auch Teil der „Grand Tour of Switzerland“, die auf der landschaftlich schönsten Route für eine Schweiz Rundreise mit Auto oder Motorrad über 1643 km einmal durch die Schweiz vorbei an allen Highlights führt.

Atemberaubende Rundumsicht über 6 Länder

Wir gehen vom Postauto direkt zur Gondel, mit der man in nur 9 Minuten die Bergstation auf 2502 m erreicht. Das moderne Gebäude beherbergt einige Restaurants,  Ausstellungen und sogar ein Hotel. Das alles wird überragt vom 123 m hohen Sendeturm der Swisscom. Wir steigen aber gleich die Stufen Richtung Gipfel hinauf und sind überwältigt von der Rundumsicht.

Der Säntisgipfel ermöglicht einen Blick auf sechs Länder: Schweiz, Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Italien und Frankreich. Das Wetter ist uns wirklich hold, so ist es angenehm warm und sonnig und so finden wir neben dem Blick auf den Bodensee auch den Zürichsee, von den umliegenden Bergen ganz zu schweigen.

Bei einer kleinen Stärkung auf der Terrasse des Alten Berggasthofs beobachten wir neben den Dohlen auch noch einen Paraglider, der das Geschehen von noch etwas höher oben genießt.

Die Aussicht bei der Fahrt ins Tal bleibt ebenfalls beeindruckend mit Blick auf die Almen unterhalb des Felsmassivs. Die Seilbahn wird durch einen einzigen Mast gestützt, an diesem hält die Gondel und der Gondelführer lässt eine Bergsteigerin zusteigen, die in einem Kabäuschen im Mast gewartet hat.

Wenige Minuten später sind wir wieder an der Talstation, wo wir etwas verspätet zu Mittag essen und dann noch im Shop der Schaukäserei einige Appenzeller Käse erwerben, bevor es mit dem Postauto wieder ins Tal hinunter geht.

Für einen Ausflug nur zu empfehlen

Ein wunderschöner Ausflug auf sicher einen der Schweizer Berge mit der besten Aussicht geht zu Ende. Auch wenn die Fahrt mit einer Seilbahn nicht zu den billigsten Aktivitäten zählt, können wir wirklich nur empfehlen, diesen Berg zu besuchen, sei es mit dem Auto, dem Postauto oder auch dem Motorrad.

Links

https://www.postauto.ch/de/freizeitangebote/ausflugstipps/schwaegalp-linie?gad_source=1&gclid=Cj0KCQjwv7O0BhDwARIsAC0sjWP7v5N_07d2ULALyQrrFNJUyfSWpGlnLtv06GW4fxPp87R4mUIaVyQaAhJ8EALw_wcB&gclsrc=aw.ds
https://saentisbahn.ch/
https://theriders.ch/worlds/lifestyle/mai-2021-schwaegalp-pass-des-monats

https://www.myswitzerland.com/de-ch/erlebnisse/erlebnisfahrten/auto-motorrad-grand-tour/

Vom Baumwipfelweg zum Schafberg und doch ohne Dachstein

Der Baumwipfelweg in Gmunden

Auf unserer Fahrt nach Mondsee legten wir in Gmunden einen Zwischenstopp ein. Auf dem Grünberg gibt es einen Baumwipfelweg mit Aussichtsturm, der in dieser Form in Österreich einzigartig ist und den wir schon seit Langem sehen wollten.

Wir lösten ein Kombiticket für die Gondelbahn und den Pfad, das zwar kein Geschenk ist, aber auf jeden Fall die Ausgabe wert ist. Die Gondel der Grünbergbahn schwebt in wenigen Minuten auf den Berg und bietet dabei schon eine traumhafte Aussicht auf den Traunsee mit der Stadt Gmunden und dem Seeschloss Orth.

Den Einstieg zum Baumwipfelweg erreichten wir nach wenigen Gehminuten auf einem Schotterweg. Das erste Highlight kam schon nach wenigen Metern, eine Aussichtsplattform mit Blick auf die beinah überwältigende Bergkulisse um den Traunsee. Dann marschierten wir weiter, bis zu 27 Meter vom Boden zwischen den Bäumen mit vielen auch kindgerechten Infotafeln. Nach rund 1,5 Kilometern im Zickzack durch den Bergwald mit interessanten Einblicken in die Welt der Baumwipfel erreichten wir den 39 Meter hohen Aussichtsturm der in seiner Form einem Salzfass ähneln soll. Der Aufstieg ist auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl kein Problem, die Steigung beträgt maximal 6%. Die Wege am Pfad und am Turm sind auch breit genug, daß sie auch von Menschen, die nicht komplett schwindelfrei sind, ohne Probleme zu bewältigen sein sollten.

Gleich beim Einstieg in den Turm wurden wir darauf hingewiesen, selbst die Filzmatte für die Rutsche mitzunehmen. Diese schlängelt sich von einer Plattform in 28 Metern Höhe als Rohrrutsche über 75 Meter hinunter. Leider spielt da mein Hüftgelenk nicht mit, aber meine Frau hat sie natürlich getestet. Vorher bestiegen wir den Turm auf dem spiralartigen Weg bis ganz oben und wurden dafür mit einer Aussicht über halb Oberösterreich belohnt.

Hinab ging es dann für meine Frau rasch, für mich zu Fuß etwas langsamer. Nach einigen 100 Metern durch den Wald kamen wir nahe der Gondelstation an einer weiteren Attraktion für die ganze Familie, nämlich dem „Grünberg-Flitzer“, einer Sommerrodelbahn vorbei. Sie schlängelt sich auf rund 1,4 Kilometern in vielen Kurven hinunter, nicht bis ins Tal, sondern man wird mit einem Lift samt Rodel wieder nach oben gezogen. Obwohl wir sie nicht genutzt haben, ist sie auf jeden Fall zu empfehlen.

Nach einer kleinen Stärkung in der Grünbergalm geht’s dann wieder mit der Gondel ins Tal und weiter an den Mondsee.
Dieser kleine Ausflug weckte auf jeden Fall die Lust, sich noch weitere ähnliche Aussichtstürme in ganz Europa anzuschauen, den Link dafür findet ihr unten.

Die Schafbergbahn

Am heißesten Tag der Woche wollten wir der Hitze ein Schnippchen schlagen und eine der zahlreichen Bergbahnen im Salzkammergut erkunden. Vor bereits vielen Jahren hatten wir es im Advent nur geschafft, bis unterhalb der Schafbergalm zu kommen, jetzt wollten wir ganz hinauf. Die Schafbergbahn als steilste Zahnradbahn Österreichs bringt seit 1893 jährlich rund 340.000 Besucher von der Talstation auf den 1.783 Meter hohen Gipfel des Schafberges und überwindet bei jeder Fahrt knapp 1.190 Meter. Diesmal wollten wir auch mit dabei sein.

Wir hatten leider vergessen, die Fahrkarten online zu bestellen und hofften, wenn wir rechtzeitig, sprich mehr als eine Stunde vor der Abfahrt, in der 2023 neu errichteten Talstation sein würden, noch mit dem ersten Zug mitfahren könnten. Das ging sich dann knapp nicht mehr aus, so mussten wir eine Stunde auf die nächste Abfahrt warten, die wir mit einem Spaziergang überbrückten. Daher unbedingt, wie eigentlich heute schon fast überall,  im Voraus online buchen, hier kann man den Zeitpunkt für die Berg- und Talfahrt wählen. Runde zwei Stunden sollten am Berg reichen, das Panorama zu genießen und in einer der Hütten einzukehren.

Die Bergfahrt dauert rund 35 Minuten und bietet da schon Ausblicke auf die umgebenden Seen und ein überwältigendes Gebirgspanorama. Wenn man Glück hat und das auch will, erwischt man einen Zug mit historischer Dampflok. Bei uns war es der Folgezug,  was dafür das Fotografieren erleichterte.

Wir hatten Glück mit dem Wetter und die Fernsicht war recht gut. Auf der einen Seite waren Wolfgangsee und ein Stück des Fuschlsees zu sehen, auf der anderen Seite der Attersee und Mondsee und dahinter der Irrsee. Vom nahen Zwölferhorn bis zum weit dahinter liegenden Watzmann, dem Tennengebirge bis zum dominaten Dachstein kann man auch als nicht besonders Bergkundiger eine imposante Alpenkulisse bewundern.

Wenn man historische Bahnen mag, ist auch die Talfahrt wieder ein Erlebnis, sonst reicht es auch so, die Fahrt durch Felsen, Wälder und Almen mit dem fast ständig grandiosen Ausblick zu genießen.

Diesmal nicht auf den Dachstein-Krippenstein

Eigentlich hatten wir für unseren letzten Tag noch die Dachstein/Krippensteinbahn geplant, doch vergessen, Kleidung für die Eishöhle mit -2 Grad mitzunehmen und der Vormittag war zusätzlich noch recht vom Hochnebel dominiert,  daher beschlossen wir, nochmals einen Radtag zu machen. Wir brauchen ja eh für nächste Salzkammergut-Urlaube auch noch Programm.

Links

https://www.gruenberg.info/de/wandern-aktivitaeten/attraktionen/baumwipfelpfad-salzkammergut
https://treetop-walks.com/salzkammergut/
https://treetop-walks.com/de-at/
https://www.gruenberg.info/de/wandern-aktivitaeten/attraktionen/sommerrodelbahn-gruenberg-flitzer
https://www.5schaetze.at/de/schafbergbahn.html

Lachendes und weinendes Auge am Salzkammergut-Radweg

Für unseren Aufenthalt in der Nähe des Mondsees im Hotel Eichingerbauer haben wir uns vorgenommen, einige besonders schöne Teilstrecken des Salzkammergut-Radwegs R2 zu befahren und euch natürlich darüber zu erzählen.

Teilstück 1: Mondsee – Irrsee – Wallersee

Vom Hotel Eichingerbauer weg fuhren wir eine kleine Straße hinauf und über die Autobahn A1 und wurden dafür mit einem ersten netten Ausblick auf den Mondsee belohnt. Weiter ging es dann leicht bergauf und bergab, bis wir dann auf den markierten Radweg R2 stießen. Auch dieser verlief kleine Straßen und Güterwege entlang, bis wir den Irrsee rechts neben uns hatten.

Zuerst mit Blick auf das Irrseemoor, dann immer wieder recht nah am Wasser,  fuhren wir das Westufer entlang, bis uns die von Komoot vorgeschlagene Route steil den Berg hinauf leitete. Bei einem Bauernhof endete der Weg in einem Fahrverbot, an das wir uns diesmal hielten und umkehrten um weiter dem markierten Weg zu folgen. Erst in Irrsdorf entschieden wir uns, nicht auf dem R2 durch Strasswalchen, sondern wieder über einen steilen Anstieg die ebenfalls markierte Strecke über einen bewaldeten Rücken hinauf zu fahren, wo wir dann wieder hinunter nach Steindorf und Neumarkt am Wallersee kamen, wo wir uns dann am Hauptplatz einen Kaffee gönnten. Die Markierung führte uns an die Wallerseerunde, wo es ebenfalls am westlichen Ufer entlang durch das Moor mit einer interessanten Aussichtsplattform weiterging.

Kurz bevor die Westbahn ebenfalls ganz knapp an den See herankommt, entdeckte meine Frau einen kleinen Seezugang, wo wir bei einer kleinen Pause Fische, Vögel und Boote beobachten konnten.

Nach einem Eis im Zentrum von Seekirchen stießen wir in Eugendorf auf den Mozartradweg, der uns dann weiter wieder als R2 bis Thalgau neben der Straße und dann durch Siedlungen und über Güterwege bis in die Nähe unseres Hotels brachte.

Unsere gefahrene Route findet ihr unten als Komoot-Link zur Anregung. Das kleine Stück, das fehlt um die Runde zu schließen liegt daran, daß ich die Komoot Aufzeichnung erst nach eineinhalb Kilometern gestartet habe.

Teilstück 2: Bad Ischl – Bad Goisern – Obertraun – Hallstatt und zurück

Wir starteten bei unserem Parkplatz am Salinenplatz direkt an der Traun und fuhren flussaufwärts zuerst die Esplanade entlang und dann an einem Seitenarm bis zu einem Kaiser Franz Josef Denkmal.

Der weitere Weg verlief am linken Ufer der Traun bis Lauffen, wo ein deutscher Unternehmer einige leerstehende, aber historisch bedeutende Häuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert rund um den Marktplatz revitalisiert und hoffentlich wirtschaftliches Leben eingehaucht. So entstand im ehemaligen Kaiserin Elisabeth Hospitz das Kaiserin Elisabeth Kaffeehaus.

Der Radweg verlief dann weiter durch Bad Goisern und die Bundesstraße B166 bis kurz vor dem Hallstättersee, wo die Straße dem Westufer, der Radweg aber dem Ostufer folgt. Dieser Teil als Rad- und Wanderweg ist sicher einer der schönsten im Salzkammergut und führt mit der spannenden Hängebrücke über eine der tiefsten Stellen des Hallstättersees mit 125,2 m Wassertiefe.

Kurz danach könnte man vom Bahnhof Hallstatt mit der Fähre hinüber ins Städtchen Hallstatt fahren, wir radelten aber weiter bis Obertraun und dann die Straße am Westufer bis Hallstatt. Kaum waren wir in der Fußgängerzone, begann es zu regnen und als wir einen Platz in einem Café ergattert hatten, schüttete es bereits. Wir konnten so im Trockenen abwarten, bis der Spuk wieder vorbei war.

Die Stadt ist wieder fest in der Hand asiatischer und arabischer Touristen und manchmal wird einem leider wieder das Gefühl vermittelt, dass wir österreichischen Besucher nicht mehr wichtig sind. Ich vergönne den Verantwortlichen natürlich den Erfolg, doch während und kurz nach Corona die Gewebetreibenden froh über die einheimischen Touristen waren, haben das manche anscheinend bereits wieder vergessen.

Kurz vor Bad Ischl regnete es nochmals, wir schafften es aber noch relativ trocken bis zur Konditorei Zauner an der Esplanade, wo uns ein Eiskaffee die Wartezeit bis zum Ende des Regens verkürzte.

Die letzten Meter bis zum parkenden Auto waren dann wieder trocken und so die Erinnerung an diese Tour nur mehr positiv.
Auch diese Komoot-Aufzeichnung habe ich wieder für euch unten verlinkt.

Teilstück 3: Von St.Gilgen bis St.Wolfgang am See entlang

Das Wetter hielt was es versprach und obwohl es am späten Abend und in der Nacht noch ein Gewitter und einiges an Regen gab, wurde es schon in der Früh recht warm. So beschlossen wir, diesmal etwas kürzer zu fahren und von St.Gilgen über Strobl nach St.Wolfgang zu radeln.

Leider ist die Radwegverbindung zwischen Mondsee und Wolfgangsee über die Scharflinger Höhe nur auf der stark befahrenen Straße möglich. Dabei gab es noch 2017 vielversprechende Pläne (siehe die Links unten dazu), den Hüttensteintunnel der ehemaligen Bad Ischler Bahn dafür zu öffnen, aber anscheinend sind diese seither im Sand verlaufen. An der slowenischen Paranzena und im italienischen Kanaltal, aber auch im niederösterreichischen Ybbstal konnte man die ehemaligen Bahntunnel äußerst erfolgreich in die Radwege integrieren. Schade, daß das hier nicht möglich zu sein scheint.

Da wir keine begeisterten Straßenfahrer sind, musste das Auto herhalten und wir stiegen erst in St.Gilgen am Parkplatz bei der Zwölferhornbahn aufs Fahrrad um. Der Radweg führt dann recht abwechslungsreich durch die Orte am Seeufer und weiter durch Uferwälder und Moore mit einem kleinen Aussichtsturm im Blinklingmoos, teilweise auf der ehemaligen Bahntrasse und einem getrennten Radweg  neben der Bundesstraße um den Wolfgangsee herum bis ins Zentrum von St.Wolfgang.

Wir stellten unsere Räder vor der Pfarrkirche ab und statteten ihr einen Besuch ab, um den weltbekannten gotischen Pacher-Altar zu sehen. Die Kanzel stammt von Meinrad Guggenbichler, zu dem ich später noch kommen werde. Aber nicht nur deswegen strahlt die Kirche eine eigene Atmosphäre aus und lockt noch immer als Wallfahrtskirche tausende Pilger an.

Wenn man schon in St.Wolfgang ist, muß man natürlich auch ein weiteres Highlight des Ortes besuchen,  nämlich das von der Ralf Benazky Oper bekannte Hotel „Weisses Rössl“, wo wir uns auf der Terrasse eine nicht sehr günstige, dafür aber auch nicht besonders aufregende Melange gönnten. Der Platz auf der Seeterrasse entschädigte dafür. und, wie ich gerade entdeckte: „meine“ Papierhandlung ist auch nur mehr Geschichte ….

Zum Abschluss unserer Sightseeing-Tour im nächsten Touristen-Hotspot des Salzkammerguts mieteten wir ein Elektroboot um den Ort mit einer romantischen Seerunde auch von dort aus zu bewundern. Hitzebedingt und auch wegen unserer Neugier kürzten wir den Rückweg mit der Fahrradfähre nach Abersee an der engsten Stelle des Sees ab und mussten dann nur mehr gute 5 km zum Auto zurückradeln, nur noch unterbrochen durch einen Stopp beim St.Gilgener Seecafe für einen Eiskaffee, um dann so rasch wie möglich im Hotelpool zu landen.

Auch von dieser kürzeren Tour gibt es unten die GPX Daten von Komoot.

Teilstück 4: Eine halbe Mondseerunde

Für diesen Tag stand eine Schiffsrunde am Mondsee am Plan, daher fuhren wir mit den Rädern vom Hotel Eichingerbauer über den R2 auf kleinen Straßen bis zur wunderschönen Kirche von St.Lorenz unterhalb der Drachenwand und dann über Schwarzindien nach Mondsee.

Dazu unterquert man optimal die B154 (Mondsee-Straße), was an anderen Stellen bei dieser stark befahrenen Straße aus Sicherheitsgründen ebenfalls notwendig wäre.

Wir hatten noch Zeit genug bis zur Abfahrt des Schiffes und fuhren daher am Nordwestufer auf dem Radweg entlang des Sees weiter bis zum öffentlichen Badeplatz in Loibichl und dann wieder zurück zur Schiffsanlegestelle in Mondsee. Der Ausblick über den See zur Drachenwand hin ist unvergesslich und wenn man genau schaut, sieht man das acht Meter große Loch und die Reste der Ruine Wartenfels am benachbarten Schober.

Die Runde mit dem Schiff über den See war gemütlich und dabei habe ich auch die oben genannten Punkte gelernt. Wir entschieden uns dann, die Kirche Mariahilf hoch am Hang oberhalb von Mondsees anzusehen, eine sehr steile Straße hinter der Basilika führt hinauf, was aber mit dem E-Bike kein echtes Problem ist. Die Wallfahrtskirche selbst war und ist noch immer ein Anziehungspunkt für viele Pilger. Der Hochaltar gilt vor allem in seinem Aufbau als eine Meisterleistung des Bildhauers Meinrad Guggenbichler, der, – ein Schweiz-Bezug für meine Frau – in Einsiedeln geboren und in Mondsee verstorben ist. In der Mitte des Untergeschoßes hängt in einem verglasten Schrein das Gnadenbild – eine Kopie des Originals von Lukas Cranach dem Älteren, das sich in Innsbruck befindet.

Gleich neben der Kirche befindet sich das Freilichtmuseum Rauchhaus, auf jeden Fall ein Besuch wert, uns war es aber zu heiß. Wir setzten uns stattdessen am Hauptplatz vor der Basilika in den Schanigarten einer Konditorei und genossen als kleinen Snack statt eines Mittagessens einen „kleinen“ Brandteigkrapfen (Windbeutel) mit Eis und Früchten. Den Besuch der Basilika St.Michael, deren Dach gerade erneuert wird, haben wir nicht vergessen, wir waren dort bei unserem letzten Mondsee-Besuch.


So gestärkt ging es dann wieder zurück über Schwarzindien und St.Lorenz zum Hotel, wo der Pool schon auf uns wartete. Der Komoot-Link ist natürlich unten angeführt.

Teilstück 5: Zum Fahrradtunnel an der Kienbergwand

Eigentlich war ja eine Fahrt auf den Dachstein-Krippenstein geplant gewesen, aber ohne adäquate Kleidung für die Eishöhle einerseits und wegen des bedeckten Wetters andererseits entschieden wir uns zum Abschluss des Urlaubs nochmals für eine Radtour, diesmal am Südwestufer des Mondsees den Radweg an der B154 entlang bis zur Abzweigung nach St.Gilgen und dann weiter zum 2004 errichteten Fahrradtunnel.

Warum die Planer und Errichter von der Kreuzung Richtung St.Gilgen bis zum rund 500 m entfernten Tunnel den Radweg neben der stark befahrenen Straße „vergessen“ haben, entzieht sich bei den angefallenen Baukosten für Straßen- und Fahrradtunnel der Logik eines Außenstehenden, noch dazu, weil man dabei auf diesem kurzen Stück zweimal die Straßenseite wechseln muss.

Der 1168 m lange Tunnel ist asphaltiert und perfekt beleuchtet und dazwischen immer wieder zum See hin offen. So ist es es auch für etwas ängstlichere Menschen kein Problem durchzufahren und trotzdem nicht unspektakulär. Gleich am anderen Tunnelende befindet sich der Kreuzstein und der baulich getrennte Radweg endet hier auch schon wieder.

Der Rückweg ging auf der gleichen Strecke bis Schwarzindien, wo wir uns noch im Strandbad einen Eiskaffee gönnten und dann auf einer etwas abweichenden Route über den Hügel zurück zum Hotel fuhren. Unsere Energie war noch nicht ganz weg und so beschlossen wir statt der vom Hotel empfohlenen Wanderung am Helenenweg mit den Bikes zur sogenannten Erlachmühle zu fahren. In der letzten aktiven Mühle des Mondseelandes, die ausgesprochen idyllisch an der Zeller Ache liegt, wird aus dem eigenen Mehl in der Holzofenbäckerei Brot gebacken. Leider waren wir viel zu früh, da die angeschlossene Jausenstation auch erst um 14 Uhr öffnet. Den kurzen Abstecher über die Hügel hinter dem Hotel war es trotzdem auf jeden Fall wert und das Holzofenbrot haben wir dann am Heimweg im Supermarkt gekauft.

Damit klang der Tag ein letztes Mal am Pool aus. Den zugehörigen Link von Komoot findet ihr natürlich auch unten.

Fazit

Gleich vorweg, wir haben (fast) jeden Meter unserer Touren genossen. Mit E-Bike sind die manchmal recht kräftigen Steigungen kein Problem, auch nicht die relativ zahlreichen Schotterwege, im Zeitalter der Bodenverdichtung ist aus meiner Sicht der Asphalt wirklich nicht überall notwendig.
Was aber schon verwundert, sind die auch auf unseren ausgesuchten Strecken vorhandenen Teilstücke, die ohne bauliche Trennung auf stark befahrenen Straßen führen. Die Werbung des Salzkammergut-Tourismus suggeriert anderes und weist auch selten darauf hin.

Weitere Beispiele sind am Weg nach Hallstatt Streckenteile, die so schmal sind, daß entgegenkommende Fußgänger oder Radfahrer beinahe ins Gebüsch ausweichen müssen. In anderen Gebieten Österreichs wäre das kein Radweg, sondern eher ein Single-Trail. Über den Kienbergwand-Fahrradtunnel habe ich weiter oben geschrieben. Das eingeschlafene Projekt, den ehemaligen Bahntunnel unter der Scharflinger Höhe zu öffnen ist ein weiteres Beispiel, wo die Werbung der Realität nicht standhält. Vielleicht liegt es auch an länderübergreifenden Kompetenzen zwischen Oberösterreich und Salzburg, die sich hier im Weg sind? Schon klar, auch die Budgets dafür muß es geben, aber in anderen Bundesländern geht’s ja auch.

Unser Hotel

Wir hatten das Hotel Eichingerbauer im Jänner das erste Mal besucht und die Gastfreundschaft der Familie und des gesamten Personals genossen. Da es noch dazu praktisch in Sichtweite des Salzkammergut-Radwegs liegt, haben wir rasch beschlossen, im Sommer mit den Rädern wieder zu kommen. Auch diesmal war es wieder so, das Frühstücksbuffet und die mehrgängige Abendessen können wir nur empfehlen. Viele regionale Lieferanten sorgen für sehr gute Grundprodukte und der Hausherr legt auch besonderen Wert auf die österreichische Weinauswahl, die sich auf jeden Fall sehen lassen kann.

Einziger kleiner Wermutstropfen: die Damen des ÖSV Speedteams, die einige Tage in der zum Hotel gehörigen Tennishalle trainiert hatten, waren bereits abgereist. Mehr dazu im Facebook-Link unten!

Links

https://www.ausflugstipps.at/oesterreich-tour/detail/100145/ostuferradweg-am-hallstaettersee.html
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Pacher-Altar_(St._Wolfgang)
https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Ralph_Benatzky

https://www.bahntrassenradeln.de/details/at5_01.htm
https://www.salzburg24.at/news/salzburg/flachgau/salzburger-grenzfall-ischlerbahntrasse-wird-zum-radweg-57149230
https://www.salzburgerland.com/de/magazin/das-blinklingmoos-in-strobl/
https://www.moorverein-wolfgangsee.at/hochmoor/

Irrsee: https://www.komoot.de/tour/1651107277?ref=aso
Hallstatt: https://www.komoot.de/tour/1653300078?ref=aso
Wolfgangsee: https://www.komoot.de/tour/1654904592?ref=aso
Mondsee halbe Runde: https://www.komoot.de/tour/1658512243?ref=aso
Fahrradtunnel und Erlachmühle: https://www.komoot.de/tour/1660257555?ref=aso

https://mondsee.salzkammergut.at/oesterreich-poi/detail/400984/wallfahrtskirche-maria-hilf.html
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Meinrad_Guggenbichler
https://mondsee.salzkammergut.at/oesterreich-poi/detail/400127/freilichtmuseum-mondseer-rauchhaus.html
https://www.schifffahrt-mondsee.at/

https://www.eichingerbauer.at/

https://www.facebook.com/Hotel.Eichingerbauer/posts/pfbid031mHL4CR1gw3sCvJB9oArSDzY4AMxuj2NnAFMSNdfMwLxN1VaL7PxS2cvSbY5Rigzl